Würdet ihr Hitlers Anzug anziehen?

Angenommen, jemand schenkt euch den schwarzen Anzug – genau denselben –, den Adolf Hitler auf diesem Foto trägt. Der Anzug ist gewaschen und ohne Risse. Es ist äußerlich nicht zu erkennen, dass es sich um den Anzug von Adolf Hitler handelt und es sind keine Symbole darauf. Nehmen wir an, dass er euch passt. Würdet ihr ihn als eure Abendgarderobe tragen? Würdet ihr ihn zu einem Treffen mit der Bundeskanzlerin tragen, wenn man euch 100 Euro dafür bezahlt? Oder 1000 Euro?

Falls ihr den Anzug lieber nicht tragen würdet: Warum?

Veröffentlicht in: on 28. Januar 2010 at 16:58  Kommentare (41)  

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41 Kommentare Einen Kommentar hinterlassen

  1. ich bin mir sicher, dass jeder seinen preis hat, bei dem er schwach wird. andererseits ist der anzug „no go“! am ende, denke ich, wuerd ich mich aber dagegen entscheiden.

  2. Mir würde der Anzug nicht passen, wäre viel zu klein. Ich würde auch so keine Second Hand Anzüge tragen.

    Aber um die Frage mal losgelößt davon zu beantworten.

    - Hat der Anzug Hitler dazu gebracht die Greultaten zu begehen?

    - Wurden seine Taten daurch schlimmer?

    - Wäre er ohne diesen speziellen Anzug ein besserer Mensch gewesen?

    Also der Anzug war es nicht.

    Andere Frage: Würde jemand mit der Frisur von Angela Merkel zu ner Gala gehen? Hat auch nichts mit der Qualität Ihrer Politik zu tun.

  3. Ich sehe nichts was dagegen sprechen würde. Abgesehen davon, dass mir das Ding nicht passen würde, er vermutlich fürchterlich stinkt, kratzt, etc. und ich kein großes Bedürfnis nach einem Treffen mit dem hosenanzugtragenden Sprechblasenautomat habe.

    Aber wenn du mir schon etwas zahlen willst: Wieviel wärst du bereit maximal zu zahlen?

    • Er kratzt und stinkt keineswegs. Reichen dir 1000 Euro nicht?

      • Es geht nicht darum, ob mir 1000 € nicht reichen, sondern darum, was ich maximal herausholen kann.

        Da ich dem Anzug keine böse magische Kraft zuschreibe, würde ich das Ding auch umsonst anziehen. In einer realen Situation, wo mir jemand Geld anbietet, würde ich das natürlich nicht so offen sagen.

  4. Sind die Hitlertagebücher mit im Preis enthalten?

    • Wenn noch die Stalinmütze und eine Pol Pot – Socke dabei wären… wer würde da nicht schwach werden.

  5. Den Anzug würde ich -gesetzt den Fall, er würde mir passen- selbstverständlich und unbesorgt um etwaige Folgen nehmen.
    Aber dieser Besuch bei der Kanzlerin, da fände ich ein Honorar von 1k€ ziemlich an der unteren Grenze des Angemessenen ;-)

  6. Super Frage. Mir wäre nicht wohl drin. Erst recht nicht, wenn ich dafür Geld nähme.

  7. Ich würde den Anzug an einen Nazi verkaufen.Sie würden dafür bestimmmt ihr ganzes Einkommen geben.

    • Shit, genau das habe ich auch gedacht.

      Natürlich an den Höchstbietenden!

  8. Wenn mir jemand so einen Anzug schenken und mir Geld anbieten würde, wenn ich ihn bei einem Treffen mit der Bundeskanzlerin tragen würde, würde ich einen rufschädigenden Komplott dahinter vermuten. Schließlich will bestimmt niemand den Spitznamen „Der mit dem Hitler-Anzug“ an sich haften haben.
    Wenn es allerdings für Außenstehende garantiert keine Möglichkeit gäbe, den Anzug zu identifizieren, hätte ich kein Problem damit, ihn zu tragen.

  9. aber klar würde ich ihn anziehen. Was ist schon an einem Anzug dran? Wir nutzen ja auch die Autobahnen, die Hitler bauen ließ. Oder ?
    Aber Tausend Euro sind wenig.

  10. Also ich würde den Anzug ohne mit der Wimper zu zucken tragen.
    Angy würde es eh nicht merken, und alle anderen würden ihn Hitler auch nicht mehr zuordnen können.
    Natürlich wäre ich stehts in der Nähe von Angela Merkel zu finden damit ich bei Presse Fotos möglichst gut auf den Bildern getroffen bin.

