Die linke Organisation „Emanzipation und Frieden“ hat einen empfehlenswerten Newsletter, aus dem ich ein paar Dinge zitieren möchte. Zum Beispiel hatte der Irak-Krieg nichts mit Öl zu tun und Palästinenser werden in Flüchtlingslagern von islamischen Ländern erheblich schlechter behandelt als in israelischen Camps.
1. Gegen die rechte Multikultiszene
In einer Flugschrift gegen falsch verstandenes Multi-Kulti wenden sich die Linken von „Emanzipation und Frieden“ gegen genau das, was ich auch schon seit Jahren kritisiere: Die Schnittmengen zwischen Nazis und Postmodernisten (Kulturrelativisten):
Manche Linke und Liberale sehen sich offenbar genauso wie die ethnopluralistische Rechte islamischen Moral- und Ehren kodices mehr verbunden als den ethischen Vorstellungen, die zu Zei ten des Aufstiegs der bürgerlichen Gesellschaft im Namen der Aufklärung und des Humanismus in harten Kämpfen gegen Kirche und Allmachtsanspruch der Religion in Europa durchgesetzt wurden und die bis heute keineswegs gesichert sind.
„Es gibt Schnittmengen zwischen linker Politik und islamischer Religion: Der Islam setzt auf die Gemeinschaft, damit steht er im Widerspruch zum übersteigerten Individualismus, dessen Konzeption im Westen zu scheitern droht,“ meint etwa Oskar Lafontaine (7). Ähnlich sehen es die Neonazis von „Synergon Deutschland“: „Und noch etwas spricht für die islamische Option: die Tatsache, dass konsequenter Wider stand gegen die Amerikanisierung der Welt nur noch von Muslimen kommt“, heißt es dort. Und zu Schleier und Kopftuch: „Exotischer, fremder als die Transvestiten-, SM- oder Gothic-Szene ist das auch nicht, dafür um vieles seriöser, innerlicher, gesünder“ (8). Eine Muslimin, die sich in Deutsch land gegen den Schleier entscheide, habe sich „die Möglichkeit genommen, ihre kulturelle Differenz gegenüber der Mehrheitsgesellschaft zum Ausdruck zu bringen“. Nein, dies stammt nicht von irgendwelchen Neonazis, sondern von den Feministinnen Christina von Braun und Bettina Mathes (9) und zeigt, wie weit auch frau kommen kann, wenn sie auf einem falsch verstandenen Multikulti-Trip ist.
Ihr Fazit lautet:
Es geht nicht um den „Erhalt von Kulturen”, weder der “deutschen” noch der „christlichen”, der „westlichen” oder der „islamischen”. Es geht um die Verteidigung und Durchsetzung zivilisatorischer Mindeststandards wie Freiheit von Folter, gleiche Rechte und gleiche Wertschätzung für alle Menschen, um das Recht aller Menschen, weder “illegal” noch “überflüssig” zu sein, um Gleichstellung der Geschlechter und Emanzipation der Frau, Befreiung von der Herrschaft religiösen Wahns, Trennung von Staat und Religion, Befreiung aus Clanherrschaft und Patriarchat – um nur einige zu nennen. Hinter sie darf es kein Zurückgeben.
Amen. Dieses Flugblatt haben sie „taz“ und anderen, teils relativistisch durchgedrehten Linkszeitschriften beigelegt.
2. Krieg für Öl?
Fast jeder Deutsche scheint der Meinung zu sein, dass der Irak-Krieg um Öl geführt wurde. Zu keinem Zeitpunkt hat irgendjemand handfeste Belege für diese Behauptung vorgelegt. Aber was zum Allgemeinwissen gehört, muss ja stimmen, oder?
Erinnern Sie sich noch? Die Gier des US-Imperialismus nach Öl sei der wahre Grund für den Irak-Krieg, glaubte eine vermeintliche Friedensbewegung zu wissen. „Kein Krieg für Öl“ hieß es 2003. Sieben Jahre später schreibt ein Zentralorgan dieser Bewegung, die „junge Welt“: „Ölmultis steigen in großem Stil in die irakische Förderung ein. US-Konzerne gingen bisher weitgehend leer aus.“ Die Leserin erfährt, wie der irakische Staat, der sich Milliardeneinkünfte vom Ölgeschäft erhofft, die Konzerne gegeneinander ausspielt und dass diese weder Anteile am geförderten Öl noch die Kontrolle über die Quellen erhalten.
