(Update 2!) Das politische Gegenstück zum religiösen Wahn besteht aktuell aus Ökologismus, Multikulturalismus, Political Correctness und Terrorismus. Laut Stephen Hicks Buch “Explaining Postmodernism” haben sie alle die selbe Wurzel: Den Marxismus-Leninismus.
Hier ein passendes Schaubild, das Dr. Sanity zu dem Erklärungsmodell angefertigt hat:
Laut dem Marxismus gibt es keine menschliche Natur und der Staat kann und soll die Menschen so formen, dass sie alle gleich sind. Man kann demnach jeden mit der gewünschten Ideologie indoktrinieren und für Kommunisten ist das die Idee der “Gleichheit” im Sinne von größtmöglicher Identität.
Zunächst ging man davon aus, dass die “unterdrückten” Massen revoltieren würden, um die Herrschaft an sich zu reißen und die Diktatur des Proletariats durchzusetzen. Das ist nie geschehen, weil sich die Arbeiterklasse nicht für unterdrückt genug hielt. Stattdessen wurde die soziale Marktwirtschaft etabliert. Die Kommunisten meinten, der Kapitalismus würde von selbst zusammenbrechen, hat er aber nicht gemacht.
Schließlich ergriffen kommunistische Revolutionsführer gewaltsam die Macht: Lenin in Russland, Mao Zedong ind China. Lenin und sein Nachfolger Stalin wollten Russland industrialisieren, Mao Zedong wollte China als Agrarstaat mit dem Westen konkurrenzfähig machen. Sie ließen Großbesitzer, Intellektuelle und ihre Opposition ermorden und sie teilten das Land in zentral gelenkte Wirtschaftseinheiten auf, wo die ehemalige Unterschicht für die kommunistische Führung arbeiten musste. Der Lohn der versklavten Massen war unabhängig von ihrer Arbeit und er reichte oft kaum oder gar nicht zum Leben. Weder die Industrialisierung in Russland, noch der kommunistische Agrarstaat in China haben funktioniert. Die Sowjets haben rund 60 Millionen Menschen ermordet, Mao Zedong ist für 70 Millionen Tote verantwortlich.
Kommunismus mit anderen Mitteln
Im Westen versuchen es die Kommunisten mit neuen Methoden, um ihre Ideologie zu retten, so ähnlich wie das Christentum stets umgeformt wird, um trotz des wissenschaftlichen Fortschritts erhalten zu bleiben. Die zwei Strategien lauten: Verändere den ethischen Standard und veränderte die Epistemologie, also die Erkenntnistheorie, mit der man Tatsachen von Fiktion unterscheiden kann.
Man ging dazu über, den Wohlstand (Konsum) als etwas ethisch Verwerfliches zu brandmarken – vielleicht um die Menschen auf ihre massenhafte Verarmung unter dem neuen Sozialismus vorzubereiten. Auch ging man von der liberalen Forderung der Chancengleichheit zur sozialistischen Idee der Gleichheit im Sinne der Identität über. Jeder soll gleich viel verdienen. Schließlich gibt es keine angeborenen Talente, denn alles ist nur erlernt. Man versteckt den Gedanken hinter dem Kampf gegen die “Einkommensungerechtigkeit”. Im erkenntnistheoretischen Bereich wurde der Postmodernismus etabliert, der sich gegen kritische Philosophie und gegen die Idee einer objektiven Realität richtet (weil für Kommunisten nur Ideen zählen und eine menschliche Natur nicht existiert).
Hieraus entstand der linke Ökologismus, der Technologie zum Teufelswerk erklärt und behauptet, dass die Menschen die Erde zerstören. Als Heilmittel dagegen dient natürlich der Staat, der von den Kommunisten beherrscht werden soll. Sie formen die Gesellschaft so um, dass Technologie verschwindet und die Menschen alle gleich sind, was man sich als eine Art Sklavenstaat voller staatlich kontrollierter und verarmter Hippies vorstellen kann. Die Panikmache rund um den Klimawandel und das Aussterben von Tierarten ist für diese Leute nur ein Mittel zum Zweck.
Der Multikulturalismus besagt, dass alle Kulturen genau den selben Respekt verdienen, außer der kapitalistischen westlichen Kultur, die auf einzigartige Weise schlecht ist. Darum werden westliche Verbrechen (wie Abu Ghuraib) jenseits aller Proportionen gebrandmarkt und Verbrechen von Drittweltdiktatoren (wie Saddam Hussein) ignoriert, herabgespielt oder verherrlicht. Schließlich sollen alle Kulturen gegen die kapitalistischen Imperialisten unter einer neuen kommunistischen Führung gleichgeschaltet werden.
Politische Korrektheit dient dazu, die essenzielle Falschheit des Marxismus zu vertuschen. Immer wieder werden Opfergruppen umbenannt, dadurch werden sie erst zu Opfergruppen geformt – so wird ein neues Proletariat erzeugt, das schließlich den Kapitalismus zerstören und alle Menschen gleichschalten soll, sie auf den eigenen Level als Opfergruppen reduzieren soll. Die linken Akademiker werden das neue Sklavenheer dann anführen.
Das Quotensystem dient ebenfalls dazu, die Falschheit des Marxismus zu vertuschen. Der Staat soll zwangsweise festlegen, dass ebensoviele Männer wie Frauen in allen Berufen vertreten sind, weil die Kommunisten fälschlicherweise glauben, dass es keine natürlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern gäbe, welche zu unterschiedlichen Interessen und gegebenenfalls auch zu einem unterschiedlichen Lohn führen – etwa, weil Frauen nicht so stark darauf gepolt sind, in Hierarchien aufzusteigen und sich durchzusetzen. Gender Mainstreaming will schließlich die Unterschiede der Geschlechter komplett einebnen und ein neues, neutrales Geschlecht erschaffen. Schließlich sind für Kommunisten die Geschlechterunterschiede nur Ideen, welche in kapitalistischen Ländern Männern und Frauen von Geburt an eingeimpft werden. Sie sind ersetzbar durch andere Ideen und was wäre besser geeignet in den Augen der Kommunisten als die Idee der Gleichheit?
Terrorismus schließlich ist eine typische Methode der Kommunisten, um den Westen von innen heraus zu zerstören. Daher kommen auch die Kooperationen zwischen einigen extremen linken Gruppen und Islamisten. Sie wollen die freie Gesellschaft durch die Erzeugung von Angst abschaffen. Der Staat wird gezwungen, immer mehr auf Überwachung und Kontrolle der Bevölkerung zu setzen, bis schließlich die Diktatur erzeugt ist, die Islamisten ebenso wollen wie die Kommunisten.
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Jedenfalls ist das die Idee hinter dem Schaubild. Die meisten haben wahrscheinlich gar keine Ahnung, was sie da machen, woher ihre verrückten Ideen kommen, und was deren ursprünglicher Zweck einmal gewesen ist. Es ist keine bewusste Verschwörung, aber wenn sich diese Strömungen weiter durchsetzen, könnte das Ergebnis ein neues kommunistisches Regime sein. Vielleicht handelt es sich sogar um eine unbewusste Art, Macht zu ergreifen, die man vielleicht soziobiologisch erklären kann. Die Kommunisten haben keine andere Methode, an Macht zu kommen – in den kapitalistischen Ländern können sie sich anders nicht durchsetzen. Also versuchen sie es auf diese Art.
