Das ist mein vorerst letzter Beitrag, in dem ich mich von mir selbst distanziere (von meinem anderen, böseren Selbst).
Ich habe mich von einigen Blogkommentatoren und von Außenstehenden überzeugen lassen – und so ist das ja auch gedacht –, dass man nicht sinnvollerweise, ist man im Besitz von hinreichend vielen relevanten Informationen, diese Dinge ernsthaft vertreten kann, die ich fälschlicherweise für eine Weile vertreten habe.
Bringen wir es hinter uns, dann kann ich wieder Krawall machen.
1. Das Böse, böse Menschen. Das habe ich im metaphysischen oder platt moralistischen Sinne sowieso nie geglaubt, aber es ist in der Tat nicht sinnvoll, trotzdem diese Begriffe zu verwenden. Zumindest unbewusst sind Menschen durch diese Begriffe manipulierbar.
Unter den falschen Bedingungen lässt sich jeder verführen zu den schrecklichsten Taten. Manche mehr als andere, aber alle zu viel, als dass sie sich noch als große Moralapostel darstellen könnten. Ein bestimmtes Verhalten muss also gesellschaftlich gefördert werden, anderes Verhalten entmutigt.
Hierzu lautet ein zentraler Grundsatz: Niemand darf zu viel Macht haben. Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut; so heißt es, aber es ist schlimmer: Macht tötet, absolute Macht tötet absolut, wie der Politologe R.J. Rummel als Ergebnis seiner Untersuchungen von Völkermorden und Staatsterrorismus feststellt (Siehe: Macht tötet). Wie gut insofern, dass ich wirklich überhaupt keine Macht habe.
In unserer aktuellen Obsession mit Antagonismen vergessen wir oft, wie viel die Menschen miteinander vereint.
2. Folter. Ich habe mir einige abgedrehte Szenarien überlegt, um damit aufzuzeigen, dass keine ethische Richtlinie wirklich in jeder noch so abstrusen Situation gültig ist. Im “Ticking Bomb Scenario” könnte man zum Beispiel, so heißt es, Folter anwenden, um die Detonation von Atombomben in Großstädten unter Umständen aufzuhalten.
Das Problem ist nur, dass es keine hinreichenden Belege gibt (soweit ich das sehe), die aufzeigen würden, dass Folter hier wirklich funktionieren würde und erst recht besser funktionieren würde als andere, humanere Methoden, etwa eine psychologisch geschickte Befragung.
Trotzdem würde ich, insofern unbedingt nötig, um Menschenleben zu retten, die “weiche Folter” als Option im Falle von Terroristen offen halten, will heißen:
- über mehrere Stunden nackter Aufenthalt in kalten Gefängniszellen
- Schlafentzug über mehrere Tage und Nächte durch die Beschallung mit lauter Rockmusik
- Fesseln des Häftlings in unangenehmen Positionen über mehrere Stunden
- Koranschändungen
- Drogen
Dies aber nur, wenn es nötig ist, um an Informationen zu kommen, die wirklich Leben retten können (etwa Informationen über geplante Terroranschläge). Eine Ausnahme ist die Koranschändung, die kann man auch großzügiger anwenden (das ist keine Folter, auch wenn Wikipedia etwas anderes behauptet! Im Gegenteil schänden gefangene Islamisten auch selbst gerne mal einen Koran).
Im Gegensatz zu dem, was ich vorher gesagt habe, denke ich jetzt, dass der Staat dies offiziell tun sollte, nicht insgeheim. Da muss schon Rechtssicherheit bestehen. Man kann weiche Folter in Extremfällen durchaus als legitim und legal ansehen, da Terroristen eben nicht den Status von regulären Kriegsgefangenen haben, weil sie keine Uniformen tragen und vor allem, weil sie Zivilisten angreifen. Behandelt man sie trotzdem so wie reguläre Soldaten, sagt man damit aus, dass es keinen Unterschied macht, ob sich ein Soldat an die Regeln hält oder nicht, ob er Unbeteiligte tötet oder nicht.
Ich weiß in meinem Herzen, dass der Mensch gut ist. Dass das, was richtig ist, am Ende siegen wird. Und dass jedes Leben einen Sinn und einen Wert hat.
