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	<title>Aufklärung 2.0 &#187; Philosophie</title>
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	<description>Eine Oase der Vernunft</description>
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		<title>Aufklärung 2.0 &#187; Philosophie</title>
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		<title>Terry Rotter und das Feuer der Freiheit: Erste Einblicke!</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Oct 2011 21:44:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach ungefähr 10 Jahren, seit ich das erste Mal die Idee hatte, und diversen Auflagen, arbeite ich nun an der finalen Fassung meines eBooks Terry Rotter und der Stein des Anstoßes. Es bekommt nicht nur einen neuen Titel, sondern wird komplett überarbeitet, sogar fast komplett neu geschrieben. Einen ersten Einblick bekommt ihr auf der offiziellen Website. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&amp;blog=7245451&amp;post=9654&amp;subd=feuerbringer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://terryrotter.de"><img class="aligncenter size-full wp-image-9655" title="Header der offiziellen Website. Auch als Banner geeignet." src="http://feuerbringer.files.wordpress.com/2011/10/header4.png?w=645&#038;h=148" alt="Header der offiziellen Website. Auch als Banner geeignet." width="645" height="148" /></a></p>
<p>Nach ungefähr 10 Jahren, seit ich das erste Mal die Idee hatte, und diversen Auflagen, arbeite ich nun an der finalen Fassung meines eBooks <em>Terry Rotter und der Stein des Anstoßes</em>. Es bekommt nicht nur einen neuen Titel, sondern wird komplett überarbeitet, sogar fast komplett neu geschrieben.</p>
<p>Einen ersten Einblick bekommt ihr auf der <a href="http://terryrotter.de/">offiziellen Website</a>. Ich habe von technischen Möglichkeiten Gebrauch gemacht, auf die man für diesen Blog notgedrungen verzichten muss - darunter eine Galerie und sogar ein integrierter Online-Shop! <em>Aufklärung 2.0</em> werde ich bald ebenfalls mit höherem Aufwand neu starten.<span id="more-9654"></span></p>
<p><em>Terry Rotter und das Feuer der Freiheit</em> ist eine <em>Harry-Potter</em>-Parodie und eine Polit-Satire, die sich &#8211; wie alle meine kommenden Bücher &#8211; an Erwachsene richtet. Ob ihr selber etwas mit dem berühmten Zauberschüler anfangen könnt, davon angewidert seid, oder keine Meinung dazu habt, ist eigentlich nicht so wichtig. Ihr benötigt lediglich ein Faible für britischen Humor.</p>
<p>Wie ihr unter <a href="http://terryrotter.de/?page_id=2">Einflüsse</a> und im <a href="http://terryrotter.de/?page_id=167">Online-Shop</a> unter <em>Terry Rotter: Einflüsse</em> nachlesen könnt, habe ich mehrere akademische Bücher über J.K. Rowlings Werk konsumiert, was neben meinem Lektor so ziemlich jeder für Zeitverschwendung hält, was mir aber tatsächlich sehr geholfen hat, die Schwachstellen der Abenteuer des Zauberschülers auszuloten und ein Salzbergwerk in seine Wunden zu streuen.</p>
<p>Es ist recht amüsant, wie sich wirklich alle Autoren dieser Literatur darum winden, die offensichtliche Schlussfolgerung zu ziehen, nämlich dass J.K. Rowling keine Philosophin ist und ihr Werk einer kritischen Prüfung in vielerlei Hinsicht nicht standhält. Die Sekundärliteratur liest sich zum Teil wie die Ausführungen von <em>Star-Trek</em>-Fans, die sich einreden, alle Folgen ihrer Lieblingsserie wären genau durchdacht. Tatsächlich haben die Berufsphilosophen, Historiker, Literaturwissenschaftler und Psychologen, welche die Untersuchungen geschrieben haben, weitaus mehr über den Zauberlehrling nachgedacht als seine eigene Erfinderin. Darauf würde ich meine Kaffeemaschine verwetten.</p>
<p>Wie in allen meiner Bücher werden auch in diesem politische Ideologien verspottet, diesmal ist vornehmlich der Rechtsradikalismus an der Reihe, den ich gerade darum aus<a href="http://www.amazon.de/Ist-Wald-endlich-tot-ebook/dp/B005MKD83O/"> Ist der Wald endlich tot?</a> ausgelassen habe, weil ich ihm ein eigenes Buch widme. Allerdings verschlägt es Terry auch in ein afghanisches Terrorcamp und er lebt anfänglich in Kreuzberg, wo Linksradikale das Sagen haben. Neben diesen für mich typischen Themen geht es außerdem um die philosophische Frage, wie eine Welt eigentlich wirklich aussehen würde, und wie die Menschen darin leben würden, in der Magie tatsächlich existiert.</p>
<p>Das Buch erscheint am 24. Dezember 2011 &#8211; ihr wisst ja, wie mir christliche Traditionen am Herzen liegen &#8211; und es wird die Leser erneut schonen, was die Preisgestaltung angeht, obgleich es ein bisschen mehr kosten wird als meine Kolumnensammlung &#8211; dafür ist es auch erheblich umfangreicher.</p>
<p>Was nun diejenigen angeht, die bislang nicht viel mit <em>Terry Rotter</em> anfangen konnten, oder welche die bloße Idee als kindischen Firlefanz ablehnen, die sollten vielleicht trotzdem einen <a href="http://terryrotter.de/">Blick auf die Website</a> werfen. Dann werden sie verstehen, was ich meine, wenn ich sage, dass das Buch für Erwachsene gedacht ist und dass sich das Projekt doch schon ordentlich weiterentwickelt hat</p>
<p>Auch gibt es dort bereits einen ersten Einblick in das, was ich mit &#8220;anarchistischer Humor&#8221; meine. Schließlich bin ich stolz darauf, wie schön ich die Website hinbekommen habe, denn im Vergleich zu diesem Blog ist sie in höherem Ausmaß eine Eigenkreation (<em>Aufklärung 2.0</em> ist ein &#8220;kostenloser&#8221; <em>WordPress</em>-Auftritt, welcher mein Gestalterherz sehr einschränkt).</p>
<p>Viel Spaß!</p>
<p>P.S. Sorry, dass ich erneut über meine Bücher schreibe und keine neuen Blogbeiträge dazwischenschiebe. Das Problem besteht darin, dass ich schon wieder krank bin und deswegen meine geistigen Kapazitäten zu sehr eingeschränkt sind. Selbst diesen Buchhinweis habe ich großteils bereits vor ein paar Tagen verfasst.</p>
<p>P.P.S. Hier findet ihr eine <a href="http://www.resurrection-dead.de/dailydead/Ist-der-Wald-endlich-tot-Best-of-Aufklaerung-2.0-Mueller-Andreas-1958">weitere neue Besprechung</a> von <em>Ist der Wald endlich tot?</em></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://feuerbringer.com/category/bucher/'>Bücher</a>, <a href='http://feuerbringer.com/category/humor/'>Humor</a>, <a href='http://feuerbringer.com/category/literaturwissenschaft/'>Literaturwissenschaft</a>, <a href='http://feuerbringer.com/category/personliches/'>Persönliches</a>, <a href='http://feuerbringer.com/category/philosophie/'>Philosophie</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/feuerbringer.wordpress.com/9654/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/feuerbringer.wordpress.com/9654/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/feuerbringer.wordpress.com/9654/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/feuerbringer.wordpress.com/9654/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/feuerbringer.wordpress.com/9654/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/feuerbringer.wordpress.com/9654/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/feuerbringer.wordpress.com/9654/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/feuerbringer.wordpress.com/9654/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/feuerbringer.wordpress.com/9654/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/feuerbringer.wordpress.com/9654/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/feuerbringer.wordpress.com/9654/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/feuerbringer.wordpress.com/9654/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/feuerbringer.wordpress.com/9654/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/feuerbringer.wordpress.com/9654/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&amp;blog=7245451&amp;post=9654&amp;subd=feuerbringer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Onkel Sam über das Bewusstsein</title>
		<link>http://feuerbringer.com/2011/10/22/onkel-sam-uber-das-bewusstsein/</link>
		<comments>http://feuerbringer.com/2011/10/22/onkel-sam-uber-das-bewusstsein/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 22 Oct 2011 13:52:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Onkel Sam alias Sam Harris äußerte sich in seinem jüngsten Blogeintrag über das Mysterium des Bewusstseins. Kann man es auf Physik reduzieren? Glaubt er nicht: &#8220;Viele Wahrheiten über unser Bewusstsein werden wir direkt mit unserem Bewusstsein entdecken, oder überhaupt nicht.&#8221; Harris hat auch einen Vorschlag, wie das Gehirn Bewusstsein erzeugen könnte: &#8220;Die Anordnung von Atomen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&amp;blog=7245451&amp;post=9657&amp;subd=feuerbringer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Onkel Sam alias Sam Harris äußerte sich in seinem <a href="http://www.samharris.org/blog/item/the-mystery-of-consciousness-ii/">jüngsten Blogeintrag</a> über das Mysterium des Bewusstseins. Kann man es auf Physik reduzieren? Glaubt er nicht:</p>
<p>&#8220;Viele Wahrheiten über unser Bewusstsein werden wir direkt mit unserem Bewusstsein entdecken, oder überhaupt nicht.&#8221;<span id="more-9657"></span></p>
<p>Harris hat auch einen Vorschlag, wie das Gehirn Bewusstsein erzeugen könnte: &#8220;Die Anordnung von Atomen auf eine bestimmte Art führt zur Erzeugung von Bewusstsein. Und diese Tatsache gehört zu den größten Mysterien, über die wir nachdenken können.&#8221;</p>
<p>Allerdings ist das keine &#8220;Tatsache&#8221;, sondern lediglich einer von vielen Lösungsvorschlägen, die Materialisten anbieten. Der Neurowissenschaftler und Philosoph Raymond Tallis (siehe meine Übersetzung seines Artikels <a href="http://feuerbringer.com/2011/09/29/unentdeckt/">Unentdeckt</a>) hat, wie auf die anderen Lösungsvorschläge, auch auf diesen eine Antwort gefunden. Genauer geht es um bestimmte neuronale Muster, also Muster von Nervenzellen, wobei sich seine Argumentation aber auch auf Muster von Atomen anwenden lässt:</p>
<p><strong>1.</strong> &#8220;Warum sollten bestimmte Muster mit Erfahrungen von materiellen Ereignissen korrespondieren &#8211; wie die Interaktion zwischen elektromagnetischer Strahlung mit materiellen Objekten &#8211; die selbst nichts an sich haben, was mit diesen Erfahrungen korrespondiert?&#8221;</p>
<p>Verschiedene Verdrahtungen können nicht verschiedene Erfahrungen erklären. Welche Energieformen auch an den Nervenenden landen, so werden sie alle in die selbe Art von Energie übersetzt: Die elektrochemische Energie der Nervenimpulse.</p>
<p>Jedes Sinnesorgan empfängt eine bestimmte Art von Energie &#8211; das Auge kann elektromagnetische Strahlen verarbeiten und das Ohr Vibrationen in der Luft &#8211; doch alle werden übertragen in die exakt selbe Energieform. Und doch haben wir völlig verschiedene subjektive Erfahrungen (Qualia) wie die Empfindung der Farbe Rot, der Geschmack von Zitronenlimonade, die akustische Wahrnehmung von Musik, die visuelle Erfahrung eines Theaterstücks.</p>
<p>Warum?</p>
<p><strong>2.</strong> Anordnungen von Nervenzellen ergeben nicht an sich Muster, sondern diese werden erzeugt durch einen bewussten Beobachter</p>
<p>Illustration:</p>
<p>T T T</p>
<p>T T T</p>
<p>T T T</p>
<p>Diese Anordnung könnte man als drei Reihen mit Ts interpretieren, als neun Ts, als Gruppe von sechs Ts plus drei Ts und verschiedene andere Möglichkeiten. Diese Anordnung verfügt über kein inhärentes Muster, sondern nur über die Möglichkeit von Mustern. Erst der bewusste Beobachter erzeugt die Muster.</p>
<p>Was nun Muster von Nervenzellen im Gehirn angeht, gibt es zunächst keinen bewussten Beobachter, der sie als solche identifizieren könnte. Es sei denn, man stellt sich einen cartesianischen Geist vor, der die Muster erkennt.</p>
<p>Laut dem Stand der Forschung gehen Neurowissenschaftler davon aus, dass der größte Teil des Gehirns nichts mit dem Bewusstsein zu tun hat, nur ein geringer Teil des Gehirns wird damit assoziiert. Ein weiteres Problem besteht nun darin, dass sich dieser geringe Teil durch überhaupt nichts qualitativ unterscheidet von den unbewussten Teilen des Gehirns.</p>
<p><strong>Zurück zu Onkel Sam</strong></p>
<p>Obwohl Sam Harris eine bestimmte Auffassung vertritt, wie das Gehirn Bewusstsein erzeugt, so erkennt er die grundlegenden Schwierigkeiten durchaus an. Er schreibt:</p>
<blockquote><p>Aber könnte eine ausgewachsene Neurowissenschaft keine anständige Erklärung des menschlichen Bewusstseins in Hinblick auf die ihm zu Grunde liegenden Gehirnprozesse anbieten? Wir haben Gründe für die Annahme, dass Reduktionen dieser Art weder möglich, noch konzeptuell kohärent sind. Nichts am Gehirn, egal in welcher Größenordnung man es untersucht (räumlich oder temporär), würde auch nur darauf hindeuten, dass es Bewusstsein enthalten könnte.</p></blockquote>
<p>Und am Ende outet sich Harris ebenfalls als ein Skeptiker, was Tallis und mir Vorwürfe eingebracht hat, wir würden esoterisch-religiös-idealistischem Aberglauben auf den Leim gehen:</p>
<blockquote><p>Wie kann es sein, dass unbewusste Ereignisse das Bewusstsein hervorbringen können? Wir haben nicht nur keine Ahnung, sondern es scheint unmöglich zu sein, uns auch nur vorzustellen, welche Art von Ahnung die Erklärungslücke ausfüllen könnte.</p></blockquote>
<p>Ja, wir Neuen Atheisten sind schon ein paar esoterische Komplettspinner, dass wir am Ende glatt zugeben, etwas nicht zu wissen. Unverschämtheit.</p>
<p><strong>Literatur</strong></p>
<p>Sam Harris: <a href="http://www.samharris.org/blog/item/the-mystery-of-consciousness-ii/">The Mystery of Consciousness II</a></p>