Die Ausschaltung von Parteigegnern wie Thilo Sarrazin – und allen anderen, die behaupten, dass es doch eine menschliche Natur gibt – durch die aktuellen Mittel, welche der Linken zur Verfügung stehen, nämlich ein großer Teil der Medien und des politischen Diskurses, ist Überbleibsel einer linksextremen Ideologie. Zum Glück war das nicht ganz erfolgreich, denn noch ist der Westen liberal und beruht auf den Ideen der Aufklärung und die Aufklärer haben die Existenz der menschlichen Natur anerkannt.
Das ist natürlich völlig überspitzt und polemisch. Und natürlich sind nur ein paar Linksextremisten bewusst an einer kommunistischen Herrschaft interessiert. Aber diejenigen, die meinen, dass man die Meinungsfreiheit von Abweichlern einschränken muss, dass der Staat die Menschen zum Umweltschutz zwingen muss, dass es keine menschliche Natur gibt, keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern und keine angeborenen Unterschiede zwischen Individuen, sollten sich schon mal überlegen, woher ihre Ideen kommen und was deren Folge sein könnte.
Update 2: Es ist schon wieder einer dieser missverständlichen Beiträge. Nein, ich sage nicht, dass jeder, der für Umweltschutz ist, dem Kommunismus fröhnt! Das wäre verrückt und man sollte meinen Blog schon mit dem Grundsatz “Im Zweifel für den Angeklagten” lesen, anstatt einfach anzunehmen, dass die verrückteste Deutung meiner Beiträge die richtige ist.
Es geht mir lediglich um die Frage, woher bestimmte Ideen, oder “Meme”, kommen. Ich glaube, dass zentrale Ideen von Postmodernismus (das wird von seinen Vertretern gar nicht bestritten! Ich habe mehrere Einführungsbücher für das zugehörige Fach, Cultural Studies, gelesen, und marxistische Theorien werden überall als zentraler Einflussfaktor genannt!), Multikulti, PC, Ökologismus und dem modernen Terrorismus dem Kommunismus entnommen sind. Es ist in der Forschung unbestritten, dass der moderne Islamismus von linksextremen Theorien beeinflusst worden ist, obgleich, wie in einem anderen Beitrag bemerkt, auch die Kriegsführung der Beduinen die Terrortaktik der Islamisten beeinflusste.
Bestimmte Kernideen der genannten Strömungen stammen ursprünglich aus dem Marxismus-Leninismus. Das ist alles, was ich sage.
Die kommunistische Herrschaft ist sicher auch nicht das “unbewusste” Ziel vom örtlichen Durchschnitts-Hippie, aber die Ideen, die er fatalerweise aufgefriffen hat, erhöhen die Wahrscheinlichkeit für die Etablierung einer kommunistischen Diktatur (nicht, dass diese aktuell auch nur annähernd wahrscheinlich wäre). Wenn Ökos sagen, dass die Regierung die Menschen zum Energiesparen zwingen muss, dann ist das offensichtlich ein Schritt in die Richtung der staatlichen Lenkung individuellen Verhaltens.
Ich sage auch nicht, dass die Arbeiterklasse immer fein raus war, sondern dass es nie die Revolution des Proletariats gegeben hat. Stattdessen wurde die soziale Marktwirtschaft etabliert und niemand kann mir erzählen, dass wir es im heutigen Deutschland mit Zuständen wie zur Frühindustrialisierung zu tun hätten.
Ich bin auch sehr misstrauisch gegenüber staatlichen Eingriffen in das Leben der Menschen, weil die Geschichte gezeigt hat, dass der Missbrauchsfaktor zu hoch ist und dass die Regierung überhaupt nicht überblicken kann, was die Menschen brauchen. Das wissen sie selbst am besten.
Dass ich gegen Reformen wäre, wird man kaum behaupten können, wenn ich sogar bürgerliche Revolutionen gegen Drittweltdiktaturen gutheißen würde.
Ich hoffe, es ist jetzt klar geworden.











folgsam
9. Oktober 2010 at 00:37
Dann ist ja alles in Bester Ordnung.
derautor
9. Oktober 2010 at 00:43
Wie finde das alles sehr klar und plakativ. Was soll ich da noch groß erklären?
Ingo Bading
9. Oktober 2010 at 06:35
Kevin MacDonald hätte mit dieser Grafik keine Probleme.
Wozu dienen Ideologien, politische Strategien, Religionen? Sind die innersten Antriebskräfte derselben – so wie Jahrzehntausende in der Humanevolution – etwa ethnozentrische oder quasi-ethnozentrische Interessen?
Dieser Möglichkeit gehen Soziobiologen wie Kevin MacDonald, David Sloan Wilon und andere nach.
MacDonald etwa interpretiert viele moderne westliche Strategien nicht zuletzt als gruppenevolutionäre Strategien des intelligentesten Volkes auf Erden, um ALS Minderheit in Mehrheitsgesellschaften und eben ALS diese intelligenteste Population über viele Jahrhunderte hin überleben zu können, und um dazu ethnozentrische Strategien anderer Völker zu unterlaufen. Diese Strategie würde dann sehr flexibel, anpassungsfähig, ja, “weise” verfolgt werden.
Und TEIL dieser Flexibilität und Weisheit könnte es neuerdings auch sein, daß der Zentralrat der Juden in Deutschland nicht gegen “Spiegel” und “Bild” wettert, weil sie mit Sarrazin ein neues Thema in der öffentlichen Auseinandersetzung angesiedelt haben (quasi dem Establishment eine Diskussion aufgezwungen haben, die es selbst gar nicht führen will), und daß der israelische Botschafter und zahlreiche jüdische Intellektuelle neuerdings sagen, Sarrazin dürfe man nicht tabuisieren.
So ähnlich argumentierten 2006 auch die “Anti-Defamation League” und viele jüdische Intellektuelle in den USA in einer bemerkenswerte, überraschenden Wendung, als in der “New York Times” und im “Economist” dem Erscheinen des Aufsatzes “Natural History of Ashkenazi Intelligence” eine überdurchschnittliche öffentliche Aufmerksamkeit gegeben wurde.
2010 und 2006 VÖLLIG andere öffentliche Reaktionen als die Reaktionen auf das Erscheinen von “The Bell Curve” von 1994. Das scheint auf großer Intelligenz zu beruhen.
derautor
9. Oktober 2010 at 12:54
Es ist zumindest schön abgedreht, was Sie da sagen. Aber Gruppenselektion gibt es nicht und es hängt auch nicht alles mit Intelligenz zusammen, nur weil das zufällig Ihr großes Interessensgebiet ist.
Ingo Bading
9. Oktober 2010 at 15:19
Ob es Gruppenselektion “gibt” oder nicht, wird gerade Andreas Müller aus der Dürerstadt Nürnberg entscheiden …
Aber MacDonald setzt irgendein enger umrissenes Konzept der Gruppenevolution gar nicht voraus. Wie Edward O. Wilson setzt er zunächst einmal nur voraus, daß Religion “stammesbezogen”, “stammesorientiert” (“tribal”) ist. (Selbst Weltreligionen.) Alles andere folgt daraus.
(Entsprechend behaupten Evolutionäre Wirtschaftswissenschaftler – etwa heute in Jena -, daß das committment für die eigene Firma “Stammesinstinkten” entspringt.)
Ob genetisch mitbestimmte Neigung zu Altruismus auch durch Gruppenselektion evoluiert, ist nicht das vordringliche Thema von MacDonald.
derautor
9. Oktober 2010 at 15:22
Ich bin nicht aus Nürnberg, darum weiß ich das auch so genau. Nein, ich finde Dawkins Argumente gegen die Gruppenselektion einfach überzeugend.
