In einem Gespräch mit Andreas Müller gehe ich der Frage auf den Grund, ob das Böse existiert, was das ist, und was die Leute glauben, was das ist. Er vertritt eine Gegenposition zu der im Buch Jenseits von Gut und Böse von Michael Schmidt-Salomon.
Feuerbringer: Andreas, der Philosoph Michael Schmidt-Salomon bestreitet in seinem Buch Jenseits von Gut und Böse die Existenz des Bösen und er zeigt die schrecklichen Konsequenzen der Verteufelung von Menschen auf. Du dagegen glaubst, dass das Böse existiert?
Andreas: Klar.
Feuerbringer: Kritiker merken an, dass du mal wieder gar nicht weißt, wovon du redest, und dass du trotzdem deine lautstarke Meinung verkünden musst…
Andreas: Ich habe durchaus ein paar Argumente auf Lager, warum das Böse existiert und warum es von Vorteil für die Menschen ist, daran zu glauben.
Feuerbringer: Welche sollen das sein?
Andreas: Ich denke zunächst einmal, dass normale Menschen unter dem Bösen etwas anderes verstehen als das metaphysische Böse.
Michael Schmidt-Salomon gibt keine eindeutige Definition des Bösen, aber der folgende Satz aus seinem Buch kommt einer solchen am nächsten:
Die Fiktion <des Bösen> reduziert die komplexen Ursachen der Entstehung von Übeln auf die Wirkmacht einer einzigen diabolischen Kraft, konstruiert Zusammenhänge, wo keine vorhanden sind, und schafft so den Nährboden für Verschwörungstheorien jeglicher Art. (S. 32)
Sehen wir uns einmal an, wie “böse” im Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache definiert wird – das DWDS ist eines der Wörterbücher, die Sprachwissenschaftler verwenden, und das den tatsächlichen, umfangreich belegten Gebrauch von geschriebener und gesprochener Sprache darstellt. Dort heißt es zum Adjektiv “böse”:
1. schlimm, schlecht, Ggs. gut
a) sittlich schlecht, seine Mitmenschen schädigend
b) Übles verursachend, Unheil bringend
c) widerwärtig, unschön: ein b. Wetter heute!
d) krank, entzündet: ein b. Finger
2. aufgebracht, wütend
3. umg. /dient als Verstärkung/ groß: jmdn. in b. Verlegenheit bringen
Hier ist keine Rede von einer bösen Kraft oder von einem metaphysischen Bösen. Die Deutschen verstehen unter “böse” ein Verhalten, das Menschen schädigt. Die Amerikaner sehen das weitgehend ebenso. Im Webster-Dictionary – das US-amerikanische Wörterbuch schlechtin – lesen wir folgende Definitionen:
1 a : morally reprehensible : sinful, wicked <an evil impulse> b : arising from actual or imputed bad character or conduct <a person of evil reputation>
2 a archaic : inferior b : causing discomfort or repulsion : offensive <an evil odor> c : disagreeable <woke late and in an evil temper>
3 a : causing harm : pernicious <the evil institution of slavery> b : marked by misfortune : unlucky
Auch hier haben wir es mit einem Verhalten zu tun, das Menschen schadet. Sogar” sinful” bedeutet in der Praxis moralisch abstoßend und muss nichts mit religiösen Doktrinen zu tun haben. Erst beim Substantiv werden wir fündig:
1 a : the fact of suffering, misfortune, and wrongdoing b : a cosmic evil force
2 : something that brings sorrow, distress, or calamity
Und selbst hier ist die “kosmische böse Kraft” nur eine Nebenbedeutung. Die Hauptbedeutung lautet “Die Tatsache des Leidens, Unglücks und Verbrechen”. Die zweite Wortbedeutung ist ebenfalls rein säkular: “etwas, das Leid, Elend oder Unheil auslöst”.
Feuerbringer: Michael Schmidt-Salomon sagt ja auch, dass er sich auf die Vorstellungen von religiösen Apokalyptikern bezieht. Auf S. 29 heißt es: “Im säkularisierten Europa sind derartige Vorstellungen (noch?) nicht allzu stark verbreitet. In den USA, weiten Teilen Südamerikas, Afrikas und auch des Nahen Ostens sind apokalpytische Denkmuster dieser Art jedoch von großer Bedeutung.”
Andreas: Das entspricht durchaus der Faktenlage, wie sie mir bekannt ist. Gerade in der Dritten Welt entwickelt sich ein mittelalterliches Christentum der schlimmsten Sorte. Doch stets, wenn Schmidt-Salomon versucht zu argumentieren, dass diese apokalyptische Denke auch hier in Deutschland verbreitet ist, wird es anektdotisch und weit hergeholt. Er erwähnt als Beispiele Filme wie Star Wars, Harry Potter und Herr der Ringe, was ich absurd finde (erst recht, da Herr der Ringe, das einzige akkurate Beispiel, ursprünglich gar nicht aus unserer Zeit stammt).
