Eine britische Journalistin namens Nancy Graham Holm schreibt im Guardian, dass die Dänen am Hass der Muslime und an den Mordanschlägen auf den Karikaturisten Kurt Westergaard selbst schuld wären, weil sie die muslimische Religion nicht respektierten. Ich bin so schockiert über diese Stellungnahme, dass ich nicht einmal mehr mit Beleidigungen um mich werfen kann. Moment, es geht wieder.
Erniedrigung ist ein niederschmetterndes Gefühl. Aber die meisten Menschen, die beleidigt werden, nehmen eine Entschuldigung an. Wäre eine Entschuldigung vom damaligen Premierminister, Anders Fogh Rasmussen, gekommen, dann wäre das wahrscheinlich das Ende der Sache gewesen – aber keine kam und die Erniedrigung summierte sich.
Dieses Zitat stammt nicht von Osama bin Laden, sondern von einer britischen Journalistin aus dem linken Gutmenschenlager. Muslime wurden durch die Karikaturen in einer Zeitung in ihren religiösen Gefühlen verletzt – oder vielmehr durch das Akkari-Laban-Dossier, das zahlreiche erfundene, nirgends abgedruckte Karikaturen enthielt – und der Premierminister Dänemarks hat sich nicht einmal dafür entschuldigt, dass hier jemand in seinem Land Karikaturen drucken darf! Darf hier etwa jeder bald Ideen kritisieren, wie er will?
Der nächste Absatz wird euch umhauen:
Warum wollten sich die Herausgeber des Jyllands-Posten über den Islam auf diese Weise lustig machen? Einige von uns glauben, es geschah als Folge schlechten Geschmacks und es war auch grausam. Internationale Erniedrigung ist ein aggressiver Akt. Als Journalistin, die jetzt in der selben Stadt lebt wie Westergaard, dachte ich, dass sich einige bei Jyllands-Posten wie bockige Halbstarke aufgeführt hatten. Dänen bemerken nicht, dass sie eine Gesellschaft entwickelt haben, die zutiefst misstrauisch gegenüber Religion ist. Das ist das tatsächliche Problem zwischen Dänemark und muslimischen Extremisten, nicht die Redefreiheit. Das Prinzip der freien Gesellschaft ist lediglich ein Versuch, den Tätern die moralische Überlegenheit zu geben, wenn es tatsächlich eine Nebelwand für tief verankerte Vorurteile ist, nicht gegen Muslime, sondern gegen Religion per se.
Wann immer jemand schreibt „Das Prinzip der freien Gesellschaft ist lediglich“, sollten bei jedem die Alarmglocken schrillen. Die freie Gesellschaft ist nicht „lediglich“ was auch immer, sondern sie ist die Grundvoraussetzung für Frieden, Demokratie, Wohlstand – für unsere gesamte Lebensweise. Ich sehe gar nichts Falsches daran, zutiefst misstrauisch gegenüber Religion „per se“ zu sein. Schließlich ist der Großteil der real existierenden Religion abergläubisch, fortschrittsfeindlich, wissenschaftsfeindlich, frauenfeindlich, intolerant und total bekloppt. Na, wenigstens sind sich Islamisten, Evangelikale und Nancy Graham Holm einig, dass die freie Gesellschaft lediglich ein Vorwand für den Kulturimperialismus von ein paar Aufgeklärten ist. Und von Holm lernen wir noch mehr: Islamisten können niemals für ihre Taten verantwortlich sein, sondern immer nur ihre Opfer.
Mutter Holm ermahnt uns: Ihr seid jetzt mal artig, ihr ungezogenen Lümmel mit euren kindischen Vorurteilen! Ihr habt die Gefühle von Milliarden von Menschen verletzt mit euren Bildern. Schämt euch, entschuldigt euch und tut es nie wieder!
Und vergesst nicht:
„Dänen sind nicht rassistischer als andere westliche Länder, aber viele von ihnen, vor allem Intellektuelle, haben ernsthafte Probleme mit religiös Gläubigen.“
Diese „Intellektuellen“ haben nämlich ihr eigene Form des Rassismus entwickelt: Anti-Religionsismus! Die Intellektuellen sind sich nicht einmal zu schade, die aus Koran und Hadith abgeleiteten Ideen des Märtyrertums, des Heiligen Krieges gegen Ungläubige und der Unterwerfung der Frau zu kritisieren, obwohl diese doch zu den Lieblingsideen der Jihadisten gehören! Diese armen, armen Menschen! Sie wollen uns doch nur töten! Warum seid ihr so intolerant?
