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Papst vergibt missbrauchten Kindern

28 Mrz

Papst Benedikt XVI (Foto: gemeinfrei)

VATIKAN – Papst Benedikt XVI. nannte die Vergebung “eines der Werte, die uns Jesus gelehrt hat” und sprach Kinder, die von Priestern missbraucht wurden, am Montag von allen Sünden frei.

“Obwohl schwerwiegende und schreckliche Sünden begangen wurden, lehrt uns der Herr, die andere Wange hinzuhalten und jenen zu vergeben, die sich an uns versündigten”, sagte der Papst, als er eine vorbereitete Erklärung auf dem Balkon verlas, der den Petersplatz überblickt. “Das ist der Grund, warum die Kirche trotz der schrecklichen Fehler, die begangen worden sind, weitergehen muss und den Kindern für ihre Untaten vergeben.”

“Wie Jesus sagte: ‚Jene, die ohne Schuld sind, mögen den ersten Stein werfen‘, fuhr der Papst fort. “Wir müssen diesen zehntausenden – vielleicht hunderttausenden – Kindern, deren sündige Wege so viele Kirchendiener zu lustvollen Verstößen gegen ihren heiligen zölibatären Schwur verführten, eine klare Botschaft schicken. Die Kirche vergibt ihnen für ihre Überschreitungen und sieht nicht mit Intoleranz auf sie herab, sondern mit Mitgefühl.”

Die päpstliche Erkläung erfolgt als Antwort auf die öffentliche Empörung über den Sex-Skandal, der die Kirche in den USA, in Irland, in Deutschland und in anderen Ländern heimsucht. Obwohl Beobachter feststellen, dass die offizielle Kirchendoktrin solche Übertretungen verurteilt, ist die Entscheidung des Papstes dazu gedacht, die Bereitschaft der Kirche zu demonstrieren, den Skandal hinter sich zu lassen und das öffentliche Vertrauen wieder herzustellen.

“Indem er diesen Kindern, vor allem kirchgängigen Jungen zwischen 5 und 15 Jahren, vergibt, hat der Papst wahre christliche Nächstenliebe gezeigt”, sagte Vater Thomas O’Malley, ein Mitglied der New Yorker Erzdiözese und einer der vielen Priester, denen sexuelle Aktivitäten mit Minderjährigen vorgeworfen werden. “Der Papst sagt, dass diese sündigen Kinder in ihrer eigenen Weise auch Opfer sind. Durch ihre Absolution schickt er die wichtige Botschaft, dass Empathie, was auch immer Neinsager und Kritiker in den säkularen Medien uns weismachen wollen, durchaus einen Platz im modernen Katholizismus hat.”

Die Massenabsolution wird von Kirchengelehrten als eine der progressivsten Handlungen des Vatikans seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil im Jahre 1962 gehandelt.

“Man kann die Bedeutung dieses Traditionsbruchs nicht genug betonen”, sagte der Laienverwalter Bruce McConnachie der Erzdiözese von Los Angeles. “Schließlich gilt der Akt der Priesterverführung laut Kirchendoktrin als schlimme Sünde gegen die Gesetze Gottes, strafbar durch Verbannung zur Hölle für alle Ewigkeit. Aber der Papst hat all dies beiseite gelassen. Was geschehen ist, ist geschehen. All diese unanständigen, sexy kleinen Jungs sollten dankbar sein. Obwohl diese Jungen so viel getan haben, um den zölibatären Priesterschwur zu unterwandern, verdienen sie immer noch Gottes Liebe.”

Margaret Leahy, 39, Mutter von einem der Verführer, drückte ihre Erleichterung über die Erklärung des Papstes aus.

“Monatelang befüchtete ich, dass mein Junge – wie Dutzende andere, die mit Vater Halloran sündige Taten vollbracht haben, bevor er vor weiterer Verführung durch ihre vorpupertären Hände in Sicherheit gebracht wurde, indem man ihn in eine andere Gemeinde versetzte – zur Hölle fahren würde für das, was er getan hat”, sagte Leahy. “Es ist eines der schrecklichsten Gefühle, die eine Mutter haben kann. Aber dank der Vergebung des Papstes ist dieser lange Albtraum endlich vorrüber. Er war zu der Zeit nur acht Jahre alt. Er wusste es nicht besser. Danke, Ihre Heiligkeit, dass Sie meinem kleinen Timothy eine zweite Chance zur Erlösung gegeben haben.”

Doch nicht jeder in der katholischen Kirche unterstützt die Erklärung des Papstes.

“Während die Pest des säkularen Humanismus unsere heiligen Institutionen abnagt, hat der Vatikan einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen”, sagte ein Priester aus Baltimore, der wegen eines drohenden Gerichtsprozesses anonym bleiben möchte. “Die Kirche sagt ihren jüngsten Mitgliedern mit der Erklärung des Papstes ‚Mach nur und fasse Vater So-und-So in seine Badehose bei der Jugendgruppen-Poolparty der Kirche. Es ist okay, der Papst wird dir am Ende vergeben.‘ Ohne die Furcht vor ewiger Verdammnis werden es diese jungen Schürzenjänger niemals lernen.”

