
…darüber in Kenntnis setzen, warum sie eigene Feiertage fordern. Meine lieben deutschen Mitbürger jeden Aberglaubens, ich bin überzeugt: Wir brauchen säkulare Feiertage. Keine jüdischen, muslimischen, christlichen, atheistischen oder welche von Tatooine.
Es ist im Grunde einfach: In einem freien Land herrscht Trennung von Kirche und Staat. Feiertage, die für alle Bürger gelten, gehören zum Staat. Das heißt, es müssen Feiertage sein, die alle Bürger anerkennen können. In den USA sind das solche wie der Unabhängigkeitstag, also ein Tag, der an ein wichtiges Datum der amerikanischen Geschichte erinnert. Wie unser Tag der Arbeit, nur eben in Amerika.
Wenn nun jede Sekte ihren eigenen Feiertag fordert, dann trägt das zur allgemeinen Ungemütlichkeit bei. Vor allem deshalb, weil eine gerechte Verteilung der Feiertage nicht stattfinden wird, da bestimmte religiöse Gruppierungen mehr Einfluss haben als andere. Aber auch, weil Atheisten garantiert keinen eigenen Feiertag bekommen, weil Gläubige meinen, dass die sowieso keine gleichen Rechte verdient hätten. Schließlich haben Atheisten keine Moral. Das ist die Erfahrung aus unserem Versuch, den Evolutionstag einzuführen. Wenn wir keinen eigenen Feiertag haben können, dann könnt ihr euch keinen haben.
Neben den Muslimen wollen nun auch die Juden einen eigenen Feiertag. Welchen?
„Das könnte Jom Kippur, das Fest der Versöhnung sein“, sagte Kramer WELT ONLINE. Wichtig sei, dass alle Kinder an diesem Tag schulfrei hätten, um sich der Bedeutung des Tages bewusst zu werden. Gleichzeitig sprach sich Kramer auch für einen islamischen Feiertag in Deutschland aus.
Alle Kinder sollen sich über die Bedeutung dieses jüdischen Festtags bewusst werden, auch wenn Kinder keine Juden sind, ebensowenig Muslime oder Atheisten, sondern einfach Kinder, die mit dieser Sektiererei in Ruhe gelassen werden sollten. Mal sehen, was Wikipedia dazu sagt, was die Bedeutung dieses Festtags ist:
Zu dieser Zeit war Jom Kippur der einzige Tag, an dem der Hohepriester – allein und streng abgeschirmt – das Allerheiligste im Tempel betreten durfte, um stellvertretend für das Volk die Vergebung der Sünden zu empfangen. Dort besprengte er die Bundeslade mit dem Blut von zwei Opfertieren. Ebenso wurde über zwei Böcken das Los geworfen.
Sollen demnach an jenem Tage alle deutschen Schulkinder die Bundeslade mit dem Blut von zwei Opfertieren besprenkeln und ein Los über zwei Böcke werfen?
Essen, Trinken, Baden, Körperpflege, das Tragen von Leder (einschließlich Lederschuhen) und sexuelle Beziehungen sind an diesem Tag verboten
Wie uns die Christen am Allerheiligen das Tanzen verboten haben, so wollen uns jetzt die Juden das Essen, Trinken, Baden, Körperpflege, das Tragen von Leder und Sex verbieten?
Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, hält nichts von Kolats Vorschlag. Christliche Feiertage hätten in der Kultur unseres Landes Vorrang, betonte Huber in der „F.A.Z“.
Nein, haben sie nicht. Das ist eine reine Machtfrage und die Machtverhältnisse ändern sich gerade. Übrigens zugunsten der Konfessionsfreien. 1/3 der Deutschen sind konfessionsfrei und haben keinen eigenen Feiertag. Und kein Mensch würde ihnen einen genehmigen. Also gibt es nur eine Alternative zu einem neuen 30-jährigen Krieg, den ich gerne selbst anfange, wenn religiöse Funktionäre die Trennung von Staat und Kirche, sowie gleiche Rechte für alle, in Frage stellen:
Säkulare Feiertage, die historische Ereignisse und die Werte des Grundgesetzes feiern und auf die sich alle Bürger einigen können.












