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Ethisches Dilemma

19 Jan

(Ergänzung!) In England hatte eine alleinstehende 36-jährige Frau laut der Daily Mail 200 Mal Sex mit einem zwölfjährigem Jungen. Das erste Mal hat sie ihn offenbar mit Hilfe von Alkohol verführt. Danach entstand allerdings eine einvernehmliche sexuelle Beziehung (insofern man bei Zwölfjährigen von Einvernehmlichkeit sprechen kann). Das Paar hatte eine zehn Monate lange Affäre. Die Frau schickte ihren eigenen Sohn zu seinen Großeltern, während die beiden sich vergnügten.

Nach dem 100. Mal schenkte sie ihm ein Paar Turnschuhe. Die Sache ist aufgeflogen, weil Gerüchte in der Schule die Runde machten, laut der die Frau schwanger wäre (die offenbar falsch waren). Die Polizei fand heraus, dass der Schuljunge in Internetchatrooms mit seinem Verhältnis angegeben hat. Der Frau droht nun eine lebenslange Haftstrafe für die Verführung Minderjähriger.

Warum erzähle ich das? Weil es ein interessantes ethisches Dilemma ist. Ich möchte gerne von euch wissen, ob ihr glaubt, dass die Frau oder der Junge etwas ethisch Verwerfliches getan haben, ob eine lebenslange Haftstrafe angemessen ist und warum ihr das glaubt.

Ergänzung: Stellt euch vor, stattdessen hätte ein 36-jähriger Mann mit einem zwölfjährigen Mädchen auf freiwilliger Basis 200 Mal Sex gehabt. Wäre dies anders zu bewerten als umgekehrt? Worin besteht der ethisch relevante Unterschied?

 
50 Comments

Geschrieben von am 19. Januar 2010 in Philosophie

 

50 Antworten zu Ethisches Dilemma

  1. amiafool

    19. Januar 2010 at 18:43

    Sie hätte auch noch einen klassenkameraden einladen sollen 2×12=24 ;)

     
  2. Marcel

    19. Januar 2010 at 18:59

    Wenn er in Chatrooms damit angegeben hat, kann man davon ausgehen, dass es einvernehmlich war. Ich an Stelle des Jungen wäre ziemlich böse.^^

     
  3. thomLS

    19. Januar 2010 at 19:07

    Meine Prognose: In einhundert Jahren vielleicht. Vorher steht noch diese Orientierung vor der Akzeptanz: http://j.mp/NEON_Zoophilie

     
  4. derautor

    19. Januar 2010 at 19:18

    Jemand hat mir als Antwort dieses Video geschickt:

     
    • Der mit dem Glauben tanzt

      19. Januar 2010 at 21:59

      South Park ist genial wie eh und je.

       
  5. buzzti

    19. Januar 2010 at 20:02

    Aus diesem Grunde bin ich kein Atheist – Denn ich verehre South Park als Gottheit. Niiiccee

     
  6. Chris

    19. Januar 2010 at 20:17

    naja, Einverständnis sollte nun wirklich nicht einne Frage des Alters sein

     
  7. Al-Ma'arri

    19. Januar 2010 at 21:02

    Wenn ein älterer Mann eine Zwölfjährige verführt, spricht niemand von einem ethischen Dilemma.

    Die Bildzeitung findet einen Sexualstraftäter sexy, wenn es sich um eine Frau handelt, die einen minderjährigen Jungen verführt:
    http://www.bildblog.de/967/bild-findet-sexualstraftaeter-sexy/
    Im umgekehrten Fall kann die Empörung der „Bild“ nicht groß genug sein.
    http://www.bildblog.de/14092/schweine-pandemie/

     
  8. thogoen

    19. Januar 2010 at 21:07

    Man müsste ein oder mehrere psychologische Gutachten erstellen und damit ermitteln, ob und in wiefern der 12-Jährige unter der Beziehung gelitten hat und ob er in seiner psychischen Entwicklung beeinträchtigt worden ist. Dann müsste man dem verursachten Leid entsprechende Kompensations- und Strafmaßnahmen gegen die 36-Jährige einleiten. Dem Artikel nach scheint der Junge von dem Verhältnis nicht sonderlich geschädigt worden zu sein – vielleicht hat es ihm sogar geholfen, seine Angst vor Frauen zu überwinden, die viele erwachsene Männer quält.

