Großartiger Mann. Ich meine natürlich Douglas Murray, siehe auch meine Rezension seines Neocon-Manifests.
Monatsarchiv: Mai 2011
Die nicht an das Böse glauben
Die Reaktionen auf Bin Ladens Tod zeigen, wohin es in der Praxis führen kann, wenn man das Konzept von „gut“ und „böse“ verwirft. Man sollte diese Begriffe gewiss innerhalb einer säkularen Ethik definieren, was auch kein Problem darstellt, da sogar die zentralen Elemente der katholischen Definition von „böse“ schon immer weltlich gewesen sind. Die meisten Menschen im Westen haben ein sinnvolles Verständnis von „gut“ und „böse“.
Inzwischen ist die Lage so dramatisch mit dem ethischen Relativismus in der Linken und in der politisch korrekten Öffentlichkeit, dass selbst Evangelikale mit ihrem metaphysischen Begriff des Bösen wichtige Aspekte der Welt besser verstehen als diese, wie der Religionskritiker Sam Harris mehrmals anmerkte. Mit der Ablehnung des Bösen ist oftmals auch ein grober Missbrauch der Religionskritik verbunden, da Linke Gläubigen die finstersten, mittelalterlichen Vorstellungen unterstellen, wann immer sie irgendwelche ethischen Differenzierungen vornehmen. Read the rest of this entry »
Ist Wissenschaft eigentlich Wissenschaft?
Eine Reihe von Studien belegt, dass amerikanische Forscher stark überwiegend eine linke Ausrichtung haben, nicht nur in den Geisteswissenschaften, sondern auch in den Naturwissenschaften und in der Mathematik. Dies begründet sich nicht durch die unterschiedliche Qualifikation von Linken und Konservativen, sondern durch eine politische Selektion an Universitäten, die mit dem “Marsch durch die Institutionen” der 68er-Generation begonnen hat. Read the rest of this entry »
Woher die Trauer über Bin Ladens Tod?
Gut, ich nannte Bin Ladens Tod zwar auch eine “Tragödie”, aber nur als Aufhänger für einen philosophischen Essay über die Willensfreiheit, der am Ende darauf hinausläuft, dass wir uns eigentlich freuen sollten über Bin Ladens Tod. Read the rest of this entry »
Zwei Tage im Leben eines Skeptikers
Meinem Ruf zufolge bin ich 24 Stunden täglich im Internet, aber das stimmt nicht, tatsächlich erzeuge ich nur die genial eingefädelte Illusion, 24 Stunden online zu sein. Ich habe ein paar Fotos davon gemacht, was ich wirklich so tue an zwei beliebigen Wochentagen. Read the rest of this entry »
Passagiere vertreiben Muslime aus US-Flugzeug?
So lautet jedenfalls der Titel eines Welt-Artikels über zwei Imame in gänzlich unverdächtigem Aufzug (“traditionelle muslimische Kleidung”), die ein Flugzeug verlassen mussten, weil Passagiere offenbar Angst vor ihnen hatten. Islamkritiker Robert Spencer vermutet, dass etwas mit dieser Geschichte nicht stimmt, unter anderem, weil die Männer gerade auf dem Weg waren zu einer Konferenz über Islamophobie und, ach, die Ironie!
Die Fluglinie hat sich bereits entschuldigt und Ersatzflüge angeboten, obwohl sie den Vorfall noch untersucht. Einer der beiden Imame vergleicht sich schon mit Rosa Parks. Read the rest of this entry »
Das neue Imperium
Imperialismus kann unter bestimmten Bedingungen der Menschheit dienen und die USA sollte als neue Imperialmacht global für Ordnung sorgen, oder China oder Indien werden diese Aufgabe übernehmen. So lautet die These, die der Ökonom Deepak Lal in seinem Buch In Praise of Empires vertritt.
Er setzt sich außerdem kritisch mit den ebenfalls imperialen Konzepten der Neocons auseinander und richtet sich gegen deren moralischen und weltanschaulichen Imperialismus. Stattdessen tritt er für einen Imperialismus ein, der sich auf zivile und ökonomische Freiheiten beschränkt. Mit anderen Worten soll die USA eine globale Freihandelszone etablieren, wo die individuelle Freiheit rechtlich geschützt ist, ohne jedoch die Demokratie und die christliche oder aufgeklärte Ethik zu verbreiten. Read the rest of this entry »
Robert Spencer über Merkel-Anzeige
Der Islamkritiker Robert Spencer hat Stellung bezogen zu der Anzeige eines Richters gegen Angela Merkel, weil sie ihre Freude über den Tod Bin Ladens ausdrückte:
Dhimmitude in Germany: Judge files complaint against Merkel for being glad that OBL is dead
Hamburg judge Heinz Uthmann wants Angela Merkel to shut up and play the dhimmi, as he does. “Judge Files Complaint against Merkel over Bin Laden Comments,” from Spiegel, May 6.
If any German court takes this seriously, Germany can be pronounced dead.
“Wenn irgendein deutsches Gericht das ernst nimmt, kann man Deutschland für tot erklären.”
So schauts aus, hier mein Kommentar zum Thema.
Denn sie glauben, dass sie gut wären
Ich habe schon ein paar Mal geschrieben, dass Humanisten aufhören sollten, sich für ihre Humanität gegenseitig zu beglückwünschen und stattdessen sollten sie lieber etwas Humanitäres tun. Christen sind weltweit humanitär aktiv, in jedem Gemeindebrief geht es um die Bekämpfung der Armut. Oftmals ist das sogar das Hauptthema dieser Gemeindebriefe.