Er nennt auch einen Spiegel-Bericht mit der aufmerksamkeitsheischenden Schlagzeile “Das Böse nebenan” über Josef Fritzl, der seine Tochter jahrelang eingesperrt hatte. Außerdem zitiert er einen Artikel aus der Zeit mit dem Titel “Wie das Böse nach Tessin kam” über einen jugendlichen Mörder. Das reicht nicht, bei weitem nicht. Er bräuchte allermindestens Umfragen oder wissenschaftliche Untersuchungen anderer Art, zum Beispiel über den tatsächlichen Sprachgebrauch (die es gibt und die etwas anderes zeigen). Nach allem, was wir wissen, glauben die meisten Deutschen nicht an eine kosmische böse Kraft.
Entsprechend fände ich es durchaus sinnvoll, wenn er in Amerika, Afrika und im Nahen Osten durch die Lande ziehen würde, um die Menschen zu überzeugen, dass es keine böse Kraft gibt. Ebenso könnte er hier in Deutschland vor der Gefahr des religiösen Fanatismus aus diesen Regionen warnen. Aber tatsächlich versucht er die Menschen in Deutschland von der Nichtexistenz des metaphysischen Bösen zu überzeugen – an die sie ohnehin nicht glauben. Das ist bestenfalls Zeitverschwendung.
Feuerbringer: Aber du sagst ja noch mehr als das, du sagst, dass wir an das Böse glauben sollten!
Andreas: Ja, aber nicht an das metaphysische Böse! Das ist eine lächerliche Vorstellung. Wir sollten an das glauben, was normale Menschen unter dem “Bösen” verstehen: Etwas, das Menschen schadet. In diesem Kontext ist vor allem das moralisch böse relevant: Ein Verhalten, das Menschen schadet; das ihr Glück reduziert. Ich glaube auch an das absolut Böse: Ein Verhalten, das Menschen schadet, ohne dass es demjenigen nützt, der es ausübt. Das Gute ist das, was zu unserem Glück beiträgt. Mit “Glück” meine ich Erfüllung, Wohlbefinden und anhaltende Freude. Das ist auch die Art und Weise, wie säkulare Denker wie Terry Eagleton, Richard Carrier und Christopher Hitchens diese Begriffe verstehen.
Feuerbringer: Gut, natürlich kann man das Böse so definieren, dass man den Begriff weiterhin verwenden kann und vielleicht wird der Begriff in westlichen Ländern tatsächlich weitgehend so gebraucht. Aber verstärkt es nicht den Hass und die Feindschaftlichkeit, wenn man Menschen in Gut und Böse einteilt?
Andreas: Das will ich doch hoffen.
Feuerbringer: Wie bitte?
Andreas: Ich denke, dass wir in Deutschland genau das gegenteilige Problem haben: Die Menschen, inbesondere in den Medien und im akademischen Bereich, aber sogar in Polizei und Kriminalbehörden, neigen zum Relativismus und zu Verharmlosungen. Henryk Broder zeigt dies an einigen schrecklichen Beispielen in seinem Buch Kritik der reinen Toleranz auf: Terroristen werden zu “Widerstandskämpfern” erklärt, die Polizei rät explizit von Zivilcourage ab, Gewalttäter werden einfach wieder freigelassen.
Ein Fall, der mich besonders schockiert hat: In einer Berliner Straßenbahn schlagen zwei Brüder im Alter von 16 und 23 Jahren einen Fahrgast zusammen. Nur einer greift ein und fordert die Täter auf, von ihrem Verhalten abzulassen. Einer der Brüder tritt ihn zu Boden, dann malträtierten ihn die beiden mit Fußtritten. An der nächsten Haltestelle flüchten sie. Sie werden festgenommen und gleich wieder freigelassen. Angeblich liegen für einen Haftbefehl keine ausreichenden Gründe vor (vgl. S. 40 in Broders Buch).
Wir wären sehr viel besser dran, wenn wir ein solches Verhalten eindeutig als “böse” bezeichnen und es bekämpfen würden! Wir haben allen Grund dazu, unethisch handelnden Menschen feindschaftlich gegenüberzustehen, weil sie unser Überleben, unser Glück und jene, die wir lieben, gefährden.
Feuerbringer: Wenn es keinen freien Willen gibt, so argumentiert Schmidt-Salomon, können wir auch niemanden moralisch verurteilen.
Andreas: Ich habe bereits erfolglos versucht zu erklären, warum dies nichts mit dem freien Willen zu tun hat. Was bedeutet überhaupt “moralisch verurteilen”? Das kann logischerweise doch nur bedeuten, dass wir eine bestimmte Person dafür verurteilen, dass sie anderen Schaden zugefügt hat. Ich sehe nicht, wo die Verbindung zur Willensfreiheits-Debatte liegen sollte.
Feuerbringer: Aber es ist doch keine Lösung, Menschen einfach feindschaftlich gegenüberzustehen!