    Für meine Begriffe wäre das Handeln der Frau auf alle Fälle milder zu bestrafen als ein vollkommen auf Zwang beruhendes Missbrauchsverhältnis, wobei ein Mann in die Körper von Jugendlichen eindringt – einfach weil diese Handlungsweise normalerweise sowohl psychologisch als auch physiologisch größere Schäden verursacht. Männer haben meines Wissens meistens auch einen agressiveren Sexualtrieb.

    Aus den genannten Gründen halte ich lebenslange Sicherheitsverwahrung für die Frau für eine unverhältnismäßig harte Strafe. Sie hat zwar wahrscheinlich ethisch falsch gehandelt (Verführung Minderjähriger zu Alkohol und Sex zumindest im ersten Fall, schlechtes Vorbild ), aber ein ernsthafter Schaden ist wahrscheinlich nicht entstanden – nicht mal für den Ruf des Jungens, der wahrscheinlich heute weniger die Beziehung bereut als dass seine Geliebte nun in diesen Schlamassel steckt.

     
  9. Rosix

    19. Januar 2010 at 21:12

    Spannende Geschichte. Wenns ein Lehrer mit einem kleinen Mädchen wär, würd ichs net OK finden, so find ichs aber durchaus in Ordnung.

    Mit anderen Worten: „Nice!“

     
    • derautor

      19. Januar 2010 at 21:24

      Warum das? Wo ist der ethisch relevante Unterschied?

       
      • Rosix

        19. Januar 2010 at 21:52

        Das ist die Frage!

        Ich würd sagen, der Unterschied ist der, dass Männer biologisch gesehen davon profitieren, wenn sie ihr Sperma möglichst umfassend unter der weiblichen Bevölkerung verteilen. Deswegen werden auch mehr Frauen von Männern vergewaltigt als umgekehrt.

        Eine Frau dagegen trägt 9 Monate lang das entstehende Kind in sich rum und ist während dieser Zeit ernsthaft eingeschränkt. Eine Frau sollte also vorher „mündig“ sein, bevor sie Sex hat, denn sie ist diejenige, die die Konsequenzen davon tragen wird. Mit 12 Jahren wäre das Mädchen noch nicht mündig und es wär damit zu verurteilen. Bei Männern isses egal, ob sie mündig sind oder nicht, sie tragen keine Konsequenzen.

        So viel zur Theorie. Die Realität ist die, dass es
        a) Geschlechtskrankheiten gibt – also sollte eigentlich auch der Mann mündig sein und
        b) Kondome/Pille/Verhütungsmittel gibt, die dafür sorgen, dass der Geschlechtsverkehr für beide folgenlos bleibt.

        Somit wären wir wieder am Anfang und müssten das ganze nochmal durchdenken.

        Mein Urteil, als ich den ersten Kommentar geschrieben habe, war von den ersten beiden Absätzen hier beeinflusst und das Urteil der Southpark-Charaktere ebenfalls. Dieses Urteil ist aber veraltet (Verhütungsmittel etc.) und müsste überdacht werden.

         
      • Der mit dem Glauben tanzt

        19. Januar 2010 at 21:57

        Du scheinst mir das zu sehr pauschal auf Erwachsenen und Kind einzuschränken. Es macht meiner Meinung sehr wohl einen Unterschied, von welchem Geschlecht die beiden sind. Man sieht an der Angeberei des Jungen, dass es ihn wohl kaum psychisch verkrüppelt oder gestört hat. Wahrscheinlich hat er es sogar genossen. Welcher Junge würde das nicht mit seiner scharfen Lehrerin machen?
        Mädchen wiederrum denken da doch ganz anders: Sobald jemand aggressiv in sie eindringt, leiden sie viel mehr darunter.
        Im Grunde wiederhole ich nur alles, was schon gesagt wurde ^^

         
      • Bebu

        19. Januar 2010 at 22:19

        „Welcher Junge würde das nicht mit seiner scharfen Lehrerin machen?“
        –> Guck dir mal das Bild im verlinkten Artikel an. Scharf ist für mich etwas anderes.
        (Wobei… für eine von der Insel ist das wahrscheinlich noch guter Durchschnitt. ;-) )

        „Mädchen wiederrum denken da doch ganz anders: Sobald jemand aggressiv in sie eindringt, leiden sie viel mehr darunter.“
        –> Das stimmt sicherlich. Nur wurde der Junge aggressiv zum Sex gezwungen?

        Für einen Vergleich der Geschlechtsabhängigkeit muss man dann schon die anderen Rahmenbedingungen gleich lassen.

