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Küsst die Muslime

17 Feb

Nennt sie die süßen Schnuckerchen, gebt ihnen Bonbons und Zuckerchen!

Der Anwärter auf den neuen Islam-Lehrstuhl an der Universität Münster, Mouhanad Khorchide, forderte mehr Entgegenkommen von den Deutschen gegenüber Muslimen: „In unserer Gesellschaft sollte Platz für alle sein.“

Diese Forderung hinterließ einen etwas zwiespältigen Eindruck bei mir, weil ich unmittelbar zuvor folgende Meldung gelesen hatte:

Weil er Terroranschläge in Deutschland und Österreich geplant hat, ist der gebürtige Marokkaner Said Namouh heute von einem Gericht im kanadischen Quebec zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Klingt gut, dass in unserer Gesellschaft Platz für alle sein sollte. Aber natürlich stimmt das überhaupt nicht. Hier ist weder Platz für die Mafia, für Massenmörder und Tyrannen, noch ist hier Platz für Jihadisten. Es gibt eine ganze Reihe von Personen und Gruppierungen, auf die wir bei aller Offenheit und Toleranz gut und gerne verzichten könnten.

Muslime gehören nicht per se dazu. Italienische Mafiosi halten uns auch nicht davon ab, Durchschnittsitaliener hier willkommen zu heißen. Und doch gibt es unter Muslimen im Gegensatz zu Italienern eine größere Gruppierung, die ich jedenfalls hier nicht haben will, die ich eigentlich nirgendwo haben will. Khorchide ist viel zu großzügig:

Muslimen müsse vermittelt werden: „Wir haben in der deutschen Gesellschaft auch Platz für eure Moscheen, für eure Minarette, eure Kopftücher. Ihr seid willkommen, so wie ihr seid.“

Ach echt? Minarette hätten immerhin den Vorteil, dass sich Pfarrer und Bischöfe darüber aufregen würden. Der Nachteil ist, dass sie als Herrschaftssymbole dienen und Orte, an denen ein Minarett steht, orthodoxen Muslimen als islamisch oktroyiert gelten. Kopftücher haben den Vorteil, dass muslimische Frauen sich die Haare nicht kämmen müssen und den Nachteil, dass sie ein Symbol der Unterdrückung und ein Mittel der Unterdrückung sind – schon mal eine junge Frau getroffen, die keinen Wert auf eine schöne Frisur gelegt hat? Vielleicht ist das nur eines meiner sexistischen Vorurteile, aber ich glaube, dass Frauen gut aussehen und bewundert werden möchten.

Moscheen fördern die Bildung von Parallelgesellschaften. Ich kann so sehr auf Moscheen verzichten wie auf evangelikale Kreationistentempel. Eine Geschlechtertrennung, wie es sie in Moscheen gibt, findet man nur noch in christlich-fundamentalistischen Randgemeinden und die Tatsache, dass Attentäter des 11.9., inklusive Mohammed Atta, in der Hamburger Al-Kuds-Moschee am Steindamm zum Gottesdienst gingen, stimmt mich nicht Moschee-freundlicher. Ob man Moscheen darum verbieten sollte, ist eine andere Frage, aber muss man religiös-reaktionäre Muslime auch noch einladen und explizit hier willkommen heißen?

Nein. Ich bin eher dafür, dass wir jetzt Klartext reden: Wenn ihr hier leben wollt, müsst ihr euch an die freiheitliche Grundordnung halten. Dazu gehört das Recht auf Leben, Selbstbestimmung – auch von Frauen, die Gleichheit vor dem Gesetz, das Recht auf körperliche Unversehrtheit und vieles mehr. Ehrenmorde sind draußen, Zwangsheiraten sind draußen, fundamentalistische Indoktrination von Kindern ist draußen. Schulpflicht ist drin, inklusive Teilnahme an Schwimmunterricht und Klassenfahrten. Kopftuch und vor allem Burka sind draußen. Märtyrertum und Heiliger Krieg sind sowas von draußen. Und wenn’s euch nicht passt, dann bleibt, wo ihr seid.

