Hütet euch vor Ingenieuren!

(Updates!) Es klingt verrückt, aber Ingenieure sind nicht nur mit höherer Wahrscheinlichkeit christliche Fundamentalisten, sondern auch eher islamistische Terroristen, als die Studenten anderer Fachbereiche. Es existiert ein statistisch relevanter Zusammenhang zwischen dem Studium der Ingenieurskunst und der Neigung zu einem stark konservativ-religiösen Weltbild.

Die Feststellung eines Zusammenhangs zwischen Kreationismus und einem Ingenieursstudium begann als die nicht ganz ernst gemeinte Salem-Hypothese von Bruce Salem. Allerdings entwickelte sie sich langsam zu einer echten wissenschaftlichen Hypothese, die in einer Studie von John W. Patterson für die Iowa Academy of Science bestätigt wurde. Sein Ergebnis: „Ingenieurs-Ausbilder, Senior-Ingenieure und registrierte professionelle Ingenieure sind vielleicht die prominentesten Führer der kreationistischen Bewegung.“

Diego Gambetta and Steffen Hertog von der Oxford-Universität zeigten in einer Arbeit auf, „dass Ingenieure von allen Akademikern bei weitem die religiöseste Gruppierung darstellen.“ Laut Hertog und Gambette neigen Ingenieure zu der Haltung, dass man nicht diskutieren brauche, weil es eine beste Lösung gebe und zu der Annahme, dass Lösungen einfach wären, wenn die Leute nur rational wären. Ingenieure werden drei bis vier Mal so häufig zu gewalttätigen Terroristen als ihre Gleichaltrigen in den Bereichen Finanzen, Medizin und Naturwissenschaften. 46% der männlichen amerikanischen Ingenieure beschrieben sich 1984 als konservativ und religiös, im Vergleich mit 22% der Wissenschaftler.

Zu dem Thema ist gerade ein Artikel bei slate.com von Benjamin Popper erschienen. Darin werden weitere Belege für die erweiterte Salem-Hypothese aufgezeigt. Die erweiterte Salem-Hypothese formuliere ich wie folgt: „Einflussreiche religiöse Fundamentalisten neigen dazu, Ingenieure zu sein“. Mohammed Atta, der Chef-Terrorist des Anschlags vom 11.9., war ein Architektur-Ingenieur. Khalid Sheik Mohamed hat seinen akademischen Titel im Maschinenbau. Zwei der drei Gründer von Lashkar-e-Taibi, die Gruppe, von der man annimmt, dass sie hinter den Mumbai-Anschlägen steckt, waren Professoren der Universität für Ingenieurswissenschaften und Technik in Lahore.

Ein britischer Geheimdienstbericht von 2005 zeigte auf, dass Islamisten in englischen Universitäten nach neuen Anhängern suchen. Laut dem Bericht wenden sie sich vor allem an Ingenieure.

Ich denke, dieser starke Zusammenhang zwischen einem Ingenieursstudium und fundamentalistischem Denken nötigt uns zum Handeln. Es sollte keine reinen Ingenieursstudiengänge mehr geben. Ingenieure müssen von Anfang an die kritische Methode der Wissenschaften lernen.

Update: Ich hoffe, es ist klar, dass dies natürlich nicht bedeutet, dass alle Ingenieure Terroristen sind oder dergleichen Unsinn. Dass Ingenieure mit höherer Wahrscheinlichkeit eine fundamentalistische Denkweise haben als andere Akademiker, bedeutet nicht, dass dies für alle oder auch nur die Mehrheit der Ingenieure gelten würde! Trotzdem: Die hier verlinkten und zusammengefassten Studien und Erkenntnisse sind alle real und überprüfbar. Einfach die Links anklicken und selber lesen.

Update 2: Viele Leser wenden ein, dass eine Korrelation keine Kausalität wäre. Ich finde, allmählich wird es albern, wenn dieses Argument bei absolut allem Anwendung findet. Wenn eine Kugel eine andere Kugel 100 Mal in Bewegung setzt, würdet ihr dann einwenden, dass es nur eine Korrelation ist und kein kausaler Zusammenhang besteht zwischen dem Aufeinanderprallen der Kugeln und der Bewegung? Die Schlussfolgerung, dass es wirklich etwas mit dem Ingenieursstudium zu tun hat, stammt nicht von mir, sondern von den oben zitierten Wissenschaftlern. Aber nehmen wir an, das wäre tatsächlich nur Zufall. Na und? Wir wüssten immernoch, wo sich besonders viele Fundamentalisten befinden – im Ingenieursstudium! Und es wäre immernoch genauso sinnvoll, ihnen dort Pflichtkurse im kritischen Denken aufzunötigen, um gegenzusteuern.

