Jetzt heulen sie wieder rum, weil ich Volker Pispers Art von „Humor“ für superdämlich halte. Aber es gibt ja auch gute Comedy, die meine offizielle Absegnung als gute Comedy erhält, zum Beispiel Vince Ebert und Dieter Nuhr, hier Nuhr über Religion (neu):
Und sein zweitneuestes Video:












In dem Zusammenhang darf Jürgen Beckers „Ja, was glauben Sie denn?“ natürlich auch nicht fehlen. Und Eckart von Hirschhausen geht ungefähr in dieselbe Richtung wie Vince Ebert, nur halt mit dem Thema Medizin statt Physik.
Und ein absolutes Muß: Hagen Rether über den Papst
sehr cool!
Ja, bei B16 – da bleibt mir das Lachen im Halse stecken, weiß Gott!
Ich finde der Hagen Rether schwankt immer so zwischen genial und völlig daneben, auch in dieser Nummer. Ich weiß nicht so recht, was ich von ihm halten soll.
auch schön:
Na ja, Hagen Rether gehört ja eher in die gleiche Kategorie wie Pispers. Papst-bashing ist beim links“intellektuellen“ Publikum schwer angesagt. Bei etlichen Sachen von Rether rollen sich mir die Fußnägel hoch. Dann schon lieber Jürgen Becker mit seinen kölschen Religions-Kalauern.
Im Gegensatz zur deutschen Kabarett/Comedy-Landschaft kann man bei den Amis ein paar echte Perlen entdecken. Mein Favorit: Louis C.K.
Achtung, das Video ist deutlich unter der Gürtellinie
Gerade Nuhr halte ich für relativ dämlich. Er kriegt nicht immer die Kurve zwischen Zynismus und „Hey schaut her wie wenig ich verstehe“.
Stimmt. Aber insgesamt finde ich es doch gelungen.
Eckhart ist kool – obwohl er nach eigenen Angaben ans Grosse G glaubt. Was seiner Freundschaft mit V. Ebert aber nicht zu schaden scheint.
Lewis Black
Also, der ist ja mal wirklich großartig, dachte ich kriege keine Luft mehr die ersten zwei Minuten.
Den Sack voller Fossilien schaff ich mir auch noch an.
Nach dem wir erfahren haben, dass Volker Pispers’ Humor superdämlich ist, erleben wir heute gute Comedy.
Und man kann natürlich verstehen, dass nach Vince Eberts spritziger und völlig überraschender Pointe, dass er der dritte Physiker sei, der im Kabarett arbeitet, er erst mal eine gewisse kreative Pause braucht und es dann bei der Suche für den nächsten Gag bei Zitaten auch nicht so genau nimmt (s. http://de.wikiquote.org/wiki/Albert_Einstein ). Die weiterführenden zum Denken anregenden Witze darüber, wie dumm doch alle sind, hielten mich so gefangen, dass ich kaum zum Lachen kam.
Wie wären nicht auf feuerbringer.com, wenn nicht auch Religionskritik zur Unterhaltung vorgebracht wird. Dieter Nuhr spricht sich klar für die Meinungsfreiheit bei der Religionskritik aus. Immer schön im Rahmen des Gesetzes natürlich, weil.. ja, warum eigentlich? Zumindest für mich bedarf es keiner sonderlichen Kreativität, um aus §166 StGB eine Bestrafung für Islamkarikaturen abzuleiten.
Wenn Pispers Humor superdämlich ist, dann fehlen mir zumindest die passenden Adjektive für diese Unterhaltung hier. Da bleibe ich lieber bei etwas wie http://www.youtube.com/watch?v=w6z8BKyg3yA wenn ich mal lachen will. *achsel zuckend*
Natürlich geht es bei Pispers überhaupt nicht darum, wie blöde jeder ist – der sich außerhalb des Zuschauerraums befindet.
