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Moralische Vorbilder: Margot Käßmann

24 Feb

Jesus war auch ein Trinker (NOFX)

In unserer Reihe über moralische Vorbilder befassen wir uns heute mit der EKD-Vorsitzenden Margot Käßmann. Nach einer durchzechten Nacht wurde sie dabei erwischt, wie sie mit 1.54 Promille über eine rote Ampel gefahren ist. Bei SPIEGEL Online äußert sich der Chefredakteur des evangelikalen Magazins Helmut Matthies zum Thema:

Natürlich könne man sich fragen, wieso die Ratsvorsitzende kein Taxi genommen habe – aber sie habe sich entschuldigt und gezeigt, wie unangenehm ihr die ganze Sache sei. “Wenn wir erwarten, dass jeder wegen solcher Sachen zurückträte – wer wäre dann noch in Amt und Würden?”

Ja, kein Mensch! Schließlich sind alle Bischöfe und Bischöfinnen erbarmungslose Säufer, die betrunken Auto fahren. Weiter heißt es beim SPIEGEL:

Als Theologe sieht Matthies in dem Vorfall sogar eine Chance: “Wenn Frau Käßmann jetzt mit dem Fehler gut umgeht, könnte das ein besseres Vorbild sein, als ein Rücktritt – der hilft niemandem.”

Das ist die Chance! Ein Prosit, ein Pro-ho-sit, der Gele-gen-heit! Wenn doch nur alle Kirchenfunktionäre betrunken Auto fahren würden, dann könnte sich die große Chance, die dadurch entsteht, exponenziell vergrößern! Wenn man nämlich Wasser predigt und Wein säuft und dabei ertappt wird, dann kann man fortan ein besseres Vorbild sein, als wäre man nicht erwischt worden.

Eisgekühlter Bommerlunder, Bommerlunder eisgekü-hült!

Auf die Frage von Achim Achilles, worauf sie in der Fastenzeit verzichte, sagte sie vor knapp einem Jahr SPIEGEL ONLINE: “Ich verzichte auf Alkohol.” Dies falle ihr mitunter schwer: “Ich merke auf einmal, wie sehr ein Glas Wein am Abend zur Gewohnheit werden kann.”

Das ewig lockende Glas, davon können Alkoholiker ein Lied singen. Aber wenigstens fahren die meisten davon kein Auto.

“Ich bin über mich selbst erschrocken, dass ich einen so schlimmen Fehler gemacht habe”, sagte die oberste Repräsentantin der evangelischen Christen in Deutschland der “Bild”-Zeitung.

So, jetzt erst mal mit der BILD reden. Derweil schaltet sich die Politik ein:

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hofft, dass Bischöfe und Landeskirche Käßmann nach ihrer Alkoholfahrt Rückendeckung geben: “Ich hoffe, dass die Gläubigen der Landeskirche Niedersachsen und die Bischofskollegen der EKD zu Frau Käßmann stehen und sie stützen. Dann wird sie auch diesen groben Fehler heil überstehen”, sagte Thierse den “Stuttgarter Nachrichten” und der “Kölnischen Rundschau” (Mittwoch). Geistliche seien auch nur Menschen, die Heiligkeit der Kirche beziehe sich nicht auf die Heiligkeit der Amtsträger.

Würde er das auch bei normalsterblichen Trinkern sagen? “Ich hoffe, dass die Säufer von Kalles Kneipe zu unserem alten Tommi stehen und ihn stützen. Dann wird er auch diesen groben Fehler heil überstehen.” Irgendwie sind Geistliche doch etwas mehr als Menschen.

Andererseits bezieht sich die Heiligkeit der Kirche ja nicht auf die Heiligkeit der Amtsträger. Also können die Amtsträger machen, was sie wollen und sie werden selbst dann noch dafür verteidigt, wenn sie völlig besoffen Auto fahren. Es ist reiner Zufall, dass die Bischöfin nicht ein paar Kinder überrollt hat, wenn sie schon keine rote Ampel mehr erkennen konnte. Was hätte man dann eigentlich in der Presse lesen dürfen?

“Wenn wir erwarten, dass jeder wegen solcher Sachen zurückträte – wer wäre dann noch in Amt und Würden?”

Das Vorbild: Jesus der Säufer

Ist immerhin ein christliches Ritual, Jesus Blut zu trinken, das nach der magischen Verwandlung ja nicht mehr Wein ist, sondern eben Blut. Vielleicht hat Käßmann das wirklich geglaubt? Und eines noch oben drauf, prost!

