Dümmer geht es nun endgültig nicht mehr: Der Orcawal Tillikum erdrängte in SeaWorld einen jungen Tierpfleger und nun fordern rechte Christen der „American Family Association“, den Wal zu töten. Das erinnert an den Fall von „Mary“, dem Elefanten, der 1916 in Tennessee erhängt wurde.
Damals erfreute sich eine Meute von 2500 Zuschauern am Tod des Elefanten, der auf einen Wärter getreten war. Die AFA fordert, dass man sich im Falle des Orcas Tillikum an die Bibel halten solle, genauer an Exodus 21:28-9:
Wenn ein Ochse einen Mann oder ein Weib stößt, daß sie sterben, so soll man den Ochsen steinigen und sein Fleisch nicht essen; so ist der Herr des Ochsen unschuldig. Ist aber der Ochse zuvor stößig gewesen, und seinem Herrn ist’s angesagt, und hat ihn nicht verwahrt, und er tötet darüber einen Mann oder ein Weib, so soll man den Ochsen steinigen, und sein Herr soll sterben.
In den Worten der „Family“:
Also, wenn dein Tier jemanden tötet, dann ist es deine moralische Verantwortung, das Tier zu töten. [...] Aber die Bibel warnt: Falls eines deiner Tiere ein zweites Mal tötet, weil du es nicht nach seinem ersten menschlichen Opfer getötet hast, dann stirbst du diesmal zusammen mit deinem Tier.
Das klingt schon bedrohlich für jeden, der sich weigert, ein „mordendes“ Tier zu töten.
Wir neigen dazu, menschliche Bewusstseinszustände auf Tiere und sogar Objekte zu übertragen. Daher die Idee, Tiere könnten „Morde“ begehen, obwohl sie überhaupt kein Verständnis für dieses Konzept haben. Wir können tatsächlich davon ausgehen, dass der Orca in diesem kleinen Becken psychische Probleme entwickelt hat und dass er unter großen Stress stand. Insofern kein Wunder, dass er irgendwann durchgedreht ist. Und bei Mary war das wohl ähnlich. Und das ist die Schuld der Zoo- und Zirkusleitung und nicht die Schuld der Tiere, die gar kein Einsehen in richtig und falsch haben.
Zudem müsste man sich glatt überlegen, wenn man schon menschliche Bewusstseinszustände auf Tiere überträgt, ob die Tiere dann nicht sogar ein Recht hatten, Widerstand gegen ihre Haltung als Sklaven zu leisten.









Walter Bornholdt
4. März 2010 at 06:50
Sollte eigentlich zur Heiterkeit anregen, aber es bewirkt bei mir das Gegenteil! Wo bleibt der Asteroid?!
Bernd
4. März 2010 at 07:32
Hat der Wal den Tierpfleger wirklich „erdrängt“? Oder nicht vielleicht doch eher „ertränkt“?
Chris
4. März 2010 at 07:51
hoch leben die amerikanischen taliban
HFRudolph
4. März 2010 at 08:30
Die Tierrechtler würden sagen, es war Notwehr des Wals gegen die Freiheitsberaubung. Der Wahl ist daher freizusprechen.
Christian
4. März 2010 at 09:11
Manchmal wünsche ich mir viel mehr Selbstmordsekten. Steht nicht zufällig irgendwo in der Bibel, dass alle „Gläubigen“ in einen aktiven Vulkan zu springen haben?
DSchwarz
4. März 2010 at 09:13
So ein Irrsinn! Ein Tier müsste somit ein Unrechtsbewusstsein wie ein Mensch besitzen, die Unterstellung, ein Tier würde „absichtlich“ töten, halte ich für sehr vage ;o)
Sicherlich drehen Tiere manchmal durch und dazu hat der Mensch nicht wenig beigetragen (Haltung in Zoo und Zirkus), aber ich glaube einem Wal ist nicht bewusst, dass er seinen Trainer tötet, wenn er ihn einige Minuten unter die Wasseroberfläche zieht.