Veröffentlicht in: on 30. Dezember 2009 at 18:47  Kommentare (35)  

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35 Kommentare Einen Kommentar hinterlassen

  1. Mag schon sein, dass Ingenieure dazu neigen, alles als „engineered“ zu sehen und somit einem „Intelligent Engineer“ zuzuschreiben.

    Hinzu dürfte allerdings kommen, dass Ingenieure sich besonders gut zum Bombenbauen eignen dürften. Man sieht ja, wo es hinführt, wenn man zwar Sprengstoff hat, aber der Zünder nicht funktioniert.

    Das stärkste Argument für die Korrelation von Ingenieuren und Terroristen dürfte sein, dass es im Ingenieursstudium fast keine Frauen gibt. (Habe ich mir sagen lassen… vor 15 Jahren oder so…) Da ist es naheliegend, die im Studium erworbenen Kenntnisse für Selbstmordattentate zu verwenden. Hier dürfte das Versprechen von den 72 Jungfrauen seine volle Wirkung erfahren.

    • Nein, auf dieses Bombenbau-Argument wird im slate-Artikel eingegangen. Das hat nichts damit zu tun. Dafür sind nur rudimentäre Kenntnisse nötig und oftmals nehmen die Ingenieure leitende Positionen in Terrorgruppen ein, wo sie diese Kenntnisse nicht anwenden.

    • „Das stärkste Argument für die Korrelation von Ingenieuren und Terroristen dürfte sein, dass es im Ingenieursstudium fast keine Frauen gibt. Hier dürfte das Versprechen von den 72 Jungfrauen seine volle Wirkung erfahren.“

      Haha, ja – möglich isses! Wer einmal in einem Proseminar für angehende Deutschlehrerinnen saß, dem wird die Aussicht, für alle Ewigkeit mit 72 Jungfrauen zusammen zu sein, wohl auch eher abschrecken. :P

      • Mit den Details kenne ich mich da nicht so aus, aber ich hatte immer gedacht, der Sinn der Sache ist, dass deren Jungfräulichkeit nicht ewiglich währt…

    • Soweit ich weiß, soll die Jungfräulichkeit nach JEDER Penetration sofort wiederhergestellt werden. *_*

      • Ich werde nicht müde, darauf hinzuweisen, dass der Koran an keiner Stelle eindeutig besagt, dass es _weibliche_ Jungfrauen sind, die im Paradies auf den Helden warten… das wird immer nur unterstellt, sicher ist es aber nicht! Ich würde mich nicht darauf verlassen, Jungs!

  2. Noch was: Meiner Theorie zufolge sind die Terroristen mit BWL-Studium einfach cleverer und lassen sich nicht erwischen. (Oder sie werden Banker und richten ihr Unheil straflos an…)

    Habe gerade mal nachgeschaut: Osama bin Laden hat auch BWL studiert.

  3. Interessanter Zusammenhang. Allerdings gehe ich nicht mit deinen Schlüssen konform: Zu aller erst sollte man wissenschaftliche Methoden in (und an) Theologie-“Studiengängen“ anwenden, und dafür sorgen, dass die geläuterten Adepten ins Ingeniuer-Metier wechseln. ^^

  4. Irgendwie ist es mir nicht klar, warum dieser Beitrag so schlecht bewertet wird. Er besteht fast ausschließlich aus Zusammenfassungen von hier verlinkten Studien. Man kann doch die Realität nicht schlecht bewerten! Über meine Schlussfolgerung, dass man Ingenieursstudiengänge mit Kursen im kritischen Denken oder mit wissenschaftlichen Kursen verbinden sollte, kann man ja reden, aber so abwegig ist das nicht.

    • Ach, du Feuerbringer!
      Ich habe dein Blog und auch die Kommentare in den letzten Tagen mal ein bisschen überflogen, und glaube jetzt, daß du dir vieeel zu viele Gedanken darüber machst, wo du wie bewertet wurdest, wem was gefallen und mißfallen hat und wie viele oder wenige Sternchen du hier und dort bekommen hast. Also ich mag dein Blog jedenfalls. ;)

      • Es könnte sich ja legitime Kritik darunter befinden und ich lege großen Wert darauf, nicht wie viele andere Journalisten irgendeinen Quatsch zu schreiben. Aber vielleicht übertreibe ich es und sollte euch in Zukunft häufiger ignorieren.

