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Wahnsinn und Widerstand

21 Jan

Es ist wieder einmal viel Blödes getan und geschrieben worden, doch es gibt auch Nachwuchs im Lager der rationalen Widerständler. Nick Cohen setzt sich gegen Noam Chomsky und seinen platten Anti-Amerikanismus zur Wehr, Jan Fleischhauer nimmt Bischöfin Käßmanns Radikalpazifismus auseinander und Regina Mönch verteidigt bei der FAZ die säkularen Islamkritikerinnen.

Eine schlechte Nachricht gibt es aber auch: Fanatische Katholiken haben mit Hilfe von Morddrohungen ein Exponat aus einer deutschen Kunstausstellung entfernen lassen.

Nick Cohen versus Noam Chomsky

Noam Chomsky ist ein einflussreicher Linksintellektueller, der seine Zeit damit verbringt, alle Verbrechen zu entschuldigen, die man auch mit größten Anstrengungen nicht den USA in die Schuhe schieben kann. Er unterstützte zum Beispiel den rechtsradikalen Holocaustleugner Robert Faurisson. Dieser behauptete, dass die Gaskammern nicht existiert haben, dass das Tagebuch der Anne Frank eine Fälschung sei, dass praktisch alle Verbrechen der Nazis eine Geschichtsfälschung von Zionisten gewesen wären, welche dem Staat Israel in die Hände spielten. Noam Chomsky unterzeichnete eine rechtsradikale Petition für Faurisson und selbst, als man ihn über dessen politische Haltung aufklärte, behauptete Chomsky, Faurisson sei ein “recht unpolitischer Liberaler irgendeiner Art”.

Als die Massenmorde von Pol Pots Roten Khmer aufgedeckt wurden, bezichtigte Chomsky die Aufklärer “anti-kommunistischer Vorurteile” und sprach von einer “fabrizierten” Geschichte, während er zwei Personen als “Dissidenten” lobte, die Verkündigungen von Pol Pots Radiosender verbreiteten. Einen anderen Holocaust, nämlich den in Serbien durch Milosevics Nationalisten an bosnischen Muslimen, leugnete Chomsky glatt selbst und erklärte das berühmte Foto von Männern in einem Vernichtungslager in Serbien für eine Fälschung. 2005 wählte der britische Prospect Noam Chomsky zum einflussreichsten Intellektuellen der Welt.

Momentan streitet sich der britische Journalist Nick Cohen mit Chomsky und seinen Anhängern, die ihm vorwerfen, seine Vorwürfe gegen den Meister nicht belegt zu haben. Cohen wies das Gegenteil nach, aber wie das so ist mit Ideologen: Wer interessiert sich schon für Belege?

Käßmann: Der Krieg gegen die Nazis war falsch

Ja, das hatte noch gefehlt. Ich kann es gerade noch so verstehen, wenn jemand, meinetwegen aus Frustration über die zähen Fortschritte, den Abzug der Truppen aus Afghanistan fordert. Obwohl, eigentlich nicht… Aber was gar nicht geht, das ist nun der Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Hannoveraner Landesbischöfin Margot Käßmann gelungen. Sie trat dem Ghandi-Fanclub bei und sagte über den Krieg der Alliierten gegen Nazi-Deutschland:

Das Argument lautet immer: Hätten die Alliierten nicht eingegriffen, hätte es keinen Frieden gegeben. Warum gab es vorher keine Strategien? Warum wurde die Opposition in Deutschland nicht gestärkt? Warum wurden die Gleise, die nach Auschwitz führten, nicht bombardiert? Schließlich heißt es immer: Jetzt müssen wir Waffen einsetzen. Der Preis, der dafür zu zahlen ist, ist enorm hoch.

Appeasement-Politik hat Hitler wenig beeindruckt.

Dennoch: Krieg setzt ein Gewaltpotenzial frei, für das ich keine Rechtfertigung sehe. Krieg hat Unrecht, Zerstörung, Vergewaltigungen im Schlepptau. Krieg zerstört alle, die an ihm beteiligt sind. Ich hatte in jüngster Zeit Soldaten zu Besuch, die mit ihren Erlebnissen nicht fertig werden. Es ist gut, dass es zu diesen Weihnachten ein verstärktes Bewusstsein dafür gibt.

