Ein falsches Wissenschaftsverständnis hat uns überzeugt, dass wir nicht mehr wären als unsere evolvierten Gehirne.
Jedoch, so argumentiert Neurowissenschaftler und Philosoph Raymond Tallis im folgenden Gastbeitrag für Aufklärung 2.0, bereitet eine umfassendere Philosophie über den Menschen den Gegenschlag vor.
Was ist los in London? Drei Dinge: 1. Der Wohlfahrtsstaat mit seinen Auswirkungen Fatalismus, Nihilismus, Ressentiments gegen Regierung, Ober- und Mittelschicht und 2. Die Kultur der Unterschicht, nämlich rücksichtsloser, kurzsichtiger, egozentrischer Hedonismus und ethischer Relativismus und 3. Die Plünderer sind miese Bastarde. Im Detail lernt man die Segnungen von Wohlfahrtsstaat und Unterschichtskultur in den Büchern des ehemaligen britischen Gefängnisarztes Theodore Dalrymple kennen – hier finden Sie deutsche Übersetzungen von einigen seiner Artikel.
Bevor ich näher auf die britischen Plündereien eingehen kann, habe ich einen anderen Artikel fertiggestellt, der sich ebenfalls mit Dalrymples reichhaltigen Erfahrungen mit Kriminellen und der britischen Unterschicht auseinandersetzt. Es geht konkret um den Zusammenhang von Kriminalität und der geforderten Legalisierung harter Drogen, die im Milieu der Plünderer weit verbreitet sind. Dalrymple argumentiert gegen die Legalisierung. Ein Leser hat mir nach Lektüre seines Artikels zum Thema geschrieben, er hätte seine naiv-liberale Position nun geändert. Es folgt eine Zusammenfassung von Dalrymples Argumentation, für deutschsprachige Leser zugänglich gemacht: Read the rest of this entry »
Hm. Er ist wirklich gut. Auch aus liberaler Sicht gibt es Argumente für die Einschränkung des Drogenverkaufs, nämlich wenn deren Legalität die Kriminalität oder die Unfallgefahr erhöht und damit Rechte und Freiheiten Unbeteiligter beeinträchtigt werden. Oder, wenn die Legalität dazu führt, dass Minderjährige leicht an Drogen herankommen. Read the rest of this entry »
Leben ist nicht gleich Leben – oder? So heißt der Titel der horizonte-Sendung, die Andrea Fischer (ehemalige Gesundheitsministerin) gegen Peter Singer antreten lässt. Nun, das war hoffnungslos für Andrea Fischer.
Ich bin sogar einigermaßen erschüttert, wie wenig Ahnung Andrea Fischer von Philosophie und speziell Ethik hat. Sollte man als Gesundheitsministerin sich nicht wenigstens ein wenig Grundwissen in der Bioethik aneignen? Welche Position sie am Ende auch vertreten mag, so sollte sie in der Lage sein, sie halbwegs anständig zu begründen – das ist sie aber nicht. Was sie sagt, klingt irgendwie nett und das muss uns wohl genügen.
…ist doof, findet Russel Crowe (Gladiator) in einem aktuellen Twitter-Beitrag: “Beschneidung ist barbarisch und dumm”. Finde ich auch; es ist ein Irrtum, anzunehmen, dass diese Praxis medizinisch sinnvoll wäre. Jeff Dunetz glaubt, Crowe wüsste nur nicht, dass die Beschneidung ein kulturell-religiös wichtiges Ritual für Juden und Muslime sei. Natürlich ist der Antisemitismus-Verdacht auch nicht weit. Read the rest of this entry »
Die beste Mutter ist jene, die ihre Kinder nur aus Spaß an der Freude abtreibt, am besten alle paar Monate eines. Das sind die Top-Feministen, sie bekommen das Mutterkreuz von diesem fatalistischen Todeskult, der wahr und wahrhaftig behauptet, dass Mütter keine Gefühle hätten und alles andere nur religiöse Propaganda wäre. Ich traue Frauen ja bekanntlich vieles zu, aber das halte ich für einen Mythos.