Ingo Bading
9. Oktober 2010 at 15:28
Übrigens: Was immer Sie auch sagen, was immer Sie auch denken: Es hängt mit Intelligenz zusammen.
Keine Aufklärung ohne Intelligenz. Das Konzept Intelligenz KANN man – meiner Meinung nach – gar nicht überschätzen. Welches Konzept wäre denn NOCH wesentlicher?
Ich selbst bin eher Romantiker und habe das Konzept Intelligenz bis etwa 2006 – deshalb – weitgehend mit Verachtung gestraft. Ich dachte, alles andere ist wichtiger als Intelligenz. Aber andersherum wird ein Schuh draus: Intelligenz ist nicht alles. Aber ohne Intelligenz ist alles nichts.
Nehmen Sie einer beliebigen Tierart die ihr spezifische Intelligenz und es ist nicht mehr DIESE Tierart. Wie Adolf Portmann aufgezeigt hat, korrelieren sogar Typen der Nachkommenfürsorge mit – zum Körpergewicht relativen – Gehirngrößen.
Die vorherrschende “Social Brain-Hypothese” in der modernen Evolutionsforschung sieht das ebenso. Hirnforscher Gerhard Roth sieht das in seinem neuen Buch ebenso.
Intelligenz ist aus evolutionärer Sicht ein sehr zentrales, sehr allgemeines Konzept.
Ingo Bading
9. Oktober 2010 at 06:43
Und was geschah zwischen 1994 und 2006, bzw. 2010? Die Mondlandung in der modernen Humangenetik. Die vollständige Sequenzierung des menschlichen Genoms und der Paradigmenwechsel, der sich daraus ergeben hat und noch weiter ergeben wird.
Jüdische, der Naturwissenschaft nahestehende Intellektuelle wie Steven Pinker, Marek Kohn, ja im deutschsprachigen Raum sogar Robert Misik (TAZ) haben auf diesen Paradigmenwechsel quasi “in Echtzeit” reagiert, während die große Mehrheit der sonstigen Intellektuellen noch mit sonnigem Gemüt im Tiefschlaf liegt. (Schirrmacher freilich hat schon unruhige Träume und wälzt sich im Schlaf …)
derautor
9. Oktober 2010 at 13:04
War tatsächlich die Entschlüsselung des menschlichen Genoms so entscheidend? Pinker hat doch sein Blank Slate schon vorher veröffentlicht.
Ingo Bading
9. Oktober 2010 at 15:14
Ja, unbedingt.
“The blank slate” ist erstmals 2002 erschienen, soweit ich sehe.
Aber das entscheidende ist: Man hat “Rasse” im menschlichen Genom gefunden deshalb, weil man “jüngste Selektionsereignisse” im menschlichen Genom vorgefunden hat aus der Zeit NACH der geographischen Aufteilung der Menschen auf die Kontinente. (Und man findet nach und nach immer mehr.) Womit die Jahrzehnte lang vorherrschenden Thesen des (jüdischen) Humangenetikers Richard Lewontin, daß man Rasse im menschlichen Genom nicht finden könne, endgültig widerlegt ist (- sagen nur wenige so offen, wissen aber viele). (Stichwort “Lewontin’s Fallacy”.)
Das hat Richard Dawkins sehr schön in “A Grasshoppers Tale” in “The Ancesters Tale” (als einer der ersten) herausgearbeitet (2004).
(Pinker selbst hat meines Wissens auf Gruppenunterschiede in angeborenen Begabungen erst 2005/2006 reagiert, nicht schon in seinem Buch “Blank Slate”.)
(Übrigens ist durch die Auswertung der Genomdaten auch die These von Konrad Lorenz vom verhaltensgenetischen “Mammutjäger in der Metro” widerlegt. Richtiger ist es heute zu sagen, die meisten Menschen sind verhaltensgenetisch “Bauern in der Metro” oder im Düsenjäger. Die aschkenasischen Juden vielleicht schon seit 1000 Jahren genetisch sogar “Dienstleister in der Metro” …)
derautor
9. Oktober 2010 at 15:21
Mensch. Also wenn sich irgendwer politisch selbstmörderischer ausdrückt als ich, dann sind Sie das. Und warum ist es relevant, dass Lewontin ein Jude war?
Aber danke für den Hinweis.
Ingo Bading
9. Oktober 2010 at 15:34
Lesen Sie Kevin MacDonald “A culture of critique”, dann wissen Sie, warum das relevant ist, relevant sein könnte, daß Lewontin Jude ist. Das sagt sogar die Biologin Veronika Lipphardt,
http://www.freitag.de/wissen/1037-die-bequemlichkeit-des-erbes
die darüber gerade ein Buch geschrieben hat, daß die jüdischen Humangenetiker schon in den 1920er Jahren dazu neigten, die Vererbungskomponente von Begabungsunterschieden zwischen Völkern nicht überzubetonen, sondern eher in gegenteiliger Richtung zu argumentieren.
Lichtecho
9. Oktober 2010 at 07:19
“Als Heilmittel dagegen dient natürlich der Staat, der von den Kommunisten beherrscht werden soll.”
Der linke Ökoterrorismus ist da ja sehr flexibel, was die Instrumente anbelangt. Die Grünen zeigen das derzeit in Stuttgart wunderbar. Da sie nicht an der Macht sind, agitieren sie die Massen. Wenn sie dann erstmal an der Macht sind, müssen sie sich wieder gegen das so aufgehetzte Volk wehren, weil sie als Regierung eingebunden sind in Gesetze und Verpflichtungen. Auch ein Grüner Ministerpräsident muss den Bahnhof in Stuttgart bauen, genau so, wie Rot-Grün Castortransporte durchgeführt hat und die Atomkraftwerke nicht einfach abschalten konnte. So wird die derzeitige Volksverhetzung der Grünen (“der Mappus will Blut sehen”) zum Bummerang. Das ist ein zyklisches Phänomen, dass wir seit dem Ende der Ära Kohl beobachten können.
Ingo Bading
9. Oktober 2010 at 09:03
Nur ein Joschka Fischer konnte Deutschland in den ersten Krieg nach 1945 führen. Ein CDU-Außenminister hätte die geballte Macht der außerparlamentarischen Friedensbewegung zu spüren bekommen.
Deshalb ist es für Oppositionsbewegungen gar nicht so gut, ins Parlament zu gehen. Sarrazin hat da den richtigen Instinkt: Ideen sind viel wichtiger als Parteien.
derautor
9. Oktober 2010 at 13:01
Natürlich bin ich auch für diesen Krieg, da er nötig war, um die Abschlachtung der Albaner zu beenden und den Völkermörder Slobodan Milošević auszuschalten.
vogelfrei
11. Oktober 2010 at 15:17
Die Grünen haben sich da sehr vernünftig verhalten. In der Tat war dieser Krieg notwendig und gerechtfertigt.
Ingo Bading
11. Oktober 2010 at 17:31
Unbedingt. Steven Pinker hat zwar aufgezeigt, daß über die Jahrtausende hinweg es einen Trend zu immer weniger zwischenmenschlicher Gewalt gibt. Aber das heißt ja nicht, daß wir jetzt ganz damit aufhören können. Allzeit bereit, sage ich da nur. Ich frage mich nur, ob einer dieser tapferen Kriegsbefürworter schon jemals sich auch nur eine Bundeswehrkaserne von der Nähe angesehen hat, von ganz anderen Dingen ganz zu schweigen. Lieber nicht die Finger schmutzing machen, oder? Das überlassen wir anderen … Worte sind billig zu vergeben.