<p>Raymond Tallis: <a href="http://www.amazon.de/APING-MANKIND-NEUROMANIA-MISREPRESENTATION-HUMANITYBYTallis/dp/B005KG5DPG/">Aping Mankind</a></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://feuerbringer.com/category/philosophie/'>Philosophie</a>, <a href='http://feuerbringer.com/category/wissenschaft/'>Wissenschaft</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/feuerbringer.wordpress.com/9657/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/feuerbringer.wordpress.com/9657/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/feuerbringer.wordpress.com/9657/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/feuerbringer.wordpress.com/9657/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/feuerbringer.wordpress.com/9657/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/feuerbringer.wordpress.com/9657/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/feuerbringer.wordpress.com/9657/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/feuerbringer.wordpress.com/9657/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/feuerbringer.wordpress.com/9657/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/feuerbringer.wordpress.com/9657/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/feuerbringer.wordpress.com/9657/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/feuerbringer.wordpress.com/9657/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/feuerbringer.wordpress.com/9657/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/feuerbringer.wordpress.com/9657/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&amp;blog=7245451&amp;post=9657&amp;subd=feuerbringer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Gehirn und Bewusstsein nur zwei Aspekte?</title>
		<link>http://feuerbringer.com/2011/10/19/gehirn-und-bewusstsein-nur-zwei-aspekte/</link>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 11:57:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Anschluss an meine Übersetzung des Artikels Unentdeckt von Philosoph und Neurowissenschaftler Raymond Tallis haben sich Materialisten zu Wort gemeldet, denen die im Artikel genannten Argumente nicht ausgereicht haben oder die sogar meinten, es wären keine angeboten wurden. Sie haben ihrerseits typische Einwände angeführt. In seinem Buch Aping Mankind. Neuromania, Darwinitis and the Misrepresenation of [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&amp;blog=7245451&amp;post=9636&amp;subd=feuerbringer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Anschluss an meine <a href="http://feuerbringer.com/2011/09/29/unentdeckt/">Übersetzung</a> des Artikels <em>Unentdeckt</em> von Philosoph und Neurowissenschaftler Raymond Tallis haben sich Materialisten zu Wort gemeldet, denen die im Artikel genannten Argumente nicht ausgereicht haben oder die sogar meinten, es wären keine angeboten wurden. Sie haben ihrerseits typische Einwände angeführt.</p>
<p>In seinem Buch <em>Aping Mankind. Neuromania, Darwinitis and the Misrepresenation of Humanity</em> geht Tallis auf all diese Einwände genau ein. Mehr als ein paar kleine Einblicke in die Argumentation kann ich nicht anbieten – eigentlich ist keine Seite des 361-Seiten-Buches verzichtbar. Vielleicht wird es mir aber gelingen, manche ein bisschen zu verunsichern und sie zum Weiterforschen zu bewegen.</p>
<p>Es geht um die Frage, ob das Bewusstsein auf Gehirnprozesse reduzierbar ist.<span id="more-9636"></span></p>
<p><strong>Korrelation ist nicht Kausation</strong></p>
<p>Es gibt Zusammenhänge (Korrelationen) zwischen einer neuronalen Aktivität und einem Erlebnis.</p>
<p>Wenn neuronale Aktivität und Erlebnis jedoch identisch wären, dann müssten sie auch so erscheinen. Das Erlebnis der Farbe Gelb und die neuronale Aktivität im relevanten Teil des visuellen Kortex sehen sich überhaupt nicht ähnlich, egal wie man sie darstellt. Es ist nichts gelb an Nervenimpulsen und nichts Nervenimpuls-artiges an der subjektiven Erfahrung der Farbe Gelb.</p>
<p>Es wird oft darauf hingewiesen, dass auch nichts rot sei an der Darstellung eines roten Dreiecks auf einem Computerbildschirm und doch ist die Darstellung das Ergebnis rein physikalischer Prozesse. Dabei wird allerdings übersehen, dass ja in der Tat nichts rot ist an einem roten Dreieck auf einem Computerbildschirm, es sei den, ein bewusster Beobachter sieht auf den Bildschirm und empfindet die Darstellung als die Farbe Rot!</p>
<p><strong>Die Doppelaspekt-Theorie</strong></p>
<p>Laut der Doppelaspekt-Theorie sind die mit dem Sehen der Farbe Gelb verbundenen neuronalen Prozesse und die subjektive Empfindung der Farbe Gelb zwei Perspektiven der selben Sache, zwei Seiten der selben Medaille. Im Prinzip gibt es nur das, was wir im Gehirn beobachten können, aber es hat eine neuronale Seite und die Seite der subjektiven Erfahrung.</p>
<p>Das erste Problem mit dieser Auffassung hängt damit zusammen, was wir unter „Perspektiven“ verstehen. Wir können uns aus zwei Perspektiven ein Haus ansehen, wenn wir es einmal von vorne und einmal von hinten betrachten. Es ist dasselbe Haus, aber von zwei verschiedenen Perspektiven betrachtet. Betrachten wir nun aber die subjektive Empfindung der Farbe Gelb von vorne und dann von hinten, von einer Seite und dann von der anderen, dann sieht sie niemals so aus wie neuronale Vorgänge. Dito, wenn wir neuronale Vorgänge aus verschiedenen Perspektiven betrachten, dann sehen sie niemals so aus wie subjektive Erfahrungen.</p>
<p>Zweitens hat ein Haus nicht als solches verschiedene Perspektiven (oder irgendwelche). Perspektiven sind abhängig von einem Beobachter. Bevor wir einen Beobachter haben, müssen wir erst einmal erklären, wo der herkommt, ob der bewusste Beobachter identisch ist mit neuronaler Aktivität oder nicht. Neuronale Aktivität hat nicht als solche Perspektiven, scheint also nicht identisch zu sein mit einem bewussten Beobachter, der Perspektiven erkennen kann.</p>
<p>John Searle bietet eine verführerische Analogie an: H2O-Moleküle sind Wasser, obwohl sie anders aussehen als Wasser. H2O-Moleküle sind weder glänzend noch flüssig. Wasser sei für H2O-Moleküle das, was bewusste Erfahrung für neuronale Aktivität sei.</p>
<p>Allerdings erfordern sowohl H2O-Moleküle einen Beobachter, wie auch Wasser einen Beobachter erfordert, damit feststellbar ist, ob sie identisch sind oder nicht. Einmal beobachten wir Wasser mit dem bloßen Auge, ein anderes Mal mit Mikroskopen und theoretischen Modellen. Die beiden Perspektiven von Wasser sind also zwei Erscheinungen, zwei Arten, sie zu erleben, und dies trifft nicht zu auf neuronale Aktivität als elektrochemische Aktivität und als subjektive Erfahrungen. Es ist nicht der Fall, dass beispielsweise, wenn wir ein Gehirn mit dem bloßen Auge betrachten, es wie subjektive Erfahrung aussehen würde und wenn wir es mit einem Mikroskop betrachten, wie elektrochemische Aktivität.</p>
<p><strong>Identität oder Kausalität?</strong></p>
<p>Searle behauptet außerdem, die H2O-Moleküle würden die Erscheinung des Wassers, wie wir es aus dem alltäglichen Leben kennen, erzeugen. Nun können die Moleküle aber nicht zugleich dasselbe sein wie die Erscheinung von Wasser und die Ursache der Erscheinung von Wasser. Entweder, es ist dasselbe, oder das eine ist die Ursache und das andere ist die Folge.</p>
<p><strong>Mehr davon</strong></p>
<p>In folgenden Beiträgen gibt es mehr. Bis dahin empfehle ich einen Blick auf die Wikipedia-Einträge zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Qualia">Qualia</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Intentionalität">Intentionalität</a>. Wenn sich jemand näher mit dem Thema befassen möchte und die englische Sprache beherrscht, empfehle ich <a href="http://www.amazon.de/Aping-Mankind-Neuromania-Darwinitis-Misrepresentation/dp/1844652726">Aping Mankind</a> von Raymond Tallis.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://feuerbringer.com/category/philosophie/'>Philosophie</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/feuerbringer.wordpress.com/9636/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/feuerbringer.wordpress.com/9636/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/feuerbringer.wordpress.com/9636/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/feuerbringer.wordpress.com/9636/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/feuerbringer.wordpress.com/9636/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/feuerbringer.wordpress.com/9636/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/feuerbringer.wordpress.com/9636/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/feuerbringer.wordpress.com/9636/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/feuerbringer.wordpress.com/9636/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/feuerbringer.wordpress.com/9636/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/feuerbringer.wordpress.com/9636/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/feuerbringer.wordpress.com/9636/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/feuerbringer.wordpress.com/9636/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/feuerbringer.wordpress.com/9636/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&amp;blog=7245451&amp;post=9636&amp;subd=feuerbringer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Neues Buch: &#8220;Sire! &#8211; führen Sie die Aufklärung ein!&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Oct 2011 23:29:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Ich glaube überdem, daß jede Einschränkung der Freiheit, sollte diese auch gemißbraucht werden, drückend, ja, als dem menschlichen Wesen schnurstracks entgegenstrebend, unausstehlich ist.&#8221; (Medardus in Die Elixiere des Teufels) Nur einen Monat nach Ist der Wald endlich tot? ist wieder ein neues Buch von mir erhältlich! Diesmal handelt es sich um die Kindle-Version meiner literaturwissenschaftlichen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&amp;blog=7245451&amp;post=9566&amp;subd=feuerbringer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/Sire-f%C3%BChren-Sie-Aufkl%C3%A4rung-ebook/dp/B005VSAURY"><img class="alignleft size-full wp-image-9619" title="Sire! - führen Sie die Aufklärung ein! (Buchcover: Einbandillustration zu E.T.A. Hoffmann: Meister Floh, Berlin 1822. Aquatinta-Radierungen von Carl Friedrich Thiele, 1822 (Sel.240). Bearbeitet von: Felix Müller und Andreas Müller. Mit freundlicher Genehmigung der Staatsbibliothek Bamberg.)" src="http://feuerbringer.files.wordpress.com/2011/10/endcover-felix2-arial.jpg?w=645" alt="Sire! - führen Sie die Aufklärung ein! (Buchcover: Einbandillustration zu E.T.A. Hoffmann: Meister Floh, Berlin 1822. Aquatinta-Radierungen von Carl Friedrich Thiele, 1822 (Sel.240). Bearbeitet von: Felix Müller und Andreas Müller. Mit freundlicher Genehmigung der Staatsbibliothek Bamberg.)"   /></a>&#8220;Ich glaube überdem, daß jede Einschränkung der Freiheit, sollte diese auch gemißbraucht werden, drückend, ja, als dem menschlichen Wesen schnurstracks entgegenstrebend, unausstehlich ist.&#8221;</p>
<p>(Medardus in <em>Die Elixiere des Teufels</em>)</p>
<p>Nur einen Monat nach <em>Ist der Wald endlich tot?</em> ist wieder ein neues Buch von mir erhältlich!</p>
<p>Diesmal handelt es sich um die <em>Kindle</em>-Version meiner literaturwissenschaftlichen Abschlussarbeit, an der ich insgesamt ein Jahr gewerkelt habe.<span id="more-9566"></span></p>
<p><strong>Worum geht es?</strong></p>
<p>In <em>&#8220;Sire! &#8211; führen Sie die Aufklärung ein!&#8221; Aspekte der Aufklärung bei E.T.A. Hoffmann</em> argumentiere ich, dass der berühmte deutsche Romantiker E.T.A. Hoffmann (<em>Der Sandmann</em>, <em>Die Elixiere des Teufels</em>,<em> Lebensansichten des Katers Murr</em>) ein liberaler Aufklärer gewesen ist &#8211; zusätzlich zu seinem Dasein als Romantiker. Mit dieser These knüpfe ich an die neueste Forschung an, die ebenso eine Verbindung sieht zwischen Hoffmann und der Aufklärung. Wirklich auf den Punkt gebracht wurde diese These allerdings noch nie zuvor in dieser Ausführlichkeit. In der Literatur wurde sie bislang eher nebenbei angesprochen.</p>
<p>Schon seit ich im Grundstudium ein Seminar über Hoffmann belegt hatte, wollte ich seine Verbindung zur Aufklärung näher untersuchen. Zwar ist diese Arbeit nicht mein Lebenswerk, aber sie ist definitiv mein &#8220;Studienwerk&#8221;.</p>
<p>Ihr werdet darin außerdem eine gut belegte Definition finden, was &#8220;Aufklärung&#8221; eigentlich bedeutet und ich gehe darauf ein, ob sich Aufklärung und Romantik unbedingt widersprechen müssen.</p>
<p>Die bedeutendsten Aspekte der Analyse dürften meinen Lesern bekannt vorkommen. Ich untersuche Hoffmanns Leben und Werk (in relevanten Auszügen) in Hinblick auf folgende Themen:</p>
<p>1. Religionskritik</p>
<p>2. Herrschaftskritik</p>
<p>3. Erkenntnisskeptizismus und Wissenschaftskritik</p>
<p>4. Materialismus und Willensfreiheit</p>
<p>5. Liberalismus</p>
<p>6. Psychologische Aufklärung</p>
<p>Da es sich um eine wissenschaftliche Arbeit mit 348 Fußnoten auf gut 100 Seiten mit einigen (wenigen) englischen, französischen und lateinischen Zitaten handelt, stellt sich die Frage, ob sie überhaupt für eine breitere Leserschaft geeignet ist? Die fremdsprachigen Zitate werden auf Deutsch entweder zusammengefasst oder erläutert, die Fußnoten habe ich rücksichtsvoll in den Anhang verbannt und sprachlich ist die Arbeit ohnehin sehr gut zu verstehen.</p>
<p>Klarheit ist eine uralte Aufklärerpflicht. Nicht nur auch, sondern insbesondere in der Wissenschaft.</p>
<p><strong>Neues für den <em>Kindle</em></strong></p>
<p>Im erweiterten Anhang des Buches findet ihr Links zu den kostenfreien Versionen von Hoffmanns Werken, sowie zu jenen Ausgaben, die ich besonders empfehle.</p>
<p>Die größte Erweiterung der <em>Kindle</em>-Version sind die sieben Original-Illustrationen aus Hoffmanns Lebzeiten (oder kurz danach), die im Buch enthalten sind. Sechs davon hat mir die <a href="http://www.staatsbibliothek-bamberg.de/">Staatsbibliothek Bamberg</a> dankenswerterweise zur Verfügung gestellt. Ein besonderer Dank gebührt dem Fotografen der Bibliothek, Gerald Raab, der mir gestattet hat, eine Originalillustration von Hoffmanns <em>Meister Floh</em> für das Cover meines Buches mittels Bildbearbeitung zu verschönern/verunstalten (was normalerweise nicht erlaubt wäre). Ich denke, das Cover kann sich trotz meines operativen Eingriffs sehen lassen.</p>
