Der Hauptgrund, warum Eltern ihre Kinder auf christliche Privatschulen schicken, besteht darin, dass dort der Ausländeranteil viel geringer ist als an staatlichen Schulen. Natürlich wäre der Ausländeranteil an staatlichen Schulen viel geringer, wenn es keine christlichen Privatschulen gäbe.
So könnte man auch die Intergration besser fördern als durch Ghettoisierung in Privatschulen. Aber die Kirchen stehen bekanntlich über dem Gemeinwohl und sie kontrollieren die Entscheidungen unserer Politiker mit Staatskirchenverträgen und Lobbyarbeit. Und wenn Faust einen Pakt mit dem Teufel abschließt, warum nicht auch der deutsche Staat?
Genau dieses Ausländer-Vermeidungs-Prinzip funktioniert auch mit den Waldorfschulen, wie Andreas Lichte in diesem Gastbeitrag erläutert…
Warum entscheiden sich Eltern für eine der 217i anthroposophisch geprägten Waldorfschulen in Deutschland?
von Andreas Lichte
Nach dem „PISA-Schock“ suchen immer mehr Eltern nach einer Alternative zur öffentlichen Schule. Manchen reicht schon die ganzheitliche Zauberformel der Waldorfschulen „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“. Andere sind gründlicherii. Aber: Je mehr man sich informiert, desto weniger weiss man – Eltern-Informations-Abende der Waldorfschulen sind reine Werbeveranstaltungeniii.
Viele Eltern wissen aber ganz genau, was sie tun, wenn sie sich für eine Waldorfschule entscheiden. Im folgenden werden drei Gründe für deren Schulwahl behandelt, die ich vorweg als Thesen formuliere:
These I: Die Leistungen des Kindes sind zu schwach, um auf einer öffentlichen Schule zu bestehen. An der Waldorfschule sind die Abschlüsse leichter.
These II: „Man bleibt gern unter sich“ – Besserverdienende wollen eine Schule ohne Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen und ohne Ausländer.
These III: „Man bleibt gern unter sich“ – in der Waldorfschule teilt man die „alternativen“, esoterischen Überzeugungen der Eltern.
An der Waldorfschule sind die Abschlüsse leichter
Diese These sei am Beispiel der Nordrhein-Westfälischen Gesetzgebung für die Waldorfschulen erläutert. Am 13. Februar 2008 traf sich der Ausschuss für Schule und Weiterbildung des Nordrhein-Westfälischen Landtags, um über die „Verordnung über den Erwerb von Abschlüssen der Sekundarstufe I an Waldorfschulen“ zu informieren.iv
Landesministeralrat Marietrud Schreven gab im Auftrag von Bildungs-Ministerin Dr. Barbara Sommer einen Bericht ab. LMR‘ Schreven stellte zunächst allgemein die Ziele der neuen, zentralen Abschlussprüfungen vor. Es gelte, Zitat, „sich an nationalen Bildungsstandards zu orientieren, Bildungsstandards, die die Anforderungen für den mittleren Abschluss transparent machen sollen, die Abschlüsse über die Länder hinweg vergleichbar machen sollen.“ Knapp gesagt: Die neue Gesetzgebung solle Chancengleichheit gewährleisten.
Dann folgte eine kurze Darstellung der Waldorfschulen und deren Sonderbehandlung durch das NRW-Bildungsministerium, LMR‘ Schreven sagte, dass „sich die Waldorfschulen besonderer Privilegien erfreuen“, wie beispielsweise „den Unterricht durch Klassenlehrer – der Klassenlehrer ist in Waldorfschulen aufgrund des pädagogischen Konzepts sehr wichtig –, obwohl diese Klassenlehrer keine staatlichen Lehramtsprüfungen haben und nicht an einer staatlichen Hochschule unterrichtet wurden.“
Im Grundgesetz heisst es aber, GG, Artikel 7, Absatz 4, Satz 3: „Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn die privaten Schulen (…) in der wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Lehrkräfte nicht hinter den öffentlichen Schulen zurückstehen (…)“v
Der Schulrechtler Prof. Hermann Avenariusvi sagt zu einer vergleichbaren Baden-Württembergischen Sonderregelung für die Waldorfschulen: „Es widerspricht dem Grundgesetz. Auch die an Waldorfschulen tätigen Lehrkräfte benötigen eine wissenschaftliche Ausbildung, die nicht hinter den öffentlichen Schulen zurücksteht. Von diesem Qualifikations- und Qualitätsniveau können sie nicht entbunden werden.“vii
Schliesslich erläuterte LMR‘ Schreven die Besonderheiten des neuen Gesetzes für die Waldorfschulen, hier nur einige entscheidende Passagen wiedergegeben, Zitat Ausschuss-Protokoll:
Seite 8: „Diese [anderen Privat-] Schulen legen eine komplette externe Prüfung ab. Das bedeutet, in allen abschlussrelevanten Fächern finden externe Prüfungen statt. Demgegenüber verfahren wir an Waldorfschulen anders. Die Prüfungen werden an den Waldorfschulen selbst durchgeführt.“
Seite 9: „Die Klausuren werden von Waldorflehrkräften selbst erstkorrigiert. Auch das gibt es in anderen Fällen nicht.“
Seite 10: „Denn es werden nur zwei bis drei schriftliche Prüfungen zentral gestellt. Alle anderen Noten sind waldorfeigene Noten, die auf dem Abschlusszeugnis erscheinen und die, soweit sie den Fächern des Regelsystems entsprechen, natürlich abschlussrelevant sind. Das heißt, sie haben ein Abschlusszeugnis mit dem kompletten Spektrum ihrer Noten, wobei lediglich die Noten in Deutsch, Mathematik bzw. Deutsch, Mathematik und Englisch auf zentralen Prüfungen beruhen.“
Seite 11: „Da wir [wie von den Waldorfschulen gefordert] Vornoten nicht anerkennen können, können wir dieses Verfahren „Vornote und Abweichungsprüfung“ nicht durchführen. Wir haben dafür aber die Möglichkeit eröffnet – diese Möglichkeit haben die Schüler im Regelsystem nicht –, dass eine Nachprüfung gemacht wird. Das heißt, Schülerinnen und Schüler, die punktuell in einer schriftlichen Prüfung versagt haben, können nach den Sommerferien nochmals eine schriftliche Prüfung in diesem Fach machen. Mit dieser schriftlichen Prüfung können sie ihre Note entsprechend verbessern. Das heißt, die bessere Note der Nachprüfung ersetzt die schwächere Note im ersten Durchgang.“
Konnte es NRW den Waldorfschülern noch leichter machen? Die Abgeordnete der Grünen, Sigrid Beer, meint ja. Zitat Beer: „Hinsichtlich der anderen Bundesländer verweise sie auf Niedersachsenviii, wo 70 % der Abschlussnote, sowohl hinsichtlich der schriftlichen als auch hinsichtlich der mündlichen Prüfung, durch die Vornote zustande komme.“
Chancengleichheit? Wie vom Gesetzgeber beabsichtigt? Deutlicher kann die Bevorzugung der Waldorfschulen nicht sein, und das offensichtlich nicht nur in NRW.