Ich komme nicht umhin, mich angesichts von Khorchides Aufruf zum Muslime-knutschen an ein Gedicht von Kurt Tucholsky erinnert zu fühlen, so mal rein assoziativ:

Rosen auf den Weg gestreut

Ihr müßt sie lieb und nett behandeln,

erschreckt sie nicht – sie sind so zart!

Ihr müßt wie Palmen sie umwandeln,

getreulich ihrer Eigenart!

Pfeift eierm Hunde, wenn er sie ankläfft:

küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft!

Wenn sie in ihren Sälen hetzen,

sagt, “Ja und Amen – aber gern!

Hier habt ihr mich – schlagt mich in Fetzen!”

Und prügeln sie, so lobt den Herrn.

Denn Prügeln ist doch ihr Geschäft!

Küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft!

Und schießen sie: du lieber Himmel,

schätzt ihr das Leben so hoch ein?

Das ist ein Pazifisten-Fimmel!

Wer möchte nicht gern Opfer sein?

Nennt sie: die süßen Schnuckerchen,

gebt ihnen Bonbons und Zuckerchen . . .

Und spürt ihr auch in euerm Bauch

den Hitlerdolch, tief, bis zum Heft:

Küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft!

Danke an Rolf Degen für den Hinweis!

 
13 Comments

Geschrieben von am 17. Februar 2010 in Politik, Religionskritik

 

13 Antworten zu Küsst die Muslime

  1. RandyFisher

    17. Februar 2010 at 22:57

    Endlich mal jemand, der sich traut, Klartext zu reden. Respekt! Unser Piraten-Aaron bekommt für sowas eins auf die Mütze. ^^

     
  2. Martin

    17. Februar 2010 at 23:03

    Tja,toll… und das Appease und Gefordere und Anpassung und Toleranz fordern, fordern, fordern,geht lautstark weiter.

    Es fehlt wirklich eine nicht faschistische vehement anti-islamische Partei, die klar zum Ausdruck bringt:

    Nein, wir wollen Euch zum großen Teil absolut NICHT wie Ihr seid.

    Was tatsächlich fehlt, ist die klare,deutliche Aussage: Wir wollen den Islam, diese debile, stupide, narzisstische, dauerbeleidigte, totalitär Scheiß-Religionsideologie nicht.
    Ob Türken, Iraner, Iraker, egal woher, Ihr seid uns alle willkommen, wenn Ihr Euch an unsere Lebensweisen, unsere Werte, unsere Vorstellungen und unsere Moral anpaßt und Euch einfügt.
    Das hat absoluten Vorrang. Könnt oder wollt Ihr den Islam nicht so leben und anpassen, das er dazu paßt (und nicht umgekehrt), dann wollen wir Euch nicht.

    Dann wollen wir eure Intoleranz, bei gleichzeitigen eigenen Maximalforderungen nicht.

    Es gibt nichts, aber auch keinen einzigen Punkt, in dem islamische Gesellschaften besser oder wünschenswerter wären und es gibt keinen einzigen Punkt, der durch “mehr Islam” und mehr Freiraum für den Islam verbessert würde.

    Eine menschlichere,tolerantere und bessere Gesellschaft durch mehr Freiraum und Einfluß für den Islam, egal wie er daherkommt, erreichen zu wollen, ist völlig paradox.

