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Keine Menschenrechte für Amnesty-Kritiker

15 Feb

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Als Gita Sahgal die Menschenrechts-organisation Amnesty International für ihre Verbindungen zu Islamisten kritisierte, wurde sie entlassen. Nun fürchtet sie um ihre Sicherheit. Menschenrechtler weigern sich, Sahgal zu verteidigen.

Positiv kann man anmerken, dass sich in diesem Fall eine Zeitung konsequent auf die Seite von Sahgal stellt. Es kommt ja nicht mehr häufig vor, dass sich die Medien auf die Seite der Guten schlagen, stattdessen betreiben sie Relativismus und setzen Islamkritiker mit Islamisten gleich. Die lobenswerte Zeitung ist die britische Sunday Times. Und dort erfährt man über die Ereignisse der letzten Woche:

Zu sagen, dass die vergangene Woche schwierig für Sahgal war, wäre eine Untertreibung. Sie fürchtet um ihre Sicherheit und um die ihrer Familie. Sie hat – zumindest zeitweise – ihren Beruf verloren und es hat sich als so gut wie unmöglich für sie herausgestellt, jemanden zu finden, der sie in einem potenziellen Beschäftigungsprozess verteidigen würde. Sie hat die Menschenrechtsanwälte, die sie kennt, angerufen und sie alle haben mit Berufung auf einen Interesssenskonflikt abgelehnt, ihr zu helfen.

“Obwohl es heißt, dass wir alle verteidigen müssen, egal, was sie getan haben, so verdient man offenbar keine Verteidigung von Bürgerrechtsorganisationen, wenn man eine säkulare, atheistische asiatisch-britische Frau ist”, sagt sie trocken.

Sahgals Kritik richtete sich gegen Amnestys Unterstützung  von Moazzam Begg, ein ehemaliger Guantanamo-Insasse, der seit seiner Freilassung durch die britischen Medien tourt, um auf die Rechte von Islamisten aufmerksam zu machen. Über die Menschenrechtsverletzungen der Taliban sagte Begg laut der Sunday Times:

Ich habe sie gesehen, weil ich dort gelebt habe. Aber ich habe gesehen, dass Amerikaner mehr Menschenrechtsverletzungen begehen, das kann ich Ihnen versichern. Aber ich habe nicht gesagt, dass wir nicht mit den Amerikanern reden sollten.

Amerikaner sind also gefährlicher als die Taliban? Ich denke, spätestens jetzt sollte jeder wissen, in welchem Camp sich Begg aufhält. Ratet mal, mit wem er Sahgal vergleicht:

Er kontert Sahgals Ansicht, indem er sagt, dass sie auf ihre eigene Weise eine Fundamentalistin sei: “Sie setzt sich dafür ein, dass sich die Regierung nicht einmal mit dem britischen Muslimrat trifft. Das ist keine normale Haltung.”

Dabei ist Gita Sahgal durchaus der Meinung, Amnesty müsse auch die Menschenrechte von Terroristen verteidigen. Aber:

Wenn die Männer, die in Guantanamo gefangen sind, weiße Faschisten wäre, dann, so sagt sie “würden wir sie hoffentlich verteidigen. Wir müssten sie verteidigen – aber wir würden sie danach nicht unbedingt auf 50 oder 100 Bühnen stellen”. Das Problem, glaubt sie, liege darin, dass Menschenrechtsorganisationen daran glauben wollten, dass sie “perfekte Opfer” repräsentierten.

“Aber ein Opfer kann auch ein Täter sein”, sagt sie. “Das ist leicht zu verstehen.”

Zwar hat ein weiterer Amnesty-Angestellter, Sam Zarifi, die Verbindungen der Organisation zu Islamisten kritisiert. Aber insgesamt steht zu bezweifeln, dass sich die Beziehungen zwischen Amnesty und Moazzams Beggs Organisation Cageprisoners abkühlen könnten:

“Es sieht so aus, als würde das nicht geschehen”, sagt [Gita Sahgal]. “Es sieht so aus, dass sich die Beziehung zu mir abkühlt.”