Die strengste Prüfungsordnung für Waldorfschulen gibt es in Bayern, aber auch dort wissen sich Waldorfeltern zu helfen: Für das Abitur wechselt Kind einfach auf eine Waldorfschule in einem anderen Bundesland. Hier ein Interview aus der Jugendsendung „Südwild“ des Bayerischen Rundfunks vom 17. September 2008ix:
Mirko M.: „Ich war 12 Jahre hier in Coburg auf der Waldorfschule und den restlichen Teil dann in Marburg, also in Hessen, und hab‘ mein Abitur dort gemacht.“
Moderatorin: „Warum bist du nach Hessen gegangen?“
Mirko M.: „Also in Bayern ist es ein bisschen schwierig, da sind die Waldorfschulen staatlich nicht anerkannt (…) Für mich waren es 3 Gründe, warum ich gewechselt bin:
– dass wir keine Vorzensuren hatten, was wirklich schwierig war
– dann auch die externen Abschlüsse, z.B. hier am Gymnasium (…)
– und wir hatten natürlich noch Russisch als zweite Fremdsprache, wo man als Jugendlicher natürlich auch nicht so gern mitmacht.“
„Man bleibt gern unter sich“ – Besserverdienende wollen eine Schule ohne Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen und ohne Ausländer.
Spricht man mit Eltern über deren Beweggründe, sich für eine Waldorfschule zu entscheiden, so hört sich das oft so an, als lese man eine Imagebroschüre der Waldorfschulen. Fragt man freundlich aber beharrlich nach, so lösen sich die pastellfarbenen Traumbilder nach und nach in Luft auf. Und schliesslich hört man: „Ich wohne in (Berlin) Kreuzberg. Da schicke ich mein Kind doch nicht in eine Schule mit hohem Ausländeranteil!“
Richtig, das hat der Autor so erlebt. Nur ein „Einzelfall“? Der ehemalige Waldorfschüler und Anthroposoph Sebastian Gronbach schreibt im anthroposophischen Magazin „info 3“, Zitat:
„Ich konnte vor einigen Tagen erleben, wie die neuen Erstklässler eingeschult wurden. Zwei Schulen, zwei Bilder: Die Grundschule, eine Regelschule, feierte diesen Tag und begrüßte unter den Neuen ein gutes Drittel Kinder, mit dem, was man heute »Migrationshintergrund« nennt. (…)
Der gleiche Tag, wenige Kilometer weiter. Eine Waldorfschule. Auch hier werden die neuen Kinder begrüßt. Das Bild unterscheidet sich kaum von dem in den vergangenen Jahren an dieser Waldorfschule: Kein einziges Kind mit Migrationshintergrund – doch; vor einiger Zeit gab es mal das Kind einer Anwaltsfamilie. Alle Kinder sprechen reines Deutsch. (…)
Heute sind Waldorfschulen Eliteschulen (…)“x
Was Gronbach schildert, bestätigt auch eine Statistik des „Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen“ (KFN). In der „Studie 2005 – spezielle Befunde zu Waldorfschulen“ wurde der ethnische Hintergrund der Schüler erhoben.
In der 4. Klasse der untersuchten Schulen betrug der Ausländeranteil:
– staatliche Grundschule: 22,6 %
– Waldorfschule: 2,8 %
In der 9. Klasse der untersuchten Schulen betrug der Ausländeranteil:
– Gesamtschule: 30,3 %
– Waldorfschule: 4,0 %xi
Die Studie des „Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen“ belegt auch, dass es in Waldorfschulen kaum Kinder aus „sozial benachteiligtem Milieu“ gibt. Waldorfschulen liegen meist in einer „besseren Gegend“, aber selbst auf der Clay Allee im Villenviertel Berlin-Dahlem bildet sich ein allmorgendlicher Stau, wenn die reichen Mamas ihre Kinder in die Rudolf Steiner Schule Berlin bringen und in der zweiten Reihe halten.
Wie sieht es aber im „Märkischen Viertel“ in Berlin aus, in einem Hochhausviertel, das eher von sozial schwachen Bürgern und Ausländern bewohnt wird (50 % sozialer Wohnungsbau)? An der Waldorfschule Märkisches Viertel machte ich mein Praktikum während meiner Ausbildung zum Waldorflehrer und … Ausländer oder Kinder aus dem Viertel konnte ich dort nicht entdecken.
Eine ehemalige Schülerin schreibt mir dazu in einer e-mail:
“Hallo Andreas,
also ich kann Ihre Wahrnehmung durchaus bestätigen. KEIN Schüler kam aus dem Märkischen Viertel oder aus benachteiligtem Milieu. Ich hatte mal eine Mitschülerin in der sechsten oder siebten Klasse, doch diese war genauso schnell wieder dort wo sie herkam: Nämlich auf einer Schule im MV. (…)”
Im Grundgesetz heisst es aber, GG, Artikel 7, Absatz 4, Satz 3: „Die Genehmigung [von Privatschulen] ist zu erteilen, wenn (…) eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht gefördert wird.“
Natürlich würden die Waldorfschulen niemals zugeben, dass sie gegen das Grundgesetz verstossen. Gründe, Schüler abzulehen, finden sich viele, zum Beispiel dieser von der Psychologin Aiga Stapf beschriebene:
„Eltern berichteten wiederholt, dass Kinder vom Waldorfkindergarten und der Waldorfschule abgelehnt wurden. Die Kinder mussten u. a. bei dem Aufnahmegespräch etwas malen: ein Sechsjähriger malte z.B. ein Haus ohne Tür, wozu er kommentierend auf Nachfrage der Waldorfpädagogin sagte: »Die Tür ist hinten.« Dies wurde von ihr als ein »Anzeichen« dafür gedeutet, dass das Kind seine Seele nicht öffnen will, sie lehnte die Aufnahme ab.”xii
„Man bleibt gern unter sich“ – in der Waldorfschule teilt man die „alternativen“, esoterischen Überzeugungen der Eltern.