<p>Das Buch erscheint exklusiv für den <em>Kindle</em> (siehe <a href="http://feuerbringer.com/2011/09/16/anleitung-wie-kauft-und-liest-man-kindle-bucher/">FAQ</a>) und kostet 5,99 Euro. Damit orientiere ich mich <em>nicht</em> an Fachbuchpreisen, sondern an Massenmarktpreisen, obwohl die Arbeit von zwei Prüfern einstimmig mit 1.0 bewertet wurde und ich insofern ganz anders könnte (auch angesichts dessen, was die &#8220;Konkurrenz&#8221; für ähnliche Bücher im <em>Kindle-Shop</em> verlangt &#8211; da fallen einem glatt die Augen aus). Hoffentlich werden es mir die Hoffmann-Fans danken. Manchmal glaube ich, ich sollte mein Motto ändern, von &#8220;Aufklärung ist für alle da&#8221; zu &#8220;Aufklärung ist für alle da, die genug Geld haben&#8221;&#8230;</p>
<p><strong>Der König ist tot &#8211; auch egal</strong></p>
<p>Zuletzt ein schönes Beispiel für satirische Herrschaftskritik aus Hoffmanns Werken, das ich in meiner Arbeit nicht erwähnt habe, das aber gut als Ergänzung geeignet wäre. Hoffmann verspottet adelige Herrscher in seinen Erzählungen als geradezu verzichtbar, insofern sie nicht so liberal ausgerichtet sind, dass sie niemandem überhaupt auffallen. In der märchenhaften Erzählung <a href="http://gutenberg.spiegel.de/buch/3105/5">Prinzessin Brambilla</a> stirbt eines Tages König Ophioch. Seine Hofbeamten kommen auf eine Idee, wie sie ihn verlustlos ersetzen könnten: Sie stopfen den König aus und lassen ihn mit Fäden wie eine Marionette das Zepter schwingen:</p>
<blockquote><p>›Der Moment, in dem der Mensch umfällt, ist der erste, in dem sein wahrhaftes Ich sich aufrichtet.‹ Ihr wißt es, daß König Ophioch, kaum hatte er diese Worte gesprochen, wirklich umfiel und nicht mehr aufstand, weil er gestorben war.</p>
<p>Traf es sich nun, daß Königin Liris auch in demselben Augenblick die Augen geschlossen, um sie nie wieder zu öffnen, so geriet der Staatsrat, da es dem königlichen Paar an einiger Deszendenz gänzlich fehlte, wegen der Thronfolge in nicht geringe Verlegenheit.</p>
<p>Der Hofastronom, ein sinnreicher Mann, fiel endlich auf ein Mittel, die weise Regierung des Königs Ophioch dem Lande noch auf lange Jahre zu erhalten. Er schlug nämlich vor, ebenso zu verfahren, wie es mit einem bekannten Geisterfürsten (König Salomo) geschah, dem, als er schon längst gestorben, die Geister noch lange gehorchten. Der Hoftischlermeister wurde, diesem Vorschlag gemäß, in den Staatsrat gezogen; der verfertigte ein zierliches Gestell von Buchsbaum, das wurde dem König Ophioch, nachdem sein Körper gehörige Speisung der trefflichsten Spezereien erhalten, unter den Steiß geschoben, so daß er ganz staatlich dasaß; vermöge eines geheimen Zuges, dessen Ende wie eine Glockenschnur im Konferenzzimmer des großen Rats herabhing, wurde aber sein Arm regiert, so daß er das Szepter hin und her schwenkte.</p>
<p>Niemand zweifelte, daß König Ophioch lebe und regiere.</p></blockquote>
<p><strong>Notiz am Rande</strong></p>
<p>Richard Dawkins, Ayaan Hirsi Ali und der Biologiehistoriker Thomas Junker (Beirat der <em>Giordano Bruno Stiftung</em>) werden in der Arbeit und /oder in den Fußnoten erwähnt (unter 4.3 <em>Hoffmann und die Freiheit </em>und<em> 4.4. &#8220;Nil Admirari&#8221;</em>). Diese Aktualisierungsansätze waren zugegeben nicht unbedingt notwendig, aber ich denke, sie stören auch nicht, sondern illustrieren meine Argumentation in den jeweiligen Fällen recht anschaulich.</p>
<p><strong>Zum Buch</strong></p>
<p>Mehr Informationen findet ihr auf der <em>Kindle</em>-Seite des Buches:</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Sire-f%C3%BChren-Sie-Aufkl%C3%A4rung-ebook/dp/B005VSAURY">Sire! &#8211; führen Sie die Aufklärung ein! Aspekte der Aufklärung bei E.T.A. Hoffmann</a></p>
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			<media:title type="html">Sire! - führen Sie die Aufklärung ein! (Buchcover: Einbandillustration zu E.T.A. Hoffmann: Meister Floh, Berlin 1822. Aquatinta-Radierungen von Carl Friedrich Thiele, 1822 (Sel.240). Bearbeitet von: Felix Müller und Andreas Müller. Mit freundlicher Genehmigung der Staatsbibliothek Bamberg.)</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Der Wert der Vergeltung</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Oct 2011 16:33:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[In den letzten Jahren ist Strafe als Rache oder Vergeltung (Repression) besonders unter Beschuss geraten. Diese Straffunktion wollen einige von denen, die nicht an die Willensfreiheit glauben (u.a. Daniel Dennett, Richard Rorty, Wolf Singer), streichen. Schließlich ergebe es keinen Sinn, sich an jemandem für eine Tat zu rächen, die der Täter aufgrund des Kausalgesetzes von [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&amp;blog=7245451&amp;post=9595&amp;subd=feuerbringer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten Jahren ist Strafe als Rache oder Vergeltung (Repression) besonders unter Beschuss geraten. Diese Straffunktion wollen einige von denen, die nicht an die Willensfreiheit glauben (u.a. Daniel Dennett, Richard Rorty, Wolf Singer), streichen. Schließlich ergebe es keinen Sinn, sich an jemandem für eine Tat zu rächen, die der Täter aufgrund des Kausalgesetzes von Ursache und Wirkung ohnehin begehen musste.</p>
<p>Stattdessen soll die Prävention zur einzigen Straffunktion werden. Angeblich geht es bei der Vergeltung lediglich um die Befriedigung primitiver Triebe, die uns von der Evolution einprogrammiert wurden. Nur der Schutz der Gesellschaft vor Straftätern und deren Besserung seien gerechtfertigte Straffunktionen.</p>
<p>Aber es gibt gute Gründe, die Lage anders zu beurteilen.<span id="more-9595"></span></p>
<p>Zunächst einmal ist es keineswegs logisch, aus der angeblichen Nichtexistenz der Willensfreiheit zu schließen, dass man Straftäter möglichst sanft bestrafen und sie vor allem resozialisieren sollte. Die Dominanz dieser Auffassung ist dem bloßen Zufall geschuldet, dass moderne Deterministen in der Regel eine politisch linke Ausrichtung haben. Mit Philosophie hat dies gar nichts zu tun.</p>
<p>Überzeugender &#8211; wäre ich noch ein Determinist, der nicht an die Willensfreiheit glaubt &#8211; erscheint mir die gegenteilige Schlussfolgerung: Wenn jemand aufgrund seiner Veranlagung und seiner Erfahrungen so gemacht ist, dass er Verbrechen begehen muss, dann wäre es sinnvoller und günstiger für die Unschuldigen (oder wenigstens nicht ganz so schuldigen), ihn einfach hinrichten zu lassen.</p>
<p>So haben das die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Calvinismus">Calvinisten</a> gesehen, die ein ähnliches Menschenbild hatten wie materialistische Atheisten: Wir wären demnach Gottes Spielbälle. Es ist egal, was wir tun, unser Schicksal wird durch unsichtbare Kräfte vorherbestimmt. Wir haben nicht die Möglichkeit, durch eine freie Willensentscheidung unser Handeln zum Guten zu verändern, sondern Gott allein kann diese Entscheidung für uns treffen. Calvin verteidigte konsequenterweise die Todesstrafe für Ketzerei und er war der Meinung, dass man &#8220;Hexen&#8221; gnadenlos aufspüren und &#8220;ausrotten&#8221; sollte.</p>
<p>Dabei entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet Deterministen der Meinung sein sollten, dass man Straftätern die Folgen ihrer Handlungen ersparen sollte, wo ihr Weltbild doch auf dem Prinzip von Ursache und Wirkung aufbaut.</p>
<p>Erneut erscheint mir die Auffassung von Ayn Rand weitaus überzeugender zu sein als die Alternativen. Sie schrieb in einem Brief an John Hospers am 29. April 1961 (<em>Letters of Ayn Rand</em>, S. 558-60) folgendes über das Thema Strafe:</p>
<blockquote><p>Das Grundprinzip, dem unser Urteil in Justizangelegenheiten folgen sollte, ist das Kausalitätsgesetz: Man sollte niemals versuchen, die Verbindung zwischen Ursache und Wirkung aufzuweichen oder sie zu brechen &#8211; man sollte niemals versuchen, einem Menschen die Konsequenzen seiner Handlungen zu entziehen, ob gute oder böse.</p>
<p>[...] Das Gesetz sollte: a) die Folgen eines Verbrechens in Hinblick auf das Opfer korrigieren, wo das möglich ist (wie die Auffindung von gestohlenem Eigentum und dessen Rückgabe an das Opfer); b) dem Täter Schranken setzen, wie Gefängnisstrafen, <em>nicht</em> um ihn zu reformieren, sondern um <em>ihn</em> die schmerzhaften Konsequenzen seiner Handlungen (oder deren Entsprechung) fühlen zu lassen, die er seinen Opfern zugefügt hat; c) die Strafe <em>im Gesamtzusammenhang aller rechtlich strafbaren Verbrechen</em> dem Verbrechen angemessen gestalten.</p>
<p>[...] Welche Strafe dem beiden Enden der Skala angemessen sind [das geringste Vergehen und Mord], darüber mag man sich streiten und darüber diskutieren &#8211; aber das Prinzip, dem ein spezifisches Argument folgen muss, ist Vergeltung, nicht Resozialisierung. Die Idee, man müsse versuchen, Kriminelle zu &#8220;resozialisieren&#8221;, ist ein ganz anderes Thema und ein äußerst zweifelhaftes, selbst im Falle jugendlicher Straftäter.</p>
<p>[...] Der Zweck des Gesetzes besteht nicht darin, ein zukünftiges Vergehen zu verhindern, sondern jemanden für sein begangenes Vergehen zu bestrafen. Gäbe es ein bewiesenes, demonstriertes, wissenschaftliches, objektiv sicheres Vorgehen, um zukünftige Verbrechen zu verhindern (was nicht existiert), so würde es die Idee nicht legitimieren, dass das Gesetz zukünftige Vergehen verhindern und das begangene ungestraft lassen sollte. Es wäre noch immer nötig, den Täter für sein Vergehen zu bestrafen.</p></blockquote>
<p>Die Menschen müssen Verantwortung für ihre Handlungen übernehmen. Auch, wenn sie Verbrechen begehen. Man fragt sich, warum ausgerechnet Verbrechen aus diesem Prinzip ausgeschlossen werden sollten? Andererseits: Linke politische Ideen sind generell darauf ausgerichtet, Ursache und Folge im Leben der Menschen zu trennen. Man kann auch schlechte Entscheidungen treffen und dank der Hilfe des Staates wird man in vielen Fällen nicht die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen tragen müssen.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://feuerbringer.com/category/philosophie/'>Philosophie</a>, <a href='http://feuerbringer.com/category/politik/'>Politik</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/feuerbringer.wordpress.com/9595/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/feuerbringer.wordpress.com/9595/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/feuerbringer.wordpress.com/9595/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/feuerbringer.wordpress.com/9595/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/feuerbringer.wordpress.com/9595/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/feuerbringer.wordpress.com/9595/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/feuerbringer.wordpress.com/9595/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/feuerbringer.wordpress.com/9595/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/feuerbringer.wordpress.com/9595/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/feuerbringer.wordpress.com/9595/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/feuerbringer.wordpress.com/9595/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/feuerbringer.wordpress.com/9595/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/feuerbringer.wordpress.com/9595/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/feuerbringer.wordpress.com/9595/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&amp;blog=7245451&amp;post=9595&amp;subd=feuerbringer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Woher kommen die Menschenrechte?</title>
		<link>http://feuerbringer.com/2011/10/13/woher-kommen-die-menschenrechte/</link>
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		<pubDate>Thu, 13 Oct 2011 17:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem der letzten Beiträge habe ich im Anschluss an den klassisch-liberalen Diskurs argumentiert, dass Tyranneien, welche die Menschenrechte ihrer Bürger nicht schützen, keine Rechte haben. Das Selbstbestimmungsrecht gilt nur für Staaten, die die Menschenrechte achten und sie schützen. Aber woher kommen die Menschenrechte überhaupt? Wie kann man sie begründen? Gelten sie wirklich unabhängig von den [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&amp;blog=7245451&amp;post=9597&amp;subd=feuerbringer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://feuerbringer.files.wordpress.com/2011/10/rights.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-9611" title="Tibor Machan: Individuelle Rechte erneut überprüft" src="http://feuerbringer.files.wordpress.com/2011/10/rights.jpg?w=645" alt="Tibor Machan: Individuelle Rechte erneut überprüft"   /></a>In <a href="http://feuerbringer.com/2011/10/08/haben-tyranneien-rechte/">einem der letzten Beiträge</a> habe ich im Anschluss an den klassisch-liberalen Diskurs argumentiert, dass Tyranneien, welche die Menschenrechte ihrer Bürger nicht schützen, keine Rechte haben. Das Selbstbestimmungsrecht gilt nur für Staaten, die die Menschenrechte achten und sie schützen.</p>
<p>Aber woher kommen die Menschenrechte überhaupt? Wie kann man sie begründen? Gelten sie wirklich unabhängig von den Meinungen einer bestimmten Zeit?<span id="more-9597"></span></p>
<p><strong>Was sind die Menschenrechte?</strong></p>
<p>Die Menschenrechte sind unveräußerliche Grundrechte, die für alle Menschen gelten.</p>
<p>Diese Rechte sind Leben, Freiheit, Eigentum oder einfach Leben und alles, was daraus logisch folgt. Für philosophisch Interessierte bietet sich die folgende <a href="http://www.aynrand.org/site/PageServer?pagename=arc_ayn_rand_man_rights">Definition von Ayn Rand</a> an, die der liberalen Sichtweise spätestens seit John Locke und frühestens seit der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schule_von_Salamanca">Schule von Salamanca</a> entspricht:</p>