Komischer Imperialismus. Wir wünschen jedenfalls frohen Erkenntnisgewinn.
Dass der Autor den Kampf gegen Al-Quaida&Co als „Krieg gegen die Opposition im Land“ bezeichnet, ist übrigens einer der tausend guten Gründe dafür, warum wir die Lektüre dieses Blattes auch zukünftig nur in Ausnahmefällen empfehlen werden.
3. Das apokalyptische Denken des iranischen Regimes
Darüber erfährt man etwas in einer empfehlenswerten Welt-Kolumne.
Ahmadinejad legitimiert das iranische Atomprogramm vor dem Hintergrund einer solchen schiitischen Mythologie: Deswegen verfolgen die khomeinistischen Machthaber im Iran nicht nur das Ziel der totalen Kontrolle über die eigene Gesellschaft, sondern gleichzeitig das ideologische Ziel der Islamisierung der Welt. Denn nach der schiitischen Vorstellung tritt Frieden nur unter islamischer Herrschaft ein.
Vor diesem Hintergrund glaubt Ahmadinejad tatsächlich, dass die US-amerikanische Regierung die Rückkehr eines 12. Imam verhindern will, denn sie befürwortet ja keine islamische Herrschaft, sondern verfolgt die Durchsetzung menschenrechtlicher und rechtsstaatlicher Normen.
4. Eine palästinensische Tragödie
Arabische Staaten behandeln palästinensische Flüchtlinge viel schlechter als Israel:
.. von der hiesige selbsternannte „Freunde des palästinensischen Volkes“ nichts wissen wollen: Die beklagenswerte Situation der palästinensischen Flüchtlinge in den arabischen Staaten. Ausgerechnet das UN-Flüchtlingshilfswerk UNRWA spielt eine verhängnisvolle Rolle dabei: „Jahrzehntelang haben die arabischen Regierungen ihre Entscheidung gerechtfertigt, Millionen staatenloser Palästinenser als Flüchtlinge in verwahrlosten Lagern als Druckmittel gegen Israel zu halten.
Die Einbeziehung der Nachfahren von palästinensischen Flüchtlingen als Flüchtlinge in das UNRWA-Mandat hat keine Parallele im internationalen humanitären Recht und ist verantwortlich für den Anstieg der offiziellen Zahlen von palästinensischen Flüchtlingen in ausländischen Staaten von 711 000 auf 4.6 Millionen während der Jahrzehnte, in denen die Zahl der alternden Flüchtlinge des israelischen Unabhängigkeitskrieges von 1948 in Wirklichkeit abnahm.“
5. Linker Hass auf Israel
Mehr über linke Antisemiten:
Rund 500 Menschen demonstrierten am 13. Dezember in Hamburg gegen antisemitische Übergriffe. Anlass war die Vorführung des Films »Warum Israel« (1973, Regie: Claude Lanzmann) im Programmkino b-movie. Die erste Aufführung des Films war am 25. Oktober gewaltsam von antiisraelischen Linken verhindert worden, wobei Kinogäste als „Schwuchteln“ und „Judenschweine“ beschimpft wurden. Mehr dazu hier. Es war das erste Mal weltweit, dass die Aufführung eines Lanzmann-Films verhindert wurde. Es geschah ausgerechnet in Deutschland. Und es war ausgerechnet das Werk einer ganz speziellen Sorte von Linken, die bis heute nicht kapiert haben, warum es Israel gibt.
6. Legitimer Widerstand?
Viele Linke sind der Meinung, es wäre das Zeichen eines legitimen Widerstands, wenn sich Jihadisten auf überfüllten Marktplätzen in die Luft sprengen. Aufklärung über die Mythen der Dummlinken:
Wie die Hamas in Deutschland unbehelligt Kinder als Selbstmordattentäter rekrutiert
Palästinensischer Wirtschaftsboom stört palästinensische Strategie
International gesuchter Terrorist als Verteidigungsminister
Hamas zwingt Frauen zum Tragen des Kopftuchs
Unterricht über den Holocaust – ein neues Kriegsverbrechen
Das Märchen von den Verzweiflungstätern
Dokumentation der stetigen Zurückweisung aller israelischen Friedensinitiativen durch die verantwortlichen Palästinenser













@derautor
Machst du hier nicht den Fehler jemandem auf den Leim zu gehen?
