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Der psychologische Grund für die Ablehnung der Evolution

29 Okt

Die meisten Evolutionsbiologen sind der Auffassung, dass die Evolution nicht zielgerichtet ist, keinem Plan folgt und sie betonen die Rolle des Zufalls und der Unvorhersehbarkeit. Stephen Gould schrieb zum Beispiel in dem Essay Acht kleine Schweinchen, dass es keinen Grund außer dem Zufall gibt, warum wir fünf Finger haben und nicht sieben oder acht.

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3 Antworten zu Der psychologische Grund für die Ablehnung der Evolution

  1. Ingo Bading

    29. Oktober 2010 at 14:54

    Ein wunderbarer Beitrag!!! Der vor uns liegende Tod verunsichert uns alle. Und diesem Tod gegenüber sind wir bestrebt, dem Leben irgendeinen Sinn abzutrotzen … Man vergleiche auch, was Thomas Metzinger zu diesen Dingen in “Gehirn & Geist” schrieb

    http://www.gehirn-und-geist.de/artikel/848829

    nämlich über den Zwiespalt zwischen dem Überlebenswillen der Gene und dem sicheren Tod, der uns allen vor Augen steht.

    Manfred Eigen hat in “Das Spiel” meiner Meinung nach das Zusammenspiel von Zufall und Gesetzmäßigkeiten gültig erörtert. Und zwar auch anhand von einfachen Gesellschaftsspielen. BEIDES ist langweilig: wenn zu viel Zufall in einem Spiel vorherrscht und wenn zu viel Gesetzmäßigkeit in einem Spiel vorherrscht.

    Und ganz offensichtlich ist unser Leben und unsere Evolution NICHT langweilig. Also kann nicht eines der beiden Prinzipien das andere bislang ertötet haben.

    (Und übrigens wird Stephen Jay Gould auch von Kevin MacDonald in “Culture of Critique” behandelt … Es könnte Sinn machen – aus monotheistisch-gruppenevolutionären Interessen heraus -, Nicht-Monotheisten, also Evolutionsgläubigen die Sinnlosigkeit des evolutiven Geschehen zu lehren, damit beugt man echten, erfolgreicheren Konkurrenz-Strategien, die die monotheistischen Strategien gefährden könnten, vor …)

    Simon Conway Morris wurde übrigens vor allem dadurch zu einer anderen Meinung als Stephen Jay Gould inspiert, weil Gould in seinem Hauptwerk sich Hauptsächlich mit den Forschungen von Morris auseinandersetzt, aber diese – nach Conway Morris’ Empfinden – diese viel zu schwülstig-ideologisch interpretierte: Monotheisten gehen an ihren eigenen inneren Widersprüchen zugrunde … ;-)

     
  2. H. Lektor

    29. Oktober 2010 at 15:30

    hm…irgendwie spukt mir gerade durch den Kopf, daß die USA, eben weil sie das angeblich freieste Land der Welt sind, auch das komplexeste mit den am wenigsten vorhersehbaren Lebensläufen sein dürften (will sagen: Die Gegend der Welt mit der größten biographischen Kontingenz…wenn Religion/ID psychologisch als Kontingnzverminderer wirken etc.)

     
    • Ingo Bading

      29. Oktober 2010 at 15:56

      Hm, vielleicht wird so ein Schuh draus, daß den USA als erst 250 Jahre altes “Kolonialland” jene innere Ruhe, Sicherheit und Stabilität fehlt, die einem eine tausendjährige Geschichte mit Ritterburgen, Fachwerkhäusern und gewachsenen Strukturen im alten Europa gibt.

       
 
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