Andreas: Natürlich nicht. Aber aus dieser Geisteshaltung ergibt sich eine Lösung. Woher soll unsere Motivation denn kommen, Gewalttäter zu verfolgen, wenn wir sie nicht einmal mehr “böse” nennen und moralisch verurteilen dürfen?
Feuerbringer: Man kann dies aus rationalen Erwägungen tun.
Andreas: Wir wissen inzwischen, dass wir ohne Emotionen nicht in der Lage sind, Entscheidugen zu treffen, noch haben wir eine Motivation, über ein Problem nachzudenken, wenn unsere Gefühle uns nicht dazu bewegen.
Feuerbringer: Trotzdem kann der Gut/Böse-Dualismus zu unnötigen Konflikten, sogar Kriegen führen, die man andernfalls diplomatisch hätte lösen können.
Andreas: Das stimmt. Aber leider kann auch das Gegenteil der Fall sein. Angesichts der aktuellen Weltlage – ja, gerade aufgrund der Bedrohung durch gefährliche apokalyptische Gruppierungen und sogar Staaten – sollten wir eine starke, eindeutige Position beziehen.
Feuerbringer: Also stimmst du überein mit Begriffen wie “Die Achse des Bösen”?
Andreas: So ist es. Sieht man sich die Regime an, die mit dem Begriff tituliert wurden, sehe ich nicht, wie man dem widersprechen kann – wenn man nicht selbst eine zu hohe Dosis Toleranz und Relativismus intus hat. Nordkorea, Iran und Irak sind oder waren Tyranneien der schlimmsten Sorte. Ihre Bezeichnung als “Achse des Bösen” hat dabei geholfen, sie zu bekämpfen. Wir sind die freie Welt und wir wissen, dass unsere Art zu leben die Menschen weitaus eher in die Lage versetzt, ein glückliches Leben zu führen, als es linke, rechte oder religiöse Regime tun.
Feuerbringer: Also sollten wir noch mehr Kriege anfangen?
Andreas: Wir haben den Irak-Krieg nicht angefangen, sondern Saddam Hussein mit seinem Verstoß gegen alle UN-Resolutionen. Den Iran-Krieg wird der Iran beginnen, weil er nicht gewillt ist, sein Atomwaffenprojekt einzustellen. Nordkorea droht uns immer wieder mit seinen Atombombentests und stellt Forderungen an den Westen. Bislang haben wir diese Forderungen immer erfüllt, aber das kann nicht ewig so weitergehen. Die korrekte Feststellung von Schmidt-Salomon, dass wir von apokalyptischen Fanatikern bedroht werden, die nicht mit sich verhandeln lassen, kann als Folge nicht größere Toleranz unsererseits bedeuten. Die Toleranz der Intoleranten wäre unser Untergang. Also lassen wir das.
Feuerbringer: Danke für das Gespräch.
(Anm: Ja, ich weiß. Ich habe schon wieder mit mir selber geredet. Aber das ist eine ganz typische Herangehensweise für Aufklärer: Christoph Martin Wieland redet in fast allen seinen Büchern anhand fiktiver Charaktere mit sich selber, ebenso Leibniz, der sein literarisches Gegenstück “Theophilus” nannte. Wenigstens gebe ich mir keine albernen Namen.)










Bebu
21. April 2010 at 01:23
Hmmmm… ich weiß nicht so recht, was ich dazu sagen soll.
Ich würde vielleicht statt dem Wort “böse” nach einer Alternative suchen, die deine Absichten für eine Verwendung erfüllt, gleichzeitig aber nicht mit dem metaphysischen Bösen verwechselt oder in einen Topf geworfen werden kann.
Der mit dem Glauben tanzt
21. April 2010 at 07:11
Warum sollte man ein anderes Wort finden? Die Hauptsache ist doch, dass wir das metaphysische Böse ablehnen sollten, was aber kein Grund ist, das Wort “böse” abzulegen.
Vielleicht ein schlechtes, aber ein Beispiel ist es, dass wir das wort “Führer” (Reiseführer, Fremdenführer) noch verwenden, obwohl es “blastet” ist.
Bebu
21. April 2010 at 09:32
Es geht nicht darum, ob das Wort belastet ist. Sowas ist mir scheissegal. Sondern darum, dass man sich möglichst eindeutig ausdrückt.
Das Wort “böse” ist da leider nicht eindeutig. Ähnlich wie das Wort “Geist” in der Philosophie ist es mir zu mehrdeutig. Deshalb würde ich versuchen eine Alternative zu verwenden.
Stefan
21. April 2010 at 07:45
Das ist eine komische Diskussion. MSS definiert in seinem Buch, was er im Folgendem unter Böse verstehen will und warum er meint, dass das kein nützliches Konstrukt ist und die Welt ohne dem besser wäre. Dann kommt Andreas und sagt, dass im Wörterbuch aber unter Böses etwas anderes verstanden wird, bzw. es noch eine andere Bedeutung des Wortes gibt und in diesem Sinne könne man das Wort durchaus verwenden. So weit so trivial und viel tiefsinniger wird das ganze fiktionale Gespräch leider nicht. Die Lektüre von MSS ist da deutlich gewinnbringender.
derautor
21. April 2010 at 11:08
Das stimmt ja gerade nicht. MSS kutschiert in Deutschland herum und versucht hier in Vorträgen, die Menschen von einer mittelalterlichen Idee abzubringen, die keiner vertritt.
