
David Wiley Miller: Non Sequitur
Und in diesem Fall bin ich damit gemeint, weil ich einst über Einkommensungleichheit als zentraler Auslösefaktor von allerlei Gesellschaftskrankheiten geschrieben habe und deren Reduzierung als Allheilmittel gepriesen. Möglicherweise habe ich mir da geirrt. Ups.
Na ja, wenigstens war nicht alles falsch, was ich jemals geschrieben habe. Insofern gibt es keinen Grund, sich hier zu beschweren!
Außerdem bin ich ein Prophet. Alle Propheten sind falsche Propheten, demnach gebührt auch mir das Ansehen, das Propheten trotzdem genießen!
Neben anderen Soziologen argumentieren vor allem Richard Wilkinson und Kate Pickett in ihrem Buch „The Spirit Level“, dass Einkommensungleichheit nicht nur den Ärmsten in der Gesellschaft schadet, sondern allen. Angeblich leiden Gesellschaften mit hoher Einkommensungleichheit unter hoher Kindersterblichkeit, hoher Kriminalität, hohen Teenagerschwangerschaften, geringerer Lebenserwartung und weiteren nachteiligen Faktoren.
Der Soziologe Peter Saunders argumentiert in dieser Arbeit, dass die Einkommensungleichheit nicht die Ursache ist von diversen Gesellschaftskrankheiten und dass meistens nicht einmal die starken Korrelationen, die Wilkinson und Pickett anführen, einer Überprüfung standhalten. Zum Beispiel gibt es nur im Falle der USA einen Zusammenhang zwischen hohen Mordraten und hoher Einkommensungleichheit, was, wie Saunders vermutet, vielleicht eher an den Waffengesetzen liegen könnte. Der Zusammenhang zwischen geringer Einkommensungleichheit und hoher Lebenserwartung lässt sich nur in Japan feststellen und könnte ebenso an der Ernährung der Japaner liegen oder an genetischen Faktoren.
Zudem kann man sehen, dass sich viele der Zusammenhänge nur bei skandinavischen Ländern im Vergleich zu angelsächsischen Kulturen aufzeigen lassen. Obendrein sind einige Gesellschaftskrankheiten in Ländern mit geringeren Einkommensungleichheiten weiter verbreitet, darunter Selbstmord und Alkoholmissbrauch. Derweil sind die Länder, in denen sich die Lebenserwartung und die Kindersterblichkeit am meisten verbessert haben, zugleich diejenigen, in denen die Einkommensungleichheit in den letzten 30 Jahren am stärksten angestiegen ist.
Statt der Einkommensungleichheit sieht Saunders historische und kulturelle Faktoren als die Ursachen für Gesellschaftskrankheiten an. Demnach ließen sich die Lebensbedingungen nicht einfach durch eine bestimmte Sozialpolitik grundlegend verbessern.
Ein Auszug aus der neuen Evo-Presseschau…
Ich fühle mich allzu oft an Henryk Broders Hinweis erinnert, dass es in der Wissenschaft für jede Studie eine Gegenstudie gäbe. Stimmt zwar nicht so ganz, aber insbesondere bei Studien, die Menschen als Forschungsgegenstand haben, kann man die Feststellung auch nicht komplett von der Hand weisen. Wie der Biologe Axel Meyer sagte: “Ich begnüge mich mit Fischen. Menschen sind mir zu kompliziert”.









mg23
7. Oktober 2010 at 10:20
“Außerdem bin ich ein Prophet. Alle Propheten sind falsche Propheten, demnach gebührt auch mir das Ansehen, das Propheten trotzdem genießen!”
Also ich finde es amüsant, wenn sich jemand auch mal Humorvoll zeigt, jedoch sich das Ansehen von Propheten zu wünschen um es zu geniesen ist doch recht gewagt.
Propheten haben mit Nichten ihr Ansehen genießen können und standen steht’s ausserhalb der Gesellschaft. Sie wurden weder für ihre Propheterie gefeiert noch wurden sie willkommen geheißen. Nach dem Tod, ja da wurden manche heilig gesprochen. Falls Dir also an postumem Ansehen liegt, wirst du jedoch auf das Genießen verzichten müssen. Die meisten litten zu Lebzeiten unter ihrem Amt, welches sie sich zudem noch nicht einmal ausgesucht haben.
Ich weiß, Humor ist wenn man trotzdem lacht ….
Dr. Sheldon Cooper
7. Oktober 2010 at 17:48
> „Außerdem bin ich ein Prophet.
Das können wir leicht herausfinden. Ich muss nur einen Ausdruck dieses Blogs verbrennen und das Video auf Youtube veröffentlichen.