    Wenn ich das Fest verlasse, werde ich die Press informieren welchen Anzug ich trage und woher ich ihn bekommen habe.
    Ich schätze mal das ist mehr Wert als 100 Euro vom Sponsor. :-) )

  11. Also ich würde den Anzug wohl tragen. Für mich ist ein Anzug ein Anzug und wenn da keine Nazisymbole dran sind, dann verbreite ich auch nicht deren Ideologie. Und wenn der Anzug nicht irgendwie merkwürdig geschnitten ist und mir passen würde, dann fühlte ich mich vermutlich auch darin wohl.
    Mir wäre es höchstens etwas unwohl, weil ich niemals Anzüge trage.

  12. Ich fände es recht amüsant, mir während des Treffens mit Merkel, ihre Reaktion vorzustellen, wenn sie wüsste, dass dies der Anzug von Adolf Hitler ist, den ich da trage….

    Ein Kompliment wie „hübscher Anzug“ von ihr, würde den Abend dann wohl perfekt machen^^

    Ich hätte jedenfalls kein Problem damit den Anzug zu tragen.

  13. Ihr Arier seit echt so krank. :D
    Früher habt ihr Nasen vermessen, heute macht ihr „Zähneputzen gegen Rechts“ und grübelt über die Frage, ob man so einen Anzug tragen dürfte. :P

    • Tipp: Bei diesem Beitrag geht es um Psychologie, Hitlers Anzug könnte auch der Pullover von einem Serienmörder sein.

      • Achsö. Dann nehme ich alles zurück und behaupte das Gegenteil. ;)

        Also ich hätte weder ein Problem damit, den (tollen, gewaschenen usw.) Pullover eines Serienmörders zu tragen, noch z.B. damit, in eine Wohnung zu ziehen, in der mal ein schweres Verbrechen begangen wurde.

        Vielleicht hat etwas damit zu tun, ob man sich von derlei Formen des Aberglaubens aktiv und denkend befreien musste, oder ob man ihnen gegenüber nur zusehends gleichgültiger wurde, aber bestimmte Reste noch unbewußt in einem schlummern.

  14. Klar, wenn er mir passt und gut aussieht, warum nicht?
    Obwohl ich natürlich trotzdem Geld für das Tragen nehmen würde;)

  15. Abgesehen von dem Umstand, dass ich normalerweise keine gebrauchten Sachen trage – mal angenommen, man hätte gerade keinen anderen Anzug zur Hand und bräuchte dringend einen, wegen des Kanzlerinnenbesuchs:

    Ich hätte überhaupt keine Probleme, das Ding anzuziehen – vorausgesetzt allerdings, dass es keiner weiß!

    Ansonsten hätte ich nämlich keine Lust, in die Geschichte einzugehen als „der Typ, der Hitlers Anzug trug“.

    Man könnte soetwas natürlich einerseits nutzen, um zu zeigen, dass man den Anzug tragen kann, ohne ein Nazi zu sein; andererseits könnte man damit versehentlich gerade dem Militaria-Fetisch gewisser Nazi-Kreise versehentlich ein Alibi liefern.

    • <>

      Hmm… das ist interessant. Einerseits ist ja nichts dabei, aber andererseits unterstellt man damit ja, dass andere dies anders sehn würden. Warum eigentlich?
      Okay, es wird sicher welche geben die das tatsächlich anders sehn. Aber Ist das ein guter Grund?
      Vielleicht wäre gerade das ein guter Grund ihn zu tragen, wenn alle wissen, dass dies der Anzug Hitlers ist.
      Wäre vielleicht ein guter Ansatz für Aufklärung.

  16. egal, was es ist, hauptsache sauber. ich erlebe immer wieder, dass menschen dinge wegwerfen, weil der besitzer nicht mehr am leben ist. warum? der kehr dadurch doch nicht zurück!
    Ebenso lässt sich auch der pullover bzw. der anzug tragen: man wird dadurch nicht zum nazi oder gar zu Hitler persönlich.