Vielleicht habe ich es hier schon irgendwo gesagt, aber ich habe dazu folgende Sicht:
Es sollte keinerlei gesetzliche Feiertage nach aktuellem Modus geben, d.h. nicht „alle“ haben automatisch an Tag X frei. Vielmehr solltem jedem Bürger zusätzlich zu den bisherigen Urlaubstagen eine bestimmte Zahl an Tagen, z.B. 10, gesetzlich garantiert werden, die er dann entsprechend seiner Weltanschauung oder Religion auf bestimmte Tage legen kann. An diesem muss ihm sein Arbeitnehmer (ja, ich weiß es heißt offiziell Arbeitgeber…) dann auch frei geben. Außer es stehen einer Freigabe besonders wichtige Gründe (z.B. Arzt im Krankenhaus, o.ä.) entgegen. Diese müßte man dann im Gesetzgebungsprozeß genauer definieren oder wenigstens skizzieren.
Ob das in der Praxis wirklich so leicht funktioniert, kann ich nun leider nicht beurteilen. Schwierig könnte es z.B. werden, wenn an bestimmten Tagen eine kritische Menge an Personal fehlt, wodurch ein normaler Arbeitsbetrieb mit dem Restpersonal nicht möglich ist.
Ggf. könnte man dies dadurch umgehen, dass sich Unternehmen entweder zu einer Weltanschauung bekennen, womit die Feiertage quasi festgelegt wären (Härtefallausnahmeregeln für Nichtgläubige müßten trotzdem irgendwie noch möglich sein). Oder das Unternehmen setzt für bestimmte Feiertage fest, dass diese genommen werden müßten.
Für Feiertage in einem Land gilt eine gewachsene Tradition. Private Feiertage, die sich jeder selber aussucht, sind keine gute Idee. Mich erinnert das an die Zeit der französischen Revolution, als eine Neuordnung der Woche mit 10 Wochentagen eingeführt wurde. Lauter nette revolutionäre Ideen, leider völlig fern von den Bedürfnissen und Wünschen der Menschen.
Nicht nur die Geschäftsleute, die an Weihnachten ihre Hauptumsätze machen, auch die große Mehrzahl der Deutschen insgesamt würde die Abschaffung dieses Festes nicht begrüßen, und das gilt auch für die anderen traditionellen Feiertage, die für viele ihre religiöse Bedeutung längst verloren haben. Aber deswegen will sie keiner abschaffen außer der Industrie, die natürlich die Reduzierung arbeitsfreier Tage begrüßt.
Lasst doch die christlichen Kirchen ruhig unser aller Geschäft betreiben! Sie erhalten uns die Feiertage, und wir gehen in die Kneipe statt in die Kirche (zum Beispiel).
Ja, lasst uns von mir die Feiertage erhalten.
Aber lasst uns auch ihren religiösen Unfug aus dem Gesetz streichen.
Ich hatte mich schon als Teenager darüber aufgeregt, dass ich z.B. an einem Karfreitag nicht tanzen durfte.
Das ist eine absolute Frechheit das die Kirche uns derart Befehle erteilen kann.
„Für Feiertage in einem Land gilt eine gewachsene Tradition. “
–> Das ist inwiefern ein Argument? Nur weil etwas lange besteht, ist es weder zu erhalten, noch abzuschaffen.
„Private Feiertage, die sich jeder selber aussucht, sind keine gute Idee. “
–> Warum? Warum muss ich mich als Nichtchrist an den sog. stillen Tagen an ein Feierverbot halten? Warum muss ich überhaupt an christlichen Feiertagen nicht arbeiten und dafür vielleicht an Tagen, die ich lieber feiern würde?
„Mich erinnert das an die Zeit der französischen Revolution, als eine Neuordnung der Woche mit 10 Wochentagen eingeführt wurde. Lauter nette revolutionäre Ideen, leider völlig fern von den Bedürfnissen und Wünschen der Menschen.“
–> Und diese scheinbar angeborenen Bedürfnisse und Wünsche aller Menschen kennst natürlich du? Sehr komisch…
Wenn du meinen Beitrag richtig verstanden hättest, wäre die klar, dass es durchaus weiterhin möglich ist, dass Menschen die sich an einen Feiertag X gewöhnt haben, diesen auch weiterhin begehen. Nur andere Menschen, die diesen Feiertag nicht begehen wollen, müssen dies dann nicht.
Sollte es in der Praxis dazu führen, dass 99 von 100 Mitarbeitern eines Unternehmens Feiertag X feiern wollen und nur eine Person nicht, müßte diese ggf. an diesem Tag Überstunden abfeiern, notfalls einen Urlaubstag nehmen oder im schlimmsten Fall einen ihrer gesetzlich garantierten, frei belegbaren Feiertage.