      • Legitime Anmerkung:

        Den Herrn mit Klappspaten und Karabiner auf dem Plakat würde man im Deutschen als Pionier bezeichnen, nicht als Ingenieur. Eine akademische Ausbildung dürfte er eher nicht genossen haben.

  5. Vielen Dank für den Post!

    Wegen den Korrelationen…

    das sind halt trotzdem nur Korrelationen und implizieren noch keinen kausalen Zusammenhang (wie man auch schön am Gedankenspiel mit dem geringeren Frauenanteil erkennen kann).

    Könnte eben an diversen Drittvariablen liegen und die (zugegebenermaßen ganz charmante) Idee allen Ingenieuren noch kritisches Denken reinzuprügeln, könnte damit einfach am Ziel vorbeischießen.

    Vergnügen

  6. Also es gibt auch eine statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der Größe einer Storchenpopulation in einer bestimmten Region und der Geburtenrate (menschliche). Käme wohl trotzdem niemand drauf, da einen Zusammenhang herzustellen.

  7. Interessante Hypothese. Ich mache eine ähnliche Feststellung schon lange. Beruflich habe ich mit Arbeitslosen zu tun. Der Umgang mit manchen ist nicht unproblematisch. Einige sind äußerst aggressiv. Und jetzt kommt’s: Unter meiner Kundschaft sind nicht alle Aggressiven Ingenieure, aber alle darunter befindlichen Ingenieure sind aggressiv. Da muss es irgendwas in der Persönlichkeitsstruktur geben, das noch der wissenschaftlichen Entdeckung und Erforschung harrt. Übrigens gibt es eine einzige Berufsgruppe, bei der ich gleiche Beobachtungen mache: Pädagogen.

  8. Das Problem an diesem Beitrag ist meines Erachtens die Konsequenz, die Du daraus ziehst. Es mag ja sein, dass Ingenieure tendenziell geistig so gestrickt sind, dass sie anfälliger für Fundamentalismus sind. Das liegt dann aber nicht am Studium, sondern eben an dieser Anfälligkeit und an denen, die das ausnutzen. Ingenieure sollen vor allem gute Ingenieure sein, das vermittelt ihnen ihr Studium. Über ihre Weltanschauung sollte man sie nicht in ihrem Studium belehren, sondern, wie bei jeden anderen Menschen auch, über den öffentlichen Diskurs.

    Als nächstes werden wohl Studien gemacht über die Neigung zum Fundamentalismus bei Friseuren, Busfahrern, Telefondesinfizierer usw. usf. Wo soll das hinführen? Zu einer Schule der Nation mit dem Feuerbringer als Oberlehrer? (Sorry, das war jetzt etwas zugespitzt, damit klar ist, was ich meine)

  9. Wenn eine Kugel eine andere Kugel 100 mal in Bewegung setzt, dann könnte auch jemand ankommen und sagen, das wäre nur eine Korrelation. In Wirklichkeit gäbe es keinen Zusammenhang zwischen dem Aufeinandertreffen der Kugeln und der Bewegung.

    Es sollte doch für jeden offensichtlich sein, dass ein statistisch relevanter Zusammenhang, sagen wir, ein statistisch relevanter Zusammenhang ist! Lest doch die Studien selbst und ihr werdet sehen, von wem die Schlussfolgerung stammt, dass es wirklich der Ingenieursstudiengang ist, der ein fundamentalistisches Weltbild begünstigt und nicht sonst irgendwas.

    „Also es gibt auch eine statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der Größe einer Storchenpopulation in einer bestimmten Region und der Geburtenrate (menschliche).“

    Das kann man überhaupt nicht vergleichen! Außerdem: Ist doch völlig wurscht! Mal angenommen, das Ingenieursstudium ist nicht eine Ursache für fundamentalistisches Denken – trotzdem wären sehr viele Ingenieure Fundamentalisten! Das heißt, wir wissen, wo sie sind und alles, was wir tun müssen, ist ihnen kritisches Denken beizubringen.

    Eure Einwände sind wirklich haltlos.