Ich denke, wir alle würden Kurt Westergaard ermorden, wenn er sich mit einer Zeichnung über uns lustig macht. Das ist ganz normales, menschliches Verhalten. Sie zeichnen mich und ich erschlage Sie und Ihre Enkeltochter mit einer Axt. Selber schuld.
Komisch, jetzt will ich auch ein Schwert in meinen Kopf stecken wie die Schiiten an Aschura. Wenigstens müsste ich dann keine solchen dämlichen, selbstmörderischen Artikel von fehlgeleiteten Kulturrelativisten mehr ertragen.
Wenn ein Jihadist einen linken Gutmenschen mit einen Schwert bedroht, entschuldigt der sich, dass für ihn keine Rolle im geplanten Weltkalifat vorgesehen ist. „Es tut mir leid, dass wir hier im Westen existieren. Ab mit dem Kopf! Und dankeschön.“
Siehe auch:
Jerry Coyne: The Guardian hits rock bottom













Guter Artikel! Ich kann Nancy Grahams Ansichten nicht nachvollziehen. Für die Jihadisten scheint jeder noch so kleine Grund auszureichen um einen Anschlag zu verüben.
Ironie an:
Man sollte Mitleid mit dem „linken Gutmenschen“ haben, er ist geistig ähnlich verwirrt wie die anderen Extreme, durch eine mangelhafte Erziehung und frühkindliche Indoktrination.
Ihm sollte möglichst schonend die Verantwortung und etwaige mediale Posten entzogen und sein Privatbesitz und etwaiges Vermögen verstaatlicht werden – zum Wohle der Allgemeinheit natürlich.
Falls er das nicht so gut finden sollte, denn wenns ums Geld geht ist sich ja jeder Selbst der Nächste, dann sollte man eventuell erläutern welche imperialistische Arroganz und Ausbeutungsmentalität er doch an den Tag legt, wolle er tatsächlich über Besitz verfügen.
Ganz umsonst für die Gesellschaft arbeiten, irgendwo weit weg der Öffentlichkeit lautet das Credo und Spott und Häme sollte er mit Dank aktzeptieren als einzigen Lohn.
Ironie aus.
Ich bin noch immer total baff. Nicht wegen dem Artikel hier. Auch nicht wegen dem Gelaber einer britischen Journalistin. Für solch ein Gelaber brauchen wir nicht auf die Insel. Gibts auch hier.
Übrigens – McDonals stellt den Verkauf von Hamburgern ein. Könnte ein paar Hindu’s in ihren religiösen Gefühlen verletzen.
Soll das ein Witz sein? Bei McDonald’s India gibt es nur Hühnchen und Fisch! Hier in Singapur mit 15% Muslimen gibt es kein McRib (Schweinefleisch). (Immerhin: „Maharaja Mac“ – Da muss man erst mal drauf kommen! Davon abgesehen haben die Computer-Inder dort die mit Abstand schlechteste Bestell-Seite produziert, die man sich vorstellen kann…)
Ich hätte es wissen müssen
Spezialist vor Ort. War doch nur als Anregung gedacht. Thx Matthias.
Mit der Argumentation dieser Journalistin kann jeder x-beliebige Mord gerechtfertigt werden. Selbst der kleinste S-Bahnschläger kann sich darauf berufen, dass er von seinem Opfer beleidigt wurde und dementsprechend angemessen gehandelt hat.
[...] via Westergaard ist selber schuld « Aufklärung 2.0. [...]
Die Journalistin sollte zur „Ehren-Taliban“ ernannt werden. Mit allen Verpflichtungen, die das Leben als Taliban für Frauen halt so mit sich bringt… ansonsten wird die Scharia angewandt…
Ein klarer Nachweis, dass völliger Realitätsverlust auch ohne Religion möglich ist.
@Bruder Spaghettus
Das müsste noch geprüft werden. Inwieweit die Dame nichts mit Religion am Hut hat
Beim Stöbern hab ich beim Guardian zum Artikel folgenden Super Kommentar gefunden. Enjoy.
„Have I got this right? Danish paper has cartoons implying Islam gives rise to terrorism. Muslims are so offended by this that they try to terrorise the Danish paper to prove they aren’t terrorists.“
Das ist an der Grundschule auch so – wenn man Kinder ausschimpft, weil sie jemanden gehauen/getreten/angespuckt haben, kommt als Antwort: „Aber der hat zuerst gesagt, dass ich blöd bin“.
„Dänen [...] vor allem Intellektuelle, haben ernsthafte Probleme mit religiös Gläubigen.“
Das scheint ja ein ganz sympathisches Völkchen zu sein, diese Dänen. Vielleicht wandere ich dahin aus.