Dass eine böse kosmische Kraft nicht existiert, ist völlig offensichtlich. Man müsste schon ein Verrückter oder ein Idiot sein, um das anders wahrzunehmen.
Lukian
21. April 2010 at 07:52
Danke. Das Wort böse funktioniert.
Das Beispiel mit den Prüglern finde ich sehr illustrativ. Man kann das Vorgehen der Prügler als böse bezeichnen, wegen der Intention, der Handlung und der Wirkung.
Dass man die nicht einlocht sondern bis zur Verhandlung freilässt, hat eine völlig irrige Wirkung, denn als Primat denkt man dann je nu, war nicht so schlimm. Vor lauter Umdefinition des Bösen fördert die Gesellschaft so das (konkrete) Böse.
neglectable
21. April 2010 at 08:13
Soso, Feuerbringer, Du gibst Dir also keine albernen Namen?
Erlaube mir, ebenso in philosophisch-provokanter Weise gegen Andreas zu argumentieren:
Im Gegensatz zum metaphysischen, vergleichsweise klaren “Bösen” ist doch die Einschätzung, wann etwas, eine Tat, ein Vorgang “böse” ist, zwangsläufig eine subjektive, relativistische. Sie ist definiert von der Gegensätzlichkeit der Weltbilder. Beispiele sind dafür die Beurteilung von Hedge-Fonds-Managern oder Politikern, von wahlweise Taliban oder ISAF-Soldaten (“..sind Mörder”) uva. Soweit sind wir uns also einig, daß diese Urteile im Kontext der individuellen Moral erscheinen. Nicht soviel anders ist es mit dem metaphysischen “Bösen” bestellt, nur eben nicht so individuell. Hier ist der kulturelle Kontext entscheidend für die Beurteilung. Nun, das macht es aber nicht besser! Denn dadurch entscheiden vergleichsweise dogmatische Moralführerschaften über die Beurteilung. Das “Problem” wird also nur von Individuen unterschiedlichster Moral auf die gesellschaftliche Ebene Ethik verschoben.
Hinsichtlich der Motivation zu edlem Handeln wirst Du recht behalten: je klarer die Aussage “das ist böse” formuliert ist, desto einfacher erscheint “gutes Handeln” – egal auf welcher Ebene. Für eine philosophische Beurteilung reicht es aber nicht. Dazu ist meines Erachtens eine Abkehr von diesen Schemata notwendig. Überspitzt gesagt ist doch “Toleranz” nur eine Akzeptanz oder Ignoranz der als “schlecht” erachteten Eigenschaften von etwas, jemandem oder einem Vorgang, einer Meinung. Philosophisch rate ich daher dringend von der Abkehr von Bewertungen überhaupt! Ja, das ist in der Tat die komplette Umkehr Deines Ansatzes in puren Existenzialismus.
Man mache sich frei von wertendem Firlefanz. Ohne Wertung keine Gegensätze, ohne Gegensätze kein “Böses”. Das Böse kann mithin wegdefiniert werden. Das Gute bleibt dabei natürlich auch auf der Strecke.
Lukian
21. April 2010 at 09:46
Die Prügler und deren Tat sind also auch nicht böse? Man hat ohne das Wort einfach länger, denselben Tatbestand zu beschreiben.
neglectable
21. April 2010 at 10:08
Philosophisch betrachtet: genau. Diese Leute sind. Punkt. Du reduzierst sie. Wer sagt, daß es sich nicht um liebevolle, gutmeinende … usw. Menschen handelt? Meinem Vater ist auch ein paarmal die Hand ausgerutscht und meinem damaligen Vize-Direktor ebenfalls (vgl. hier). Man kann nun die Welt schwarz-weiß malen, dann ist mein Vater “böse”. Ich halte das für völlig absurd – und das als “Opfer”, das etwa auch meinem Vize-Direx viel verdankt. Aber diese Dinge sind natürlich viel zu kompliziert, um wahr zu sein, oder?
Lukian
21. April 2010 at 10:53
Ich reduziere nichts.
“und deren Tat”, schrieb ich, und das bewusst. Dass es bedenklich ist, Menschen als böse zu bezeichnen, gestehe ich zu. Wenn einer allerdings dauernd Borderline spielt, dann ist er böse, bis ihm das ausgetrieben wird.
An das absolute oder intrinsisch Böse glaube ich nicht, auch in einem Menschen nicht, aber ich kenne Leute, bei denen ich seit Jahren nur den Willen zum Bösen feststellen kann. Da brauche ich kein neues Wort zu erfinden. Die dürfen sich auch gerne ändern, dann werde ich das mit der zukommenden Skepsis beobachten.
