Die Frau von Ex-Premierminister Tony Blair, Cherie Blair, arbeitet momentan als Richterin. Sie hat einem streng religiösen Muslim namens Shamso Miah laut dem Telegraph eine Haftstrafe erspart, weil er ein „religiöser Mensch“ sei.
Miah hat einem Mann den Kiefer gebrochen, nachdem er sich mit ihm in einer Warteschlange der Llyods Bank gestritten hatte. Dem Telegraph zufolge sagte Blair zu Miah im Inner London Crown Court:
„Ich werde dieses Urteil für zwei Jahre aufheben, weil Sie eine religiöse Person sind und vorher nicht in Schwierigkeiten waren.“
Über den tätlichen Angriff sagte sie: „Sie sind ein religiöser Mensch und Sie wissen, dass dies kein akzeptables Verhalten ist.“
Der Telegraph und die Times veröffentlichten Beiträge, welche diese Entscheidung von Cherie Blair verteidigen. In dem Times-Beitrag wird auf die Moral von Gläubigen hingewiesen, die sie offenbar schon laut Definition haben sollen. Dann weisen wir einfach mal auf das 16-jährige Mädchen hin, das vor rund einem Monat in der Türkei lebendig begraben wurde, weil es mit Jungs gesprochen hatte. Gläubige sind so moralisch, da bleibt einem glatt die Luft weg.
Der Philosoph Daniel Dennett plädierte in einem Vortrag bei der Atheist Alliance International 2009 dafür, dem Status Quo entgegenzutreten, laut dem man Religion nicht kritisieren dürfe wie andere gesellschaftliche Bereiche, etwa Politik oder Kunst. Er erklärte auch, wie Theologen ihrem Glauben eine geheimnisvolle Aura verleihen. Nun sieht man, wohin das führen kann, wenn sogar Richter und einflussreiche Journalisten in der westlichen Welt meinen, Religion wäre Grund genug, einen Kriminellen nicht zu verurteilen.
(Ein Auszug aus der Presseschau vom Evo-Magazin)













Warte mal… habe ich etwas verschlafen? Haben wir schon 1.April? Das ist ja nicht zu glauben.
Ich kann Bebu nur zustimmen. Zuerst dachte ich, das wäre wieder eine Satire. Aber in GB haben die ja sowieso ein merkwürdiges Verhältnis zu Religionen. Insbesondere zum Islam.
Aber jetzt mal ehrlich: Ist das wirklich passiert?
Nachdem ich den ersten Ekel Mdm. Blair betreffend tapfer hinuntergewürgt habe: was bedeutet „Urteil für zwei Jahre aufheben“? Ist es eine Art Bewährung? Dagegen wäre im konkreten Fall wohl nichts einzuwenden. Weshalb Mdm. hierzu die Religiosität des Täters bemüht… wer weiß schon was im Gehirn mancher Richter vorgeht, und möchte man es tatsächlich wissen?
Miss Booth, who has made no secret of her strong Roman Catholic faith, appeared to indicate that she was taking into account Miah’s religious beliefs as she opted for a lenient sentence.
“I am going to suspend this sentence for the period of two years based on the fact you are a religious person and have not been in trouble before,“ she told him at Inner London Crown Court.
So heißt es im Artikel. Die Kommentare dazu in der Times und im Telegraph sind absolut unglaublich. Die haben wirklich kein Problem damit, wenn religiöse Straftäter milder bestraft werden, weil sie ja moralischer sind (was man angesichts ihrer Straftaten als halbwegs zurechnungsfähiger Mensch bestreiten könnte – aber das kümmert die offenbar nicht).
wir sind wieder in …
der guten alten Zeit.
Nur mal angenommen, dass religiöse Menschen wirklich moralischer wären, also eine höhere, bessere Moral, meinetwegen auch Ethik hätten. Müßten sie dann nicht, wenn das alles bei der Strafbemessung auch nur irgendwie wirklich relevant wäre, nicht höher bestraft werden? Immerhin sind sie mit ihrer Tat von einem sehr hohen Niveau sehr tief gefallen und die Strafe sollte dies im Sinne des absurden Sühnegedanken doch irgendwie ausdrücken.
@Bebu: Sehr guter Gedanke! Würde ich aber noch etwas anders sehen, nicht in punkto „Wertigkeit“ der Moral, sondern angeblich erleichtert Religion ja moralisches Verhalten. D.h. religiöse Missetäter müssten wirklich schwerer bestraft werden, als nicht-religiöse, denn sie hätten es ja einfacher, moralisch zu handeln.
