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	<title>Aufklärung 2.0 &#187; Sprachwissenschaft</title>
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		<title>Aufklärung 2.0 &#187; Sprachwissenschaft</title>
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		<title>Gut sein ohne Gott</title>
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		<pubDate>Sat, 15 May 2010 15:09:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachwissenschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor Ewigkeiten hatte ich angekündigt, ich würde einen Artikel schreiben über eine Ethik ohne Gott. Da ich Atheist bin, hatte ich bislang aber keine Ethik. Zum Glück hat sich das geändert und endlich habe ich den ersten Teil einer revolutionären Artikelreihe fertiggestellt. Die zentrale Aussage: Es gibt doch eine objektive Ethik. Der naturalistische Fehlschluss (kein [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&blog=7245451&post=4515&subd=feuerbringer&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.darwin-jahr.de/evo-magazin/gut-sein-ohne-gott"><img class="alignleft" style="margin:10px;" title="Zum Artikel &quot;Gut sein ohne Gott&quot;" src="http://www.darwin-jahr.de/sites/darwin-jahr.de/files/images/ethics_Cover_US-Schulbuch.jpg" alt="" width="248" height="270" /></a>Vor Ewigkeiten hatte ich angekündigt, ich würde einen Artikel schreiben über eine Ethik ohne Gott. Da ich Atheist bin, hatte ich bislang aber keine Ethik. Zum Glück hat sich das geändert und endlich habe ich den ersten Teil einer revolutionären Artikelreihe fertiggestellt.</p>
<p>Die zentrale Aussage: Es gibt doch eine objektive Ethik. Der naturalistische Fehlschluss (kein &#8222;Sollen&#8220; vom &#8222;Sein&#8220; ableitbar) ist ein Irrtum.</p>
<p>Im ersten Teil kommt vor allem Sam Harris zu Wort. Den zweiten Teil widme ich Richard Carrier – denn er hat bereits eine objektive Ethik ausgearbeitet. Im dritten Teil bringe ich die empirischen Belege, dass wir recht haben. Und der letzte Teil befasst sich mit dem neuen Buch von Sam Harris, &#8222;The Moral Landscape&#8220;, in dem er seine Ethik formuliert und begründet.</p>
<p>Zum Artikel: <strong><a href="http://www.darwin-jahr.de/evo-magazin/gut-sein-ohne-gott" target="_blank">Gut sein ohne Gott</a></strong></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/feuerbringer.wordpress.com/4515/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/feuerbringer.wordpress.com/4515/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/feuerbringer.wordpress.com/4515/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/feuerbringer.wordpress.com/4515/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/feuerbringer.wordpress.com/4515/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/feuerbringer.wordpress.com/4515/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/feuerbringer.wordpress.com/4515/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/feuerbringer.wordpress.com/4515/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/feuerbringer.wordpress.com/4515/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/feuerbringer.wordpress.com/4515/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&blog=7245451&post=4515&subd=feuerbringer&ref=&feed=1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">derautor</media:title>
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		<media:content url="http://www.darwin-jahr.de/sites/darwin-jahr.de/files/images/ethics_Cover_US-Schulbuch.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Zum Artikel &#34;Gut sein ohne Gott&#34;</media:title>
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		<title>Ein Schritt in Richtung Gedankenlesen</title>
		<link>http://feuerbringer.com/2010/01/22/ein-schritt-in-richtung-gedankenlesen/</link>
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		<pubDate>Fri, 22 Jan 2010 22:04:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Empirische Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Soziobiologie]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit Hilfe von funktioneller Magnetresonanz-tomographie (Hirnscanner) ist es Forschern gelungen, neuronale Aktivitätsmuster bestimmten Wörtern zuzuordnen. Untersucht wurden sechzig Substantive, aber nur greifbare, zählbare und konkrete Objekte wie „Schloss“ oder „Hammer“. Das Gehirn unterscheidet die Wörter nach vier Kategorien, die bestimmten Hirnarealen zugeordnet werden können: Manipulierbarkeit (was man mit dem Objekt tut, z.B. drehen, schütteln), Essen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&blog=7245451&post=3089&subd=feuerbringer&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter" title="Psychologie" src="http://www.darwin-jahr.de/sites/darwin-jahr.de/files/images/Psychologie_und_Hirnforschung.gif" alt="" width="290" height="251" /></p>
<p>Mit Hilfe von funktioneller Magnetresonanz-tomographie (Hirnscanner) ist es Forschern gelungen, neuronale Aktivitätsmuster bestimmten Wörtern zuzuordnen. Untersucht wurden sechzig Substantive, aber nur greifbare, zählbare und konkrete Objekte wie „Schloss“ oder „Hammer“. Das Gehirn unterscheidet die Wörter nach vier Kategorien, die bestimmten Hirnarealen zugeordnet werden können:</p>
<p>Manipulierbarkeit (was man mit dem Objekt tut, z.B. drehen, schütteln), Essen (kann man es essen oder dient es zum Essen, etc.), Unterkunft (kann man sich darin verstecken oder erhält man damit Zugriff auf eine Unterkunft, etc.) und die Wortlänge, die einzige Kategorie, bei denen visuelle Eigenschaften des Objektes eine Rolle spielten. Wörter und Bilder werden also von unterschiedlichen Hirnarealen verarbeitet.</p>
<p>Am Ende konnten die Forscher mit 72%iger Wahrscheinlichkeit vorhersagen, an welches der 60 Wörter die Versuchspersonen dachten. Mit einem Computerprogramm erstellten die Forscher außerdem eine Vorhersage, welche neuronalen Aktivitätsmuster man 58 neuen Wörtern zurechnen müsse. Zu 80,1% lag das Programm richtig.</p>
<p><a href="http://www.darwin-jahr.de/evo-magazin/menge-ist-schlecht" target="_blank">Weiter zur Presseschau von evo-magazin.de</a>&#8230;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/feuerbringer.wordpress.com/3089/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/feuerbringer.wordpress.com/3089/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/feuerbringer.wordpress.com/3089/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/feuerbringer.wordpress.com/3089/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/feuerbringer.wordpress.com/3089/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/feuerbringer.wordpress.com/3089/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/feuerbringer.wordpress.com/3089/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/feuerbringer.wordpress.com/3089/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/feuerbringer.wordpress.com/3089/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/feuerbringer.wordpress.com/3089/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&blog=7245451&post=3089&subd=feuerbringer&ref=&feed=1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">derautor</media:title>
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			<media:title type="html">Psychologie</media:title>
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		<title>Duden für Alternativmedizin</title>
		<link>http://feuerbringer.com/2009/11/25/duden-fur-alternativmedizin/</link>
		<comments>http://feuerbringer.com/2009/11/25/duden-fur-alternativmedizin/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 21:10:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Duden-Redaktion behandelt Alternativmedizin in ihrem neuen Allgemeinwissensbuch gleichwertig mit &#8222;Schulmedizin&#8220;, wenn nicht sogar bevorzugt. Der Band &#8222;Was jeder wissen muss&#8220; führt alternativmedizinische Methoden auf, ohne die Frage zu stellen, wie es mit der Wirksamkeit aussieht. Der Leser könnte sogar schlussfolgern, dass Alternativmedizin die Schulmedizin ablösen wird. Wer gerne in diesen Buchläden-Erlebniscentern (z.B. Hugendubel) herumläuft, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&blog=7245451&post=2331&subd=feuerbringer&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://feuerbringer.files.wordpress.com/2009/11/was-jeder-wissen-muss.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2332" style="margin:10px;" title="Duden: Was jeder wissen muss" src="http://feuerbringer.files.wordpress.com/2009/11/was-jeder-wissen-muss.jpg?w=225&#038;h=294" alt="Duden: Was jeder wissen muss" width="225" height="294" /></a>Die Duden-Redaktion behandelt Alternativmedizin in ihrem neuen Allgemeinwissensbuch gleichwertig mit &#8222;Schulmedizin&#8220;, wenn nicht sogar bevorzugt. Der Band &#8222;Was jeder wissen muss&#8220; führt alternativmedizinische Methoden auf, ohne die Frage zu stellen, wie es mit der Wirksamkeit aussieht. Der Leser könnte sogar schlussfolgern, dass Alternativmedizin die Schulmedizin ablösen wird.<span id="more-2331"></span></p>
