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Die Verdummung unseres Kriegs-Diskurses

23 Jan

Der Militärhistoriker Victor Davis Hanson spricht über die Art, wie die Gegenkultur der 68er die westliche Haltung zum Krieg verändert hat. Vorher, von den Griechen bis zur Moderne, wurde diskutiert, ob ein bestimmter Krieg gerechtfertigt ist oder nicht. Heute gilt Krieg als per se falsch.

Zudem ist die Auffassung weit verbreitet, es müsse irgendwelche rationalen, meist materiellen Gründe für Kriege geben. Hanson meint, dass es für die meisten historischen Kriege keine materiellen Gründe gegeben habe. Stattdessen ging es meist um bloße “Wahrnehmungen von Ehre, Furcht, Eigeninteresse”, es ging um “irrationale Motivationen”, zum Beispiel, dass man jemandem etwas beweisen müsse, um die “Ehre” des Stammes, die “Größe” der eigenen Nation, die Überlegenheit des eigenen Glaubens.

Victor Davis Hanson und Christopher Hitchens diskutieren im zweiten Video über die Frage, ob die Alliierten im zweiten Weltkrieg Kriegsverbrechen begangen haben. Eine moralische Äquivalenz gab es auf jeden Fall nicht, da sind sie sich einig.

Ich selbst denke inzwischen, dass die gezielten Tötungen von Zivilisten durch die Städtebombardements und die Atombombenabwürfe nicht gerechtfertigt waren – oder die Massenvergewaltigungen, welche die Russen in Deutschland zu verantworten haben. Oder die Tatsache, dass die Russen deutsche KZs weiterhin nutzten und zwar gegen ihre politischen Gegner.

Aber wenn es um die allgemeine Frage geht, ob der Krieg gegen Nazi-Deutschland gerechtfertigt war, so kann die Antwort doch nur lauten, dass er das natürlich gewesen ist. Auch muss man die jeweiligen Verbrechen im Kontext sehen. Die Alliierten haben eine totalitäre Macht aufgehalten, welche die Menschheit versklaven und diverse Ethnien ausrotten wollte. Dabei waren ihre Strategien manchmal fehlgeleitet, aber das ist vergleichsweise ein Detail.

Das Gleiche gilt für moderne Kriegsverbrechen im Irak und in Afghanistan (die ganz erheblich seltener und in geringerem Maße vorkommen, außerdem werden die Täter viel härter, meiner Meinung nach sogar zu hart, bestraft). Ja, es kommt zu Fehlentscheidungen in Kriegen. Das ändert gar nichts an ihrer Rechtfertigung.

Es ist schon erstaunlich, welches Gewicht die Meinung von achtjährigen Mädchen (“Krieg ist schlecht”) in unseren Debatten über Kriege inzwischen errungen hat.

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Geschrieben von - 23. Januar 2011 in Politik

 

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