Richard Dawkins über Abtreibung

Die rechtskonservativ-christliche Gruppierung Focus on the Family sponsort einen Werbeclip gegen Abtreibung mit Football-Star Tim Tebow, der während dem „Super Bowl“ (US-Football-Nationalmeisterschaft) ausgestrahlt wird. Der Themenbereich „On Faith“ der Washington Post fragt, ob es in Ordnung ist, dass ein solcher Werbeclip zu einem großen Sportereignis ausgestrahlt wird.

Richard Dawkins geht in seiner Antwort auf die Abtreibungsproblematik und den „Großen Beethoven-Fehlschluss“ ein.

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Veröffentlicht in: on 8. Februar 2010 at 16:01  Kommentare (6)  

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6 Kommentare Einen Kommentar hinterlassen

  1. Dem Argument, dass jede ausgelassene Gelegenheit zur Zeugung eines Kindes auch als Quasitotschlag gelten müsse, kann man m.E. tatsächlich damit begegnen, dass es einen Unterschied macht, ob das Leben bereits gezeugt ist oder nur nicht gezeugt wird.

    Anderer Ansatz..

    Wenn das als logisch durchgeht:
    „Ärzte empfahlen seiner Mutter, ihn abtreiben zu lassen, aber sie weigerte sich und das ist der Grund, warum Tim [Tebow, ein Football-Star]heute hier ist. Also ist Abtreibung eine schlechte Sache.“

    muss dies auch als logisch durchgehen:
    „Ärzte empfahlen seiner Mutter, ihn abtreiben zu lassen, aber sie weigerte sich und das ist der Grund, warum Hitler lebte und den Tod von ca. 50 Mio. Menschen verursachte. Also ist Abtreibung eine gute Sache.“

    • Was für einen Unterschied soll das bitte machen?

      • Logischer finde ich:
        „Seine Mutter bat seinen Vater, sie nicht zu vergewaltigen. Er tat es aber trotzdem und das ist der Grund, warum Tim heute hier ist. Also ist das Verhindern von Vergewaltigungen eine schlechte Sache.

      • @Stefan
        unklar, was du meinst. Mir ging es darum zu zeigen: wenn man mit der praktisch gleichen Argumentation These und Antithese begründen kann, dann stimmt mit der Argumentation etwas nicht.

      • @lassederner
        hat den gleichen Schönheitsfehler wie mein Argument: ein Harcore-Abtreibungsgegner würde deine These ohne zu zucken unterschreiben, Vergewaltigt s…egal, Embryo for ever. Um zu meinen, auch Hitler hätte nicht abgetrieben werden dürfen, müsste er schon wesentlich „hardcoriger“ sein, wahrscheinlich hätte er damit aber auch kein Problem. Wäre doch mal ‘ne interessante Frage an die Fraktion der Embryonenschützer. Wenn man potenzielle Beethovens nicht abtreiben darf, darf man dann potenzielle Hitlers abtreiben? Und wenn man es ja so früh gar nicht wissen kann was es denn wird, ist dann die ganze Argumentation etwas dämlich?

  2. gar keinen, weil:
    „Das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass jeder einzelne von uns, astronomischer Unwahrscheinlichkeit zum Trotze, Glück hat, am Leben zu sein.“

    wir sollten also dankbar sein für hitler! die ganzen kinder, die ohne den krieg nicht zu welt gekommen wären! (Flucht und vertreibung! vergewaltigte Frauen! Was für eine gewaltige Durchmischung des weltweiten Genpools!!)
    [Sarkasmus Ende....nein, ich verherrliche hiermit NICHT Krieg, Shoah, Faschismus, Rsssismus oder Charley Chaplin - ]

    Wie Dawkins später schreibt: wer nicht geboren ward, kann sich nicht beschweren und hat auch gar keinen Grund dazu (wie schon in der Bibel steht *ätsch* (Hiob, Kohelet u.a. ). Wobei ich hinzufügen möchte: dank all der verpaßten gelegenheiten, sich eine der vielen gemeinheiten der welt einzufangen. also tut Euren Kindern den Gefallen und bringt sie BITTE nicht zur Welt.


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