
Der Kosmologe Sean Carroll schaltet sich in die Debatte über die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Religion ein. Welche Haltung sollten Wissenschaftsorganisationen zu dieser Frage vertreten? Auch in Deutschland neigen diese eher dazu, von einer selbstverständlichen Vereinbarkeit auszugehen. Das aber eher aus politischen Gründen.
Sean Carroll argumentiert dagegen, dass es der Wissenschaft um die Wahrheit gehen muss.









gingganz
22. Januar 2010 at 09:19
Die Vereinbarkeit von Religion und Wissenschaft wird wohl auch zu dem Zweck unterstellt, die Religion(en) allgemein aufzuwerten. Das haben sie aus Sicht ihrer Anhänger sicher auch bitter nötig. Allerdings stellt S.Caroll richtig fest, dass es für die Wissenschaft keinen Grund gibt, sich auf so etwas einzulassen. Evtl. wäre das ganze diskutabel, wenn die Religionen so etwas wie ein „kompromissloses Gutmenschentum“ vertreten würden, was aber nicht der Fall ist. Also ist die klare Benennung der Alternativen – hier ein dogmatisches, nicht hinterfragbares Weltbild, dort das Bekenntnis zur prinzipiellen Erkennbarkeit der Welt m.E. der richtige Ansatz.
skydaddy
22. Januar 2010 at 10:21
Wenn man über einen Sachverhalt zu nachprüfbaren oder zumindest nachvollziehbaren Aussagen kommen kann, dann ist das ein Feld für die Wissenschaft.
Ist ein Themengebiet der Wissenschaft verschlossen, weil die Aussagen nicht nachprüfbar oder nicht nachvollziehbar sind, so ist es überflüssig, sich darüber Gedanken zu machen und es verbietet sich, darüber Aussagen zu machen, erst recht solche mit „Wahrheitsanspruch“.
Wenn die Wissenschaft über eine Sache nichts aussagen kann, dann kann niemand etwas (sinnvolles, relevantes) darüber sagen – Theologen erst recht nicht!
Die irrelevanten Glaubenssysteme der Religionen können dann immer noch kompatibel mit der Realität sein oder im Widerspruch zu ihr stehen. Mein Eindruck ist: Meist stehen sie im Widerspruch.
rolak
22. Januar 2010 at 14:54
passender cartoon von heute: =»Jesus and Mo
helmut emporda
24. Januar 2010 at 10:49
Die Wissenschaft nutzt Hypothesen, Theorien, Tests, Fossilien wieder und immer wieder, sie ist eine dynamische Methodologie des Zweifelns. Absolute Sicherheit der Erkenntnis ist prinzipiell ausgeschlossen und laufende Nachprüfungen sind erforderlich. Glaube ist dagegen statisch, er gründet sich auf ewige Wahrheiten, Zweifel sind dabei unzulässig.
Religiotie ist eine Form geistiger Behinderung durch Glaubensindoktrination vornehmlich im Kindesalter verursacht, die zu unterdurchschnittlich kognitiven Leistungen und Einschränkungen des affektiven Verhaltens in Glaubensfragen führt. Im Unterschied zu anderen Formen der Intelligenzminderung bedingt Religiotie nicht immer einen generell reduzierten Intelligenzquotienten. Wie es etwa beim autistischen Syndrom eine „Inselbegabung“ gibt, so gibt es auch eine „Inselverarmung“. Religiotie sollte deshalb vornehmlich als „partielle Entwicklungsstörung“ verstanden werden – ein Begriff, den der Entwicklungspsychologe Franz Buggle schon vor einigen Jahren vorgeschlagen hat.
Religion als wahnhafter Kult kann weder Wissen noch Erkenntnisse erlangen, in zirkulärer Logik wird die Bibel mit der Bibel bewiesen. Ein Wahn oder Psychose ist eine gestörte Realitätserfassung ohne Einsicht, zur Krankheit wird er wenn der Wähnende leidet oder er seine Mitwelt durch sein Verhalten beeinträchtigt. Theologisches Wissen muss immer innerhalb ewig gültiger Dogmen bleiben wie 1990 von der Glaubenskongregation der RKK als Instruktion über kirchliche Berufung des Theologen definiert, sodass Theologie so wenig an eine Universität gehört wie etwa Voodoo, Astrologie usw. Im Fall Lüdemann bestätigt das Bundesverwaltungsgericht (2005, BVerwG 2 C 31.04) dies. Die britische Regierung stellt in einem Leitfaden für das Bildungswesen fest: „CR und ID sind keine wissenschaftlich akzeptierten Theorien“ und dürfen nicht als Wissenschaft gelehrt werden, während eine deutsche Kultuministerin den Kreationismus propagiert ohne das Reizwort zu nutzen. Ein Zitat aus dem Umfeld des Großinquisitors der RKK von 1990: „Wer nicht die unfehlbaren Inhalte des christlichen Glaubens ohne Zweifel, ohne Kritik und Vorbehalte annimmt, der hat einen persönlichen Defekt, ein ungenügend gebildetes Gewissen, eine sündige Verfasstheit, eine auf Vorurteilen beruhenden Geist der Kritik und huldigt der Untreue gegen den Heiligen Geist.“ Glauben im Sinn der RKK bedingt Verstand und Vernunft haben zu schweigen, der Vernünftige und Verständige wird zum geistig bescheuerten Sünder.