Aber gibt ja immer wieder Leute, die sich so nen Mist einfallen lassen. Kranke Köpfe…
Stefan
4. März 2010 at 09:17
Echt krank! Wie im Artikel richtig angemerkt ist das ja sogar in sich unlogisch. Ich kann nicht ein Tier wie ein Tier behandeln und es aber bei Missgefallen wie einen Menschen bestrafen. Die Religioten sind so doof, dass sie sogar innerhalb ihres Wahns unlogisch agieren. Ich hoffe die Wale schlagen zurück und fressen jeden Taucher, dem ein Kreuz um den Hals baumelt.
Bob
4. März 2010 at 09:53
Was drängt er ihn auch? Man wartet bis nach der Hochzeit!
PlainCitizen
4. März 2010 at 11:48
In der Wletwoche hat’s heute grad eine passende Satire:
http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2010-09/artikel-2010-09-thiel-vor-dem-tiergericht.html
Pego
4. März 2010 at 12:30
„Wir können tatsächlich davon ausgehen, dass der Orca in diesem kleinen Becken psychische Probleme entwickelt hat und dass er unter großen Stress stand. Insofern kein Wunder, dass er irgendwann durchgedreht ist.“
Davon kann man durchaus ausgehen, muss man aber gar nicht mal. Das in den Berichten dazu geschilderte Verhalten des Orcas (hin und her werfen des Opfers u.ä.) entspricht dem natürlichen Verhalten dieser Tiere. Genauso spielen sie auch gerne mal mit Seelöwen herum.
Er hätte sich dann also völlig normal verhalten. Orcas sind halt keine Kuscheltiere.
Der Orca war übrigens meines Wissens sogar „Wiederholungstäter“. Demnach wären seine Herren nach Aussagen der Family direkt mitzutöten. Aber wie es aussieht, schafft der Orca das auch ganz allein und ohne fremde Hilfe.
Der mit dem Glauben tanzt
4. März 2010 at 14:42
Das wird ja immer schlimmer. Wir sollten diese Religioten dem Orca als Belohnung zu fressen geben, aber ob ihm dieses geweihte Fleisch schmeckt?
kikorangi
4. März 2010 at 21:07
Hab die Woche von einer Studie gelesen … religiöse und konservative Menschen wären weniger intelligent als andere usw..
In dem Fall hier scheint so etwas wie ein Gehirn gar nicht mehr vorhanden zu sein.
kikorangi
4. März 2010 at 21:10
Aber mal was anderes, wieso nennt eigentlich niemand ‘das Kind beim Namen’ ?
Rechte Christen ? Das sind schlicht Faschisten, die sich hinter der Religionsfreiheit verstecken, mehr nicht !
payoli
4. März 2010 at 23:23
Der Einstein hatte schon Recht! Die Blödheit der Menschen ist wirklich unendlich!
Mein Sohn der in Äthiopien lebt sagte mal ‘Dort kann man hingucken wo man will, man könnte mit unserem Wissen alles sofort verbessern’.
Mir geht es in unserer ‘Zivilisation’ so. Mir kommt vor, alles was der Mensch macht ist einfach nur blöd …
Deshalb:
paradise your life !
Oliver
5. März 2010 at 10:28
Ganz nebenbei: Das wäre doch etwas für Andreas? http://www.dbk.de/kkujbp0.html … Ich weiss nur nicht, warum die elf Exemplare brauchen. Vielleicht, um den Teufel auszutreiben.
olik
5. März 2010 at 15:57
Wenn schon buchstabengläubig warum nicht gleich ganz; ein Orca ist kein Ochse, also ist die Stelle nicht anwendbar
AMUNO
6. März 2010 at 11:17
Sehr fraglich diese Auslegung, gerade wenn man auf einen Wal, dem dieses „Missgeschick“ nicht zum erstenmal unterläuft zielt.
Wie wäre es denn mit der deutschen Gesetzgebung, die Hunde auch nicht unbedingt auf Dauer herumlaufen lässt, wenn sie Menschen angefallen haben?
Gruß
AMUNO
derautor
6. März 2010 at 12:46
Du glaubst also wirklich, dass der Wal absichtlich aus Böswilligkeit Menschen ermordet?
Rübezahl
6. März 2010 at 14:07
Auf den „Willen“ des Tieres kommt es doch nicht an. Hat es seine Gefährlichkeit unter Beweis gestellt, wird es schlimmstenfalls eingeschläfert. Diese Verfahrensweise ist doch bei Kampfhunden üblich, die sich durch einen Kinderspielplatz gebissen haben.