Wie ermittelt man, ob eine bestimmte „Soziale Gruppe“ die selben Überzeugungen teilt? Mit umfangreichen Befragungen? Für die Waldorfschule – bzw. Anthroposophen – könnten das beispielsweise solche Fragen sein:
– „Glauben Sie an Karma?“
– „Glauben Sie, dass Ihr Kind, als es noch ein Geistiges Wesen war, Sie für seine Inkarnation als Eltern ausgewählt hat, weil Sie ihm die besten Voraussetzungen für die Erfüllung seines Karmas bieten?“
Wer antwortet darauf wahrheitsgemäss? Dieses Verfahren scheint doch sehr fehleranfällig. Gibt es vielleicht irgendein objektives, gemeinsames Kennzeichen, das man wissenschaftlich, statistisch, erfassen könnte? Ja:
Im März 2008 reist das Schulorchester einer Schweizer Rudolf-Steiner-Schule, der „Freien Oberstufenschule Baselland“ in Muttenz, zu einem Konzert in die Salzburger Rudolf Steiner Schule. Der Gastauftritt findet internationale Beachtung: Nicht nur in Salzburg, nein, in ganz Österreich, in Deutschland und Norwegen – überall brechen die Masern aus.xiii
Im April 2010 lese ich von Masern in Mettmann, NRW.xiv Als ich der Pressestelle des Kreisgesundheitsamtes sage, dass ich mich für den Masernausbruch interessiere, fragt man: „Wieso? Die Masern sind doch schon wieder vorbei.“ Ich sage: „Das mag sich vielleicht merkwürdig anhören, aber ich möchte wissen, ob eine Waldorfschule betroffen war.“ Am anderen Ende der Leitung macht es „aaah“, man weiss sofort Bescheid und sagt: „Dann ist es wohl am besten, wenn Sie Frau Kohnert zurückruft.“ Das tut Regina Kohnert, stellvertretende Leiterin des Kreisgesundheitsamtes Mettmann, und bestätigt mir, dass alle Masernfälle in Waldorfschulen aufgetreten sind. Die Kinder hätten Kontakt zur Waldorfschule in Essen gehabt, auch dort gibt es die Masern …xv
„Masern werden von Waldorfschule zu Waldorfschule übertragen …“, aber da sage ich Frau Kohnert wirklich nichts neues. J E D E R der mit Impfprävention zu tun hat, weiss das.
So warnt Dr. Axel Iseke vom Gesundheitsamt Münster Ende April: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass es über die Waldorfschule auch in Münster zu einem größeren Masernausbruch kommt.“ Denn in Essen sind die Masern ja schon, und Zitat Presseerklärung Münster: „Familien aus dem Umfeld von Waldorfschulen seien häufig überregional vernetzt.“ xvi
Doch wer weiss genaueres über die Infektionskette Waldorfschule? Doch sicher das „Robert Koch Institut“ (RKI), „die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention“.xvii Dort müssen seit der Einführung der Masern-Meldepflicht im Jahr 2001 alle Fälle gemeldet werden. Ich spreche mit der Epidemiologin Dr. Anette Siedler. Doch sie überrascht mich, meint, dass das RKI nicht den Verursacher der Krankheit ermittetele, der weltanschauliche Hintergrund einer Schule nicht berücksichtigt werde. Auch die entscheidende Information kann Dr. Siedler nicht liefern, sie sagt: „In Deutschland gibt es keine verlässlichen Zahlen zur Impfrate in Waldorfschulen bzw. öffentlichen Schulen.“
In der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“xviii werden Zahlen genannt, sie sollen hier als Orientierung dienen, auch wenn sie sich auf Schweden beziehen:
Geimpft waren gegen MMR (Masern-, Mumps-, Röteln- Kombinationsimpfung):
– in öffentlichen Schulen: 93 %
– in Waldorfschulen: 18 %
61 % der Waldorfschüler hatten eine Masernerkrankung durchgemacht.
Warum untergraben Waldorfschulen das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Masern bis 2010 in Europa auszurotten? Und warum werden Menschen dem Risiko einer Infektion mit einer schweren Krankheit ausgesetzt?
Masernxix sind nämlich keinesfalls eine „harmlose Kinderkrankheit“:
– bei etwa 20–30 % der Masern-Fälle kommt es zu Komplikationen. Durchfall, Mittelohrentzündungen und Lungenentzündungen sind dabei am häufigsten, oft ist eine stationäre Aufnahme erforderlich.
– Die Meningoenzephalitis ist selten (bei 0,1 % der Erkrankungen), verläuft jedoch in 15–20 % der Fälle tödlich. In weiteren 20–40 % bleiben dauerhafte Schädigungen des Gehirns zurück.
– Die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) ist eine sehr seltene Spätkomplikation nach Maserninfektion, verläuft nach langem Siechtum aber immer tödlichxx.
In Waldorfschulen treffen sich 2 Gruppen von Impfverweigerern, Zitat Dr. Georg Vogt, Gesundheitsamt Duisburg: die „ideologisch verhärteten Anthroposophen“ und die „oberkritischen Gebildeten“xxi.
Anthroposophen – natürlich auch der anthroposophische Schularzt der Waldorfschulen – folgen Rudolf Steiner. Steiner begründet, warum die Masern eine Krankheit sind, die man durchmachen muss, so:
Ein Mensch hat in seinem letzten Leben zu viel „gegrübelt“, was zu einer „Schwäche der Seele“ führt. Die Masern sind die „physisch-karmische Wirkung“ dieses Fehlverhaltens im letzten Leben. Die Masern macht man durch, „um organische Selbsterziehung zu üben“, „die Krankheit kann in einen geistigen Prozeß zurückverwandelt werden“ …
Wer meint, dies sei aber eine völlig idiotische Zusammenfassung, der überzeuge sich selbst: Im „Anhang“ gibt es Steiners Karma-Masern-Quacksalberei im Original zu bestaunen.
Und was ist mit der zweiten Gruppe der Waldorf-Impfverweigerer, den „oberkritischen Gebildeten“, für die Entscheidungen von Medizinern und Gesundheitsbehörden nicht gelten?
Im Januar 2010 durften rund 260 Kinder der Rudolf Steiner Schule Berlin zu Hause bleibenxxii. Als Quarantäne-Massnahme wurde der Schulbesuch vom Gesundheitsamt Steglitz-Zehlendorf untersagt, nachdem in der Waldorfschule Masern aufgetreten waren. Ein Vater, von Beruf Anwalt, klagte gegen den Ausschluß der Schüler beim Verwaltungsgericht und verlor:
„Das Gericht gab der Behörde Recht. Die Kinder könnten bei einer Erkrankung Mitschüler anstecken, bevor sie selbst sichtbare Symptome zeigen, hieß es zur Begründung. Ihr Interesse am Schulbesuch müsse angesichts der Ansteckungsgefahr der mitunter sogar tödlich verlaufenden Krankheit zurücktreten.“xxiii
Vorher hatte der Vater der zuständigen Berliner Stadträtin in einem Brief geschreiben:
„Allein die Tatsache, dass Masern auch tödlich verlaufen können, gibt der Gesundheitsverwaltung meines Erachtens nicht das Recht, derartig einschneidende Maßnahmen zu ergreifen.“ xxiv
Fazit und Fragen
– Kultusministerien beschliessen Gesetze, die die Waldorfschulen bevorzugen. Das Grundgesetz findet bei den Waldorfschulen keine Beachtung.
