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Ein Schritt in Richtung Gedankenlesen

22 Jan

Mit Hilfe von funktioneller Magnetresonanz-tomographie (Hirnscanner) ist es Forschern gelungen, neuronale Aktivitätsmuster bestimmten Wörtern zuzuordnen. Untersucht wurden sechzig Substantive, aber nur greifbare, zählbare und konkrete Objekte wie „Schloss“ oder „Hammer“. Das Gehirn unterscheidet die Wörter nach vier Kategorien, die bestimmten Hirnarealen zugeordnet werden können:

Manipulierbarkeit (was man mit dem Objekt tut, z.B. drehen, schütteln), Essen (kann man es essen oder dient es zum Essen, etc.), Unterkunft (kann man sich darin verstecken oder erhält man damit Zugriff auf eine Unterkunft, etc.) und die Wortlänge, die einzige Kategorie, bei denen visuelle Eigenschaften des Objektes eine Rolle spielten. Wörter und Bilder werden also von unterschiedlichen Hirnarealen verarbeitet.

Am Ende konnten die Forscher mit 72%iger Wahrscheinlichkeit vorhersagen, an welches der 60 Wörter die Versuchspersonen dachten. Mit einem Computerprogramm erstellten die Forscher außerdem eine Vorhersage, welche neuronalen Aktivitätsmuster man 58 neuen Wörtern zurechnen müsse. Zu 80,1% lag das Programm richtig.

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8 Antworten zu Ein Schritt in Richtung Gedankenlesen

  1. Pikas52

    22. Januar 2010 at 22:37

    Es ist zwar noch ein weiter Weg bis diese Studie großflächig angewandtwerden kann, doch der Weg zum gläsernen Menschen wird dadurch auch wieder ein Stück kürzer.

     
  2. HFRudolph

    22. Januar 2010 at 23:02

    Das ist wirklich erstaunlich – bloß über die Benutzung bestimmter Hirnareale wird man von außen allerdings relativ schnell an die Grenze des Gedankenlesens kommen. Die Prozesse im Hirn sind zu kompliziert, als dass man sie ohne weiteres von außen messen könnte.

     
  3. derautor

    22. Januar 2010 at 23:25

    Man müsste schon in einem Hirnscanner liegen, um gelesen werden zu können. Ich teile aber nicht die Ängste vor dem Missbrauch dieser Technologie. Man könnte sie vor Gericht irgendwann als Lügendetektor einsetzen. Alles kann missbraucht werden. Die böse Regierung könnte auch das Land mit Atombomben in die Luft sprengen, aber ich sehe nicht, dass sie das tun würden.

     
  4. folgsam

    22. Januar 2010 at 23:36

    Das wäre auch ganz schön dämlich von der Regierung, wenn sie ihr eigenes Land hochjagen würde.

    Gedankenlesen dagegen, da finden sich schon sinnvollere Anwendungen für skrupellose Menschen.

     
    • derautor

      23. Januar 2010 at 00:14

      Man kann alles missbrauchen.

       
  5. Nanomyte

    23. Januar 2010 at 05:14

    In der Studie selbst wurden keine Wörter benutzt, die komplexe abstrakte Vorgänge auslösen würden, wie “Sinn”, “Unsinn”, “Arbeitsvorgang”, “Nützlichkeit”, “Menschenrechte”, “Kategorischer Imperativ”, “Paragraph 3 des Stgb” oder “Kommunismus” etc.
    Oder die man mit zu vielen Emotionen belegen könnte: “Freunde”, “Erste Liebe”, “Name X”.

    Die Trefferwahrscheinlichkeit bei Menschen, die ein hohes Maß an Inspiration haben und in einem Haus kein Wohnort, sondern vorwiegend ein “Objekt der Postmoderne” sieht, dürfte auch gering sein.

    Diese Studie ist daher wirklich nur ein Anfang. Mich würden eher konkrete Ergebnisse mit den anderen Worten interessieren. Auch wie bestimmte Bilder und Worte in den Regionen des Gehirns Reize auslösen die für Ekel, Hass usw. verantwortlich sind.

     
  6. HFRudolph

    23. Januar 2010 at 18:47

    Als Entlastungsbeweis in einem Strafverfahren kann man grundsätzlich alles einsätzen, auch Lügendetectoren – selbst wenn das nicht üblich ist.

    Allerdings sind auch die bisherigen Lügendetectoren nicht sicher.

     
    • derautor

      23. Januar 2010 at 18:53

      Die aktuellen Lügendetektoren fallen eher unter “Esoterik”, gibt eine nette Penn & Teller Folge dazu.

       
 
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