Stiere macht man z. B. doch genau aus diesem Grund zum Ochsen; um ihre Gefährlichkeit zu mindern. Sind sie dann immer noch zu gefährlich, werden sie zu Ochsenschwanzsuppe. Insoweit ähneln die heutigen „Eskalationsstufen“ den biblischen Regelungen, die insoweit freilich Ausdruck des gesunden Menschenverstands sind.
Genauso beim Tierhalter: Unterläßt er schuldhaft sichernde Maßnahmen (z. B. Maulkorb), haftet er und wird gegebenfalls bestraft.
Bei dem Orca kann man z. B. fragen, ob es nicht generell etwas bescheuert ist, mit diesem Tier im Pool zu schwimmen. Zusätzlich ist es nochmal seltsamer nach einem ersten Vorfall wieder mit dem Orca ins Becken zu steigen. Gerade im amerikanischen Rechtssystem halte ich es für wahrscheinlich, das Sea World blechen muß. Und so ungerecht ist das doch auch nicht, oder?
sayadin
6. März 2010 at 14:59
Ja, das hat er, der verdammte Wal. Ich würde sogar die Sonne angreifen wenn sie mir ein Leid zufügte.
Liefert den Wal an die Japaner aus.
derautor
6. März 2010 at 15:42
Ihr findet es also ok, wenn ein Wal gequält wird und wenn er sich seinen Instinkten entsprechend verhaltet, wollt ihr ihn töten? Ihr müsst bei General Franco in der Schule gewesen sein.
piyh
6. März 2010 at 19:45
Genau!
http://www.opposingviews.com/p/tilikum-the-killer-whale-speaks-about-seaworld-attack
FlorianX
6. März 2010 at 17:04
Amerika eben – Extreme Religionsfanatiker.
Trotzdem versteh ich nicht warum die denn Wal nachdem er einen getötet haben noch immer an Shows teilnehmen haben lassen. Selbstw enn er nur nach Instinkt oder Triebe gehandelt hat, sollte man denn dan doch lieber von mri aus in nem Becken mit Artgenossen halten wo sich die Leute die nen Aquapark besuchen den ohne Gefahr ansehen können.
Denn ob die jetzt „Quarkbällchen“ oder „Honigkuchen“ da seine dressierte Sprung- & Ballspiel Show abzeihen lassen ist dann im Endeffekt den Zuschauern egal.
Stefan
6. März 2010 at 22:08
Die Kanadier tun mir leid. Jedesmal, wenn ein US-Bürger oder eine Gruppe von denen etwas Blödes macht, heißt es „Bahhh! Die Amis!“
Also ich selbst würde mir so etwas verbitten.
jan
6. März 2010 at 22:14
Frei lassen, nicht töten!
payoli
7. März 2010 at 09:41
G R A U E N H A F T !
Einen Elefanten erhängen! [fassungslos bin]
Ich pack’s einfach nicht …
rizzitelli
7. März 2010 at 18:50
Vielleicht wollte der Orca auch nur ein bisschen Spass haben und hat dann so aus Spass seine Wärterin getötet
Ok, wir werden es nie erfahren. Erwiesen ist: Der Wal hat von Natur aus mit an Sicherheit angrenzender Wahrscheinlichkeit eine andere Bestimmung, als in einem Wasserbecken zu leben und irgendwelche Kunststücke vorzuführen.
sayadin
8. März 2010 at 12:42
Ich habe vor ein paar Tagen einen Traum gehabt wo ich einen Wal gerettet habe. Aber so was mache ich nur im Traum.
Ich denke, das die meissten Delphine und Wale durchaus gern die Kunststückchen vorführen. Aber diese Becken sind auch immer Stress für die Tiere. Sie leben in der Natur in einer Welt die 3000 Meter tief ist. Diese Becken müssen ihnen vorkommen wie eine Gefängniszelle. Und sie bekommen nie Freigang.
Wenn die Leute von Seeworld einen angeschlossenen See hätten der wenigstens 150 Meter tief wäre, dann wären ihre Meeressäuger glücklicher.