         
  10. amiafool

    19. Januar 2010 at 22:05

    vermutlich weil jeder junge im erwachsenwerden schon mal in der nacht erwacht ist weil er davon geträumt hat seine strenge lehrerin vernascht zu haben…

    aber jetzt im ernst. da die dinge ja im einvernehmen passiert sind finde ich eine lebenslange haftstrafe schon eher drakonisch und glaube auch kaum dass dies auch voll ausgenutzt wird.

    warum es einen unterschied zwischen jungen und mädchen gibt? Ich denke da der zu werdende mann von beginn seiner pupertät an darauf „programmiert“ ist sich fortzupflanzen und das möglichst oft.
    wobei man wenn man an ein zwölfjähriges mädchen denkt, sich vorstellt eine kleine unschuldige barbypuppe vor sich zu haben.

    mir persönlich fällt es auch schwer mir vorzustellen dass ein 36jähriger mann mit einem 12jährigen mädchen schläft. ob das daran liegt dass ich ein mann bin oder dass ich von der ethikvortsellungen der gesellschaft so geprägt wurde weiss ich nicht so genau. vermutlich beides.

    und ich muss sagen ich hätt als 12jähriger auch nix gegen eine 36jährige einzuwenden gehabt.genausowenig wie jetzt. aber ich bin halt auch nur ein mann.. :)

     
  11. derautor

    19. Januar 2010 at 22:43

    Ihr neigt dazu, euch den Sex zwischen einem 36-jährigen Mann und einer Zwölfjährigen als Vergewaltigung vorzustellen. So funktioniert das aber nicht, weil man das Dilemma nicht verändern darf. Wir haben es mit freiwilligem Sex zu tun, genau wie in dem Beispiel mit Frau und Jungen.

     
  12. Michael

    19. Januar 2010 at 23:04

    Da kein scheinbar kein Schaden entstanden ist halte ich das ganze eigentlich für unproblematisch.
    Geistige Reife am Alter festmachen zu wollen halte ich sowieso für bedenklich, besonders wenn es so scharfe Grenzen wie in den meisten Gesetzen dieser Welt gibt.

    Wobei man meiner Meinung aber durchaus vom älteren Teil der Beziehung verlangen könnte das er/sie gewissen Informationspflichten nachkommt.

    Evtl. auch interessant wäre es einen Art informationellen Treuhanddienst einzurichten. Bei dem Quasi der minderjährige Teil der Beziehung sein Einverständnis erklären kann, evtl. erst nach einem Reife/Implikationstest. (Es geht meine Eltern schließlich nichts an mit wem ich schlafe, egal ob minderjährig oder nicht. Und da wir in solchen fällen durchaus ein Veto der Eltern erwarten können eben der Treuhanddienst. Schließlich sind auch Abtreibungen ohne Einverständnis der Eltern möglich…)

     
  13. celine

    19. Januar 2010 at 23:56

    Interessant, ich denke auch dass es ein Unterschied ist, von wegen der Geschlechter und dass sich das auch im Urteil zeigen wird, wäre interessant wenn man davon hören würde wenn es soweit ist.

    Abgesehen davon, ist da noch die Sache mit dem Alkohol und, dass man aus einem kurzen DailyMail-Artikel kaum erschließen kann, was wirklich passiert ist.

    In jedem Fall halte ich es für richtig, dass Kinder durch Gesetze besonders geschützt werden und das kehrt sich ja auch nicht um, weil in einem speziellen Fall der Schutz nicht notwendig war.

    Ich denke in solchen Beziehungen steckt einfach ein so großes Missbrauchspotential, dass es absolut gerechtfertigt ist, sie zu verbieten. Und dass es für diese Art Straftat lebenslänglich geben kann, deutet ja darauf hin, dass für anders gelagerte Fälle geschaffen wurde.

     
    • celine

      20. Januar 2010 at 09:57

      Möchte noch anmerken, dass es wohl stimmt was einige hier schreiben. Bei einvernehmlichen Sex spielen die Geschlechter letztendlich keine Rolle.
      Es ist also kein moralisches Dilemma, sondern ein rechtliches und zwar für die beiden Beteiligten, besonders für den älteren Part.
      Tja, die Welt ist ungerecht…

       
  14. Sam

    20. Januar 2010 at 05:21

    Was für mich wieder auffällt, sind die veraltete und unpassenden Gesetze. :-( (

     
  15. Der mit dem Glauben tanzt

    20. Januar 2010 at 07:22

    Wah, hab mir grad den Artikel angeschaut mit dem Foto der Lehrerin. Verbietet so etwas oO

     
    • Sigrid

      20. Januar 2010 at 08:29

      Allerdings, der Junge kann froh sein, dass ihn die Frau nicht in der Hitze des Gefechts niedergewalzt hat :-)

       
  16. Stefan

    20. Januar 2010 at 08:19

    Ethisch gesehen, ist es egal wie alt die Partner sind (vorausgesetzt sie besitzen genügend Reife und Wissen für eine „gesunde“ Partnerschaft.)

