Am letzten Freitag versuchte ein Terrorist der al Quaeda in Detroid ein Flugzeug in die Luft zu sprengen. Der Anschlag ging lediglich schief, weil ein Zünder nicht funktionierte. Eine Folge des versuchten Anschlags sind verschärfte Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen. Christopher Hitchens sagt der Öffentlichkeit, was sie nicht hören will:
Der Fehler liegt hier nicht nur bei unseren endlos inkompetenten Sicherheitskräften, die Leuten einen Vertrauensbonus geben, die man schon vor langer Zeit hätte festnehmen müssen oder deren Visas und Reiserechte man zumindest hätte aufheben müssen. Er liegt auch bei einer öffentlichen Meinung, die schafsgleich blökt, dass ihr eine Möglichkeit gegeben werden soll, sich “sicher zu fühlen”. Die Nachfrage, diese traurige Illusion zu befriedigen, lässt sich recht einfach erfüllen, wenn man genügend Leute dafür bezahlt, herumzustehen und bedeutungsschwanger die Zahnpasta der Bürger anzustarren. Mein Eindruck als ein regelmäßig Reisender ist, dass intelligente Amerikaner es nicht wagen, gegen diese Dummheit zu protestieren, für den Fall, dass sie noch selbst die Aufmerksamkeit auf sich lenken und anstelle der Terroristen auf einer No-Fly-Liste landen. Perfekt.
Keine Autorität hält uns für erwachsen genug, um uns folgendes zu sagen: Wir gewöhnen uns besser daran, dass wir die Zivilisten sind, die unter einem unaufhörlichen und geplanten Angriff stehen von eingeschworenen Unterstützern einer bösartigen theokratischen Ideologie. Diese Leute werden sich selbst töten, um Hotels, Heiratsfeiern, Busse, U-Bahnen, Kinos und Züge anzugreifen. Sie halten Juden, Christen, Hindus, Frauen, Homosexuelle und abtrünnige Muslime (um nur die hauptsächlichen Fälle zu nennen) für gottgewollte Schlachtopfer. Unsere Zivilluftfahrt ist nur das psychologisch furchteinflößenste Symbol eines Überflusses an potenziellen Zielen.
Die zukünftigen Mörder werden normalerweise nicht aus Flüchtlingslagern oder Slums kommen (auch wenn sie jeden Tag in unseren Gefängnissen indoktriniert werden); sie werden regelmäßig aus gebildeten Schichten stammen und sie werden oftmals gar nicht aus Übersee kommen. Sie sind bereits in unseren Vorstädten und sogar in unserem Militär. Wir müssen mit Verlusten rechnen. Der Kampf wird für den Rest unseres Lebens weitergehen. Diejenigen, die unsere Zerstörung planen, wissen, was sie wollen und sie sind bereit, dafür zu töten und zu sterben. Diejenigen, die das nicht verstehen, ziehen es vor, über einen “endlosen Krieg” zu heulen, wobei sie versehentlich die Wahrheit über etwas sagen, von dem der versuchte Weihnachtsanschlag über Michigan nur ein Vorgeschmack war. Während wir an Bürokratie und Euphemismen herumfummeln, befinden sie sich im Höhenflug.
Quelle: Slate.com










Der mit dem Glauben tanzt
29. Dezember 2009 at 21:05
Oha, das ist eine sehr krasse Ansicht. Mit der ich völlig übereinstimme.
Bebu
29. Dezember 2009 at 23:12
Mit Pispers frage ich einfach nur:
“Wovor haben sie Angst?”
vonhaeften
29. Dezember 2009 at 23:31
Pispers, Hagen Rether und einige andere aus der Szene der gutmenschlichen (Links)Politkabarettisten müßten endlich auch mal ihr Fett bekommen. Wer schreibt mal was gegen diese Idioten?
derautor
29. Dezember 2009 at 23:37
Ja, sollte ich mal tun. Das Problem ist, dass ich sie mir vorher genauer ansehen müsste.
Bebu
30. Dezember 2009 at 00:02
Hmmmm… was ist an dem Beitrag ueber die Frage
“Wovor man Angst haben sollte?” falsch?
Wenn man bedenkt, woran Menschen in Deutschland alles sterben und was alles vermeidbar wäre, ist die Gefahr bei einem Terroranschlag zu sterben, doch verschwindend gering.