Das Wort “böse” hat durchaus Gebrauchswert.
Lukian
21. April 2010 at 10:57
Und zur Klärung: Mit Prügler waren die Prügler im Artikel gemeint. Nicht irgendwelche Erzieher, die halt mal einem eine gewatscht haben, was ich im Sinne unserer äffischen Natur als manchmal durchaus zielführende erzieherische Massnahme sehe.
Bebu
21. April 2010 at 11:06
“Wer sagt, daß es sich nicht um liebevolle, gutmeinende … usw. Menschen handelt? ”
–> Wenn es um die hier geht:
“Ein Fall, der mich besonders schockiert hat: In einer Berliner Straßenbahn schlagen zwei Brüder im Alter von 16 und 23 Jahren einen Fahrgast zusammen. Nur einer greift ein und fordert die Täter auf, von ihrem Verhalten abzulassen. Einer der Brüder tritt ihn zu Boden, dann malträtierten ihn die beiden mit Fußtritten. An der nächsten Haltestelle flüchten sie. Sie werden festgenommen und gleich wieder freigelassen. Angeblich liegen für einen Haftbefehl keine ausreichenden Gründe vor (vgl. S. 40 in Broders Buch).”
Fällt es mir schwer in Betracht zu ziehen, dass es sich dabei um liebevolle und gutmeinende Menschen handelt.
Ehrlich gesagt interessiert mich das nicht mal. Mich interessiert nur, ob diese Menschen nochmal so handeln würden und vielmehr interessiert es mich, wie es den Opfern geht und warum man nicht aus reiner Prävention die Beschuldigten in Gewahrsam gehalten hat.
Wenn beides dann geklärt ist, kann man sich ansehen, ob die beiden Schläger jemals wieder resozialisiert werden können. Oder man sie nicht aus reiner Prävention dauerhaft wegsperren sollte. Wegsperren dabei natürlich unter menschenfreundlichen Bedingungen.
Auch kann man dann noch versuchen zu ergründen, wie diese Schläger zu Schlägern wurden und ob es möglich ist und im Rahmen begrenzter Ressourcen sinnvoll ist, die Entstehung weiterer Schläger zu verhindern.
neglectable
21. April 2010 at 11:08
Lukian, in Deinen Antworten beschreibst Du doch genau das Problem: wo ist die Grenze? Wer erklärt, was wann “böse” ist, wann sind’s nur “äffische Erzieher”, wann “Prügler” und Borderline-Spieler (ich kenne kein solches Spiel)? Eben: Im Endeffekt bist es DU, der das definiert. Du relativierst das dann vielleicht auf temporär, durch “deren Tat”, aber ändert das etwas?
neglectable
21. April 2010 at 12:05
Bebu, es handelt sich dabei doch um einen Straftatbestand (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-59673742.html). Die beiden werden für ihre Taten also gerichtlich verurteilt. Was Dich, Andreas und Broder (vielleicht berechtigterweise) erzürnt, ist der relativistische, praktische Umgang. Also geht’s garnicht um “böse”, sondern darum wie wir mit Subjekten umgehen, die der Gesellschaft schaden? Daß sie nicht hart genug bestraft werden? Warum, zum Geier, kann man das dann nicht so schreiben? Mir ging es um Wertung, nicht um Beurteilung.
Lukian
21. April 2010 at 13:04
@neglectable
Natürlich definiere ich, was böse ist, wer denn sonst?
Wenn du ohne das Wort auskommst, bitte.
Meine Beurteilung von Taten ist nun mal meine Beurteilung, schliesslich muss ich selber durchs Leben gehen und mich selber entscheiden, wem ich aus dem Weg gehe und wen ich gerne in der Nähe habe. Und wenn einer wiederholt etwas macht, das ich als böse einschätze, dann werde ich ihm aus dem Weg gehen.
Borderline ist kein Spiel. Google hilft.
Im übrigen verweise ich auf
21. April 2010 at 11:06 von Bebu
Lebrac
21. April 2010 at 08:14
Konrad Lorenz – Das sogenannte Böse
Steht zwar nicht mehr auf den Bestsellerlisten, ist aber immer noch sehr interessant.
derautor
21. April 2010 at 11:16
Die Hauptkritik an meinen Ausführungen scheint relativistisch zu sein. Andere Kulturen werden andere Phänomene als böse bezeichnen. Das stimmt aber nur sehr bedingt: Da wir Naturwesen sind, werden wir tendenziell das als böse bezeichnen, was uns Schaden zufügt.
Ich bin außerdem kein Relativist (sondern ethischer Realist) und sehe nicht recht ein, wie man einen relativistischen Humanismus überhaupt begründen kann. Wozu Menschenrechte vertreten, wenn jeder alles als “Menschenrechte” bezeichnen kann, was er will – wie die islamische (kairoer) Menschenrechtserklärung, die keine ist. Ebenso kann jemand Frauen, die lesen lernen, als “böse” bezeichnen – aber das ist nicht normal! Das tut nur jemand unter extremen Umweltbedingungen, wenn er nicht mehr klar denken kann.