    Das Problem sehe ich darin, dass die Reife etc. schwer festzustellen ist, vor allem weil die Frau z. B. sicher nicht vorhatte erst ein Gutachten zu erstellen…
    Der ältere Partner hätte es meist leicht den jüngeren zu benutzen etc.
    Ich würde mal vorsichtig behaupten dass das in diesem Fall nicht der Fall war!

     
    • Stefan

      20. Januar 2010 at 08:22

      PS: Wie die Geschlechter verteilt sind spielt für mich nicht die geringste Rolle!!!

       
  17. Lebrac

    20. Januar 2010 at 08:51

    Ich sehe kein „ethisches Dilemma“, wenn zwei Menschen Sex miteinander haben und es beiden offenbar auch Spass macht.

     
    • Greg

      20. Januar 2010 at 11:02

      Das Dilemma besteht darin, dass ein Gericht kaum sicher feststellen kann, ob (stets) Einvernehmlichkeit vorherrschte. I.d.R. ist der Erwachsene in der Lage, Einschüchterung o.a. Methoden zu verwenden – ob beabsichtigt oder nicht – so dass das Kind schließlich „einverstanden ist“. Außerdem ist Minderjährigen oft noch keine hinreichende Urteilsfähigkeit zuzutrauen, was gut für sie selbst ist – u.a. darum ist für sie vieles halt verboten!

      Ach ja, generell finde auch ich, dass beide Fälle strafbar sein sollten, Mf aber härter sanktioniert als Fm. ; Wichtigste Gründe:
      -penetriert werden > penetrieren
      -größere Chance der Einschüchterung (ergo geringere Chance der Freiwilligkeit)
      -Schwangerschaft-/Verletzungsrisiko für Mädchen

       
      • Lebrac

        20. Januar 2010 at 14:49

        Du musst ja Kinder für ziemlich blöd halten,wenn Du der Auffassung bist, man müsste sie vor ihrer eigenen Sexualität schützen. Ein Kind kann sehr wohl selbst entscheiden, und dies auch verständlich äußern, wenn es etwas nicht mag.

         
      • Bebu

        20. Januar 2010 at 15:43

        „Außerdem ist Minderjährigen oft noch keine hinreichende Urteilsfähigkeit zuzutrauen, was gut für sie selbst ist – u.a. darum ist für sie vieles halt verboten!“
        –> Stimmt. Ist mir gerade neulich aufgefallen, als ich das Schild „Betreten erst ab 18 Jahren“ an unserer Dorfkirche gesehen habe.

         
  18. Bert

    20. Januar 2010 at 16:29

    Von den Körpern her gesehen geht fast alles.

    Ich denke aber, daß es nicht um eine Reife des Körpers geht, sondern um die Reife zu entscheiden und für die Entscheidungen einzustehen, was ich Kindern mit 12 Jahren abspreche, aus Schutzgründen.

    Die Frau hat mit 36J. dem Bübchen was gegeben, was er nicht tragen kann, egal ob es schön war.

    Alte Ochsen und Kühe haben bei Hasen nichts zu suchen.

     
    • Anmibe

      20. Januar 2010 at 17:38

      > Die Frau hat mit 36J. dem Bübchen was gegeben, was er nicht tragen kann, egal ob es schön war.
      Woher nimmst Du diese Sicherheit?
      Hätte er es tragen können, wenn er 200 Mal Sex mit einer 13jährigen gehabt hätte? (Übrigens, in diesem Falle ist der Ochse wohl ein echter Stier)
      Woran erkennt man „Reife zu entscheiden“? Wieso soll die gerade mit 18 gegeben sein und woanders erst mit 21? Aber wenn geheiratet wird bereits mit 16?

       
      • Bert

        20. Januar 2010 at 17:44

        Weil man Kinder einfacher manipulieren/prägen kann als Erwachsene.
        Wenn Teens mit Teens was machen, na viel spaß.

        Klar Ochse ist ein ehemaliger Stier.