 
44 Comments

Geschrieben von am 24. Februar 2010 in Humor, Religionskritik

 

44 Antworten zu Moralische Vorbilder: Margot Käßmann

  1. Cabuflé

    24. Februar 2010 at 05:48

    Ich dachte ja spontan an “Keine Airbags für die CSU”…

     
    • lujoda

      25. Februar 2010 at 21:43

      Den Vergleich mit der Eucharistie finde ich geschmacklos.
      Verantwortungslos ist es schon, stark alkoholsiert am Steuer zu sitzen – ok – aber Männer in ihrer Position – Kirchenmänner und Politiker – würden nicht an Rücktritt denken, deshalb finde ich diese Debatte scheinheilig.

       
      • derautor

        25. Februar 2010 at 21:48

        Ich finde dieses kannibalische Ritual geschmacklos. Wie kann man bloß einen Menschen essen wollen? Katholiken haben Jesus wohl “zum Fressen gern”.

         
      • lujoda

        25. Februar 2010 at 22:32

        Wie kommst du überhaupt darauf,die Eucharistie mit Kannibalismus gleichzusetzen.
        Was ist das für ein Symbolverständnis?

         
      • Sithil

        25. Februar 2010 at 22:43

        “Wie kommst du überhaupt darauf,die Eucharistie mit Kannibalismus gleichzusetzen.
        Was ist das für ein Symbolverständnis?”

        Das ist kein Symbol. Nach dem Dogma der katholischen Kirche wird die Hostie tatsächlich zum Fleisch und der Wein tatsächlich zu Blut – ganz ohne Symbolik.
        Und das wäre dann (wenn’s kein Blödsinn wäre, natürlich) schlicht Kannibalismus.

         
      • derautor

        25. Februar 2010 at 22:46

        Tatsächlich besteht die Meinung des Rats von Trient weiterhin fort:

        „Ich erkläre weiterhin, dass in der Messe Gott im Namen der Lebenden und der Toten ein wahres, angemessenes und versöhnliches Opfer dargebracht wird, und dass der Körper und das Blut zusammen mit der Seele und der Göttlichkeit unseres Herrn Jesus Christus wahrhaftig, wirklich und wesentlich anwesend ist im heiligsten Sakrament der Eucharistie, und dass eine Veränderung der ganzen Substanz des Brotes in den Körper stattfindet, und der ganzen Substanz des Weines in Blut; und diese Veränderung nennt die katholische Kirche Transubstantiation. Ich erkläre ferner, dass der ganze und vollständige Christus und ein wahres Sakrament durch jedes Exemplar übertragen wird.”

         
      • Roland Brühe

        25. Februar 2010 at 23:33

        Ich möchte aufgrund der voran gegangenen Diskussion an dieser Stelle nur kurz anmerken, dass Margot Käßmann eine Bischöfin der evangelischen Kirche ist (was ja auch nur dort möglich ist, da sie eine Frau ist). Und für die evangelische Kirche ist das Abendmahl (dort wird sie nicht als Eucharistie bezeichnet) ein symbolischer Akt. Über dieses grundverschiedene Verständnis sind früher Glaubenskriege ausgebrochen, die auch erst in den vergangenen Jahren einigermaßen befriedet wurden…
        Das Problem am Menschsein ist die Unvollkommenheit. Kirchliche VertreterInnen sind in diesem Sinne unter besonderer Beobachtung. Gut finde ich, offensiv mit den Folgen des eigenen Handelns umzugehen (was Frau Käßmann tut) und nicht erst auf Druck einer irgendwie gearteten medialen Öffentlichkeit einige Richtlinien überarbeiten zu wollen, wie es im Falle körperlich übergriffiger katholischer Geistlicher der Fall ist.

         
      • lujoda

        26. Februar 2010 at 12:09

        Roland Brühe hat meiner Meinung nach Recht. Auch der gescheite Verweis auf das Konzil von Trient hat hier nichts zu suchen, das ist ja Gegenreformation und also katholisch. Im Übrigen gibt es auch in der katholischen Kirche verschiedene Zugänge zur Eucharistie, nicht nur die als Opfer.Und seit dem Mittelalter hat sich auch der Begriff der Substanz geändert (siehe Konzilsdokument)