Ebenso beim oft gehörten Argument, ohne Religion gäbe es gar keine Moral…. eigentlich müssten also Religiöse deutlich härter bestraft werden.
Nee, also wissen Se, neee… – in Dhimmitannien ist ein religiöser Straftäter inzwischen moralischer als ein atheitistischer Unbescholtener?
Meine Güte, ist das Vereinigte Königreich auf den Hund gekommen.
(Pat Condell, übernehmen Sie!)
Soso, in England muss ein Strafttäter aufgrund seiner Religiosität seine zweijährige Haftstrafe nicht antreten und in Holland muss ein unbescholtener Bürger wegen seiner Religionskritik mit einer ebensolangen Haftstrafe rechnen.
Mr Condell dazu: http://www.youtube.com/watch?v=96ZUZ9CPZII
Richard Dawkins behandelt im „Gotteswahn“ das Thema Religion und Moral ausführlich. Auf Seite 318 resümiert er beispielsweise: „Jedenfalls sprechen die vorhandenen Forschungsergebnisse sicher nicht für die allgemein verbreitete Ansicht, religiöse Überzeugung sei mit höherer Moral verbunden.“ Auch Sam Harris bringt in „Brief an eine christliche Nation“ hierzu interessante Fakten und Überlegungen.
Osama Bin Laden würde sich glücklich schätzen, sollte Cherie Blair bei seiner Verhandlung den Vorsitz führen.
Osama wird sicher auch eine schwere Kindheit attestiert werden und eine unangemessene Benachteiligung bei der Ausübung seiner religiotischen Bekenntnisse. Da der Islam per Definition friedlich ist ergibt das ebenfalls 2 Jahre auf Bewährung. Bush wird sein Bewährungshelfer.
Das Urteil ist ganz im Sinne der Bibel:
2. Mose 21, 12-14: Wer einen Menschen so schlägt, dass er stirbt, wird mit dem Tod bestraft. Hat er ihn nicht absichtlich getötet, sondern Gott hat es durch seine Hand geschehen lassen, dann werde ich dir einen Ort bestimmen, wohin er fliehen kann…
Markus 16, 16-17 (Jesus sagt): „Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden. Wer aber ungläubig bleibt, wird von Gott verdammt werden.“
Weitere aufschlussreiche Zitate unter:
http://bibelzitate.npage.de/willkommen_50704105.html
Das Gegenteil ist der Fall: Wenn Cherie also jedem Religioten per se eine höhere Moral attestiert, wären deren Vergehen eher vorsätzlich und bandenmäßig. Also organisierte Kriminalität.
Wenn es um Argumente für Religiosität oder Begründung religiösen Glaubens geht, wird die Luft immer schnell ziemlich dünn. Ich bin jedenfalls noch keinem Argument begegnet, das sich nicht nach kurzem Nachdenken entweder als infantil, dumm, falsch, gefälscht oder alles zusammen erwies. Mit einer Ausnahme: Die These, religiöse Menschen seien aufgrund göttlicher Vorgaben „moralischere Menschen“ lässt sich nicht so ohne weiteres widerlegen (Ich weiß, dass die Pfaffen die These nicht wörtlich so formulieren). Wer beschafft sich schon wissenschaftliche Studien zu diesem Thema, liest sie und versteht sie auch? Das Gespenst des „moralischen Gläubigen“ (es tritt gern Hand in Hand mit dem „wahren Schotten“ auf), wird wohl noch lange durch die Welt geistern, offenbar hat ja nicht mal 9/11 es geschafft, hier ein Umdenken herbeizuführen. Ob Mdm. Richterin in einem 9/11 – Prozess den Schneid zu so einer Verlautbarung hätte?
„Ob Mdm. Richterin in einem 9/11 – Prozess den Schneid zu so einer Verlautbarung hätte?“
In Österreich wollen ja ausgerechnet die Konservativen (und Rechten), dass „religiös motivierte Delikte“ kein Milderungsgrund sind, sondern ganz im Gegenteil strafverschärfend wirken!
(Wobei sie aber wohl nur den Islam im Auge haben.)
Gegen den Widerstand der Linken, versteht sich…
Religio ist Meinung. Nicht mehr.
Religiosität=Geisteskrankheit – Neue Erkenntnisse…
Ein interessanter Artikel (“Hirnschäden verraten Sitz der Spiritualität“) in SPIEGEL Online bestätigt schon bereits bekannte wissenschaftliche Erkenntnisse, wonach spirituelle, also auch religiöse Erscheinungen, auf Hirn…