    • Wenn eine Kugel die andere anstößt, ist der Ursache-Wirkungs-Zusammenhang klar. Eine Korrelation bedeutet nur einen Zusammenhang, aber nicht, welcher Aspekt Ursache und welcher Wirkung ist. Könnte sein, dass man durch das Ingenieursstudium zum Kreationisten wird, könnte auch sein, dass Kreationisten zum Ingenieursstudium neigen. Oder dass es irgendeinen anderen Aspekt gibt, der sowohl das eine als auch das andere bewirkt.

      Umgekehrt stimmt es unabhängig davon, dass die Extremisten dann eben verstärkt unter Ingenieuren zu finden sind.

      Richtiges Denken und die wissenschaftliche Methode sollte eigentlich schon an der Schule beigebracht werden.

  10. Was das Beibringen von kritischem Denken angeht, das geschieht bereits. Zumindest in naturwissenschaftlichen Fächern wird immer darauf gepocht, dass der angehende Ingenieur (bzw Bachelor, wie es jetzt heißt) in der Lage sein sollte, sämtliche Berechnungen bis auf die grundlegendsten Naturgesetze zurückzuführen. In meinem Fall sind das Dinge wie „Ein Steinchen und noch ein Steinchen ergeben zwei Steinchen“, „R=U/I“, sowie ein paar Formel zur elektromagnetischen Induktion und der Akkumulierung von Ladungsträgern in einem Kondensator.

    Auf diese Weise werden Begründungen wie „Das geht dann schon irgendwie so…“ von vornherein unterbunden. Selbst der Inhalt von Nachschlagewerken darf ausdrücklich in Frage gestellt werden, wenn etwas darin komisch vorkommt.

    Daher lautet meine eigene These: Kreationisten in Studiengängen waren schon vor dem Studium Kreationisten. Vielleicht trieb viele von ihnen (abgesehen von der Aussicht auf einen interessanten Job) der Wunsch nach dem Verständnis eines göttlichen Plans in diese Ausbildung.

  11. Die Studien lese ich nicht, weil ich kein Berufsblogleser bin. Ich schaue hier gerne rein, aber nicht zu Studienzwecken. Ich bin schon darauf angewiesen, dass Du den Inhalt der Studien kurz und richtig wiedergibst.

    Ich finde meinen Einwand nicht haltlos, weil ich ja gar nicht die Korrelation bezweifle. Wer sich für Ingenieurswissenschaften interessiert, beschäftigt sich eben weniger mit gesellschaftlichen oder philosophischen Fragen und neigt vielleicht dazu eher konservative Erklärungsmuster, die man aus der Kindheit kennt, zu akzeptieren. Das kannst Du nicht ändern mit einer Vorlesung zu Wissenschaftstheorie oder so, sondern nur, indem Du die konservativen Muster attakierst, also genau das, was Du eh machst.
    Es wir aber immer so sein, dass es eben Menschen gibt, die auf die Inhalte Deines Blogs mit einem Schulterzucken reagieren, weil es sie nicht interessiert und das ist auch nicht schlimm.

  12. Im Umfeld eines Ingenieursbüros (Automotive) ist mir schon seit längerer Zeit aufgefallen, dass überraschend viele Kollegen eine Tendenz haben, eher zum Heilpraktiker, als zum Arzt zu gehen. Das wird teilweise auch ganz offen propagiert. Es ist m. E. insofern beachtenswert, als doch in dieser Berufsgruppe sonst nur ZDF (Zahlen, Daten, Fakten) gelten.

    Hier gibt es offensichtlich eine Diskrepanz zwischen beruflichem Agieren und dem privaten Bereich. Homöopathen, Wünschelrutengänger und ähnliche Zeitgenossen sind ja für schwülstige Reden, weniger aber für konkrete, nachprüfbare und wiederholbare Ergebnisse und Fakten bekannt.

    Ein Kollege (BA-Ingenieur) hat vor dem Hausbau einen Wünschelrutengänger konsultiert.

    Für mich ist das nicht nachvollziehbar. Zwar sind das nur Beobachtungen, aber irgendwie passen diese Beobachtungen schon in ein gewisses Bild.