Quelle: TheOnion.com, gekürzt und aktualisiert

 
28 Comments

Geschrieben von am 28. März 2010 in Politik, Religionskritik

 

28 Antworten zu Papst vergibt missbrauchten Kindern

  1. Nina

    28. März 2010 at 17:13

    Ach, wie leicht es doch ist, die Taten von anderen, die einen selbst nicht betreffen, so gütig zu vergeben. Lang lebe der Papst, der den Tätern so guten Gewissens vergibt und ihnen einen Platz im Himmel zusichert.

     
  2. Randifan

    28. März 2010 at 17:14

    Ich muss den Übersetzer fragen, ob er die geringste Ahnung hat, was die Onion News repräsentieren?
    http://de.wikipedia.org/wiki/The_Onion#Geschichte
    Glaubte er vielleicht die Onion News seien eine echtes Nachrichtenmagazin?
    Es gab schon Zeitungen, die dachten, die Onion News sei ein echtes Nachrichtenmagazin.
    In Bangladesch druckten 2 Zeitung eine Geschichte der Onion News, wo stand Verschwörungstheoretiker hätten Niel Amstrong überzeugt, er sei nie auf den Mond gelandet

     
    • Sithil

      28. März 2010 at 17:44

      “Glaubte er vielleicht die Onion News seien eine echtes Nachrichtenmagazin?”

      Oh, du lieber Himmel! Du hast ihn durchschaut! Aber bei so subtiler Satire kann man schon mal falsch liegen.
      Was wird jetzt nur aus meiner Babyschädel-Bestellung?

       
    • Randifan

      28. März 2010 at 21:00

      Der übersetzte Artikel ist ein alter Hut, die Onion News schrieb ihn vor vor über 8 Jahren.
      http://www.theonion.com/articles/pope-forgives-molested-children,101/

       
      • derautor

        28. März 2010 at 22:10

        Es interessiert mich weder, ob du zu wissen meinst, dass mir die Natur von The Onion nicht bekannt ist, noch, ob der Artikel vor acht Jahren publiziert wurde, da es offensichtlich ein aktuelles Thema ist.

         
      • Randifan

        28. März 2010 at 22:16

        Aber es wäre keine Überraschung wenn jemand den Artikel ernst nimmt und irgendeine Zeitung ihn morgen veröffentlicht. Das wäre eine großte Blamage.

         
      • derautor

        28. März 2010 at 22:30

        Für die Zeitung, nicht für mich. Ich habe dann etwas zu lachen, wenn selbst die großen Zeitungen ihre Quellen weder prüfen noch gegenprüfen (was Standard ist im Journalismus).

         
  3. Stefan

    28. März 2010 at 17:41

    Ich hatte jetzt echt gedacht, die Geschichte wäre echt, bis ich ganz unten die Quelle gesehen habe. :D
    Sooo abwegig ist sie immerhin nicht, oder? Zutrauen würde ich es dem Papst.

     
    • Lalenita

      29. März 2010 at 14:21

      Ich würde es der katholischen Kirche auf jeden Fall zutrauen. (Ich wurde erzkatholisch erzogen, ich weiß wovon ich rede.)

       
    • Nina

      29. März 2010 at 17:21

      Oh, ich auch… aber bis zur Quelle bin ich nicht gekommen. Darum blieb die Erkenntnis auf der Strecke.

       
    • PlainCitizen

      30. März 2010 at 09:20

      Mir ging’s genauso! :-)

       
      • Atheist

        16. April 2010 at 19:43

        Ich kannte TheOnion bis gerade nicht und dachte deshalb auch, der Artikel wäre echt. :D
        Aber an den Kommentaren habe ich dann gesehen, das dem nicht so ist. ;)

         
  4. Dan Patrascu

    28. März 2010 at 19:04

    Vergeben allein hilft nichts! Die Kirche muss auch etwas gegen diese Priester machen.

     
  5. Dan Patrascu

    28. März 2010 at 19:04

     
  6. Stefan Dewald

    28. März 2010 at 22:16

    Guten Tag,

    die Beispielgeschichte “linke Wange, rechte Wange” ist immer wieder falsch verstanden worden. Es geht hier lediglich um eine De-Aggressionsstrategie, wie sie in jedem Seminar für Telephontraining im Umgang mit Kundenbeschwerden erfolgt.

    1. Lass den Kunden ausreden (linke Wange)

    2. Höre ihm aktiv zu (rechte Wange)

    3. Danke ihm für die Meldung auf mögliche Fehler des Produkts (Ernst nehmen, Aggression auslaufen lassen)

    Ob das die “alten Griechen”, die von 100 – 300 CE die Texte geschrieben haben, die im NT zu finden sind (wo sind eigenlich die anderen 15 sog. Evangelien) von dieser aktuellen Psychologie so richtig Ahnung hatten, ist leider nicht mehr nachtvollziehbar.

    Aber gut ist die Idee schon:

    1. Es könnte sein, dass DU einen Fehler gemacht hast, also lass den Motzer bitte reden (linke Wange).

    2. Er wird DIR möglicherweise wichtige Informationen für deinen weiteren langfristigen Erfolg geben, also höre ihm aktiv zu (rechte Wange).