– Eine „Elite“ lebt auf Kosten der Allgemeinheit: Waldorfschulen werden zum grössten Teil aus öffentlichen Steuermitteln finanziert, sind aber eine geschlossene Gesellschaft von Privilegierten.
– Aus ideologischen Gründen setzen die Waldorfschulen die Gesundheit von Menschen aufs Spiel. Die Gesundheitsbehörden engagieren sich zwar sehr bei der Minimierung der Risiken für die Allgemeinheit, bekämpfen aber nicht die eigentliche Ursache des Problems.
Kann sich eine demokratische Gesellschaft wie die Bundesrepublik Deutschland eine Parallelgesellschaft Waldorfschule leisten? Ist diese Parallelgesellschaft politisch gewollt?
Anhang:
Rudolf Steiner begründet, warum Masern eine Krankheit sind, die man durchmachen muss:
„Nehmen wir an, im späteren Leben bekommt eine Persönlichkeit Masern, und wir suchen nach dem karmischen Zusammenhang dieses Falles. Wir finden dabei, daß dieser Masernfall aufgetreten ist als eine karmische Wirkung von solchen Vorgängen in einem vorangegangenen Leben, die wir etwa so beschreiben können: Die betreffende Individualität war in einem vorhergehenden Leben eine solche, die sich nicht gern um die äußere Welt bekümmert hat, sich nicht gerade im grob egoistischen Sinne, aber doch viel mit sich selber beschäftigt hat; eine Persönlichkeit also, die viel nachgeforscht hat, nachgedacht hat, aber nicht an den Tatsachen der äußeren Welt, sondern die im inneren Seelenleben geblieben ist. Sie finden auch heute sehr viele Menschen, welche glauben, daß sie durch In-sich-abgeschlossen-Sein, durch Grübeln und so weiter zur Lösung von Welträtseln kommen können. Bei der Persönlichkeit, die ich meine, handelte es sich darum, daß sie mit dem Leben so fertigzuwerden suchte, daß sie innerlich nachgrübelte, wie man sich in diesem oder jenem Falle verhalten soll. Die Schwäche der Seele, welche sich daraus ergeben hat im Verlaufe des Lebens, führte dazu, daß im Leben zwischen Tod und neuer Geburt Kräfte erzeugt wurden, welche den Organismus in verhältnismäßig später Lebenszeit noch einem Masernanfall aussetzten.
Jetzt können wir uns fragen: Wir haben auf der einen Seite den Masernanfall, der die physisch-karmische Wirkung ist eines früheren Lebens. Wie ist es denn aber nun mit dem Seelenzustand? Denn das frühere Leben gibt ja als karmische Wirkung auch einen gewissen Seelenzustand. Dieser Seelenzustand stellt sich so dar, daß die betreffende Persönlichkeit in dem Leben, wo sie auch den Masernanfall hatte, immer wieder und wieder Selbsttäuschungen unterworfen war. Da haben Sie also die Selbsttäuschungen anzusehen als die seelisch-karmische Folge dieses früheren Lebens und den Eintritt der Masern als die physischkarmische Folge jenes Lebens.
Nehmen wir nun an, dieser Persönlichkeit wäre es gelungen, bevor der Masernfall eintrat, etwas zu tun, um sich gründlich zu bessern, das heißt, um eine solche Stärke der Seele sich anzueignen, daß sie nicht mehr ausgesetzt wäre allen möglichen Selbsttäuschungen. Dann würde diese dadurch heranerzogene Seelenstärke dazu geführt haben, daß die Masernerkrankung hätte unterbleiben können, weil das, was im Organismus schon hervorgerufen war bei der Bildung dieser Organisation, seinen Ausgleich gefunden hätte durch die stärkeren Seelenkräfte, welche durch die Selbsterziehung herangezogen worden wären. Ich kann natürlich nicht ein halbes Jahr über diese Sachen reden; aber wenn Sie weit im Leben herumschauen und alle Einzelheiten, welche sich als Erfahrungen darbieten, von diesem hier gegebenen Ausgangspunkt aus betrachten würden, so würden Sie immer finden, daß das äußere Wissen voll bestätigen würde – bis in alle Einzelheiten -, was hier gesagt worden ist. Und was ich jetzt gesagt habe über eine Masernerkrankung, das kann zu Gesichtspunkten führen, die erklären, warum Masern gerade zu den gebräuchlichen Kinderkrankheiten gehören. Denn die Eigenschaften, die genannt worden sind, kommen in sehr vielen Leben vor. Insbesondere in gewissen Zeitperioden haben sie in vielen Leben grassiert. Und wenn dann eine solche Persönlichkeit ins Dasein tritt, wird sie so schnell wie möglich Korrektur üben wollen auf diesem Gebiet und in der Zeit zwischen der Geburt und dem gewöhnlichen Auftreten der Kinderkrankheiten, um organische Selbsterziehung zu üben, die Masern durchmachen; denn von einer seelischen Erziehung kann ja in der Regel in diesem Alter nicht die Rede sein.
Daraus sehen Sie, daß wir wirklich davon sprechen können, daß die Krankheit in gewisser Beziehung wieder zurückverwandelt werden kann in einen geistigen Prozeß. Und das ist das ungeheuer Bedeutsame, daß wenn dieser Prozeß in die Seele als Lebensmaxime aufgenommen wird, er eine Anschauung erzeugt, die gesundend auf die Seele wirkt. In unserer Zeit braucht man sich nicht besonders zu wundern, daß man so wenig auf die Seelen wirken kann. Und wer die Zeit heute vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus durchschaut, der wird es begreifen, daß so viele Mediziner, so viele Ärzte Materialisten werden (…)“
Rudolf Steiner, „Die Offenbarungen des Karma“, GA 120, FÜNFTER VORTRAG, Hamburg, 20. Mai 1910, S. 102ffxxv
Die Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie
Die erste Waldorfschule wurde 1919 in Stuttgart vom Anthroposophen Emil Molt, Besitzer der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik, als Betriebsschule gegründet. Molt beauftragte Rudolf Steiner mit der pädagogische Leitung der neuen „Waldorf“-Schule.
