Hm, er hat mich überzeugt. Religion ist doch voll super. Übrigens ist Colberts Audiobuch/Buch sehr empfehlenswert. Habe ich mir sogar zugelegt.
Siehe auch die Daily Show zum Thema. Am Ende gewinnt die fiktive Religion aus James Camerons bescheuertem Hippyfilm “Avatar” den Wettbewerb. Oh nein, wir haben unsere Muttergöttin, die Natur getötet! Wahrscheinlich hat Cameron den Erfolg von “Titanic” nicht ertragen können und hat sich für ein paar Jahre in einen Hippybus eingeschlossen, bis er völlig zugedröhnt war. Die Natur ist kein Lebewesen und man muss den Leuten keine solche Scheiße einreden, damit sie ihren Müll recyclen.
Außerdem hat Cameron die Idee für den Film von Eric Cartman geklaut, hier der Beweis:









waelti
7. Januar 2010 at 08:43
Wow, die Theorie von Colbert: Religion allows us, to ignore all of that by praying…
Das ist ja noch einfacher als tea-bagging! Bin ganz hin und hergerissen. Was soll ich jetzt machen? Wer hilft mir beim Nachdenken? Bzw. in welchem Buch kann ich nachlesen.
6:51 Min. und nichts gesagt. thx für die Erinnerung
Versuch mich doch lieber mit dem selber Denken.
thogoen
7. Januar 2010 at 12:28
Das ist Satire auf Tea-Bagging. Colberts alter ego ist ein erzkonservativer, demagogischer Fernsehmoderator. Sein Buch “I Am America (and So Can You!)” ist aus der Perspektive dieses Charakters geschrieben.
Stefan
7. Januar 2010 at 10:38
Klingt witzig! Leider redet er mir aber zu shcnell und ich verstehe nur die Hälfte. Wenn ich mal eine kleine Kritik anbringen darf: Ich fände es schöner, wenn hier öfters auch deutschsprachiges Fernsehen kritisiert werden würde. Gibt es keinen deutschsprachigen Kabarrettisten, der sich zu Religion äußert? Was ist mit dem ganzen Maischbergerunfug im Gebürenfernsehen? Natürlich ist es interessant, was auf der anderen Seite des Atlantiks passiert, aber wir haben so viel eigenen Dreck wegzufegen…
Bebu
7. Januar 2010 at 19:07
“Gibt es keinen deutschsprachigen Kabarrettisten, der sich zu Religion äußert?”
–> Im Fernsehen sehe ich beim Zappen öfter Jürgen Becker, der in recht harmloser, also nicht boshafter Weise etwas gegen Religion und Kirchen sagt. Es ist oft lustig, aber im Vergleich zu amerikanischen Comedians doch eher Kuschelkabarett.
Ansonsten habe ich hin und wieder bei youtube auch richtig deftige Beiträge von anderen Kabarettisten gesehen, meistens Livemitschnitte, da sowas im Fernsehen nicht ausgestrahlt werden würde.
Oft geht es dann aber auch nur gegen die katholische Kirche, selten gegen Religion allgemein.
H. Lektor
7. Januar 2010 at 12:20
1.: Was die Na’vi da treiben, ist keine “Religion” (zumindest nicht in dem Sinne, in dem Du sonst das Wort verwendest), sondern ein bloßes Nachkommen der Aufforderung Nietzschens, der Erde treu zu bleiben (auch wenn sie auf einem Mond wohnen).
1.1: Außerdem gibt es im Film noch Anleihen an Poccahontas und Ferngully.
2.: Definier mal bitte “Leben”?
derautor
7. Januar 2010 at 14:02
Klar ist es eine Religion. Sie beten doch diesen personellen Lebensbaum an. Das ist so eine Art Pantheismus-Monotheismus.
Leben: Zeug mit einem Stoffwechsel, das sich selbst reproduzieren kann
Nanomyte
7. Januar 2010 at 19:38
Das ist sehr ungenau was du schreibst, denn es handelt sich entgegen aller Kritik von Trotteln nicht um einen mystizistischen Pantheismus, den ein paar Indianer haben die zu viel Qualm gepafft haben, sondern um einen Faktischen, da der Planet ein riesiges Nervensystem darstellt, welches die Erinnerungen und Erlebnisse der Generationen einspeichert und den jede Kreatur up und downloaden kann.
Dies fällt ja genau deswegen den Wissenschaftlern im Film auf.
Deswegen geht eine Kritik an der Naturromantik fehl.
Einziger Punkt, den man kritisieren kann von einem rationalen Standtpunkt aus ist, dass sich soetwas aus evolutionärer Sicht sicher kaum auf natürlichem Wege entwickeln würde.