Ja, habt euch doch alle einfach lieb! Der Ex-Linke Jan Fleischhauer (“Unter Linken”) nimmt sich Käßmanns Argumente im Spiegel vor und gelangt zum Fazit:

So sind in Käßmanns kleiner Geschichtsstunde am Ende irgendwie alle schuld, Sieger und Besiegte, Angreifer und Verteidiger, Täter und Opfer. Wo es nur Schuldige gibt, weil Krieg in der bischöflichen Auslegung nun einmal keine moralischen Unterschiede kennt, ergibt auch das Rechten und Richten keinen Sinn. Das haben die Heimkehrer und Vertriebenen nach Ende des Zweiten Weltkriegs nicht anders gesehen, sie haben es nur nicht so schön auszudrücken gewusst.

Sind muslimische Islamkritikerinnen Nazis?

Regina Mönch von der FAZ hat noch weitere haarsträubende Äußerungen von Dummlinken ausgegraben. Bei der taz werden Ayaan Hirsi Ali (die keine Muslima ist, sondern Neo-Atheistin), Seyran Ates und Necla Kelek zum Beispiel mit Nazis verglichen, weil ja auch die schon ihre rassische Überlegenheit mit ihrem Einsatz für die Gleichstellung von Mann und Frau begründet hätten. Sagenhaft. Überhaupt sind im Grunde alle Frauen, welche die gleichen Rechte wie Männer haben wollen, insgeheim Nazis, die damit nur die Überlegenheit ihrer Rasse demonstrieren wollen. Ja, da verlässt mich einmal mehr meine Fähigkeit zur Satire, wenn man einfach nur wiederholen muss, was gesagt wird, damit es wie ein geschmackloser Scherz klingt. Aber solche verrückten Aussagen könnten bald an Unterstützung verlieren, glauben wir Mönchs Fazit:

Die einstige Idealkundschaft der Islamfunktionäre und wissenschaftlichen Ignoranten, die, hilf- und sprachlos, lange leicht zu betreuen war, sie ist zu Teilen längst übergelaufen zu den Dissidenten. Wer einmal gesehen hat, welches Publikum bei Vorträgen von Seyran Ates oder Necla Kelek anwesend und dankbar für ihre Argumente ist, der weiß, dass es nicht „westliche Fundamentalisten“ sind, sondern türkische Frauen. Vielleicht beunruhigt manche ja gerade das.

Pius-Brüder für Kunstzensur

Die “Schweine(g)krippe”. Auf die Idee muss man auch erstmal kommen. Eine Grippe mit Maria, Josef und dem Jesuskind als Schweine. War offenbar nicht als Blasphemie gedacht, dieses Stück aus einer Krippenausstellung im Neuen Kloster Bad Schussenried. Nun, in diesem Fall muss ich den Pius-Brüdern allerdings recht geben: Klar ist das blasphemisch. Und gut so und immer schön drauf. Um ihr Ziel zu erreichen, haben die Pius-Brüder eine Kampagne initiiert:

Was die Piusbrüder von der Schweinekrippe hielten, ließen sie mit Hilfe ihrer Medienabteilung in Stuttgart jedermann wissen. Die Darstellung sei “in höchstem Maße blasphemisch und eine Beleidigung für jeden Katholiken” hieß es in einem Netzaufruf. Leser wurden aufgefordert, sich bei der Klosterverwaltung Bad Schussenried zu beschweren.

Und das Ergebnis davon?

Sammlerin Schmehle-Knöpfler war verschreckt, ebenso die Zentrale der Staatlichen Schlösser und Gärten in Stuttgart. Dutzende der “merkwürdigsten Mails” seien aufgelaufen, sagt ein Sprecher. Die befehdete Krippe wurde in einen Flur gestellt und mit einem Tuch verhüllt, in das ein Guckloch geschnitten war. Doch die Piusbrüder verstärkten ihre Kampagne gegen das “Spott-Exponat”.

Gibt man ihnen nach, fühlen sie sich ermutigt. Also: Nicht nachgeben. Lieber Polizeischutz, wenn es sein muss. Oder die kunstliebenden Klosterschüler von Bad Schussenried mit MGs ausstatten. Sonst passiert nämlich folgendes:

Per Mail, erzählt die Betroffene, gingen anonyme Drohschreiben ein mit Sätzen wie “Es wird Ihnen etwas Schreckliches passieren”. Auch die “Nachkommen” hätten den Schaden, warnte ein Anonymus. Die Sammlerfamilie schaltete zu ihrem Schutz die Polizei ein.

