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Die Unterdrückung der Intelligenzforschung

12 Sep

Lese ich geradeThilo Sarrazin hat die Intelligenzforschung ins Rampenlicht gebracht, Medien und Politiker stellten sie sogleich in die rechte Ecke. Was ist wirklich dran an den Thesen? Unterscheiden sich Ethnien in ihrer Intelligenz? Ist die Intelligenz vererbt? Kann man sie überhaupt messen?

Dies und mehr in meinem Mammut-Beitrag über die Intelligenzforschung im Evo-Magazin

 
10 Comments

Geschrieben von am 12. September 2010 in Bücher, Evolution, Philosophie, Soziobiologie, Wissenschaft

 

10 Antworten zu Die Unterdrückung der Intelligenzforschung

  1. Leir

    12. September 2010 at 19:20

    Habe den Artikel erstmal nur überflogen… aber trotzdem: Danke für diese Zusammenfassung! Scheint mir alles ziemlich schlüssíg zu sein. Es wird aber leider wohl noch eine ganze Weile dauern, bis solche Erkenntnisse öffentlich anerkannt werden.
    Es gibt hier einige sehr interessante Fragen: Woher kommen diese Intelligenzunterschiede? Welcher Unterschied bestand in den Lebensumständen von Asiaten, Europäern und Afrikanern?
    Die Frage, inwiefern sich Selektionseffekte auch innerhalb einer Gruppe auswirken (Sarrazins eigentliches Thema), behandelt der Text leider fast gar nicht…

     
    • derautor

      12. September 2010 at 19:25

      Die Intelligenzunterschiede zwischen Individuen innerhalb der Ethnien sind größer als die durchschnittlichen Intelligenzunterschiede zwischen den Ethnien. Die Selektion greift natürlich bei Individuen, respektive bei Genen, und nicht bei Ethnien. Nur leben Individuen zusammen mit anderen in Gruppen, dies unter bestimmten Umweltbedingungen, wodurch sich ergibt, dass die selben Veranlagungen selektiert werden bei Individuen, die unter den selben Umweltbedingungen leben wie andere.

      Inwiefern ist das Sarrazins Thema?

       
      • Leir

        12. September 2010 at 19:35

        Nach dem, was ich gehört habe (das Buch konnte ich bisher nicht lesen), sorgt sich Sarrazin nicht so sehr darum, dass Türken allgemein weniger klug sind (wurden die auch untersucht?), sondern um die höhere Geburtenrate der weniger Intelligenten, auch unter den ethnischen Deutschen. Er fürchtet also , dass weiße Deutsche als Gruppe weniger intelligent werden.

        Das ist mMn auch viel bedeutsamer als Differenzen zwischen Gruppen. Wenn ein Schwarzer weniger intelligent ist als ein Weißer, dann wird ein einfacher Test oder eine Schullaufbahn das zuverlässig ermitteln, das Wissen um den statistischen Unterschied ist praktisch unwichtig. Die Intelligenzentwicklung dagegen ist von eminenter Bedeutung für die zukünftige Gesellschaft.

         
      • Ingo Bading

        12. September 2010 at 19:40

        Ich weiß nicht, ob man das so unumschränkt sagen kann, daß die Selektion nur bei den Individuen greift. Grundsätzlich richtig.

        Aber wenn Ethnien Heiratsschranken aufbauen, wenn die Aschkenasim noch nicht einmal die Sephardim heiraten, dann erlegen sie sich neue Selektionsbedigungen auf, die dann sozusagen gruppenweit gültig sind. Isolation ist ein wichtiger Faktor evolutiver Weiterentwicklung. Wenn es immer wieder “Rückkreuzungen” gibt, kann es nicht weiter gehen. Insofern gehört zur Intelligenz-Evolution des Menschen offenbar auch dazu, daß sich Gruppen voneinander reproduktiv trennen, daß es Heiratsschranken gibt, kulturelle oder geographische.

         
  2. Ingo Bading

    12. September 2010 at 19:37

    Ein hervorragender Artikel. Unkonventionell. Selbst durchdacht. Selbst er-”lesen”. Völlig frei von jeglicher PC-Rücknahme, im Gegenteil, den Stalinismus anprangernd, der sich in unseren Köpfen schon verankert hat. Dem kann einfach nichts mehr hinzugefügt werden.

     
  3. Leir

    12. September 2010 at 19:57

    Ich glaube, wir reden nur etwas aneinander vorbei bei der Sache mit der Gruppenselektion: Gruppen leben und sterben nicht als Einheit, anders als Individuen. Deshalb findet zwischen ihnen zunächst einmal keine Selektion statt.

     
  4. Ingo Bading

    12. September 2010 at 20:20

    Unter dem Begriff Gruppenselektion werden viele Dinge verstanden. Deshalb hab ich ihn vermieden.

    Ich meine eine Art von Gen-Kultur-Koevolution, deren Wirksamkeit NICHT voraussetzt, daß Gruppen aussterben und sich eine Gruppe auf Kosten anderer durchsetzt.

    Durch Kultur können sich aber Gruppen – ganz unabhängig voneinander – unterschiedlichen Selektions-”Regimen” aussetzen. (So wie ja auch verschiedene natürliche Umwelten unterschiedliche Selektionsfaktoren darstellen, etwa die Höhenanpassungen in Tibet etwa und vieles andere mehr.)

    Auch wieviele Kinder der einzelne hat, wird sehr stark durch gesellschaftliche Normen, Kultur, kulturelle Rahmenbedingungen festgelegt.

     
  5. Frank Quednau

    12. September 2010 at 21:07

    Gerade von vorne bis hinten durchgelesen. Macht einen guten Eindruck, vor allem mit der Zugabe einer kleinen Bibliographie. Vielen Dank dafür.

     
  6. verquer

    13. September 2010 at 09:38

    Hier noch ein FAZ Artikel von Heiner Rindermann (TU Chemnitz) und Detlef Rost (Uni Marburg), die Sarrazins faktische Aussagen im wesentlichen bestätigen: faz.net

     
  7. H. Lector

    14. September 2010 at 07:05

    Danke erstmal für den Artikel. Bringt ziemlich gut auf den Punkt, warum Utopia unmöglich ist. Und auch, wie unschuldig Tatsachen, und schuldig dagegen Menschen sind (in dem, was sie aus Tatsachen für Imperative folgern).
    hab da aber noch paar Fragen:
    1. Bei den erwähnten Test; wie “gut” sind die kultureliminiert in dem Sinne, daß Fertigkeiten, die in einer Bevölkerungsgruppe nicht benötigt werden (aus welchem Grund auch immer) NICHT zu einem höheren Ergebnis führen?
    2. Gibt es Studien/Ergebnisse/ Thesen darüber, in welche Richtung Intellienz vererbt wird? (ich meine mal gelesen zu haben, der Trend gehe im allgemeinen richtung Durchschnitt, sodaß höher intelligente Eltern eine niedrigere Prädisposition weitergeben).

     
 
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