<p>Wer gerne in diesen Buchläden-Erlebniscentern (z.B. Hugendubel) herumläuft, dem wird vielleicht ein neues Allgemeinwissensbuch von der Duden-Redaktion aufgefallen sein: &#8222;Was jeder wissen muss&#8220;. Wie zu erwarten, besteht es aus allerlei Zahlen und Details, die kein Mensch wissen muss. Erst recht erlauben solche Werke kein tieferes Verständnis der Zusammenhänge. Allgemeinwissen an sich wird völlig überschätzt, da es sich um Wissen handelt, das die meisten Leute zwar zufällig besitzen, aber das sie oft nicht brauchen.</p>
<p>Es geht in solchen Büchern um Fragen, wie ich sie von dem Test aus einem Assessment-Center kenne: &#8222;Welcher Künstler hat sich das Ohr abgeschnitten?&#8220;. Nun, das war (angeblich, vielleicht war es auch Körperverletzung durch einen Zweiten) Vincent van Gogh, aber warum sollte man eine so nutzlose Information überhaupt besitzen müssen, nur weil sie allgemein bekannt ist? Die wirklich relevanten Dinge gehören leider gar nicht zum Allgemeinwissen, zum Beispiel:  Welchen Aussagewert haben Umfragen und Statistiken? Wie findet man heraus, ob eine Behauptung wahr oder falsch ist? Wie funktioniert kritisches Denken?</p>
<p>Doch dieses neue Allgemeinwissens-Buch ist noch schlimmer als nutzlos, denn: Alternativmedizin wird darin auf einer Ebene mit der sogenannten &#8222;Schulmedizin&#8220; behandelt. Im Eintrag &#8222;Medizin allgemein&#8220; (S. 405) erfahren wir: &#8222;Wurden Krankheiten, etwa in den frühen Hochkulturen, sehr häufig als von einer Gottheit gesandte Strafen oder Prüfungen verstanden, setzt sich seit Hippokrates die Vorstellung von natürlichen Krankheitsursachen mehr und mehr durch.&#8220; Zur Medizin allgemein gehört für Duden wohl auch die Alternativmedizin, obgleich es dieser gar nicht um natürliche Ursachen geht, sondern um Geistwesen, Karma, Seelen und anderen esoterischen Unfug.</p>
<p>Im Eintrag &#8222;Alternativmedizin&#8220; heißt es (S. 407-408): &#8222;Im Gegensatz zur modernen Medizin, die auf die körperlichen Auswirkungen von Krankheiten konzentriert ist, beziehen alternative Methoden den ganzen Menschen als Leib-Seele-Einheit in die Therapie ein. Neben der europäischen Volksmedizin stützen sich die Heilverfahren auch auf die traditionelle ostasiatische, indische und islamische Heilkunst.&#8220;</p>
<p>Es folgt die Auflistung fünf bekannter &#8222;Vertreter der Naturheilkunde&#8220;: Paracelsus, Sebastian Kneipp, Samuel Hahnemann, Edward Bach, Hildegard von Bingen. Zu Paracelsus heißt es: &#8222;In seinen Schriften bekämpfte er die Schulmedizin und löste sich von den damals anerkannten medizinischen Autoritäten. Seine Heilkunst basierte auf Erfahrung, Experiment und Beobachtung.&#8220; Und worauf basiert dann die Schulmedizin?  Über Edward Bach erfährt man: &#8222;Sieben Jahre später hatte Bach weitere 35 heilkräftige Pflanzen gefunden und die Heilkraft des Quellwassers erforscht, das für die Herstellung der Pflanzenauszüge erforderlich ist – die Bach-Blütentherapie war geboren.&#8220;</p>
<p>Was Alternativmediziner laut Duden also tun, hängt zusammen mit &#8222;Erfahrung&#8220;, &#8222;Experiment&#8220;, &#8222;Beobachtung&#8220;, &#8222;heilkräftig&#8220;, &#8222;erforscht&#8220;. Sind Alternativmediziner also die wahren Wissenschaftler? Es folgt die Auflistung der bekanntesten alternativmedizinischen Herangehensweisen, die natürlich <a href="http://home.arcor.de/eimuc/2009.pdf" target="_blank">alle wirkungslos sind</a>, was aber mit keinem Wort erwähnt wird. Der Alternativmedizin widmet der Duden ganze drei Seiten, ohne jeden kritischen Einwand.</p>
<p>Duden, das ist ein markwirtschaftliches Unternehmen, das sich einen Ruf dadurch erworben hat, uns auf Basis unnachvollziehbarer Regeln (die meine Sprachwissenschafts-Professoren deutlich kritisieren) vorzuschreiben, was &#8222;richtige&#8220; deutsche Rechtschreibung und Grammatik sein soll. Nun schreibt es uns vor, was wir wissen müssen: Dass Pseudowissenschaft gleichwertig ist mit echter Wissenschaft.</p>
<p><strong>Tipp</strong>: <a href="http://www.gwup.org/infos/themen-nach-gebiet#catid77" target="_blank">GWUP zum Thema Alternativmedizin</a><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/29c8d8b68b5544f39090f3f4645a5a13" alt="" width="1" height="1" /></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/feuerbringer.wordpress.com/2331/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/feuerbringer.wordpress.com/2331/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/feuerbringer.wordpress.com/2331/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/feuerbringer.wordpress.com/2331/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/feuerbringer.wordpress.com/2331/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/feuerbringer.wordpress.com/2331/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/feuerbringer.wordpress.com/2331/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/feuerbringer.wordpress.com/2331/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/feuerbringer.wordpress.com/2331/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/feuerbringer.wordpress.com/2331/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&blog=7245451&post=2331&subd=feuerbringer&ref=&feed=1" />]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Sprache in der Politik</title>
		<link>http://feuerbringer.com/2009/07/20/sprache-in-der-politik/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Jul 2009 21:53:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Endlich der krönende Abschluss meiner berühmt-berüchtigten Reihe über Politik aus sprachwissenschaftlicher Perspektive. Mit diesem Teil sollten meine Leser einen wirklich brauchbaren Überblick über das Verhältnis von Sprache und Politik haben. Jetzt wisst ihr also, wie man euch zu manipulieren versucht. Hier also der ganze Rest: 1. Die Funktionen des sprachlichen Zeichens Laut dem Agitationsmodell der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&blog=7245451&post=1387&subd=feuerbringer&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1388" title="Obama-Fans: Sie sind überall" src="http://feuerbringer.files.wordpress.com/2009/07/gather-the-martyrs.gif?w=470&#038;h=307" alt="Obama-Fans: Sie sind überall" width="470" height="307" /></p>
<p>Endlich der krönende Abschluss meiner berühmt-berüchtigten Reihe über Politik aus sprachwissenschaftlicher Perspektive. Mit diesem Teil sollten meine Leser einen wirklich brauchbaren Überblick über das Verhältnis von Sprache und Politik haben. Jetzt wisst ihr also, wie man euch zu manipulieren versucht.</p>
<p><span id="more-1387"></span>Hier also der ganze Rest:</p>
<p><strong>1. Die Funktionen des sprachlichen Zeichens</strong></p>
<p>Laut dem <strong>Agitationsmodell</strong> der politischen Sprache hat ein sprachliches Zeichen drei Funktionen:</p>
<p>a) Designative Komponente: Ein Wort bezeichnet Dinge und beeinflusst den Leser oder Hörer, indem es Dingen Eigenschaften zu- oder abspricht. &#8222;Demokratie&#8220; bezeichnet zum Beispiel eine bestimmte Staatsform.</p>
<p>b) Appraisive Komponente: Ein Wort bewertet ein Ding und erzeugt Vorliebe oder Abneigung dafür. &#8222;Demokratie&#8220; ist positiv bewertet.</p>
<p>c) Preskriptive Komponente: Ein Wort schreibt vor und fordert auf, es erzeugt bzw. verstärkt die Bereitschaft zum Handeln. &#8222;Demokratie&#8220; veranlasst die Menschen dazu, für diese Staatsform einzutreten.</p>
<p>Das <strong>lexikalisch-argumentative Modell</strong> dient derweil zur Analyse des Gebrauchs von Ideologiesprache. Vor allem parlamentarische Debattenreden lassen sich damit gut analysieren. Man unterscheidet:</p>
<p>Destination: Außersprachliche Gegenstände, die in der öffentlich-politischen Kommunikation thematisiert werden</p>
<p>Fundation: Politische Theorie und Philosophie</p>
<p>Motivation: Sprachliche Mittel zur Erreichung eines politischen Zieles</p>
<p>Kausation: (Historische) Begründung einer Destination</p>
<p>Konsekution: Die zu erwartenden Folgen aus der Realisierung einer bestimmten Destination</p>