         
  2. Walter Bornholdt

    24. Februar 2010 at 06:19

    Eigentlich bin ich KarlMarx’ Meinung, dass mir nichts menschliches fremd sein dürfte. Auch ich bekenne mich schuldig, einigemale mit Restdruck auf dem Kessel Auto gefahren zu sein. Aber wenn großartige Kampagnen zur Fastenzeit gefahren werden und dann Frau Bischöfin einen verlötet und Auto fährt, könnte man das gepflegt als die übliche christliche Heuchelei abtun, wenn ich nicht wissen würde, dass einige Muslime auch gerne einen auf den Knorpel gießen. Für mich ist das nicht mehr als ob eine Vorsitzende eines Kaninchenzüchtervereins im Kleister Auto gefahren ist. In diesem Sinne: Drum Brüder schenkt noch einen ein, denn das geh’ ich mit Freuden ein, mal Papst, mal Sultan möcht ich sein! Proost Gemeinde, der Vorstand säuft!

     
  3. Winkler Peter

    24. Februar 2010 at 06:23

    Auch Frau Käßmann ist ein Mensch, dies wird ihr keiner abstreiten.
    Nur, in ihrer Funktion ist sie ein moralisches Vorbild für die Gesellschaft.
    In unserer Zeit, in der immer wieder der Mangel an Vorbildern für die jüngeren Generationen angemahnt werden, wird Frau Käßmann nicht umhin kommen, ihr Amt niederzulegen.
    Ansonsten würde sie sich in die lange Reihe der Heuchler und Scheinheiligen einreihen, die in allen Religionen in der Vergangenheit dem Vermächtnis Jesu Christi und Allah bleibenden Schaden zugefügt haben.
    Verzeihung sei ihr gewährt, aber als Vorbild und moralische Institution gibt es eine Frau Käßmann nicht mehr !

     
    • R. Jeckstadt

      24. Februar 2010 at 15:48

      Was heißt hier Vorbild.Den Rücktritt halte ich für überzogen.Jetzt hat die ev.Kirche endlich mal eine kluge Frau aus der Gegenwart mit modernen Ansichten da wird jetzt in den Medien eine Jagd veranstaltet.
      Wäre es ein Politiker wäre dies wohl nur ein Versehen.

       
  4. Malte

    24. Februar 2010 at 07:40

    ich stelle mir vor, der Mixa hätte als Passant Grün gehabt…

    Ansonsten stellt sich die Frage, warum Jesus, als er im wiederholten Falle Wasser zu Wein gemacht hat, nicht alle Ampeln auf Grün bekommen hat. Und dann noch in einem Phaeton. Ist das nicht auch Blasphemie?
    Das Abendmahl scheint also gefährlicher zu sein als bislang angenommen. Fazit: Theologie ist nur im Suff machbar.

     
  5. Walter Bornholdt

    24. Februar 2010 at 07:41

    Melodie steht auf MP3 zur Verfügung!

    PAPST ODER SULTAN
    Ein altes Studentenlied

    Der Papst lebt herrlich in der Welt,
    es fehlt ihm nicht an Ablassgeld.
    Er trinkt vom allerbesten Wein,
    drum möcht’ ich auch der Papst wohl sein.

    Doch nein, er ist ein armer Wicht,
    ein holdes Mädchen küsst ihn nicht.
    Er schläft in seinem Bett allein,
    drum möcht’ ich auch der Papst nicht sein !

    Der Sultan lebt in Saus und Braus,
    er wohnt in einem großen Haus.
    Voll wunderschöner Mägdelein,
    drum möcht’ ich wohl der Sultan sein.

    Doch nein, er ist ein armer Mann,
    denn folgt er seinem Al Koran,
    so trinkt er keinen Tropfen Wein,
    drum möcht’ ich auch nicht Sultan sein !

    Deshalb veracht’ ich Beider Glück
    und kehr in meinen Stand zurück.
    Doch das geh’ ich mit Freuden ein,
    halb Sultan und halb Papst zu sein.

    Drum Mädchen geb’ mir einen Kuß,
    denn jetzt bin ich Dein Sultanus.
    Ihr trauten Brüder schenket ein,
    damit ich auch der Papst kann sein.

     
  6. Lebrac

    24. Februar 2010 at 08:03

    Was geht mich denn das Saufverhalten dieser Frau an?!

     
  7. Yasemin

    24. Februar 2010 at 08:53

    Warum man alles vom Beruf abhängig macht, ist mir ein Rätsel. Dass sie alkoholisiert am Steuer saß, kann mit nichts entschuldigt werden. Aber sagt das viel über ihre Person? Wir dürfen heutzutage wirklich über Aufrichtigkeit froh sein.