„Nicht nur die Geschäftsleute, die an Weihnachten ihre Hauptumsätze machen, auch die große Mehrzahl der Deutschen insgesamt würde die Abschaffung dieses Festes nicht begrüßen, und das gilt auch für die anderen traditionellen Feiertage, die für viele ihre religiöse Bedeutung längst verloren haben.“
–> Ich schrieb nicht, dass der Staat verbieten soll, diese Tage „Weihnachten“ zu nennen oder wie Menschen sie bezeichnen wollen.
Was ich nur verlange ist, dass in einem Land, in dem Staat und Kirche getrennt sind, der Staat nicht vorschreibt, an welchen religiösen oder einst religiösen Tagen gefeiert wird.
Wenn dann die einzelnen Bürger diesen Tag begehen wollen, können sie das natürlich weiterhin tun. Sie können dann auch noch weiterhin einen riesigen Batzen an Geld für Geschenke in Geschäften verballern.
(Das Argument mit den Hauptumsätzen durch die Weihnachtszeit ist meiner Meinung nach übrigens vollkommen belanglos in dieser Frage. Denn sonst müßte man im Umkehrschluß einen ähnlichen Kaufrauschfeiertag zweimal oder gar viermal im Jahr veranstalten, wenn man denn den Einzelhandel stärken wollte.)
„Aber deswegen will sie keiner abschaffen außer der Industrie, die natürlich die Reduzierung arbeitsfreier Tage begrüßt.“
–> Was ich meines Wissen nicht gefordert hatte…
„Lasst doch die christlichen Kirchen ruhig unser aller Geschäft betreiben! Sie erhalten uns die Feiertage, und wir gehen in die Kneipe statt in die Kirche (zum Beispiel).“
–> Letzteres kannst du an sog. stillen Tagen wahrscheinlich auch nur mit Einschränkungen.
Davon abgesehen kann ich nicht erkennen, warum wir einer der größten Verbrecherorganisationen aller Zeiten und Verbreiter geistigen Terrorismus hier die Entscheidungsgewalt übertragen sollten.
Was prädestiniert sie dazu, was ich nicht selbst für mich entscheiden könnte?
Davon abgesehen: Es geht doch auch gar nicht nur um Weihnachten oder wie man es nennen will. Es gibt einen ganzen Strauß an absurden Tagen übers Jahr verteilt: Ostern, Pfingsten, Buß-u. Bettag (mittlerweile nicht mehr frei), Fronleichnam
Ich habe stets folgende Antwort gegeben als mir Christen sagten, dass eine Abschaffung der Feiertage nicht vertretbar sein können:
„Aus statistischer Sicht, wäre es sinnvoll jeden Monatsersten frei zu geben.“
Dies hätte gleich 2 Vorteile:
1.) Man weiß immer genau wann ein Feiertag ist, selbst wenn man keinen Kalender hat und nicht gerade zu dumm ist das aktuelle Datum zu kennen.
2.) Es wären Exakt 12 und Neujahr und der Tag der Arbeit werden ohnehin am 1. gefeiert.
Darauf wusste man nur zu erwiedern, dass man in Bayern mehr als 12 Feiertage habe…
Bei solchen Vorschlägen aus der Retorte wird meistens vergessen, dass die traditionellen Feiertage einen gewachsenen Ursprung haben. Um noch mal das Beispiel Weihnachten zu nehmen, es ist natürlich ursprünglich kein christliches Fest, sondern es beruht auf dem Jahresrhythmus, es ist die Wintersonnenwende. Der kürzeste Tag und die längste Nacht. Dass es im Christentum zum Geburtstagsfest des Jesuskinds umgewidmet wurde, war kluge Kirchenpolitik. Die heidnische Welt feierte da nämlich den Geburtstag des Mitras. Ihn hatten römische Soldaten in der Provinz Persien kennengelernt, und sein Kult verbreitete sich überall im römischen Reich. Sogar in Deutschland (damals Germanien) gab es Mitrastempel, z. B. heute noch erhalten in Badenweiler.
Ende Dezember wird einfach die Sonne wiedergeboren, und Menschen feiern solche Naturfeste, nicht aber den Monatsersten. Weil auch die christliche Kirche diese Feste nicht einfach ausrotten konnte, besetzte sie sie klug um. Die ist nämlich in manchem praxisnäher als rationaldenkende Reformer.
