Eine Reihe von Studien belegt, dass amerikanische Forscher stark überwiegend eine linke Ausrichtung haben, nicht nur in den Geisteswissenschaften, sondern auch in den Naturwissenschaften und in der Mathematik. Dies begründet sich nicht durch die unterschiedliche Qualifikation von Linken und Konservativen, sondern durch eine politische Selektion an Universitäten, die mit dem “Marsch durch die Institutionen” der 68er-Generation begonnen hat.
Kritiker stellen darum die Frage, ob es überhaupt alles Wissenschaft ist, was an amerikanischen Universitäten betrieben wird, oder ob die Forschungsergebnisse manchmal von Gruppendenken und politischem Bias beeinflusst werden. Besonders heikel ist das Ergebnis aufgrund der Tatsache, weil die USA die Nation mit dem größten Output wissenschaftlicher Arbeiten ist. Der Großteil der Forschung stammt aus amerikanischen Universitäten.
Empirische Studien
Christopher F. Cardiff and Daniel B. Klein:
Faculty Partisan Affiliations in All Disciplines: A Voter-Registration Study
Gary A. Tobin and Aryeh K.Weinberg:
A Profile of American College Faculty Volume One: Political Beliefs and Behavior
Daniel B. Klein and Charlotta Stern:
Sociology and Classical Liberalism
(“Die Feststellung, dass der klassische Liberalismus unterrepräsentiert ist in der Soziologie, wäre eine große Untertreibung. Verboten wäre vielleicht passender.”)
David Horowitz and Joseph Light:
Representation of Ideological Perspectives
Mehr Studien: Students for Academic Freedom
Physiker und Comedian Vice Ebert erklärt in einem aktuellen Interview, wodurch sich Wissenschaft auszeichnet:
Wissenschaft ist ergebnisoffen. Das heisst: Wissenschaft lebt eigentlich davon, dass man sich permanent nach oben irrt und Experimente macht, um Theorien zu widerlegen und zu verbessern
Aber dies gilt offenbar nicht immer, wie Ebert weiter ausführt:
Sicher, viele Wissenschafter selbst torpedieren diese Haltung. Bleiben wir beim Klimawandel: da treten viele Spezialisten und Experten eben nicht als Wissenschafter, sondern als Politiker auf. Die gehen hin, haben Physik studiert und sagen tatsächlich: «Die Diskussion ist beendet.» Und das, obwohl sie ihre Modelle nicht falsifizieren können!
Nicht nur die Klimaforschung ist ideologisch stark beeinflusst. Man denke auch an die Art, wie Intelligenzforscher von ihren Kollegen und Vorsitzenden behandelt werden, oder die akademische Reaktion auf die Soziobiologie und auf die evolutionäre Psychologie.
Diese Forschungsbereiche zeichnen sich dadurch aus, dass sie tendenziell eher dem konservativen Menschenbild Recht geben. Schlechte Idee, wenn man an amerikanischen Unversitäten Karriere machen will. Siehe zu dem Thema beispielsweise Steven Pinkers Das unbeschriebene Blatt – und selbst er ist äußerst vorsichtig bei seiner Verteidigung der Intelligenzforschung.
In der Physik gibt es ein ähnliches, obgleich nicht politisch begründetes Phänomen: Die einseitige Förderung der String-Theorie-Forschung. Das war ein akademischer Trend, von dem man nicht behaupten kann, dass er die Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten so vorangebracht hätte, wie eine ausgeglichenere Förderung es getan hätte. Auch Wissenschaftler unterliegen also kollektiv Trends, Gruppendenken, politischen Vorurteilen – alles Dinge, die den Prinzipien der Wissenschaft entgegenlaufen.
Es ist insofern kein Wunder, dass so viele Amerikaner an der Evolution zweifeln, wenn die allermeisten Wissenschaftler einen linken Bias haben und wenn Wissenschaftler Ergebnisse vertuschen (wie bei der Intelligenzforschung) und kreativ auslegen (Klimawandel), um Karriere zu machen und um ihre politische Ideologie nicht zu verraten. Würde man statt auf die politische Ausrichtung von Kandidaten lieber auf ihre Qualifikation achten und die Aufteilung von Wissenschaftlern in politische Lager als Resultat ausgewogener gestalten, wäre die amerikanische Öffentlichkeit sicher bereit, der Forschung mehr Vertrauen zu schenken.
Eine letzte Anmerkung: Mir wird gelegentlich vorgeworfen, dass ich nicht im Detail auf Studien eingehe, sondern sie einfach so in den Raum stelle und Schlussfolgerungen daraus ziehe. Würde ich an einer innerwissenschaftlichen Debatte teilnehmen wollen, müsste ich die Studien in der Tat alle einzeln kritisch auswerten, bestenfalls ein ganzes Buch schreiben, in dem ich alle relevanten Studien auswerte und auf ihre Qualität überprüfe, um zu einem Fazit kommen zu können.
Offensichtlich fehlt mir dazu die Zeit und der Eigennutz (wer bezahlt mich dafür?). Ich bin aber zuversichtlich, dass wissenschaftlich interessierte Leser trotzdem zumindest Denkanstöße erhalten werden und ich selbst habe mir die verlinkten Studien natürlich näher angesehen, auch wenn ich sie nicht im Detail hier analysiere. Auch glaube ich exakt das, was ich hier schreibe und rede mir ein, das aus guten Gründen zu tun. Sollte ich tatsächlich meine Leser täuschen, so nur darum, weil ich mich selbst täusche. (Glaube ich allerdings nicht). Falls allerdings jemand eine kritische Replik auf meine Beiträge schreiben möchte, biete ich ihm dafür, wie gesagt, stets einen Gastbeiträg an.