    Es ist sinnlos, darüber nachzudenken, was alles hätte passieren können. Hätte sie ein paar Kinder überrollt, wäre das wieder eine andere Situation.

    Warum also diese komische Hetze?

     
    • Walter Bornholdt

      24. Februar 2010 at 09:07

      Ich würde das nicht als Hetze sehen! Fehler sind nun mal menschlich. Aber die ev. Plakataktion zur Fastenzeit, vor allem aber, weil diese Damen und Herren der schwarzen Illusionisten uns gerne als DIE moralische Instanz vorgestzt werden, macht die Sache ziemlich heikel. Ansonsten bin ich auch der Meinung, das die Trinkgewohnheiten einer Bischöfin uns als Nicht-Kirchenmitglieder nur mäßig interessieren sollten. Aber für ein paar Nettigkeiten muss Zeit sein.

       
      • Bebu

        24. Februar 2010 at 11:02

        Wäre diese Frau mit diesem Promillewert nur auf dem Bürgersteig hingefallen, dort von der Polizei gefunden und in die Ausnüchterungszelle gebracht worden, würde uns ihre Trinkgewohnheiten wirklich nichts angehen.

        Da sie sich aber ans Steuer eines Autos gesetzt hat und dabei sogar eine rote Ampel übersehen hat, geht uns das sehr wohl etwas an. Denn so ein Verhalten ist in meinen Augen gemeingefährlich.

        Das wird auch nicht dadurch gemildert, dass es ja nochmal gut gegangen ist, weil sie ja niemand überfahren hat.

         
  8. HFRudolph

    24. Februar 2010 at 09:42

    Yasemin schrieb: „Hätte sie ein paar Kinder überrollt, wäre das wieder eine andere Situation.“

    Warum eigentlich? Sie kann doch auch nichts dafür, dass sie keine Menschen überrollt hat (warum sind Kinder eigentlich mehr wert als andere Menschen?).

    Anders ausgedrückt: Es sollte vielleicht mehr Wert gelegt werden darauf, was seine Handlung verursachen konnte, als was sie tatsächlich verursacht hat. Und daran sollte man sich auch erinnern, wenn jemand Kinder überrollt.

     
    • Bebu

      24. Februar 2010 at 11:05

      “(warum sind Kinder eigentlich mehr wert als andere Menschen?). ”
      –> Kann ich auch nicht so ganz nachvollziehen. Eigentlich müßte die Gewichtungsrangfolge meiner Meinung nach lauten: Hochintelligente, kompente (Natur-)Wissenschaftler mit wichtigen Forschungsgebieten, Kleinkinder/Babys, gebärfähige Frauen gestaffelt nach Alter, …, der ganze Rest (wozu ich auch gehören würde).

       
  9. Hein

    24. Februar 2010 at 10:53

    Hallo,

    Frau Käßmann ist das passiert was leider vielen Menschen passiert! Sie hat eine Verfehlung begangen. Was alles hätte passieren können, wenn,aber,vielleicht etc. Es werden jeden Tag durch Menschen Verfehlungen begangen die von der Gesellschaft toleriert werden und zum Teil auch noch gewünscht werden! Wo bleibt hier der Aufschrei? Also denke ich sollte man den Ballen flach spielen.

    Gruß Flughein

     
    • Bebu

      24. Februar 2010 at 17:21

      “Es werden jeden Tag durch Menschen Verfehlungen begangen die von der Gesellschaft toleriert werden und zum Teil auch noch gewünscht werden! Wo bleibt hier der Aufschrei?”
      –> Um welche Verfehlungen geht es?