Rudolf Steiner (1861–1925) promovierte 1891 mit der schlechtmöglichsten Note „rite“ in Philosophie; die 1894 versuchte Habilitation scheiterte. Um 1900 kam er in Kontakt mit Helena Petrovna Blavatskys esoterischer „Theosophie“. Von 1902 bis 1912 leitete Steiner die deutsche Sektion der „Theosophischen Gesellschaft“, die er 1912/13 abspaltete und unter dem Namen „Anthroposophie“ neu gründete.
Steiner ist nach eigener Aussage Hellseher. Er behauptet, in der „Akasha-Chronik“, einem allumfassenden „Geistigen Weltengedächtnis“ im „Äther“xxvi lesen zu können. Steiner erklärt: „Erweitert der Mensch auf diese Art [d.h. durch Steiners Anthroposophie] sein Erkenntnisvermögen, dann ist er (…) nicht mehr auf die äußeren Zeugnisse angewiesen. Dann vermag er zu S C H A U E N xxvii, was an den Ereignissen nicht sinnlich wahrnehmbar ist (…).“xxviii Die Anthroposophie schöpft damit aus esoterischen, okkulten Quellen, die für Nicht-Anthroposophen reine Fiktion sind.
Die Waldorfschule war für Steiner von Beginn an ein wirksames Instrument zur Verbreitung seiner esoterischen Heilslehre „Anthroposophie“. Und die „Anthroposophie“ ist bis heute verbindliche Grundlage des Unterrichts jeder Waldorfschule, Rudolf Steiner deren unangefochtene Autorität. Wie weit die Verehrung geht, mag man am Umfang der Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe ermessen: Sie hat zurzeit 354 Bände.
i Stand Dezember 2009, Quelle: Bund der Freien Waldorfschulen
iv Ausschussprotokoll Landtag Nordrhein-Westfalen APr 14/598
v GG, Artikel 7, Absatz 4: „Das Recht zur Errichtung von privaten Schulen wird gewährleistet. Private Schulen als Ersatz für öffentliche Schulen bedürfen der Genehmigung des Staates und unterstehen den Landesgesetzen. Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn die privaten Schulen in ihren Lehrzielen und Einrichtungen sowie in der wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Lehrkräfte nicht hinter den öffentlichen Schulen zurückstehen und eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht gefördert wird. Die Genehmigung ist zu versagen, wenn die wirtschaftliche und rechtliche Stellung der Lehrkräfte nicht genügend gesichert ist.“
vi Prof. Hermann Avenarius: http://www.dipf.de/de/mitarbeiter/avenarius
vii ZDF, Frontal 21, 10.3.2009: „Kritik an Waldorflehrern – »Wir haben die meiste Zeit gesungen«“
viii Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und die Waldorfschule:
„(…) Wulffs Visite in [der Waldorfschule in] Evinghausen war allerdings nicht nur dem Jubiläum geschuldet, auch der im vergangenen Jahr fertiggestellte Anbau für das Ganztagsangebot war nicht der einzige Besuchsgrund. Vielmehr verbinden ihn persönliche Beziehungen mit der Schule im idyllischen Bramscher Hügelland. Ein Onkel des Unionspolitikers, der Fabrikant Günther Wulff, gehörte zu den Gründervätern der Evinghausener Schule. Der Anthroposophie eng verbunden, ermöglichte er im Jahre 1970 mit einem beträchtlichen Teil seines Vermögens erst die Gründung der Einrichtung (…)“
Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung
xi KFN, „Studie 2005 – spezielle Befunde zu Waldorfschulen“, hier weitere Daten
xii Aiga Stapf, „Hochbegabte Kinder“, C.H.Beck, 2006, S. 232
xiii Eurosurveillance: „An ongoing multi-state outbreak of measles linked to non-immune Anthroposophic communities in Austria, Germany, and Norway, march-april 2008“
xxvi akasha [Sanskrit]: Äther
xxvii Hervorhebung auch im gedruckten Original










Mike
20. Mai 2010 at 20:58
Immerhin habe ich in der Steiner-Schule (so nennt man hier in Helvetien die Waldorf Schulen) keine religiöse Indoktrination erlebt. Es gab zwar Eurythmie, das war grausam, aber keineswegs so schrecklich wie Indoktrination durch Religionsunterricht.
Was überhaupt nicht stimm ist, dass nur gut betuchte Eltern ihre Kinder in der Steiner Schule unterbringen. Wäre das so, würde meine damalige Schule noch heute existieren. Das tut sie aber nicht – wegen Geldmangel (what else). Aber gut möglich dass das bei euch in Germanien etwas anders, sprich extremer, abgeht.
Immerhin bin ich dank einer sehr breiten Allgemeinbildung der Steiner-Schule zu einem äusserst skeptischen Zeitgenossen herangewachsen. So skeptisch dass ich nicht nur jede Weltreligion hinterfrage sondern auch alle anderen esoterischen Randerscheinungen, Sekten, Massenpsychosen bis hin zu Beiträgen in, ansonsten sehr sympatischen, Atheistischen Blogs.
Martin
21. Mai 2010 at 07:09
Steiner war ein ziemlich widerlicher Zeitgenosse und generell bin ich den Waldorf-Schulen gegenüber äußerst skeptisch. Meine Tochter (im August 4) wird zwar nicht auf eine Waldorf-Schule gehen, wir versuchen dennoch grade,sie in einer nicht-religiösen Privatschule unterzubringen.
Ich denke nicht dran, meine Tochter als Kanonenfutter die bisher gemachten und immer noch gemachten massiven Fehler in der Migrations- und Bildungspolitik ausbaden zu lassen.
Ich denke auch nicht im Traum dran, mich dafür von einer Politik, die diese Fehler weder willens ist zu beheben, noch überhaupt ernsthaft anzugehen, noch entsprechend einzugreifen, wenn Auswüchse stattfinden zum Buhmann machen zu lassen.
Solange es keine verpflichtende Kita- und Vorschule,keine verbindlichen Sprachtests mit verbundenen Sanktionen bei mehrfacher Nichterfüllung, keine wirksamen rechtlichen Maßnahmen bei Abzieh- und Gewaltdelikten gibt, solange kommt das für mich im Traum nicht in Frage.
Kurz: solange Migrations- und Integrationspolitik weiterhin nur aus wohlfeilem Tolerallalla besteht, ohne mich.
Andreas Lichte
21. Mai 2010 at 07:33
@ Martin
Sie schreiben: „… wir versuchen dennoch grade, sie [meine Tochter] in einer nicht-religiösen Privatschule unterzubringen.“
Wie können Sie sicher sein, dass eine Privatschule besser als eine öffentliche Schule ist?
