In dem Buch Mission Gottesreich. Fundamentalistische Christen in Deutschland von Oda Lambrecht und Christian Baars geht es um die Ansichten und Strategien von Evangelikalen.
Mission Gottesreich hinterließ bei mir einen gemischten Eindruck. So ähnlich wie Gummibärchenhühnersuppe, in der man Gummibärchen mit Hühnersuppe gemischt hat und das Ergebnis nicht recht munden will.
Positiv ist anzumerken: Wer keine Ahnung vom Thema hat, der bekommt mit dem Buch eine Rekapitulation von kritischen Medienberichten über Evangelikale. Es ist reich an anschaulich geschildeten Einzelbeispielen.
Negativ ist anzumerken: Einzelbeispiele sind Anekdoten und als solche wissenschaftlich wertlos. Das Buch ist zu wenig analytisch und zu sehr bemüht um die Darstellung von individuellen Gemeinden und Personen und ihren Schicksalen aus dem christlich-fundamentalistischen (nicht einmal unbedingt freikirchlichen, also evangelikalen!) Spektrum.
Die Autoren vertreten keine eindeutig identifizierbare Position, sie sind nur irgendwie gegen Fundamentalismus und für Toleranz. Sie scheinen die Auffassung des linken Mainstreams zu teilen, der philosophisch aber nicht gerade viel hergibt. Außerdem geben die Autoren zwar im Vorwort an, sie hätten viele evangelikale Gottesdienste, etc. besucht, aber im Buch wird fast nur Wissen zweiter Hand aufgearbeitet (die meisten Quellen sind Medienberichte).
Im Grunde liegt eines der größeres Probleme des Buches darin, dass es keine kohärente, wissenschaftlich und philosophisch untermauerte Religionskritik bietet, wie etwa die Bücher der Neuen Atheisten, in denen Evangelikale ebenfalls kritisiert werden. Stattdessen gibt es reinen Enthüllungsjournalismus, so ähnlich wie in “Panorama” von der ARD, für die Christian Baars auch zuvor gearbeitet hat. Dabei hat Ulli Schauen mit seinem Kirchenhasserbrevier gezeigt, dass man auch ein Buch im journalistischen Stil schreiben kann, und trotzdem wissenschaftlich fundiert und argumentativ unterlegt.
Problematische Argumentation
Selbst wenn man mit reinem Enthüllungsjournalismus kein Problem hat, ist man trotzdem frustriert angesichts einer kaum vorhandenen echten Argumentation gegen die Haltungen von Evangelikalen, die zudem nicht scharf genug abgegrenzt und mit allerlei anderen christlich-fundamentalistischen Gruppierungen und Strömungen vermengt werden. Sie werden fast nur kritisiert anhand von Stellungnahmen irgendwelcher Vertreter von Staat oder Kirchen, also auf Grundlage der Meinungen von Autoritäten. In der Philosophie nennt man das ein “argumentum ad verecundiam” und es ist nicht gerade hoch angesehen. Im Gegenteil befindet es sich in der Nähe von Scheinargumenten.
Wenn diese Autoritäten wenigstens Fachautoritäten wären, dann könnte man das noch halbwegs akzeptieren. Schließlich kann man nicht erwarten, dass die Autoren mal eben Religionswissenschaften oder Philosophie studieren, bevor sie über Evangelikale schreiben. Meistens sind es aber keine Fachautoritäten, sondern Vertreter von anderen Weltanschauungen oder linke Politiker. Hansjörg Hemminger ist zum Beispiel Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg – und dieser Kirchenfunktionär wird ganze 14 Mal zitiert! Dabei müsste den Autoren doch klar sein, dass jemand, der im Auftrag der EKD andere Konfessionen kritisiert, keine brauchbare Quelle ist.
Auch ist leider nicht immer klar, wie genau die politischen Forderungen der Autoren aussehen. Werden Evangelikale nur aufgrund ihrer problematischen Ansichten kritisiert, oder soll man ihre Praktiken irgendwie gesetzlich einschränken? Ist es falsch, dass Gottesdienste von Pfingstlern auf der ARD gezeigt werden, oder erwähnen die Autoren das nur, weil es ihnen zufällig aufgefallen ist? Was wollen die eigentlich?
