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Der Irak-Krieg war gerecht

14 Jul
Manipulative Meinungsumfrage über die irakischen Kriegsopfer (coxandforkum.com)

Manipulative Meinungsumfrage über die irakischen Kriegsopfer (coxandforkum.com)

(Update!) Ja, ich nerve euch weiterhin mit meiner Pro-Kriegs-Haltung. Ich bin nämlich auf eine sachliche, kompakte Zusammenfassung gestoßen, die sich jeder durchlesen sollte, der offen ist für Argumente für den Irak-Krieg. Also – die zwei, drei Leute, die es da gibt.

Diese supertolle Quelle ist ein Bericht des Project for a New American Century (ihr kennt es vielleicht aus dem Anti-Flag-Lied gegen das “Project for a New American Century” und von diversen linken Verschwörungszirkeln…). Wieder einmal haben die “Neocons” ihre Hausaufgaben gemacht und liefern eine anständig belegte und pointierte Arbeit ab, die billige Anti-Kriegs-Polemiken in den Schatten stellt.

Zunächst ein kleines Ratespiel. Von welchen führenden Politikern stammen die folgenden öffentlichen Statements?

Wir könnten mit mehr und mehr von der Art von Gefahr konfrontiert werden, die heute vom Irak ausgeht – ein Schurkenstaat mit Massenvernichtungswaffen; bereit, sie zu benutzen oder Terroristen, Drogendealer oder organisierte Kriminelle, die von uns unbeachtet in der Welt herumreisen, mit ihnen auszustatten.

Na, von wem ist das? Oder dieser Kommentar:

Saddam Hussein verfügt über geheime Vorräte von biologischen und chemischen Waffen überall in seinem Land.

Wie wäre es mit dem hier:

Die US-Geheimdienste gingen am Ende der Clinton-Regierungsperiode davon aus, dass der Irak sein nukleares Waffenprogramm wiederhergestellt hat und kurz davor stand, Atomwaffen zu bekommen…

Das erste Zitat stammt von Bill Clinton, vom 17. Februar 2003. Das zweite Zitat stammt von Al Gore, vom 23. September 2002. Und das dritte Zitat stammt von Kenneth Polack von der ehemaligen Clinton-Regierung von 2004.

Falls euch das im Mindesten überrascht hat: Lest den Bericht.

Die gute Botschaft für alle Friedensapostel: Zumindest muss ich meine Meinung über einen Krieg revidieren: Der US-Einsatz in Somalia in den 1990ern war eine schlechte Idee, jedenfalls so, wie das gemacht wurde (Black Hawk Down handelt davon). Somalia ist ein schreckliches Land voller schwer bewaffneter Stämme und rasenden Islamisten, die sich gegenseitig bekämpfen. Das Problem für uns sind vor allem die Islamisten.

Leider kann man da nur Fehler machen. Wir könnten mit den Islamisten verfeindete Stämme unterstützen, leider sind die Stammesführer auch grausame Barbaren, nur dass sie weniger gefährlich sind für den Westen. Wahrscheinlich sollte man Somalia mit einem gigantischen Truppenaufkommen besetzen und für Frieden sorgen, als Ausgleichszahlung nehmen wir einen Teil ihrer Rohstoffe. Klingt doch super.

Na ja, war vielleicht doch keine gute Botschaft für die Friedensapostel.

Update: Wie immer ist auch diesmal Mark Humphreys eine fantastische Quelle mit vielen Links und Fakten zum Thema.

Und von William Hague gibt es einen tollen Artikel über den europäischen Anti-Amerikanismus.

 
23 Comments

Geschrieben von am 14. Juli 2010 in Politik

 

23 Antworten zu Der Irak-Krieg war gerecht

  1. tuisto

    15. Juli 2010 at 04:06

    Da fehlt natürlich der Link auf den Bericht des PNAC ! Wie du darauf kommst das die Zitate dieser Demokraten den Krieg gerecht machen weiss ich nicht. Wahrscheinlich warst du noch nicht im Krieg. Ausgemachter Schwachsinn!