Lichtecho
9. Oktober 2010 at 07:55
Als Nachtrag noch ein Link zu einem ZEIT-Artikel, der das Dilemma der grünen Ökoterroristen wunderbar beschreibt:
http://www.zeit.de/2010/41/Bahnprojekt-Stuttgart-21
Thomas
9. Oktober 2010 at 10:22
Ein typischer linker Kommentar zum Thema Irak und Afghanistan:
“Die Profite schöpfen dann die Globalen Konzerne und
Banken ab. Was meinst du wie viel die Rüstungsindustrie an dem Debakel verdient? Schon mal von BlackWater gehört? Wohin fließen all die Milliarden an Kriegskosten? Richtig, das sind Steuergelder der Bürger, die in die Taschen von einigen wenigen wandeln. Fang an zu DENKEN!”
Wie klärt man solche Leute am besten auf? Gibt es Hoffnung?
Spaceman_Spiff
9. Oktober 2010 at 11:41
OK… Ich bin jetzt etwas verwirrt, du behauptest jetzt allen ernstens dass der Klimawandel eine von Kommunisten erfundenes Schauermährchen ist um die Weltherrschaft an sich zu reissen? Wo ist nur deine “Wissenschaft ist toll und wenn die Fakten nicht meinem Weltbild entsprechen were ich wohl Es und nicht Sie ändern müssen” Einstellung hin? Was Ist deine Meinung zu Rauchen-Lungenkrebs, FCKW-Ozonloch, SO2-saurer Regen? Auch Verschwörungen von kommunistischen wissenschaftlern? Das gerade du auf so eine Argumentation hereinfällst finde ich erstaunlich, schliesslich wird gegen die Evolution ja gleich “argumentiert”, und an die (so glaube ich mich erinnern zu können) glaubst du ja. DU KOMMUNIST! bzw. NAZ! Ich hab nie genau herausgefunden welches von dem beiden dass man dann wird, die Meinungen sind wiedersprüchlich…
sapere aude
11. Oktober 2010 at 15:58
Evtl. helfen da die Simpsons weiter: http://www.youtube.com/watch?v=AwCdHC65oVw
Geheime Weltregierung
9. Oktober 2010 at 13:07
Achtung, Achtung. Durchsage von der geheimen Weltregierung…
Bitte unterlassen Sie sofort, die mühsam von uns verborgene Wahrheit offenzulegen! Sie können doch nicht einfach unser von langer Hand vorbereitetes kommunistisches Umsturzprogramm einfach so verraten. Das geht doch nicht! Da haben wir jahrzehntelang in Geheimlagern Ökoterroristen und Kommunisten ausgebildet, damit sie eine postmoderne Philosophie installieren, die Epistemologie verschieben und die Menschheit durch Gender Mainstreaming und Multikulti knechten. Und dann haben wir die Medien systematisch unter unsere Kontrolle gebracht, uns der Diskurse bemächtigt und PC eingeführt … Und nun das. Alles verraten. Scheiße.
Kein Wunder, dass die Arbeiterklasse sich noch nie unterdrückt gefühlt hat, weil sie ja immer von Aufklärern wie Ihnen in der letzten Sekunde darüber informiert wurde, dass wir ihnen diese Unzufriedenheit nur einreden wollen, um endlich eine richtig schöne “Machtergreifung” zu kriegen. Jawoll! Es gab ja auch nie objektive Gründe für Unzufriedenheit. Die Welt war schon immer gut so, wie sie ist, außer natürlich vor der Aufklärung 1.0 …
[Ironie off]
Sorry, lange nicht mehr solch einen undifferenzierten und reaktionären VT-Mumpitz gelesen. Fehlt eigentlich nur noch der verdruckste Verweis, dass “der Kommunismus” eine jüdische Erfindung sei. Aber, ich vergaß, das ist ja mit der Raison dieses Blogs unvereinbar …
derautor
9. Oktober 2010 at 13:19
Diese Satire funktioniert alleine deshalb nicht, weil dort steht, dass es keine bewusste Verschwörung ist, sondern dass es Ideen sind, die weitergegeben werden und deren Resultat eine Kontrolle der Bürger und Einschränkung der Meinungsfreiheit sein könnte. Ich kann dir eine ganze Reihe von Belegen geben, wo Umweltschützer explizit sagen, dass der Staat die Menschen zum Energiesparen zwingen soll und dass Umweltschutz wichtiger wäre als Demokratie.
Offenbar hast du da etwas nicht mitbekommen, zum Beispiel die letzten 100 Jahre, als Arbeitnehmerrechte und Arbeitnehmerschutzgesetze etabliert wurden, ohne dass deshalb die Marktwirtschaft abgeschafft worden wäre. De facto haben die Arbeiter nie einen marktwirtschaftlichen Staat umgestürzt, entgegen den Erwartungen der Kommunisten. Das ist einfach eine historische Tatsache. Es waren nur ein paar Linksintellektuelle, die gehofft haben, dass dies passieren würde.
Der Kommunismus ist keine jüdische Erfindung und Karl Marx hat selbst immer wieder antisemitische Äußerungen von sich gegeben. Es verrät aber einiges über dich, dass du damit in dem Zusammenhang überhaupt angekommen bist und dann auch noch darauf hingewiesen hast, dass dies nicht der Richtung dieses Blogs entspreche, als wäre das der einzige Grund, keinen solchen Unsinn von sich zu geben.
Klar ist das alles sehr überspitzt und polemisch – wobei es nicht von mir stammt, wie schon gesagt – aber ich finde es interessant. Ich habe bereits festgestellt, dass dies so nicht meine Meinung ist, allerdings ist es nicht reaktionär, gegen Kommunismus zu sein. Kommunisten sind die größten Massenmörder des 20. Jahrhunderts. Lenin und Stalin haben 60 Millionen Menschen ermorden lassen, Mao Zedong 70 Millionen.
Geheime Weltregierung
9. Oktober 2010 at 18:00
Oh, ok, mein Fehler, weil Du sagst, es sei keine VT, ist es auch keine. Sauberes Argument.
Trotzdem finde ich es nicht besonders überzeugend, eine Theorie als diskussionswürdig in Erwägung zu ziehen, die alle, die irgendwie für den “ganzen Bullshit” (was ist das überhaupt) verantwortlich sein sollen, in toto zu “Kommunisten” macht. Das klingt mir doch ein bißchen, na ja, einfach bzw. einfältig. Du erwähnst ja selbst “linke Intellektuelle”. Das sind sicher auch alle “irgendwie” Kommunisten. Das klingt für mich ziemlich nach McCarthy und Bundesrepublik der 50er, wo es auf reinen Verdacht hin gegen “Salon-Bolschewisten”, “Halbkommunisten” usw. ging. Da gab es auch nur schwarz oder weiß.
Außerdem liegt der ganzen oben ausgebreiteten Theorie schon die Vorstellung zugrunde, dass die Leute, wenn auch nicht zentral gesteuert, irgendwie dasselbe machen, auf ein Meta-Ziel hinarbeiten, wenn auch unbewußt – nämlich die kommunistische “Machtergreifung”. Allein das halte ich für ziemlich absurd. Siehst Du irgendwo ernsthafte Anzeichen dafür, dass irgendjemand an so einem Szenario arbeitet? Diese Beobachtungen würden mich brennend interessieren.
