Ich habe mir gerade den amüsanten Vortrag von Rebecca Watson von der AAI 2010 reingezogen über das Thema, wie man ein Atheist sein kann, ohne Leute zu beleidigen. Gewiss bin ich nicht gerade ein Experte in dieser Kunst. Vielleicht haben mir darum die Optionen, wie man es nicht tun sollte, am besten gefallen:
Jemand betet für dich
Christ:
“Ich bete für dich.”
Du:
A) “Und ich denke für dich.”
B) “Sag Jesus, dass ich ein Pony will, wenn du schon dabei bist.”
C) “Und bitte ihn vielleicht auch, damit aufzuhören, Babies Leukämie zu geben.”
D) “Weißt du, ich wünschte, mehr Menschen würden die Arbeiten von Joseph Campbell (ein Mythologe) studieren.”
Eine Variation:
Christ:
“Tut mir leid, dass deine Mutter wieder an Krebs erkrankt ist. Ich bete für dich.”
Du:
“Wie wäre es, wenn du stattdessen etwas Sinnvolles tust, zum Beispiel Krebs heilen?”
Bei einer Geburtstagsfeier
Wenn das Geburtstagskind sich etwas wünschen soll, bevor es die Kerzen ausbläst.
Du:
“Ermutige dein Kind nicht zum Glauben an magische Wunscherfüllung. Das ist nur eine weitere Form religiöser Indoktrination.”
Deine Frau will zum Chiropraktiker
Frau:
“Mein Rücken tut weh und letztes Mal hat mir nur ein Chiropraktiker geholfen. Ich denke, ich gehe noch einmal hin.”
Du:
“Chiropraktiker sind Schamanen, das ist esoterischer Bullshit. Dein Rücken tut dir weh, weil du zu fett bist. Du solltest weniger essen und mehr Sport treiben.”"
Alternativen
Statt “Oh, mein Gott!”:
A) “Oh, fliegendes Spaghettimonster!”
B) “Oh, dein Gott!”
Jemand niest (statt “God Bless You” – das Problem haben wir eigentlich nicht, trotzdem):
A) “Möge der große Cthulhu deinen Schleim konsumieren!”
B) “Ich hoffe, du stirbst nicht.”
C) “Wisch das weg.”
D) “Halts Maul!”
Statt “Gott sei dank!”:
A) “Forschung sei dank!”
B) “Güte sei dank!”
C) “Dank dem scheinbar zufälligen Zusammenfluss von Ereignissen, der zu dieser Eventualität geführt hat.”
Statt “Gott, verdammt!”
A) “Fick Jesus!” (ist auch religiös – aber irgendwie auch nicht)
B) “Im Namen von Jerry Falwells Leiche!”










Travis
30. August 2010 at 20:19
„God Bless You“ – das Problem haben wir eigentlich nicht
Im ultrareligiösen Bayern (oder in den ultrareligiösen Teilen davon) durchaus. Ein „Hilf dir Gott“ ist in meinem Bekanntenkreis fast so häufig wie ein „Gesundheit“.
Und danke für den Läukämie-Spruch.
theveggieatheist
30. August 2010 at 21:03
Der Artikel ist richtig amüsant…
Thomas
31. August 2010 at 09:02
Danke, „Möge der große Cthulhu deinen Schleim konsumieren”, werde ich mit Sicherheit noch vielfach zitieren.
theveggieatheist
31. August 2010 at 13:27
Was ist ein Cthulhu?
Friedensgrenze
31. August 2010 at 14:18
Cthulu ist ein unterirdisches böses lange tot geglaubtes Gott-Monster aus:
“Der Cthulhu Mythos” von H.P.Lovecraft.
Grusel Grusel!
Valentin Abgottspon
31. August 2010 at 15:08
Ich sage auf englisch eigentlich auch stets “gesundheit” und nicht “bless you!” http://en.wiktionary.org/wiki/gesundheit Mein Oxford Advanced Learner’s Dictionary sagt, dass es sich dabei um Nordamerikanisches Englisch handel:
“ge·sund·heit / Ñ gJ’zUndhaIt; NAmE Ñ / exclamation(NAmE, from German) used when sb has sneezed to wish them good health”
Curtis Fox
2. September 2010 at 15:57
Netter Beitrag! Ich hoffe es gibt noch viel mehr selbstdenkende Menschen in dieser Welt!
Gerade eben erst im Buchhandel musste ich den Kopf schütteln über eine Frau die 25€ für “Evangelisch Engagiert” hinblättert, es aber noch nicht einmal schafft der Verkäuferin “Hallo” zu sagen, geschweige denn sich auch nur ein klitze kleines Lächeln aus dem vereisten Gesicht zu ziehen.
Ich hasse diese verdammten Miesepeter-Gottgestraften.
Hey ihr seid Opfer, aber das ist doch nicht die Schuld der Anderen!
Danke für deinen Aufklärungsblog. Weiter so!
gorgias
4. September 2010 at 18:41
Muss man Neo-Atheisten erst Umgangsformen beibringen? Ich finde den Vortrag von Rebecca Watson ein Armutszeugnis. Dass man nicht mehr “Helfgott” oder “Gesundheit” sagt usw.
Man hat mir als Kind auch gesagt, dass man sich beim Kerzen auslöschen etwas wünschen soll, aber das wurde nicht ernst gemeint und ich habe es auch so verstanden.
Auch sage ich manchmal Grüßgott ohne mir viele Gedanken dabei zu machen, genauso wie ich Donnerstag oder Freitag sage.
Wemm mir ein Zeuge Jehovas kommt oder irgend einer der mir penetrant seinen Glauben unter die Nase reiben will, kann ich ihm auch richtig Krontra geben, aber im Alltag kann man auch ein bischen lockerer sein.
Bebu
4. September 2010 at 18:50
Tja und manchen Menschen muss man wohl erstmal das Denken beibringen, damit sie merken, was sinnfreie Umgangsformen sind.
Günter Schütz
6. September 2010 at 17:30
Hallo,
ich benutze statt “Gott sei Dank” immer “Gott sein Schrank”, aber ich vermeide es meistens, etwas zu sagen, was einen religiösen Bezug hat. Ich rede ja auch nicht von der kleinen Teetasse, die unseren Planeten umkreist…