Niemand aus dem öffentlichen Leben der Kleinstadt Bad Schussenried stellte sich hinter die Ausstellungsmacher, im Gegenteil. Joachim Mäckler, Pfarrer der katholischen Gemeinde Sankt Magnus, übt seinerseits heftige Kritik. Eine “Schweinerei” sei die Krippendarstellung, sagt er auf Anfrage. “Ich hätte gedacht, dass man heute sensibel geworden wäre für religiöse Symbole und die Gefühle anderer ernst nimmt.” Die Piusbrüder hätten schon recht mit dem, was sie täten – auch wenn er ansonsten nicht mit ihnen sympathisiere.

Die Reaktion des Pfarrers erinnert mich an ein Buch über die ultramontanistische Gegenaufklärung im 18. Jahrhundert. Erstaunt mussten selbst die pessimistischsten Philosophen feststellen, dass auch die kleinsten Dorfpfarrer öffentlich ihre Bücher verbrennen. Und die Leute kritisieren meine abschätzige Darstellung reaktionärer Bauernkäffer aus der schwärzesten Provinz. Nein, so etwas gibt es wirklich und dort hat sich in den letzten 250 Jahren nichts getan, wahrscheinlich in den letzten 1000 Jahren. Schmehler-Knöpfler hat es am eigenen Leib erfahren.

“Das ist eine antidemokratische Geschichte”, urteilt sie über die Vorgänge der vergangenen Wochen. Sie habe aber Angst vor einer extremistischen Aktion gegen die Ausstellung oder Besucher.

Eine “extremistische Aktion gegen die Ausstellung oder Besucher” stand hier zu befürchten. Und zwar nicht von der Taliban, sondern von fanatischen Katholiken, die es offenbar wie Sand am Meer gibt, wenn sie solchen konzertierten Aktionen durchführen können.

Die Piusbrüder reagierten mit Triumph. In der neuesten Pressemitteilung danken sie “Frau Schmehle-Knöpfler” namentlich und ausdrücklich. Sie möge sich nun noch bei allen Gläubigen entschuldigen. Mit den Drohmails habe man im Übrigen nichts zu tun, wird betont. Wer das behaupte, begehe “eine rufschädigende Verleumdung”.

Sie freuen sich über den Erfolg, auch wenn er mit Todesdrohungen erreicht wurde und bitten das Opfer obendrein, sich zu entschuldigen. Schade, dass man die Piusbrüder nicht einfach in den Vatikan ausweisen kann. Eine Antimateriebombe gäbe es von mir sogar noch gratis als Abschiedsgeschenk oben drauf.

 
17 Comments

Geschrieben von am 21. Januar 2010 in Geschichte, Politik, Religionskritik

 

17 Antworten zu Wahnsinn und Widerstand

  1. Nic

    21. Januar 2010 at 07:03

    Hallo Andreas,
    kennst Du das Buch schon: http://bit.ly/519eyv

     
  2. Bruder Spaghettus

    21. Januar 2010 at 08:32

    Tja, auch Christen sind halt nur Muslime. :)

     
  3. Stefan

    21. Januar 2010 at 10:06

    …wieso habe ich das Gefühl, dass mir das mit der Antimateriebombe bekannt vorkommt^^

     
  4. Spaceman Spiff

    21. Januar 2010 at 11:04

    Ich werde mich in Zukunft auch nicht mehr um Argumente bemuehen wenn ich Leute zu was bewegen will. Ab jetzt gibts nur noch anonyme Drohmails “wenn keine neuen Parkplaetze in Dorfinnern gebaut werden bringe ich euch und eure Familien um”, “wenn ihr Autoalamrm noch einmal nachts sinnlos piepst brenn ich ihre Bude nieder” Argumente sind ja sowas von out…

     
    • Bert

      21. Januar 2010 at 11:31

      … hat was!

       
  5. Bebu

    21. Januar 2010 at 11:25

    Meine Fresse…

    Dass die Käßmann reichlich weltfremd ist, war mir ja schon bewusst, als sie die Behauptung aufstellte, dass heute ja kaum jemand noch “Das Leben des Brian” kennen würde. (Sie kennt den Film wohl wirklich nicht, weshalb die die Klinsmann-am-Kreuz-Satire in der taz auch nie begriffen hat…)

    Aber diese Äußerungen zum Thema Hitler… was soll ich dazu noch sagen?

     
    • Stefan

      21. Januar 2010 at 17:57

      Steht etwa „Das Leben des Brian“ immernoch nicht auf den Lehrplänen der Schule?