         
  19. celine

    20. Januar 2010 at 16:37

    @Lebrac Dann ist Kinderarbeit für dich auch ok, weil Kinder sich ja wohl selbst entscheiden können, ob sie lieber zur Schule oder zur Arbeit gehen wollen? Kombiniert, der legale Kinderstrich würde in Reichweite rücken…

    Kinder müssen nicht vor ihrer eigenen Sexualität, sondern vor der von Erwachsenen geschützt werden. Es gibt meistens genügend Gleichaltrige, mit denen sich Kinder ausprobieren können und eine solche Geschichte, wie in dem Artikel, wäre wohl auch ohne entsprechende Gesetze eher die Ausnahme.

    Das Kinder besonderen Schutz brauchen steht für mich außer Frage, und zwar in allen Bereichen in denen sie noch nicht voll entwickelt sind. Das ein Gesetz für so einen dynamischen Prozess zwangsläufig nicht perfekt sein kann ist klar, spiegelt sich aber auch in einem entsprechenden Ermessungsspielraum der Gerichte wieder.

    Wir leben nicht in einer idealen Welt, ohne Gesetze kommen wir nicht aus.

     
    • Bebu

      20. Januar 2010 at 17:19

      „Das Kinder besonderen Schutz brauchen steht für mich außer Frage, und zwar in allen Bereichen in denen sie noch nicht voll entwickelt sind.“
      –> Warum toleriert, ja quatsch, warum fördert unsere Gesellschaft dann aktiv den geistigen Missbrauch von Kindern? Taufe, religiöse Beschneidung & Co sind legale Akte, Religionsunterricht in Schulen und Kindergottesdienste werden nicht als anstößig empfunden, … (Liste lässt sich noch erweitern).

       
      • Bert

        20. Januar 2010 at 17:38

        Beschneidung ist auch ein Akt der Gewalt, ja!
        Taufe … naja, ist wohl ein Relikulturgewalt wie Ostereiersuchen, gewiß nicht erstrebenswert, aber doch nicht soo mit sexueller Gewalt in versch. Formen und deren Prägung vergleichbar.

        Ich weiß zumindest nicht, daß ich je getauft wurde.

        Eher Manipulierung v. Kindern über Jahre durch nahe stehende Menschen, mit der Zielrichtung, daß diese Priester, Nonne werden um besser für die Oma zu beten.
        Die merken ja auch nicht oder nicht sofort wie Ihnen geschah und mit 36 Jahren drehen die durch oder werden Papst.

         
      • celine

        20. Januar 2010 at 18:26

        @Bebu Richtig, es ist immer Raum da um sich zu verbessern :)

         
    • Lebrac

      21. Januar 2010 at 12:53

      Sie dürfen natürlich auch weiterhin Ihre Kinder in ihrer sexuellen Entwicklung behindern, dabei aber glauben, dass es der „böse schwarze Mann“ ist, vor dem Sie sie bewahren wollen.

       
      • celine

        21. Januar 2010 at 15:36

        Nicht dass der falsche Eindruck entsteht, ich weiß nicht wie streng die Gesetze in England sind, wo dieser Fall ja angesiedelt ist.

        In Deutschland darf ein Erwachsener mit einem 14jährigen Jugendlichen Sex haben. Vielleicht sollte man diese Grenze noch um ein Jahr senken, aber letztendlich werden auch bei 14 Jahren nur sehr wenige Jugendliche eingeschränkt.

        Wenn die Grenze dagegen bei 16 oder 18 Jahren läge, wäre ich voll auf Ihrer Seite.

        Aber vielleicht haben Sie auch recht und ich fürchte mich ganz umsonst um unsere Kinder.

         
  20. Anmibe

    20. Januar 2010 at 17:28

    Menschen sollten nur dann gemaßregelt werden (bestraft, beahndelt u.ä.) wenn durch sie ein Dritter Schaden genommen hat. Das man mit sexuellen Handlungen an Kindern Schaden anrichten kann, steht außer Frage, aber daß bedeutet nicht automatisch, daß wenn Kinder Sex haben ein Schaden angerichtet wird. Soweit man das im vorliegenden Falle beurteilen kann, wurde der Junge wohl nicht gezwungen, nicht entführt u.ä. Auch die Andeutung einer Bezahlung (a pair of trainers) zum 100. Mal Sex erscheint mir nicht wirklich überzeugend. Der Junge hat in Chat-Rooms damit geprahlt. Etwas anderes scheint mir hier gegeben. Es könnte eine sexuelle Hörigkeit gegeben sein, fragt sich nur auf welcher Seite. 10 Monate Beziehung und 200 Mal Sex bedeutet rund täglich von Mo-Fr! Das ist eine reife Leistung. Zu beachten ist auch, daß die Dame alles im Tagebuch notiert hat, wie ein Backfisch! Meines Erachtens ist sie durchaus ein Fall für den Psychologen, aber einsperren, gar lebenslänglich hielte ich persönlich für falsch, gar grausam.
    Unabhängig von diesem Fall hier, erscheint mir die Entwicklung der Gesetzgebung zur Sexualität mit großen Schritten rückwärts zu laufen, insbesondere verursacht durch US-amerikanischen Einfluss der Evangelikalen im konservativen Umfeld (Stichworte v. d. Leyen, Frau Guttenberg u.a.).