Ein „Feiertag“ ist nicht dasselbe wie ein willkürlicher „freier Tag“. Es sollte schon etwas Gemeinsames zu Feiern geben, das auch einen freien Tag rechtfertigt.
Und da sich gerade, wie Andreas schön ausführt, die Verhältnisse ändern, sollten zunächst mal die christlichen Feiertage abgeschafft werden.
Wer jetzt nach Ausgleich brüllt, hat eigentlich nur Angst um ein bisschen Freizeit. Aber im Ernst: Ein paar Tage mehr arbeiten ist es mir persönlich wert, wenn dadurch der Einfluss der Kirche auf Staat und Gesellschaft schrumpft.
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PS: So’n Mist! Ich habe schon seit Wochen Ideen für einen ganz ähnlichen Artikel im Kopf, habe bislang aber keinen passenden Einstieg gefunden. Da war der Feuerbringer schneller ;o)
„Bei solchen Vorschlägen aus der Retorte wird meistens vergessen, dass die traditionellen Feiertage einen gewachsenen Ursprung haben.“
–> Also das Universum und auch die Menschheit kam über einen großen Zeitraum ihres Bestehens sehr gut ohne diese Tage aus. Deshalb verstehe ich einfach nicht, was mir „Tradition“ oder „gewachsenen Ursprung“ als Argument zugunsten des Status quo sagen soll?
Wieso ist es relevant, dass Person X weiß, dass der gerade gefeierte Tag Y auch von fast allen anderen Personen in seinem Land zwangsweise „gefeiert“ wird und wieso scheint es kein Problem zu sein, wenn Tag Y in Nachbarland Z nicht gefeiert wird?
@AndreasK
„Wer jetzt nach Ausgleich brüllt, hat eigentlich nur Angst um ein bisschen Freizeit. Aber im Ernst: Ein paar Tage mehr arbeiten ist es mir persönlich wert, wenn dadurch der Einfluss der Kirche auf Staat und Gesellschaft schrumpft.“
–> Dieses Vorhaben wird meiner Meinung nach schwieriger umzusetzen als mein Vorschlag.
Denn wenn du freie Tage komplett abschaffen willst, hast du auch all diejenigen gegen Dich, die überhaupt nicht christlich sind, aber einfach freie Tage behalten wollen.
Da es scheinbar Menschen gibt, die aufgrund absurder Regeln absurde Tätigkeiten in absurder Regelmäßigkeiten [alles wertend gemeint] an relativ willkürlichen Zeitpunkten veranstalten wollen, sehe ich kein Problem darin, wenn wir als Staat diesen Menschen die Möglichkeit erleichtern, diesem nachzugehen, indem wir eine bestimmte Zahl an frei verfügbaren Feiertagen gesetzlich garantieren.
@bebu: Wahrscheinlich hast du recht, vor allem was das Beschwichtigen der … öhm … absurd handelnden Masse betrifft (zu der wir zwei Ratiogeschöfpe ja glücklicherweise nicht gehören).
Dein Vorschlag ist näher an der Praxis als meine grundsätzliche Einstellung. Die braucht es aber zunächst, um religiös motivierte Feiertage überhaupt abschaffen zu wollen. Ich finde die Saceh mit den Urlaubstagen sogar richtig gut, weil: Ich bin in deinem Wortsinn „Arbeitgeber“ ;o)
Einer Umstellung von heute auf Morgen steht also rational gesehen auch eigentlich nichts im Weg: Alle religiösen Feiertage raus, gesetzliche Feiertage um X erhöhen, das dumme arbeitende Volk hat nix verloren, fertig ist die Kiste! Ist doch ganz einfach!
Oder?
Was soll uns das jetzt sagen?
Ich halte nichts von Kulten. Außer Weihnachten hätten sie auch kein anderes Beispiel nehmen können, eventuell noch Ostern, das auch Fruchtbarkeitsfest war. Die anderen „erwachsenen Kultheiligungen“ wie Fasching z.Bsp. sind auch KEINE Feiertage.
Und der Sonntag muß weg! Denn am siebten Tag…
hab mangels zeit jetzt nur mal überflogen, wobei mir aufgefallen ist, daß die Mehrheit hier „Feiertag“ mit „freier Tag“ gleich setzt.
