Alle religiösen Rituale sind unglaublich dämlich, aber der schiitische Feiertag “Aschura” sticht mit seiner Extrem-Dämlichkeit selbst aus dieser Masse noch hervor. Ähnlich wie beim christlichen Karfreitag wird der Märtyrertod eines religiösen Führers gefeiert. Aschura findet jährlich am zehnten Tag des ersten Monats des islamischen Kalenders statt und Schiiten zerschnippeln sich bei der Gelegenheit selbst.
Aleviten feiern zwar auch Aschura, aber sie verteilen an dem Tag nur eine Süßspeise aus Dankbarkeit für gute Nachbarschaft, während sich Schiiten freiwillig ein Schwert in den Kopf stecken. Sie gedenken damit dem Tod des dritten Imams, Husain ibn ʿAlī, bei der Schlacht von Kerbela im Jahre des Herrn 680 n.Chr. im heutigen Irak.
Husain war der Meinung, dass die damalige Herrschaft des Kalifen Yazid I. religiös irregeleitet war. Das zeige sich darin, so meinte Husain, dass er im Gegensatz zu Yazid ein Nachkomme des Propheten Mohammed sei und natürlich könnten nur Nachkommen von Mohammed legitime Herrscher darstellen. Mit anderen Worten war Husain der Meinung, dass lieber er herrschen sollte anstelle des Kalifen.
Natürlich musste sich Husain noch etwas besseres einfallen lassen, was denn nun nicht stimmen soll mit Yazid, als nur, dass er selbst lieber der Kalif wäre. Sunnitische und schiitische Islamforscher unserer Tage sind sich weitgehend einig, was das war:
Yazid I. habe “keine Religion, er trinkt, er spielt Instrumente, und er hält sich in Gesellschaft mit Sängern und Hunden auf”, fasst Ibn Jauzi den Charakter des verhassten Herrschers zusammen.
Tatsächlich war Yazid ein gewöhnlicher, konservativer Herrscher, der die Statthalter seines Amtsvorgängers im Amt beließ, Bewässerungsanlagen und Grenzbefestigungen verbesserte und das Finanzwesen reformierte. Heute wirft man ihm vor, dass er einige Schlachten verloren hat, aber das ist insofern kein Wunder, als ein gewisser “Husain” unentwegt versuchte, ihn zu stürzen.
Also: Ein Mann behauptet, er sei der legitime Herrscher, weil er von einem anderen Mann abzustammen meint, der behauptet, Gottes Botschafter zu sein. Er führt einen Krieg gegen einen konservativen, eher weltlichen Herrscher und verliert. Zur Erinnerung an seinen Tod peitschen sich Schiiten an Aschura selbst mit Messern am Ende von Ketten aus und fügen sich mit Schwertern Schnittwunden zu. Auch ihre Kinder müssen da oft mitmachen.
Alles klar?
P.S. Das englische Wikipedia ist zu islamischen Themen amüsant zu lesen, weil es von gläubigen Muslimen geschrieben wird.










skydaddy
5. Januar 2010 at 03:08
Es kann ja jeder gerne machen, was er will, aber Kinder sollten nicht teilnehmen dürfen.
Ich habe mal einen Bericht über Leute gesehen, die sich Kokosnüsse auf dem Kopf zertrümmert haben. Waren, glaube ich, Hindus.
Stefan
5. Januar 2010 at 08:52
“Auch ihre Kinder müssen da oft mitmachen.” Das ist, was mich an dem Religionsgedöns immer so richtig wütend macht! Wir müssen unbedingt den Kinder- und Jugendschutz auf den religiösen Bereich ausdehnen. Was nützt es, wenn unsere Gesetze zwar verbieten, dass sich die Kids die Birne mit Drogen zudröhnen, wenn dann aber die Religioten sie traumatisieren dürfen, mit ihren Gagageschichten und -ritualen?
Nina
5. Januar 2010 at 23:35
Wirklich, wirklich traurig, dass ich diese absurden Rituale auch Kinder mit einbezogen werden.
Detlef
9. September 2010 at 17:53
P.S. Dieser Artikel ist auch ziemlich amuesant zu lesen, da er von einem Kritiker geschrieben wurde. Ich wurde mal sagen, ihr solltet da lieber einen neutralen Menschen schreiben lassen. Anstatt so zu propagieren. Wir sind nicht bei der Bild Zeitung. Artikel werden egschrieben ohne die eigene Meinung mit einzubringen
derautor
9. September 2010 at 18:03
Was für ein merkwürdiger Kommentar. Herkömmlicherweise schreibt man auf seinem eigenen Blog seine eigene Meinung auf eine Weise, die man selbst wählt.