3. Die Hinrichtung von Tyrannen und ihren überzeugten Helfern. Ich dachte erst, es würde Sinn ergeben, die Anführer einer ideologischen Bewegung, die Völkermorde verübt, zu töten, wenn man sie schon gefangen hat. Aber das könnte eher den umgekehrten Effekt haben. Die Anhänger dieser Ideologen könnten anhand der Hinrichtungen demonstrieren, dass ihre Gegner nicht besser wären als sie selbst.
Vielmehr sollte man in einem ordentlichen Prozess aufzeigen, dass man eben doch das bessere System vertritt als die Ideologen. Insofern waren auch die Hinrichtungen von Nazi-Kriegsverbrechern als Resultat der Nürnberger Prozesse falsch. Die lebenslange Gefängnisstrafe ist die Maximalstrafe.
Eine besorgte und gequälte Menschheit sieht zu uns auf; bittet uns, dass wir unser Rendezvous mit dem Schicksal einhalten; dass wir die Prinzipien der Eigenverantwortung, Selbstdisziplin, Moral und vor allem die verantwortungsvolle Freiheit jedes Individuums aufrechterhalten werden.
4. “In der Schwebe” sind aktuell die Bombardierungen deutscher Städte im zweiten Weltkrieg. Dafür spricht, dass sie den Kampfeswillen der Deutschen reduziert haben, dass sie den Glauben an den Endsieg einen kräftigen Schlag versetzt haben. Ich könnte mir insofern vorstellen, dass mehr Menschen insgesamt durch diese Bombenangriffe (auch auf meine Heimatstadt Würzburg übrigens, und einige meiner Verwandten waren davon betroffen) gerettet wurden, als getötet. Ähnlich würde ich die Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki bewerten.
Wir wissen von den Japanern, wie auch von den Deutschen, dass viele von ihnen bereit waren, bis zum letzten Mann für schlechte Ideen zu kämpfen. Die Bombenangriffe waren extreme Mittel, um sie davon abzuhalten. Ich sehe mich aktuell nicht in der Lage, um zu bewerten, ob sie gerechtfertigt waren oder nicht, weil einfach sehr viele Zivilisten dabei getötet wurden, ob man nun viele mehr retten konnte oder nicht.
Fazit
Wir sind im Krieg mit dem gefährlichsten Feind, der die Menschheit jemals herausgefordert hat von ihrem langen Aufstieg aus den Sumpf zu den Sternen und es wurde gesagt, dass wenn wir diesen Krieg verlieren, mit ihm auch unsere freie Lebensart verlieren, dass die Geschichte mit größtem Erstaunen feststellen wird, dass jene, die am meisten zu verlieren hatten, am wenigsten taten, um dies zu verhindern.
Ich habe mich selbst dafür gehasst, zeitweise auf die Filme von Michael Moore und auf ähnlich platte Pazifistenpropaganda hereingefallen zu sein, was auch meine sofort erfolgreiche Ablehnung des Wehrdienstes zur Folge hatte (ich mache eben keine halben Sachen). Durch die Lektüre von Büchern und Artikeln insbesondere von Nick Cohen und Christopher Hitchens wurde mir meine eigene Dummheit bewusst und als Wiedergutmachung habe ich dann viel zu stark und exklusiv die humanitäre Notwendigkeit von Kriegen verteidigt und einige grausame Methoden im Kampf gegen gewalttätige Fanatiker, bis zur zeitweisen Verwendung von Propagandasprache.
Das war auf jeden Fall ein Fehler.
Nach wie vor denke ich, dass die Einsätze im Irak und in Afghanistan gerechtfertigt waren, dass Menschenrechte für alle gelten und besser früh als spät für alle durchgesetzt werden müssen und dass die Menschheit besser dran wäre, wenn es überall liberale Demokratien gäbe – von denen ich glaube, dass sie Individualrechte besser schützen können als andere Systeme.
Eine Person, die 80% der Zeit mit dir übereinstimmt, ist ein Freund und ein Verbündeter – kein 20%-Verräter.
Wie man sehen kann, lasse ich mich durch Argumente sehr wohl überzeugen. Es wäre ganz nett, wenn man die mir in Zukunft einfach mal direkt nennen würde, anstatt sich bei Dritten über mich zu beschweren oder ohne meinen Einbezug endgültige Urteile zu fällen. Insbesondere, wo ein Blog ein explizites Diskursmedium ist und darauf ausgelegt, die Meinung des Blogautors in Frage zu stellen. Bei aller Einsicht in eigene Fehler, gibt es immer noch Einsicht in die Fehler von anderen.
