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Mixa: Sexuelle Revolution schuld an Inquisition

17 Feb

Francisco de Goya: Szene einer Inquisition, Original im Museo de la Real Academia de San Fernando

Bischof Mixa hat die sexuelle Revolution der 68-Generation für die Verfolgung von “Ketzern” durch die katholische Kirche verantwortlich gemacht. Die Inquisition begann im 13. Jahrhundert nach Christus und wurde von Napoleon 1798 beendet. Die sexuelle Revolution fand im Deutschland der späten 60er und 70er Jahre statt.

In einem Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen sagte der Bischof:

Die Verfolgung und Hinrichtung von Ketzern ist leider ein verbreitetes gesellschaftliches Übel, das in vielfältigen Erscheinungsformen von der Familie bis zur Schule oder zum Sportverein auftritt. Die sogenannte sexuelle Revolution ist daran sicher nicht unschuldig. Wir haben in den letzten Jahrzehnten gerade in den Medien eine zunehmende Sexualisierung der Öffentlichkeit erlebt, die auch abnorme inquisitorische Neigungen eher fördert als begrenzt.

Zugleich beklagte der Bischof die oftmals zu nachlässige Bestrafung von Ketzern:

Ich schließe natürlich nicht aus, dass auch in der Kirche mancher Verantwortliche in der Vergangenheit gegenüber Gottesleugnern, gerade unter Kindern und Jugendlichen, zu blauäugig war und unberechtigter Weise auf eine Besserung des Täters in einem anderen Aufgabenfeld gesetzt hat. Da sind kirchliche Verantwortungsträger möglicherweise auch einem Zeitgeist aufgesessen, der selbst im Bereich des staatlichen Strafrechts Resozialisierung statt Strafe propagierte.

Die Verantwortung für die kirchliche Inquisition sei keineswegs bei der Kirche zu suchen:

In manchen Medien wird jetzt der unredliche Versuch unternommen, die Heilige Inquisition zu einem vornehmlich kirchlichen Problem zu machen. Dabei wird übersehen, dass die 68er per Gedankenübertragung mit den Inquisitoren in Verbindung getreten sind, um sie erst zu diesen Taten zu verführen. Also haben die 68er viel mehr Ketzer ermordet als die Kirche. Nur ein verschwindend geringer Promilleanteil der Inquisitoren wurde nicht telepathisch von 68ern gesteuert.

Die Praxis der Ketzerverbrennung sei von den 68ern missbraucht worden:

Man muss anerkennen, dass das Foltern von Ketzern, gerade auch mit einem glühenden Metallstab, den man in ihre Augen steckt, entsprechend der kirchlichen Lehre eng verbunden sein muss mit dem Willen, den Gottesleugner zur Umkehr zu bewegen und seine Seele zu retten und nicht einseitig zur eigenen Befriedigung sadistischer Gelüste, die natürlich auch wichtig sind, missbraucht werden darf.

Allerdings habe die Folter der Inquisition nichts mit den Lehren der Kirche zu tun:

Die Folter von Ketzern hat mit dem christlichen Wunsch, ihre Seele zu retten, überhaupt nichts zu tun. Einer der führenden Experten für Ketzerverfolgung, Generalinquisitor Tomás de Torquemada, sieht keinerlei Hinweis darauf, dass zum Beispiel die Folterknechte der Inquisition häufiger Ketzer folterten als andere Folterknechte, die Ketzer folterten.

 
20 Comments

Geschrieben von am 17. Februar 2010 in Geschichte, Humor, Religionskritik

 

20 Antworten zu Mixa: Sexuelle Revolution schuld an Inquisition

  1. Lebrac

    17. Februar 2010 at 14:43

    Wehe uns, wenn unser Geschichtsverständnis mal von Mixa und Westerwelle geprägt würde.

     
  2. Dirk

    17. Februar 2010 at 15:12

    Hatte nicht auch neulich einer der verwirrten Kirchentypen die Hippies dafür verantwortlich gemacht, dass Pastoren sich an kleinen Jungs vergehen?

     
    • notabris

      17. Februar 2010 at 16:26

      Könnte ich mir zumindest vorstellen. Und wenn die es nicht sind, liegt es bestimmt am frustrierenden Wetter.

      Hier ist auch noch ein interessanter Artikel aus dem hpd (externe Presee).

      http://hpd.de/node/8853

       
  3. Heinrich v. Bourbon

    17. Februar 2010 at 15:18

    “Die Inquisition begann im 13. Jahrhundert nach Christus…”

    Weshalb benutzt du als überzeugter Gegner des Christentums keine säkulare Formulierung zur Zeitrechnung (sprich: v. u. Z./u. Z.)?

    Mit dem bösen “C-Wort” legst du quasi ein Glaubensbekenntnis hin, denn “Christus” bedeutet “Gesalbter” oder “Messias”. Also begann die Inquisition, deines Erachtens, im 13. Jahrhundert nach dem Messias???

     
    • fliesswechsel

      18. Februar 2010 at 06:08

      Wenn jemand Christian heist, muss er dann nach deiner Auffassung seinen Namen ändern?

      Die Zeitangaben sind meiner Meinung nach so fest in unserem Gesselschaftlichen Umfeld verankert, das man sie selbst als Atheist bedenkenlos verwenden kann. Ich sehe das alles eher als veralterte historische Epoche.

      Vielleich wird irgendwann mal in ferner Zukunft eine Zeitrechnung nach allgemein verwendet. Aber davon sind wir wohl noch weit entfernt.

