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Wir können nicht auf Atomenergie verzichten

18 Mrz

Bei meiner aktuellen Diskussion mit einem gewissen “Voltaire” hatte ich kurzzeitig den Eindruck, ich würde in einer Paralleldimension leben, denn wenn er recht hätte, wäre doch vieles grundlegend falsch, was ich über Kernenergie glaube. Allerdings hat er nicht recht. Wir können nicht auf die Atomenergie verzichten.

Voltaire meint, als promovierter Naturwissenschaftler brauche er keine Belehrung darüber, ob Atomkraftwerke wie Atombomben explodieren können, oder nicht. Ich behaupte, das können sie nicht. Und so ist es auch:

“Die Gefahr, ein Kernkraftwerk könnte wie eine Atombombe explodieren, besteht allerdings nicht. Die physikalischen und technischen Voraussetzungen für den Betrieb eines Kernreaktors unterscheiden sich wesentlich von denen, die zur Explosion einer Atombombe führen. Die Explosion einer Atombombe setzt die Verfügbarkeit von spaltbarem Material höchster Isotopenreinheit (nahe 100 Prozent Uran-235 oder Plutonium-239) und dichtester räumlicher Konzentration voraus. In einem Kernreaktor dagegen ist das spaltbare Material „verdünnt“ (bis zu etwa 5% Uran-235) und auf Hunderte von Brennelementen aufgeteilt.

In Atombomben läuft die Kettenreaktion gewollt unkontrolliert und in einem äußerst kurzen Zeitraum (etwa einer milliardsten Sekunde) ab. Dagegen wird in Kernreaktoren die kontrollierte Kettenreaktion der Kenspaltung durch eine bestimmte Anordnung der Brennelemente und einen Moderator, z. B. Wasser, ermöglicht. Durch die Regelstäbe wird die Kernspaltung kontrolliert und gesteuert. Welcher Störfall auch denkbar sein könnte: Ein Kernreaktor kann nicht wie eine Atombombe explodieren oder eine ähnlich zerstörende Wirkung haben.”

Quelle: kernfragen.de

Ergänzung: Ich habe Voltaire wohl missverstanden. Er wollte sagen, dass die Bedrohung durch austretende Strahlung bei beschädigten Atomkraftwerken ernstzunehmen ist, da viel mehr radioaktives Material in Atomkraftwerken vorhanden ist, als in Atombomben.

Außerdem: Wie der Iran das Uran aus Atomkraftwerken anreichert, um Atomwaffen zu produzieren (Quarks & co.). Das scheint er auch für unplausibel zu halten. Immer diese Naturwissenschaftler, deren Wissen über Naturwissenschaften sofort schmilzt, sobald es mit ihren politischen Fantasien kollidiert.

14 sachliche Fehler in der Tagesschau über Fokushima (Zettels Raum)

Darunter:

“6. Die Gefahr einer Kernschmelze – also einer Schmelze innerhalb des Reaktorkerns, der von dem Containment umgeben ist – besteht seit Tagen nicht mehr. Die Reaktoren 1, 2 und 3, die zum Zeitpunkt des Bebens hochgefahren gewesen waren und in denen allein dieser Fall hätte eintreten können, werden seit dem 14. 3. mit Meerwasser gekühlt, das mit Strom aus Generatoren über das Feuerlöschsystem der Reaktoren eingepumpt wird (siehe den detaillierten Statusbericht der Gesellschaft für Reaktorsicherheit). Eine Kernschmelze ist damit inzwischen so gut wie ausgeschlossen.”

Ich lese die Nachrichten sehr wohl (zugegeben schaue ich tatsächlich kaum Fernsehen) im Gegensatz zu dem, was mein Kontrahent behauptet. Und ich verstehe sie am Ende sogar und vergleiche verschiedene Quellen miteinander, unterscheide glaubwürdige von unglaubwürdigen! Ich weiß: Skandal.

Und daher weiß ich: China hat seine Pläne zur Atomenergie NICHT eingestellt:

“Nach der Japan-Katastrophe hat Peking seine Atom-Pläne vorübergehend gestoppt. Alle bestehenden Werke werden gecheckt, Lage und Sicherheit der geplanten Meiler überprüft.

Doch am Ziel, Atomkraft als saubere Alternative zur Kohle einzusetzen, will China nicht rütteln.”

Der Mann hat ein echtes Problem mit Wörtern wie “vorrübergehend”.

Außerdem: Osteuropa baut zahlreiche neue Atomkraftwerke

Westeuropa: Niemand sonst will aussteigen

Ich sage es ja: Es ist anderen Länden, insbesondere ökonomisch schwachen Ländern und Diktaturen, völlig egal, ob die Deutschen das Klima schützen wollen oder Angst vor Atomkraft haben. Sie werden diese Technologie nutzen und mit ihrer ökonomischen Macht steigt ihre politische Macht. Der Westen muss stark bleiben im Angesicht seiner Feinde und seiner potenziellen Feinde, das ist wichtiger als so ziemlich alles andere.

Nur, wenn es auf ökonomisch sinnvolle Art möglich ist, aus der Atomkraft auszusteigen, ohne sich von Öl abhängig zu machen, wäre das eine Option. Dies allerdings würde einige Zeit brauchen.

 
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Geschrieben von am 18. März 2011 in Politik, Wissenschaft

 

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