    Aber trotzdem: Mir kommt vor, dass der überwiegende Teil derjenigen, die angeblich gegen Wortzensur kämpfen, sich tatsächlich auch mit anderen Werten der Nazis identifiziert. Deshalb kann ich mir vorstellen, dass der Träger des Anzuges, der es deshalb trägt, weil dieser vom Hitler ist, sich auch mehr oder weniger damit identifiziert. Und verdächtig wirds, wenn der Träger glaubt, gegen die heutige Wortzensur kämpfen zu müssen, wobei er diese natürlich provokativ in der heute üblichen Bedeutung verwendet und nachträglich begründet, was er denn eigentlich meinen wollte.
    Das alles gilt für einen rein zufälligen Träger nicht.

  17. das Problem ist doch die Presse: hat die davon Wind bekommen wird man kraeftig angefeindet. also ich wuerd die Finger von lassen.

  18. Eine Kommilitonin von mir trug öfter den schwarzen SS-Ledermantel ihres Grossvaters aus zwei Gründen:

    1) Die Zeit und ihre Verbrechen sollten nicht vergessen werden. Erinnerungen durch Texte seien abstrakt, ein echtes Kleidungsstück, in dem Verbrechen begangen wurden, konkret. Sie meinte, dies würde Leute mehr schockieren als jede Dokumentation. Was ihr Grossvater genau gemacht hatte, wusste sie aber nicht.

    2) Sie wollte aktiv dem, was ihre Familie während der Nazi-Zeit getan hatte (aktive Mitläufer), ihre politische Aktivität entgegensetzen (war z.B. bei Amnesty aktiv).

    Nur so aus Neugier: Was bezweckst Du mit Deiner Frage an Deine Leserschaft?

    • Vielleicht will er uns ’nen Anzug verkaufen? :)

      • Das klingt echt nach einer schlechten Idee…

        Ich werde noch erklären, wozu die Frage gut war.

  19. Ich unterstelle dir mal, dass du gerade Quirkologie von Richard Wisemann liest. :)
    Zumindest wurde dort dieses Experiment (Pullover von Serienmörder) auch vorgestellt.

    Stell die Frage doch mal so:
    „Würdet ihr lieber den gewaschenen Anzug von Hitler tragen, oder einen Pullover der in Hundekot gelegen hat.“

    Da wirds dann richtig spannend.

    Ich würde übrigens den Anzug nicht anziehen. Und ich habe keinerlei rationale Gründe dafür, das gebe ich offen zu. Es ist eher so eine Sache von Ekel und schlechtem Geschmack. Ich würde mich in dem Ding einfach krank fühlen.
    Die Frage ist, für welchen Preis ich mich dazu überreden lassen würde… (ich zweifle übrigens nicht daran, dass ich es bei einem gewissen Wert machen würde). Anschließend würde ich mich aber sehr lange und ausgiebig vor mir selbst ekeln.

    So ist er eben, der gute Mensch…
    Wen wundert es da, dass er so gerne an einen weisen bärtigen Mann glaubt, der in den Wolken sitzt und Tag ein Tag aus den Selbstgesprächen von Millionen von Menschen zuhört.

    • Die Idee stammt aus „Quirkologie“, aber ich habe sie aus „SuperSense“ von Bruce Hood. Ich erkläre noch in einem gesonderten Beitrag, wozu das gut war.

    • „Stell die Frage doch mal so:
      “Würdet ihr lieber den gewaschenen Anzug von Hitler tragen, oder einen Pullover der in Hundekot gelegen hat.”

      Da wirds dann richtig spannend.“
      –> Wieso spannend? Wenn der Pullover richtig in Hundekot gelegen hat, kann den kaum ein Mensch länger tragen ohne dabei massiven Brechreiz zu kriegen. Der Gestank von Hundekot ist, wie ich derzeit leider oft feststellen konnte, wirklich übel. Da kann ein rein durch die Vorstellung empfundener Ekel vor der Person Hitler kaum mithalten.
      Deshalb würde ich bei einem praktischen Versuch keine großen Überraschungen erwarten.

      • Also ich selber wäre mir da nicht so sicher…
        Bei so einer Alternative würde ich wirklich lange überlegen, was ich anziehen würde.
        Physischer Dreck lässt sich wegwaschen. Das _Gefühl_ dreckig zu sein bekommt man mit einfachem H20 nicht weg.
        Und bevor die Frage kommt: Ja ich weiß wie Hundekot riechen kann.

  20. Langsam bin ich wirklich neugierig, was die Frage bezweckt.
    Wenn ich ein Mann wäre (also mit einem Anzug nicht auffallen würde), würde nicht viel dagegen sprechen, den Anzug zu tragen. Es wäre mir zwar nicht angenehm, aber das wäre mir ein Treffen mit Frau Merkel auch nicht. Um 1000 Euronen würde ich das also vermutlich tun.