Die Pro-Choice-Frau, über deren Kommentar ich mich hier aufregte, versichterte nun, dass ich mich durchaus irrte mit meiner Aussage, dass Frauen etwas für ihr ungeborenes Kind empfinden würden. Sie stellte fest, keinerlei Problem mit ihrer Abtreibung gehabt zu haben, die sie durchführen ließ, weil die Verhütung mal nicht geklappt hat. Read the rest of this entry »
Ich habe im letzten Singer-Beitrag skandalöserweise geschrieben, dass Abtreibung zwar legal sein sollte, dass es aber auch etwas ist, das man aus Eigeninteresse vermeiden sollte.
Zunächst einmal eine allgemeine Feststellung: Nicht alles, was legal ist oder legal sein sollte, ist unbedingt wünschenswert für Individuum und/oder Gesellschaft.
Da ich mich heute mit Krafttraining ordentlich malträtierte, sollte ich es in Zukunft vielleicht lieber mit homöopathischem Krafttraining versuchen: Ich verdünne meinen Trainingsplan so lange, bis ich gleich zu Hause bleibe. Das wirkt dann umso besser und auf einmal bin ich total fit.
1. Kriminelle nehmen Drogen. Drogen machen nicht kriminell.
2. Drogen eröffnen keine neuen Wahrnehmungshorizonte.
3. Es ist einfach, Drogen aufzugeben. Aus medizinischer Sicht ist keine Reha-Klinik erforderlich (obwohl sie zur psychologischen Hilfe nützlich sein können).
4. Konsumenten sind verantwortlich für den Drogenkonsum, nicht die Drogen. Menschen sind auf die selbe Art drogenabhängig, wie sie frühstücksabhängig sind.
5. Der Wohlfahrtsstaat begünstigt Drogenkonsum, weil er den Menschen Lebenssinn raubt – nämlich zu leben und zu arbeiten.
6. Die Ursache für Drogenkonsum ist Ahnungslosigkeit darüber, wie man lebt. Kein Lebenssinn, keine Kultur, keine täglichen Gewohnheiten, keine Motivation, das Leben zu ändern. Drogenkonsum ist ein Symptom von Verwahrlosung.
7. Legalisierung ist nicht entscheidend. Schlechte Ideen sind das Problem, falsche Entscheidungen.
8. Mao Zedong war der erfolgreichste Drogentherapeut. Er sagte den chinesischen Drogenkonsumenten, dass sie entweder damit aufhören, oder erschossen werden. Hat funktioniert. (Was nicht heißen soll, dass dies eine gute Methode wäre, sondern der interessante Teil ist, dass dies überhaupt funktioniert hat).
Wenn ich meine Ansichten grundlegend verändern muss aufgrund einer sich mir neu und überzeugender präsentierenden Faktenlage, fühle ich mich komischerweise zunächst dümmer als vorher. Nun ja, wenigstens weiß ich es jetzt besser.
“Ich denke, es ist wichtiger, dass die Leute nicht trinken, als dass sie intellektuell konsistent sind.”
So kann man es auch sehen.
Persönlich nehme ich überhaupt keine Drogen, weil ich die volle Leistungsfähigkeit meines Gehirns benötige. Zur Nachahmung empfohlen.
Sieht ganz so aus, vergleicht man die Strahlenbelastung laut dieser Grafik von xkcd.com. Demnach kann man ein ganzes Jahr lang innerhalb eines 50-Meilen-Radius eines Atomkraftwerks leben und bekommt noch immer weniger Strahlung (0.09 Mikrosievert) ab, als wenn man eine Banane (0.1 Mikrosievert) isst. Ein Flug von New York nach L.A. kommt auf 40 Mikrosievert.
Wer jedes Jahr von New York nach L.A. fliegt und dabei eine Banane isst (bei 80 Jahren sind das 3.208 Millisievert), der braucht also viel mehr Mut, als jemand, der sein ganzes Leben neben einem Atomkraftwerk lebt (bei 80 Jahren sind das 0.0072 Millisievert). Natürlich geschieht beiden rein gar nichts.