     
  3. HFRudolph

    17. Februar 2010 at 23:25

    „Wenn ihr hier leben wollt, müsst ihr euch an die freiheitliche Grundordnung halten.“

    Verbal bestätigen das ja viele ganz schnell, wenn sie damit ein Problem los sind. Die Einzelfälle haben es dann aber doch in sich. Als Testfragen hinsichtlich der Grundrechtstauglichkeit bieten sich die Einschätzungen hinsichtlich folgender Sachverhalte an:

    1. Moslem M verabscheidet sich vom Islam und wird Atheist.
    2. Ex-Moslem M sagt fortan öffentlich, dass es Allah gar nicht gibt und bewertet in ethisch.
    3. Ex-Moslem M bewertet den Islam erkenntnistheoretisch.
    4. Ex-Moslem M meint, dass Mohammed kein Prophet war und bewertet dessen Verhalten auch ansonsten ethisch und tut dies auch öffentlich und gegenüber Moslemen kund.
    5. Ex-Moslem M missioniert Moslems für den Atheismus.
    6. Was würden Sie mit Salman Rushdie machen?

     
  4. HFRudolph

    17. Februar 2010 at 23:26

    „ihn“, es sollte ihn heißen, „bewertet ihn ethisch“…

     
  5. Alexander

    18. Februar 2010 at 04:18

    … endlich sagt mal einer , was schon lange gesagt werden musste. Das ständige Getöse um den Islam und die ständigen Forderungen schlecht identifizierbarer islamischer Gruppen gehen mir auf den Geist. Ich wünsche mir, das sich unsere ganze Intergrationsgilde auch mal so intensiv mit der 10x größeren nichtreligiösen Bevölkerung beschäftigen und auf unsere Wünsche eingehen würde, statt uns aufzufordern unseren muslimischen Mitbürgern alles nachzutragen.

     
  6. PlainCitizen

    18. Februar 2010 at 08:57

    Zuneigung gibt’s nicht auf Forderungen hin. Und niemand muss einen anderen Willkommen heissen. Der gute Mouhanad Khorchide weiss offensichtlich nicht, wie die menschliche Gesellschaft ausserhalb der Sandhaufen-Ideologie funktioniert.

     
  7. Dominik

    18. Februar 2010 at 13:36

    Was ist denn das für eine komische Argumentation.
    Du hängst Deine Argumentation an einer Forderung von Mouhanad Khorchide auf, der lediglich Respekt und Anerkennung von Muslimen in der deutschen Gesellschaft fordert. Was ist denn jetzt daran so falsch?
    Natürlich heisst das nicht das alles was von Muslimen getan wird zu respektieren ist (genausowenig wie von Christen oder Atheisten). Es fordert ja kein Persilschein (oder Gefängnis-Frei Karte) für alles Muslime oder gar generelle Toleranz.
    Du vermengst da, glaube ich, eine generelle Ablehnung von Religion im allgemeinen und Islamkritik im speziellen. Also Muslimen den Respekt abzusprechen, nur weil es von einzelnen verantwortete, nicht tollerierbare Taten gab und gibt, halte ich für etwas zu polemisch.

     
    • PlainCitizen

      19. Februar 2010 at 07:52

      Respekt verdient man sich.

       
      • Amazone

        19. Februar 2010 at 21:39

        Eine öffentliche Distanzierung von Terror und Verurteilung religiös motivierter Gewalttaten wäre schon mal ein Grund, ihnen mehr Respekt entgegenzubringen. Aber darauf wartet man – nicht nur bei Herrn Khorchide – bekanntlich vergebens. Aus diesem Grund haben sie sich bis dato als “Gruppe” keinen Respekt verdient.
        Freches Fordern und chronisches Beleidigt-Sein führen zu allerlei Gefühlsregungen bei Nich-Muslimen, aber sicher nicht zu mehr Achtung ihnen gegnüber.

         
  8. dubiator

    19. Februar 2010 at 11:38

    Wo man Menschenrechtsverletzungen zuläßt, nur weil sie religiös “begründet” werden, da wird Toleranz zur Tollerei.

     
  9. Yasemin

    19. Februar 2010 at 11:57

    @martin und andere: Wieso schreibt ihr direkt an die Moslems und nicht über sie?
    Ich meine, den Fundamentalisten wird dieses blog spurlos am Ar*** vorbeigehen (sofern sie überhaupt lesen und erst recht verstehen können). Und die Gegner sind eh eurer Meinung.

     
 
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