     
  21. Bert

    20. Januar 2010 at 17:57

    „Meines Erachtens ist sie durchaus ein Fall für den Psychologen, aber einsperren, gar lebenslänglich hielte ich persönlich für falsch, gar grausam.“

    Was ist mit der Gleichheit von Mann und Frau,auch vor dem Gesetz?

    US-Einfluß/Leyen&Co., da stimme ich Dir voll zu!

     
    • Anmibe

      20. Januar 2010 at 21:44

      >Was ist mit der Gleichheit von Mann und Frau, auch vor dem Gesetz?
      Das Prinzip Gleichheit vor dem Gesetz bezieht sich weniger auf Mann und Frau, als das unabhängig von der Person gleiche Fälle gleich beurteilt werden sollen. Der Unterschied scheint subtil, aber es muß geklärt werden, ob FM identisch ist mit MF. Ein Erwachsener sollte bspw. die Folgen einer Schwangerschaft einschätzen können, aber ist sich ein 12jähriges Mädchen dessen vollumfänglich bewußt? Ist hier nicht der Mann wirklich in der Verantwortung?
      Zugegebenermaßen wohnen hier zwei Seelen in meiner Brust. Ich war immer der Meinung, daß Sex i.O. ist, solange alle Teilnehmenden dem in freier Entscheidung (ja ich weiß: Problem Willensfreiheit, aber andere Baustelle) zustimmen. Insofern halte ich alle Gesetze die dies Regeln wollen zunächst für falsch. Andererseits halte ich eine Beziehung von bspw. 12jährigen zu 36jährigen mindestens für, nunja, suboptimal. Einfach unbeachtet durchgehen lassen ist sicher falsch, ich habe aber trotzdem ein Problem mit dieser Wegsperrmentalität. Wohlgemerkt wir reden hier nicht Gewaltanwendung gegen Personen (jedweden Alters).

       
      • Bert

        20. Januar 2010 at 22:00

        Mit dem Urteil bin ich auch nicht einverstanden, mir ging es nur um eine Gleichbehandlung von vergleichbaren Taten von Frauen und Männern.
        Diese sollte man auch ruhig vergleichen können. Niemand sollte ein Bonus- oder ein Minuspunkt geerbt haben, als Schicksal.
        Ein vereidigter Richter möchte aber auch nicht sein.

         
  22. Bert

    20. Januar 2010 at 22:59

    Neulich im TV: ein afghanischer Vater verkauft seinen Sohn ca. 10J. an eine reiche Frau.
    Sie wollte eindlich einen Sohn, der Vater Geld.
    Der Sohn … wenn er Glück hat landet er nicht im Puff.

    Das ist jetzt nicht „diese“ Freiwilligkeit wie beim obigen Thema, aber was tut man schon in bestimmten Situationen schon freiwillig?

     
  23. gingganz

    21. Januar 2010 at 19:07

    Ich unterstelle mal Konsens, dass Kinder eines besonderen Schutzes durch Gesetze bedürfen und dass dieser Schutz um so mehr in den Hintergrund treten sollte, je mehr sich deren Urteilfähigkeit und Selbstbewußtsein entwickeln. Wenn das so ist, wird es immer einzelne grenzwertige Fälle geben, in denen die Gesetze scheinbar Unrecht produzieren und deshalb Widerspruch herausfordern. Es sollte m.E. hier, wie in vielen anderen Fällen auch, der Gedanke der Einzelfallprüfung mehr in den Mittelpunkt gerückt werden. Ein Automatismus (12-jährig= lebenslänglich) sollte m.E. mit einem modernen Rechtssystem unvereinbar sein.