„Internationale Erniedrigung ist ein aggressiver Akt.“
Muslime verschleiern ihre Frauen weil deren körperlichen Reize die Männer sonnst dazu verführen würden sie zu vergewaltigen. Die Muslime verschleiern ihre Frauen weil sie unterstellen das ich, bzw. jeder Mann, ihre Frauen sonnst so bald als möglich vergewaltigen würde!
Die Verschleierung von Frauen beleidigt mich – jeden Mann – zutiefst!
Ich finde wir sollten uns Äxte besorgen, einen Bus anmieten, nach Islamistan fahren und dort jeden Mann einer verschleierten Frau zerhacken weil er uns beleidigt hat!
Zum Glück schreiben wir nur solche Dinge. Militanter Atheist (Humanist) = schreibt Texte, die andere eventuell beleidigen können, aber in erster Linie zum Nachdenken anregen sollen.
Problem – RKK, Islam etc.: Militante Aktion = Religion verteidigt.
Würde ein Atheist das gleiche tun, wäre er ein ‘Unmensch’.
@Waelti
Eben, und trotzdem reden sie immer über den „militanten“ oder „aggressiven“ Atheismus. Ich kann es nicht mehr hören!!!
@Artikel
Ich bin auch schockiert, manche Leute haben aufgehört zu denken!
Pass auf, dass Du nicht auch bald Besuch bekommst, wegen dem Bild.
Diese Mordkampagnen sind politisch eingefädelt. Ich bin zu unwichtig für sowas.
Wie kommt ein Land wie Dänemark dazu, den Gesetzen fanatischer Spinner zu folgen?
Wir sind arm und ich kann irgendwie nicht optimistischer werden. Unsere Islamkritiker werden, sofern sie bekannt sind, ermordet oder müssen geschützt werden.
PS: Wieso verletzt diese Frau religiöse Gefühle, indem sie als Frau öffentlich das Wort ergreift?
Die Gutmenschen, Antidiskriminierer und Überintegrierer sind sicher der Meinung, dass diese endlosen Debatten um die Bewertung islamistischer Übergriffe (auch verbaler Art) die Muslime Respekt vor der abendländischen Demokratie lehren. Ich bin mir sicher, dass es dort eher als Zeichen der Schwäche und Insuffizienz des Systems verstanden wird.
Anschlägeplanende Sportsfreunde dürfen jahrelang brav observiert ihren Geschäften nachgehen und wenn es folgerichtig dann mal wieder irgendwo knallt, wird der Ottonormalbürger, der mit einer Wahrscheinlichkeit von Nullkommanull Promille ins Terrorraster passt mit allerlei überwachungsstaatlichen Neuerfindungen gepiesackt
Nur noch mal, damit ich es verstehe:
Westergaard malt ein Bild und der Islamist versucht, ihn mit einer Axt zu erschlagen. Und die Journalistin meint, das Bild zu malen wäre ein „aggressiver Akt“?
Wie eigentlich erklärt es sich, dass die Jihadisten unzählige Dänische Flaggen ein paar Stunden nach Veröffentlichung der Karikaturen vor laufenden Fernsehkameras verbrennen konnten?
Möglichkeit 1: Die Flaggen wurden auf die Schnelle an Ort und Stelle genäht.
2. Die Dänen sind ein reisefreudiges Völkchen und hinterlassen obligatorisch überall ihre Flaggen, wo sie Land betreten. (Hat Dänemark eigentlich so viele Einwohner, wie die Anzahl der verbrannten Flaggen?)
3. Der ganze Karikaturenstreit war gründlich eingefädelt worden.
„Wie eigentlich erklärt es sich, dass die Jihadisten unzählige Dänische Flaggen ein paar Stunden nach Veröffentlichung der Karikaturen vor laufenden Fernsehkameras verbrennen konnten?“
–> Vermutlich hier gekauft:
Oder hier:
Im übrigen finde ich, dass diese Journalistin in der Bezeichnung „linker Gutmensch“ das linker gestrichen kriegen sollte. Eigentlich sollte man die aus jeder art von linker Ausrichtung wegen intellektuellen Schubsens ausschließen. Weil eigentlich und ursprünglich, war die Grundidee der linken politischen Bewegungen eben genau der Kulturimperialismus der Aufklärung. Da müssen wir meiner Meinung nach wieder hin.
@olyly
Wie es zum Karikaturen-Streit gekommen ist:
Chronologie einer gesteuerten Eskalation in der muslimischen Welt