Derweil definieren sich viele Humanisten über die Kritik der Gegenseite und ihre eigenen Anliegen wie Bevölkerungswachstum, Klimawandel, Umweltschutz, Tierschutz, Drogen, neue Technologien (säkulare Humanisten sind eher Befürworter als Gegner von neuen Technologien), Wissenschaftsvermittlung und Trennung von Kirche und Staat – das sind reguläre Themen in säkular-humanistischen Magazinen wie Free Inquiry – liegen zwischen “Unsinn” und “gerechtfertigt, aber relativ unwichtig im Vergleich zu Themen wie Bekämpfung von Armut, Krieg und Frieden, etc.”. Read the rest of this entry »
Für eine Preußen-Pause
Ich bin ja generell kein großer Preußenfan. Die autoritäre preußische Gesellschaft und vor allem die stets größer werdende Macht des Staates haben den Nährboden für die Nazis bereitet. Aber wenn heutzutage ein Richter die Kanzlerin anzeigt, weil sie Freude über die Unschädlichmachung eines der größten Todfeinde unseres Staates ausgedrückt hat, dann ist die Welt aus den Fugen und der Himmel wird uns sehr bald auf den Kopf fallen. Read the rest of this entry »
McDonald’s fördert evangelikale Missionierung mit Ihren Spendengeldern
Wie beim hpd zu erfahren, gelangt ein Teil der Spenden für die sogenannte “McDonald’s Kinderhilfe” in die Hände evangelikaler Missionierer!
Matthias Krause wies die Verantwortlichen auf ihre eigenen Richtlinien hin: Förderrichtlinien der McDonald’s Kinderhilfe in § 1 (Förderzwecke) Abs. (2) heißt: Ausgenommen sind auch Projekte und Einrichtungen mit politischem oder religiösem Inhalt bzw. Hintergrund.
Der von McDonald’s geförderten evangelikalen “Arche” (nicht zu verwechseln mit den gleichnamigen Altenheimen der EKD) geht es explizit um die “Vermittlung christlicher Werte”. Ferner: “Wissenschaftliche Erkenntnisse werden zwar unterrichtet, jedoch betrachtet man sie als vorläufig und es gilt diese in die biblische Weltdeutung einzuordnen.”
Die McDonald’s Kinderhilfe redet sich in ihrer Antwort auf Krause heraus: Zurecht weisen Sie darauf hin, dass unsere Förderrichtlinien unter § 1 Abs. 2 “Projekte und Einrichtungen mit politischem oder religiösem Inhalt bzw. Hintergrund” ausschließen. Hierbei geht es einzig um die mit unserer Satzung übereinstimmenden Projekte der zu fördernden Einrichtungen, nicht jedoch um deren Trägerschaft oder die persönliche Vita einzelner handelnder Personen.
Inzwischen sind die Richtlinien der Kinderhilfe einfach nicht mehr sichtbar auf der Website! So kann mans natürlich auch machen.
Die Spender, darunter Mitarbeiter von McDonald’s, von denen offenbar Spenden erwartet werden, werden kaum je wissen, dass die Kinder, denen sie helfen wollen, christlich-fundamentalistisch missioniert werden.
Ich bin besonders angepisst wegen der Vertuschungsaktion der McDonald’s Kinderhilfe. Das ist ein Tritt ins Gesicht für alle Spender.
Immerhin hatte ich bereits damit gerechnet und stets nur dem Tierschutz mein Kleingeld anvertraut (für den es auch eine Spendenbüchse in den Filialen gibt). Denn Tiere werden – hoffentlich – zumindest nicht christlich missioniert. Von McDonald’s.
Quelle: hpd.de
Korrektur: Sorry, nur ein Teil der Spenden, nicht alle, geht an die Arche.
Das vermaledeite Blogger-Phänomen
Sam Harris ist ähnlich aufgelegt wie ich, da auch er zu übertriebenen Reaktionen neigt, wann immer jemand etwas Unsinniges sagt. Ich empfinde eine Art von Empörung, wenn ich feststellen muss, dass Menschen ihr Leben an unsinnigen Ideen ausrichten. Ich schätze, es ist das philosophische Äquivalent zu religiösen Gefühlen. Wenn jemand mein Heiligtum, die Vernunft, schändet, verletzt dies meine philosophischen Befindlichkeiten. Read the rest of this entry »
Freue ich mich über Bin Ladens Tod?
Wie es immer so ist, schlägt sich auch diesmal die mediale Mehrheit der Deutschen (die sehr wahrscheinlich nicht die tatsächliche Mehrheit ist) auf die Seite jener friedenslüsternen USA-Kritiker, die vollends auf Seiten des Völkerrechtes stehen, der nationalen Souveränität (von Pakistan, diesem, *räusper*, wundervollen Reiseziel), des Dialogs und des überhaupt Guten. Meine ungute Fraktion schwankt derweil zwischen Freude über Bin Ladens Tod (siehe auch Richard Herzinger) oder einer utilitaristischen Abwägung mit “Gut, dass er weg ist” unterm Strich.
In gewisser Hinsicht bin ich auf Seiten der professionellen Mitfühler. Es ist schon traurig, dass Bin Laden erschossen werden musste. Ja, es ist eine Tragödie. Das meine ich nicht einmal ironisch.
(Warnung: Dieser Beitrag wird sehr abgehoben philosophisch)
We believe in salivation
Salvation = Erlösung; Salivation = Speichelbildung
Vielleicht sind meine schwulen Leser jetzt nicht mehr beleidigt wegen meinem Geschreibsel über die Vorzüge der traditionellen Familie. Falls doch: Read the rest of this entry »
Bin Laden kaputt
Ich denke, die Reaktion der US-Partygäste vor dem Weißen Haus ist die vernünftigste Reaktion auf die Tötung von Bin Laden und einer Reihe seiner Terror-Kumpels, darunter einer seiner Söhne, in seinem feinen Hotel in Pakistan. Read the rest of this entry »