Z.B. muss man vor dem Besuch vieler Krankenhäuser viel mehr Angst haben als vor der Benutzung eines Flugzeuges, da man sich dort mit irgendwelchen multiresistenten Keimen infizieren kann. Dabei wäre gegen das Problem, wie man im Ausland sehen kann, mit etwas mehr Ordnung und geringen Mitteleinsatz leicht etwas zu unternehmen. Ginge es einigen dieser hysterischen Sicherheistpolitiker wirklich um die Rettung von Menschenleben müßten sie mehr Gelder in diesem und anderen Bereichen einsetzen anstatt jetzt über Nacktscanner&Co zu diskutieren.
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Davon abgesehen sollte man Rether und Pispers nicht in einen Topf werfen. Rether ist, nach seinen Aussagen, die ich bisher gehört habe, wirklich einer dieser Islamknutscher. Bei Pispers Programmen habe ich davon bisher nichts gesehen. Der haut auf seine Weise auf alles ein. Wenn dabei die USA in einigen Programmabschnitten deutlich mehr abkriegt.
Bebu
30. Dezember 2009 at 00:06
Nachtrag:
Hier mal das Video, in kompakter Form, zu meinem Zitat:
vonhaeften
30. Dezember 2009 at 12:22
Ja ja, “davon abgesehen” sollte die Angst vor einem Attentat auf ein Flugzeug nicht mit der Angst vor einer Infektion im Krankenhaus “in einen Topf geworfen werden”. Die Kunst der Relativierung war schon immer ein Steckenpferd der linken wie rechten idioten in diesem Land. Hitler hat auch Autobahnen gebaut, Theresienstadt war eine ordentlich geführte Erholungsstätte und jedes Jahr sterben viele Deutsche an Fischgräten oder Leberzirrose. In der DDR hatte jeder Arbeit, alle Frauen konnten ihre Kinder in Kindergärten unterbringen und Urlaubsreisen gabs auch. Und überhaupt: im Flugzeug brauchen wir keine Angst vor einem Anschlag zu haben. Denn wieviele Menschen sind im letzen Jahr, ach besser noch, in den letzten 10 Jahren, nein, noch besser: in den letzten 100 Jahren durch Anschläge auf Flugzeuge umgekommen? Außerdem kommen mit dem Auto viel mehr Menschen um. Fahren wir Auto, dann sollten wir aber auch keine Angst vor einem Unfall haben. Schließlich ist das Risiko, daß wir an Krebs sterben, erheblich größer. Aber davor brauchen wir uns auch nicht zu fürchten, denn schließlich ist das Risiko, an Herz-Kreislauf-Krankheiten abzukratzen, nochmals größer. Alles ist relativ, so dröhnt es uns aus deutschen Wirtshäusern entgegen. Da erklärt man die Welt auch gerne mit zwei Halbsätzen, und wer dann doch mal genauer nachfragt, wird mit “Wovor haben Sie denn Angst?” abgefertigt.
Vielen Dank, daß Sie das Video von Pispers hier eingestellt haben. Es zeigt eindrucksvoll, wohin man gelangt, wenn nach 20 Jahren Kabarett das Hirn zu einer Erbse verschrumpelt ist.
Bebu
30. Dezember 2009 at 13:25
Dann frage ich nochmal nach:
Aus welchem Grund ist der Tod eines Menschen schlimmer, weil ihn jemand aufgrund einer absurden Ideologie umgebracht hat, als der Tod eines Menschen, der an einer Infektion stirbt, die vermieden werden hätte können, wenn man im Gesundheitssystem nicht an den falschen Stellen sparen würde?
Warum soll ich selbsternannten “Freiheits”kämpfern/Gotteskriegern/etc. den Status des “Terrorist” zuerkennen und sie damit in eine Sphäre erheben, in der sie gerne wären? Warum soll ich für diese Personen auf erkämpfte Freiheitsrechte verzichten, wenn das Risiko für ein Sterben durch sie relativ gering ist im Vergleich zu anderen Lebensrisiken, die ich ohne Probleme bereit bin in Kauf zu nehmen?
“Ja ja, „davon abgesehen“ sollte die Angst vor einem Attentat auf ein Flugzeug nicht mit der Angst vor einer Infektion im Krankenhaus „in einen Topf geworfen werden“. Die Kunst der Relativierung war schon immer ein Steckenpferd der linken wie rechten idioten in diesem Land.”