     
    • Pazu

      23. Januar 2010 at 10:46

      Eine Einzelfallprüfung ist extrem aufwändig und daher wohl schwer durchführbar. Weiterhin könnte schon die rein theoretisch existierende Möglichkeit, dass ich als Erwachsener für Sex mit einem Heranwachsenden nicht bestraft werde, bestehende Hemmungen außer Kraft setzen.
      Wie bereits erwähnt, kann der Geschlechtsverkehr zwischen einem Erwachsenen und einem Jugendlichen für Letzteren zu ernsten Schäden psychischer, mentaler und körperlicher Natur führen – muss es aber nicht. Diese möglichen Folgen sind jedoch auch für den Erwachsenen im Vorfeld nicht abzuschätzen! Wie will er die tatsächliche geistige Reife und das Einverständnis des Gegenübers beurteilen? Wie soll er die Konsequenzen sicher vorhersagen können? Dies sind Variablen, die eben vor dem sexuellen Akt nicht zu bestimmen sind; eine Gefahr besteht, muss jedoch nicht Wirklichkeit werden.
      Dies muss man bei der Frage nach der Sanktionierung berücksichtigen. Also hat man zu entscheiden:
      a) Geschlechtsverkehr ErwachsenerJugendlicher wird nicht mehr generell unter Strafe gestellt (man entscheidet von Fall zu Fall, ob Schäden entstanden sind). Ein sehr liberales Recht. Allerdings läuft man Gefahr, dass eben viele Jugendliche doch Schäden aus der Beziehung bzw. dem Akt davon tragen, auch wenn dies vom Erwachsenen nicht gewünscht war und er sich eventuell sogar nach bestem Gewissen ein Bild zu machen versucht hat.
      b) Geschlechtsverkehr ErwachsenerJugendlicher wird generell verboten und unter Strafe gestellt (deren Höhe noch zu diskutieren wäre). Dies beschneidet zwar die Rechte der Beteiligten scheinbar ungerechtfertigterweise, wenn tatsächlich beide mündig sind und unter dem Aspekt der Schädlichkeit keine Bedenken auftreten würden. Dafür beschützt man die Kinder, die wirklich noch nicht reif wären.

      Ich persönlich plädiere ganz klar für b).

      Hinsichtlich der Bewertung Mf bzw. Fm halte ich aus oben bereits von Anderen genannten Gründen Mf für fragwürdiger.

       
  24. Yasmin

    22. Januar 2010 at 09:41

    Also ich fänd beides mehr oder weniger schlimm.
    Biologisch ist es doch sogar so das Jungs später zur geistigen „Reife“ gelangen als Mädchen, da die neuronalen Verknüpfungen unterschiedlich zustande kommen. Dies beweist sich z.T. darin das Jungs durchschnittlich mit 18 ihr erstes mal haben und Mädchen mit ca 15. Vielleicht hat der Junge damit angegeben um cool zu sein fand es aber währendessen furchtbar!? Jeder muss selbst wissen was er tut aber oft tut man Dinge um unseren Gesellschaftlichen Status zu verbessern oder in der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Die Frau sollte keine lebenslange Haftstrafe bekommen dass ist etwas hart aber warum bestrafen wir nicht unsere Gesellschaft?

     
  25. Triviales

    24. Januar 2010 at 07:30

    Wo kommen denn diese Zahlen her? Nur mal so interessehalber.
    Und irgendwie süß, ausgerechnet den ersten Geschlechtsverkehr als Gradmesser für geistige Reife anzusetzen ;)

    Die Frauenärzte haben da 13-14jährige in ihren Praxen sitzen, weil sie endlich die Pille verschrieben bekommen möchten. Und ich sehe eigentlich keinen Unterschied, ob der Sexpartner dann 15, 19 oder 35 ist. Was mich mit Gleichaltrigen nicht schädigt, wird mich kaum mit einem Älteren schädigen. Auch nicht im Hnblick auf die hier überwähnte Penetration. Als ob es nichts anderes gäbe und selbst wenn, ich denke jeder kennt die Diskussionen darüber, daß „er“ ja nicht gut genug bestückt sein kann, damit es ihr gefällt.

    Vertreiben wir mal jeglichen Zwang und Verletzungsgedanken aus unseren Köpfen, was bleibt dann noch für ein Vorbehalt? Die Manipulation möglicherweise und hier wird es sehr schwierig. Ich manipuliere auch, wenn ich eine Frau ins Bett will und sei es, daß ich ihr was Leckeres koche und sie massiere.
    Gibt es gute und schlechte Manipulation? Ich denke nicht. Es gibt nur ein Überschreiten von Grenzen und Ausnutzen von Schwächen. Und dies rechtzeitig zu erkennen und verantwortungsbewußt damit umzugehen, verlangt mehr Reife, als viele Erwachsene aufweisen dürften. Insofern tendiere ich auch, trotz aller Einwände meinerseits zu einer generellen Regelung bezüglich der Altersgrenzen.