Wenn jemand genug zu essen hat und ein funktionierendes Sozialleben, wenn die Ordnung in seinem Land funktioniert, wenn er normal tickt, dann wird er das als böse bezeichnen, was objektiv betrachtet böse ist: Das, was Menschen Schaden zufügt, was ihre Möglichkeit, ein glückliches Leben zu führen, einschränkt.
Bebu
21. April 2010 at 12:16
Wie genau kriegst du einen stark objektiven Zugang zur Realität? Wie begründest du die Autorität für deine Normen? Um z.B. das Wort “normal” im Zusammenhang “normal ticken” stark objektiv, also interpersonal verbindlich und einheitlich zu definieren?
Um es auf den Punkt zu bringen: Ich bin im Bereich der Metaethik ein Erkenntnisrelativist. D.h. ich halte es z.B. für unmöglich, dass wir einen stark objektiven Zugang zur Realität erhalten können, um in dieser Realität eine objektive Normenquelle zu erkennen von der wir objektive Normen erhalten können. Sollte es z.B. einen Gott oder dergleichen geben, der uns bestimmte Normen geben will, könnten wir sowas nicht mit 100%iger Sicherheit erkennen.
Wir können meines Erachtens die Welt nur schwach objektiv erkennen, indem wir unsere Sinneswahrnehmungen mit anderen vergleichen/abstimmen und die Welt außerhalb unser Sinneswahrnehmung mittels Theorie und Technik über Modelle erweitern. Aber dennoch können wir die Welt immer noch nicht vollkommen erschließen.
Auch bleibt immer noch die Möglichkeit bestehen, dass wir irgendeinem skeptischen Szenario ausgeliefert sind und die Welt an sich ganz anders ist.
Aus diesem erkenntnistheoretischen Problem heraus frage ich mich nun, wie du eine realistische Ethik aufstellen willst? Ich könnte es nicht, da oben beschriebene Punkte für mich dagegen sprechen.
D.h. aber nicht, um es nochmal zu betonen: D.H. ABER NICHT, dass ich ein ethischer Relativist bin. Ich vertrete eine Ethik, in der ich aufgrund der Erkenntnisproblmatik dazu gezwungen bin ab gewissen Punkten eine “metaphysische” Festlegung zu machen. So muss ich z.B. festlegen, dass ich dieses oder jedes utilitaristisches Prinzip verwende. Die Begründung für die Verwendung wird aber aufgrund meiner begrenzenten Denkleistung und Wahrnehmung ab einem gewissen Punkt scheitern bzw. abgebrochen werden müssen. Alternativ lande ich in einem infiniten Regress oder im Zirkel.
Das macht meine Ethik vielleicht auf den ersten Blick besonders angreifbar. Insbesondere von Seiten, die eine objektive Ethik über irgendeinen Offenbarungsgott verkünden. Aber in meinen Augen stimmt das nicht. Denn ich bin durch diesen Sachverhalt über die Schwächen meiner Ethik bewusst und kann daran arbeiten diese zu minimieren. Diejenigen, die einfach eine objektive Ethik behaupten, drücken sich dahingegen jedoch oft um den Nachweis ihrer objektiven Normenquelle, z.B. den Beweis ihres Offenbarungsgottes.
Aus dieser Ethik ist es mir deshalb auch möglich Dinge wie die Menschenrechte zu begründen und dann zu vertreten. Weil ich um die Erkenntnisproblematik weiß, ist es mir sogar möglich nachzuvollziehen, warum andere Menschen sich andere “Menschenrechte” ausdenken, um ihren absurden Normenquellen gerecht zu werden. Durch dieses Wissen kann ich dann, so denke ich zumindest, leichter nach Wegen suchen, um diese Menschen von meiner Ansicht zu Menschenrechten zu überzeugen.
Und zu guter Letzt noch eine Sache:
“Da wir Naturwesen sind, werden wir tendenziell das als böse bezeichnen, was uns Schaden zufügt.”
–> Nur empfinden wir alle dieselben Dinge als schadenzufügend? Wenn ich z.B. ein religiöser Fanatiker wäre, der seinen Gott für real hält und der keinen Spaß versteht, wenn es um Satire über diesen Gott geht, werde ich Satire gegen diesen Gott als Schaden empfinden und die Satire als böse bezeichnen. Deshalb würde ich dann nach einer Norm schreien, die solche “Schäden” verhindern soll.
Andere Menschen, die nicht unter dieser Gotteseinbildung leiden, würden so eine Norm hingegen ablehnen und diese Satire nicht als böse bezeichnen.