<p>Damit kann man zunächst wohl nicht viel anfangen, also werde ich das lexikalisch-argumentative Modell an einem Beispiel demonstrieren, nämlich an der preisgekrönten &#8222;Rede des Jahres 2007&#8243;:</p>
<p><strong>Oskar       Lafontaine: <a href="http://www.uni-tuebingen.de/uni/nas/rede/lafontainerede.htm" target="_blank">Rede in der Debatte zum Bundeshaushaltsplan 2008</a></strong></p>
<p>Destination: Reformen, Gesetzlicher Mindestlohn, Rentenformel wiederherstellen, Dämpfungsfaktoren zurücknehmen, Gleicher Lohn für Leiharbeiter wie für die Stammbelegschaft, Erhöhung des Kindergeldzuschlags, Lebensbedingungen der Menschen verbessern, linearer Steuertarif, Spitzensteuersatz anheben, Wiedereinführung der degressiven Abschreibung, investierende Unternehmer belohnen, spekulierenden bestrafen und zur Kasse bitten, Quote der öffentlichen Investitionen anheben, Höhere Bildungsausgaben als OECD-Durchschnitt, Gegenmaßnahmen auf die Auswirkungen der amerik. Hypothekenkrise, internationaler Ordnungsrahmen, Stabilisierung der Wechselkurse, Tobin-Steuer, EZB auf Wachstum und Beschäftigung verpflichten, europäische Wirtschaftsregierung, Lohnpolitik, Investitionen und Finanzpolitik aufeinander abstimmen, Steuerharmonisierung in Europa</p>
<p>Fundation: Anspruch auf armutsfeste Rente, Land der Dichter und Denker, Völkerrecht, Gewaltverzicht, Geschichte des letzten Jahrhunderts</p>
<p>Motivation: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Rentnerinnen und Rentner, Empfänger sozialer Leistungen, 2,5 Millionen Kinder, die in Armut leben, Millionen Menschen mit niedrigen Löhnen, Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben, viele Kollegen der Koalitionsfraktionen, Diskussionen der Koalitionsfraktionen über die Erhöhung des Kindergeldzuschlags, Bildungsergebnisse von Dänemark, Finnland und Schweden, Maß der Europäischen Gemeinschaft, Vorschläge des franz. Staatspräsidenten</p>
<p>Kausation: Ausbreitung der prekären Beschäftigung, kein realer Lohnzuwachs, permanente Lohnsenkung, Mindestlohn in Frankreich, Ausbeutung, Zögerlichkeit, Handlungsunfähigkeit, Nullrunden, Preissteigerung, totales Scheitern der Rentenpolitik der Regierung, seriöse Prognosen für Armutsrenten, Rückschritt in das vorletzte Jahrhundert, sozialer Kahlschlag ersten Ranges, verfehlte Politik der Regierung, Kürzung der Bezugsdauer des Arbeitslosengelds, Durchsetzung von Hartz IV, Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, Wegnahme der Altersvorsorge, Leiharbeit, Politik der Umverteilung von unten nach oben, Leistung lohnt sich nicht mehr, Quote der öffentlichen Investitionen zu niedrig, schlechte PISA-Ergebnisse, amerik. Hypothekenkrise, Dumping an der Steuerfront, Bruch des Völkerrechts (Irakkrieg), Umbringen unschuldiger Menschen (Afghanistan)</p>
<p>Konsekution: Humanes Land, Zuversicht, Entlastung von Facharbeitern und Kleinbetrieben, Leistung muss sich lohnen, Frieden, nie wieder Krieg von Deutschland aus, mehr als 20% Armutsrenten, weitere Verarmung, keine Zuversicht</p>
<p>Parlamentsreden haben eine informativ-persuasive Sprachfunktion, dienen also der Bewusstseinsbildung (vor allem der Öffentlichkeit). Lafontaine benutzt darum mehrmals das inklusive &#8222;Wir&#8220;, um die Bevölkerung oder seine Partei miteinzuschließen, ebenso benutzt er Präsuppositionen, spricht also im Namen anderer (seiner Partei), Zwischenrufe der Linken (zustimmend) und der CDU (ablehnend) sind mehrmals zu vernehmen, es gibt auch Applaus und einige von Lafontaines Aussagen fordern ihn gezielt heraus. Einige Male greift Lafontaine zur Adression, also zur Kontaktaufnahme mit der Hörerschaft und der Kontakterhaltung (&#8222;Herr Präsident!&#8220;, &#8222;Frau Bundeskanzlerin&#8220;, &#8222;Wo leben wir eigentlich?&#8220;). Er verwendet Clausula, also appellative Sätze (&#8222;Von deutschem Boden darf niemals wieder Krieg ausgehen&#8220;) und wir finden weitere rhetorische Stilmittel wie rhetorische Fragen.</p>
<p>Stärken, Schwächen und Inhalt der Rede werden durch diese Analyse sehr deutlich. Es mangelt der Rede vor allem an der Fundation und das ist auch das Hauptproblem der Linken, wie ich das sehe. Es ist ein schrecklich plattes, allgemeines Zeug: Dichter und Denker (Klischee), Gewaltverzicht (zu allgemein), Geschichte (die man auch anders interpretieren kann) und irgendein &#8222;Anspruch&#8220; (viel zu vage). Nur das Völkerrecht hat Hand und Fuß. Kurz gesagt weiß die Linke nicht genau, wofür sie steht und warum.</p>
<p><strong>Die Konversationsmaximen</strong></p>
<p>Die Einhaltung der Konversationsmaximen ist für alle Redebeiträge empfehlenswert und sie erhöht ihre Qualität ganz erheblich. Politiker halten sich praktisch <em>nie</em> an die Konversationsmaximen (geradezu ein Naturgesetz).</p>
<p>1. Quantität</p>
<p>Mache deinen Beitrag so informativ wie (für die gegebenen Gesprächszwecke) nötig. Mache deinen Beitrag nicht informativer als nötig.</p>
<p>2. Qualität</p>
<p>Versuche deinen Beitrag so zu machen, dass er wahr ist. Sage nichts, was du für falsch hälst. Sage nichts, wofür dir angemessene Gründe fehlen.</p>
<p>3. Relation</p>
<p>Sei relevant, angemessen und adressatenorientiert.</p>
<p>4. Modalität</p>
<p>Sei klar. Vermeide Dunkelheit des Ausdrucks und Mehrdeutigkeit. Sei kurz (vermeide unnötige Weitschweifigkeit). Der Reihe nach!</p>
<p>Politiker brechen die Konversationsmaximen absichtlich und systematisch. Man spricht in diesem Fall von einer &#8222;Implikatur&#8220;, der Verletzung einer Konversationsmaxime. Das gehört zur Sprachhandlungskompetenz von Politikern.</p>
<p>Beispiel:</p>
<p>Journalist: Sie könnten sich ja ein Premiere-Abo leisten.</p>
<p>Schröder: Man muss ja nicht alles tun, was Leo Kirch will. Im Übrigen bin ich überzeugter Marktwirtschaftler: Ich gehe davon aus, dass diese Frage vom Markt entschieden wird.</p>
<p>Hier verletzt Schröder die Relevanzmaxime (es interessiert gar nicht, ob er Marktwirtschaftler ist). Das tut er aufgrund der Mehrfachadressiertheit des Interviews: Er spricht zur Öffentlichkeit, nicht mit dem Interviewpartner.</p>
<p><strong>Merkmale politischer Sprachverwendung</strong></p>
<p>1.) Öffentlichkeit: Die Rechtfertigung von im nicht-öffentlichen Raum getroffenen Entscheidungen findet öffentlich statt</p>
<p>2.) Gruppenbezogenheit: Positiv bewertete Eigengruppe gegen negativ bewertete Fremdgruppe</p>
<p>3.) Mehrfachadressiertheit / Inszeniertheit: Politiker sprechen auch zur Öffentlichkeit, nicht nur mit ihren Gesprächspartnern (z.B. in Talkshows, wo man von mehreren &#8222;Realitätsebenen&#8220; spricht)</p>
<p>4.) Konsens-/ Dissensorientiertheit: Konsens wird vor allem innerparteilich angestrebt, mit dem Gegner soll in der Regel der Zustand des Dissens aufrechterhalten werden</p>
<p><strong>Politische Handlungsfelder</strong> <strong>und Sprachfunktionen</strong></p>
<p>1.) Öffentlich-politische Meinungsbildung (Poskative Sprachfunktion)</p>
<p>Textsorten: Leitartikel, Kommentar, Aufruf, Petition, &#8230;</p>
<p>2.) Innerparteiliche Willensbildung (Integrative Sprachfunktion)</p>
<p>Textsorten: Parteiprogramm, Parteitagsrede, Gedenkrede, &#8230;</p>
<p>3.) Politische Werbung (Informativ-persuasive Sprachfunktion)</p>
<p>Textsorten: Wahlkampfrede, Wahlslogan, &#8230;</p>
<p>4.) Gesetzgebungsverfahren (Regulative Sprachfunktion)</p>
<p>Textsorten: Gesetz, Gesetzentwurf</p>
<p><strong>Das politische Lexikon</strong></p>
<p>1.) Institutionsvokabular</p>
<p>Bezeichnungen für die einzelnen Institutionen und Organisationen eines Gemeinwesens, ihre Gliederung, Aufgaben und Prozesse</p>
<p>Beispiele: Bundesrat, Parlament, Fraktion, Parteivorstand, Verfassungsschutz, Entwicklungshilfe, Bundeskanzler, Minister, Abstimmung, konstruktives Misstrauensvotum</p>
<p>2.) Ressortvokabular</p>
<p>Fachsprache des verwalteten Sachgebietes, Fachbegriffe aus der Wirtschafts-, Sozial-, Bildungspolitik, etc.</p>
<p>Beispiele: Bruttoinlandsprodukt, Konjunktur, soziale Marktwirtschaft</p>
<p>3.) Allgemeines Interaktionsvokabular</p>
<p>Beispiele: Kraftanstrengung, Kompromiss, Krise, Affäre</p>
<p>4.) Ideologievokabular</p>
<p>Symbolwörter (Miranda, Anti-Miranda) und Schlagwörter (Fahnenwörter, Stigmawörter)</p>
<p>Frieden, Freiheit, Abwrackprämie, Sozialabbau</p>
<p><strong>Funktionen politischer Metaphern</strong></p>
<p>1.) Ornamentale Funktion: Ästhetik, Klarheit und Schärfe</p>
<p>2.) Evokative Funktion: Unmittelbares Wachrufen von bestimmten Situationen im Bewusstsein des Hörers</p>