       
  10. Peter M

    24. Februar 2010 at 11:48

    Grausam an dieser Diskussion doch folgendes. Das messen mit zweierlei Maß. Wird ein einfacher Arbeiter oder Angestellter in der Art wie Frau Käßmann erwischt, dann kostet es diesen nicht nur den Führerscheinverlust und eine Geldstrafe. Es kostet ihn je nach Beruf gleich die ganze Existenz. Denn er kann sich bei einem Führerscheinverlust nicht über ein Jahr lang zwischenzeitlich per Dienstwagen und eigenem Fahrer durch die Republik schaukeln lassen wie Frau Käßmann. So viel Geld verdient kaum ein Arbeiter oder Angestellter, dass er sich das leisten kann. Also verliert er zwangsläufig seine Arbeit. Der soziale Abstieg ist dann garantiert. Harz IV lässt grüßen. Und bei solchen Geschichten geht dann schnell oft die Ehe oder die Partnerschaft bei drauf. Denn dafür haben dann auch die Ehefrauen oder Partner wenig Verständnis.
    Der Fall Käßmann zeigt wie verlogen und eloquent sich ein Teil unserer Führungsriege unseres Landes verhält. Diese Riege hat den Anspruch die kleinen Bürger zu gängeln und zu maßregeln wo sie nur können. Für sich selbst gilt das Motto, feiern und Leben in Saus und Braus und am besten ohne jegliche Konsequenzen. Was für den Bürger gehört, gehört doch nicht für mich. Denn man bemerke, es ist eine Bischöfin, die darf nun eben alles. Im Zweifelsfall habe ich ja einen Fahrer mit Dienstwagen und werde eben von meiner Riege getragen. Das diese Frau nicht wirklich zugeben will, was Sie getan hat sieht man hier:“ “Ich bin über mich selbst erschrocken, dass ich einen so schlimmen Fehler gemacht habe. Mir ist bewusst, wie gefährlich und unverantwortlich Alkohol am Steuer ist. Den rechtlichen Konsequenzen werde ich mich selbstverständlich stellen.”
    Aha, man lese genau. Madam ist über sich erschrocken. Das ist einfach publizistisches „Geseier“. Es kam so über mich, es geschah. Frau Käßmann hat nicht zwei oder drei Drinks genommen, da war es schon ein bisschen mehr. Sie war einfach betrunken. Punkt – Aus – betrunken am Steuer. Nicht ein bisschen, nicht wenig sondern betrunken. Und sie hat eine Straftat begangen. Auch nichts zu diskutieren. Aha Madam will sich der Strafe stellen. Hm, was bleibt ihr den anders übrig?? Alleine diese Äußerung zeigt wie sehr Frau käßmmann und Umfeld den Bezug zur Realität verloren haben. Die richtigere Äußerung wäre gewesen:“ ja ich habe einen Fehler gemacht und ich bin betrunken gefahren. Das ist unentschuldbar. Durch mein Verhalten habe ich gezeigt, dass ich Menschen durchmeine Handlung gefährdet habe und das tut mir leid. Und aus diesem Grund kann ich die Vorbildrolle welche ich für meine Kirche und meinem Land wahrgenommen habe nicht mehr ausüben. Ich bin zu schwach dafür und trete deswegen zurück“.
    Stattdessen werden „Pfründe“ verteidigt. Es ist so schön oben zu sein. Ich habe ja einen Fahrer und kann so meinen Beruf ausüben. Wer garantiert eigentlich, wenn die Frau so gestresst ist, dass das nicht noch einmal passiert? Eine Trunkenheitsfahrt ist niemals zum ersten Mal geschehen. Diese Leute fahren eben weil sie sich sicher fühlen, sich überschätzen und noch nie erwischt worden sind. Hut ab vor den Polizisten die hier ihren Dienst getan haben.
    Andere belehren über Drogen und Alkoholmissbrauch und selber tüchtig in sich hineinschütten – Das ist Frau Käßmann. Nichts anderes hat sie getan. Bei 1,54 Promille im Blut, da ist man recht heftig betrunken. Ist man das nicht, ja dann hat man ein riesiges Problem. Man ist dann an Alkohol gewöhnt und somit leider ein Trinker oder eine Trinkerin.

    Wer mit über 1,54 Promille im Blut fährt, der handelt als Straftäter im Straßenverkehr und handelt egoistisch und voll verantwortungslos. Sie hätte ja auch ein Taxi nehmen können. Denn jeder weis, dass man ab einer bestimmten Menge Alkohol betrunken ist. Hat man unter 0,7 Promille und man hat trotzdem einen Unfall, dann ist man auch ziemlich dämlich dran. Deswegen gilt – Im Straßenverkehr hat Alkohol absolut nichts zu suchen. Ich bin kein Moralapostel. Noch mal, wenn ich unter 0,7 Promille liege und einen schweren Unfall begehe, dann stehen meine Karten sehr schlecht vor Gericht. Das übersehen viele Menschen allzu gerne. 1,54 Promille im Blut ist schon eine Menge und kein Kavaliersdelikt mehr. Das ist eine Straftat im Verkehr. Mit 1,54 Promille ist man einfach sehr betrunken. In der Regel hat man da schon erhebliche Koordinationsschwierigkeiten. Diese Frau hat ein Alkoholproblem und sollte sich wirklich ernsthaft Gedanken machen eine Gruppe in der Art “Anonyme Alkoholiker” besuchen. Ihr glaubt mir nicht??