D.h. für mich, dass es zwischen den meisten Menschen eine Übereinstimmung über grundlegende, sehr allgemein gehaltene Dinge gibt, die sie als schädigend und dementsprechend als böse bezeichnen würden. Jedoch ist ihr Wertungsraster über alle möglichen, sprich denkbaren, Sachverhalte nicht deckungsgleich. Je detailierter der Sachverhalt wird, um so wahrscheinlich wird es, dass die Bewertung nicht einheitlich ist.
derautor
21. April 2010 at 12:24
Ich habe ja neulich auf ähnliche Weise den ethischen Realismus von Sam Harris kritisiert. Aber inzwischen habe ich mich näher damit befasst und denke, er hat recht. Man kann Ethik wissenschaftlich begründen. Ebenso wie bei jeder anderen Wissenschaft können wir uns nicht “absolut” sicher sein und festzustellen, was genau wann ethisch ist, ist schwierig. Aber darum nicht unmöglich. Ich empfehle vor allem Harris Verteidigung seiner TED-Rede:
http://www.project-reason.org/newsfeed/item/moral_confusion_in_the_name_of_science3/
Ich denke, dass wir außerdem den ethischen Realismus brauchen. Ein Relativismus ist nicht genug, um Werte zu begründen. Das siehst du ja an den Kommentaren hier. Andernfalls können wir mit Religionen nicht konkurrieren – und das aus guten Gründen.
Lukian
21. April 2010 at 13:42
Saddam Hussein war aber nicht böse, und hat auch nichts Böses gemacht, der hat bloss Dinge gemacht, die anderen nicht gepasst haben, und manchmal sind sie daran auch gestorben, aber das hat nichts mit Bösem zu tun.
*duckundwegrenn*
Der verlinkte Artikel ist im übrigen sehr lesenswert. Danke.
Dort ist die Rede vom wellbeing (Wohlbefinden?) als ein Mass für Beurteilungen, und ich denke das kann man noch erweitern mit dem Vertrauen:
Je mehr Vertrauen in einer Gesellschaft herrscht, desto besser. Zerstörung von Vertrauen ist schlecht, und wenn’s bewusst gemacht wird, böse: Es führt dazu, dass sich weniger Leute nachts durch die Stadt trauen, es führt dazu dass es mehr Polizei braucht, es führt dazu das auch Warenaustausch teuerer wird und das Leben generell unagenehmer und aufwendiger. Ein Mädchen, das zwangsverheiratet wird, bekommt auch sein Vertrauen zerstört. So lassen sich auch religiöse … kulturelle Taten beurteilen.
neglectable
21. April 2010 at 21:06
Danke für den Link. Die Ausführungen dort sind in der Tat sehr interessant. Ich bereite eine Antwort darauf vor, denn ich halte seine Ansichten für modern und gut verargumentiert – eine Herausforderung, da ich ihm nur bedingt zustimmen kann. Insbesondere die Quintessenz, Ethik wäre wissenschaftlich begründbar, mehr noch: definierbar, halte ich für philosophisch nicht haltbar.
Hinsichtlich des ethischen Realismus mache ich persönlich Konzessionen an die Praxis. Dies ist aber Politik, nicht Philosophie. Ich hoffe, das zeigen zu können.
Bis dahin bin ich ganz bei Bebus Antwort von 21.4./12:16h.
Uriel Sakarhim
21. April 2010 at 11:17
der irak hat den krieg angefangen?
die amerikaner haben also bloß als erste zurück geschossen?
dann wäre ein generalverdacht gegen alles und jeden ebenfalls im interesse der staatsräson, da menschen dauernd irgendetwas anstellen, was das StGB betrifft.
derautor
21. April 2010 at 11:23
Hussein hat hunderttausende Menschen ermordert, großteils seine eigene Bevölkerung; der Iran-Irak-Krieg, den er angefangen hat, forderte alleine eine Million Opfer. Und du meinst, man darf ihn nicht bekämpfen? Und das wäre nur “Verdacht”?
Wir wissen, dass er Double-Use-Facilities betrieb, die zur Entwicklung von chemischen und biologischen Waffen vorgesehen waren – wie er sie bereits eingesetzt hat, um die Kurden zu vergasen. Betriebsunfall?
Uriel Sakarhim
22. April 2010 at 15:19
Wer spricht von Betriebsunfall?
Und Iran-Irak-Krieg: Von mir aus.
Aber hat er direkt die USA angegriffen?
Wenn der Großangriff auf den Irak gerechtfertigt war, wo liegt dann das Problem, zuzugeben, daß er ihn incht angefangen, sondern, strenggenommen, provoziert hat? Und die Aliierten e i n m a l aus der Geschichte gelernt haben und Schluß war mit Appeasement.
Aber zu sagen, Hussein hätte den Irakkrieg angefangen, egal, auf wie spitzfindige weise, ist bloß rhetorik. wie gesagt: unter gleichem vorwand könnte man mich vor gericht stellen, weil ich die fähigkeiten zu einem verbrechen habe, und dann sagen, ich hätte den Prozeß begonnen.