Nun ja, vermutlich bin ich für Dich auch ein “Kommunist”, auch wenn ich Dir jetzt sage, dass ich gar nicht an einer kommunistischen Staatsform interessiert bin. Und ich weiß, dass kommunistische Regime ungeheure Verbrechen begangen haben. Allerdings war mein Vorwurf, dass es sich um im Grunde reaktionäres Gedankengut handelt nicht auf den Punkt gerichtet, gegen Kommunismus zu sein. Nein, für reaktionär halte ich beispielsweise die Ansicht, dass sich die “Arbeiterklasse” niemals in der Geschichte unterdrückt gefühlt hätte und immer – wieder dieses furchtbare “irgendwie” – zufrieden gewesen sei. Diese Ansicht legitimiert nur den jeweiligen status quo und denunziert Reformismus als “kommunistisch”. Das klingt ziemlich nach TINA.
Tipp: Beschäftige Dich außerdem mal Chile, wo Allende mit einem sehr weitgehenden sozialistischen Programm gewählt wurde.
AUßerdem finde ich es reaktionär, das habe ich oben schon gesagt, Menschen in toto, in Großgruppen abzuqualifizieren, etwa als “Kommunisten”, wobei ich mir immer noch die Frage stelle, wo die vielen gefährlichen “Kommunisten”, Marxisten etc. eigentlich alle sein sollen. Ich kann diese weder im politischen System der Bundesrepublik, noch in jenem der USA oder anderer westlicher Staaten in nennenswerten bzw. politikbeeinflussenden Größenordnungen sehen. Nun ja, vielleicht weißt Du ja mehr als ich …
derautor
9. Oktober 2010 at 22:27
Hab ich im zweiten Update beantwortet.
Julian
10. Oktober 2010 at 08:29
Zu diesem Artikel habe ich einige Anmerkungen.
Zuerst aber was grundsätzliches:
Polemik ist zwar gut, aber wenn es um die Beurteilung von politischen Strömungen usw. solltest du es lassen. In dem Text ist teilweise nicht entscheidbar ob du es sarkastich-plemisch oder tatsächlich ernst meinst. Du brauchst dich also nicht wundern warum du immer wieder mißverstanden wirst.
1.
Dass der Kapitalismus von der Arbeiterbewegung nicht abgeschaft wurde, lag ja daran weil die Arbeiterbewegung sich faktisch innerhalb des Kapitalismus bewegte. Es ging der Arbeiterbewegung um die Anerkennung der Arbeiter als bürgerliches Subjekte. Im 19. Jahrhundert waren die Arbeiter ja weitgehend rechtslos. Desweiteren kämpfte die Arbeiterbewegung für einen angenehme Arbeitsbedingungen usw. für die Legalisierung der Gewerkschaften, höhere Löhne.
Faktisch hat die Arbeiterbewegung die Entwicklung des Kapitalismus vorrangetrieben, da sie zb. dafür eintrat vormoderne Schlacken zu beseitigen z.b. ein autoritäres Herr-Knecht-Verhälnis zwischen Arbeiter und Chef, also die Anerkennung des Arbeiters als bürgerliches Rechtssubjekt. Desweiteren bezog sich die Arbeiterbewegung (wie sollte es auch anders sein) postitiv auf die Arbeit; in der Internationale hieß es schließlich: Den Müßiggänger schiebt beiseite.
Marx hat das in der Kritik des Gothaer Programms kritisiert: Man solle nicht das Hauptaugenmerk auf die Verteilung legen, statt einen gerechten Lohn für eine gerechte Arbeit sollte “Nieder mi demLohnsystem” das Losungswort sein. Desweiteren kritisiert er die autoritäre Staatshörig- und gläubigkeit der “Lasalleschen Sekte”.
2.
Die Sovietunion und China waren, wie du schon richtig erkannt hast, sowas wie nachholende Industrialisierungen- und was hat daran nicht “funktioniert”? Letzenendes ist die SU an dem Weltmarkt gescheitert und China wurde zur Drehscheibe des transnationalen Kapitalismus.
Das zeigt wohl, dass es wohl kaum Gesellschaften waren die außerhalb des “Weltsystems ” (I. Wallerstein) also des Kapitalismus angesiedelt waren.
Der Unterschied zwischen der Arbeiterbewegung in Westeuropa und Russland vor einem Jahrhundert liegt in der historischen Ungleichzeitigkeit beider Regionen begründet. Während im Westen die Industrialisierung und die Disziplinierung schon weit fortgeschritten war, war Russland noch weitgehend ein feudales Agrarland. Daher war die Arbeiterbewegung im Westen “reformistisch” und im Osten “revolutionär”. Die Oktoberevolution war sozusagen sowas wie die französische Revolution des Ostens und die SU eine Modernisierungsdiktatur. Was gerne vergessen wird, dass der Frühkapitalismus in Westeuropa auch nicht anders war. (Disziplinierung, Arbeitslager, Zuchthäuser, Siehe zb. Wolfgang Dreßen: Die pädagogische Maschine oder auch das Kapitel über die ursprüngliche Akkumulation im 1. Bd. des Kapitals von Marx) Der Unterschied ist, dass das was in Westeuropa 300 Jahre dauerte, in Russland in einer Generation durchgedrückt wurde . Die ganze Toten wurden dabei in Kauf genommen und mit “historischer Notwendigkeit” abgekanzelt.
(Siehe: R. Kurz: Kollaps der Modernisierung, Domenico Losurdo: Kampf um die Geschichte)
Ist auch nicht viel anders wenn heute wegen der “Marktgesetze” in Kauf genommen wird, dass jeden Tag ca 100.000 Menschen verhungern.
Bei dir klingt dass allerdings so als wenn eine durchgeknallte Politsekte an die Macht kam, mit dem Ziel Millionen aus Spaß umzubringen. Ganz so einfach ist es nicht, denke ich.
3.
Kannst du mir nachweisen, wo der Marismus oder Marx meint, es gäbe keine menschliche Natur? Das wäre mir neu. Allerdings stimmt es, dass durchaus Dinge als historische kritisiert wurden die als natur-gegebene erschienen. Und das ist ja wohl legitim.
Das Problem ist, dass Menschen Selbstverständliches für natürlich halten, verständlicherweise.
Die Standesgesellschaft mit den Privilegien des Adels galt als natürlich oder gottgegeben (was aber nichts ändert).
Schwarzen galten von Natur aus Faul, Frauen von Natur aus dümmer als der weiße Mann…Der Neoliberalimsus meint es gäbe sowas wie einen “natürlichen Preis”.
Ich denke ich brauche das nicht weiter fortsetzen.
Klar gibt es eine Naturgrundlage des Menschseins und es wäre dumm diese als solche zu verleugnen. Aber die entgegensetzte Meinung ist genau so oberflächlich: Den heutigen Menschen nehmen und von der bloßen Empirie auf irgendeine menschliche Natur schließen. Vor hundert Jahren meinte man Prostitution, Müßiggang, Alkoholismus sei nicht sozial sondern genetisch bedingt und es wäre es großer Fortschritt für die Menschheit würde man diese Menschen alle zwangssterilisieren. (Siehe Peter Weingart et.al. Rasse, Blut, Gene, Suhrkamp Verlag, Anna Bergmann: Verhütete Sexualität, Enzo Traverso: moderne Und Gewalt).