       
      • Bert

        21. Januar 2010 at 19:26

        … könnte sein, weil wenn mann Borat reinschiebt, läuft das Drecksgerät nicht.

         
  6. thogoen

    21. Januar 2010 at 17:21

    Das NDR-Medienmagazin ZAPP über die Bischöfin: http://www.youtube.com/watch?v=Gthv2qLjz90

     
    • derautor

      21. Januar 2010 at 19:06

      Das war vielleicht ein doofer, propagandistischer Beitrag. Da wurde gar nichts entstellt, die Bischöfin ist völlig naiv und hat keine Ahnung von der Realität.

      Oh, die Halbwahrheiten, die Kampagnen… ich frage mich, ob das NDR von der EKD dazu genötigt wurde, eine solche Scheiße auszustrahlen.

       
      • Bebu

        21. Januar 2010 at 20:05

        Das habe ich mich auch gefragt. Immerhin wird da nur die Käßmann interviewt, während Kritiker nicht zu Wort kommen.

         
  7. thogoen

    21. Januar 2010 at 21:16

    Mich hat der Beitrag sehr gewundert, deshalb hab ich ihn auch gepostet. Zapp macht nämlich zum Großteil
    vernünftig recherchierte politik- und medienkritische Beiträge.

     
  8. skydaddy

    21. Januar 2010 at 22:09

    Wo, bitte, belegt Cohen seine Vorwürfe gegen Chomsky?
    Beim Überfliegen des Buchauszugs fand ich nichts, was auch nur ansatzweise wie ein Beleg aussieht.

    Wenn Chomsky meint, Cohen zitiert nie was, dann meint Chomsky damit natürlich, dass Cohen nicht Chomsky zitiert und nachweist, dass Chomsky in dem betreffenden Zitat etwas Falsches sagt. Chomsky einfach nur mit dessen Lebenserinnerungen zu zitieren reicht natürlich nich aus; wenn er Chomsky der Lüge bezichtigt muss er schon belegen, wo Chomsky was Falsches sagt.

    Wenn Cohen zu blöd ist, das zu kapieren, spricht das nicht für ihn.

    Da es Chomskys Spezialität ist, der allgemein vorherrschenden Sicht der Dinge zu widersprechen, reicht es nicht aus, seine Aussagen quasi als “offensichtlichen Unfug” abzutun, wie das auch oben geschieht. Ohne die Hintergründe zu kennen, fällt mir doch auf, dass in dem obigen Artikel Dinge gegen Chomsky angeführt werden, wo er bei genauerer Betrachtung durchaus Recht gehabt haben könnte. (Mein Eindruck ist, dass Chomsky seine Behauptungen stets gut belegt, was angesichts ihrer Provokanz natürlich auch geboten ist.)

    Auch wenn z.B. die Roten Khmer Massenmörder waren spricht das erst einmal nicht gegen Chomskys Behauptung, die Aufklärer hätten antikommunistische Vorurteile oder (einige) Berichte seien fabriziert worden.

    Das Bild des “serbischen Vernichtungslagers” ist ein bekanntes Beispiel, wie trügerisch Bilder sein können, insbesondere, wenn sie mit einer entsprechenden Unterschrift versehen sind. Ich erinnere mich, dieses Foto mal in der Ausstellung “X für U – Bilder, die lügen” im Haus der Deutschen Geschichte in Bonn gesehen zu haben, welches wohl der “Chomsky-Freundlichkeit” unverdächtig ist. Mehr dazu hier (PDF-Seite 2). Ich nehme an, Chomsky hat auf diese Problematik hingewiesen.

    Also: Wo weist jemand Chomsky nach, die Unwahrheit geschrieben zu haben?

     
    • derautor

      21. Januar 2010 at 22:35

      Die Bibliographie zu Chomskys Aussagen befindet sich in Cohens Buch, das ich vor mir liegen habe. Da stehen die Quellen zu Chomskys Artikeln und Büchern, in denen er genau das aussagt, was Cohen ihm vorwirft.

      Warum überprüfst du das alles nicht einmal selbst, bevor du die Leute damit nervst?