    Wer mit 1,54 Promille noch fahren will und fährt hat in der Regel ein ernstes Alkoholproblem. Der sieht das eben mit dem Alkohol ganz locker. Denn es trinken dann für solch eine Person angeblich ja alle. Das ist falsch. Ein Teil unserer Führungsriege unseres Landes hat keine Problem damit sich jeden Tag zum Beispiel eine Flasche Wein zu gönnen. Das nennen die dann eine „Profilaxe“ gegen einen Herzinfarkt. Diese Menschen haben aber auch kein Problem damit am anderen Tag einen Arbeiter oder Angestellten wegen Alkoholkonsum zu maßregeln und zu gängeln, wenn dieser angibt jeden Abend eine Flasche Wein zu trinken. In 2007 fand Frau Käßmann ja selbst Autofahrer, die betrunken fahren als Disziplinlos. Was ist jetzt anders Frau Käßmmann? Ach ja Sie sind Bischöfin und gehören nun zur Führungsriege unseres Landes.

    Dabei gibt es Millionen von normalen Bürgern die überhaupt nicht trinken. Und es gibt Millionen von Autofahrer, die trinken überhaupt nicht wenn sie anschließend noch Auto fahren wollen. Wenn sie ein Auto dabei haben und trinken, nun dann nehmen sie ein Taxi. Frau Käßmann ist alt genug um zu wissen, dass man mit Alkohol überhaupt nicht fahren sollte. Sie ist kein Heranwachsender und kein Teenager mehr.

    Würde der kleine Mann betrunken über Rot fahren – Was wäre da alles los. Frau Käßmann hat nur Glück gehabt, dass sie bei ihrer Trunkenfahrt nicht mit jemand zusammengestoßen ist und jemanden verletzt hat. Aber auch hier ist das überhebliche Verhalten ein Teil unserer Führungsriege zu sehen. Mir passiert ja nichts – Macht berauscht doch so schön. Frau Käßmann ziehen Sie die Konsequenzen, spielen Sie jetzt nicht die arme Frau die ja nur einmal getrunken hat. Das glaubt Ihnen sowieso keiner. Seien sie ehrlich zu sich und gestehen Sie sich ein, dass Sie Ihr Trinkverhalten stark überdenken und auch ändern müssen wenn Sie noch am Straßenverkehr teilnehmen wollen. Und am besten treten Sie zurück. Ihre Vorbildrolle, nun die ist wohl ziemlich im Eimer.

     
    • Jan-Niklas

      24. Februar 2010 at 20:34

      Applaus!
      Ein guter Kommentar :) .

       
  11. Miesbert Kummer

    24. Februar 2010 at 13:03

    Wer hat hier vielleicht Bier oder Wein “getauft” und hinterher (vor wem?) gesungen? Das müßten Motivforscher fragen: Cuiu bene? Wer hat den Nutzen davon, daß eine Stimme, die bislang nicht jedem gefallen hat, nun tot ist. Wer war da noch auf der Party? Oder ist Margot K. nur eine von Millionen Pegelsäufer(I)nnen. Und die Hand Gottes war nicht mehr über ihr, sondern irgendwo anders. Vielleicht bei einem argentinischen Fußballer oder einem deutschen oder andersgläubigen Politiker. Viele Fragen, die nur einer hören will, der stören will, sang einst Väterchen Franz, und, August der Schäfer hat Wölfe gehört…..

     
  12. Herbert Säufer

    24. Februar 2010 at 14:10

    Also, das ist doch toll, sie kommt vom Abendmahl und ist breit. Meine Güte, jetzt wissen alle, dass der Wein kein Blut wird, oder das Blut zu Wein, oder nee, das Wasser zu Wein, oder umgekehrt?? Herrje, ist ja auch egal. In einem Land, in dem es immer noch die meisten Verkehrstoten durch Alkoholkonsum gibt und der Bierkonsum zur Spitze Europas gehört sollten wir eleganter mit solchen Problemen umgehen. Prost!

     
  13. Yasemin

    24. Februar 2010 at 15:00

    @hfrudolf: Ich fände es ärgerlicher, wenn sie gesagt hätte: “Das hätte ich als Christin nicht machen dürfen…”

    Es ist schon lange bekannt, dass man durch gläubigkeit kein ethischer Mensch wird, wenn man es nicht schon vorher ist. Aber immerhin steht Sie zu ihrer tat. Und wenn sie meint, sie würde sich selbstverständlich den rechtlichen Konsequenzen stellen, bedeutet das für mich, dass es sowas wie ein entgegenkommen ist. Schlimm genug, dass diese Menschen eigentlich nichts befürchten müssen. Umso erstaunlicher, dass sie diese Konsequenzen “freiwillig” über sich ergehen lässt.