<p>3.) Konstitutive Funktion: Enge Verbindung der Metapher mit der politischen These</p>
<p>Z.B. Weg an die Macht, Netz sozialer Sicherheit, Fundament sozialdemokratischer Politik</p>
<p><strong>Die anderen Teile der Reihe<br />
</strong></p>
<p><a href="http://feuerbringer.com/2009/04/14/kann-man-glaubige-uberzeugen/" target="_blank">Kann man Gläubige überzeugen?</a></p>
<p><a href="http://feuerbringer.com/2009/07/05/sprache-und-ideologie/" target="_blank">Sprache und Ideologie</a></p>
<p><a href="http://feuerbringer.com/2009/07/06/ns-deutsch/" target="_blank">NS-Deutsch</a></p>
<p><a href="http://feuerbringer.com/2009/07/11/political-correctness-fur-mental-herausgeforderte/" target="_blank">Political Correctness für mental Herausgeforderte</a></p>
<p><a href="http://feuerbringer.com/2009/07/14/sprache-im-terrorismus/" target="_blank">Sprache im Terrorismus</a></p>
<p><a href="http://feuerbringer.com/2009/07/20/der-kampf-um-worter/" target="_blank">Der Kampf um Wörter</a></p>
<p><strong>Literatur</strong></p>
<p>Heiko Girnth (2002): Sprache und Sprachverwendung in der Politik. Eine Einführung in die linguistische Analyse öffentlich-politischer Kommunikation. Tübingen (= Germanistische Arbeitshefte; Bd. 39).</p>
<p>Im jeweiligen Artikel verlinkte Literatur</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/feuerbringer.wordpress.com/1387/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/feuerbringer.wordpress.com/1387/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/feuerbringer.wordpress.com/1387/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/feuerbringer.wordpress.com/1387/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/feuerbringer.wordpress.com/1387/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/feuerbringer.wordpress.com/1387/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/feuerbringer.wordpress.com/1387/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/feuerbringer.wordpress.com/1387/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/feuerbringer.wordpress.com/1387/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/feuerbringer.wordpress.com/1387/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&blog=7245451&post=1387&subd=feuerbringer&ref=&feed=1" />]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Der Kampf um Wörter</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jul 2009 01:36:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Politiker investieren viel Zeit und Aufwand in ein Unterfangen, dass sich &#8222;Begriffe Besetzen&#8220; oder &#8222;Kampf um Wörter&#8220; nennt. Sie besetzen Wörter für ihre Partei, sie bewerten Wörter und sie etablieren Begriffe, die Referenzobjekte in ihrem Sinne beschreiben. Zum Beispiel assoziieren wir aufgrund dieser Strategie die CSU mit &#8222;sozialer Marktwirtschaft&#8220; und die SPD mit &#8222;sozialer Gerechtigkeit&#8220;. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&blog=7245451&post=1381&subd=feuerbringer&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1382" style="margin:10px;" title="Snob. Das ist eine elitistische Sache. Würdest du nicht verstehen." src="http://feuerbringer.files.wordpress.com/2009/07/snob.jpg?w=212&#038;h=322" alt="Snob. Das ist eine elitistische Sache. Würdest du nicht verstehen." width="212" height="322" />Politiker investieren viel Zeit und Aufwand in ein Unterfangen, dass sich &#8222;Begriffe Besetzen&#8220; oder &#8222;Kampf um Wörter&#8220; nennt. Sie besetzen Wörter für ihre Partei, sie bewerten Wörter und sie etablieren Begriffe, die Referenzobjekte in ihrem Sinne beschreiben. Zum Beispiel assoziieren wir aufgrund dieser Strategie die CSU mit &#8222;sozialer Marktwirtschaft&#8220; und die SPD mit &#8222;sozialer Gerechtigkeit&#8220;.<span id="more-1381"></span></p>
<p>Zuerst dürften meine Ausführungen etwas schwer zu verstehen sein, aber ich erkläre alles im weiteren Verlaufe genau:</p>
<p>Man unterscheidet drei Arten des &#8222;Kampfes um Wörter&#8220;:</p>
<p><strong>1. Denotative Lesarten-Konkurrenz</strong></p>
<p>Die &#8222;Denotation&#8220; ist die Hauptbedeutung eines Wortes und die &#8222;Konnotation&#8220; ist die Nebenbedeutung. Eine Brücke ist zum Beispiel von der Hauptbedeutung her ein materieller Gegenstand, kann aber im Sinne der Nebenbedeutung metaphorisch verstanden werden als Mittel der Versöhnung. Es geht bei der denotativen Lesarten-Konkurrenz um die parteispezifische Besetzung von Mirandas. &#8222;Mirandas&#8220; sind positiv konnotierte Symbolwörter aus dem Ideologievokabular. Symbolwörter stehen in einer langen kulturhistorischen Tradition und haben die Funktion, die Wirklichkeit verdichtend darzustellen.</p>
<p>Mirandas sind konkret Begriffe wie <em>Freiheit</em>, <em>Gerechtigkeit</em> und <em>Solidarität</em>.</p>
<p>Um diese Begriffe für die eigene Partei zu vereinnahmen, bedienen sich Politiker dem Mittel der &#8222;denotativen Kontextualisierung&#8220;. Sie verbinden die Mirandas, die sie haben wollen, mit anderen Begriffen, wobei die Kombination mit der eigenen Partei assoziiert werden soll.</p>
<p>Diese Strategie wurde zum Beispiel im Bundestagswahlkampf 1998 von der SPD angewandt. Ihr Slogan lautete damals &#8222;Innovation und Gerechtigkeit&#8220;. Innovation wurde als Voraussetzung für Gerechtigkeit verstanden. Damit strebte die SPD eine Versöhnung ökonomischen Fortschrittsdenkens mit der sozialen Gerechtigkeit an. Wo die Vorteile liegen, ist klar: Die SPD spricht Unternehmer an, ohne ihre alte Arbeiterklientel zu verlieren.</p>
<p>Definitionen: Sie ordnen bereits konventionalisierte oder neue inhaltliche Merkmale einem Symbolwort zu. Z.B. &#8222;Soziale Gerechtigkeit ist die Frage der Verteilung; aber es ist auch die Frage der Arbeitsplätze&#8220; (Franz Müntefering, SPD). Mit Definitionen können Parteien explizit ausdrücken, was ein Begriff für sie bedeutet.</p>
<p>Eigengruppenreferenz: Eine politische Partei identifiziert sich mit einem bestimmen Symbolwort, z.B. &#8222;Da gibt es eine große Partei, die wie keine andere für den Grundwert der sozialen Gerechtigkeit steht&#8220; (Oskar Lafontaine, damals SPD).</p>
<p><strong>2. Evaluative Lesarten-Konkurrenz</strong></p>
<p>Bei der evaluativen (bewertenden) Lesarten-Konkurrenz geht es um die Bewertung von Schlagwörtern im Sinne der eigenen Partei-Ideologie. Schlagwörter (Abwrackprämie, Ökosteuer, Sozialabbau) gehören zum Ideologievokabular, sind im Unterschied zu Symbolwörtern (Freiheit, Frieden) aber kurzlebig. Man unterteilt Schlagwörter in Fahnenwörter (von der eigenen Partei positiv besetztes Schlagwort) und Stigmawörter (dient zur Herabsetzung der gegnerischen Partei).</p>
<p>Zum Beispiel war &#8222;Sozialismus&#8220; einmal ein Fahnenwort der SPD, wurde dann aber von der CDU als Stigmawort verwendet und am Ende hat sich die Verwendung als Stigmawort durchgesetzt. Nicht so beim Pazifismus, der ebenfalls Fahnenwort der SPD und Stigmawort der CDU war, nun überwiegt jedoch die Verwendung im Sinne der SPD.</p>
<p>Evaluative Kontextualisierung: Um eine positive Bewertung ihrer Fahnenwörter durchzusetzen, verbinden die Parteien die Fahnenwörter mit anderen, positiv bewerteten Begriffen, etwa Hochwertwörter aus der Alltagssprache (Stabilität, Zukunft, Fortschritt, Optimismus) oder Mirandas (Frieden, Freiheit).</p>
<p>Im Schröder/Blair-Papier von 1999 liest man zum Beispiel: &#8222;Fairneß, soziale Gerechtigkeit, Freiheit und Chancengleichheit, Solidarität und Verantwortung für andere: diese Werte sind zeitlos&#8220;.</p>
<p>Das parteieigene Fahnenwort &#8222;soziale Gerechtigkeit&#8220; wird aufgewertet durch seine Verbindung mit den Hochwertwörtern &#8222;Fairneß&#8220; und &#8222;Verantwortung&#8220;, sowie den Mirandas &#8222;Chancengleichheit&#8220;, &#8222;Freiheit&#8220; und &#8222;Solidarität&#8220;.</p>
<p>Deontische Kontextualisierung: Hier kommt eine Handlungsanweisung hinzu, zum Beispiel: &#8222;Imperativ der sozialen Gerechtigkeit&#8220;. Dieser Ausdruck will uns sagen, dass wir uns für soziale Gerechtigkeit einsetzen sollen (indem wir die SPD wählen).</p>
<p>Exemplifizierungsakte: Hier wird eine direkte Beziehung zwischen einem Referenzobjekt und dem Symbolwort hergestellt. Es soll hierdurch der Eindruck erweckt werden, dass das Symbolwort den Sachverhalt objektiv widerspiegelt, z.B. &#8222;An die Renten zu gehen ist nicht nur sozial ungerecht, nein, es ist auch unanständig&#8220; (Bernhard Vogel, CDU). Als ein Beispiel für soziale Ungerechtigkeit wird hier das Herangehen an die Renten angeführt. Hiermit will die CDU bestimmen, was sozial gerecht ist und was nicht.</p>