Kritik teils berechtigt
So muss ich leider einräumen, dass ein Teil der Kritik aus dem evangelikalen Lager an dem Buch nicht völlig an den Haaren herbeigezogen ist. Ich befürchte sogar, dass wir es bei der in den Medien verdächtig weit zelebrierten Evangelikalen-Kritik mit einem ähnlichen Phänomen zu tun haben wie bei der überdrehten Kritik an Scientology, mit der sich Kirchen und Politiker profilieren.
Die Scientology-Hatz dient nämlich vor allem der Erhaltung des Status Quo. Sie dient dazu, von der Tatsache abzulenken, dass die weltanschauliche Basis der Großkirchen kein bisschen vernünftiger ist als die von Scientology. Sie lenkt davon ab, dass den Großkirchen unfassbare Privilegien seitens des Staates eingeräumt werden, die sie sich durch nichts verdient haben.
Meine Position und die Position der meisten Neuen Atheisten sieht so aus:
Politische Forderung: Staat und Kirchen müssen konsequent getrennt werden.
Philosophische Kritik: Religion ist generell falsch (abgesehen von Pantheismus, Kunstreligion, etc.), eher schädlich als nützlich und die Gesellschaft wäre mit weniger Religionen und Ideologien besser dran.
Meine Position ist also klar genug. Aber was glauben die Autoren? Und warum kritisieren sie so radikal und ausschließlich die Evangelikalen und nicht etwa auch die Großkirchen (sie kritisieren nur die EKD für ihre Zusammenarbeit mit den Evangelikalen) oder den Islam – den sie sogar gegen die Evangelikalen in Schutz nehmen, als wäre der orthodoxe Islam so viel besser als das, was die Evangelikalen repräsentieren? Gut, es ist ein Buch über Evangelikale. Aber es ist auch ein Buch, in dem andere Konfessionen und Religionen durch die Bank besser wegkommen als Evangelikale.
Die evangelikale Heulerei
Der evangelikale Theologe Thomas Schirrmacher hat eine umfangreiche Replik auf das Buch geschrieben. Darin gibt es die erwarteten Verharmlosungen und eine paranoide Selbstbemitleidung, von wegen die Autoren wollten Christen verfolgen oder sie wollten Evangelikale verbieten. Das sind Kindereien und es ist kaum zu glauben, dass jemand, der so viele akademische Titel mit sich herumträgt, eine derartig substanzlose Sülze fabrizieren kann.
Die Privatschulen sollen – womöglich über das gegenwärtig angewandte Recht hinaus – kontrolliert und zur Anpassung gezwungen werden
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Die Autoren treten ganz eindeutig für eine Kriminalisierung des Evangelikalseins ein
Man möchte ihm fast einen Lastwagen voller Taschentücher anbieten.
Immerhin findet sich darin eine schöne evangelikale Selbstbezichtigung:
Das Problem der Anhänger der evangelikalen Bewegung in ihrer Geschichte und in Teilen bis heute ist doch eher, dass sie sich von der Politik fernhalten und anderen das Gestalten der Gesellschaft überlassen. Gerade dadurch sind sie aber für Demokratien ungefährlich, wenn man nicht den Anteil der Nichtwähler als gefährdend ansehen will.
Mit anderen Worten: Wenn sich Evangelikale nicht von der Politik fernhalten würden, dann wären sie für Demokratien gefährlich. Da ist er aber ordentlich ins Fettnäpfchen getreten.
Aber, und das muss man einfach zugeben, mit einzelnen Beobachtungen hat Schirrmacher durchaus recht. Einige Beispiele:
Auf 240 Seiten wird kein einziges Wort aus evangelikalem Mund zitiert, das Zustimmung verdient, keine gute Tat erwähnt, die des Lobes würdig wäre
Stimmt, auch wenn eine Streitschrift nicht beide Seiten beachten muss. Allerdings ist es eben das, eine Streitschrift, und keine Analyse.