Und klar hatte das mit den katastrophalen Verhältnissen damals zu tun. Wenn der Marxismus damals dieses platten Biologismus oder Sozialdarwinismus kritisierte ist prinzipiell doch richtig oder? (Obwohl der Marxismus vom Biologismus auch nicht ganz frei war wie zb. Karl Kautsky)
4. So zum Postmodernismus
Ich denke nicht dass der Postmodernismus nur aus dem Marxismus-Leninismus kommt.
Postmoderne linke Philosophen wie Derrida und Foucault entwickelten, ihre Theorien aus einer Abwendung und Kritik des Marxismus-Leninimus, soweit ist es richtig.
Desweiteren zb. postmoderne Pädagogik wurde schon in den USA in den 50igern entwickelt und keineswegs von Marxisten (Siehe: Christopher Lasch: Das Zeitalter des Narzißmus)
Selbst wenn der Postmodernismus eine Erfindung irgendwelche Marixsten wäre, wie erklärt man sich dass die postmodernen, kulturalistischen Diskurse in den vergangenen Jahrzehnten “klassenübergreifend” hegemonial geworden sind und selbst bereits im Alltagsbewußtsein vieler Menschen verankert ist?
Politikal Correctness (PI) ist denke ich mal ein typisch postmodernes Phänomen. PI-s sind meiner Meinung nach Konstruktivisten: d.h. alle Dinge sind konstruiert durch Diskurse haben aber keine reale Substanz. Daher denke man, man könne Rassismus und Sexismus beseitigen, wenn man ein Neusprech einführt. Man darf nicht mehr “Neger” sagen und wehe es fehlt das _Innen. Aber diese Dinge haben objektive Ursache, die in den gesellschaftlichen Strukturen usw. liegt, also keineswegs sich wegdiskutieren lassen.
Typisch für die Postmoderne ist halt das Einebenen des Unterschiedes zwischen Wesen und Erscheinung und das gleich-gültig setzen aller Inhalte- aus letzterem folgt der Multikulturalismus.
Klar ist die postmoderne Linke radkial zu kritisieren, aber was du hier machst ist platte Polemik die inhaltlich weitgehend oberflächlich oder falsch ist.
derautor
10. Oktober 2010 at 12:19
Wenn du meinst, der Kommunismus wäre gescheitert, weil er noch zum Weltsystem des Kapitalismus gehörte, dann hast du m.E. gar nichts verstanden, so wie ich deiner Meinung nach gar nichts verstanden habe.
Der Kommunismus ist gescheitert, weil er grundlegend falsch war, weil die Menschen für sich selbst arbeiten wollen und sich nicht durch staatlich verordnete Einheitslöhne abspeisen lassen. Dort, wo man den Bauern später eigene kleine Felder zuteilte, lief alles viel effektiver. Außerdem ist er gescheitert, weil er eine Tyrannei war, weil zu viel Macht in den Händen weniger lag und sie mit den Menschen machen konnten, was sie wollten. Irgendetwas an dieser Menschenfressermaschine mit über 100 Millionen Todesopfern zu verteidgen, finde ich absolut daneben.
Und die Martwirtschaft ist sicher nicht der Grund, warum heute noch viele Menschen verhungern. Auffälligerweise verhungern sie nur in unfreien oder teils freien Ländern, nie dort, wo es liberale Demokratien und Marktwirtschaft gibt.
Wo verhungern sie mehr? Hier oder in Nordkorea?
Julian
10. Oktober 2010 at 12:50
Ich habe nichts von dieser Menschenfressermaschine verteidigt wie du meinst, sondern meinte man sollte nicht die Modernisierungsgeschichte und Diszilinierungsgeschichte des wunderbaren Westen vergessen und die nackten Tatsachen des Kapitalismus von heute kleinreden. Keineswegs gehörte ich zu denen die meinen “Schwarzbuch des Kommunismus” sei reine Propaganda.
Ja klar ist der Kommunismus a la Staatskapitalismus gescheitert, weil er teil des “Weltsystems” war. Er konnte die dritte industrielle Revolution nicht mehr mitmachen und konnte am Weltmarkt nicht mehr konkurrieren, deswegen ist der ganze Laden zusammengekracht, weil er eben pleite war. Was du schreibst trägt zwar auch bei (vor allem das Auseinanderfallen von Anspruch und Wirklichkeit), aber ich denke es ist nicht das entscheidene.
Und na klar liegt es an der Marktwirtschaft d.h. am Kapitalismus wenn Menschen heute verhungern. Woran sonst? Eine nichtkapitalistische Wirtschaftform existiert heute doch längst nicht mehr, ja nicht mal mehr sowas wie eine kapitalistische Nationalökonomie (Globalisierung).
In deiner heißgeliebten USA leben über 30 Millionen Menschen unter der Armutsgrenze, durch die Finzankrise sollen es noch mehr geworden sein. Ver-hungern tut man dort zwar nicht, aber Skandal ist es genug. Wenn du eine große Hungerregion wissen willst, dann schaue dir Afrika an. Hierzulande vernichtet die EU Teile der Ernte um die Preise zu halten.
Eben! – der zweck der kapitalistischen Produktion ist nicht die Bedürnsibefriedigung sondern die Kapitalakkumulation. Wenn du meinst diese Aussage sei linksextrem, dass schaue dir doch mal den Fall an wenn Produktionsmittel stillgelegt werden ” weil es sich nicht mehr rentiert” oblgeich menschliche Bedürfnisse durchaus noch vorhanden sind. So werden ganze Regionen deindustrialisiert…und gültig sind nur die Bedürfnisse von denen die am Verwertungsprozess des Kapitals teilnehmen, also selber Arbeit und Geld haben. Wenn in Afrika Leute verhungern, dann wohl kaum weil es dort noch nicht genug Marktwirtschaft gibt sondern, weil diese Regionen vom Weltmarkt zermalmt worden sind. Wenn man kein Geld hat, kann man sich nichts zum essen kaufen -so einfach ist das!
“Wo verhungern sie mehr? Hier oder in Nordkorea?”
Du gehst wie mir scheint, bei der Beurteilung des Kapitalismus von den Weltmarktsiegern auszugehen, keine Wunder warum du ihn so idealisierst.
derautor
10. Oktober 2010 at 12:22
Und es stimmt, dass man im Originalbeitrag nicht immer zwischen Ernst und Sarkasmus unterscheiden kann, aber umso effektiver schlägt er ein und führt denen, die linksextreme Ideen übernehmen, vor Augen, was sie da machen.. Wer sich dafür interessiert, was ich tatsächlich denke, kann die Updates lesen.
Julian
12. Oktober 2010 at 10:40
Höre dir doch mal folgenden Vortrag an:
http://www.mediafire.com/?jymninxrn2m
gorgias
10. Oktober 2010 at 19:43
Ich finde diesen Artikel in seiner Gesammtheit gut, wie er diese Zeitgeisterscheinungen analysiert, doch finde ich einige Punkte problematisch.
Dass Menschen kein unbeschriebenes Blatt bin ich mit dir einig, aber Sarazin macht einen fehler wenn er meint dass das unvermögen bestimmter Gruppen mit gewissem Migrationshintergrund (Türken, Araber) genetisch bedingt sind und diese weitervererbt sind.