  21. Natürlich, warum nicht? Ich würde den Anzug anziehen, es ist nur ein Anzug, wenn du es benutz, würde es nicht bedeutet das du ein NAZI bist…..

  22. Auch wenn es mehr um die psychologische Bedeutung geht: Eine Bedeutung kann einem Objekt auch durch die Herstellung gedanklicher Verbindungen zugewiesen werden.

    Wenn man den Leuten sagt, he, seht her, ich trage den Anzug von Hitler, dann sehen sie in dem Anzug ein Symbol für Hitler oder seine Ideologie. Wenn sie den Anzug sehen, müssen sie an diese Verknüpfung denken. Dementsprechend besteht in dieser permanenten Erinnerung auch eine inhaltliche Aussage.

    Ebenso, wie dem Hakenkreuz eine bestimmte Bedeutung durch Hitler zugewiesen wurde. Das gab es ja vorher auch schon, in Indien, als Symbol der finnischen Luftwaffe oder als Markenzeichen der Carlsberg-Brauerei. Dennoch denken wir bei einem Hakenkreuz nicht zunächst an leckeres Carlsberg-Bier.

  23. Objektiv betrachtet wüsste ich nicht, was dagegen spricht. Es soll ja Leute geben, die gern Anzüge tragen. Außerdem ist dieser nicht gerade durch seinen ursprünglichen Träger gelabelt.
    Was mich davon abhält, den Anzug anzuziehen, sind ehere banale Gründe:
    *Ich mag Anzüge nicht. Die üblicherweise für Anzüge verwendeten Stoffe sind schwer, kratzig, grob und unelastisch. Ich bevorzuge eine Baumwolle-Elastan-Mischung.
    *Anzüge werden mit Knöpfen verschlossen. Ich hasse Knöpfe. Ich finde die Dinger eklig. Noch dazu ist der Reißverschluss ein wesentlich besserer Mechanismus, wenn es um Dichtigkeit und Schließ- bzw. Öffnungsgeschwindigkeit geht.
    *Ich mag auch Second-Hand-Sachen nicht. Das hat nichts mit dem Vorträger zu tun, sondern damit, dass in Second-Hand-Shops meist die Sachen landen, die der Vorträger aus modischen Gründen aussortiert hat. Sprich: Sie sind entweder schlichtweg hässlich oder einfach absolut altmodisch.
    *Ein Treffen mit Merkel fände ich auch ohne Anzug schon unangenehm genug. Dann möchte ich wenigstens Kleidung tragen, in der ich mich wohl fühle. Das wäre dann eine bequeme Baumwollhose, bequeme Schuhe, ein Pullover und eine Jacke, falls es kalt ist. Ich sehe keinerlei Anlass darin, jemanden, der meine Interessen nicht vertritt, durch aufgedonnerte Kleidung Respekt zu zeigen, den ich nicht habe.

  24. [...] habe meine Blogleser mal wieder als Versuchskaninchen für ein psychologisches Experiment missbraucht. Diesmal sollten sie die Frage beantworten, ob sie einen sauberen und gepflegten Anzug [...]

  25. [...] interessante Frage die Feuerbringer hier stellt: Würdet ihr den Anzug tragen, den Hitler trug, als er von Hindenburg zum Kanzler [...]

  26. Das einzige wirkliche Problem, das es gibt, ist, wenn heraus käme, wem der Anzug vorher gehört hat. Die nachfolgende Ausschlachtung durch die Presse käme sozialen Selbstmord gleich.

  27. Bestimmt würde ich den Anzug anziehen. Auch ohne Bezahlung!Ich habe nämlich keinen.
    Was spricht dagegen?

  28. [...] gegen Kopie eintauschen? Nach der Frage, ob ihr Hitlers Anzug anziehen würdet (die teils eine ganz schöne Feindschaftlichkeit ausgelöst hat), habe ich nun zwei weitere Fragen [...]

  29. Es ist nur ein Anzug, noch simpler gesehen ein Stück Stoff. Warum nicht? Abgesehen davon das er mir wohl nicht passen würde, würde ich den Anzug anziehen. Aber man sollte sich überlegen ob man auf offener Straße laut heraus posaunt das man Adolfs Anzug trägt. Wobei es auch hier darauf ankommt wo man das macht.


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