     
    • derautor

      15. Juli 2010 at 07:52

      Ja, allerdings. Fragt sich also, warum du das gesagt hast. Natürlich weisen die Zitate darauf hin, dass bereits die Clinton-Regierung Saddam Hussein für ein großes Problem hielt und glaubte, er verfüge über Massenvernichtungswaffen – was von Kriegsgegnern als Bushs Fabrikation angesehen wird. Die eigentliche Argumentation für den Krieg ist der Bericht.

      Der Link zu dem Bericht ist zweimal im Text, aber es wundert mich nicht, dass Leute mit einer ideologischen Sperre nicht draufklicken können.

      Natürlich war ich noch nie im Krieg, was ist das für eine unsinnige Bemerkung? Soll man Tyrannen weiterhin Menschen töten und foltern lassen, weil ich noch nie im Krieg war?

       
  2. Randifan

    15. Juli 2010 at 09:26

    Gerade weil vom Irak keine wirkliche Bedrohung für die Welt ausging, kam es zum Angriff.
    Als die Bush-Regierung sich damals zum Angriff auf den Irak entschloss, warf Nordkorea die UN-Waffeninspektoren aus dem Land. Aber Nordkorea musste keine Angriff der USA fürchten, die nordkoreanische Armee wäre in der Lage beträchliche Schäden in Südkorea zu verursachen.

    Bevor es zum Angriff auf den Irak kam, warnte Ron Paul in einer Rede im Repräsentantenhaus vor dem Krieg.
    http://www.house.gov/paul/congrec/congrec2002/cr091002.htm

     
  3. nanomyte

    15. Juli 2010 at 09:31

    Der Krieg war nur unter 3 Aspekten wirklich sinnig:
    1.) Für die Chinesen und dem Iran die an Einfluss in der Region deutlich gewannen.
    2.) Für die bessere Rekrutierung durch fundamentalistische Splittergruppen in der Bevölkerung
    3.) Für die Todfeinde der Baath-Partei

    Gerade für die USA oder dem “Westen” als Feindbild war der Krieg im Endeffekt sehr schädlich. Hauptgrund ist, dass allein die Beeinflussung der Mentalität der dortigen aber auch der hiesigen Bevölkerung und das deutliche Erwachsen von Misstrauen das Image auf lange Zeit schwer beschädigt hat.
    D.h. es spielt keine Rolle ob es den Irakern faktisch besser gehen würde als unter Saddam, sondern eher darauf, ob sie sich gerade besser fühlen und darauf, dass nun eine gewaltige Anzahl an fundamentalistischen Menschen Zuspruch findet, die vorher als Spinner abgetan wurden.
    Das hätte man vorhersehen müssen, bevor man mit gefakten Massenvernichtungswaffenberichten herumfuchtelt.
    Das ist in etwa das gleiche Phänomen wie “Climagate” oder “Teach the Controversy”, es kommt nicht auf Fakten an, sondern ausschließlich auf Meinungstransfer.

     
    • derautor

      15. Juli 2010 at 19:46

      Hast auch Michael Moore gesehen, wa?

       
      • nanomyte

        16. Juli 2010 at 10:51

        Nein.
        Die Aufträge des Rohstoffabbaus gehen primär an Fernost und die Mullahs versuchen mit Dubai als primärer Umschlagplatz Regimetreue Personen in den shiitischen und auch sunnitischen Gebieten zu finanzieren und im Parlament zu installieren.
        Nackte Zahlen.
        Dazu kommt die Suche nach einfachen Lösungen in der Bevölkerung ob hier oder auswärts und das Beladen von Feindbildern jedweden Coleurs.

         
  4. willy

    15. Juli 2010 at 11:05

    Also ich habe den text nur überflogen, aber soweit ich sehe, ist nirgendwo die Rede davon, dass Saddam eine US-Kreatur war (ähnlich wie die Taliban und ihre Vorgänger) und bester Verbündeter der Amis in der Region.

    Wenn die Amis nicht jeden beschissenen Diktator unterstützen würden, solange es ihren (kurzfristigen) Interessen dient, wären solche Kriege überflüssig. Das gleiche tun sie z.Z. in Kolumbien, wo sie neue Militärbasen einrichten und mit Präsident Uribe zusammenarbeiten, der bis über beide Ohren im Kokain-
    und Paramilitär-Sumpf steckt.