    Ob die Kindesschänder auch sagen könnten, dass sie “über sich selbst” erschrocken wären?

     
    • palmenstrand

      24. Februar 2010 at 15:41

      Um bei den christlichen Würdenträgern zu bleiben: warum lästert eigentlich keiner über die Würdenträger, über die vor ebenfalls nicht sehr langer Zeit bekannt geworden ist, dass sie eine ganze Horde Kinder und Jugendliche mißbraucht haben??
      Im Ernst, wenn ich wählen dürfte, wen ich sympathischer und glaubhafter finde – als Mensch und auch als Geistlicher in einem hohen Amt;

      da wäre mir eine Frau Kässmann die zwar absolut fälschlicher Weise mit ein paar Fläscheken Wein zu viel ins Auto gestiegen ist, dabei aber Gott sei Dank niemand zu Schaden gekommen ist (ausser sie selbst) – tausend Mal lieber als ein paar katholische pädophile Arschlöcher, die (unter dem scheinheiligen Deckmantel ihrer Kutte) durch ihre perversen Neigungen das Leben von vermutlich vielen jungen Menschen dauerhaft zerstört haben…

       
      • Ari

        26. Februar 2010 at 20:26

        Allerdings – Daumen hoch!

         
    • Walter Bornholdt

      24. Februar 2010 at 15:53

      Alles irgendwie richtig. Wer “unter Strom” Auto fährt gefährdet nicht nur sich und sein Fahrzeug. Nun ist Frau Käßmann von allen Ämtern zurückgetreten. Bei allem Spott und bei aller Schadenfreude, 2 Dinge sollten wir nicht vergessen:
      1. Die Fahrt ist keinesfalls mit dem Problem der katholischen Kirche – Missbrauchsfälle u.ä. – zu vergleichen.
      2. Wer kommt jetzt? Verurteilt der oder die NachfolgerIn den Afghanistan-Krieg auch so offen? Oder wird es ein bequemer staatshöriger Reichsbischof – Reichsbischöfin!

       
      • Bebu

        24. Februar 2010 at 17:29

        “1. Die Fahrt ist keinesfalls mit dem Problem der katholischen Kirche – Missbrauchsfälle u.ä. – zu vergleichen.”
        –> Beides sind verschiedene Dinge. Nur stellen sie doch in Frage, ob diese Kirchen auf ihrem hohen moralischem Roß wirklich sitzen sollten.

        “2. Wer kommt jetzt? Verurteilt der oder die NachfolgerIn den Afghanistan-Krieg auch so offen? Oder wird es ein bequemer staatshöriger Reichsbischof – Reichsbischöfin!”
        –> Ich bin der Ansicht, dass man den Afghanistankrieg mit Verstand und nicht mit absurdem Quasitotalpazifismus verurteilen sollte. Von daher ist ihr Rücktritt für mich kein Verlust.

         
  14. Stefan Dewald

    24. Februar 2010 at 17:03

    Guten Tag,

    erst einmal hat sich die Diskussion erledigt: http://www.heise.de/tp/blogs/6/147142

    Zweitens ist auch das evangelisch korrekt. Da es dort, anders als bei den Katholiban keine Vergebung gibt, war ihre Schuld nicht zu tilgen.

    Daher …

    Macht nix, es gibt genug Nachfolgefreudige.

    Gruß

     
  15. afri-cola

    24. Februar 2010 at 17:27

    Aus einem älteren Interview mit Käßmann:

    “Es gibt zum Teil schon ein mangelndes Verantwortungsbewusstsein, insbesondere wenn Alkohol oder Drogen mit im Spiel sind. Ich habe gerade gelesen, dass immer mehr Autofahrer drogenauffällig sind. Das kann ich nicht nachvollziehen. Ich sehe ja, was das bedeutet. Bei den zig tausend Kilometern, die ich jedes Jahr dienstlich fahre, stehe ich nicht nur viel im Stau, sondern sehe auch viele Unfälle und bekomme dementsprechend mit, wie zerfetzte Autos aussehen.”
    http://www.diemobilitaet.de/blog-themen/umfrageninterviews/interview-kaessmann.html

    Übrigens auch toll, was für einen Wagen Öko-Käßmann fährt. Einen VW Phaeton. (Gibt’s ab 240PS)
    http://de.wikipedia.org/wiki/VW_Phaeton

     
  16. Sich.-Ing.J.Hensel

    25. Februar 2010 at 18:17

    Oder alles war nur gut eingefädelt.