<blockquote><p>Ein &#8220;Recht&#8221; ist ein moralisches Prinzip, das die Handlungsfreiheit eines Menschen im sozialen Kontext definiert und sanktioniert. Es gibt nur ein fundamentales Recht (und die anderen sind seine Konsequenzen oder Folgesätze): Das Recht eines Menschen auf Leben. Leben ist ein Prozess von selbst erzeugten Handlungen, die zur Selbsterhaltung dienen; das Recht auf Leben ist das Recht, selbst erzeugte Handlungen auszuführen, die zur Selbsterhaltung dienen &#8211; das heißt: Die Freiheit, alles zu tun, was die Natur eines rationalen Wesens für die Unterstützung, Förderung, Entfaltung und den Genuss seines eigenen Lebens erfordert. (Das ist die Bedeutung des Rechts auf Leben, Freiheit und Streben nach Glück.)</p>
<p>Das Konzept eines &#8220;Rechts&#8221; bezieht sich nur auf Handlungen &#8211; genauer auf Handlungsfreiheit. Es bedeutet Freiheit von physischem Zwang, Nötigung oder Eingriffen durch andere Menschen.</p></blockquote>
<p>Rechte sind also <em>nicht</em> willkürlich festgelegt oder rein subjektiv. Rechte basieren auf der gemeinsamen menschlichen Natur, auf Eigenschaften, die wir alle als Menschen besitzen. Sie sind Resultat einer rationalen Überlegung, welche Voraussetzungen unser Leben als Mensch hat. Ohne Menschenrechte ist ein Leben als Mensch nicht möglich. Statt &#8220;Naturrechte&#8221; könnte man die Menschenrechte ebenso als &#8220;Vernunftrechte&#8221; bezeichnen. Und die Vernunft folgt bestimmten logischen Regeln.</p>
<p>Rechte von Staaten folgen aus den individuellen Rechten ihrer Bürger. Die Hauptfunktion eines Staatswesens ist der Schutz der individuellen Menschenrechte seiner Bürger. Kommt ein Staat seiner Aufgabe nicht nach, verhaftet die regierende Partei also systematisch willkürlich Bürger, foltert sie, ermordet sie, dann hat ein solcher Staat nicht mehr Rechte als eine Horde oder als eine Bande von Kriminellen.</p>
<p>Ein Staat, der die Menschenrechte seiner Bürger schützt (ein liberaler Rechtsstaat) darf jederzeit, insofern er glaubt, dies wäre in seinem Interesse, Tyranneien angreifen und sie durch liberale Rechtsstaaten ersetzen, welche die Rechte ihrer Bürger schützen. Dies ist quasi das Widerstandsrecht, nur ausgedehnt auf Außenpolitik. Warum darf man das Widerstandsrecht auf andere Länder ausdehnen? Wenn man davon ausgeht, dass alle Menschen unveräußerliche Rechte besitzen, dann gilt das auch für die Menschen, die von Tyrannen versklavt wurden.</p>
<p><strong>Menschenrechte widerlegt?</strong></p>
<p>Jetzt nehmen wir einmal an, dass Menschenrechte stattdessen rein willkürlich festgelegt wären. Man könnte sich ebenso auf ein Lebensrecht einigen, wie man sich mit anderen auf ein Recht auf eine Dose Thunfisch am Tag oder auf einen roten Luftballon für alle Kinder unter sechs Jahren einigen könnte. Michael Schmidt-Salomon hat <a href="http://hpd.de/node/12021">zum Beispiel geschrieben</a>:</p>
<blockquote><p>Als Benedikt XVI. in seiner Rede gegen den Positivismus und für das Naturrecht argumentierte, verteidigte er damit nicht nur eine längst widerlegte philosophische Position.</p></blockquote>
<p>Der Rechtspositivismus besagt, dass Rechte laut ihrer Setzung oder ihrer sozialen Wirksamkeit gelten. Recht ist, was der Gesetzgeber sagt, das Recht ist. Wenn der Gesetzgeber meint, die Nürnberger Rassengesetze wären Recht, dann sind sie eben Recht. Es bleibt einem lediglich der Versuch, die bestehenden Gesetze zu verändern. Es gibt durchaus gute Argumente für den Rechtspositivismus, die auch von Vertretern der Menschenrechte angeführt werden.</p>
<p>Norbert Hoerster ist zum Beispiel auf der Seite des Rechtspositivismus. Der Begriff des Rechts dürfe Hoerster zufolge keine moralischen Elemente enthalten, weil sonst keine hinreichende Klarheit bestehe und der Willkür die Türen geöffnet würden (siehe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Radbruchsche_Formel">Radbruchsche Formel</a>). Demnach könnte man Nazi-Verbrecher zwar im Nachhinein bestrafen, müsste dies aber offen als partielle Aufhebung des Rückwirkungsverbots kennzeichnen.</p>
<p>Aber was soll es bedeuten, wenn Schmidt-Salomon schreibt, das Naturrecht sei eine &#8220;längst widerlegte philosophische Position&#8221; &#8211; anstelle einer überholten Rechtstradition?</p>
<p>Ist nun also das Naturrecht alias Menschenrecht &#8220;widerlegt&#8221;?</p>
<p>Wahrscheinlich meint MSS zum Teil etwas anderes &#8211; wobei er gewiss glaubt, man müsse sich auf eine bestimmte Ethik (sogar auf eine Metaethik wie die Menschenrechte) einigen und sie wäre nicht natürlich oder durch die Vernunft für alle und für immer festlegbar &#8211; aber diese unglückliche Formulierung will mir nicht mehr aus dem Kopf. Er glaubt, mit dem Naturrecht würde der Papst unter anderem auf etwas anderes anspielen, nämlich darauf, was die Kirche als Institution alles für &#8220;natürlich&#8221; hält und was nicht. Homosexualität ist demnach unnatürlich.</p>
<p>Die Naturrechtstradition ist aber zunächst einmal die Menschenrechtstradition. Selbst wenn der Papst etwas anderes damit gemeint hätte, müsste sich niemand dafür schämen, wenn es ihm nicht aufgefallen ist.</p>
<p>Eine andere Aussage fordert leider einen deutlicheren Widerspruch heraus und legt nahe, dass MSS sich mit der oben zitierten Aussage tatsächlich geirrt haben mag:</p>
<blockquote><p>Als „krasse Geschichtsverfälschung“ wertete Schmidt-Salomon, dass der Papst vor dem Parlament behauptete, „dass die Idee der Menschenrechte und die Idee der Gleichstellung aller Menschen von der Überzeugung eines Schöpfergottes her entwickelt worden sei. Denn diese Rechte mussten von säkularen Kräften gegen den erbitterten Widerstand der kirchlichen Schöpfungsgläubigen erstritten werden. Über viele Jahrzehnte haben Päpste, Kardinäle, Bischöfe die Menschenrechte als gotteslästerliche Selbstanmaßung verdammt. Dies ist eine ebenso unbestreitbare Tatsache wie der scharfe Protest der katholischen Kirche gegen die Gleichstellung von Mann und Frau im deutschen Grundgesetz.</p></blockquote>
<p>So einfach ist das nun wirklich nicht.</p>
<p>Zwar wurden die Menschenrechte (die &#8220;widerlegt&#8221; sind?) gegen den Widerstand der Kirche durchgesetzt, aber ihre Ursprünge liegen tatsächlich bei christlichen Philosophen. Der Papst hat ebenso Unrecht, wenn er behauptet, die Menschen-/Naturrechte wären einfach so von der Überzeugung eines Schöpfergottes her entwickelt worden.</p>
<p><strong>Wer hat die Menschenrechte entdeckt?</strong></p>
<p>Die Menschenrechte wurden von christlichen Philosophen aus Beobachtungen über die menschliche Natur entwickelt und wie man sich denken kann, haben diese Philosophen auch Gott irgendwo in ihre Überlegungen eingebaut. Nötig ist er für ihre Begründung der Menschenrechte zwar nicht, aber vorhanden ist er eben schon.</p>
<p>Manchmal wird behauptet, die Menschenrechte hätten Vorfahren in der griechischen Stoa oder im römischen Recht, aber wenn man sich diese Behauptungen genauer ansieht, so fällt auf, dass &#8220;Rechte&#8221; oder die Definition eines &#8220;Menschen&#8221; und Überlegungen darüber, wie er ethisch handeln sollte, zwar ihre historischen Quellen in Griechenland und im Römischen Reich hatten &#8211; <em>nicht</em> aber die Menschenrechte, universelle Rechte für alle Menschen!</p>
<p>Die Menschenrechte wurden in erster Linie von den folgenden Philosophen in Europa entwickelt, vornehmlich in Spanien, Holland, Deutschland und England:</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Francisco_de_Vitoria">Francisco de Vitoria</a> (humanistischer Dominikanermönch; 1483-1546)</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Grotius">Hugo Grotius</a> (calvinistischer Frühaufklärer; 1538-1645)</p>
<p><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Richard_Overton">Richard Overton</a> (christlich-materialistischer &#8220;Leveller&#8221;, 1599-1664)</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Samuel_Pufendorf">Samuel von Pufendorf</a> (lutheranischer Frühaufklärer; 1632-94)</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Locke">John Locke</a> (protestantischer Frühaufklärer &#8211; vielleicht insgeheim Spinozist -, 1632-1704)</p>
<p>Zwar waren diese Philosophen entweder Humanisten oder Frühaufklärer und die kirchlichen Autoritäten gehörten nicht immer zu ihren größten Fanclubs, aber sie waren &#8211; abgesehen vielleicht von Locke &#8211; eben auch gläubige Christen. Man kann nicht einfach behaupten, dass Christen oder deren Gottesglaube <em>nichts</em> mit der Entwicklung der Menschenrechte zu tun gehabt hätten. Das ist nicht wahr.</p>
<p><strong>Wie wurden die Menschenrechte begründet?</strong></p>
<p>Der spanische Mönch Francisco de Vitoria aus der <em>Schule von Salamanca</em> (welche in der Renaissance die Grundlagen des Liberalismus legte) begründete in der Debatte über die Frage, ob man die amerikanischen Ureinwohner versklaven dürfe oder nicht, zum vielleicht ersten Mal in der Geschichte, warum Menschen Rechte besitzen und Tiere keine Rechte besitzen:</p>
<blockquote><p>Irrationale Kreaturen können kein Eigentum haben, da Eigentum ein Rechtsanspruch ist (<em>dominium est ius</em>), wie Conrad Summenhart selbst zugibt. Irrationale Kreaturen können keine Rechtsansprüche besitzen; also können sie kein Eigentum haben. Der Untersatz wird durch die Tatsache bewiesen, dass irrationale Kreaturen keine Opfer einer Ungerechtigkeit (<em>inuria</em>) sein können und daher keine Rechtsansprüche besitzen: Diese Annahme wird wiederum bewiesen durch die Erwägung der Tatsache, dass es keine Ungerechtigkeit gegen das betroffene Tier darstellt, einen Wolf oder einen Löwen seine Beute abzunehmen, wie es auch keine Ungerechtigkeit gegenüber der Sonne ist, ihr Licht auszuschließen, indem man die Vorhänge zuzieht. Und dies wird bestätigt durch die Absurdität des folgenden Arguments: Hätten Tiere Eigentum, dann würde jede Person einen Diebstahl begehen, die das Gras eines Rehs umzäunt, da er ohne Erlaubnis die Nahrung ihrem Besitzer stehlen würde.</p>
<p>Und wiederum haben wilde Tiere keine Rechte über ihre eigenen Körper (<em>dominium sui</em>), umso weniger können sie dann Rechte über andere Dinge besitzen. [...] Nur rationale Wesen haben Kontrolle über ihre eigenen Handlungen (<em>dominium sui actus</em>), wie Aquinas zeigt [...] (eine Person ist Herr über seine eigenen Handlungen, insofern sie in der Lage ist, eine Wahl zwischen einer Option und einer anderen zu treffen; also sind wir nicht, wie Aquinas in derselben Passage aufzeigt, Herren in Bezug auf unseren Appetit oder unser eigenes Schicksal). Wenn also Tiere nicht Herren ihrer eigenen Handlungen sind, dann können sie keine Herren über andere Dinge sein.</p></blockquote>
<p>Vitorio hat den Indianern volle Menschenrechte zugesprochen &#8211; im Gegensatz zu so gut wie allen anderen Denkern und Politikern im Europa des 16. Jahrhunderts. Ferner schreibt Vitorio: &#8220;Jeder Mensch ist eine Person und ist der Herr über seinen Körper und seine Besitztümer&#8221;, &#8220;Da sie Personen sind, hat jeder Indianer einen freien Willen und ist folglich Herr über seine Handlungen&#8221;. Schließlich: &#8220;Laut dem Naturrecht hat jeder Mann ein Recht auf sein eigenes Leben und auf physische und geistige Integrität.&#8221;</p>
<p>Vielleicht gibt es doch einen Grund, warum MSS die Naturrechte als widerlegt ansehen mag. Wie der Politologe <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Tom_G._Palmer">Tom G. Palmer</a> in <em>Saving Rights Theory from Its Friends</em> schreibt, steht im Kern der Argumente der Pioniere der Naturrechstheorie und ihrer Nachfolger bis zum heutigen Tage &#8220;die Anerkennung, dass andere Menschen nicht einfach mobile Maschinen, Automaten oder gefühllose Tiere sind, sondern handelnde Agenten, denen man eine Wahl und Verantwortung unterstellen kann.&#8221;</p>
<p>Da Schmidt-Salomon als Determinist nicht an die Willensfreiheit glaubt (wie er in <em>Jenseits von Gut und Böse</em> ausführlich erklärt), wäre es aus dieser Perspektive nur konsequent für ihn, die Menschenrechte nicht anzuerkennen oder diese nur als etwas, auf das man sich willkürlich einigen kann oder eben nicht, anzuerkennen. Im Prinzip wäre selbst dies aus materialistischer Perspektive die Einigung auf eine Fiktion (aus Natur und Vernunft abgeleitete Rechte, also &#8220;naturalistischer Fehlschluss&#8221;), basierend auf einer weiteren Fiktion (Willensfreiheit). Für universelle Rechte ist das ein sehr brüchiges Fundament. Gerade darum belästige ich meine Leser unlängst mit dem ethischen Realismus, der bestrebt ist, der Ethik eine solidere Basis zu geben, ohne auf übernatürliche Fiktionen Bezug nehmen zu müssen.</p>
<p>Die erste Menschenrechtsbewegung waren die britischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Levellers">Levellers</a>, eine Partei im Englischen Bürgerkrieg in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Wie andere Pioniere der Menschenrechte waren sie für ihre Zeit ungewöhnlich liberal. Einer ihrer politischen Anführer war Richard Overton (1599-1664). In einem Pamphlet von 1664 begründet er, warum alle Individuen Rechte haben:</p>
<blockquote><p>Von der Natur ist jedem Individuum in der Natur ein individuelles Eigentum gegeben, in das niemand eingreifen und das niemand an sich reißen darf. Jeder, da er er selbst ist, verfügt über ein Privateigentum an sich selbst, da er ansonsten nicht er selbst sein könnte [...] Mein und dein kann es nicht geben, wenn das nicht zutrifft. Kein Mensch darf über meine Rechte und Freiheiten verfügen und ich nicht über die eines anderen Menschen.</p>