    Wenn jemand nicht in der Position ist, anderen politische Ratschläge zu erteilen, dann die USA.

     
    • derautor

      15. Juli 2010 at 19:47

      …das Land, das uns von den Nazis befreit und den kalten Krieg friedlich beendet hat.

       
      • KurtE

        15. Juli 2010 at 21:10

        Die Hauptarbeit zur Besiegung der Nazis leistete die UdSSR mit ihrer Roten Armee. Da beisst die Maus keinen Faden ab.
        Aber vielleicht bist Du ja Luxemburger, Holländer oder Belgier. Dann stimmt Deine Aussage. Aus deutscher Sicht ist sie nicht richtig.
        Und ob die USA den kalten Krieg freidlich beendet haben, halte ich für zumindest diskussionswürdig. Immerhin hatte der real existierenden Sozialismus genügend Systemfehler.

         
      • derautor

        15. Juli 2010 at 21:16

         
      • KurtE

        16. Juli 2010 at 15:45

        Dieses Video als Antwort auf meinen Kommentar ist haarscharf, und leider etwas unsauber, am Thema vorbei diskutiert.
        Belassen wir es dabei. Ich möchte dir deine Paradigmen nicht nehmen. Und als Franzose hast du sowieso unbestritten recht.
        Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

         
  5. Regul

    15. Juli 2010 at 13:44

    “…der offen ist für Argumente für den Irak-Krieg. Also – die zwei, drei Leute, die es da gibt.”

    Ach komm, alle sind so gemein und teilen nicht deine Meinung? Du hast soviele gute Artikel auf dieser Seite, warum denn diese plumpen Floskeln, die dich nur selbstgerecht und arrogant wirken lassen.
    Eine Umfrage von mir bei einer representativen Stichprobe von 4 Leuten hat ergeben, dass es durchaus einige Menschen hierzulande gibt, die Argumenten offen gegenüber stehen.
    Du musst schon zugeben, dass du auch relativ einseitig nach etwas sucht, was deinen Standpunkt, deine Standpunkte bekräftigt. Gut. Aber bitte etwas weniger Heilsbringer Selbsteinschätzung.

     
    • derautor

      15. Juli 2010 at 19:52

      Nein, ich kenne die Positionen beider Seiten, glaube nur, dass eine radikal falsch liegt und billig manipuliert und hetzt, während die meisten Leute darauf reinfallen. Und ich denke, was dieses spezielle Thema angeht, habe ich jedes Recht, selbstgerecht und arrogant zu sein, weil ich mir aus meiner ursprünglich linken Position heraus tatsächlich mal ein paar Bücher der Gegenseite gekauft habe, die mich letztlich überzeugten. Macht das mal nach, dann dürft ihr auch arrogant sein.

      Ich habe persönlich die Erfahrung gemacht, und das weiß man auch aus Umfragen, dass die allermeisten Deutschen gegen den Irak-Krieg waren.

      Trotzdem danke für den Hinweis. Es wäre eigentlich sinnvoller, diese kontroversen Beiträge sachlicher zu schreiben und vielleicht bin ich eines Tages weniger angekotzt von meinem früheren Selbst und von Linksideologen, und tue das auch.

       
  6. Andreas Mathys

    15. Juli 2010 at 14:22

    Wenn ich eingangs des Berichts lesen muss, dass sich das mir bis anhin unbekannte “Project for the New American Century” zum Ziel setzt …”to promote the American global leadership” graut mit bereits. 108 Seiten dieses Berichts durchzulesen, wäre für mich wohl eine Zeitverschwendung. Neben solchen Schriften, die ja nur deine eigenen falschen Positionen bestärken, solltest du dir z.B. die Bücher deines überragenden Landsmanns Peter Scholl-Latour zu Gemüte führen.

     
    • derautor

      15. Juli 2010 at 19:48

      Du meinst, alles über die Gegenseite zu wissen, ohne gelesen zu haben, was sie eigentlich sagt. Stattdessen vertraust du blind den “eigenen” Leuten. Sehr unprofessionell.