Über Ronald Reagan, schließlich, kann man vieles sagen, aber er war ein grandioser Rhetoriker (von ihm stammen die kursiven Zitate). In dieser Hinsicht bin ich noch nicht kuriert.
Dir und mir sagt man immer öfter, dass wir uns zwischen einem Linken und einem Rechten entscheiden müssen, aber ich würde die Behauptung aufstellen wollen, dass es so etwas wie ein Rechtes und ein Linkes nicht gibt. Es gibt nur ein nach oben und ein nach unten – nach oben zu dem alten Menschheitstraum; das Nonplusultra der individuellen Freiheit, vereinbar mit Recht und Gesetz – oder nach unten in den Ameisenhügel des Totalitarismus, und unabhängig von ihrer Ernsthaftigkeit, von ihren humanitären Motiven, haben jene, die unsere Freiheit gegen Sicherheit eintauschen wollen, sich aufgemacht zu diesem Weg nach unten.
Weiterführendes
Wo stehe ich politisch? (mit Update)
Hat Obama den demokratischen Frieden getötet? (vom Politologen R.J. Rummel)










H. Lektor
4. Oktober 2010 at 06:32
so aus erfahrung mit Festivals und Berichten aus der StaSi-U-Haft: Beschallung alleine reicht nicht aus für Schlafentzug. Da muß man den Delinquenten schon auch beobachten und wach rütteln, wenn er einnickt.
Übrugens find ich die Reagan-Zitate sehr schön und auch abseits von Rhetorik sinnvoll
Ingo Bading
4. Oktober 2010 at 09:09
Es ist eben gefährlich, über “demokratische” Politiker, nur weil sie nach außen hin “demokratisch” sind, von vornherein zu gut zu denken. Wer sagt denn, daß es den Regierungen von Churchill und Roosevelt darum ging, Hitler-Deutschland möglichst schnell und ohne große Verluste unter der Zivilbevölkerung zu besiegen? Wer sagt denn das?
Hätten sie dazu schon 1941 anvisieren brauchen, daß Stalin seinen Herrschaftsbereich bis zur Elbe ausdehnen sollte, günstigstenfalls könnte, würde? Hätte es dafür nicht Alternativen gegeben, die man eher hätte anstreben können?
Die internen britischen Dokumente der damaligen Zeit sprechen eine ganz andere Sprache. Eine von Krieg und Haß geprägte Sprache.
Wenn man das Morden in Auschwitz hätten stoppen wollen, hätte man nicht Berliner Wohnsiedlungen bombardieren brauchen, sondern die Bahnanlagen von Auschwitz oder Auschwitz selbst. Warum wurden die niemals bombardiert, obwohl man herrliche Luftaufnahmen von diesen hatte?
Warum wurden Schlüsselindustrien nicht bombardiert wie etwa die Kugellagerfabrik von Schweinfurt?
Während des Historikerstreites von 1985 hat der deutsche Historiker Klaus Hildebrand einen Aufsatz geschrieben betitelt “Das Zeitalter der Tyrannen”, wobei er Churchill und Roosevelt ebenso als Tyrannen betrachtete wie Hitler und Stalin.
Oftmals sind Friedensnobelpreisträger die größten Kriegshetzer. Diese Möglichkeit muß man in Rechnung stellen.
derautor
4. Oktober 2010 at 12:20
Ich bin noch immer kein Relativist. Was richtig oder falsch ist, lässt sich nicht an der Anzahl der Toten ablesen. Es gab erheblich bessere Gründe dafür, Nazis und ihre Anhänger zu töten als Juden, wenns recht ist (und auch wenns nicht recht ist).
Und wer Churchill und Roosevelt mit Hitler und Stalin auf eine Ebene stellt, hat keine Chance, hier Gastautor zu werden. Um es mal sehr milde auszudrücken.
Ingo Bading
4. Oktober 2010 at 13:13
Prof. Klaus Hildebrand wird es nicht nötig haben, hier auf dem Blog Gastautor zu werden. Und falls meine Wenigkeit angesprochen sein sollte: Ach je, Kummer ist man ja gewohnt.
derautor
4. Oktober 2010 at 15:14
Es ist schon wirklich bizarr, wie die deutsche Geschichtswahrnehmung beizeiten von jener der restlichen Welt abweicht.