Mein Thema sind die Waldorfschulen, aber ich denke, JEDE Privatschule hat ein Interesse daran, möglichst viele Schüler zu bekommen. Also wird man die Eltern nicht sachlich informieren, sondern werben. Bei den Waldorfschulen ist das so, siehe:
„Die Waldorfschulen informieren – Heute: Die Johannes-Schule Berlin“
http://www.ruhrbarone.de/die-waldorfschulen-informieren/
Martin
21. Mai 2010 at 10:34
Sicher sein kann man sich natürlich bis zum Schluß nie. Allerdings kenne ich eine ganze Menge ehemaliger Waldorf-Schüler und eine Menge Eltern, die ihre Kinder (von 10-16 etwa) in Waldofr-Schulen haben. Und auch ein-zwei LehrerInnen finden sich im Weiteren Bekanntenkreis.
Natürlich wirbt jede Schule, darum informieren wir uns ja eben nicht nur aus den Werbematerialien, sondern vorwiegend durch den Direktkontakt mit jetzigen und ehemaligen Schülern.
Andreas Lichte
21. Mai 2010 at 07:37
@ Martin
Sie schreiben: „Kurz: solange Migrations- und Integrationspolitik weiterhin nur aus wohlfeilem Tolerallalla besteht, ohne mich.“
Dazu recycle ich doch einfach mal einen Kommentar von hier:
http://npd-blog.info/2009/04/28/npd-und-waldorfschule-uber-eine-zusammenarbeit-die-nicht-publik-werden-durfte/
„(…) Ausländer werden meines Erachtens in Deutschland nicht ausreichend unterstützt. Die vorhandenen Initiativen, Sprachkurse etc., reichen nicht aus. Alle reden von “Integration”, aber keiner fühlt sich persönlich dafür verantwortlich. Womit wir bei der Waldorfschule als “Ausländerfreie Zone” wären: Eltern, die es sich leisten können, wählen eine Privatschule, um sicher zu gehen, dass der Anteil von Schülern mit “Migrationshintergrund” in der Klasse ihrer Kinder nicht zu hoch ist. Das ist verlogen und trägt dazu bei, die im Ansatz ohnehin schon vorhandene Ghettoisierung von Ausländern, oder Deutschen mit “Migrationshintergrund”, zu verschärfen.
Auf einer Informationsveranstaltung der Freien Schulen in Berlin fragte ich einmal die Vertreterin einer Christlichen Schule in Berlin-Neukölln: “Können Sie mir sagen, was das Besondere an Ihrer Schule ist?” Ihre Antwort: “Es gibt keine Ausländer.” Sie meinte, ich sei ein Vater auf der Suche nach einer Schule, das lag nahe, ich war mit einer Freundin unterwegs. (…)“
Martin
21. Mai 2010 at 10:43
@Andreas Lichte: Und ? Ich verstehe jetzt nicht ganz, was das Zitat,das im Wesentlichen ja auch nur wiedergab, was im Ursprungsartikel stand, nun soll?
Im Übrigen:
„Eltern, die es sich leisten können, wählen eine Privatschule, um sicher zu gehen, dass der Anteil von Schülern mit “Migrationshintergrund” in der Klasse ihrer Kinder nicht zu hoch ist. Das ist verlogen und trägt dazu bei, die im Ansatz ohnehin schon vorhandene Ghettoisierung von Ausländern, oder Deutschen mit “Migrationshintergrund”, zu verschärfen.“
Was sollte daran verlogen sein, wenn ich explizit drauf hinweise, das genau das einer meiner Gründe ist?
Und verlogen ist allenfalls das ständige Leugnen der Probleme und das Schuld-zuschieben an die Eltern, während gleichzeitig keinerlei Maßnahmen getroffen werden, die diese „Schulflucht“ eben verhindern könnten.
Verlogen ist das „Ihr müßt Eure Kinder opfern, damit wir so tun können, als sei alles in Ordnung.“ Getue.
Vielleicht sollte man mal einfach nicht mehr so tun, als wäre das Symptom (die Schulflucht) die Ursache. Eltern zahlen auch nicht gerne jeden Monat 400++ Euro Schulgeld und nehmen längere Wege auf sich, wenn sie es nicht für dringend notwendig hielten.
Andreas Lichte
21. Mai 2010 at 11:02
@ Martin
Sie schreiben: „Verlogen ist das »Ihr müßt Eure Kinder opfern, damit wir so tun können, als sei alles in Ordnung.« Getue.“
Gefallen Sie sich in der Opferrolle?
Ich finde alles, was Sie schreiben, verlogen. Das Abwälzen jeglicher Verantwortung auf andere, verbunden mit einem pseudo-souveränen: „Ich sprech doch nur aus, was jeder denkt!“
Vielleicht finde ich Sie so verlogen, weil ich selber zur „Überfremdung“ der Bundesrepublik Deutschland beigetragen habe: Meinetwegen gibt es 2 Ausländerinnen mehr, die jetzt hier leben. Und die haben auch noch Kinder! … (nicht von mir)
Bin ich jetzt für Sie ein Täter?
Martin
21. Mai 2010 at 11:15
@Andreas Lichte: Ach bitte, sie geben doch nur typischen, wohlfeilen, selbstglorifizierenden Mumpitz von sich.
Ich sehe mich keineswegs in der Opferrolle.Aus der einfachen Tatsache, weil ich sie mir eben nicht zuschreibe. Ich wähle die mir offenen Optionen, eben dieser Rolle zu entgehen, in diesem Fall: Das suchen einer Privatschule.
„Ich finde alles, was Sie schreiben, verlogen.“
Das dürfte dran liegen, das sie an einem recht weit verbreiteten Symptom leiden: schlagen Sie mal Dunning-Kruger nach.
„Das Abwälzen jeglicher Verantwortung auf andere, “
Wie kommen Sie auf die absurde Idee? Mal ganz davon abgesehen, das sie etwas ganz Wesentliches vergessen: Verantwortung kann es nur geben, wo ensprechende Eingriffsmöglichkeiten gegeben sind. Wer Verantwortung übernehmen soll, muß die MIttel bekommen, diese wahrzunehmen.
Verantwortung kann ich nur für die Ausbildung meines Kindes übernehmen und das tue ich mit den Mitteln, die ich habe.
„verbunden mit einem pseudo-souveränen: „Ich sprech doch nur aus, was jeder denkt!“
Und nun dichten Sie mir auch noch was an, was nirgendwo in meinem Beitrag steht?
„Vielleicht finde ich Sie so verlogen, weil ich selber zur „Überfremdung“ der Bundesrepublik Deutschland beigetragen habe: Meinetwegen gibt es 2 Ausländerinnen mehr, die jetzt hier leben. Und die haben auch noch Kinder! … (nicht von mir)
“
Hurra, sie edler, guter, weltoffener Mensch! Sie Blüte einer freien Gesellschaft, gutherzig, offen und viel,viel besser als ich allböser „Ausländerfeind“.