       
  7. Cyrano

    15. Juli 2010 at 22:23

    Naja, wer den überragenden PSL zu den “Eigenen Leuten” zählen darf, dem sollte man nicht zumuten auch noch 108 anstrengende Seiten eines Berichtes der “Gegenseite” durchzulesen

     
    • derautor

      15. Juli 2010 at 23:12

      Es ist immerhin kürzer, als das Buch, das ich vorher zum Thema empfohlen habe, “War & Decision”, das hat über 500 Seiten. Aber ich schätze, die Anti-Kriegs-Treiber würden nicht mal eine halbe Seite lesen.

       
  8. willy

    16. Juli 2010 at 06:55

    Tatsache bleibt: Saddam Hussein ist seit den 70er Jahren von den USA systematisch unterstützt und zu ihrem besten Verbündeten in der Region gemacht worden, inkl. achtjähriger Krieg gegen den Iran. Der Irakkrieg ist ein Ergebnis dieser kurzsichtigen Politik, wie sie weiterhin betrieben wird.

    Die Politik dieses Landes, besonders in der Phase, als die Kräfte, auf die du dich positiv beziehst großen Einfluss darauf hatten, ist verantwortungslos und durch nichts zu rechtfertigen.

    Für einen besseren Überblick empfehle ich dieses Buch:
    http://www.amazon.com/President-Good-Evil-Questioning-Ethics/dp/0452286220/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=books&qid=1279263226&sr=1-2 , das eine wirklich fundierte philosophische Analyse des amerikanischen neokonservatismus bietet.

     
  9. Cyrano

    16. Juli 2010 at 14:00

    Dass die “our Bastard” Politik, die die USA eine ganze Zeit lang gefahren hat, mitgeholfen hat, den Verlauf von Fronten in den 80er 90er Jahren und Mittelbar auch heute zu bestimmen, das würde glaube ich kaum ein vernünftiger Mensch bestreiten. Dies aber zu einer Basis der Verurteilung des Irakkrieges zu machen, statt es in einer kritischen Analyse der Weltpolitik (von mir aus auch nur der US-Außenpolitik, ohne den Fokus geht es nun ja wohl nicht), ist arg kurzsichtig. Übersehen wird dabei auch, dass die “Our Bastard” Strategie der Unterstützung Pro-Westlicher Diktatoren ein (zugegeben unschönes) Mittel der Kriegsvermeidung war. Als Optionen hätten bestanden: Sich raushalten und “die Anderen” sich gegenseitig abschlachten lassen (so lange keine Bedrohung besteht), oder eben was jetzt verzweifelt versucht wird: Nötigenfalls mittels langer und zermürbender Militärpräsenz darauf drängen, dass demokratische Strukturen etabliert werden, etc… Einerseits über die Politik der USA in den 70ern meckern, und nun anprangern, dass diese Politik nicht weiter geführt wird, bzw. noch radikalisiert, denn was sonst kann damit gemeint sein, dass man etwa mit “moderaten Taliban”, der “Hamas und der Hizbullah”, oder mit dem Iranischen Regime “auf Augenhöhe” verhandeln soll?. Um eine vernünftige Betrachtung der Sachlage geht es doch dabei gar nicht mehr. Da kann man doch nur noch schließen, dass solcherart Kritiker mit a) Hamas&Co sympathisieren, oder b) ein wirklich beschränktes Weltbild haben, nachdem nur die USA “Politik machen” das kann man kritisieren, während die ganzen autochtronen Völker in ihren Staaten doch nur leben wollen, oder c) die abstrakte Friedenssehnsucht des Bildungsbürgers steht längst über jedweder wahrnehmung der Realität, und man verleugnet die prinzipielle Gewaltförmigkeit der Konkurrenz unter den Staaten, und stellt dem Ist-Zustand ein schmollendes “so solls aber nicht sein” entgegen, und weil einem längst alle Begriffe materialistischer Kritik abgehen, hält man halt wie im Fußball für den vermeintlichen Underdog…
    Apropos Fußball: Singer (s.o. “phil. Analyse”) versteht von Politik wahrscheinlich in etwa so viel wie von Fußball: http://sonntagsgesellschaft.wordpress.com/2010/06/30/spiel-mir-das-lied-von-der-moral/