El_Mocho
8. Oktober 2010 at 09:50
Die Auffassung, das Churchill ein Kriegsverbrecher war, ist weit verbreitet und gut begründet, z.B. in diesem hervorragenden Buch: http://www.amazon.com/Among-Dead-Cities-History-Civilians/dp/0802714714
Der Autor ist übrigens ein bekannter atheistischer Philosoph und Religionskritiker, vielleicht kennst du ihn ja? Er gehörte zu denen, die den Papst verhaften lassen wollten, als der kürzlich in England war.
Mit deinem US-freundlichen Bellizismus stehst du ziemlich allein unter Denkern dieser Richtung.
Ingo Bading
8. Oktober 2010 at 11:03
Danke!
Dann hätte ich ja wenigstens bei El_Mocho noch eine Chance, Gastautor zu werden – wenn er denn einen Blog hätte!!!
Ingo Bading
6. Oktober 2010 at 12:23
Ja, darum geht es ja immer wieder – offenbar auch Ihnen:
Kein Volk, kein Land, keine Region darf einen eigenen Weg haben. Alle sollen den gleichen Weg haben. Alle sollen die gleiche Sicht auf die Dinge haben. Sonst wird es ein – - – “Sonderweg”, statt einfach nur ein anderer. Niemand darf beiseite stehen, wenn die leuchtende Sonne der Demokratie scheint.
Nur eben, daß Evolution noch nie mit Monokultur gearbeitet hat, sondern mit einer großen Vielfalt an Sichtweisen auf die Welt.
derautor
6. Oktober 2010 at 13:30
Ihre Kommentare haben den Vorteil, dass sie immer wieder aufzeigen, was nicht stimmt mit der öffentlichen Meinung über politische Fragen in Deutschland.
Auf den Punkt gebracht: Völker, Länder und Regionen sind irrelevant, alles, was zählt, sind Individualrechte. Wenn Völker, Länder und Regionen diese Individualrechte nicht anerkennen, wenn sie Frauen steinigen, Schwule aufhängen und Ehrenmorde begehen, dann muss ihre Kultur weg und ersetzt werden durch eine Kultur, welche die Menschenrechte anerkennt. Die Anerkennung der Menschenrechte ist eine nicht verhandelbare Minimalbedingung. Ganz einfach.
Ich frage mich, ob Sie immer noch die kulturelle Autonomität loben würden, wenn man sie in Saudi Arabien wegen Ungläubigkeit an einem Kran aufhängen würde. Ihnen traue ich inzwischen alles zu.
Ingo Bading
6. Oktober 2010 at 14:45
Wo steht geschrieben, daß weltweit nur Individualrechte gelten? Wer legt das fest?
Ich teile die Ansicht, daß die Menschheit im Zuge der Aufklärung nach und nach zu moralischerem und aufgeklärterem Zusammenleben kommt und kommen wird. Wir haben hier schon viele Fortschritte gemacht und werden – HOFFENTLICH – weiter Fortschritte machen.
Allerdings machen mir zunächst Mißstände und Ungerechtigkeiten in meiner eigenen Ethnie weitaus mehr Sorgen, als wenn in China ein Sack Reis umfällt (bzw. da mal wieder jemand öffentlich hingerichtet wird). (Wer sagt denn, daß die Mißstände im eigenen Land so viel weniger bedeutend sind? Wer würde das festlegen?)
Menschen haben seit Jahrtausenden unter viel rabiateren, inhumaneren Verhältnissen gelebt, als wir das heute im westlichen Abendland gewohnt sind. Warum sollen sie das von einem Tag zum anderen ablegen, nur weil WIR weiter sind?
Die Frage ist, mit welchen METHODEN diese Fortschritte durchgesetzt werden sollen und wieviel Eigeninitiative man den Menschen verschiedener Regionen überläßt, das heißt, wie sehr man sie selbst sich ihren Weg finden läßt (Hilfe zur Selbsthilfe) oder wie sehr man sich einmischt, aufdrängt im Namen einer – vielleicht auch nur angeblich vorhandenen – moralischen Überlegenheit.
Jede Region, jede Ethnie auf der Erde hat – seit JAHRTAUSENDEN – ihren eigenen Rhythmus gehabt, um zu Aufklärung und Emanzipation hinzufinden. Ist es hilfreich, diese Eigengesetzlichkeiten, dieses “Störrische”, Eigenwillige völlig zu ignorieren?
