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Wir beherrschen die Philosophie!

01 Jan

Laut der bislang größten, internationalen Studie über die Ansichten professioneller Philosophen, sind ganze 72,8% von ihnen Atheisten! Damit haben sie die Psychologen abgehängt. Aber nicht nur das…

Professionelle Philosophen haben eine schöne Tendenz, mit mir einer Meinung zu sein:

59% sind in Punkto Willensfreiheit Kompatibilisten (Freiheit und Determinismus sind vereinbar). Nur 12,2% teilen die Position von Michael Schmidt-Salomon und Thomas Clark, dass Freiheit und Determinismus unvereinbar wären.

49,8% sind Naturalisten (es existiert nichts außer der natürlichen Welt). Lediglich 25,8% sind Nicht-Naturalisten.

56,4% sind Physikalisten (die Welt lässt sich vollständig physikalisch beschreiben). Nur 27% teilen Schmidt-Salomons Nicht-Physikalismus.

34,8% sind Egalitaristen (verschiedene Bedeutungen, steht hier für Chancengleichheit). Die meisten, 41%, sind für eine “andere” Position. Diese Eigenbrötler.

75% sind wissenschaftliche Realisten (die von der Wissenschaft beschriebene Welt ist die reale Welt).

Immerhin: Schmidt-Salomon gewinnt bei der Frage nach philosophischen Zombies (Lebewesen, die sich ausschließlich durch ihr mangelndes Bewusstsein von Menschen unterscheiden). Zombies halten nur 16% der Philosophen für unvorstellbar. Das ist echt peinlich. Ein Vorstellungsvermögen kann auch zu sehr ausarten.

Den Popularitäts-Wettbewerb hat also vielleicht doch nicht automatisch MSS gewonnen. Nicht, dass dies etwas darüber aussagen würde, wer nun eigentlich recht hat. Aber zumindest kann er unsere Auseinandersetzung über die Willensfreiheit nicht mehr alleine dadurch gewinnen, dass mehr Leute seine Antwort lesen als meine Artikel zum Thema, was statistisch betrachtet sehr wahrscheinlich ist.

Außerdem habe ich ein schöneres Kleid, was mir Vorteile verschaffen dürfte bei den Preisrichtern. Und ich kann mit Ming-Vasen jonglieren, mindestens bis sie zerbrechen.

 

6 Antworten zu Wir beherrschen die Philosophie!

  1. Stefan

    1. Januar 2010 at 21:07

    Irgendwie schwankt dieser Beitrag zwischen der Sonntagsfrage und “Deutschland sucht den Superphilosophen”.

     
    • derautor

      1. Januar 2010 at 21:28

      Ja. Ich finde es immerhin aufschlussreich, dass besonders Philosophen und Psychologen zum Atheismus neigen. Ist doch eine erwähnenswerte Information. Und “Deutschland sucht den Superphilosophen” werde ich nach dem “Fasst Proust zusammen”-Wettbewerb auch noch gewinnen.

       
  2. Der mit dem Glauben tanzt

    1. Januar 2010 at 21:43

    Ein Erlebnis a la “Zombieland” wär doch auch nicht schlecht…

     
    • derautor

      1. Januar 2010 at 21:48

      In der Schule sollten wir ein Bild von unserem Traumhaus malen und in meinem Traumhaus-Garten waren Zombies, die ich nach Lust und Laune abschießen konnte. Die Mädchen fanden das verrückt, aber Zombieland beweist, dass ich recht hatte: Zombies abschießen macht Spaß.

       
  3. Bruder Spaghettus

    2. Januar 2010 at 09:44

    Ach, es geht darum, eine Auseinandersetzung und einen Popularitätswettbewerb zu gewinnen?

    Was gibts denn als ersten Preis? Ist auch sichergestellt, dass der nicht von irgend einer fragwürdigen Organisation oder Person gesponsert wird?

    Das würde ja den Sieger, der den Preis annimmt, total diskreditieren. :-)

     
    • derautor

      2. Januar 2010 at 14:24

      Die Beantwortung großer Fragen war immer nur offiziell das Ziel von Philosophen, tatsächlich ging es immer schon darum, wer bei den wenigen Philosophiebegeisterten beliebter ist.

      Der erste Preis wäre es, wenn einer von uns mal von echten Philosophen zitiert wird. Weder MSS noch meine minderwertige Geringfügigkeit haben nämlich überhaupt Philosophie studiert, noch wissen wir, worum es eigentlich geht.

      Und das ist das zweite große Ziel von Philosophen und Geisteswissenschaftlern allgemein: So zu tun, als hätten wir irgendeine Ahnung, worum es geht.

      Ich habe doch jetzt nichts ausgeplaudert?

       
 
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