Der Vatikan kann in den USA im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen gegen einen Priester zivilrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Der Oberste Gerichtshof in Washington weigerte sich am Montag, eine Berufung des Vatikans anzuhören – und bestätigte damit die Entscheidung eines Bundesgerichts in niedrigerer Instanz, das die Immunität des Heiligen Stuhls in dem Missbrauchsverfahren aufgehoben hatte.
Der zuständige Untersuchungsrichter sagt, er ist auf der Suche nach geheimen Dossiers über pädophile Priester, die der Justiz möglicherweise vorenthalten wurden. Dutzende Polizisten haben am vergangenen Donnerstag das erzbischöfliche Palais in Brüssel just in dem Augenblick durchsucht, als die belgische Bischöfe bei ihrer monatlichen Sitzung waren. Die Polizei beschlagnahmte Handys, Laptops, Kalender und Notizblöcke der im erzbischöflichen Palais versammelten geistlichen Würdenträger. Auch der Computer des kürzlich zurückgetretenen Kardinals Gottfried Danneels wurde abtransportiert. Weil die 55 Computer der Erzdiözese jetzt in den Händen der Kriminalpolizei sind, müssen die Angestellten auf ihr Juligehalt warten.
Und am Ende kommt sie doch: Die weltliche Gerechtigkeit…










AndreasK
29. Juni 2010 at 12:08
Das könnte jetzt fast als Gottesbeweis durchgehen.
Darth
29. Juni 2010 at 12:30
Recht so. Trennung von Staat und Kirche. Warum sollen die Pfaffen bessergestellt sein als der normale Bürger. Oder als ich zum Beispiel, als Gott meiner eigenen Religion. Ich kriege auch regelmäßig Strafzettel.
Veronika
29. Juni 2010 at 14:41
Wie peinlich ist denn das? Aber es wird noch schlimmer, denn der Vatikan versucht jetzt zu sagen, dass man den Priester gar nicht gekannt, geschweige denn bezahlt hat. Wie krass sind die denn? Wenn jetzt der Vatikan mit seinen Priestern nichts mehr zu tun haben will, dann stellt sich die Frage wie man die “Nachfolge Jesu Christi” neu definieren kann.
Ist jede Diözese dann eine GmbH auf Franchise-Basis, oder was?