Der ganze Text ist von einem dauerhaften polemisch-ironischen Unterton geprägt, so also würde dauerhaft der Untertitel mitlaufen: „Ja, ist denn das die Möglichkeit, kann das nicht mal sofort jemand verbieten?“
Den Eindruck hatte ich nicht – ganz. Der Untertitel lautet eher: “Schaut mal, wie verrückt die sind!” Leider läuft der Untertitel auch bei Aussagen von Evangelikalen mit, dich ich überhaupt nicht verrückt finde, die ich sogar unterschreiben würde. Ein Beispiel:
Relativismus
“Heute wird vielfach unter Toleranz verstanden, dass in allen Religionen gleichviel Wahrheit enthalten sei”, zitieren die Autoren einen Pastor in ideaSpektrum, dem größten evangelikalen Magazin. Darauf folgt der Erzählerkommentar: “Offensichtlich sieht der Autor selbst das anders. Er erklärt, es sei ‘weithin unsere Lage heute, dass man aus vermeintlicher Toleranz wesentliche Unterschiede zwischen den Religionen verschweigt oder verharmlost.’”
Na und? Erwarten die Autoren ernsthaft von einem gläubigen Christen, dass er anerkennt, was Lessing mit seiner Ringparabel de facto aussagt, nämlich dass die Religionen darum in ihrer Wahrheit nicht zu unterscheiden seien, weil sie alle falsch sind? Selbstverständlich wird ein gläubiger Mensch gleich welcher Art nicht der Meinung sein, dass seine Religion so wahr ist wie die anderen, also falsch, und dass es keine wesentlichen Unterschiede zwischen ihnen gäbe. Das kann man auch nicht verlangen.
In der Tat kann man ebensowenig von einem denkenden Menschen erwarten, in den Religionen keine relevanten Unterschiede zu sehen. Natürlich sind Buddhismus und Christentum unterschiedlich. Im Buddhismus gibts keine Götter. Sollte das etwa kein relevanter Unterschied sein?
Leider geht das immer so weiter mit dem Relativismus, die philosophisch schwächste Position, die man zum Zwecke der Religionskritik wählen könnte.
Über das Islampapier der EKD notieren die Autoren: “Die Verfasser schreiben beispielsweise, dass Christen ihr Herz schwerlich an einen Gott hängen könnten, ‘wie ihn der Koran beschreibt und wie ihn Muslime verehren’. Diese Formulierung sei ein Skandal, meint Christoph Bultmann, Professor für Bibelwissenschaften im Martin-Luther-Institut der Universität Erfurt. Er fragt sich, wer darin ‘auch nur einen Hauch von Respekt’ bemerken könne.”
Und ich frage mich, warum Bultmann hier zitiert wird? Seine Kritik ist absurd und selbstverständlich muss die EKD schreiben, dass Christen nicht den muslimischen Gott verehren können. Sonst wären sie ja keine Christen. Was ist da der Skandal? Das ist eine der Stellen, an denen ich mich veralbert vorkam. Man bekommt den Eindruck, als wollten die Autoren auf Teufel komm raus irgendwas gegen Evangelikale und ihren schändlichen Einfluss auf die herzensgute EKD schreiben, auch wenn es noch so wenig Sinn ergibt.
Warum nur gegen Evangelikale?
“Andere Religionen werden nicht anerkannt, nicht als gleichwertige ‘Glaubensalternative’ verstanden”, kritisieren die Autoren im Schlusswort ferner.
Aber was ist daran speziell evangelikal? Keine Religion erkennt andere Religionen als gleichwertig an. Alle haben einen Absolutheitsanspruch. Es kommt mir fast so vor, als hätten sich die Autoren zuvor niemals mit Religion befasst und auch in dem Punkt werde ich Schirrmacher recht geben müssen:
Auf zwei Seiten werden sechs Kennzeichen aufgelistet, warum „die meisten Evangelikalen“ Fundamentalisten sind, nämlich weil sie ihre Religion für die einzig richtige halten, Lebensregeln haben und deren Übertretung Sünde nennen, an die Wiederkunft Jesu glauben, an das Böse glauben, die Gesellschaft verändern wollen und ihre Überzeugungen weitergeben wollen (MG 13-15). Einmal abgesehen davon, dass es sich hier um eine willkürliche und von wenig Fachwissen geprägte Auswahl handelt: Was hier beschrieben wird, gilt für alle katholischen und orthodoxen Kirchen und den überwiegenden Teil der protestantischen Kirchen weltweit. Oder kurzum: Am Pranger der beiden Journalisten steht hier eigentlich durchgängig jedes überzeugte Christsein.