       
    • skydaddy

      21. Januar 2010 at 22:56

      Ich hatte versucht, genau das zu tun. Dazu bin ich Deinem Link gefolgt, nur um festzustellen, dass Cohen zwar auf einen Extrakt seines Buches verweist, in dem er zwar (u.a. Chomsky) zitiert – aber nicht belegt, wo Chomsky falsch liegt. Wie gesagt hat Cohen offenbar gar nicht verstanden, was Chomsky mit den “fehlenden Zitaten” meint. Oder Cohen vertraut darauf, dass seine Leser eben nicht nachprüfen, ob Chomsky tatsächlich was Falsches schreibt.

      Deshalb werde ich mit Cohen auch nicht weiter meine Zeit verschwenden. Ich hatte gedacht, es gäbe vielleicht eine Website, auf der Chomskys Falschaussagen dokumentiert sind.

      Tut mir übrigens leid, wenn ich hier bei Gelegenheit stänkere. (Ich sehe Kritik als Geschenk…) Atheismus lebt davon, Fehlschlüsse als solche zu entlarven, und ich meine hier gelegentlich solche wahrzunehmen. Bin aber natürlich Fan des Blogs!

       
      • derautor

        21. Januar 2010 at 23:02

        Wie schon gesagt: Die Quellen befinden sich in der Bibliographie seines (sehr empfehlenswerten) Buches. Natürlich hat Cohen ein Interesse daran, dass sich die Leute das Ding kaufen, darum zitiert er nicht gleich alles. Außerdem kann man auch einfach selbst Chomskys Arbeiten durchlesen und sich überzeugen, ob das stimmt.

         
  9. helmut emporda

    24. Januar 2010 at 10:38

    Die heilige Bibel samt Christentum ist eine einzige Mordgeschichte. Wer im Glashaus sitzt, der sollt nicht mit Stienen werden.

    Damasius war ein Gangster, der sich selbst zum Papst ausrief, nachdem Wochen vorher Ursinus als Nachfolger von Papst Liberius gewählt worden war. Die Anhänger beider Päpste lieferten sich blutige Scharmützel, Damasius benötigte den Schutz von Gladiatoren. Papst Damasius I beauftragt 383 n.C. Sophronius Eusebius Hieronymus (347–419 n.C) die Vulgata zu schreiben. Hieronymus warnt in den vielen Quellen wäre kaum die Wahrheit anzutreffen. Als einziger Kirchenmann konnte er neben Altgriechisch auch etwas Hebräisch und übersetzte so unkontrolliert drauf los. Erst nach 500 Jahren löst seine Vulgata die Vetus Latina ab. Nach Erhebung zur Staatsreligion 380 n.C. unter Kaiser Theodosius, Nachfolger von Kaiser Constantin, verbrennt die Kirche was den Dogmen widerspricht wie die Schriften des Adamantius (185 – 254 n.C.) oder die Serapeion-Bibliothek in Alexandria 389 n.C. Priester wie Markus von Arethusa, Kyrill von Heliopolis, und Augustinus werden als mordende “Tempelzerstörer” sogar heilig gesprochen. Besonders Augustinus hat das engstirnige Welt- und Menschenbild des Katholizismus, vor allem auch die Lust- und Sexualfeindlichkeit, zum Kern der christlichen Lehre geformt.

    Das Christentum als friedliche Religion, der die Menschen in Massen zuströmten, ist ein Märchen gerne vom Vatikan vermarktet. Die neue Religion wird mit Intoleranz und Brutalität gegen Andersdenkende und Abweichler aufgezwungen. Auf dem Konzil von Arles (314 n.C.) belegte die Kirche jeden Deserteur des Heeres mit dem Bann. Auf Ausübung heidnischer Gottesdienste steht ab 356 n.C. die Todesstrafe. Das Christentum usurpierte die Macht im Römischen Reich und geht grausam mit Häretikern und Andersgläubigen um. Eine Vernichtung ohne Beispiel beginnt mit der Herrschaft des ersten katholischen Kaisers Theodosius I. Im Religionsedikt von Thessaloniki von 380 n.C. heißt es: „Wir befehlen, dass diejenigen, welche dies Gesetz befolgen, den Namen ‘katholische Christen’ annehmen sollen; die übrigen dagegen, welche wir für toll und wahnsinnig erklären, haben die Schande zu tragen, Ketzer zu heißen. Ihre Zusammenkünfte dürfen sich nicht als Kirchen bezeichnen. Sie müssen zuerst von der göttlichen Rache getroffen werden, sodann auch von der Strafe unseres Zornes, wozu wir die Vollmacht dem himmlischen Urteil entlehnen.”

     
 
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