BTW: bitte nicht wieder falsch verstehen: sofern ich mitglied einer vereinigung zu zwecke von verbrechen wäre, wäre das gerechtfertigt, vgl. “Sauerlandgruppe”, aber die haben sich ja auch nicht selber angezeigt.
Sithil
21. April 2010 at 16:35
Ich bestreite, dass es so etwas wie den “Willen zum
Bösen” gibt.
Es gibt nur den Willen zum Guten – der von den anderen Menschen allerdings als böse beurteilt wird.
Auch ein Mörder will nur sich selbst etwas Gutes tun – und sieht den Mord als geeignetes Mittel an, genauso wie ein Anderer z.B. eine Schweineschnitzel als geeignetes Mittel ansieht.
Bei Beiden kommen andere Lebewesen ums Leben, um das eigene Glück zu befriedigen.
Ersteres ist nur moralisch und ethisch extrem belastet – aber aufgrund welch “absoluter” Ursache soll man bestimmen können, dass es tatsächlich falsch ist? Warum ist das Leid eines Menschen mehr wert als das Leid einer Fliege? Weil das Wörterbuch das so definiert?
Außerdem fügen sich natürlich auch Menschen gegenseitig Leid zu – müssen sie sogar, sonst würden sie immer das Nachsehen haben und schlussendlich aussortiert werden – wo ist die Grenze des “Bösen”?
Aboslute Moral? Absurd.
Die Existenz eines absoluten Bösen (Ein Verhalten, das Menschen schadet, ohne dass es demjenigen nützt, der es ausübt.) halte ich noch für viel grotesker.
Das kommt bestenfalls in schwer Geisteskranken vor, und deren Zustand würde ich sicher nicht mit “böse” bewerten…
Und das finde ich besonders erschreckend:
“Andernfalls können wir mit Religionen nicht konkurrieren – und das aus guten Gründen.”
Mit der Religion konkurrieren? Ich will nicht mit der Religion konkurrieren. Ich will die Religion eliminieren.
Wenn du es für nötig hältst, Menschen eine absolute Ethik (die es gar nicht gibt) einzureden, um ihnen das Zusammenleben zu erleichtern und noch dazu mit Religionen konkurrieren willst, dann frag’ ich nur noch, welcher Name dir für deine neue gegründete Religion vorschwebt?
PS: Auch Hussein hatte gute Gründe für seine Taten – die uns natürlich “böse” vorkommen.
PlainCitizen
21. April 2010 at 17:06
Dazu einfach den vom autor verlinkten Artikel lesen. Der beantwortet das.
http://www.project-reason.org/newsfeed/item/moral_confusion_in_the_name_of_science3/
PlainCitizen
21. April 2010 at 17:09
“Die Existenz eines absoluten Bösen (Ein Verhalten, das Menschen schadet, ohne dass es demjenigen nützt, der es ausübt.) halte ich noch für viel grotesker.”
Die oben erwähnten Prügler zählen nicht dazu? Man kann tatsächlich alles relativieren. (Unter absolutem Bösen verstehe ich allerdings etwas anderes)
Sithil
21. April 2010 at 21:24
“Die oben erwähnten Prügler zählen nicht dazu?”
Kein Wesen auf diesem Planeten zählt dazu.
Niemand tut Dinge, die ihm selbst nichts nützen.
Wie soll das denn auch möglich sein?
derautor
21. April 2010 at 21:28
Ach ja, die wunderbare Theorie. Wie sie doch so gar nichts mit der Realität zu tun hat.
Was soll es den Islamisten bringen, Mädchen, die zur Schule gehen, Säure ins Gesicht zu schütten? Was bringt es Selbstmordattentätern und -täterinnen, sich in die Luft zu sprengen? (Längst nicht alle haben Familien, die dafür belohnt werden!).
Ich stimme dir aber insofern zu, als sie sicher glauben, diese Dinge würden ihnen etwas bringen. Manchmal kann man sein Lebensglück nur noch erhöhen, indem man sich in die Luft sprengt – denken die jedenfalls.
Sithil
21. April 2010 at 22:12
“Ich stimme dir aber insofern zu, als sie sicher glauben, diese Dinge würden ihnen etwas bringen.”
Ja, natürlich, etwas Anderes behaupte ich ja auch gar nicht.
Ob’s mir im Endeffekt objektiv was Gutes bringt, kann aber wohl kein Kriterium für Gut und Böse sein – sondern nur das Motiv der Handlung.
Wenn ich mich (mal als Beispiel) an ein Mädchen ranmache, dieses aber nur von mir genervt ist und mich verletzend abweist, dann hat es im Endeffekt allen Beteiligten nur Leid gebracht – obwohl ich genau das Gegenteil erreichen wollte.
Also eine böse Handlung…?
derautor
21. April 2010 at 22:25
Dann weißt du Bescheid, so schlimm ist das nicht.
Sarah Weiss
22. April 2010 at 05:18
Dear der erste Schritt zur Weisheit ist: Zu wissen was die Wahrheit ist. Der Zweite: zu definieren was falsch ist.