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Fundamentalistische Ingenieure II

15 Mrz

Vor einer Weile gab es hier einen Beitrag, in dem ich über den statistischen Zusammenhang zwischen religiösen Fundamentalismus und dem Ingenieursstudium geschrieben habe. Das wurde damals eher belächelt, aber nun hat sich ein fundamentalistischer Christ in diesem Thread gemeldet. Hier sein Kommentar:

Ano Nym schrieb:

Scheinbar bin ich die Zielscheibe des Threads. Also, ich bin strengläubiger Christ und studiere eine Ingenieurswissenschaft. Abschließen werde ich als Optotechnologe.

Bin ich deswegen ein potenzieller Bombenleger? Zugegeben, das Ingenieusstudium sagt mir gerade deswegen zu, weil es faktisch ist und es keine Meinungen gibt. Hier wird blanke Wahrheit in Naturwissenschaft und Technik gelehrt. Es gibt einfach keinen Grund zur Diskussion und das liebe ich so daran. Was mathematisch nicht korrekt ist, wird verworfen. Vor allem glaube ich an den einzigen Schöpfergott. Ingenieur kommt von ,,ingenium” – das Schöpferische. Ich sehe allerdings in meinem Leben nicht, was das mit Bomben o.ä. zu tun haben soll.

 
5 Comments

Geschrieben von am 15. März 2010 in Religionskritik, Technologie

 

5 Antworten zu Fundamentalistische Ingenieure II

  1. PlainCitizen

    15. März 2010 at 12:44

    Das ist ein Inschinör 2. Klasse – ein Anwender.

    Der Inschinör 1. Klasse ist ein kreativer Inschinör, eben wie Daniel Düsentrieb. Und der hat in der Regel auch noch ganz andere Interessen, zB Sprachen, Philosophie etc. Er nimmt die Wissenschaft als Mittel zum Gestalten.

     
  2. thogoen

    15. März 2010 at 13:25

    Für meine Begriffe sind fundamentalistische Gläubige aller Art zumindest in sofern intellektuelle Bombenleger oder Brandstifter, indem sie dazu neigen, gutgläubige Kinder zu indoktrinieren und sich zur Verbreitung ihrer “frohen Botschaft” Mitteln wie Höllendrohungen und sozialer Ausgrenzung bedienen. Herr Nym würde es vielleicht ganz gut tun, ein wenig über den Tellerrand seiner Zahlenlogik hinausschauen und auch mal ein Buch über Evolution zu lesen. Besonders gut ist für meine Begriffe das neue von Richard Dawkins. Aber das gibt es leider noch nicht auf Deutsch

     
  3. fliesswechsel

    15. März 2010 at 16:30

    Ich habe mich im damaligen Post schonmal zu Wort gemeldet und tue es nun wieder.

    Es hat sich nun ein Ingenieur als gläubig geoutet. Na und. Die angeführten statistischen Zusammenhänge beziehen sich hauptsächlich auf den englisch sprachigen Raum. In diesem ist (war) das Studium doch völlig anders aufgebaut. Ingenieure sind dort nicht mit deutschen vergleichbar. Das Bild im Original-Post trifft dies sehr gut. Ingenieure sind vielfach reine Anwender. Eine leichtere Empfanglichkeit für dogmatische Religion kann ich dort eher sehen als bei deutschen Ingenieuren.

    In meiner Ingenieursausbildung (Bauingenieurwesen Siedlungswasserwirtschaft) wurde uns kritisches Hinterfragen und nicht standardtisiertes lösen von Problemen beigebracht. Neben den technischen Dingen die ich im Studium gelernt habe war es doch vor allem auch Charakterbildung. Und die ist meiner Meinung nach unabhängig vom Studienfach. Sondern eher abhängig vom eigenen Intellekt. Wer sich ernsthaft kritisch mit irgendeiner Art von Materie auseinandersetzt (fachlich) wird sich auch mit seinem Umfeld und der Gesselschaft in der er lebt kritisch auseinander setzen.

    Ich bin Atheist weil ich mich kritisch mit meinem Umfeld ausseinander setze. Und das wäre auch so wenn ich Literaturwissenschaften, Jura oder BWL studiert hätte.

    Das Terroristen gerne im technischem Umfrld rekrutieren hat den einfachen Grund das man mit technischem Wissen schneller zerstören kann als mit geschichtlichem oder literaturwissenschaftlichen Wissen.

    Ich kann nur wiederholen das die Ingenieure in meinem Umfeld zum größten Teil Atheisten oder Agnostiker sind. Im Gegensatz dazu kenne ich viel zu viele Pädagogen (Grundschullehramt) die werde intelligent noch kritisch sind. Diese dann aber als zweites Fach Religion haben und selbst den Schwachsinn glauben. Das finde ich viel gefährlicher als ein einzelner gläubiger Ingenieur. Denn die indoktrinieren nicht Kinder und Jugendliche.

     
  4. yasemin

    16. März 2010 at 11:18

    @flieswechsel: Danke. Das sind kluge Worte.

     
  5. Andreas E.

    16. März 2010 at 11:20

    So ganz ist die Meinung des feuerbringers nun auch nicht! Meine Schwester ist Architektin. Ja, war ein guter Job, brachte ihr einen sehr guten Ruf und einen noch besseren Job bei Degussa ein (ja, die Klitsche, die damals auch bei der Judenvernichtung half.) Da sie in Geschichte nie sonderlich gut war, ist ihr die Vergangenheit ihres Arbeitgebers nie sonderlich aufgefallen, geschweige denn schwer gefallen, für diesen hart zu arbeiten.

    Nun ist es jedoch so, daß meine Schwester als Jugendliche eher grün gewählt hat – weil die Konservativen ihr zu braun, die Gelben zu verlogen und die Roten ständig versagten (obwohl sie den Kanzler in der Zeit stellten). Also wählte sie grün und glaubte an gar nix.

    Jetzt, mit 50, 2 Kindern und einem guten Ehemann, als freiberufliche Architektin, hat sich der Wind gedreht. Nach einem kleinen Ereignis vor ihrer ersten Ehe, als ihr vorher gesagt wurde, daß ihr Zukünftiger sie nach ihrer Hochzeit mit ihrer besten Freundin betrügen würde (obwohl sie zu dem Zeitpunkt keine beste Freundin hatte), veränderte sich alles. Nach dem Scheitern der Ehe, dem Finden des neuen Mannes, der Geburt der Kinder, ist sie zu einer halbwegs gläubigen Frau mutiert.

    Ich will aber nicht ablenken, eher im Gegenteil. Sie gilt in ihrem Stadtteil, in dem sie wohnt, als eine schon fast extremistisch anmutende Christin. Die Leute haben keinen Respekt, sondern Angst vor ihrer Meinung. Und wenn sie Streß macht, meistens so gezielt, daß Zweifler am Glauben noch mehr in Deckung gehen. Ihre Meinung hat Gewicht.

    Und da sie früher grün gewählt hat, bin ich sicher, daß sie in der Lage ist, Bomben zu bauen und auch zu legen, um ihren Glauben zu verteidigen! (Ihrer Ansicht nach.) Sie war nicht entzückt, als in der Kreisstadt die Moschee gebaut wurde, sie war sogar eine der Personen, die dagegen Unterschriften sammelte.

    Aber wenn solch Elite schon bei einer solchen Kleinigkeit wie einem Moscheebau so Amok läuft, wie weit würden diese Menschen gehen, um Andersdenkende zum Schweigen zu bringen? Ich befürchte sehr weit!

     
 
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