    Triviales

    ps: Und, aus männlicher&eigener Perspektive, hätte ich mir gerne die Jahre des unwissenden Herumgepatsches am weiblichen Körper gespart und zugunsten einer sex. Beziehung zu einer älteren Frau eingetauscht.

     
  26. tribunusplebis

    24. Januar 2010 at 09:35

    Ich weiß nicht, was die Ethik damit zu tun haben soll, außer natürlich dem Unstand, daß der Junge nicht von Anfang an freiwillig mitgemacht hat. Es ist ethisch nicht tolerierbar, daß der Junge mit Alkohol gefügig gemacht wurde. Der Rest ist eher ein Fall für die Moralvorstellungen. Die im alten Griechenland gepflegte Knabenliebe war Teil der Kultur, erfüllte einen Zweck, die Knabenliebe wurde in der Aristokratie gepflegt, um den Jungen die Kultur des Adels, die Ansichten und Anforderungen zu zeigen und auf diese vorzubereiten. Zudem galten feste Regeln für diese Beziehung. Sich einfach einen Knaben auf der Straße ins Bett zu holen wäre auch im alten Griechenland ein Verbrechen gewesen, das Objekt der Begierde mußte umworben werden, sich freiwillig auf die Beziehung einlassen und durfte auch noch keine Schambehaarung haben. In der Antike war in der Regel mindestens ein Teil des Brautpaares
    zwischen 12 und 14, das war im römischen Reich so
    , wo die Braut die jüngere war, und bei den alten Juden heirateten beide Geschlechter in diesem Alter, was heute bedeuten würde, daß die Antike eine Hochzeit des Kindesmissbrauchs war. Aber die Ansichten waren damals nun einmal andere. Der Kult um die Jungfräulichkeit in Europa begann im Christentum auch erst, als sich Moralvorstellungen der Franken durchsetzten.

    Man kann der Sache kein „Okay!“ geben, immerhin begann alles mit einer Lüge und für die Allgemeinheit gilt, daß Kinder sich verschieden schnell entwickeln. Man kann solche Beziehungen in Ausnahmefällen tolerieren, solange bestimmte Spielregeln eingehalten werden und der Junge oder das Mädchen keine Schäden abbekommt. Aber ein allgemeines „Ja!“ sollte es nicht geben, es gibt genung Jungen und Mädchen in diesem Alter, die selbst, wenn sie in der Pubertät stecken, nicht bereit für so etwas sind, kein Interesse daran haben und lieber mit ihrer Legoburg spielen als von sexuellen Höhenflügen zu träumen.

     
  27. Kurt

    25. Januar 2010 at 14:26

    Mir wird schlecht, wenn ich diese relativierenden Kommentare hier lese. Kindesmißbrauch ist Kindesmißbrauch ist Kindesmßbrauch. Ob sexueller oder andersweitiger Kindesmißbrauch.
    Der Junge war 12. Damit ist er ein Kind. Jede gute KindesmißbraucherIn wird dem Kind einreden, daß es ES doch auch will. Das ES doch so schön ist, usw. Wenn diese Frau den Jungen zu den Kindersoldaten gezwungen hätte, wärt ihr dann auch so schmalzig mit euren Argumenten?(a la …macht ihn zum Mann, zum Kerl, wer hat als 12-jähriger nicht von einer Knarre geträumt…)
    Im übrigen ist es interessant, daß eines der Tabus unserer Gesellschaft der sexuelle Mißbrauch durch Mütter ist. Vielleicht sollten wir uns mal langsam diesem Thema stellen, auch wenn es von den Feministen nicht wohlgelitten ist und Daniel Cohn-Bendits Einlassungen (zum Ausgangsthema) von vielen goutiert werden.

     
    • derautor

      25. Januar 2010 at 14:31

      Also gibt es keinen Unterschied, ob jemand ein Kind mit vorgehaltener Waffe zum Sex zwingt, oder ob das Kind laut Eigenaussage Sex haben will und in Chatrooms damit angibt?

       
    • Bebu

      25. Januar 2010 at 17:07

      Ich liebe aufgebrachte Deontologen. Bei denen ist immer alles so schön einfach.

       
 
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