Genau so ist es. Wobei ich als Neoatheist kein Problem damit hätte, wenn die Autoren alle Christen und Gläubigen per se radikal kritisieren würden, aber das tun sie eben nicht, sondern sie kritisieren konkret an den Evangelikalen, was auf gläubige Menschen allgemein, oder zumindest auf viele weitere Gemeinschaften zutrifft. Warum?
Schirrmacher schreibt weiter:
„Deshalb wollen sie ihren Glauben oder ihre Idee verbreiten – einige auch mit Gewalt“ (MG 8-9). Nicht nur, dass solche Aussagen so vage bleiben, sondern für Evangelikale können die Autoren dafür im ganzen Buch kein einziges wirkliches Beispiel vorbringen. Evangelikale verbreiten ihren Glauben und ihre Ethik nicht mit Gewalt und das haben die Autoren auch nicht widerlegen können.
Das stimmt. Es gibt den strenggläubigen “Karl K.”, der seinen Sohn erstochen hat. Die Autoren nennen zudem ein paar Beispiele, wo Evangelikale ihre Kinder geschlagen haben oder dazu aufrufen, Kinder zu schlagen. Sie hätten außerdem hinweisen können auf einzelne amerikanische Evangelikale, die “Abtreibungsärzte” ermordet haben und sie hätten über die Hexenverbrennungen in Zentralafrika berichten können, von den ausgestoßenen “Hexenkindern”, von Dämonenglauben, was alles durch evangelikale Missionierung eher noch angeheizt wird.
Aber in der Tat: In Deutschland dürfte sich die Gewalt durch Evangelikale auf einige Exemplare beschränken, die ihre Kinder schlagen. Schlimm genug, aber es ist schon wahr, dass die Autoren den Gewaltaspekt überbetonen.
Dass Evangelikale ihren Glauben mit Gewalt verbreiten würden, wie behauptet, sehe ich zudem gar nicht, aber dass sie ihn teils rücksichtslos verbreiten, stellen die Autoren mit Blick auf den Missionar Reinhard Bonnke überzeugend dar, dessen Tätigkeit in Afrika religiöse Konflikte anheize.
Schon wieder Israel
Wie im Falle des Irak-Krieges sind über den Israel-Palästina-Konflikt komplett falsche Einschätzungen im Umlauf, die mit den Fakten einfach nicht kompatibel sind. Die Autoren führen zum Beispiel die Annexion Ost-Jerusalems von 1967 an und betonen, dass diese von den Vereinten Nationen und zahlreichen Staaten verurteilt wurde. Und die evangelikale ICEJ unterstützte die Annexion (> also muss sie falsch sein). Das ist die politische korrekte Meinung, die man als Leser anständigerweise zu teilen hat.
Mache ich aber nicht. Ost-Jerusalem wurde von Israel annektiert, weil die mit den Palästinensern verbündeten Jordanier von dort aus Angriffe auf West-Jerusalem durchführten. Während des Einmarsches der jordanischen Truppen wurden die Juden in Ostjerusalem vertrieben, jüdische Häuser und die Hurva-Synagoge wurden zerstört. Ein weiterhin feindlich besetztes Ost-Jerusalem war eine Gefährdung legitimer israelischer Sicherheitsinteressen. Außerdem: Seit wann bestimmen die Verlierer, wie der Kuchen nach einem Krieg aufgeteilt wird? Schon wieder gibt es eine Sonderbehandlung für Juden (zu ihrem Nachteil, versteht sich).
Am meisten aufgeregt hat mich diese Stelle: “Und im Juni 2005 heißt es auf (der evangelikalen Website, Anm. Feuerbringer) Israel heute in Verkennung der historischen Realität: ‘Da Israel nie einen Angriffskrieg führte, um das von Gott verheißene Land zu erobern – dazu waren und sind Israels Regierungen zu bibelfern – fielen die Gebiete , die Israel heute besitzt, Israel immer nur dann zu, wenn es angegriffen wurde.”