Die Na’Vi sind auch nicht so edel, wenn man sich nicht emotional einlullen lässt, so ist es z.Bsp. mit der Emanzipation unter den Blauhäutern auch nicht sonderlich weit her.
buzzti
7. Januar 2010 at 17:34
“Avatar” als “bescheuerten Hippyfilm” abzustempeln halte ich für verkürzt – was wäre zB. “Star Wars” ohne die “Macht”? Der fiktionale(!) Film greift die Gaia-Hypothese auf, die in jüngster Zeit eher widerlegt wurde, siehe “Gaias böse Schwester” im Spektrum der Wissenschaft oder hier http://www.final-frontier.ch/GaiaIllusion
Das Ökosystem auf Pandora ist eben quasi eine Einheit, die Na`vi haben immer ihre Netzwerkkabel dabei, mit denen sie sich ins Global-Net “einloggen” können. Ich finde den Film im Hinblick auf die Zukunft des Internets und der vernetzten globalen Kultur durchaus sehenswert… Natürlich greift der Film auch das Problem des Ressourcenverbrauchs und den dadurch entstehenden Umwelteingriffen auf.
Sicher ist der Glaube an eine “beschützende Mutter Natur” ziemlicher Firlefanz, und das “natürliche Gleichgewicht” sowieso eine Farce. Aber ein solcher Blockbuster zeichnet sich selten durch exakt-wissenschaftliche Erkenntnisse aus, eher durch romantisch-überzeichnetem Eskapismus (wie Religion ja auch).
gruß,
Buzzti
Der mit dem Glauben tanzt
7. Januar 2010 at 19:35
Ganz meine Meinung. Avatar ist ganz klar ein Fantasy-Film, der (wie ich meine), keine Ansprüche auf Korrektheit stellt. Dort gibt es nun mal das große Lebewesen “Natur”, kann komunizieren und ist schützenswert vor den naiven Menschen. Sogar eine Erklärung wird gegeben:
[Achtung Spoiler]
Die Wurzeln der Bäume und aller Pflanzen sind wie Nervenbahnen ausgebildet, die Impulse leiten und (vermute ich mal) zu irgendwelchen “Nervenzellen” leiten. So funktioniert schließlich auch unser Gehirn.
Ich sehe also keinerlei religiöse Ansätze in dem Film, sonst hätte er mir nicht gefallen ^^
derautor
7. Januar 2010 at 20:18
Eure Argumentation haut wegen genau einer Szene nicht hin, in der es heißt, dass die Erdenmenschen ihre Mutter (Natur) getötet hätten und dies nun dem Schlumpf-Planeten bevorstehe. Das heißt, Cameron geht davon aus, dass auch auf der Erde alles Leben verlinkt ist und so etwas wie Gaia existiert.
Und selbst wenn nicht: Was für ein billig zusammengewürfelter gutmenschlicher Schrotthaufen aus Pocahontas, Der mit dem Wolf tanzt und FernGully. Ein Ureinwohner romantisierender Oberbullshit.
H. Lektor
9. Januar 2010 at 17:55
HAHa, eben noch eine Parallele gefunden (wegen der Sache mit der evolutionären Möglichkeit):
SOLARIS
Womit gezeigt wäre -wiedermal-, daß jeder Text hhaufenweise Intertexte hat.
über cameron kann man m.E. hinwegsehen, weil sie sich vrmtl. so sehr da eingelebt hat, daß sie die gegebenheiten auf die Erde rückprojiziert. Vielleicht würde sie auch eine Religion draus machen.
Betr. Leben: die Natur besteht aus haufenweise Zeug mit Stoffwechsel, das zur Selbstreproduktion (SterneSterneSterne) neigt. Wäre also doch als Lebewesen zu bezeichnen
DeeTee
14. Januar 2010 at 18:50
Ich lese die Artikel dieser Seite immer sehr interessiert und bin selbst Atheist. Den Film als bescheuerten Hippiefilm zu bezeichnen finde ich sehr einseitig. Ob er bescheuert ist, liegt im Auge des Betrachters. Aber Hippiefilm, ich weiss nicht. Ich würde eher den Film insgesamt als eine bewusstseinserweiternde Droge sehen, da er so viele Probleme unserer Zeit aufarbeitet und den eigenen physiologischen Standpunkt auf anderer Rassen oder sogar Tierarten ausdehnt und andere Welten bzw. Planeten in einer faszinierenden Detailliertheit zeigt. Wer diesen Film sieht, interessiert sich möglicherweise dafür, wie andere Welten völlig anderes Leben beherbergen können, dass die eigene Sichtweise manchmal die falsche sein kann, dass Technologie und Fortschritt die Umwelt zerstören kann, dass das Recht des Stärkeren moralisch höchst zweifelhaft ist etc. Daher finde ich persönlich, das der Film sehr gut in mein atheistisches Weltbild passt. Die pantheistischen Gaia-Elemente oder auch fliegende Berge sind eben Teile der Fantasy-Welt.