Die geringste Jahresdosis, die nachweisbar das Krebsrisiko erhöht, sind 0,1 Sievert oder 100 Millisievert (mSv). Ein Mikrosievert sind 0.000 001 Sievert. Ein Millisievert sind 0.001 Sievert.
Neben einem Kohlekraftwerk zu leben, ist mehr als dreimal so gefährlich, als neben einem Atomkraftwerk zu leben (und, wie ihr euch denken könnt, noch immer vollkommen harmlos).
Wer an zwei Orten 50 Kilometer nordwestlich von Fukushima (gemessen am 16.3 und am 17.3.) einen Tag lang lebt, bekommt etwa 3.6 Millisievert an Strahlung ab. Ein Tag Tschernobyl (2010) schlägt mit 144 Millisievert zu Buche (100 pro Jahr sind der Minimalwert, der nachweislich das Krebsrisiko erhöht, 400 auf einmal verursacht Symptome von Strahlenvergiftung). Den Urlaub also lieber in Fukushima planen, denn ein Tag Tschernobyl erhöht leicht das Krebsrisiko, während ein Tag Fukushima völlig egal ist.
Aber diese Bananen… die waren mir schon immer suspekt.
Ergänzung: Son Mist, jetzt hab ich mich darauf fokussiert, wie “Fukushima” heißt und hab “Fokushima” draus gemacht. Memo an mich. Nie wieder Fokushieren!
Führen Impfstoffe zu Autismus? Nein. Das war einfach. Wenn die Gegenseite keine Belege bringt, können wir die Beine hochlegen.
Penn & Teller, Amerikas TV-Skeptiker, machen es sich nicht ganz so einfach und sehen sich die Behauptungen von Impfgegnern wissenschaftlich und mit ihrem typischen Sarkasmus näher an:
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Homöopathie aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen wird.
Die Streichung soll so lange fortbestehen, bis eine Wirksamkeit dieser pseudowissenschaftlichen Methode nachgewiesen wird.
Begründung
Es gibt bisher keine nachgewiesene Wirkung von homöopathischen Medikamenten; es gibt keinen medizinischen Nutzen.
Durch eine bevorzugte Erstbehandlung mit homöopathischen Mitteln kommt es zu Krankheitsverläufen, die anschließend mit einem erhöhten Aufwand an wissenschaftlicher Medizinversorgung ausgeglichen werden müssen.
Die Kostenübernahme verursacht überflüssige Ausgaben, die gespart werden können.
Sämtliche Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen haben ein Anrecht, dass die gezahlten Beiträge effizient und wirkungsvoll eingesetzt werden. Die Kostenübernahme spiegelt dagegen eine von den Krankenkassen anerkannte medizinische Wirksamkeit vor, da sie diese auch bezahlen. Dies wurde bisher aber noch nie nachgewiesen.
Die Homöopathie ist in vielen Ländern – u.a. aufgrund aufgeführter Begründungen – aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen worden
Am 18. Juli 2010 hat der Philosoph Edgar Dahl in Nürnberg einen Vortrag gehalten über die Frage, ob die technologische Verbesserung menschlicher Fähigkeiten die Menschenwürde verletzen würde. Insbesondere ging es um die „Happy Pills“, um Pillen zur Steigerung der Glücklichkeit.
Die Beiträge für die öffentliche Krankenversicherung steigen rapide an. Nun wird alles Überflüssige weggestrichen, um Kosten zu sparen. Die SPD möchte den Krankenkassen nun verbieten, für Homöopathie zu zahlen. Wurde auch Zeit. Read the rest of this entry »
Alte Menschen (Foto: http://www.morguefile.com/archive/display/180952)
Es klingt wie eine Frage aus einem Schulbuch für Grundschüler: Warum werden wir alt und sterben? Tatsächlich hat die Wissenschaft darauf aber noch keine eindeutige Antwort. Read the rest of this entry »