<p>Metaphorisierung: Dient der Veranschaulichung und Aufwertung der eigenen Position, z.B. die Weg-Metapher: &#8222;Unser Weg ist der Weg von Innovation und Gerechtigkeit, von Freiheit und Solidarität (Schröder/Blair-Papier 1999).</p>
<p><strong>3. Nominationskonkurrenz</strong></p>
<p>Zur Einleitung:<strong><br />
</strong></p>
<p>&#8222;Referenz&#8220; meint den Bezug sprachlicher Ausdrücke auf die außersprachliche Welt. Das Wort &#8222;Blumentopf&#8220; bezieht sich zum Beispiel auf einen Topf mit Erde darin, in dem Blumen wachsen. Die &#8222;Nomination&#8220; ist die wertende Form der Referenz. Man könnte sich &#8222;Unkrautsbehausung&#8220; statt dem neutralen &#8222;Blumentopf&#8220; als Nomination vorstellen. &#8222;Konkreta&#8220; sind sinnlich wahrnehmbare Gegenstände, wie eben dieser Blumentopf, und &#8222;Abstrakta&#8220; sind Dinge, die man nicht sinnlich wahrnehmen kann, wie &#8222;Freiheit&#8220; und &#8222;Solidarität&#8220;. &#8222;Prädikationen&#8220; sind Aussagen über Gegenstände und Sachverhalte. Referenz und Prädikation ergeben zusammen die &#8222;Proposition&#8220;, also den Aussagegehalt einer Äußerung. Beispiel: &#8222;Ich bin gegen Steuersenkungen auf Pump&#8220;. &#8222;Ich&#8220; und &#8222;Steuersenkungen auf Pump&#8220; gehören zur Referenz und &#8222;bin gegen&#8220; ist die Prädikation, der ganze Satz die Proposition.</p>
<p>Ein Lexem (Wortschatzelement, bekommt einen eigenen Eintrag im Wörterbuch, z.B. das Verb <em>spielen</em>) besteht aus vier Aspekten:</p>
<p>1. Ausdruck: Worform, Lautgestalt</p>
<p>2. Referenz: Mit dem Wort jeweils bezeichneter Gegenstand oder Sachverhalt</p>
<p>3. Deskriptive Bedeutungselemente: Inhaltlich darstellende Merkmale</p>
<p>4. Konnotative evaluativ-deontische Bedeutungselemente: Assoziationen, Implikationen, Emotionen und Evaluationen, die eine Einstellung des Zuhörers gegenüber dem Sachverhalt auslösen können.</p>
<p>Beispiel: Mindestlohn</p>
<p>1. Ausdruck: <em>Mindestlohn</em></p>
<p>2. Referenz: <em>Verpflichtend zu zahlende Lohnuntergrenze</em></p>
<p>3. Deskriptive Bedeutungselemente: <em>Ein Lohn, der mindestens gezahlt werden soll</em></p>
<p>4. Vom Adressaten abhängig, z.B. <em>Gerechtigkeit / Sozialismus</em></p>
<p>Die Nominationskonkurrenz ist Lesern dieses Blogs schon einmal begegnet, als es um <a href="http://feuerbringer.com/2009/07/11/political-correctness-fur-mental-herausgeforderte/" target="_blank">Political Correctness</a> ging. &#8222;Mensch mit schwarzer Hautfarbe&#8220; ist das Referenzobjekt, das man entweder mit dem Ausdruck &#8222;Schwarzer&#8220; oder &#8222;Nigger&#8220; bezeichnen kann. Beide Begriffe beziehen sich auf das selbe Referenzobjekt, es herrscht also Referenzidentität. Auf der Ausdrucksseite unterscheiden sich die beiden Begriffe jedoch, also gilt Ausdrucksdivergenz. Nun der Knackpunkt: &#8222;Schwarzer&#8220; und &#8222;Nigger&#8220; unterscheiden sich auch auf der Inhaltsseite, also spricht man von Inhaltsdivergenz. Obwohl sich beide Begriffe auf das selbe Referenzobjekt beziehen, <em>bedeuten </em>sie etwas anderes. Insgesamt herrscht Nominationskonkurrenz, also Konkurrenz um Begriffe, die sich auf das selbe Referenzobjekt beziehen, die jedoch eine andere Wertung tragen.</p>
<p>Während &#8222;Schwarzer&#8220; neutral ist, handelt es sich bei &#8222;Nigger&#8220; um ein Stigmawort. Eine bestimmte politische Gruppierung (Rechtsradikale) verwendet es, um das Referenzobjekt abzuwerten. In diesem Fall kann man gewiss feststellen, dass diese Gruppierung keine Chance hat, sich mit ihrer Nomination durchzusetzen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/feuerbringer.wordpress.com/1381/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/feuerbringer.wordpress.com/1381/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/feuerbringer.wordpress.com/1381/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/feuerbringer.wordpress.com/1381/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/feuerbringer.wordpress.com/1381/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/feuerbringer.wordpress.com/1381/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/feuerbringer.wordpress.com/1381/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/feuerbringer.wordpress.com/1381/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/feuerbringer.wordpress.com/1381/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/feuerbringer.wordpress.com/1381/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&blog=7245451&post=1381&subd=feuerbringer&ref=&feed=1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>NS-Deutsch</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jul 2009 15:46:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mein ungemein spannendes Projekt, das Zeug zu bloggen, das ich lernen muss, geht in die zweite Runde! Diesmal könnt ihr etwas erfahren über die Sprache des Totalitarismus anhand der Nazis. Es geht auch um den grauseligen &#8222;Atheismus&#8220; des Führers, um seinen &#8222;felsenfesten Glauben&#8220;, &#8222;Herrgott&#8220; und um den &#8222;Schicksalskampf&#8220;&#8230; Totalitäre Regierungen versuchen sich allesamt an einem [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&blog=7245451&post=1296&subd=feuerbringer&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1297" style="margin:10px;" title="Gott mit uns?" src="http://feuerbringer.files.wordpress.com/2009/07/hitler-gott_mit_uns.jpg?w=212&#038;h=209" alt="Gott mit uns?" width="212" height="209" />Mein ungemein spannendes Projekt, das Zeug zu bloggen, das ich lernen muss, geht in die zweite Runde! Diesmal könnt ihr etwas erfahren über die Sprache des Totalitarismus anhand der Nazis. Es geht auch um den grauseligen &#8222;Atheismus&#8220; des Führers, um seinen &#8222;felsenfesten Glauben&#8220;, &#8222;Herrgott&#8220; und um den &#8222;Schicksalskampf&#8220;&#8230;<span id="more-1296"></span></p>
<p>Totalitäre Regierungen versuchen sich allesamt an einem Projekt, das sich &#8222;Sprachlenkung&#8220; nennt. Per Sprachlenkung wird versucht, bewußt und zielgerichtet auf gesellschaftliche Kommunikationssysteme Einfluss zu nehmen, um eine wünschenswerte Veränderung herbeizuführen oder zu unterstützen bzw. eine nicht wünschenswerte Veränderung zu verhindern oder zu verzögern. Mit anderen Worten wollen totalitäre Regierungen das Verhalten der Menschen beeinflussen, indem sie ihre Sprache kontrollieren!</p>
<p><strong>NS-Sprech</strong></p>
<p>Als Beispiel zunächst ein <a href="http://www.nationalsozialismus.de/dokumente/texte/adolf-hitler-eine-herrische-und-unerschrockene-jugend-will-ich.html" target="_blank">Zitat Adolf Hitlers</a> über sein Ideal einer deutschen Jugend:</p>
<blockquote><p>„Meine Pädagogik ist hart. Das Schwache muss weggehämmert werden. In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich. Jugend muss das alles sein. Schmerzen muss sie ertragen. Es darf nichts Schwaches und Zärtliches an ihr sein. Das freie, herrliche Raubtier muss erst wieder aus ihren Augen blitzen. Stark und schön will ich meine Jugend. Ich werde sie in allen Leibesübungen ausbilden lassen. Ich will eine athletische Jugend. Das ist das Erste und Wichtigste. Ich will keine intellektuelle Erziehung. Mit Wissen verderbe ich mir meine Jugend. Aber Beherrschung müssen sie lernen. Sie sollen mir in den schwierigsten Proben die Todesfurcht besiegen lernen.“</p></blockquote>
<p>An diesem unerträglichen Gesülze ist zunächst einmal die Umwertung von Wörtern zu erkennen: Die Adjektive &#8222;gewalttätig&#8220;, &#8222;herrisch&#8220;, &#8222;grausam&#8220; und das Substantiv &#8222;Raubtier&#8220; werden positiv umgewertet. Derweil erhält das substantivierte Adjektive &#8222;Zärtliches&#8220; (und das Adjektiv &#8222;intellektuell&#8220;) auf einmal eine negative Bewertung. Was wohl die Freundinnen der Hitlerjugend dazu gesagt haben? Die Substantive  &#8222;Pädagogik&#8220;, &#8222;Erziehung&#8220; und sogar &#8222;Wissen&#8220; erfahren hier eine deutliche Bedeutungsverengung. Im Prinzip geht es nur noch um die Heranzüchtung folgsamer, harter Kerle und nicht mehr um die Menschenbildung im Sinne der Aufklärung.</p>
<p>Das Adjektiv &#8222;frei&#8220; ist ein sogenanntes &#8222;Miranda&#8220;, ein positiv konnotiertes Symbolwort aus der Ideologiesprache (ja, auch Freiheit ist ein weltanschaulich gebundenes Ideal!). Hineingeworfen werden auch Hochwertwörter aus der Allgemeinsprache wie die Adjektive &#8222;stark&#8220; und &#8222;schön&#8220;. Bei Hitlers &#8222;Ordensburg&#8220; könnte man von einer &#8222;Rekodierung&#8220; sprechen, das Wort bedeutet also auf einmal etwas ganz anderes, nicht mehr die Burg eines religiösen Ordens, sondern ein Trainingslager für die NS-Jugend.</p>