Frei sollte man eigtl. am Tag nach dem Feiern haben um ordentlich auskatern zu können
Aus ähnlichem Grund ergibt es keinen Sinn, Kindern an irgendwelchen Tagen Schulfrei zu geben (auf den Jom-Kippur-Vorschlag bezogen: was BRINGT es in irgendeiner Form an (inter-)kultureller Bildung, daß die lieben kleinen ausschlafen können?)
und was „säkulare“ Feiertage angeht: Was ist mit dem Ersten Mai?
Was ist mit dem Dritten Oktober?
Was ist mit dem Männer-fahren-fahrad-und-besaufen-sich-tag eine Woche nach dem WGT?
(Wenn das zu wenig ist, dann könnten wir auch noch BRD-Gründung 23. Mai und Mauerfall 9ter Nov. dazunehmen.)
PS: von wegen „absurd handelnde Masse“: kann ich nur gratulieren, so viel Eigendünkel muß man sich sicherlich sehr hart antrainieren um zu vergessen, daß es nichts un-ab-sur-des gibt.
Jepp, genau das wollte ich durch die Blume sagen.
^^ pech, daß ich ausgerechnet DIE Sprache nicht verstehe…
Nee, ich denke, es lag in diesem Fall eher am „mangels zeit überfliegen“, sonst hättest du wohl auch die Anmerkung mit den „freien Tagen, die keine Feiertage sind“, nicht nochmal gebracht.
Aber um cool rüberzukommen, war die Antwort klasse ;o)
Ich fand gerade die hier beanstandete Bemerkung hilfreich, dass Feiertage und arbeitsfreie Tage nicht dasselbe sind.
Alle Vorschläge hier sind sicher gut gemeint, aber gut gemeint ist bekanntlich nicht dasselbe wie gut.
Schlagt doch einfach mal ein Wörterbuch der Volkskunde auf und macht euch erst mal ein paar Gedanken über den Sinn von Feiertagen, ganz unabhängig von Religion usw.
Der Vorschlag, dass jeder „seine“ Feiertage individuell auswählen können sollte, ist ja schon verwirklicht in Form von Urlaubstagen. Die stehen jedem gesetzlich garantiert zur Verfügung. Was hat das mit „feiern“ zu tun? An Feiertagen soll eben etwas gefeiert werden, was nicht nur ein einzelnes Individuum oder einen Familenclan interessiert.
Vielleicht ist es ja manchem besonders Vernuftbetonten entgangen, dass unsere Feiertage aus einem Gemeinschaftserlebnis entsprungen sind, egal ob sie religiösen oder säkularen Charakter haben.
Sollen wir jetzt z. B. an jedem Monatsersten deutschlandweit feiern, dass das Konto wieder voll ist? Und wo liegt das Gemeinsame bei den individuell gewählten „Feiertagen“?
Ich sage nicht, dass ich persönlich wüsste, was man in diesem Sinn zum Feiertag machen sollte, wenn man den herkömmlichen nichts abgewinnt. Aber ich bin sicher (und JA, das WEISS ich), dass die Bereitschaft, sogar mehr und länger zu arbeiten als bisher, nur jemand aufbringt, der in der dadurch erreichten Befreiung von den kirchlichen Feiertagen einen entsprechend hohen Wert sieht, dass das aber der Mehrheit der Bevölkerung am A… vorbei geht.
Viele denken auch nur an den nächsten Pfosten.
Dass das Fruchtbarkeitsfest später Kreuzigung/Zombieerstehung im April sowieso herumschwankt wie es beliebt nämlich nach dem Frühjahrsvollmond (22. März bis zum 25. April) und oder Weihnachten aka Sonnenwende am 22.Dezember gefeiert werden müsste und dann DOCH herumschwankte auf dem 25.-26. ist eine Verlegung auf den Monatsersten wesentlich SINNVOLLER, weil EINHEITLICHER.
Immer diese Pseudobegründungen. Wenn der Monatserste zu monoton ist dann kann ich den 01.01. den 02.02. den 03.03. bishin zum 12.12. anbieten, da kommt der gewisse „Pfiff“ rein, den einige hier suchen. -_-’
„Der Vorschlag, dass jeder „seine“ Feiertage individuell auswählen können sollte, ist ja schon verwirklicht in Form von Urlaubstagen. Die stehen jedem gesetzlich garantiert zur Verfügung. Was hat das mit „feiern“ zu tun? An Feiertagen soll eben etwas gefeiert werden, was nicht nur ein einzelnes Individuum oder einen Familenclan interessiert.