    Arne

    (Dipl.-Ing., eventuell Neigung zu fundamentalem Atheismus)

  13. @Arne: Jetzt wo Du’s sagst: Vielleicht kommt das daher, dass so esoterischer Kram immer gerne mit „Energie“, „Schwingungen“, „Feldern“ und so’n Zeuch kommt…

  14. Neue Theorie:

    Während man in den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften durchaus verschiedene Theorien (Erklärungsmodelle bzw. Interpretationen) diskutiert, ist es bei den Ingenieuren vielleicht eher so, dass gesagt wird: dies ist die etablierte Theorie, so wird sie angewendet. Das funktioniert, das hat sich bewährt.

    Demzufolge würde beim Ingenieursstudium tendenziell der Eindruck vermittelt, es gibt eine einzige, von allen akzeptierte Erklärung, darüber muss man nicht diskutieren. Sie wird einem von Autoritätspersonen beigebracht.

    Dies könnte den Effekt haben, dass Ingenieure tendenziell auch außerhalb ihres Fachgebietes dazu neigen, die von Autoritätspersonen präsentierten Erklärungen ohne zu hinterfragen übernehmen.

  15. Also erstens kann man das eben doch vergleichen. Erstens.

    Statistische Korrelation ist eben keine Kausalität. Und gerade bei DEM Thema sollte man tunlichst sauber argumentieren, sonst treibt man den Teufel nur mit dem Belzebub aus. Wer anderen Fundamentalismus vorwirft, muss doppelt und dreifach beweisen, dass er selber keiner ist.

    Zweitens.

    Zum Beispiel mit der Kugel. Menschliches Handeln kennt im Gegensatz zur Physik keine Ursachen, sondern nur Gründe. Kausalitäten sind hier nicht zwingend sondern ergeben sich immer aus einer Vielzahl von Faktoren die nicht zwangsläufig sind. Bitte sauber argumentieren. s.o.

    Drittens.

    „Das heißt, wir wissen, wo sie sind und alles, was wir tun müssen, ist ihnen kritisches Denken beizubringen.“
    und
    „Aber nehmen wir an, das wäre tatsächlich nur Zufall.“

    Nein. Das ist ja auch falsch argumentiert. Eine statistisch signifikante Korrelation ist häufig ein wichtiger Hinweis auf eine Grund-Folge Beziehung. Bei den Ingenieuren und dem Fundamentalismus halte ich das aber für unwahrscheinlich, da die Wurzeln von Weltbilder wohl kaum erst im Studium gebildet werden.

    Und mit „beibringen“ ist es im Studium nur schon etwas spät. Die meisten Charaktereigenschaft sind dann doch schon gefestigt. Wenn es ums Beibringen von Weltbildern angeht, sollten wir am besten denen brauchbare Hilfsmittel an die Hand geben, die das auch effektiv machen können: Eltern und Lehrern zum Beispiel. Denn viel wahrscheinlicher ist ja, dass sich besimmte Gruppen von jungen Menschen zu Ingenieurstudiengängen hingezogen fühlen. Wenn man schon während der Schulzeit besser erkennen kann, welche Kinder eher eine fundamentalistischen Weltbild zustreben, können wir dort doch viel effektiver Einfluß nehmen.

  16. Das erinnert mich daran, dass der Typ, dem der israelische Geheimdienst seinerzeit mit einem manipulierten Mobiltelefon den Kopf weggesprengt hat, den Spitznamen „Der Ingenier“ hatte…

    Aus heutiger Sicht muss man sich natürlich fragen, ob das wirklich der israelische Geheimdienst war, oder nur ein nicht originaler Billig-Akku aus China.

  17. Eventuell besteht auch ein Zusammenhang weil das Ingenieurstudium stärker von, aus bildungsschwachen, Familien stammenden, Kindern frequentiert wird als das bei anderen Studiengängen der Fall ist. Zumindest scheint das laut diesem Artikel
    http://www.zeit.de/campus/2009/06/ingenieure-aufsteiger
    auf Deutschland zu zutreffen…Und wir wissen ja, dass der Pöbel potenziell religiöser ist…

  18. Danke für den Artikel! Find ich interessant. (Habe trotzdem nicht auf einen Stern geklickt, weil ich das nie mache). Es stimmt tatsächlich: Ingenieure und Wirtschaftler (bei letzterem legitimiert durch das kapitalistische System) neigen am ehesten zu ideologischer Gewalt und Terrorismus. AbsolventInnen und studentInnen progressiver Fächer wie z.B. Theaterpädagogik, Literatur- oder Sozialwissenschaften sind viel pazifistischer. Ich glaube, das liegt daran, dass Ingenieure den fortschritt nur technisch sehen, intellektuelle hingegen gesellschaftlich. Es ist tragisch, dass nur letzteres fortschrittsverständnis vor unberechtigt gewaltsamer anwendung technischer errungenschaften schützt.