<p>Ein weiteres Beispiel ist Hitlers <a href="http://www.nationalsozialismus.de/dokumente/texte/adolf-hitler-silvesteransprache-vom-31-12-1944.html" target="_blank">Silvesteransprache vom 31.12.1944</a>:</p>
<p style="padding-left:30px;">&#8222;Nur der Jahreswechsel veranlaßt mich heute, zu Ihnen, meine deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen, zu sprechen. Die Zeit hat von mir mehr als Reden gefordert. Die Ereignisse der hinter uns liegenden zwölf Monate, besonders aber der Vorgang des 20. Juli, haben mich gezwungen, meine ganze Aufmerksamkeit und Arbeitskraft der einzigen Aufgabe zu widmen, für die ich seit vielen Jahren lebe: dem Schicksalskampf meines Volkes. Ich möchte am Ende dieses Jahres nun all den unzähligen Millionen meiner Volksgenossen als der Sprecher der Nation und in diesem Augenblick auch als der Führer ihres Schicksals aus übervollem Herzen danken für alles, was sie erlitten, geduldet, getan und geleistet haben, den Männern und den Frauen bis hinunter zu unseren Kindern in der HJ, in den Städten und Marktflecken, in den Dörfern und auf dem Lande.</p>
<p style="padding-left:30px;">Ich möchte sie bitten, auch in Zukunft nicht zu erlahmen, sondern der Führung der Bewegung zu vertrauen und mit äußerstem Fanatismus diesen schweren Kampf für die Zukunft unseres Volkes durchzufechten. Im übrigen will ich Euch, meine Volksgenossen, so wie in den langen Jahren des Ringens Ungemach, auch heute aufs Neue versichern, daß mein Glaube an die Zukunft unseres Volkes unerschütterlich ist. Wem die Vorsehung so schwere Prüfungen auferlegt, den hat sie zu Höchstem berufen. Es ist daher meine einzige Sorge, mich abzumühen, um das deutsche Volk durch diese Zeit der Not hindurchzuführen und ihm damit das Tor in jene Zukunft zu öffnen, an die wir alle glauben, für die wir kämpfen und arbeiten. Ich kann diesen Appell nicht schließen, ohne dem Herrgott zu danken für die Hilfen, die er Führung und Volk hat immer wieder finden lassen, sowie für die Kraft, die er uns gegeben hat, stärker zu sein als die Not und Gefahr. Wenn ich ihm dabei auch danke für meine eigene Rettung, dann nur weil ich glücklich bin, mein Leben damit weiter in den Dienst meines Volkes stellen zu können. In dieser Stunde will ich daher als Sprecher Großdeutschlands gegenüber dem Allmächtigen das feierliche Gelöbnis ablegen, daß wir treu und unerschütterlich unsere Pflicht auch im neuen Jahr erfüllen werden, des felsenfesten Glaubens, daß die Stunde kommt, in der sich der Sieg endgültig dem zuneigen wird, der seiner am würdigsten ist, dem Großdeutschen Reiche.&#8220;</p>
<p>Das Miranda und Bestimmungswort (wird häufig verwendet, dient der Identifikation) &#8222;Volk&#8220; sticht gleich ins Auge. Ein damals gemeinhin positiv wahrgenommenes Symbolwort der Ideologiesprache. Die Determinativkomposita &#8222;Schicksalskampf&#8220; und &#8222;Volksgenossen&#8220; erfüllen eine integrative Sprachfunktion, mit anderen Worten soll hier ein Gemeinschaftsgefühl und eine Identifikation mit einer bestimmten Gruppe erzeugt werden. &#8222;Fanatismus&#8220; und &#8222;Kampf&#8220; sind positiv umgewertet. &#8222;Gelöbnis&#8220; ist ein Archaismus, ein Wort, das eigentlich kaum noch verwendet wurde. Die Nazis haben veraltete Wörter oft wieder aufgekocht.</p>
<p>Superlative wie &#8222;würdigst&#8220; dürfen natürlich nicht fehlen, so auch Hochwertwörter wie &#8222;unerschütterlich&#8220;, &#8222;treu&#8220; und &#8222;Zukunft&#8220;. Die Nazis verwendeten gerne Nominalisierungen wie &#8222;Führung&#8220; statt &#8222;führen&#8220; und &#8222;Rettung&#8220; statt &#8222;retten&#8220;. Initialwörter wie &#8222;HJ&#8220; dienten der Sprachökonomie, also dem schnellen Sprechen, anstatt dass man immer &#8222;Hiterjugend&#8220; sagte. Außerdem sind Akronyme wie Gestapo und NSDAP schön &#8222;zackig&#8220;.</p>
<p>&#8222;Endgültig&#8220; und &#8222;unerschütterlich&#8220; sind semantische Superlative, die inhaltlich den Superlativ ausdrücken. Wir finden auch superalativische Zahlenangaben wie &#8222;unzählige Millionen&#8220; und Reihungen wie &#8222;kämpfen und arbeiten&#8220;, &#8222;Not und Gefahr&#8220;, die einem die Botschaft einhämmern sollten.</p>
<p>Besonders auffallend an der Rede ist die religiöse Sprache (so viel zu dem &#8222;atheistischen Nazi-Regime&#8220; von Kardinal Meisner&#8230;). In der Forschung spricht man vom &#8222;Missbrauch&#8220; religiöser Begriffe und von religiösen &#8222;Metaphern&#8220;. Das halte ich für falsch. Wenn Hitler von &#8222;Vorsehung&#8220;, &#8222;Schicksalskampf&#8220;, vom &#8222;Allmächtigen&#8220; und vom &#8222;Herrgott&#8220; spricht, sowie vom &#8222;felsenfesten Glauben&#8220;, dann meint er das keineswegs metaphorisch und er &#8222;missbraucht&#8220; auch nicht diese Begriffe, für die es gar keinen normalen &#8222;Gebrauch&#8220; gibt, sondern eben nur den Missbrauch. Nein, Hitler glaubte daran, der Erlöser des deutschen Volkes (&#8222;Führer ihres Schicksals&#8220;) zu sein und Jesus Projekt vom Kampf gegen die Juden fortführen zu müssen. Er glaubte, die Arier wären im Sinne der Vorsehung dazu auserkoren, über die anderen Rassen zu herrschen. Der &#8222;Fanatismus&#8220; und der &#8222;felsenfeste Glauben&#8220;, die er einfordert, bezeichnen tatsächlich den religiösen Fanatismus, nach dem das klingt. Die Deutschen sollten glauben, wenn nötig bis zum bitteren Ende.</p>
<p>Wie bezeichnend, dass uns die Großkirchen als Gegenmittel gegen diesen grausigen &#8222;Atheismus&#8220; den unbedingten Glauben an die eine und einzige Wahrheit empfehlen. Unter Adenauer wurden die Großkirchen, die Nazi-Kollaborateure und Nazi-Nutznießer, auf einmal zum heldenhaften Gegenpol der Nazis umgedeutet. Dies gelang unter Berufung auf einzelne, von der Kirche teils dafür verstoßene, Priester.</p>
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		<title>Sprache und Ideologie</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 20:19:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ideologie]]></category>
		<category><![CDATA[Marxismus-Leninismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Orwell]]></category>

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		<description><![CDATA[Da ich gerade eine Menge Sprachwissenschaft zu lernen habe und mir die Zeit zum Bloggen fehlen würde, habe ich mir einen grandiosen Kompromiss ausgedacht: Ich blogge einfach das Zeug, was ich lerne und lerne es zu selben Zeit und ihr lernt auch noch was dazu! Diesmal geht es um Sprache, Ideologie, sowie das Verhältnis von [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&blog=7245451&post=1286&subd=feuerbringer&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1287" title="Bushiges Neusprech" src="http://feuerbringer.files.wordpress.com/2009/07/orwell_neusprech.jpg?w=470&#038;h=392" alt="Bushiges Neusprech" width="470" height="392" /></p>
<p>Da ich gerade eine Menge Sprachwissenschaft zu lernen habe und mir die Zeit zum Bloggen fehlen würde, habe ich mir einen grandiosen Kompromiss ausgedacht: Ich blogge einfach das Zeug, was ich lerne und lerne es zu selben Zeit und ihr lernt auch noch was dazu! Diesmal geht es um Sprache, Ideologie, sowie das Verhältnis von Sprache und Wirklichkeit. Ich schreibe es auch allgemeinverständlich und unterhaltsam&#8230;<span id="more-1286"></span></p>
<p>Im Verlaufe dieser Reihe wird vielen gewiss auffallen, dass das Gebiet der Sprachwissenschaft, das sich mit Sprache in der Politik befasst, sagen wir, auf eine wissenschaftliche Weise zynisch ist. Das beginnt schon mit der Definition von <em>politischer Kommunikation</em>: &#8222;Die Kunst, im Medium der Öffentlichkeit Zustimmungsbereitschaft zu erzeugen&#8220;. Die eigentliche Politik findet hinter verschlossenen Türen statt. In die Öffentlichkeit dringt nur das Gerede, das Menschen dazu bringen soll, einer bestimmten Politik zuzustimmen und eine bestimmte Partei zu wählen.</p>