Wenn das so weitergeht, wird vielleicht bald Amnesty International auf die Liste der Terrorverdächtigen gesetzt und vom Verfassungsschutz beobachtet. Das wäre ein gelungener Höhepunkt dieser grotesken Komödie, auch wenn es schon lange nichts mehr zu lachen gibt.

Mehr zum Thema: Amnesty und die Jihadisten

 
8 Comments

Geschrieben von - 15. Februar 2010 in Politik, Religionskritik

 

8 Antworten zu Keine Menschenrechte für Amnesty-Kritiker

  1. PlainCitizen

    15. Februar 2010 at 11:21

    Nun fürchtet sie um ihre Sicherheit.

    Und damit ist klar, dass Ihre Kritik berechtigt ist.

     
  2. Frank

    15. Februar 2010 at 12:23

    “Insaße”?

     
  3. Martin

    15. Februar 2010 at 13:24

    Tja….. nach Human Rights Watch nun auch Amnesty. Man müsste sich wirklich fragen, ob nach der Unterwanderung und Übernahme der UNO nun auch noch dasselbe bei den NGOs stattfindet. Oder schon stattgefunden hat.

     
  4. Frederik

    15. Februar 2010 at 14:15

    Das ist eine traurige Entwicklung. Habe gerade ein aktuelles BBC-Interview mit Gita Sahgal gefunden:

     
  5. folgsam

    15. Februar 2010 at 14:57

    Die Amerikaner sind natürlich nicht schlimmer als die Taliban.

    In Guantanamo, Abu-Ghraib und wahrscheinlich vielen weiteren Geheimgefängnissen des CIA (klingt verschwörerisch, ist aber allgemein bekannt dass es diese gab(?) ) waren sie jedoch genauso schlimm. Bestialische Foltermethoden die man so sonst nur von ausgesuchten Terrororganisationen zb. der Rothen Khmer oder der spanischen Inquisition kennt.
    Leider wird das zur Zeit in der neuen Obamaregierung (tatsächlich einer meiner größten Kritikpunkte) totgeschwiegen und auch die Medien scheint das nicht groß zu interessieren.
    Ausgesprochene Kriegsverbrecher (nicht wegen Irak und Afghanistan an sich!) wie Cheney sind noch auf freiem Fuß und man muss sich fragen, auf welchem Planeten wir eigentlich leben.

    Einem Talibankämpfer jedoch eine Bühne zu geben ist nichtsdestotrotz ekelhaft.
    Freie Rede schön und gut, aber wenn ich ein Mikrofon habe muss ich ja nicht jeden Nazi dran lassen nur weil er gerne was sagen würde.

     
  6. Yasemin

    16. Februar 2010 at 08:18

    @Folgsam: Wie konntest du das nur in diesem Blog behaupten? In Guantanamo wird und wurde nicht gefoltert, Herrgottnochmal! Und sterben tun die Insassen auch nur durch Selbstmord :-)
    Grundsätzlich ist mir persönlich der Tod von Terroristen und Schwerstkriminellen einerlei, wenn man diese Tat auch beim Namen nennen kann: Todesstrafe oder eben zu-Tode-Folter.

     
  7. Martin

    16. Februar 2010 at 12:01

    @Folgsam: Stimmt schon. Aber auffällig ist doch die völlige Unverhältnismäßigkeit des Protestes und der Aufmerksamkeit. Weder in der Grausamkeit, noch in der schieren Menge sind diese Greuel auch nur ansatzweise vergleichbar, mit dem was in den meisten islamischen Ländern regulär, alltäglich mit oppositionellen passiert.
    Will nur keiner sehen. Warum eigentlich nicht? Sind das im Gegensatz zu den Amis eh alles zurückgebliebene,perverse Wilde, so daß man sich die Mühe nicht machen braucht, oder warum?

     
 
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