„Bin ich jetzt für Sie ein Täter?“
Nein, nur ein selbstherrlicher, vor lauter eitler Selbstgerechtigkeit blinder Depp.
Andreas Lichte
21. Mai 2010 at 11:22
@ Martin
Sie schreiben: „schlagen Sie mal Dunning-Kruger nach.“
Hab ich gemacht: http://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt
„Dunning-Kruger-Effekt[1] (DKE) ist eine Form der kognitiven Verzerrung und beschreibt die Tendenz inkompetenter Menschen, das eigene Können zu überschätzen und die Leistungen kompetenterer Personen zu unterschätzen.“
Frage: Sind Sie die kompetentere Person?
Geben Sie doch mal Ihren vollen Namen an und Ihre Qualifikationen, damit wir Sie alle gebührend feiern können! Ihr letzter Kommentar ist wirklich preisverdächtig!
Martin
21. Mai 2010 at 11:32
Das mussten Sie nachschlagen? Ich dachte, das gehörte inzwischen zum Allgemeinwissen. Naja, ich hätte es mit denken können.
„Geben Sie doch mal Ihren vollen Namen an und Ihre Qualifikationen, “
Ach Herr Lichte, warum sollte ich denn etwas derar dummes tun? Wer im Internet seinen vollen Namen preisgibt, läuft doch Gefahr sich am Ende vor den Nachstellungen seiner Diskussionspartner nicht mehr retten zu können.
Ich lege nun wirklich keinen Wert drauf,im echten Leben von den Platitüden selbstverliebt-merkbefreiter Hypergutmenschis belästigt zu werden.
Andreas Lichte
21. Mai 2010 at 11:49
@ Martin
Martin schreibt: „Das mussten Sie nachschlagen? Ich dachte, das gehörte inzwischen zum Allgemeinwissen. Naja, ich hätte es mit denken können.“
Nein, das gehört nicht zum Allgemeinwissen. Das ist der eindeutige Beweis Ihrer geistigen Überlegenheit: Martin, Sie SIND „Elite“, schicken Sie Ihr Kind doch bitte auf die Waldorfschule, da passen Sie wunderbar rein.
Danke dafür, dass Sie die intro des „Feuerbringers“ so treffend bestätigt haben.
Ich befürchte, er muss den Brand aber auch noch auf die säkularen Privatschul-GmbHs ausweiten … Zitat Martin: „… in einer nicht-religiösen Privatschule unterzubringen.“
celine
21. Mai 2010 at 12:59
Danke für den großartigen Artikel, auch wenn er mir als ehemaligen Schüler einer Rudolf Steiner Schule(1. Klasse bis Abitur), eigentlich nur bestätigt, was ich im Grunde schon wusste, ist es doch immer schön sein Wissen bestätigt zu sehen.
Und so sehr dieser ganze esoterische Unterbau der Waldorfschulen auch zum kotzen anregt, muss man ihr zu gute halten, dass die Schüler nicht „missioniert“ und zu kleinen Anthroposophen erzogen werden. War zumindest bei mir so.
Größtenteils harmlos könnte man meinen, würden sich nicht ähnlich wie bei Religionen, auch sehr extreme Strömungen herausbilden, für die das Werk Rudolf Steiners praktisch unfehlbar ist.
Was die Finanzierung von privaten Schulen angeht, so spart der Staat, trotz der massiven Kostenübernahme, an jedem Schüler der auf eine Privatschule geht.
Da freie Schulen ja gewünscht sind, um eine Gleichschaltung der Bildung zu vermeiden, wäre es vielleicht sinnvoll diesen auch das gleiche Geld zukommen zu lassen wie staatlichen Schulen.
Dann wären sie weniger elitär, der Staat würde seine Einflussnahme nicht aus finanziellen Interessen selbst untergraben und der Qualität der Schulen würde es vermutlich auch gut tun.
Nur so eine Idee… ändert auch nichts daran, dass Anthroposophen sich mal eingestehen sollten, dass Rudolf Steiner ziemlich viel pseudointellektuellen, esoterischen Scheiß erzählt hat.
Andreas Lichte
21. Mai 2010 at 13:17
Hallo Celine,
du schreibst: „Was die Finanzierung von privaten Schulen angeht, so spart der Staat, trotz der massiven Kostenübernahme, an jedem Schüler der auf eine Privatschule geht.“
Ich denke, das ist nicht so eindeutig, wie es auf den ersten Blick erscheint: Es gibt auch eine indirekte Finanzierung der Waldorfschulen, z.B. durch Gelder aus der staatlichen Lotterie. Tauchen die überhaupt in den Statistiken auf?
Neulich bin ich noch mal über das Gelände der Rudolf Steiner Schule Berlin gegangen: Heile Welt (die Masern sieht man nicht), alles nur vom Feinsten. Der Neubau gibt sich betont bescheiden, war aber extrem teuer, auch deshalb, weil die Waldorfschule das Recht brach, und die Nachbarn entschädigen musste:
http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Detlef_Hardorp
„(…) Berlin-Zehlendorf: Auch in den Bauskandal um die Zehlendorfer Waldorfschule ist [Dr. Detlef] Hardorp verwickelt. Um den Neubau der Schule hat sich ein juristisches Tauziehen entwickelt, ausgelöst durch die Weigerung der Schule, einen schriftlich fixierten Vergleich mit den Anwohnern einzuhalten. [3] Der BGH bezeichnet die Rechtsauffassung der Waldorfschule als „bemerkenswert fernliegend“.[4] Erst durch Vermittlung des ehemaligen Berliner Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen und mit viel Geld konnte der Abriss abgewendet werden.[5] (…)“
Woher kommt all das Geld?
celine
21. Mai 2010 at 14:31
Es kann schon sehr gut sein dass Du recht hast, die entscheidende Frage für einen Bildungspolitiker wird aber vermutlich sein, ob das in seinem Budget auftaucht.
„Woher kommt all das Geld?“
Gute Frage, ich habe leider keine Antwort.
derautor
21. Mai 2010 at 13:34
@Andreas und Martin: Wie hoch der Ausländeranteil ist, hängt ganz vom Einzelfall ab. Wenn er zu hoch ist, ergeben sich natürlich schon Probleme, zum Beispiel, wenn die Ausländer (und das ist bei vielen Türken der Fall, siehe „Muslime in Deutschland“-Studie von der Islamkonferenz) gar nicht richtig deutsch sprechen. Wenn man einer Klasse mit 80% Türken erstmal deutsch beibringen muss, dann werden die 20% dadurch aufgehalten, die in Deutschland geboren wurden. Zudem führt das auch zur Ghettoisierung und zum Ausschluss der deutschen Kinder. Ist doch klar. Das muss nicht unbedingt was mit Rassismus zu tun haben.