  19. Vielleicht ist die Antwort simpler als man vermutet:

    Ingenieure sind praktisch veranlagt.
    Ingenieure sind oft Führungskräfte und/oder -talente
    Ingenieure können organisieren
    Ingenieure verstehen etwas von Autos, Flugzeugen, Computer etc.
    ….

    Das sind alles Eigenschaften, die – zumindest in der Summe – nicht zwingend auf Sozialpädagogen oder Religionsphilosophen zutreffen.

    Das würde erklären, warum Ingenieure für die Werber der Religionsfaschisten in den Blickpunkt rücken. Warum ausgerechnet Ingenieure eine Tendenz zum Kreationismus haben (sollen), erklärt es allerdings nicht.

  20. Ich bin Ingenieur und muss sagen das ich als Realist und der Wissenschaft verbundener Mensch keines Wegs einen Zusammenhang zwischen Ingenieuren und religösen Fundamentalisten erkennen kann. Zumindest nicht in einem überproportionalen Mass.

    Mein Studium ist noch nicht so lang her. Wenn ich einen Zusammenhang zwischen einer bestimmten Gruppe von Studenten und religiösität herstlen müsste dann wären es die Lehramtsstudenten. Vor denen muss man sich in acht nehmen. Gefährliches Halbwissen!

    Aber um das deutlich zu sagen: Spinner gibt es überall. Und Studieren darf heut auch jeder Hans und Franz. Selbst Abschlüsse sagen heute (leider) nicht mehr viel über Qualifikation und Intelligenz aus. Daraus auf zusammenhänge zum Glauben zu knüpfen halte ich heute für sehr fragwürdig.

    Trotzdem wieder ein bissiger Artikel. Unsere Gesellschaft hat klare Worte und harte Diskussionen nötig, auch wenn sie manchmal unbequem sind. Uns wurde im Studium übrigens als erstes gesagt das wir ab der Immatrikulation wohl nicht mehr ohne weiteres in die USA reisen können. War damals wohl als Scherz gemeint. Heut bin ich mir da nicht mehr so sicher.

  21. [...] die sich bei ihnen durch Ausbildung und Arbeit einstellt. Dazu auch der gerne von mir zitierte Blog von Andreas [...]

  22. Scheinbar bin ich die Zielscheibe des Threads. Also, ich bin strengläubiger Christ und studiere eine Ingenieurswissenschaft. Abschließen werde ich als Optotechnologe.
    Bin ich deswegen ein potenzieller Bombenleger? Zugegeben, das Ingenieusstudium sagt mir gerade deswegen zu, weil es faktisch ist und es keine Meinungen gibt. Hier wird blanke Wahrheit in Naturwissenschaft und Technik gelehrt. Es gibt einfach keinen Grund zur Diskussion und das liebe ich so daran. Was mathematisch nicht korrekt ist, wird verworfen. Vor allem glaube ich an den einzigen Schöpfergott. Ingenieur kommt von ,,ingenium“ – das Schöpferische. Ich sehe allerdings in meinem Leben nicht, was das mit Bomben o.ä. zu tun haben soll.

    • „Was mathematisch nicht korrekt ist, wird verworfen.“
      Wie verwerfbar ist ein Schöpfergott, nachdem Biologie, Geologie, Astronomie und selbst die Philosophie nach und nach alles mögliche, was früher einem Gott zugeschrieben wurde, atheistisch erklären können?
      Die Erklärungslücken werden immer kleiner. Hast du einen Beweis für einen Gott gefunden oder reicht es dir, keinen Beweis gegen seine Existenz zu haben? Beweise gegen die ihm zugeschriebenen Eigenschaften gibt es genug.

      „Ingenieur kommt von ‘ingenium’ – das Schöpferische.“
      Kann sein. Das Wiktionary sagt etwas leicht anderes:
      „Vom lateinischen gignere ‘hervorbringen’ bzw. ingenium ‘Erfindung, Scharfsinn, Kriegsgerät’“ Hervorbringen und Erschaffen sind zwar Synonyme aber wenn Gott ein Ingenieur sein soll, dann ist er ein ziemlicher Pfuscher. Vielleicht versteckt er sich deswegen so gut? :p


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