–> Warum sollte das nicht in einen Topf geworfen werden? Die Gefahr an etwas zu sterben läßt sich mit Zahlen statistisch ausdrücken, wenn du dann bei einer viel geringeren Zahl in Panik geräts, nach massiven Sicherheitsmaßnahmen schreist und bei der anderen nicht bereits bis in entsprechender Form Mittel einzusetzen, handelst du irrational.
“Hitler hat auch Autobahnen gebaut, Theresienstadt war eine ordentlich geführte Erholungsstätte und jedes Jahr sterben viele Deutsche an Fischgräten oder Leberzirrose.”
–> Sind dir die Argumente schon so früh ausgegangen?
“Und überhaupt: im Flugzeug brauchen wir keine Angst vor einem Anschlag zu haben. Denn wieviele Menschen sind im letzen Jahr, ach besser noch, in den letzten 10 Jahren, nein, noch besser: in den letzten 100 Jahren durch Anschläge auf Flugzeuge umgekommen? Außerdem kommen mit dem Auto viel mehr Menschen um. Fahren wir Auto, dann sollten wir aber auch keine Angst vor einem Unfall haben. Schließlich ist das Risiko, daß wir an Krebs sterben, erheblich größer. Aber davor brauchen wir uns auch nicht zu fürchten, denn schließlich ist das Risiko, an Herz-Kreislauf-Krankheiten abzukratzen, nochmals größe”
–> Aber sicher. Wenn du in irrationaler Weise die absurdesten Sicherheitsmaßnahmen für das Betreten eines Flugzeuges verlangst, weil irgendein Spinner meint damit Menschen umbringen zu können, müßtest du auch verlangen, dass ähnliche Sicherheitskontrollen vor der Benutzung eines Autos angewendet werden und Menschen unter Rauschmitteleinfluß, psychisch labile, potentielle Amokfahrer, etc. dieses nicht benutzen dürfen. Nur scheinbar ist es schlimmer, weil effektvoller und mehr in den Medien vertreten, wenn alle Jubeljahre mal ein Flugzeug in die Luft gejagt wird, als wenn übers Jahr verteilt mehrere Menschen von alkoholisierten totgefahren werden oder von Geisterfahrern oder von psychisch gestörten oder oder oder…
“Alles ist relativ, so dröhnt es uns aus deutschen Wirtshäusern entgegen. Da erklärt man die Welt auch gerne mit zwei Halbsätzen, und wer dann doch mal genauer nachfragt, wird mit „Wovor haben Sie denn Angst?“ abgefertigt.”
–> Bis zu dem Zeitpunkt, wo du wenigstens eine schwach objektive, von allen absolut geteilte Wertquelle präsentierst, bleibt nunmal alles relativ, da du nicht bis zum letzten Punkt beweisen kannst, dass eine bestimmte Bewertung absolut (schwach) objektiv wahr ist.
derautor
30. Dezember 2009 at 14:15
Die wären nicht gerne “Terroristen”, sondern “Freiheitskämpfer”. Es ist schon ganz richtig, sie “Terroristen” zu nennen.
Anschläge sind keine zufälligen Unfälle, ob man die vermeiden könnte oder nicht. Es sind von Menschen geplante Aktionen. Terroristen könnten sich Atomwaffen besorgen, dann sind sie spätestens gefährlicher als mangelhafte Gesundheitssysteme.
Außerdem verkennst du völlig die psychologischen Konsequenzen von Anschlägen, von den politischen und weltanschaulichen mal ganz abgesehen. Die Verkehrsführung zu verbessern ist eine rein verwaltungstechnische Angelegenheit, Terroristen zu bekämpfen – oder sie, erst recht, nicht zu bekämpfen – ist erheblich komplizierter und ein richtiges Minenfeld.
vonhaeften
30. Dezember 2009 at 14:22
“Aus welchem Grund ist der Tod eines Menschen schlimmer, weil ihn jemand aufgrund einer absurden Ideologie umgebracht hat, als der Tod eines Menschen, der an einer Infektion stirbt, die vermieden werden hätte können, wenn man im Gesundheitssystem nicht an den falschen Stellen sparen würde?”
Wo arbeiten Sie? Bei der evangelischen Kirche, beim Bischof von Paderborn oder als Politbürokrat bei der LINKEN? Oder schreiben Sie für Pispers?