     
  17. diekleinereise

    25. Februar 2010 at 22:48

    lustig ist, dass niemals erwähnt wurde, um wieviel uhr sie erwischt wurde.

     
    • Ingo-Wolf Kittel

      28. Februar 2010 at 21:52

      Seit offenbar dem 23. Februar ist bekannt (BILD hat es möglicherweise zuerst publiziert, weil andere Zeitungen wie DIE WELT sich auf dieses Blatt berufen haben), dass Frau Käßmann gegen oder “kurz nach 23 Uhr“, wie es in der heutigen FAS auf S. 6 heißt, von der Polizei kontrolliert wurde: vor ihrem Haus, zu dem sie nach derselben Quelle und vielen anderen Meldungen im Internet ohne weitere(!) Auffälligkeiten gefahren sei – übrigens in (bislang, vielleicht aber auch für immer unbekannter… ) männlicher Begleitung.

      Von derselben Uhrzeit ist in Übereinstimmung mit dem dort eingestellten Video auch gleich zu Anfang in dem SPIEGEL-Artikel die Rede, auf den der “feuerbringende” (oder Feuer legende?) Autor eingangs selbst verlinkt hat.

      Umso bemerkenswert scheint mir, dass er in seinem auch sonst reichlich erratischen Beitrag von einer “durchzechte Nacht” der Dame schreibt.

      Realistischer ist m.E. der – zugegeben weniger spektakuläre – Schluss, dass sie einen ersichtlich genussvollen Abend in einer Weinstube oder einem Restaurant verbracht hat: naheliegender Weise mit jenem unbekannten Herren. Bemerkenswert scheint mir auch, dass der sich ihr offenbar bedenkenlos anvertraut hat, wenn er sich anschließend von ihr durch den (zu dieser Zeit des beginnenden großstädtischen Nachtlebens vermutlich nicht eben geringen Samstag-Abend-Verkehr in Hannover) zu ihr nach Hause kutschieren ließ. Da soll sie nach allen Meldungen auch sicher angekommen und der Polizei dort auch gefasst Rede und Antwort gegeben haben.

      Allein schon die Frage, wie das mit einem Alkoholspiegel der gemessenen Höhe überhaupt möglich war, wäre weiterer Überlegungen wert. Aufklärung hierzu bietet “Aufklärung 2.0” jedoch noch weniger…

       
  18. H. Lektor

    26. Februar 2010 at 11:42

    letzter Kommentar:
    der ehrenwerte Autor hat eine gewisse Affinität zu Nietzsche durchblicken lassen. So verwundert es, daß ein von Friedrich angemanhter Allgemeinfehler von “Philosophen” und “Wissenschaftlern” hier scheinbar nicht zu vermeiden gesucht wird: das Vorgehen gem. “Erst die Meinung, dann die Argumente” (vgl. “Jenseits von Gut und Böse”, erster Hautptteil).
    Insofern dieser Eindruck sich immer stärker aufdrängt, ist es schlicht sinnlos, hier weiter gedanken eibringen zu wollen (wenn ich auch freilich weiter lesen werde).

    Alles Gute noch
    HL

    PS: SOllte eigtl. ins GB, was aber technisch nicht ging)

     
    • derautor

      26. Februar 2010 at 11:45

      Gut, Polemik ist weder Wissenschaft noch Philosophie.

       
  19. waea

    26. Februar 2010 at 23:06

    ich finde es gerecht, dass sie so behandelt wird wie jeder andere …. denn sie is ja nun mal auch nur ein mensch. und nur weil sie jetzt vorsitzende von der kriche ist sollte man sie deswegen nicht ungestraft davonkommen lassen. zurücktreten sollte man wegen so etwas nicht sofort, doch wenn einem das wirklich so unangenehm ist, dann ist es vielleícht besser man fängt wieder an kleinere brötchen zu backen und sich aus dem großen medienrummel rauszuhalten

     
  20. lesbomat

    28. Februar 2010 at 07:18

    Wer noch nie besoffen Auto fuhr, werfe den ersten Stein.

     
    • notabris

      1. März 2010 at 23:10

      *Wirft Stein* :-P

       
  21. closerthanreal

    1. März 2010 at 22:08

    Lesbomat, Du sagst es. Aber besser so, dann nervt sie wenigstens nicht mehr..

     
 
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