Sarazin geht von der Idee aus dass Menschen aus niederen Schichten dort sind, weil sie erblich minderbemittelt sind. Dies würde eventuell bei einer freien Gesellschaft mit homogener Kultur tendenziell stimmen. Aber davon abgesehen, dass man seit Charles Boudlare’s Elitenforschung weiss dass Menschen aus höheren Schichten ein kulturelles Kapital mitbekommen, das ihnen einen guten Vorteil verschafft ökonomisch besser darzustehen. Dazu haben Türken eine gewisse Hürde durch ihre fremde Kultur die im Gegensatz zu anderen Migrationsströhmen wie Süd-Koreaner den Bildungsaufstieg nicht so hoch schätzen. Diese Einstellung wird dann von Generation zu Generation weitergegeben. Somit ist es grundsätzlich ein kulturelles Problem.
Hätte Sarazin anstatt mit seinem genetischen Halbwissen herumzuhantieren das eigentliche Problem angesprochen wäre die Diskussion weiter.
Zu kritisieren ist dabei der Multikulturalismus der eben die negativen Elemente der Migrantionskultur aus ideologischen Gründen nicht abbauen will.
Ingo Bading
11. Oktober 2010 at 06:36
Dazu muß man den Sarrazin mal genauer lesen, denke ich. Das Thema hat er nämlich ausführlich behandelt. Kurz gefaßt sagt er, daß aufgrund der Durchlässigkeit unseres Bildungssystems im Grunde schon in den letzten Generationen alle jene ihre Aufstiegschancen wahrgenommen haben, die sie aufgrund ihrer Fähigkeiten hatten wahrnehmen können.
Ein Bildungssystem, das Chancengleichheit fördert, fördert Ungleichheit, sagt er, weil durch die Chancengleichheit viel stärker selektiert wird als ohne.
Klartext: In der DDR ebenso wie in der BRD sind alle Intelligenten der Arbeiterklasse längst raus aus der Arbeiterklasse. Da gibt’s nicht mehr (viel) zu holen.
Bei den Türken wird man vielleicht noch “manches” finden, holen können. Aber ganz richtig: Dazu müßten sie eben eine ähnliche Kultur und einen ähnlichen Lebensstil haben wie wir. Davon ist die Mehrheit weit entfernt und entfernt sich eher noch weiter davon, so weit man sieht.
Wer da etwas über “frühkindliche Bildung” dran ändern will, bezeugt nur seine Ohnmacht gegenüber dem Humanum an sich, das eben in kultureller Vielfalt und Andersartigkeit besteht.
gorgias
11. Oktober 2010 at 18:19
Das deutsche Bildungssystem ist (nebem dem österreichischem) das am wenigsten durchlässigsten weltweit. Ein unterdurschnittlicher Schüler in Deutschland kann es, wenn er den richtigen familiären Hintergrund hat auch das Abitur schaffen. Oft werden Kinder aus dem bildungfernen Millieu nicht richtig gefördert und bekommen von zuhause zuwenig mit, als dass sie es ins Gymnasium schaffen. Auch hat man durch Studien festgestellt, dass bei gleicher Leistung Kinder aus dem Bildungsmillieu eher eine Empfehlung für das Gymnasium bekommen. Wenn man die Bildungskarrieren von Türken und Arabern in Finnland und Schweden mit denen in Österreich und Deutschland vergleicht, kann man erkennen, dass wir hier irgendetwas nicht richtig machen.
Ingo Bading
11. Oktober 2010 at 19:27
Von Cem Özedir hörte ich neulich im Radio, er wäre das, was er geworden ist, nur geworden, weil ihn seine deutschen Schulfreunde mit nach Hause genommen haben und die deutschen Eltern seiner Schulfreunde auch ihn dazu angehalten haben, seine Hausaufgaben zu machen. Da waren wohl damals in Schwaben wohl noch so manche Elternteile nicht berufstätig, möcht ich mal mutmaßen …
Und das, was ein gutes Elternhaus leistet, sollen jetzt Ganztagsschulen leisten? Hahaha. Das nenne ich mangelnde Ehrfurcht vor dem Leben und vor sozialen Beziehungen. Warum genießen Ehe und Familie traditionell den besonderen Schutz des Staates, wenn man so leicht auf sie verzichten könnte?
Aber sollen alle ruhig so weitermachen. In ihrer Ehrfurchtslosigkeit. Das westliche Abendland ist nicht die erste komplexe Kultur, die an Ehrfurchtslosigkeit und der Beliebigkeit von Machbarkeitswahnsinn zugrunde gegangen ist.
sapere aude
11. Oktober 2010 at 21:23
@gorgias: Sicher, dass besagte Türken und Araber in Finnland und Schweden z. B. aus denselben sozialen Schichten in ihren Ursprungsländern kommen wie die in Deutschland?
sapere aude
11. Oktober 2010 at 16:29
Ich dachte, es ging dabei eigentlich gar nicht um Türken und Araber per se, sondern um diejenigen, welche aus teils extrem bildungsschwachen Teilen der türkischen bzw. arabischen Bevölkerung nach Deutschland gekommen sind? (An dieser Stelle bitte Intelligenz auch als Fähigkeit zu hoher Bildung verstehen, selbstverständlich mit hohem genetischen Anteil.) Somit ist das Angesprochene mitnichten ein grundsätzlich kulturelles Problem. (Inwiefern in der türkischen oder arabischen Kultur freies Denken und damit mögliche Entwicklungen unterdrückt werden, mal beiseite gelassen.)
Dass Türken den Bildungsaufstieg nicht so hoch schätzen, ist im Übrigen ein Klischee, welches ich so formuliert stark anzweifle.
gorgias
11. Oktober 2010 at 20:59
@Ingo Bading
Drehst du jetzt durch, oder bist du nur verbissen und borniert?
Der Mensch ist kein unbeschriebenes Blatt, sondern das Zwischenprodukt eines evolutionärem Prozesses. Wer sich mit der Evolutionsbiologie richtig auseinadersetzt und nicht in einem Vulgär-Darwinsimus steckenbleibt, versteht die Wechselwirkungen zwischen Vererbung und Umwelt und kann besser sehen wo etwaige potenziale stecken.
Beliebigkeitsdenken ist meines Erachtens eine Denkschwäche, die einen mittelmäßigen Geist kennzeichnen. Genauso schwach im Geiste ist wer nicht mehr auf die Reihe kriegt, als ein simples eindimensionales biologistisches Menschenbild.
Das dreigliedrige Schulsystem in Deutschland und Österreich ist suboptimal, weil es einen großen Teil des Potenzial einer Gesellschaft brach liegen läßt. Wer sich umsieht und schon praktizierte erfolgreichere Modelle findet und sie in Betracht zieht, ist noch längst nicht größenwahnsinnig. Doch wer an dem alten suboptimalen Modell festhalten will, verspielt die Potenziale die Deutschland hat und gibt sich gleichzeitig als bornierter Geist zu erkennen.
Hier noch zwei Artikel um deine verschlampte Aneignung über das Thema Evolution/Intelligenz zu korregiern:
http://www.faz.net/s/Rub546D91F15D9A404286667CCD54ACA9BA/Doc~ECD5449E2387645B0855E408427A0F461~ATpl~Ecommon~Scontent.html
http://www.zeit.de/2010/36/Intelligenz-Sarrazin
Ingo Bading
12. Oktober 2010 at 12:24
@ gorgias
Elsbeth Stern haben wir hier schon diskutiert. Was will mir dieser Martin Hoffmann sagen? Ich hab’s nicht kapiert.