Andererseits wäre es offensichtlich falsch, prinzipiell Ausländer zu vermeiden. Da muss man schon jeweils genau hinsehen, wie die Lage an der jeweiligen Schule ist.
Meine Kritik richtet sich gegen die Politik, die Privatschulen fördert und dadurch solche Probleme durch zu hohe Anteile ungebildeter Türken an staatlichen Schulen erst erzeugt oder verschärft.
Andreas Lichte
21. Mai 2010 at 13:45
@ derautor
Natürlich habe ich Verständnis dafür, dass man für seine Kinder keine Schule mit „80% Türken“ will, würde ich auch nicht wollen. Aber schau dir doch noch mal die im Artikel genannten Zahlen für die Waldorfschule an:
– staatliche Grundschule: 22,6 %
– Waldorfschule: 2,8 %
Die Waldorfschule, die deutscheste aller Schulen?
Wenn du dann auch noch Steiner im „Hinterhirn“ hast, schaffst du es nicht mehr bis zum Klo:
…………………………………….
Rudolf Steiner und die Schwarzen (Gelben, Weissen)
„Wenden wir das auf den Menschen selber im Weltenraum an. Sehen wir uns zunächst die Schwarzen in Afrika an. Diese Schwarzen in Afrika haben die Eigentümlichkeit, daß sie alles Licht und alle Wärme vom Weltenraum aufsaugen. Sie nehmen das auf. Und dieses Licht und diese Wärme im Weltenraum, die kann nicht durch den ganzen Körper durchgehen, weil ja der Mensch immer ein Mensch ist, selbst wenn er ein Schwarzer ist. Es geht nicht durch den ganzen Körper durch, sondern hält sich an die Oberfläche der Haut, und da wird die Haut dann selber schwarz.
So daß also ein Schwarzer in Afrika ein Mensch ist, der möglichst viel Wärme und Licht vom Weltenraum aufsaugt und in sich verarbeitet. Dadurch, daß er das tut, wirken über den ganzen Menschen hin die Kräfte des Weltenalls so. (Es wird gezeichnet.) Überall nimmt er Licht und Wärme auf, überall. Das verarbeitet er in sich selber. Da muß etwas da sein, was ihm hilft bei diesem Verarbeiten. Nun, sehen Sie, das, was ihm da hilft beim Verarbeiten, das ist namentlich sein Hinterhirn. Beim Neger ist daher das Hinterhirn besonders ausgebildet. Das geht durch das Rückenmark. Und das kann alles das, was da im Menschen ist an Licht und Wärme, verarbeiten. Daher ist beim Neger namentlich alles das, was mit dem Körper und mit dem Stoffwechsel zusammen hängt, lebhaft ausgebildet. Er hat, wie man sagt, ein starkes Triebleben, Instinktleben. Der Neger hat also ein starkes Triebleben. Und weil er eigentlich das Sonnige, Licht und Wärme, da an der Körperoberfläche in seiner Haut hat, geht sein ganzer Stoffwechsel so vor sich, wie wenn in seinem Innern von der Sonne selber gekocht würde. Daher kommt sein Triebleben. Im Neger wird da drinnen fortwährend richtig gekocht, und dasjenige, was dieses Feuer schürt, das ist das Hinterhirn.
(…) Auf der einen Seite hat man die schwarze Rasse, die am meisten irdisch ist. Wenn sie nach Westen geht, stirbt sie aus. Man hat die gelbe Rasse, die mitten zwischen Erde und Weltenall ist. Wenn sie nach Osten geht, wird sie braun, gliedert sich zu viel dem Weltenall an, stirbt aus. Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.“
Rudolf Steiner, „Vom Lebens des Menschen und Erde – Über das Wesen des Christentums“, GA 349, S. 49ff
Der gesamte Vortrag: http://fvn-rs.net/index.php?option=com_content&view=article&id=3709:dritter-vortrag-dornach-3-maerz-1923&catid=247:ga-349-vom-lebens-des-menschen-und-erde-&Itemid=19
derautor
21. Mai 2010 at 13:49
In der staatlichen Brüder-Grimm-Schule im niedersächsischen Lohne liegt der Migrantenanteil bei 84%. Sowas gibt es.
Andreas Lichte
21. Mai 2010 at 14:01
… ein Grund mehr für Fussnote viii? Hier die extended version:
http://www.neue-oz.de/_archiv/noz_print/osnabruecker_land/2010/05/7-lk-9-wulffevinghausen.html
„Als Impulsgeber für alles, was wir an unseren Schulen brauchen, hat Ministerpräsident Christian Wulff die Waldorfschulen bezeichnet. Bei einem Besuch in der Freien Waldorfschule im Bramscher Ortsteil Evinghausen lobte der CDU-Politiker besonders die enge Verbindung von Kreativität, intellektueller und praktischer Bildung in der Pädagogik nach Rudolf Steiner. Die Schule in Evinghausen wird in diesem Jahr 40 Jahre alt (…)
Dass dem Land die Förderung freier Schulen ein wichtiges Anliegen sei, belege schon, dass die Fördermittel innerhalb weniger Jahre von 180 auf rund 270 Millionen Euro angestiegen seien.
(…) Wulffs Visite in Evinghausen war allerdings nicht nur dem Jubiläum geschuldet, auch der im vergangenen Jahr fertiggestellte Anbau für das Ganztagsangebot war nicht der einzige Besuchsgrund. Vielmehr verbinden ihn persönliche Beziehungen mit der Schule im idyllischen Bramscher Hügelland. Ein Onkel des Unionspolitikers, der Fabrikant Günther Wulff, gehörte zu den Gründervätern der Evinghausener Schule. Der Anthroposophie eng verbunden, ermöglichte er im Jahre 1970 mit einem beträchtlichen Teil seines Vermögens erst die Gründung der Einrichtung (…)“
Andreas Lichte
21. Mai 2010 at 13:53
@ derautor
und jetzt auch mal die „positive Seite“:
Ich hab versucht, XinYing im China-Imbiss Deutsch beizubringen. Man lacht ja nur darüber, wenn Chinesen kein „R“ sprechen können, nur ein „L“ dabei herauskommt … aber versuch mal, dass jemandem zu erklären. Ich hab mich gefragt:
„Was ist kinderleicht? Was kann jeder?“
und:
„XinYings »R« hört sich wie »L« an – na, dann fangen wir doch mal mit dem »L« an …“
damit: http://www.youtube.com/watch?v=u1_hoHAH2nE&feature=related
soll heissen: Dabei lernt man selber dazu. Die CHANCE sollten auch Kinder haben.