Für eine neue Studie wurden 67 christliche Studenten in Florida gebeten, entweder für einen Freund zu beten (links im Graphen), ein allgemeines Gebet zu sprechen (Mitte) oder etwas Positives über einen Freund zu denken (rechts). Dies mussten sie jeden Tag vier Wochen lang tun.
Beten und Vergeben
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Jetzt aber bloss das Gebet der Christen (Gespräch mit fiktivem Gott) in den gleichen Topf werfen wie das die rituelle Unterwerfungsgeste der Muslime. Letzteres hat wohl eine ganz andere Wirkung.
„Die Forscher haben nun den Grad der Vergebung gemessen, den die Versuchspersonen ihrem Freund gegenüber empfanden.“ Klingt ja nach professioneller Doppelverblindung.
Wie mißt man eigentlich den Grad der Vergebung, den jemand empfindet? Auf welcher Skala hat man die Werte von 1 bis 7 zu interpretieren? Vielleicht in Jesus: Ein Jesus ist die Vergebung, die man benötigt, damit ein Steinwurf von 1000g Masse aus 1m Höhe senkrecht auf den Kopf vergeben wird.
Und da sage mal einer, bei Tierversuchen werde statistisch unsauber gearbeitet!
Mensch, lest halt die Studie, wenn euch eine Detailfrage interessiert, und behauptet nicht gleich, dass etwas daran nicht stimmt!
Wenn man jemanden anweist, etwas zu tun, und hinterher Fragen stellt, die offensichtlich damit etwas zu tun haben, das ganze auf eine uneindeutige Art in Zahlen von 1-7 umrechnet, kann man doch hinterher nicht behaupten, etwas gemessen zu haben. Wenn man jemandem sagt, er solle beten, gibt er hinterher natürlich frommere Antworten, einfach um nicht zu enttäuschen. Ob er wirklich gebetet hat oder ob er bei den Antworten flunkert, weiß niemand.
Übrigens wird das benutzte Verfahren (ANCOVA) bei Tierversuchen kaum erlaubt, weil die Modellierung der Kovariaten zu störanfällig ist. Also, wo wird mehr geschlampt: Bei Tierversuchen oder Psycho/Soziostudien?