<p>[...] Denn vom Augenblick der natürlichen Geburt an sind alle Menschen gleichermaßen mit einem Recht auf Privateigentum, politische und persönliche Freiheit geboren; und da wir von Gott über die Hand der Natur in diese Welt gebracht werden, jeder mit einer natürlichen, angeborenen Freiheit und Eigentum [...] so sollen wir alle gleichermaßen dieses Geburtsrecht und Privileg genießen; alles, wofür Gott den Menschen durch die Natur frei gemacht hat.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gott und die Natur &#8211; die Pioniere der Menschenrechte haben sich stets auf diese beiden Fundamente bezogen. Der aktuelle säkulare Humanismus kommt ohne diese Fundamente aus, oder glaubt jedenfalls, dass er dies tun könnte. Kein Wunder, dass die meisten Humanisten einen starken Staat befürworten, der Individualrechte einschränkt. Wenn Menschenrechte nur so ein daher fantasiertes Ding sind, dann muss man sie nicht achten.</p>
<p>Der englische Philosoph John Locke (1632-1704) geht ebenfalls von einem Eigentumsrecht aus, das sich auf die eigene Person bezieht. Eine Person ist alles, was durch ein Bewusstsein von früheren Handlungen zu einem identischen Selbst wird. Der Begriff &#8220;Person&#8221; beziehe sich laut Locke auf Handlungen und deren Wert, er &#8220;gehört also nur zu intelligenten Handlungsträgern, die zu einem Gesetz und zu Glück und Leid fähig sind&#8221;. Die Grundlage von Rechten ist die Verantwortung für die eigenen Handlungen, über die man sich in Vergangenheit und Gegenwart bewusst ist und die man der eigenen Person zuschreibt.</p>
<p>&#8220;Also hat keine Person [kein "Körper"] ein Recht auf etwas anderes als auf sich selbst. Die Arbeit seines Körpers und das Erzeugnis seiner Hände, können wir sagen, gehören rechtmäßig ihm&#8221;, schreibt John Locke. Das ist, nebenbei gesagt, die Position der amerikanischen <em>Tea Party</em>, die von der Presse als &#8220;rechtsradikal&#8221; verschrien wird. Es ist außerdem die Position der amerikanischen Gründungsväter und der Pioniere der Menschenrechtsidee. Interessanterweise wird über die aktuellen Wallstreet-Proteste positiv berichtet, obwohl sie von linken Demonstranten getragen werden, die anderen Menschen ihr Geld stehlen und es auf sich selbst umverteilen wollen, die also die Menschenrechte ablehnen.</p>
<p><strong>Haben Kriminelle Menschenrechte?</strong></p>
<p>Was ist mit jenen, die gegen die Rechte anderer verstoßen? Würde man ihnen ebenfalls volle Menschenrechte zusprechen, dürfte man nicht in ihre Freiheit und in ihr Eigentum eingreifen, man dürfte ihnen &#8211; auch nicht nach einem fairen Prozess &#8211; also keine Geld- oder Gefängnisstrafen auferlegen. Schließlich sind Freiheit und Eigentum Menschenrechte.</p>
<p>John Locke antwortete darauf, dass wir das Recht haben, unsere Rechte gegen jene, die sie bedrohen, zu verteidigen und er begründet dies wie folgt. Wenn jemand unsere Grundrechte bedroht, darf er getötet werden,</p>
<blockquote><p>aus dem selben Grund, aus dem man einen <em>Wolf</em> oder einen <em>Löwen</em> töten darf; weil solche Menschen nicht an das gemeine Vernunftgesetz gebunden sind und keine andere Regel befolgen als die des Zwanges und der Gewalt und daher wie Raubtiere behandelt werden dürfen, jene gefährlichen und schädlichen Kreaturen, die einen mit Sicherheit zerstören werden, sobald man ihrer Macht ausgeliefert ist.</p></blockquote>
<p>Das Naturrecht ist ein Vernunftrecht, welches auf der Natur des Menschen als rationales Wesen begründet ist, das die Vorteile einer gegenseitigen Anerkennung der Menschenrechte einsehen kann. Beweist jemand durch seine Handlungen, dass er die Vorteile der Menschenrechte nicht einsehen kann, so wird er gelöst aus dem Gesellschaftsvertrag und gilt nicht mehr als Mensch mit vollen Rechten.</p>
<p><strong>Genießen Menschen mit schwerer geistiger Behinderung volle Menschenrechte?</strong></p>
<p>Es wird bei dieser Gelegenheit oft darauf hingewiesen, dass manche geistig Behinderte ja ebenfalls nicht die Vorteile der Menschenrechte einsehen können. Allerdings heißt das noch lange nicht, dass sie in die Rechte anderer eingreifen und sie gefährden und wir somit ein Recht hätten, uns gegen sie zu verteidigen. Sollte ein geistig Behinderter, zum Beispiel ein Psychopath mit einem Gehirnschaden, uns erstechen wollen (wie im Film <em>The Village</em>), so gelten für ihn ja tatsächlich nicht die vollständigen Menschenrechte und wir dürfen uns gegen ihn verteidigen. Falls ein geistig Behinderter zwar rational die Menschenrechte nicht verstehen kann, sie aber in seinen Handlungen anerkennt so müssen wir seine Rechte in diesem Ausmaß achten.</p>
<p>Tatsächlich ist es so, dass Menschen mit schwerer geistiger Behinderung keine vollen Menschenrechte genießen &#8211; beispielsweise wird ihnen ein Vormund zugeteilt, der über einige dieser Rechte (z.B. Freiheit und Eigentum) entscheiden darf. Es mag zunächst schrecklich klingen, dass einem Menschen mit schwerer geistiger Behinderung Menschenrechte abgesprochen werden, aber wenn man sich klarmacht, was das eigentlich bedeutet &#8211; und dass es in Deutschland gängige Praxis ist &#8211; so ist dies nur allzu logisch und ist anders gar nicht vorstellbar. Wenn ein Mensch nichts anfangen kann mit Eigentum, wenn er nicht für sich selbst sorgen kann, wenn er nicht weiß, wohin er gehen und was er tun soll, so muss es entweder ein anderer Mensch für ihn entscheiden, oder dieser Mensch wird einfach verdursten oder er wird sich selbst in Gefahr bringen.</p>
<p>Einer meiner Brüder zum Beispiel ist Autist &#8211; nicht von der Art, wie man sie aus dem Film <em>Rain Man</em> kennt, sondern er ist schwer geistig behindert. Er kann nicht für sich selbst sorgen, er kann mit Eigentum nichts anfangen, er wüsste nicht, wohin er gehen oder was er tun sollte, wenn wir es ihm nicht sagen würden. Ihm bleiben also diejenigen Menschenrechte unbenommen, mit denen er etwas anfangen kann (Leben, körperliche Unversehrtheit, eingeschränkte Freiheit und Eigentum) und wir müssen uns unweigerlich um diejenigen kümmern, mit denen er nichts anfangen kann (ein Teil seiner Freiheit und seines Eigentums). Und wenn wir das nicht tun, würde er verdursten, verhungern, von einem Auto überfahren werden oder in die Hände von irgendwelchen kriminellen Banden geraten, gegen die er sich nicht verteidigen kann.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Menschenrechte sind aus Tatsachen über die menschliche Natur mit Hilfe der Vernunft, die logischen Regeln folgt, abgeleitet. Es handelt sich nicht um willkürliche Konstruktionen, die man so oder so umdefinieren kann oder auf die man sich einigen kann oder nicht. Der Mensch hat Menschenrechte, weil er ein Mensch ist. Ohne Menschenrechte kann er nicht wie ein Mensch leben.</p>
<p>Menschenrechte gelten für alle individuellen Personen weltweit, unabhängig davon, was bestimmte Kulturen oder deren Herrscher davon halten. Es gibt nur zwei Ausnahmefälle, bei denen begrenzte Einschränkungen der Menschenrechte eintreten können, nämlich 1. Menschen, welche die Rechte anderer durch ihre Handlungen nicht anerkennen und 2. Menschen, die aufgrund einer schweren geistigen Behinderung nicht in der Lage sind, ihre Rechte voll zu nutzen.</p>
<p>Staatswesen erhalten ihre Legitimation durch den Schutz von individuellen Rechten, die sie garantieren. Ein Staat, der die Rechte seiner Bürger nicht schützt, hat keine Legitimation und somit keine Daseinsberechtigung. Eine solche Tyrannei darf von ihren eigenen Bürgern wie von allen anderen Menschen und von freien Staaten gestürzt und durch einen liberalen Rechtsstaat ersetzt werden. Andere, freie Staaten sind nicht dazu verpflichtet, Tyranneien zu stürzen, aber sie haben das Recht dazu, sobald sie befinden, dass der Sturz und der Systemwechsel in ihrem Interesse liegen. Dies ist eine Schlussfolgerung aus der liberalen Tradition der Menschenrechte.</p>
<p><strong>Kollektivisten sind Gegner der Menschenrechte</strong></p>
<p>Linke sind Kollektivisten, denen zufolge Individuen vom Staat bestohlen werden dürfen, um deren Eigentum an andere &#8220;umzuverteilen&#8221;. Sie sind der Meinung, dass sie selbst über die Bildung und Erziehung der Kinder anderer Menschen befinden dürfen. Sie glauben, dass wir totalitären Staaten, die Menschenrechte nicht anerkennen, grundsätzlich keinen oder nur rhetorischen Widerstand bieten sollten. Sie bedienen sich der Rhetorik der Menschenrechte, um sie inhaltlich in ihr Gegenteil zu verkehren, da sie nicht Individuen, sondern Kollektiven Rechte zubilligen oder indem sie &#8220;Rechte&#8221; verteidigen (wie ein &#8220;Recht&#8221; auf Arbeit oder ein &#8220;Recht&#8221; auf Wasser), welche die Einschränkung dieser Rechte mancher Individuen zugunsten von anderen erforderlich machen.</p>
<p>Sie heben die Wirksamkeit von Rechten auf, indem sie deren Begründung ignorieren und sie auf Tiere übertragen. Sie schränken die Freiheit anderer Individuen ein, indem sie ihnen vorschreiben, was sie essen dürfen und was nicht, was sie produzieren dürfen und was nicht und wie sie sich zu verhalten haben. Dasselbe gilt für rechte Sozialisten, die heute allerdings keinen relevanten Einfluss mehr haben. &#8221;Der nächste Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus&#8221;. Der nächste Faschismus kommt mit einem Lächeln auf den Lippen und mit den besten Absichten. Wir erkennen ihn an seiner Ablehnung der Menschenrechte.</p>
<p><strong>Quellen</strong></p>
<p>Die Zitate von Vitorio, Overton und Locke sind dem folgenden Essay entnommen, die Übersetzung stammt von mir:</p>
<p>Palmer, Tom G.: Saving Rights Theory from Its Friends. In: Individual Rights Reconsidered. Are the Truths of the U.S. Declaration of Independence Lasting? Hrsg. von Tibor R. Machan. Hoover Institution Press, 2001.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Individual-Rights-Reconsidered-Independence-ebook/dp/B001GIPSKM/">Erhältlich für den Kindle</a> für 2,94 Euro (und wer möchte, kann sich mein <a href="http://www.amazon.de/Ist-Wald-endlich-tot-ebook/dp/B005MKD83O/">aktuelles Büchlein</a> noch dazu kaufen).</p>
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		<pubDate>Tue, 11 Oct 2011 13:35:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>In einer Berliner U-Bahn ist es schon wieder zu einem <a href="http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article13649219/Neuer-Gewaltexzess-auf-Berliner-S-Bahnhof.html">gewalttätigen Überfall</a> gekommen &#8211; insgesamt gab es <a href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/mann-in-s-bahn-mit-messer-bedroht/4734426.html">vier gewalttätige Übergriffe</a> allein am letzten Wochenende in Berliner U-Bahnen. Ein 22-jähriger wurde mit Knochenbrüchen im Gesicht ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem ihn zwei Unbekannte niedergeschlagen und ihm ins Gesicht getreten haben. Eine 18-jährige wurde ausgeraubt. Dazu kommen zwei weitere Angriffe</p>
<p>In Verbindung mit solchen Fällen wird stets über Zivilcourage gesprochen. Merkwürdige Ansichten herrschen darüber vor, was das sein soll und wann und wie es angebracht ist. Auch seitens der Polizei. Im Grunde braucht es niemanden zu verwundern, dass es fast keine Zivilcourage gibt, wann immer Gewalt im Spiel ist.</p>
<p><span id="more-9591"></span></p>
<p>Das Thema ist recht kompliziert und es hängt immer von der konkreten Situation ab, wie man handeln sollte. Unter den &#8220;<a href="http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/zivilcourage/tipps.html">praktischen Regeln für mehr Sicherheit</a>&#8220;, welche die Polizei zusammengestellt hat, steht: &#8220;1. Ich helfe, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen.&#8221;</p>
<p>In der Regel wird einem das eigene Leben mehr wert sein als das Leben von anderen &#8211; eine mögliche Ausnahme ist das Leben des Partners, ohne den man selbst nicht mehr leben möchte. In diesem Fall könnte man sein eigenes Leben riskieren, um das Leben seines Partners zu schützen.</p>
<p>Aber sollte man sich selbst <em>gar nicht</em> in Gefahr bringen, um jemanden &#8211; auch einen Fremden &#8211; zu verteidigen, der von Schlägern attackiert wird? Das finde ich auch wieder übertrieben. Das Böse siegt, wenn gute Menschen es gewähren lassen. Gewiss ist die persönliche Sicherheit für jeden ein hoher Wert.</p>
<p>Wenn jemand regelmäßig über die Berliner U-Bahn zur Arbeit fährt, würde ich schon meinen, dass es besonders in seinem Interesse liegt, sich dort für die Sicherheit der Bahnfahrenden einzusetzen, die über den generellen Einsatz für die Sicherheit der Bürger und Menschen (von der man selbst profitiert) hinausgeht.</p>
<p><strong>Was man nicht tun sollte</strong></p>
<p>So kompliziert das Thema sein mag, so sollte zumindest klar sein, wie man sich eindeutig nicht verhalten sollte, nämlich so, wie ich &#8220;Zivilcourage&#8221; selbst mehrmals erleben durfte:</p>
<p>1. Man sollte diejenigen, die einen Unschuldigen angreifen, nicht auch noch dabei anfeuern.</p>
<p>2. Man sollte nicht einfach dabeistehen, obwohl man ein Handy in der Hand hält, mit dem man die Polizei anrufen könnte, ohne dass irgendeine Gefahr für einen selbst bestehen würde.</p>
<p>3. Man sollte nicht ewig lange untätig zusehen, obwohl man problemlos eingreifen könnte.</p>
<p>4. Wenn jemand mitten an einem öffentlichen Ort unter Anwesenheit von gut fünfzig Zeugen ein Kind ausraubt, dann sieht man nicht einfach zu, man geht nicht einfach weg, sobald die Show vorbei ist und man lässt es nicht zu, dass das Kind der Diebesbande in eine dunkle Gasse hinterherläuft, um sein Geld zurückzubekommen.</p>
<p>5. Insbesondere, wenn man eine Autoritätsperson ist, zum Beispiel eine Lehrkraft, sollte man nicht zusehen oder gar applaudieren, wenn ein Kind von einer Bande verprügelt wird.</p>
<p>6. Insbesondere, wenn man mit dem Opfer befreundet ist, sollte man diejenigen, die es misshandeln, nicht anfeuern oder das Opfer zu unklugem Verhalten gegenüber den Tätern ermutigen.</p>
<p>7. Man sollte das Opfer nicht dafür bestrafen oder es beleidigen, wenn es sich zur Wehr setzt &#8211; insbesondere nicht, wenn man eine Autoritätsperson ist.</p>
<p>Wenn mir es gelingt, all diese Fälle bis zu meinem 18. Lebensjahr selber zu erleben, wie viele mehr solcher Fälle muss es da draußen geben? Und wie kaputt muss das moralische Empfinden weiter Teile der Öffentlichkeit sein?</p>
<p><strong>Wohlstandslähmung</strong></p>