      Viel schlimmer empfinde ich die Verwendung von christlichen und sonstigen religiösen Sprichwörtern, die subtil ‘Werbung’ für diese sind. ZB “oh mein Gott”, “Mal mal nicht den Teufel an die Wand” oder ähnliche.

       
      • Heinrich v. Bourbon

        18. Februar 2010 at 15:07

        Wenn ich jetzt Christian heissen würde, wär ich davon sicherlich nicht unbedingt angetan, allerdings ist ein Namenswechsel wesentlicher aufwendiger und für das Individuum wesentlich schwerwiegender, als die Formulierung zur Zeitrechnung zu verändern. (Die Zeitrechnung selbst bleibt ja gleich, nur die Formulierung ändert sich).

        In der DDR war v. u. Z/u. Z. die Standardformulierung.

         
  4. Walter Bornholdt

    17. Februar 2010 at 15:47

    Da träumt doch ein Kuttenprunzer wieder von alten Zeiten, wo man Gottesleugner und ähnliches Gelichter einfach verbrannt hat. Vorher wurden die von den katholischen Perverslingen ausgedachten Höllenqualen ein wenig im Praxistest ausprobiert.

    Hunderte von Jahren haben kluge Menschen gegen diesen Ungeist gekämpft, Menschenrechte und politische Freiheiten gegen kirchlichen Druck und Manipulation durchgesetzt. Die Kirche besteht immer noch. Aber jetzt kommt der Geist der Zerstörung aus dem Machtzentrum dieser kriminellen Vereinigung selber. Das erleichtert die Sache ungemein!

    Waldi der Wachhund

     
  5. Kristin

    17. Februar 2010 at 15:55

    Ich nutz auch immer vuZ und uZ … gibt ja noch andere Zeitrechnungen, da wirds dann interessant … da paßt dat unser dann nicht mehr so. Die zählen dann dat Jahr 1388. Habt ihr schon von dem Fantomzeitlern gehört? Die sind richtig kool. Die sagen, daß in unserer Zeitrechnung 300 Jahre zuville drin sind … die Jahre um Karl den Großen gehören gestrichen.

     
  6. yasemin

    17. Februar 2010 at 16:52

    Nein, das muss Satire sein. Das hat er einfach nicht gesagt – könnte er nicht sagen!
    Und ich dachte, dass ie Kirche nichts von Telepatie und desgleichen hält. Das sind meines Wissens erfindungen der esotheriker.

     
  7. Sofa

    17. Februar 2010 at 16:55

    Ich finde dieses umtexten immer verwirrend

     
    • Malte

      17. Februar 2010 at 17:00

      Das ist doch aber der Originaltext. In der Augsburger Allgemeinen war nur die vom Vatikan genehmigte Fassung.

       
      • PlainCitizen

        17. Februar 2010 at 17:07

        Endlich die Erklärung.

        Wobei der vom Vatikan genehmigte Text in der Augsburger immer noch dumm genug ist – als ob die sexuelle Revolution an den Übergriffen durch Priester schuld wäre.

         
  8. yilo

    17. Februar 2010 at 17:34

    Und so einer wird vom Staat finanziert.

     
  9. Der mit dem Glauben tanzt

    17. Februar 2010 at 17:52

    Mixa ist jetzt schon eine Legende, was ich in keinem Fall positiv meine ^^

     
  10. Schorschl7777

    17. Februar 2010 at 19:46

    Mixa und manch andere erzkonservative Kirchenvertreter werden vermutlich und hoffentlich eine der letzten Generationen der katholischen Kirche sein, die befremdliche und abstruse Ideologien vertreten und in einer Art Scheinwelt leben, in der es die Gerechten und Guten(vor allem sie selber) und die bösen Anderen gibt. Selbstkritik ist und war nie erwünscht. Früher war es für Teile der Kirche von enormen Vorteil, daß der Großteil des Fußvolkes ihr gegenüber unwissend, unkritisch und ängstlich war. Die Zeiten haben sich Gott sei Dank geändert.

     
    • Chris

      17. Februar 2010 at 20:38

      ich befürchte, die sind unbelehrbar und realitätsresistent

       
    • Malte

      18. Februar 2010 at 07:24

      Aber aussterben werden sie nicht. Auch die Mutantenstadl-Fernseh-Moik-Zuschauer wachsen nach. Alles abschalten ausser Arte und 3sat. Dann kann man solche menschlichen Katastrophen wie Mixa nur noch auf BibelTV bewundern. Da gehört der hin und nirgendwo sonst.

       
  11. Andreas P

    18. Februar 2010 at 01:56

    Wieher! Lol!

    Na ja, was soll schon man erwarten, wenn die Logik in den Mixer gerät? Natürlich nur gequirle…

     
  12. DeeTee

    18. Februar 2010 at 14:39

    Bei soviel geballtem Unsinn sträuben sich mir die Nackenhaare!

    Aber was mir wirklich Angst macht, ist, dass es trotz Aufklärung, Allgemeinbildung, Internet etc und den fantastischen Fortschritten der Wissenschaft auf allen Fronten eher mehr Unvernunft, Dummheit und Ignoranz in Glaubensfragen gibt. Gerade die fanatischen Gläubigen nehmen eher zu denn ab (Kreationisten, Evangelikale, Islamisten etc.)! Warum ist das so?

     
  13. fatalfraktal

    20. Februar 2010 at 18:08

    Der Mann ist krank! Wenn ich so einen geballten Schwachsinn lese und mich bei wenigstens jedem zweiten Satz frage, ob es sich nicht doch “nur” um böse Satire handelt, empfehle ich Herrn Mixa einen Arzt bzw. Psychologen aufzusuchen. Herr Mixa, ich meine es nur gut mit Ihnen.

     
 
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