- – - Unser Schulsystem ist suboptimal? – ??? Schon mal in heutigen deutschen Hauptschulen am Unterricht teilgenommen? Noch Fragen?
gorgias
12. Oktober 2010 at 17:53
- – – Unser Schulsystem ist suboptimal? – ??? Schon mal in heutigen deutschen Hauptschulen am Unterricht teilgenommen? Noch Fragen?
Du willst damit wohl sagen, dass die Hauptschüler selber schuld sind, wenn sie nichts lernen? Doch das hat in Wirlichkeit gruppendynamische Ursachen. Wenn Kriminelle, psychisch Kranke oder lernschwache zusammen gehalten werden entwickeln sich verstärkende Faktoren, die dazu führen dass sich diese eigenschaften Verstärken. Wenn Personen die schlecht Deutsch sprechen (die Hauptschule ist ja das Sammelbecken für Ausländerkindenr ) dann lernen sie nicht richtig Deutsch, weil sie kein Vorbild haben in bessere Schüler, auch nur in einer Form von passivem Lernen. Wenn man die Quoten von Nichtmuttersprachlern in Klassen gering hält können diese von der Klasse getragen werden. Wenn jemand aber in einem Milleu aufwächst in dem nur türkisch und hauptächlich schlecht deutsch gesprochen wird und mit 6 in die Schule kommt, dann ist es eh schon zu spät, weil mit sechs sich ein Fenster schließt das einem ermöglicht bis zu drei Sprachen zu lernen und eine Sprache wie ein Muttersprachler zu lernen. Danach kommt dieses Kind in die Grundschule es hat Schwierigkeiten zu verstehen und fällt mit der Leistung zurück. Nach der 4. Klasse landet es in die Hauptschule. Was das Bedeutet habe ich schon weiter oben erklärt.
Was will mir dieser Martin Hoffmann sagen? Ich hab’s nicht kapiert.
Verstehst du wirklich nicht was “Erblichkeitskoeffizient” heißt? Oder willst du es nicht verstehen. Der Erblichkeitskoeffizient sagt aus wie hoch das genetische Potienzial zur Intelligenz auch wirklich zu Ausbildung kommt. Auf deinem Blog gibst du dich als jemand aus der sich mit Evolutionsbiologie auseinandergesetzt hat, dann müsstest du es analog verstehen wenn ich sage, dass es vergleichbar ist mit der Korrelation von Genotyp und Phänotyp. Je höher diese ist, um so höher ist der Erblichkeitkoeffizent. Dies ist in einer Gesellschaft in der der einzelne Optimal gefördert wird am höchsten gegeben. In Deutschland und Österreich ist das am geringsten, in Finnland und in Schweden am höchsten. Das ist aber die Voraussetzung dass diejenigen die die bessere genetische Veranlagung haben es auch schaffen diese zu entwickeln und in der Gesellschaft aufzusteigen.
Ingo Bading
12. Oktober 2010 at 18:51
Das Problem der deutschen Hauptschulen würde völlig identisch bestehen, wenn es gar keine Türken und Migranten in unserem Land geben würde. Wo gibt es in Deutschland noch Hauptschulklassen, gerne auch rein deutsche Klassen, in denen ganz normal Unterricht stattfindet? In Berlin, sagte mir grad erst eine Lehrerin, ist die große Mehrheit der deutschen Hauptschüler schlichtweg verhaltensgestört. Und dazu brauche ich keinen Psychologen, der mir das sagt, da muß ich nur ein paar Stunden mit denen zusammen verbringen und versuchen, denen was beizubringen.
Hier sind in der Tat VIELE genetische Potentiale vorhanden, die grotesk-lächerlicher Weise nicht ausgeschöpft werden.
Aber woher dieses Chaos kommt … Jeder einzelne ist ein netter Kerl. In der Gruppe wird’s grauenhaft. Vielleicht muß man zu Einzelunterricht zurückkehren.
Insgesamt sind die heute vollständig überreizt, das scheint mir der Hauptgrund für diese völlige Disziplinlosigkeit und Nervosität zu sein, die jeden Unterricht zur Farce machen.
In Berlin haben Klassen mit 15 Schülern ZWEI Lehrer!!!! Der Sarrazin deutet das in seinem Buch ja nur an. ZWEI Lehrer. Da braucht man 15 Lehrer, um das Chaos zu bändigen. Und 15 Unterrichtsräume.
Julian
12. Oktober 2010 at 19:02
Vielleicht sollte man sich die Elternhuser von Hauptschülern mal anschauen. Sind die meisten Eltern (dauer)arbeitslos- dann kann das eine Ursache sein für die Verhaltensgestörtheit der Kinder. Es ist klar dass die Ursache im sozialen zu suchen ist. Dann ist es Tatsache, dass die meisten Hauptschüler von Arbeitsmarkt ohnehin nicht mehr gebraucht werden- wenn immer mehr Menschen vom herrschenden kapitalistischen Regime für überflüssig erklärt werden braucht man sich über sowas nicht wundern. Wozu lernen wenn man auf eine Stelle sowieso 50 Bewerber kommen?? und man nach der Schüler wohl sowieso bestenfalls Hartz IV erwarten kann??
Ingo Bading
12. Oktober 2010 at 19:13
Bitte, Julian, nach meinem Gefühl kann da eigentlich nur mitreden, wer das mal “in natura” erlebt hat. Es ist sinnlos, den Lehrern Vorwürfe zu machen. Es ist sinnlos, den Eltern Vorwürfe zu machen. Da ist eine ganze Generation auf den Hund gekommen, völlig auf den Hund gekommen.
Wer bietet denn diesen dauerarbeitslosen Eltern diese Dauerberieselung von Blödheit im Fernsehen an? Das sind die Intelligenz-Eliten unseres Landes. Seit Jahrzehnten. Warum geschieht denn das?
Hat denn so viel Blödheit wirklich noch ein Gesetz für sich? Und muß man sich wirklich wundern, wenn so viel Blödheit und Sinnlosigkeit den heutigen Jugendlichen als alleiniger Inhalt des Lebens angeboten wird, daß sie derart nervös und abwehrend jeglichem Sinnangebot gegenüber werden.
Wobei das Sinnangebot Bildung schon zu allen Zeiten für Hauptschüler kein wirkliches realistisches Angebot war. Wem das Lernen von Natur aus, schwer fällt, für den ist Bildung kein Genuß. Das kann man von so jemanden auch wirklich nicht erwarten.
Aber was hat unsere Gesellschaft denn außer Bildung noch an Sinnangeboten? Mal so ganz doof gefragt … Oder andere Frage: Hat mein Leben noch einen Sinn, wenn ich lebenslang arbeitslos bin? Hier liegen ganze Kontinente von unbeantworteten Fragen brach.
Julian
12. Oktober 2010 at 19:22
Tja die herrschende Gesellschaft definiert ihren Lebenssinn mehr oder weniger durch Arbeit, wer dauerhaft arbeitslos ist – gehört fast nicht zu dieser Gesellschaft. Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen so die Devise- selbst wenn es keine Arbeit aber genug zu essen gibt!
Ich meinte nicht die Arbeitslosigkeit der Hauptschülereltern sei ein Vorwurf, aber ich denke schon dass das damit zu tun hat. In natura habe ich sowas zwar nicht erlebt aber meine Tante ist Lehrerin an einer solcher Schule…
Diese Dauer-Verdummung durch die Medien ist doch gewollt, dieser teilweise hirnrissige Konsum und die Verarschungspolitik wäre doch gar nicht möglich wenn weite Teile der Bevölkerung nicht durch Verblödung passiv gehalten werden.