<p>In der Tat fragt man sich, warum die Kriminalitätsrate in Deutschland rückläufig ist? Ich vermute, es hängt damit zusammen, dass kriminelles Verhalten eine gewisse Aktivität erfordert, die vom Alltäglichen abweicht. Das können die Deutschen offenbar nicht abhaben, egal, ob es um die Durchführung oder Verhinderung von Straftaten geht. Oder um irgendetwas anderes. Hauptsache Ruhe und Ordnung &#8211; für einen selbst, und wenn die ganze Welt vor die Hunde geht.</p>
<p>Erst kürzlich habe ich etwas erlebt, was zu dieser These der deutschen Inaktivität passt. Ich war in einem Café gesessen und habe gelesen. Auf einmal brach ein Sturm und ein Gewitter über uns herein. Langsam begaben sich die Gäste nach innen, aber die Terassentür blieb geöffnet und es regnete hinein. Obwohl mehrere Gäste vollgeregnet wurden und das Personal danebenstand, fand sich niemand, der die Terassentür verschlossen hätte.</p>
<p>Da dergleichen schon öfter geschehen ist (und ich in der Regel das jeweilige Problem gelöst habe), habe ich es diesmal darauf ankommen lassen und abgewartet, ob nicht doch jemand anderes die Tür schließen würde. Aber nein! Nach fünf Minuten Dauersturm und Niagarafällen über vielen Gästen (nicht mir, ich war weiter hinten) habe ich die Tür geschlossen. Etwas aktiv zu tun, zu dem sie nicht unter Androhung von negativen Konsequenzen gezwungen sind, dazu sind die Deutschen offenbar gar nicht mehr in der Lage. Natürlich ist es überhaupt nicht heldenhaft, eine Tür zu schließen, sondern völlig lapidar. Also warum findet sich niemand, der selbst etwas derart Simples tut?</p>
<p>Weitaus gravierendere Fälle dieser Art habe ich erleben müssen. Einmal ist ein Passant in der Stadt (das war irgendwo im Osten, was aber wohl keine Rolle spielt) umgekippt. Eine Passantin, vermutlich seine Begleiterin, hat erste Hilfe geleistet, aber alle anderen Passanten sind einfach vorbeimarschiert! Auch mein Begleiter hat mich aufgefordert, einfach zu verschwinden (weil er nicht wusste, was er tun sollte, meinte er später). Ich habe mich zu der Passantin gesellt und gefragt, was ich tun könne und dann haben wir ihn mit meiner Jacke zugedeckt (es war Winter) und haben auf den Notarzt gewartet. Erneut war das kein bisschen heldenhaft, sondern &#8220;normales&#8221; (oder eben leider nicht normales!) zivilisiertes Verhalten. Jeder Idiot könnte und sollte so handeln.</p>
<p>Die Inaktivitäts-These passt auch mit der Haltung der Deutschen zu Auslandseinsätzen zusammen. Sie sind mehrheitlich gegen die Einsätze im Irak und in Afghanistan und dafür, mit dem iranischen Regime Handel zu treiben. Das ist die bequeme Haltung und die falsche, auch aufgrund der Langzeitfolgen für uns selbst.</p>
<p><strong>Bloß keine Helden?</strong></p>
<p>Die Polizei belässt es nicht dabei, den Leuten zu empfehlen, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen, sondern sie schreibt sogar im Titel der Regeln für Zivilcourage: &#8220;Richtig helfen, ohne den Helden zu spielen&#8221;. Das ist die deutscheste Überschrift, die man sich vorstellen kann. Bloß nicht aktiv für das Gute kämpfen! Lieber alles den Autoritäten überlassen. Die Polizei anzurufen und sich die Gesichter der Täter zu merken, sich später um Opfer und Zeugen zu kümmern und <em>andere</em> um Hilfe zu bitten sind fünf der sechs Regeln!</p>
<p>Die Deutschen haben sich immer schon gerne zu untertänigen Zombies degradieren lassen. Wenn sie mal auf die Straße gehen, dann nur, weil ihnen irgendwelche Details nicht gefallen, zum Beispiel, wenn der Staat etwas Neues bauen lässt (viel zu aktiv!), als etwas Altes zu restaurieren.</p>
<p>Der Spott und die Herablassung gegenüber Helden sind ein Zeichen von Selbstaufopferung. &#8220;Nicht den Helden spielen.&#8221; Warum? Sind Helden etwas Schlechtes? Sieht fast so aus!</p>
<p>Ich weiß nicht, ob wir die erste Gesellschaft sind, die das Heldentum verachtet, oder ob wir nur die letzte sein werden. Wenn das Gute in seiner reinsten Form nur noch Spott und Verachtung erntet, und das von den vermeintlichen Autoritäten in Sachen &#8220;Zivilcourage&#8221;, warum sollte es noch irgendjemand verteidigen?</p>
<p><strong>Nicht ohne Gegenwehr!</strong></p>
<p>Auch wenn die ganze Welt dagegen ist, so ist es dennoch gut und richtig, sich wie ein Held zu verhalten. Es kann in der Tat nicht verlangt werden und sollte auch nicht verlangt werden, aber wenn sich jemand aus freien Stücken heldenhaft für seine Werte einsetzt &#8211; zum Beispiel für das Recht, durch Kriminelle unbehelligt leben zu dürfen &#8211; dann ist das eine großartige Sache!</p>
<p>Vielleicht sollte man Polizisten mal ein paar Kurse über Ethik besuchen lassen, anstatt <a href="http://hpd.de/node/7126">sie zu Bischöfen zu schicken</a>. Kein Wunder, dass ihre Regeln für Zivilcourage sich lesen wie Regeln für Opfer. Das Christentum ist die Opfermoral, nicht die Heldenmoral. Das Vorbild der Christen ist jemand, der nicht etwa kämpft &#8211; wie ein Held -, sondern der sich aufopfert. Und nicht etwa für seine Geliebten, für das Gute, sondern für irgendwen, überwiegend für Leute, die ihn entweder nicht einmal kannten oder die ihn sogar hassten.</p>
<p>Ein Held opfert nicht seine höheren Werte geringeren Werten auf, sondern er kämpft für seine Werte! Anstatt gar nichts zu tun oder andere dafür kämpfen zu lassen, wie die Polizei es empfiehlt.</p>
<p>Auch Sam Harris hat in <em>The End of Faith</em> etwas Bemerkenswertes über das Thema Zivilcourage geschrieben:</p>
<p>&#8220;[...] Pazifismus ist am Ende nicht mehr als die Bereitschaft zu sterben und andere sterben zu lassen, um die Gangster der Welt zu erfreuen.&#8221; Pazifismus sei &#8220;unmoralisch&#8221; und Gewalt oder die Androhung von Gewalt sei &#8220;oftmals eine ethische Notwendigkeit&#8221;.</p>
<p>Meiner eigenen Erfahrung nach funktionieren sogar nur diese zwei Strategien gegen Schläger und Gangster: Gewalt und die Androhung von Gewalt. Jahrelange Qualen hätte ich mir mit gezielten Faustschlägen ersparen können.</p>
<p>Und schließlich schreibt er: &#8220;Wenn dein Feind keine Skrupel kennt, dann werden deine eigenen Skrupel zu einer weiteren Waffe in seiner Hand&#8221;.</p>
<p>Sam Harris berichtet von einem Fall, als er beobachtete, wie Männer eine Prostituierte in ein Auto warfen und sie entführen wollten. Harris reagierte, indem er nach einem Hotel fragte. Da die Angreifer seine Sprache nicht verstanden, waren sie verwirrt und die Frau konnte unbeachtet fliehen. Harris sieht seine Reaktion trotz des Ergebnisses als moralischen Fehler an:</p>
<blockquote><p>Mein ethisches Versagen, wie ich es sehe, bestand daran, dass ich mich ihren Taten niemals wirklich widersetzte &#8211; daher haben sie niemals eine Maßregelung von der Welt erfahren. Sie waren lediglich für eine Zeit abgelenkt und nur zum Vorteil ein einzigen Frau. [...] Selbst wenn ein deutliches Einschreiten zu Gunsten der Frau meine eigene Schädigung garantiert hätte, wäre eine deutliche Botschaft überbracht worden: Nicht alle Fremden werden untätig danebenstehen, wenn du eine Frau auf der Straße schlägst und sie entführst.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ein Extremfall: Wenn die Polizei überhaupt nicht mehr funktioniert, oder gar auf der anderen Seite des Gesetzes steht, wie in Nordkorea, obliegt es Individuen, auf angemessene Art für ihre Werte zu kämpfen. Zum Beispiel so:</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://feuerbringer.com/2011/10/11/nicht-ohne-gegenwehr/"><img src="http://img.youtube.com/vi/wPD6TbYVbNc/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>Oder so:</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://feuerbringer.com/2011/10/11/nicht-ohne-gegenwehr/"><img src="http://img.youtube.com/vi/hnTlgjynIG8/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>Siehe auch diesen <a href="http://www.anncoulter.com/cgi-local/article.cgi?article=179">Artikel</a> von Ann Coulter über Waffengesetze.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://feuerbringer.com/category/personliches/'>Persönliches</a>, <a href='http://feuerbringer.com/category/philosophie/'>Philosophie</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/feuerbringer.wordpress.com/9591/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/feuerbringer.wordpress.com/9591/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/feuerbringer.wordpress.com/9591/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/feuerbringer.wordpress.com/9591/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/feuerbringer.wordpress.com/9591/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/feuerbringer.wordpress.com/9591/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/feuerbringer.wordpress.com/9591/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/feuerbringer.wordpress.com/9591/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/feuerbringer.wordpress.com/9591/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/feuerbringer.wordpress.com/9591/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/feuerbringer.wordpress.com/9591/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/feuerbringer.wordpress.com/9591/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/feuerbringer.wordpress.com/9591/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/feuerbringer.wordpress.com/9591/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&amp;blog=7245451&amp;post=9591&amp;subd=feuerbringer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Haben Tyranneien Rechte?</title>
		<link>http://feuerbringer.com/2011/10/08/haben-tyranneien-rechte/</link>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 21:12:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Dürfen wir in die Souveränität eines anderen Staates eingreifen? Diese Frage stellt sich nicht erst seit den Interventionen in Irak, Afghanistan und Libyen. Im Balkan haben wir interveniert, in Ruanda haben wir es unterlassen. Es war der Verdienst einer Intervention liberal-demokratischer Staaten, die Nazis zu besiegen. Seit einiger Zeit stellt sich die Frage, was wir [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&amp;blog=7245451&amp;post=9585&amp;subd=feuerbringer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size:x-small;"><strong><a href="http://www.coxandforkum.com/"><img class="aligncenter size-full wp-image-9586" title="Liebe für Amerika! (coxandforkum.com)" src="http://feuerbringer.files.wordpress.com/2011/10/07_02_11_coxforkum.jpg?w=645" alt="Liebe für Amerika! (coxandforkum.com)"   /></a></strong></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;">Dürfen wir in die Souveränität eines anderen Staates eingreifen? Diese Frage stellt sich nicht erst seit den Interventionen in Irak, Afghanistan und Libyen. Im Balkan haben wir interveniert, in Ruanda haben wir es unterlassen. Es war der Verdienst einer Intervention liberal-demokratischer Staaten, die Nazis zu besiegen. Seit einiger Zeit stellt sich die Frage, was wir gegen den Iran, der unlängst an Atomwaffen werkelt, unternehmen sollen?</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;">Wie weit geht also die Souveränität unabhängiger Staaten? Gilt sie für alle Staaten oder nur für einige? Wenn wir keine klare Antwort auf diese Frage geben können, machen sich die Befürworter von humanitären Interventionen angreifbar und ihre Gegner werden zu legitimen Verteidigern des internationalen Rechts.</span></span></span></p>
<p><span id="more-9585"></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;">Einer der Urheber des internationalen Rechts, der christliche Philosoph Hugo Grotius (1583-1645) war zugleich der Urheber des Konzepts eines „gerechten Krieges“. In seiner Schrift </span></span></span><em><span style="color:#cd4517;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;"><em><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/De_jure_belli_ac_pacis_libri_tres">De jure belli ac pacis libri tres</a> </em></span></span></span></em><em></em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;">(</span></span></span><em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;"><em>Über das Friedens- und Kriegsrecht: Drei Bücher</em></span></span></span></em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;">) nannte er folgende drei legitime Kriegsgründe: Verteidigung, Wiedergutmachung von Unrecht, und Strafe. Die Staatsform des betroffenen Staates spielte keine Rolle für seine Betrachtungen &#8211; was insofern nicht weiter verwundert, als es damals ohnehin nur Diktaturen gab.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;">Grotius war der Meinung, dass Individuen ihre Naturrechte (Grundrechte / Menschenrechte) auf einen Souverän übertragen könnten. Darum war Sklaverei, insofern man sich freiwillig versklavt hat, für Grotius kein Problem. Ebenso hätte er keinen Konflikt gesehen zwischen individuellen Menschenrechten und der Machtübergabe an und der Herrschaft von Adolf Hitler. Egal, was der Tyrann mit seinen Untergebenen anstellt. Wenn man seine Menschenrechte einmal freiwillig übertragen hat, dann sind sie weg.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;">Dies soll nun keine Schelte für Grotius sein, denn wenn man bedenkt, wann er lebte, kann man nur schlussfolgern, dass er seiner eigenen Zeit voraus gewesen ist und er war einer der Pioniere der Menschenrechts-Idee, auch wenn er sie mit fragwürdigen Fußnoten versehen hat. Doch hat sich seitdem einiges getan und es gibt gute Gründe, die Idee der Souveränität weiterzuentwickeln.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;">Die amerikanische Philosophin Ayn Rand (1905-1982) hat ihre Philosophie konsequent auf dem klassischen Liberalismus aufgebaut, wie er von John Locke und den amerikanischen Gründungsvätern im Anschluss an Grotius und anderen Denkern entwickelt wurde. Im Zentrum ihrer Philosophie stehen individuelle Menschenrechte, vornehmlich jene, die in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von Thomas Jefferson formuliert wurden: Leben, Streben nach Glück und Freiheit. Dazu kommt das Privateigentum, ohne das die anderen Rechte nicht denkbar seien.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;">In ihrem Essay </span></span></span><em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;"><em>Collectivized &#8220;Rights&#8221;</em></span></span></span></em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;">, der 1964 in </span></span></span><em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;"><em>The Virtue of Selfishness </em></span></span></span></em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;">veröffentlicht wurde, erläutert Rand, was ein konsequenter Liberalismus über die staatliche Souveränität zu sagen hat.</span></span></span></p>