<p>Der Begriff <em>Ideologie</em> wird nicht im Sinne einer Politreligion wie dem Stalinismus verstanden, sondern meint in diesem Forschungsbereich einfach neutral &#8222;Weltbild&#8220;, respektive die Wertvorstellungen und Denkmuster einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppierung oder Gesellschaftsordnung. Ein solches Weltbild kann gut oder schlecht begründet sein, es läuft so oder so unter dem Begriff <em>Ideologie</em>. Nun manifestieren sich Ideologien als Bewusstseinstatsachen in der Sprache. Das heißt, dass wir die Weltbilder aus unseren Köpfen sprachlich zum Ausdruck bringen, gerade in der Politik aus dem Grunde, um andere von diesen zu überzeugen. Dem ideologischen Sprachgebrauch kommt daher, wen wundert&#8217;s, in der Politik eine besondere Bedeutung zu.</p>
<p>Nun gibt es zwei grundlegende Zeichenmodelle, wobei eines das andere abgelöst hat. Laut dem <em>repräsentationalen Zeichenmodell</em>, das dem &#8222;absolut wahren&#8220; Marxismus-Leninismus entstammt, bilden sprachliche Zeichen direkt die Wirklichkeit ab. Wenn also Frau Merkel sagt, dass sie die nach der Wahl die Steuern senken will, dann sagt sie das, weil sie wirklich nach der Wahl die Steuern senken will. Das ist absolut wahr (Oder wäre es zumindest, stünde Frau Merkel im Dienste des Marxismus-Leninismus und nicht im Dienste des schändlichen Imperialismus&#8230;)!</p>
<p>Dem <em>ideologischen Zeichenmodell</em> zufolge, das heute verwendet wird, steht zwischen dem sprachlichen Zeichen und der Wirklichkeit die Ideologie. Frau Merkel will vielleicht gar nicht die Steuern senken und sagt dies nur, damit die Christdemokraten wieder gewählt werden (hier also Pragmatismus als Ideologie). Oder ein anderes Beispiel: Die Grünen sind offiziell gegen Gentechnik, weil sie &#8222;die Schöpfung bewahren&#8220; möchten. Womöglich sind die Grünen aber eher darum gegen Gentechnik, weil sie glauben, dass Genfood ihre Gene verändern würde. Und weil die Grünen sowieso technikfeindlich sind. Politische Sprache dient also nicht nur zum Ideologieausdruck, sondern auch zur Ideologieverschleierung.</p>
<p><strong>Sprache und Wirklichkeit</strong></p>
<p>Politische Sprache besitzt <em>realitätskonstituierenden Charakter</em>. Das bedeutet, dass das Gequassel von Politikern und über Politik einen Einfluss darauf hat, wie wir die Welt wahrnehmen und schließlich, da dieses unser Handeln beeinflusst, darauf, wie die Welt ist. Anstatt über direkte Erfahrung nehmen wir die gesellschaftliche Realität über eine <em>symbolische Sinnwelt</em> wahr, erkennbar zum Beispiel an den abstrakten Begriffen <em>Freiheit</em> und <em>Gerechtigkeit</em>. Man kann weder Freiheit, noch Gerechtigkeit anfassen, es sind keine materiell existenten Dinge (höchstens in unseren Neuronen). Trotzdem sind sie ein Teil der Realität, weil sie sich in unseren Köpfen befinden und weil sie über diesen Umweg unser Handeln beeinflussen.</p>
<p>Nun gibt es drei Meinungen, wie sich Sprache und Realität zueinander verhalten. Der <em>sprachidealistischen Auffassung</em> zufolge determiniert Sprache die Sicht der Menschen von der gesellschaftlichen Wirklichkeit, wie zum Beispiel in Orwells <em>Neusprech</em> aus seinem Roman &#8222;1984&#8243;. Darin werden einfach alle Wörter von der Regierung gestrichen, die es ermöglichen, ihre Politik kritisch zu betrachten. Laut der <em>sprachmaterialistischen Sicht</em> wird unser Bewusstsein und mit diesem unser Sprechen und Handeln von den natürlichen und gesellschaftlichen Lebensbedingungen des Menschen bestimmt.</p>
<p>Die dritte Meinung zu der Sache besagt, dass sich Sprache und gesellschaftliche Wirklichkeit <em>gegenseitig bedingen</em>. Würden wir isoliert auf einer Insel aufwachsen, hätten wir kein Wort für &#8222;Computer&#8220; oder &#8222;Auto&#8220;. Gleichsam kann Sprache auch das Denken beeinflussen. Dies werden wir besonders im Falle von Nazi- und SED-Sprech noch genauer erkennen. Zum Beispiel sprachen die Nazis von &#8222;Polykratie&#8220;, um die Demokratie zu verunglimpfen. Die Herrschaft der &#8222;dumpfen Masse&#8220; also, die wollten sie nicht (lieber ein dumpfer Führer&#8230;). Ebenso redeten sie von &#8222;Blutvergiftung&#8220;, womit sie darauf hinauswollten, dass das Arierblut schön rein und mit Perwoll gewaschen bleiben sollte, nicht &#8222;verunreinigt&#8220; durch fremde Rassen.</p>
<p>So viel erstmal dazu. Und der zweite Teil folgt schon bald&#8230;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/feuerbringer.wordpress.com/1286/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/feuerbringer.wordpress.com/1286/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/feuerbringer.wordpress.com/1286/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/feuerbringer.wordpress.com/1286/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/feuerbringer.wordpress.com/1286/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/feuerbringer.wordpress.com/1286/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/feuerbringer.wordpress.com/1286/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/feuerbringer.wordpress.com/1286/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/feuerbringer.wordpress.com/1286/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/feuerbringer.wordpress.com/1286/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&blog=7245451&post=1286&subd=feuerbringer&ref=&feed=1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Bushiges Neusprech</media:title>
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		<title>Der Unterschied zwischen menschlicher und tierischer Moral</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Jun 2009 15:44:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Empirische Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Soziobiologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Sonderstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>
		<category><![CDATA[Tierethik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Grenzen zwischen tierischer und menschlicher Moral werden zunehmend von Philosophen eingerissen. Die Evolutionstheorie dient dabei als Grundlage, da sie den Menschen im Tierreich verankert und Unterschiede zwischen ihm und anderen Tieren nur mehr graduell erscheinen lässt. Dies könnte jedoch zu weit geht, wie der Wissenschaftsjournalist Tim Dean argumentiert&#8230; Dean betont, dass die Behauptung, es [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&blog=7245451&post=1179&subd=feuerbringer&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1180" title="Tier und Mensch" src="http://feuerbringer.files.wordpress.com/2009/06/moral-animal.jpg?w=470&#038;h=223" alt="Tier und Mensch" width="470" height="223" /></p>
<p>Die Grenzen zwischen tierischer und menschlicher Moral werden zunehmend von Philosophen eingerissen. Die Evolutionstheorie dient dabei als Grundlage, da sie den Menschen im Tierreich verankert und Unterschiede zwischen ihm und anderen Tieren nur mehr graduell erscheinen lässt. Dies könnte jedoch zu weit geht, <a href="http://ockhamsbeard.wordpress.com/2009/06/21/animal-and-human-morality/" target="_blank">wie der Wissenschaftsjournalist Tim Dean argumentiert</a>&#8230;<span id="more-1179"></span></p>
<p>Dean betont, dass die Behauptung, es gäbe keine &#8222;Kluft&#8220; zwischen Menschen und Tieren im Bereich der Moral mit der Behauptung verglichen werden könne, es gäbe keine &#8222;Kluft&#8220; zwischen Menschen und Tieren im Bereich der Sprache. &#8222;Schließlich geben Tiere Äußerungen von sich, die Konzepte an andere Tiere vermitteln – wie etwa &#8222;Gefahr&#8220; oder &#8222;Ich bin hier&#8220;. Der Unterschied zur menschlichen Sprache sei nur ein gradueller, kein grundsätzlicher.</p>
<p>&#8222;Aber das ist einfach falsch&#8220;, stellt Dean fest. Der große Unterschied bestehe in der Eigenschaft der Rekursion (Die Einbettung von Sätzen in andere Sätze), welche die menschliche Sprache aufweist und die tierische Sprachen vermissen lassen. &#8222;Und dies macht die menschliche Sprache nicht nur graduell verschieden, sondern zeigt, dass sie einer komplett anderen Art angehört.&#8220;</p>
<p>In der Tag geht die Sprachwissenschaft von mehreren Unterschieden zwischen menschlicher und tierischer Kommunikation aus:</p>
<p>1. Tierische Kommunikation beschränkt sich auf die Hier-und-Jetzt-Situation.</p>
<p>2. Tiere planen nicht, haben kein Langzeit-Gedächtnis und geben keine Mitteilungen über weit entfernte Zeitpunkte.</p>
<p>3. Es gibt bei Tieren keine Metakommunikation (Sprechen über Sprache).</p>
<p>4. Tiere unterscheiden nicht zwischen Subjekt und Prädikation.</p>
<p>5. Tiere erfinden keine neuen Zeichen.</p>
<p>6. Tiere stellen keine Fragen.</p>
<p>In ähnlicher Weise sei nun davon auszugehen, dass sich die menschliche Moralität ebenso grundsätzlich von der tierischen unterscheide.</p>
