
Seit Januar 1980 gibt es nun schon die deutsche Punk-Band Oberste Heeresleitung. Diese Tatsache hat gewiss keine Begeisterungsstürme in der Punk-Szene ausgelöst, wenn auch immerhin einen Coversampler namens “Waffenbrüder” zu Ehren einer der ältesten Punk-Bands überhaupt. Noch niemals hat irgendwer, außer vielleicht einigen treuen Fans, verstanden, worum es OHL eigentlich geht, obwohl sie seit 30 Jahren mehr oder minder dasselbe sagen. Die Wikipedia-Seite zur Band spiegelt die Verwirrung gut wider.
OHL ist es tatsächlich gelungen, selbst für die Punk-Szene zu unkommerziell und nicht uniform genug zu sein.
Ihre Plattencover zeigen meist Kriegsbilder vom Ersten und Zweiten Weltkrieg. Alben tragen Titel wie “Feindkontakt”, “Zurück zur Front” und “Krieg der Kulturen”. Die Lieder heißen zum Beispiel “Gott mit uns”, “Ein Volk ein Reich ein Führer”, “Stolz deutsch zu sein” oder “Der heilige Krieg”. Kein Wunder also, dass die Reading-by-Title-Fraktion sie unter Nazi-Punk einordnete. Ihre zahlreichen Songs gegen Kommunismus und gegen 68er-Pazifisten passten gut ins Bild. Andererseits hat man ihnen vorgeworfen, “CDU-Punk” zu machen, weil sie Kommunismus und Nationalsozialismus gleichsetzen. Zugleich sind sie ja eine Punk-Band, vielleicht sind sie also Anarchos und einfach gegen alle politischen Richtungen, wie auch angenommen wurde.
Aber die Wahrheit ist eine andere.
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