Ich habe einmal – vor Jahren – den Streit zwischen Kriegsgegnern und Kriegsbefürwortern auf der linken Seite des Spektrums in Deutschland verfolgt und schicke dir mal kommentarlos eine andere Meinung dazu:
„Liste von als Linken verkleideten rechtsextremen Kriegstreibern“
Quelle und kompletter Text:
http://www.mein-parteibuch.com/blog/2009/12/15/liste-von-als-linken-verkleideten-rechtsextremen-kriegstreibern
Soll nicht heißen, dass ich diese Position teile, aber ich finde die Meinung sollte man auch einmal gelesen haben.
Es gibt sogar einen amerikanisch-jüdischen Schriftsteller der davor warnt den Antisemitismus als Waffe zu benutzen:
“ Antisemitismus als politische Waffe: Israel, Amerika und der Mißbrauch der Geschichte“ von Norman G. Finkelstein
Leider konnte die völlig richtige These von Finkelstein nicht verhindern, dass er Beifall von der falschen Seite – auf dem wirklich rechtsextremen Feld seiner Verehrer erhält.
Dennoch lesenswert sein oben erwähntes Buch, denn Finkelstein ist der Ansicht, dass diejenigen die Antisemitismus als politische Waffe gegen mögliche Gegner mißbrauchen in Wahrheit die Verharmloser der antisemitischen Gefahr für Israel sind.
Fazit:
Sie tun Israel keinen Gefallen, wenn die jeglichen Gegner der Politik israelischer Staatsmänner als antisemitisch bezeichnen. Im Gegenteil sie arbeiten den Feinden Israels zu, und sind die wahren Anti-Israelis.
Gruß
Bernie
Zusatz:
Selbiges gilt übrigens für den Antiamerikanismus – Ein Vorwurf der an die Gegner von George W. Bushs Kriegspolitik schon so oft gebraucht wurde, dass der mittlerweile unter Barack Obama ganz in der Versenkung verschwunden sein dürfte.
Es ist eben etwas völlig anderes, wenn man die Politik eine US-Präsidenten nicht teilt, wie wenn man gleich eine ganze Nation namens USA haßt. George W. Bush war um einiges unsympatischer als Barack Obama, und ich vermute einmal dass dies mit ein Grund für den Hass auf George W. Bushs Politik, und nicht auf die USA war.
Für Antideutsche ist allein schon die Kritik die ich oben erwähnt habe – an George W. Bush – Antiamerikanismus.
Gruß
Bernie
Erstmal Danke für Deinen Artikel,
was macht Dein Spamschutz?
@Bernie: Weniger Kommentare posten bitte und dafür mehr Substanz. Und nur weil eine Organisation eine Liste mit Organisationen macht, die ihr nicht passen, müssen wir dieser nicht glauben, dass da etwas dran ist.
Interessanter Kommentar auch:
http://www.freiewelt.net/blog-1325/die-linken-und-die-religion.html
Gruss,
Frank
@Bernie
„mein-parteibuch.com“
Echt jetzt? LoL. Da wird mir immer so schummrig, wenn ich nur daran denke, was da für Phrasen und Vokabeln rumfliegen.
Besonders kurios war es zu sehen, was über mich geschrieben wird. Vor einiger Zeit wurde ich darauf hingewiesen, dass ich „einen deutlichen antideutschen Einschlag im Sinne der von Neocons propagierten Pax Americana“ aufweisen würde. Na, wenn das dumme Gesocks es sagt, dann stimmt das bestimmt, rofl. Mein „Informant“ meinte passend: „Die Seite ist doch Satire oder? Sag, daß sie Satire ist!“
Ah, bevor ich es vergesse noch ein Wort zu der Liste: Exkommunizierung.
Rofl @ Empfehlung Finkelsteins und auch dir selbst noch ein LoL, Bernie. Mensch, und das am Montag. Danke für die amüsante Show!
wirklich interessant von den synergontypsen: „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ — aber vermulich nur, bis er zu stark wird. Ist das nicht im wesentlichen fast die selbe hinterfotzige Intriganterei wie bei Rom-Berlin(-Madrid-Tokyo)?
Sehr interessante Gedanken! Danke für diesen Beitrag, den ganzen Blog finde ich schon sehr schön. Mach weiter so!
Szenario: in welchem Gefängnis möchte man lieber eine U-Haft verbringen, beim „Kleinen Satan“ oder bei den „Guten“?