Wer die Gefahren, die vom Terrorismus ausgehen, nicht wahrhaben will, wird ihn schon noch zu spüren bekommen. Terrorismus wird fast ausschließlich von Islamisten ausgeübt, und deren Religion ist eine politische Ideologie, die mit ihrem Schwachsinn die ganze Welt beherrschen will.
Zu behaupten, daß es wichtiger sei, sichere Strassen und infektionsfreie Krankenhäuser zu schaffen ist hirnverbrannter Unsinn.
Ob man auf jeden hirnverbrannten Irrsinn eingehen muß, ist mit Henryk Broder eigentlich klar zu beantworten: nein. Dazu ist mir meine Zeit zu schade.
derautor
30. Dezember 2009 at 14:41
Aber keine Ad Hominems, bitte.
Bebu
1. Januar 2010 at 13:56
@derautor
“Die wären nicht gerne „Terroristen“, sondern „Freiheitskämpfer“. Es ist schon ganz richtig, sie „Terroristen“ zu nennen.”
–> Es sind Verbrecher, die gerne Terror verbreiten würden. Indem wir sie zu Terroristen erklären, geben wir ihnen mehr Macht und Bedeutung als ihnen zusteht.
“Anschläge sind keine zufälligen Unfälle, ob man die vermeiden könnte oder nicht. Es sind von Menschen geplante Aktionen. Terroristen könnten sich Atomwaffen besorgen, dann sind sie spätestens gefährlicher als mangelhafte Gesundheitssysteme.”
–> Bei meiner Bewertung von angemessenen Mitteln zur Verfolgung solcher Spinner kommt es natürlich auf die Randbedingungen an.
Der Versuch Atomwaffen oder andere Massenvernichtungswaffen zu besorgen, um sie zu benutzen, verändert die Bedingungen einer für mich akzeptablen Verbrechensbekämpfung.
Die entsprechenden Nachrichten- und Geheimdienste sollten sich natürlich darum bemühen diesen Erwerb zu verhindern. Über die dazu nötigen Ermittlungstechniken muss dann im Einzelfall entschieden werden.
Jedoch unterscheidet sich der Versuch eine Atomwaffe zu benutzen doch erheblich von normalen Sprengstoffanschlägen auf öffentliche Verkehrsmittel. Denn wenn man so einen Trubel um die Sicherheit in Flugzeugen macht und jetzt sogar auf Nacktscanner zugreifen will (Erkennen die eigentlich Sprengstoff, den ich in einem geeigneten Behältnis in meinem Arsch transportiere?), muss man sich die Frage stellen lassen, ob man hier nicht weit übers Ziel hinausschießt. Denn warum werden Flugzeuge so gesondert kontrolliert? Linienbusse und Züge aber nicht? Wo ist der Unterschied zwischen diesen Verkehrsmitteln? Nur weil das Flugzeug in der Luft fliegt und man dort nicht rauskann? Kann ich aus einem Zug oder einem überfüllten Linienbus auch nicht, wenn dort jemand eine Bombe in die Luft jagen will.
Warum wird also um Flugzeuge so einen Wirbel gemacht?
In meinen Augen wird hier ein falsches Gefühl von Sicherheit für eine statistisch zu vernachlässigende Gefahr für das eigene Leben erzeugt. Würde man die Sicherheitshysterie von Flugzeugkontrollen auf andere Verbrechenspräventionen übertragen, müßte man z.B. Männer (und irgendwo auf Frauen) zum “Wesenstest” schicken, um zu überprüfen, ob sie zu starker Eifersucht neigen und dementsprechend einen Eifersuchtsmord begehen könnten oder gar einen Amoklauf als erweiterten Selbstmord. Macht man aber interessanterweise nicht.
Oder man müßte Alkohol-/Drogenkontrollen und biometrische Überprüfungssysteme für die Benutzung von Autos installieren.
Oder man müßte vor Züge wie in Kriegszeiten Anhänger spannen, die möglicherweise auf den Gleisen versteckte Sprengsätze hochjagen sollten und gleichzeitig dürften die Züge dann nur in einer Geschwindigkeit fahren, die ein Anhalten erlauben.
Oder, oder, oder… (mir fallen heute leider keine kreativen Beispielen ein, mit der man diesen übersteigerten Sicherheitswahn karikieren könnte.)