<p>Allerdings muss man einräumen, dass die Unterschiede zum Menschen bei Menschenaffen geringer ausfallen als bei anderen Tieren. So kann man unseren nächsten Verwandten eine gewisse <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,612251,00.html" target="_blank">Planungsfähigkeit nicht mehr absprechen</a>.</p>
<p>Dean betont, er stehe der Theorie wohlwollend gegenüber, dass wir einen großen Teil unserer moralischen Empfindungen und Einrichtungen mit vielen Tieren, vor allem mit anderen Primaten, teilen. Dennoch: &#8222;Wir Menschen haben eine zusätzliche Einrichtung, die beim Verständnis unseres moralischen Verhaltens zentral ist: Vernunft. Und damit meine ich bewusste Reflektion, Bedächtigkeit, Vorstellungskraft und die Abwägung diverser Fakten und moralischer Überzeugungen.&#8220;</p>
<p>So abstrahieren nur wir Menschen Dean zufolge moralische Prinzipien von vergangenen Erfahrungen und von den Ergebnissen unserer Reflektion. Diese Prinzipien kämen bei uns zur Anwendung, &#8222;wenn wir mit einem Dilemma oder einer Intuition konfrontiert werden, die mit ihnen im Konflikt stehen. Wir teilen diese moralischen Prinzipien und ermutigen andere dazu, sie aufzunehmen. Würden wir das nicht tun, konfrontierten wir jede Situation nur mit einer Ausübung unserer moralischen Intuitionen und Emotionen – wie es andere Tiere tun.&#8220;</p>
<p>Abschließend bemerkt Dean: &#8222;Ich möchte die Rolle der Vernunft bei moralischen Beurteilungen nicht übertreiben, aber man sollte sie auch nicht unterschätzen. Die Moralphilosophie mag zu lange explizit die Vernunft betont haben, aber übertreiben wir es nicht auf unserem Weg zu einer Korrektur.&#8220;</p>
<p>Siehe auch: <a href="http://feuerbringer.com/2009/05/29/konnen-tiere-denken/" target="_blank">Können Tiere denken?</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/feuerbringer.wordpress.com/1179/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/feuerbringer.wordpress.com/1179/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/feuerbringer.wordpress.com/1179/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/feuerbringer.wordpress.com/1179/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/feuerbringer.wordpress.com/1179/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/feuerbringer.wordpress.com/1179/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/feuerbringer.wordpress.com/1179/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/feuerbringer.wordpress.com/1179/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/feuerbringer.wordpress.com/1179/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/feuerbringer.wordpress.com/1179/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&blog=7245451&post=1179&subd=feuerbringer&ref=&feed=1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Kann man Gläubige überzeugen?</title>
		<link>http://feuerbringer.com/2009/04/14/kann-man-glaubige-uberzeugen/</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Apr 2009 18:54:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
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		<description><![CDATA[Kann man Gläubige gegebenenfalls von ihrer Meinung abbringen? Wo liegen die Probleme und wie kann man sie lösen? Oder kann man das nicht? Vernünftiges Reden, so heißt es in einem meiner Lehrbücher, liegt dann vor, wenn die Kommunikationspartner mittels Argumentation einen Konsens über ihre handlungsleitenden Ziele anstreben. Nehmen wir an, ich rede mit einem religiösen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&blog=7245451&post=253&subd=feuerbringer&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kann man Gläubige gegebenenfalls von ihrer Meinung abbringen? Wo liegen die Probleme und wie kann man sie lösen? Oder kann man das nicht?</p>
<p>Vernünftiges Reden, so heißt es in einem meiner Lehrbücher, liegt dann vor, wenn die Kommunikationspartner mittels Argumentation einen Konsens über ihre handlungsleitenden Ziele anstreben. <span id="more-253"></span>Nehmen wir an, ich rede mit einem religiösen Menschen und möchte mich mit ihm auf eine Position einigen, auf deren Basis wir uns in Zukunft verhalten. Zum Beispiel behaupte ich, dass eine Seele nicht existiert und er behauptet das Gegenteil. In einem solchen Fall könnte ich zu dem Mittel der Argumentation greifen, ich nenne ihm also die Gründe, warum ich glaube, dass meine Position sinnvoller ist als seine und er nennt mir die Gründe, warum er den Glauben an die Seele für sinnvoller hält als meinen Nichtglauben. Wir einigen uns darauf, dass derjenige mit den besseren Argumenten die Unterhaltung für sich entscheidet.</p>
<p>Laut dem Persuasionsmodell gibt es sieben Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit vernünftiges Reden gelingen kann. Mal sehen, ob die meiner Erfahrung nach bei Gesprächen mit Gläubigen vorliegen:</p>
<p><strong>1. A ist nicht nur subjektiv willens, sondern auch faktisch in der Lage, mit B als gleichberechtigtem Kommunikationspartner zu interagieren.</strong></p>
<p>Das haut leider schon einmal gar nicht hin. Selbst wenn ich einen moderaten Gläubigen auftreibe, der subjektiv willens ist, mich als gleichberechtigten Kommunikationspartner anzunehmen, so ist er in der Regel faktisch davon überzeugt, sowieso alles besser zu wissen. Schließlich hat ihm Mami jahrelang eingetrichtert, dass Gott den Menschen die Seele eingehaucht hat.</p>
<p><strong>2. A ist an einer argumentativ erzielten Verständigung (Konsens) mit B ernsthaft interessiert.</strong></p>
<p>Sind Gläubige ernsthaft interessiert daran, angesichts besserer Argumente der Gegenseite ihren Glauben aufzugeben? Warum gibt es dann noch Gläubige? Es scheint meist doch eher um Gefühle zu gehen als um Argumente. Man müsste eine neue, gefühlsbasierte Argumentationsweise erfinden. Du fühlst dich nämlich besser, wenn du glaubst, dass die Seele nicht existiert.</p>
<p><strong>3. A geht gegenüber B die Verpflichtung ein, die Entscheidung von B in jedem Fall zu respektieren und nicht durch persuasionsfremde Mittel zu beeinflussen.</strong></p>
<p>Das funktioniert sogar noch weniger als die ersten beiden Punkte. Irgendwann hat noch jeder Gläubige Strohmänner gebaut, persönliche Angriffe vom Stapel gelassen, das &#8222;Stalin und Hitler&#8220;-Argument zum tausendsten Mal wiederholt, zu Fluchen, zu Lachen oder zu Weinen angefangen.</p>
<p><strong>4. B ist in der Lage, sich mit den von A vorgebrachten Argumenten auseinanderzusetzen und sich gegebenenfalls überzeugen zu lassen.</strong></p>
<p>Bei Nicht-Fundamentalisten können wir davon ausgehen, dass sie in der Lage dazu sind. Ansonsten könnten wir uns Aufklärung ja gleich ersparen.</p>
<p><strong>5. B ist bereit, sich gegebenenfalls von den Argumenten des Kommunikationspartners überzeugen zu lassen.</strong></p>
<p>&#8222;Ich werde ab jetzt nicht mehr daran glauben, Gottes geliebte Schöpfung zu sein, weil deine Argumente superklasse sind.&#8220; Haben Sie das schon einmal gehört?</p>
<p><strong>6. B verpflichtet sich, gemäß seiner Überzeugung zu handeln.</strong></p>
<p>B wird sicherlich seiner Überzeugung gemäß zu handeln meinen – nach der Überzeugung, die er am Anfang des Gesprächs schon hatte.</p>
<p><strong>7. Die Proposition bezieht sich auf Sachverhalte, deren strittiger Charakter einen Dissens zwischen den Kommunikationspartnern zulässt.</strong></p>
<p>Logische und wissenschaftliche Gesetze gelten dabei als nicht strittig. Gläubige sehen das aber oft ganz anders. Das heißt, Atheisten stehen vor dem Problem, dass sie Gläubige von Sachverhalten überzeugen müssen, die eigentlich unstrittig sind, wie zum Beispiel das ungefähre Erdalter, die Evolution des Menschen ohne Seelen-Einhauchung, neurobiologische Erkenntnisse&#8230;</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Man kann mit religiösen Menschen nicht vernünftig reden. Von daher schlage ich vor, dass wir uns so lange über ihren Glauben lustig machen und ihre Macht einschränken, bis sie bescheiden genug geworden sind, mit Atheisten auf Augenhöhe zu sprechen. Dies erscheint notwendig, da ein enger Zusammenhang zwischen Demokratie und Persuasion und Totalitarismus und Agitation besteht. Dabei ist es die Agitation, mit der Leute wie Kardinal Meisner und Bischof Mixa ihre Zeit verbringen.</p>
<p>[Persuasionsmodell zitiert nach: Heiko Girnth (2002): Sprache und Sprachverwendung in der Politik. Eine Einführung in die linguistische Analyse öffentlich-politischer Kommunikation. Tübingen (= Germanistische Arbeitshefte; Bd. 39). S. 19-20.]</p>
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