<p><strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;"><strong>Tyranneien haben keine Rechte</strong></span></span></span></strong></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;">Rand zufolge hat eine Nation dann das Recht auf Souveränität, wenn ihre Verfassung individuelle Rechte dem Zugang öffentlicher Autoritäten verweigert. In diesem Fall sind Leben und Eigentum von Abweichlern nicht in Gefahr, nicht von Wahlen abhängig und nicht einschränkbar durch Mehrheitsentscheidungen. Das Souveränitätsrecht eines solchen liberalen Rechtsstaates ist abgeleitet von den individuellen Rechten seiner Bürger.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;">Was gilt nun für Staaten, welche die Menschenrechte nicht anerkennen? „Aber dieses Recht [auf Souveränität] kann von Diktaturen, von Stämmen von Wilden oder von irgendeiner Art absolutistischer Tyrannei nicht beansprucht werden“, schreibt Rand. „Eine Nation, welche die Rechte ihrer eigenen Bürger verletzt, kann überhaupt keine Rechte für sich beanspruchen. Eine Nation, die durch blanke physische Gewalt beherrscht wird, ist keine Nation, sondern eine Horde &#8211; ob sie durch Attila, Genghis Khan, Hitler, Khrushchev oder Castro angeführt wird. Welche Rechte könnte Attila beanspruchen und auf welcher Grundlage?“</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;">Das nationale Recht auf Selbstbestimmung gelte nur für Nationen, welche frei sind oder welche sich auf dem Weg zur Freiheit befinden. Wie ein Individuum keine Verbrechen begehen darf, so darf ein Staat keine Verbrechen begehen. Im Gegensatz zu Hugo Grotius unterscheidet Rand nicht, ob eine Nation durch Gewalt (wie Sowjetrussland) oder durch Wahlen (wie Nazi-Deutschland) versklavt wurde.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;">Diktatoren, die individuelle Rechte nicht achten, sind Gesetzlose. Nun ist es durchaus nicht so, als müssten freie Nationen solche Tyranneien angreifen, wie sie Kriminelle innerhalb der eigenen Grenzen verfolgen. Es besteht keine </span></span></span><em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;"><em>Pflicht </em></span></span></span></em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;">eines freien Landes, womöglich auf Kosten der Selbstaufopferung unfreie Länder zu befreien. Aber: Jede freie Nation hat das </span></span></span><em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;"><em>Recht </em></span></span></span></em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;">dazu, unfreie Länder in liberale Rechtsstaaten zu transformieren &#8211; mit Gewalt, wenn nötig.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;">Unter der Bedingung, dass ein freies Land die individuellen Rechte der Bürger der angegriffenen Tyrannei achtet und einen liberalen Rechtsstaat in diesem Land etabliert, darf es nach Belieben Diktaturen angreifen, besiegen und umbauen. Wir müssen uns nicht mit Massenmördern in der Verkleidung von Staatsoberhäuptern bei den Vereinten Nationen an einen Tisch setzen und mit ihnen über den angeblichen „Apartheidsstaat Israel“ debattieren.</span></span></span></p>
<p><span style="font-family:'Times New Roman', serif;"><span style="font-size:small;"><span style="color:#444444;">Wir dürfen Tyrannen einfach ausschalten, wann immer wir möchten, insofern wir die Mittel und den Willen haben, die Bürger ihrer versklavten Staaten zu befreien. Die Tage von Tyrannen sind gezählt, sobald wir sagen, dass sie gezählt sind. Sie haben keine Rechte.</span></span></span></p>
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			<media:title type="html">Liebe für Amerika! (coxandforkum.com)</media:title>
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		<title>Unentdeckt</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 14:39:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Empirische Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Soziobiologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein falsches Wissenschaftsverständnis hat uns überzeugt, dass wir nicht mehr wären als unsere evolvierten Gehirne. Jedoch, so argumentiert Neurowissenschaftler und Philosoph Raymond Tallis im folgenden Gastbeitrag für Aufklärung 2.0, bereitet eine umfassendere Philosophie über den Menschen den Gegenschlag vor. . . . Aufgrund der Länge dieses Gastbeitrags empfehle ich entweder die PDF-Version: Raymond Tallis &#8211; [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&amp;blog=7245451&amp;post=9496&amp;subd=feuerbringer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p><a href="http://feuerbringer.files.wordpress.com/2011/09/aping-mankind.jpg"><img class="alignleft" title="Raymond Tallis: Aping Mankind" src="http://feuerbringer.files.wordpress.com/2011/09/aping-mankind.jpg?w=142&#038;h=210" alt="Raymond Tallis: Aping Mankind" width="142" height="210" /></a>Ein falsches Wissenschaftsverständnis hat uns überzeugt, dass wir nicht mehr wären als unsere evolvierten Gehirne.</p>
<p>Jedoch, so argumentiert Neurowissenschaftler und Philosoph Raymond Tallis im folgenden Gastbeitrag für <em>Aufklärung 2.0</em>, bereitet eine umfassendere Philosophie über den Menschen den Gegenschlag vor.</p>
<p><span id="more-9496"></span></p>
<p>.</p>
<p>.</p>
<p>.</p>
<p>Aufgrund der Länge dieses Gastbeitrags empfehle ich entweder die PDF-Version:</p>
<p><a href="http://feuerbringer.files.wordpress.com/2011/09/raymond-tallis-unentdeckt.pdf">Raymond Tallis &#8211; Unentdeckt</a> (PDF)</p>
<p>oder die</p>
<p><a href="http://terryrotter.de/Unentdeckt%20Kindle%20-%20Raymond%20Tallis.mobi">mobi-Version für den <em>Kindle</em></a> (mobi)</p>
<p>Beides stelle ich kostenfrei zur Verfügung. Und nun zum Beitrag von Raymond Tallis:</p>
<p>Seit mehreren Jahrzehnten argumentiere ich gegen das, was ich „Biologismus“ nenne. Dies ist die Idee, aktuell vorherrschend in säkular-humanistischen Kreisen, dass Menschen essenziell Tiere wären (oder zumindest viel animalischer, als dies bislang angenommen wurde) und dass wir uns darum den biologischen Wissenschaften widmen müssten, und nur ihnen, um unser Verständnis der menschlichen Natur zu erweitern. In Folge meiner Kritik dieser Position wurde mir vorgeworfen, ein cartesianischer Dualist zu sein, der glaubt, dass der Geist eine Art Gespenst in der Maschine des Gehirns sei. Schlimmer noch: Es wurde behauptet, ich richte mich gegen den Darwinismus, gegen Neurowissenschaft oder gegen die Wissenschaft als solche. Am schwersten wiegt der Vorwurf, ich hätte insgeheim eine religiöse Agenda, wie manche behaupteten.</p>
<p>Um dies klarzustellen: Ich sehe die Neurowissenschaft (die mein eigenes Forschungsgebiet war) als eines der größten Monumente des menschlichen Intellektes an; ich halte den cartesianischen Dualismus für einen hoffnungslosen Fall; und ich glaube, dass Darwins Theorie von überwältigenden Belegen gestützt wird. Auch habe ich keine verborgene religiöse Agenda: Ich bin ein atheistischer Humanist. Und dies ist gerade der Grund, warum ich den Aufstieg des Biologismus mit solchem Schrecken verfolgt habe: Er ist die Konsequenz der weitverbreiteten Annahme, die einzige Alternative zu einem übernatürlichen Verständnis des Menschen sei ein streng naturalistisches, das uns nur als eine weitere Tierart ansieht und letzten Endes weniger als bewusste Agenten, denn als Materiefetzen, welche in die materielle Welt eingewoben sind.</p>
<p>Damit erweist man der Menschheit einen großen Bärendienst, weil ich denke, dass wir so viel mehr sind als talentierte Schimpansen. Die Analyse des „gewöhnlichsten“ Augenblickes im menschlichen Leben enthüllt Wissen, Fähigkeiten, Emotionen, Intuitionen, eine Vorstellung der Vergangenheit und der Zukunft und einer unendlich elaborierten Welt, die anderswo in der belebten Welt nicht anzutreffen sind.</p>
<p>Biologismus hat zwei Varianten: „Neuromanie“ und „Darwinitis“. Neuromanie entsteht aus dem Glauben, das menschliche Bewusstsein wäre in einigen Gehirnregionen identisch mit Nervenaktivität. Daraus folgt, dass man am besten herausfindet, was den Menschen wirklich ausmacht, wo unsere Überzeugungen herkommen, unsere Veranlagungen, unsere Moral und sogar unsere ästhetischen Genüsse, indem man einen Blick in die Gehirne von menschlichen Testpersonen wirft und dabei die neueste Scanner-Technologie einsetzt. Auf diese Art sollen wir lernen, was wirklich vor sich geht, wenn wir Erfahrungen haben, Gedanken denken, Emotionen fühlen, uns an Erinnerungen erinnern, Entscheidungen treffen, weise oder albern sind, das Gesetz brechen, uns verlieben und so weiter.</p>
<p>Die andere Variante ist Darwinitis, welche auf dem Glauben beruht, dass die Evolutionstheorie nicht nur den Ursprung der Spezies Homo sapiens erklärt – was sie natürlich tut – sondern auch, was Menschen heute sind; dass Menschen im Grunde nicht mehr sind als Organismen, die durch die Prozesse der natürlichen Selektion geformt wurden und nichts weiter.</p>
<p>Falls der Geist das Gehirn ist und das Gehirn ein evolviertes Organ (was es mit Sicherheit ist) dann folgt laut dieser Sichtweise, dass der menschliche Geist evolutionären Prinzipien unterworfen ist. Das egoistische Gen wird durch unsere Geist-Gehirne wirken, um die Wahrscheinlichkeit für das Überleben von Individuum oder Gruppe zu erhöhen. Bei dieser Arbeit assistieren ihm, wie einige Darwinitiker glauben, „Meme“. Diese sind „Einheiten der kulturellen Übertragung“ – wie „Toleranz für freie Rede“ oder „Stile der Architektur von Kathedralen“ – analog zu Genen (Einheiten biologischer Übertragung) – , deren einziger Zweck, wie der von Genen, die Fortpflanzung ist. Gene und Meme übertragen unterschiedliche Grade an Fitness auf Organismen, die ihre Vehikel sind (du und ich) und sie sind gleichermaßen der natürlichen Selektion unterworfen. Die Tatsache, dass wir bewusste Agenten sind, ist größtenteils irrelevant, abgesehen von ihrer Funktion als adaptive Illusion.</p>
<p>Diese Ideen konvergieren in diversen neuen „Wissenschaften“ wie Evolutionäre Psychologie. Die kleinen Wellen des Biologismus verbreiten sich weit und breit, sogar bis in die traditionellen Geistes- und Sozialwissenschaften. Neue Disziplinen mit Vorsilben wie „Neuro-“, „Evolutionär-“ oder „Neuro-Evolutionär-“ sind zunehmend im Trend, als würden geisteswissenschaftliche Akademiker nach anfänglichem Widerstand die Ansicht von E.O. Wilson übernehmen: „Soziologie und die anderen Sozialwissenschaften, inklusive der Geisteswissenschaften, sind die letzten Zweige der Biologie, die noch in die Moderne Synthese integriert werden müssen.“</p>
<p>Es gibt viele Gründe zu glauben, dass Neuromanie und Darwinitis nicht hinreichend erfassen können, was es bedeutet, ein Mensch zu sein, und viele Gründe, ihre Umbenennung der Geisteswissenschaften in „Tierwissenschaften“ abzulehnen. Der wichtigste Grund für die Ablehnung des Biologismus lautet, dass er auf der falschen Annahme beruht, das menschliche Bewusstsein wäre identisch mit Gehirnaktivität und der Geist sei ein Bündel von „Apps“, die von der natürlichen Selektion auf uns übertragen wurden.</p>
<p>Niemand, der noch ganz bei Trost ist, würde leugnen, dass das Gehirn eine notwendige Bedingung von jedem Aspekt unserer Aufmerksamkeit ist, vom kleinsten Kitzeln einer Empfindung bis zum großartig konstruiertesten Selbstempfinden. Daraus folgt nicht, dass es sich um eine hinreichende Bedingung handelt. Der weitverbreitete Glaube, die Wahrnehmung eines Aufleuchtens des Gehirns, wenn zum Beispiel eine Person etwas erlebt, wäre identisch mit der Wahrnehmung des Erlebnisses, liegt in einer Verwechslung von Korrelation und Kausalität begründet und einer Verwechslung von Kausalität und Identität.</p>
<p>Hier ist das grundlegendste von vielen Problemen mit dieser Idee. Das Gehirn ist ein Stück Materie. Das Konzept eines materiellen Objekts, wie es die physikalischen Wissenschaften näher bestimmen, besteht ja gerade in etwas, das keine intrinsische Erscheinungsform hat. Denken Sie an einen Felsen: Man kann ihn sich von vorne ansehen, von hinten, von oben oder unten, von innen oder außen, von nahe dran oder aus einer Entfernung. Jede dieser Perspektiven ist assoziiert mit einer anderen Erscheinungsform und gewiss kann keine von ihnen die Erscheinungsform des Felsen an sich sein. Ohne Perspektiven gibt es keine Erscheinungsform. In der Abwesenheit von Bewusstsein hat Materie keine sekundären Qualitäten wie Farbe, Geruch, Wärme und so weiter. Noch weniger ist sie in der Lage (was eine zentrale Funktion des Bewusstseins ist), andere Dinge eine Erscheinungsform haben zu lassen – was passiert, wenn die Welt mir erscheint. Nur magisches Denken könnte die Fähigkeit, Dinge eine Erscheinungsform haben zu lassen, auf ein Stück Materie wie das Gehirn übertragen.</p>
<p>Wir müssen der Denkweise widerstehen und sie loswerden, welche hinter Darwinitis und Neuromanie steckt. Und an dieser Stelle wird es interessant.</p>