Vielleicht ist es ja manchem besonders Vernuftbetonten entgangen, dass unsere Feiertage aus einem Gemeinschaftserlebnis entsprungen sind, egal ob sie religiösen oder säkularen Charakter haben.“
–> Unsere Gesellschaft wird pluraler, was wiederum mehr verschiedene Weltanschauungen mit sich bringt. Diese Weltanschauungen haben oftmals verschiedene Feiertage, die sich aus verschiedenen Ursachen herausgebildet haben.
Da unser Staat offiziell selbst keine Weltanschauung hat (meiner Meinung nach hat er im GG eine die sämtlichen alten und neuen Religionen überlegen ist, aber darum geht es nicht), sehe ich nicht recht, warum wir weiterhin von Staats wegen nur die Tage offiziell zu Feiertagen machen sollten, die der Weltanschauung derer entspricht, die am Anfang der Bundesrepublik gelebt haben. Dieser unser Staat ist nicht mehr so christlich, wie er es mal war. Es kommen andere Religionen und säkulare Weltanschauungen hinzu. Weshalb sollten diese ggü. der an Mitglieder und Einfluss verlierenden Religion des Christentums benachteiligt werden?
Scheinbar sehen es diese Gemeinschaften ähnlich und fordern ja immer wieder Veränderungen bei den Feiertagen. Nachvollziehen kann ich es auch. Weshalb sollte sich z.B. ein Nichtchrist dazu genötigt sehen am christlichen Feiertag X frei zu haben, wenn er nichts zu feiern hat und am Tag Y Urlaub nehmen zu müssen, wenn er etwas zu feiern hat?
Mein Vorschlag scheint mir da der fairtes ggü. allen Interessen. Mit ziemlicher Sicherheit wären da noch viele Detailfragen zu klären. Aber zu machen wäre es.
Bis dahin dürfen/müssen sich dann alle Nichtchristen an christlichen Feiertagen, die nicht Weihnachten sind, am „tollen“ Feiertagsprogramm im Fernsehen erfreuen und den praktizierenden Christen bei ihren lustigen Paraden zusehen…
In einem säkularen Staat wie ich ihn gerne hätte, kann es gar keine religiösen Feiertage geben, nur staatliche. Also soll der Staat seine Feiertage festlegen (Neujahr, Erster Mai, Tag der deutschen Einheit) und wer darüber hinaus noch etwas zu feiern hat, muss halt Urlaub nehmen, basta! Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht.
Vieleicht könnte man die beiden großen traditionellen kirchlichen Feste Weihnachten und Ostern auch neben ihrer religiösen Bedeutung säkularisieren, also z.B. Weihnachten gleich „Tag der Familie“ und Ostern gleich Frühlingserwachenfest.
„Vieleicht könnte man die beiden großen traditionellen kirchlichen Feste Weihnachten und Ostern auch neben ihrer religiösen Bedeutung säkularisieren.“
–> Wo bin ich? Die sind doch längst säkularisiert. Da jeder das feiert und die wenigsten noch was Religiöses dabei denken, handelt es sich de facto um weltliche Feiertage. Dass die Kirchen noch denken, sie hätten was damit zu tun, ist ein verzeihlicher Irrtum von denen.
„Weihnachten gleich „Tag der Familie“ und Ostern gleich Frühlingserwachenfest.“
—> Neue Namen sind gar nicht nötig. Und bitte schon gleich nicht solche, die mich assoziativ in irgendeinen Arbeiter- und Bauernstaat versetzen.
Sie können dich mal?
Sie werden aber nicht. Ob sie Dich können oder sollen, dein Leben wird von ihren Quengeleien und dem Nachgeben des deutschen Staates betroffen sein. Ob Du willst oder nicht.
Och Kalle, jetzt lass uns doch mal hier ein bisschen rumtheoretisieren und gegenseitig die Argumente madig machen. Hier so völlig wissenschaftsfern und mirnix dirnix mit der Realität um die Ecke kommen, das ist echt nicht nett. Spielverderber, also ellich ey!
[...] als Moslems. Und ja, ich meine atheistische Feiertage, keine säkulare (also neutrale) Feiertage, wie Feuerbringer fordert. Ein Feiertag könnte [...]
Schön geschrieben!
Vor allem „Werte des Grundgesetzes feiern“, aber da denke ich hätten einige Minister etwas dagegen, denen das Grundgesetz zu unbequem ist.