Was heißt hier “in Verkennung der historischen Realität”? Welchen Angriffskrieg (!) soll Israel bitte geführt haben? Ich finde, das ist eine ungeheuerliche Unterstellung, die einfach so nebenbei erwähnt wird, als wäre es selbstverständlich, dass Israel mit Angriffskriegen seine Zeit vertreibt! Ich finde sogar, das ist eine besonders akkurate Feststellung seitens der Evangelikalen: Israels Regierungen waren und sind säkular (wie ein Großteil der israelischen Bevölkerung) und Israel hat immer nur Gebiete annektiert, wenn es vorher angegriffen wurde. Das ist genau, exakt, 100%ig wahr! Und wenn es politisch korrekt ist, Israel und Palästina gleichzusetzen, so ist es noch lange nicht richtig.
Die evangelikalen Fantasien eines “Großisraels” und einer Endschlacht (Armageddon), die von Israel ausgehe, sind natürlich völlig irre, da kann man schon eher nachvollziehen, was die Autoren kritisieren wollen.
Fazit
Wer nichts mitbekommen hat von den kritischen Medienberichten über Evangelikale, dem sei das Buch zur Nachholung empfohlen. Als philosophisch gehaltvolles oder wissenschaftliches Buch kann ich es nicht empfehlen, dafür gibt es zu wenig Analyse, eine zu starke Konzentration auf Einzelfälle, eine zu starke Unklarheit über die politischen Forderungen der Autoren, ein zu großer Fokus auf Autoritätsargumente und außerdem eine zu geringe Distanz zur EKD.
Ebenso werden speziell die Evangelikalen für Eigenschaften kritisiert, die für Religionen allgemein gelten. Zudem ist der Fundamentalismusbegriff sehr allgemein (er schließt z.B. auch politische Ideologien ein). Es wäre interessant gewesen, wie viele Evangelikale wortgläubig sind (so das ursprüngliche Verständnis des Fundamentalismus).
Schließlich sollte den Autoren folgende Tatsache zu denken geben: Laut einer repräsentativen Allbus-Umfrage von 2000 (siehe fowid) sind mehr Katholiken und “normale” Protestanten für ein Verbot von Homosexualität als die Mitglieder der evangelischen Freikirchen (die Evangelikalen). Ausschließlich die Konfessionfreien überbieten sie in ihrer Toleranz. Dagegen ist etwa die Hälfte der deutschen Muslime für ein Verbot der Homosexualität (und die Muslime werden in “Mission Gottesreich” stets verteidigt).
Warum sind laut einer anderen Umfrage Evangelikale toleranter gegenüber dem Schwangerschaftsabbruch als Katholiken?
Eine weitere Umfrage von 2000 zeigt, dass die Evangelikalen zwar in der Regel intoleranter und konvervativer sind als Katholiken und Protestanten, aber nur ein bisschen, und dass Muslime noch einmal erheblich intoleranter und konservativer sind als Evangelikale.
In der Zusammenfassung von Carsten Frerk steht: “Für die Mitglieder evangelischer Freikirchen wird Gewalt gegen Kinder etwas weniger ablehnend beurteilt, Steuerbetrug, Schwarzfahren und Alkohol am Steuer dagegen als schlimmer beurteilt.”
So etwas hätte mich interessiert: Wie passen die Ergebnisse repräsentativer Umfragen zur großen Klappe von evangelikalen Hardlinern? Hat man nicht doch unzulässig Evangelikale und christliche Fundamental-Sekten über einen Haufen geworfen? Hätte man Muslime vielleicht doch nicht so großzügig gegen die Evangelikalen verteidigen müssen, wenn Muslime erheblich reaktionärer sind?
Wissenschaft eben, genau das fehlt mir.
Das Buch gibt es im Denkladen









Bernd
16. August 2010 at 16:16
Schoener Blog, gefaellt mir sehr. Auch nette Themen.
booner
21. August 2010 at 21:22
Hab das Buch jetzt zumindest in ausgewählten Auszügen gelesen und kann die Kritik soweit unterschreiben.
Wenn man Einzelbeispiele braucht ist es ganz nett, für einen Überblick über den Evangelikalismus, sei es in Deutschland oder den USA, gibt es bessere Bücher.
Was mich am meisten gestört hat war aber in der Tat der sehr ‘unbefangene’ Umgang mit dem Begriff “Fundamentalismus”. Ohne eine genauere Betrachtung, Begriffsdefinition und Differenzierung wird der populär von den Medien besetzte Begriff pauschal übernommen.