Geht es nicht anders? Meiner Meinung nach – und vielleicht auch nach Meinung von Martin Walser (siehe sein Text “Querfeldein – Ich vertraue”) ist die Globalisierung, die “Vereinweltlichung” eine Folge, bzw. ein Seiteneffekt des Monotheismus, der alle Völker zu EINER Religion bekehren wollte mit “Bibel und Alkohol” und sonstigen Methoden.
Der Monotheismus hat dadurch weitflächig die Gesetze der Evolution, der Humanevolution außer Kraft gesetzt. Mit diesem Geist des Monotheismus sollte es endlich zu Ende sein, AUCH als eine Forderung der Aufklärung.
derautor
6. Oktober 2010 at 15:18
“Allerdings machen mir zunächst Mißstände und Ungerechtigkeiten in meiner eigenen Ethnie weitaus mehr Sorgen, als wenn in China ein Sack Reis umfällt”
Das war jetzt wirklich nahe an einer rassistischen Aussage.
“ist die Globalisierung, die „Vereinweltlichung“ eine Folge, bzw. ein Seiteneffekt des Monotheismus”
Was für ein Bullshit. Die Globalisierung führt nicht zur Vereinheitlichung, sondern sie bricht einheitliche, autoritäre Kulturen auf und führt zu mehr Vielfalt und Selbstbestimmung.
“Der Monotheismus hat dadurch weitflächig die Gesetze der Evolution, der Humanevolution außer Kraft gesetzt. Mit diesem Geist des Monotheismus sollte es endlich zu Ende sein”
Ist das jetzt eine Aufforderung zum Rassenkampf? Soll sich die überlegende Rasse am Ende durchsetzen und die schwächeren verdrängen? Sollen wir aufhören, den Dummen zu helfen, damit sie aussterben?
Ingo Bading
6. Oktober 2010 at 16:14
Wow, ich bin immer wieder erstaunt, was ich bei Ihnen lerne:
“Die Globalisierung führt nicht zur Vereinheitlichung, sondern sie bricht einheitliche, autoritäre Kulturen auf und führt zu mehr Vielfalt und Selbstbestimmung.”
Den Satz sollten wir uns an die Wand hängen.
Das Umheimliche ist, daß Sie den modernen Neusprech immer mit einer Nuance zu übertrieben rüberbringen, so daß man nicht weiß: Will hier einer einen verscheißern – oder meint er das wirklich ernst?
(Wo all die sonst so “Neusprechenden” sich doch so sehr bemühen, sich zurückhaltender, distanzierter, nicht GAR so offen und unverhohlen missionarisch, irgendwie “unecht” wirkend zu äußern …)
Ihren letzten Absatz verstehe ich nicht. Was unterstellen Sie mir? Wo spreche ich von Rassekampf, wenn ich einfach nur wünsche, daß man andere Völker mal in Ruhe läßt? Nach 1.000 Missionierung durch angeblich “höherstehende” Wahrheiten, Moralvorschriften und “Erleuchtungen”?
derautor
6. Oktober 2010 at 19:33
Andere Völker in Ruhe lassen, damit sie Schwule aufhängen können. Nein.
Ingo Bading
7. Oktober 2010 at 12:09
Man hat Putin völlig in Ruhe gelassen, läßt ihn noch heute völlig in Ruhe, wenn er Tschetschenen tötet.
Ich muß aber Putin und sein System nicht demokratisch missionieren wollen, wenn ich einfach Sanktionen fordere, aufgrund deren er aufhört imperialistisch andere Völker zu drangsalieren.
Das ist alles eine Frage der Dosierung und der Angemessenheit. Und das ist weltweit aus den Fugen. Es gibt eben kein angepaßtes “flexible response”, sondern es gibt entweder die volle Ladung oder völliges “laisser faire”. Auch dieser Umstand macht einiges erahnbar.
Martin
8. Oktober 2010 at 07:49
Zum Thema “Krieg gegen Japan”, wie auch die Bombardierunge würde ich dringend, diese, wirklich hervorragende Artikelserie empfehlen:
http://usaerklaert.wordpress.com/2008/07/12/meta-eine-serie-uber-den-krieg-gegen-japan/