Es gibt auch gute „Youtuber“.ZB Edward Current, aber vielleicht ist der hier ja eh schon bekannt. Kenn ich den vielleicht sogar durch diesen Blog?
http://www.youtube.com/user/EdwardCurrent
Vince Ebert und Hirschausen widern mich an, was damit zu tun hat, dass dort vorgegaukelt wird, Bildunsinhalte mit einer humorvollen Attitüde zu präsentieren. Das in Wahrheit halbgebildete Publikum kauft sich dann einen humorvollen Gesundheitsratgeber von Hirschhausen, wenn sie etwas über Krankheiten wissen wollen. Das ist schon eine seltsame Tendenz. Aber sicher braucht Geschmack keine Argumente, wer wen toll findet, soll das weiterhin auch Argumente können dürfen. Man muss ja nicht den einen schlecht reden, damit der andere toll wird.
Desweiteren sollte man sich den Unterschied von Comedy und Kabarett vor Augen halten (ja den gibt es und ja, der scheint wohl wichtig zu sein, sonst ließe es sich wohl kaum verstehen, dass das geneigte Mario-Barth-Publikum sich kaum mit der Tragweite der Gedanken eines ..sagen wir mal Georg Schramm belasten kann). Rether und Pispers machen politisches Kabarett, Georg Schramm und Mathias Richling auch, obwohl Richling die Parodie so gut beherrscht, dass es fast wie Comedy anmutet, nur dass das Publikum ein anderes ist. Ebert, Hirschhausen und Nuhr machen Comedy, nur mit dem Bildungsanstrich, der in meinen Augen misslingt, weil er auf eine herabsetzende Grunddifferenz zum Publikum setzen muss. Das gehört zwar heute zur Basiserfahrung des Zuschauers in solchen Veranstaltungen, aber ich halte diese „Bildungscomedy“ für einen überschätzten Trend, der sich totläuft, je mehr Leute da mit machen.
[http://www.youtube.com/watch?v=RkNddCXSLvM]
@carloihde:
Aus der Perspektive von Kabarett und Comedy gebe ich Dir Recht: Hirschhausen, Ebert und Co. werden langfristig keine große Rolle spielen. (Man könnte vielleicht sogar noch Bastian Sick dazuzählen.) Mir ist es allerdings lieber, wenn die Leute etwas von Hirschhausen lesen als von (Dietrich) Grönemeyer.
Aber wenn ich es aus der Sicht der Wissenschaft betrachte, so bietet das Kabarett *eine* Möglichkeit, den Elfenbeinturm zu überwinden und Menschen zu erreichen, die sich weniger für Wissenschaft interessieren. Derer gibt es sehr viele.
Und es trifft meinen persönlichen Geschmack. Denn selbst gutgemachte Wissenschaftsdokumentationen z.B. auf arte langweilen mich oft, da ich – bereits gut informiert durch Internet und Printmedien – durchs Fernsehen selten Neues erfahre. Und „Wissenschaftsshows“, bei denen B-Promis erraten dürfen, ob es gefährlich ist, an einen Weidezaun zu pinkeln, kommen für mich schon gar nicht infrage.
Hinzukommt, daß mir Ebert und Hirschhausen auch ein wenig als Anschauungsmaterial dienen, versuche doch auch ich beruflich, Menschen komplizierte Zusammenhänge auf anschauliche und unterhaltsame Weise nahezubringen. Das heißt nicht, daß ich „kopieren“ will. Aber ich merke z.B. bei Hirschhausen sehr genau, wann er sein Publikum überfordert hat und dann versucht, sich in den nächsten (flacheren) Gag zu retten. Man muß den Vortrag halt an der Zielgruppe ausrichten, und nicht daran, worüber man selbst und seinesgleichen gerne lacht.
Und ich muß neidlos gestehen, daß Leute wie Mario Barth oder Atze Schröder ganz offensichtlich eine wesentlich größere Zielgruppe haben. An die werden Vince Ebert und Co. schwerlich herankommen. So wie z.B. auch Dieter Hildebrandt nie Leute erreichte, die sich nicht für Politik interessieren.
Noch ein Wort zu Hagen Rether: Viel Tiefgang hat der eigentlich nicht. Aber ich bewundere seine Art, Dinge gerade beiläufig zu erwähnen, bei denen sämtliche Wächter der Political Correctness aufjaulen. Es gehört schon eine Menge Mut dazu, sich als „Künstler“ bei der Mehrheit unbeliebt zu machen. (Wie auch Henryk M. Broder als Schreiber.)
Kein Wort von mir über Volker Pispers? Den mag ich einfach nicht…