<p>Nachdem wir „einigen Müll, der dem Wissen im Weg liegt“, um John Lockes Ausspruch zu gebrauchen, weggeräumt haben, müssen wir uns einer positiven Herausforderung widmen: Wir müssen ein Verständnis davon formulieren, wer und was wir sind, ohne dem Szientismus zu erliegen, der die gesamte Welt, inklusive uns selbst, als Materiestücke ansieht, die letztlich den Gesetzen der materiellen Natur hilflos ausgeliefert sind; und ohne alternativ auf übernatürliche Geschichten zurückzufallen, wie es kommt, dass wir so anders sind. Die Arbeit an dieser Aufgabe hat bereits begonnen – vor allem seitens der Philosophen des Geistes, die aus der neuro-materialistischen Orthodoxie ausbrechen.</p>
<p>Philosophen wie Andy Clarke, Teed Rockwell, Alvin Noe und Michael Wheeler haben jenseits des (alleinstehenden) Gehirns nach dem Aufenthaltsort des Bewusstseins gesucht. Sie argumentieren, dass (um Rockwells Worte zu gebrauchen), „selbst die privatesten, subjektiven, qualitativen Aspekte des Menschen im Gehirn-Körper-Welt-Geflecht verkörpert“ seien. Für Philosophen, die mit der Vorstellung aufgewachsen sind, der Geist wäre die rechnerische Aktivität des Gehirns, ist diese „Maximierung [des] Geistes“ (um Andy Clarkes Ausdruck zu gebrauchen) schockierend heretisch. Doch die Entwicklung einer Kognitionswissenschaft, in welcher Gehirn, Körper und Welt ineinander greifen und Faktoren „außerhalb der Haut“ ein vollständiger kognitiver Status gewährt wird, fordert nur dann einen Widerspruch heraus, falls wir den unausweichlich relationalen Aspekt des Bewusstseins nicht sehen können, welcher mit der „Worüberkeit“ oder Intentionalität von Wahrnehmungen anfängt und in den komplexen Bezugsstrukturen von Überzeugungen, faktischem Wissen und normativem Sinn näher ausgeführt wird, die den Großteil unseres Bewusstseins ausmachen. Diese Beziehung kann nicht zu einer kausalen Interaktion zwischen einem Stück Materie (einem wahrgenommenen Objekt zum Beispiel) und einem anderen (einem Gehirn) reduziert werden. Durch Energie vermitteltes Auftreffen von A auf B (zum Beispiel das Licht, das in das Auge eintritt) erzeugt nicht die Erscheinung des Auftreffenden (das Objekt) auf das Gehirn (das Getroffene). Wenn eine Wolke über einem Pool vorüberschwebt, dann ist die Reflektion der Wolke im Pool nicht die Erscheinung der Wolke in dem oder für den Pool. Auf diese Weise lässt sich die Wahrnehmung unseres Daseins in der Welt nicht erzeugen.</p>
<p>Diese neue Philosophie ist ein ermutigender Beleg, dass das „kulturelle Zusammenzucken“ der Philosophie vor der Autorität der Wissenschaft, welche die Philosophie des 20. Jahrhunderts in der englischsprachigen Welt dominierte, endlich abnehmen könnte. Aber geht sie weit genug? Das Gehirn steht noch immer im Zentrum des Denkens vieler „Maximierer“. Einige Philosophen, welche von den unüberwindlichen Schwierigkeiten im aktuellen Denken über das Geist-Körper-Problem beeindruckt wurden, insbesondere David Chalmers und Galen Strawson, haben die Frage aufgeworfen, ob wir überhaupt mit dem Gehirn anfangen sollten, wenn wir nach einer Quelle des Geistes suchen. Vielleicht ist der Geist weiter verbreitet im Material, aus dem die Welt gemacht ist. Chalmers und Strawson haben auf unterschiedliche Art den „Panpsychismus“ adoptiert – die Idee, dass Bewusstsein und Aufmerksamkeit in den Stoff des angeblich materialistischen Universums selbst eingenäht sind. Chalmers hat argumentiert, dass Bewusstsein oder Proto-Bewusstsein so grundlegend sei für die materielle Welt wie Masse oder Ladung oder Spin. Und Strawson findet winzige Bewusstseinspäckchen in Elementarpartikeln.</p>
<p>Dies erzeugt für die Geist-Gehirn-Identitätstheorie (welche die Entstehung von Bewusstsein in einem bestimmten materiellen Objekt – dem Gehirn – nicht erklären könnte) das gegenteilige Problem; nämlich zu erklären, wie es kommt, dass so wenige Objekte ein Bewusstsein haben. Der überwältigende Teil des Universums scheint aus etwas zu bestehen, das noch weniger aufmerksam ist als der schläfrigste Mensch. Es ist unklar, wie sich der Staub des Proto-Bewusstseins im Falle einer Wesenheit wie mir zu einem selbstbewussten Agenten zusammenfügt, der in einer erfahrbaren Welt handelt, während er sich in Kieselsteinen nicht einmal zu einem Kribbeln zusammenfügt. Noch ist klar, worüber sich der „Bewusstseinsstaub“ bewusst wäre.</p>
<p>Ich erwähne diese Theorien, weil sie darauf hinweisen, dass jene, welche die Probleme mit der Geist-Gehirn-Identitätstheorie vollständig erfasst haben, nun bereit sind, außerhalb der aktuellen Orthodoxie zu denken, ohne dem Schmalz von Gurus auf den Leim zu gehen, obwohl für einige (vornehmlich Searle) der Panpsychismus genau das ist. Und sie haben den zusätzlichen Vorzug, sich nicht auf Quantenmechanik (QM) zu beziehen, um mysteriöse Eigenschaften des Bewusstseins zu erklären. Es wurde zum Beispiel vorgeschlagen, dass das Phänomen der „Quantenkohärenz“, das in den Membranen der Neuronen stattfinde, der Einheit des bewussten Augenblicks zugrunde liegen könne, in dem unzählige Sinneseindrücke, Wahrnehmungen, Gedanken, Emotionen und Erinnerungen zu einer subjektiven Einheit gehören. Erklärungen, die auf der QM aufbauen, teilen den Fehler des Panpsychismus – nämlich, dass sie nicht erklären, wie nur eine kleine Minderheit von Dingen im Universum (fühlende Wesen) ein Bewusstsein haben können, während der Rest keines besitzt. Die QM betrifft schließlich Kieselsteine ebenso wie die Materialien unseres Gehirns. Und QM-basierte Erklärungen haben ein ganz eigenes Problem: In der Abwesenheit einer Messung (eine Handlung eines bewussten Wesens) sind die grundlegenden Bestandteile des Universums unbestimmt; zum Beispiel bestimmt die Messmethode, ob ein grundlegender Materiebestandteil die Form einer Welle oder eines Teilchens annehmen soll. Ohne Messung ist es weder das eine, noch das andere. Kurz gesagt geht die QM von der gegebenen Existenz dessen aus, was sie zu erklären hat: Den bewussten Beobachter. Und (darf ich es sagen?) sich bei der QM nach Hilfe umzusehen ist recht seltsam angesichts der Tatsache, dass ihre größten Verteidiger (zum Beispiel Richard Feynman) sich einig sind, dass sie trotz ihrer atemberaubenden Effizienz bei der Vorhersage beobachteter Eigenschaften der Welt und ihrer führenden Rolle bei der Entwicklung neuer Technologien, unverständlich ist.</p>
<p>Doch wenn sich der Rauchvorhang der Pseudo-Erklärungen von Neuromanie und Darwinitis aufzulösen beginnt, kommen wirklich interessante Fragen ans Tageslicht – vor allem über den grundlegenden Stoff oder die grundlegenden Stoffe, aus denen die Welt gemacht ist. Wir Atheisten haben einen guten Grund, ontologische Agnostiker zu sein und zu glauben, dass alles möglich ist. Wie Jerry Fodor (einer der führenden Vertreter der Computer-Theorien des Geistes) es ausdrückte: „Die Revisionen unserer Konzepte und Theorien, die irgendwann erforderlich sein werden, damit wir uns eine Lösung vorstellen können, werden wahrscheinlich sehr tiefgehend sein und sehr beunruhigend. Es gibt kaum etwas, von dem wir uns nicht vielleicht lösen müssen, bevor das harte Problem [des Bewusstseins] mit uns fertig ist.“</p>
<p>Bevor wir jedoch eine klarere Vorstellung haben über die Natur des Bewusstseins selbst, werden wir nicht in der Lage sein, tiefgründig genug über das spezifisch menschliche Bewusstsein nachzudenken. Dies veranschaulicht das neueste Buch des Neurowissenschaftlers V.S. Ramachandran, The Tell-Tale Brain, in dem er (berechtigterweise) versichert, dass „Menschen die Affen zum selben Grad hinter sich lassen wie das Leben profane Physik und Chemie hinter sich lässt“, dann aber trotzdem fortfährt zu erklären, die Unterschiede würden aus Spiegelneuronen resultieren (Neuromanie) und unsere Würdigung von Picasso ließe sich anhand der Präferenzen verstehen, die Silbermöwen für „übernormale Auslöser“ hätten (Darwinitis).</p>
<p>Kurz gesagt werden wir den Blick verlieren für den gewaltigen Unterschied zwischen uns und anderen Kreaturen, für unsere einzigartig bewusste Eigenschaft als Handlungsträger und dessen Bühne, für die unendlich komplexe menschliche Welt, die wir erschaffen haben, solange wir das Bewusstsein in das materielle Objekt in unserem Schädel quetschen. (Und wir werden noch schwerwiegender in die Irre geführt, wenn wir diesen Fehler verschärfen und getrennte zelebrale Quartiere der „Weisheit“, „Kreativität“ und all der Normen, Institutionen und abstrakten Bezugssysteme zuweisen, welche die gewöhnlichste Stunde unseres täglichen Lebens vom tierischen Leben absetzen.) Dies verleumdet nicht nur die Menschheit, sondern diskreditiert auch die Neurowissenschaft. Wir leiten, rechtfertigen und entschuldigen unser Verhalten nach allgemeinen und abstrakten Prinzipien; wir erschaffen die großen Artefaktlandschaften von Städten, Gesetzen und Institutionen, die der Natur unbekannt sind; unterhalten Theorien über unsere eigene Natur und über die materielle Welt; erzählen unsere Leben und setzen diese Erzählungen in Beziehung zu einer individuellen und geteilten Geschichte; und wir erforschen die Ordnung der Dinge und die Kausalitätsmuster und die physikalischen Gesetze, welche dieser Ordnung zugrunde liegen, systematisch.</p>
<p>Die Bedeutung davon für die Zukunft des Humanismus ist offensichtlich. Unsere Untersuchung des Menschen muss nicht von der Annahme eingeschränkt werden, wir würden unsere Besonderheit leugnen müssen, falls wir religiöse Erklärungen unserer besonderen Natur ablehnen. Im Gegenteil können wir die vollkommen offenkundigen Tatsachen unserer grundlegenden Unterscheidung selbst von unseren nächsten Primatenverwandten akzeptieren – etwas, das wir zu sehr für selbstverständlich zu halten neigen, wann immer wir es nicht leugnen – und anfangen, interessante Fragen zu stellen, wie wir so grundlegend anders geworden sind. Auf jeden Fall müssen wir nicht glauben, die einzige Alternative zu übernatürlichen Erklärungen des Menschen wären naturalistische, die Menschen als Teil der Biosphäre betrachten und ultimativ der materiellen Welt, an ihre Gesetze gebunden. Diese Annahmen herauszufordern und auf die Möglichkeit vollkommen anderer Perspektiven aufmerksam zu werden verspricht ein aufregendes intellektuelles, ja spirituelles Abenteuer zu werden. Im Augenblick sollten wir die Lücken in unserem Wissen und in unserem Verständnis ebensowenig mit pseudowissenschaftlichen Erklärungen stopfen, wie wir sie mit Göttern und ihren göttlichen Kräften füllen sollten. Es spricht viel dafür, sich von „Eicheln und Gras der Erkenntnis“ zu nähren (um Nietzsches pointierte Formulierung zu gebrauchen) für eine Wahrheit, die wir noch nicht entdeckt haben.</p>
<p>© Raymond Tallis/New Humanist</p>
<p>Quelle: <a href="http://newhumanist.org.uk/2633/undiscovered-by-raymond-tallis-julyaugust-2011">http://newhumanist.org.uk/2633/undiscovered-by-raymond-tallis-julyaugust-2011</a></p>
<p><strong>Raymond Tallis</strong></p>
<p><a href="http://www.raymondtallis.com/">Raymond Tallis</a> ist emeritierter Professor der geriatrischen Medizin. Er schrieb Lehrbücher über die Neurologie des Alters, bekam zwei Ehrendoktortitel für seinen Anteil an der wissenschaftlichen Literatur über Alterskrankheiten und er engagiert sich wie Terry Pratchett für <a href="http://www.dignityindying.org.uk/">Dignity in Dying</a>; eine britische Organisation, die für Sterbehilfe eintritt.</p>
<p>Tallis ist ein engagierter säkularer Humanist und Schriftsteller, der mit <a href="http://www.amazon.de/Enemies-Hope-Raymond-Tallis/dp/0312224176">Enemies of Hope</a> ein Standardwerk gegen die postmoderne Philosophie verfasste. In <a href="http://www.amazon.de/Why-Mind-Not-Computer-Neuromythology/dp/0907845940/">Why the Mind Is Not a Computer</a> argumentiert er gegen die Auffassung in weiten Teilen der Psychologie, der menschliche Geist wäre mit Computern zu vergleichen. <a href="http://www.amazon.de/Aping-Mankind-Neuromania-Darwinitis-Misrepresentation/">Aping Mankind</a> (2011) ist sein aktueller Versuch, Materialisten zu überzeugen, dass der menschliche Geist nicht auf Materie reduziert werden könne.</p>
<p><strong>Deutsche Übersetzung</strong>: Andreas Müller (siehe sein aktuelles Buch <a href="http://www.amazon.de/dp/B005MKD83O">Ist der Wald endlich tot?</a>); mit freundlicher Genehmigung von Raymond Tallis und Caspar Melville, Chefredakteur des <em>New Humanist</em>.</p>
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		<title>Lying-Rezension auf Amazon</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Sep 2011 08:25:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine bescheidene Wenigkeit hat eine weitere Rezension zum neuen Buch von Sam Harris geschrieben, diesmal für Amazon. Nein, es ist keine &#8220;Lügen-Rezension&#8221;, sondern die blanke Wahrheit, soweit sie mir offenbart wurde: http://www.amazon.de/Lying-Kindle-Single-ebook/dp/B005N0KL5G Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ein lautstarker Atheist wie Sam Harris seine skeptischen Schäfchen nun davon überzeugen möchte, dass Lügen eine [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=feuerbringer.com&amp;blog=7245451&amp;post=9510&amp;subd=feuerbringer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine bescheidene Wenigkeit hat eine weitere Rezension zum neuen Buch von Sam Harris geschrieben, diesmal für Amazon. Nein, es ist keine &#8220;Lügen-Rezension&#8221;, sondern die blanke Wahrheit, soweit sie mir offenbart wurde:</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Lying-Kindle-Single-ebook/dp/B005N0KL5G">http://www.amazon.de/Lying-Kindle-Single-ebook/dp/B005N0KL5G</a></p>
<blockquote><p>Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ein lautstarker Atheist wie Sam Harris seine skeptischen Schäfchen nun davon überzeugen möchte, dass Lügen eine Sünde ist.</p></blockquote>
<p>Wäre sehr cool, wenn ihr mein Büchlein auch mit einer Besprechung segnen könntet. Es steht da so nackt herum und friert, das arme:</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/dp/B005MKD83O">http://www.amazon.de/dp/B005MKD83O</a></p>
<p>Dafür habe ich mal wieder einen Wissenschaftler für euch organisiert, der in Kürze einen längeren Gastbeitrag für &#8220;Aufklärung 2.0&#8243; anzubieten hat.</p>
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