     
  10. willy

    19. Juli 2010 at 07:44

    Ohne die amerikanische Unterstützung für Saddam hätte sich dieser wohl kaum getraut, den Iran anzugreifen (Folge: rund eine Million Tote), und auch der Angriff auf Kuwait 1990 erfolgte erst, nachdem Saddam Rücksprache mit der amerikanischen Botschafterin gehalten hatte und diese sich, gelinde gesagt; uneindeutig geäußert hatte. Mehr Beispiele: Bürgerkrieg in Nicaragua in den 70er Jahren gegen den US-gestützten Diktator Somoza, dto. in Cuba in den 50er Jahren. Afghanistan hatte ich schon erwähnt.

    Die Außenpolitik der USA im 20. Jahrhundert ist gekennzeichnet von extremer Dummheit und Orientierung an kurzfristigsten Interessen, kurz: eine Katastrophe. Um so überraschender, wenn sich Leute, die ein atheistisch-wissenschaftliches Weltbild propagieren, diese Politik zu eigen machen.

     
    • derautor

      19. Juli 2010 at 13:40

      Ich stehe eben nicht auf Verschwörungstheorien, welche die unterschiedlichesten US-Regierungen mit den unterschiedlichsten Ansichten alle über einen Kamm scheren und dämonisieren, als gäbe es die eine, große, böse US-Politik.

      Du erwähnst nicht, dass der Iran zu dieser Zeit vom Ayatollah Komeini regiert wurde, einem der Haupt-Begründer des Islamismus. In Afghanistan und Kuba ging es den Amerikanern darum, den Kommunismus zu bekämpfen, selbst, wenn sie dafür Diktatoren unterstützen “mussten”. Diese “Realpolitik” ist gescheitert und wird gerade von den Neocons als gescheitert betrachtet. Du verbreitest einseitigen Anti-Amerikanismus.

       
  11. willy

    20. Juli 2010 at 08:05

    Mir kommen die Tränen, ob soviel Glaube an das Gute im Menschen. Ayatollah Khomeini kam an die Macht nach dem Sturz einer jahrzehntelang von den USA gestützten Diktatur im Iran (ein weiteres Beispiel für das Scheitern amerikanischer Politik), Fidel Castro (der sich zuerst um Unterstützung in den USA bemühte, bevor er sich Moskau zuwandte) in Cuba ebenfalls, und in Afghanistan war die US-Unterstützung zu Ende, als die kommunistische Regierung gestürzt war; das Aufkommen des Fundamentalismus kratzte die Amis nicht im geringsten, solange sie nicht selbst angegriffen wurden. Es ist immer das gleiche Muster: Im Inneren sind die USA ein (relativ) demokratisches Land, aber in ihrer Außenpolitik spielen Demokratie und Menschenrechte eine (wohlwollend gesagt) untergeordnete Rolle.

    Machen wir´s mal einfacher: Man nenne mir einen Fall, in dem die USA im 20. Jahrhundert aus uneigennützigen Motiven militärisch interveniert haben. Ich kennen keinen, bei dem nicht wirtschaftliche oder machtpolitische Motive zumindest mitbestimmend gewesen sind.

    Und ein solches Land kann eben kein Vorbild für andere in Sachen Demokratie und Menschenrechte sein.
    Es ist mir wurscht, ob man das Antiamerikanismus nennt oder nicht, ansonsten ist das ein genauso dummes Schlagwort, das nur den Mangel an Arguzmenten überdekcen soll, wie “Islamophobie”.

     
    • derautor

      20. Juli 2010 at 13:50

      Also sind die USA zugleich egoistisch, weil sie sich nur gegen Bedrohungen verteidigen, und imperialistisch, weil sie anderen Ländern ihre Werte aufzwingen? Was ist daran eigentlich zu kritisieren, wenn sich eine Nation gegen ihre Feinde verteidigt?

       
 
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