    3. Sag ihm DANKE für den Hinweis. Er wird wiederkommen.

    Merke: Mosernde Kunden sind wichtige Kunden, denn:

    1. Geben sie DIR möglicherweise wichtige Informationen und

    2. Sie kommen wieder zu dir – wenn sie das Gefühl mitnehmen können, ernstgenommen zu werden.

    Gruß

    Stefan

     
    • derautor

      28. März 2010 at 22:33

      In diesem Fall war die Annahme unberechtigt, dass ich nicht wüsste, was The Onion ist. Es war ja keine normale Frage, ob “er die geringste Ahnung hat”, sondern eine aggressiv formulierte Feststellung.

       
  7. Alexander

    29. März 2010 at 10:02

    So schnell macht man Täter zu Opfern. DAs darf doch alles nicht wahr sein! Und eine Mutter bedankt sich auch noch beim Pabst, dass ihr ach so schuldiger Sohn einen Priester verführt hat und dafür jetzt Absolution bekommt. Ich könnte kotzen.
    Gruß
    Alexander

     
    • Lalenita

      29. März 2010 at 14:17

      Öhm … ???
      Vielleicht nochmal lesen und Quelle beachten? ;)

       
    • trmmerlotti

      29. März 2010 at 16:02

      Ich kotze mit. Meine Zustimmung zu diesem Post. TL

       
    • Stefan

      1. April 2010 at 20:53

      …Das war jetzt wirklich keine Glanzleistung mein Freund XD

       
  8. afri-cola

    29. März 2010 at 14:28

    Kinder und Feuerbringer sind ohnehin nur Instrumente des Leibhaftigen:

    >>Der bekannte römische Exorzist Pater Gabriele Amorth ist fest davon überzeugt, dass die Angriffe auf Papst Benedikt im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen vom Teufel eingeflüstert worden sind. Der Teufel benütze auch Priester: “Er bekämpft die Kirche über die Männer der Kirche”, denn auch diese lebten in der Welt und könnten somit wie alle anderen den Versuchungen erliegen.<<
    http://kath.net/detail.php?id=26168

    Die Realität hat eine satirische Qualität erreicht, an die Satire kaum noch heranreicht…

     
  9. Aus dem Hollerbusch

    29. März 2010 at 21:04

    Der Arikel im Onion bezog sich auf Johannes Paul II. Oder eigentlich auch nicht, schließlich ist es Satire. Auch wenn viele Kommentatoren hier anscheinend nicht verstanden haben, dass das eine Satire ist, weil ihre eigenen Vorurteile zu groß (und ihre Nachrichtenquellen zu schlecht) sind, und sie daher alles für bare Münze nehmen, was ihr Feindbild schlecht ausschauen lässt.

     
  10. kikorangi

    30. März 2010 at 15:03

    … die Niedertracht in Person, er vergibt den Opfern …

     
  11. Pingback: Anonymous
  12. neglectable

    31. März 2010 at 00:19

    Tja, die Zwiebel ist schon was Lustiges. Dabei ist es nicht völlig überraschend, daß den Kindern zuerst vergeben wird. Der Mitgliederschwund dieser Glaubensgemeinschaft beweist das fehlende Vertrauen. Wie auch, hat doch die Unfehlbarkeit jetzt zwar die Kinder seelisch entlastet, aber den Juden immer noch nicht verziehen, was sie den Nazis angetan haben. Typisch, daß die wenigen kleinen Verführer Absolution erhalten, aber Juden weiterhin mit dem Stigma leben müssen, daß Millionen von Ihnen den Nationalsozialismus als Völkerselbstmord-Attentäter so in Verruf brachten. Sogar die Amerikaner haben schließlich Ihren indianischen Ureinwohnern mittlerweile verziehen, daß sie sich aus dubiosen ökologischen Gründen vor ihre Gewehre geworfen hatten und sich für die Sache zu Tausenden niedermetzeln ließen. Und sogar die Franzosen, laut Mark Twain schlimmer als die Kommantschen, stehen der Verschmutzung ihrer Böden durch das Blut der Hugenotten mittlerweile versöhnlicher gegenüber. Wurde denn eigentlich den Lutheranern vergeben? Es wird wirklich Zeit, daß der Täter gedacht wird.
    Das Ende des Sarkasmus ist erreicht! :P

     
  13. Dominic

    1. April 2010 at 18:18

    Das Original ist genial und die Uebersetzung auch :)
    Gut gemacht!

     
  14. edda

    4. April 2010 at 11:37

    Die Tatsache, dass viele Leser diesen Text nicht auf Anhieb als Satire verstanden haben, zeigt doch, wie das Vertrauen in die Vertreter Gottes auf Erden inzwischen auf einem Niveau angekommen ist, bei dem man denen alles zutraut.
    “Gott sei Dank” ist diese verderbte Institution heute nicht mehr in der Machtposition, Wahrheit, Kritiker und Gegner einfach zu verbrennen – so dass es jetzt hoffentlich einmal zu einer Aufarbeitung ihrer Greultaten kommt.

     
 
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