“Außerdem verkennst du völlig die psychologischen Konsequenzen von Anschlägen, von den politischen und weltanschaulichen mal ganz abgesehen. Die Verkehrsführung zu verbessern ist eine rein verwaltungstechnische Angelegenheit, Terroristen zu bekämpfen – oder sie, erst recht, nicht zu bekämpfen – ist erheblich komplizierter und ein richtiges Minenfeld.”
–> Ein Großteil dieser psychologischen Konsequenzen ergibt sich daraus, dass massiv von den Deppen, die sich Journalisten nennen, darüber berichtet wird. Oftmals in einer hysterischen Art und Weise. Vergleichbar den Berichten über Schweinegrippe&Co. (Das beste ist immer, wenn Passanten auf der Straße gefragt werden.)
Würde man diese Berichterstattung sachlicher machen und vielleicht mal in dem ein oder anderen Kommentar ein “Fuck You” an den ideologische Background dieser Verbrechen richten… so etwas wie ein: “Ihr hasst unsere Lebensweise und wollt uns deshalb mit euren Angriffen einschüchtern? Euer Problem! Wir werden weitermachen wie bisher! Wenn ihr nicht aufhören wollt und auf friedliche Mittel nicht reagiert, bomben wir euren Arsch zurück in die Vorsteinzeit.” Irgendwie so etwas in der Art.
Aber nein… man hört ständig hysterische Berichte und Diskussionen darüber, ob jetzt diese zeitaufwendige, absurde Sicherheitsmaßnahme mehr die absolute Sicherheit gewährleisten könnte.
Ich warte nur auf den Tag, wo ein muskulöser 2 Meter-Mann mit Kampfsporterfahrung so ein Flugzeug allein mit seiner Körperkraft übernimmt, es zum Absturz bringt und man danach darüber im Fernsehen diskutiert, ob man demnächst nicht alle stärkeren Menschen präventiv an ihren Sitz fesselt.
Davon abgesehen gibt es bei genug Kreativität soviele Möglichkeiten, wo irgendwelche Spinner mit Mordabsichten massenhaft Menschen töten könnten. Komischerweise passiert es nicht. Auch hört man in Deutschland nur alle Jubeljahre mal von versuchten Anschlägen. D.h. entweder, dass es hier kaum Spinner gibt, die sowas planen, oder aber, dass ständig soviele hochgefährliche Anschläge vereitelt werden, über die man sich nicht traut zu berichten, weil damit wirklich eine wirklich Massenpanik ausbrechen könnte.
Denn mal ernsthaft: Diese Sauerlandwitzfigurgen oder der Ballack-Trikot-Kofferbomber können doch nicht alles gewesen sein.
Und hier gelangt man irgendwo doch an einen Punkt, wo es um eine Mittelverwendungsabwägung geht. Denn solange wir nunmal nur begrenzte Finanzmittel haben mit denen wir die Aufgaben eines Staates u.ä. bezahlen können, muss man sich fragen lassen, ob vereinzelte teure Sicherheitsmaßnahmen zur Herstellung einer pseudo-absoluten Sicherheit im Bereich des Flugverkehrs diese Ausgaben rechtfertigen. Oder ob diese und andere Mittel in anderen Bereichen der “Überlebenssicherung” nicht sinnvoller investiert werden. Das kann am Ende nur ein Mehr an verwaltungstechnischer Arbeit sein. Aber auch die muss irgendwie bezahlt werden. Wenn da das Geld fehlt, sterben unter Umständen wirklich Menschen.
@vonhaeften
“Wo arbeiten Sie? Bei der evangelischen Kirche, beim Bischof von Paderborn oder als Politbürokrat bei der LINKEN? Oder schreiben Sie für Pispers?”
–> Nichts dergleichen.
“Wer die Gefahren, die vom Terrorismus ausgehen, nicht wahrhaben will, wird ihn schon noch zu spüren bekommen. Terrorismus wird fast ausschließlich von Islamisten ausgeübt, und deren Religion ist eine politische Ideologie, die mit ihrem Schwachsinn die ganze Welt beherrschen will.”
–>
1. Wie werde ich die Gefahr des Terrorismus zu spüren bekommen? Sicherlich könnte ich Opfer eines Anschlages werden. Aber mit höherer Wahrscheinlichkeit könnte ich auch an einem anderen Gewaltverbrechen sterben.
Wie rechtfertigt man die erhöhten Präventionsmaßnahmen in dem einen Bereich und nicht entsprechend äquivalente im anderen Bereich?
2. Sicher ist der Islam so ein Irrsinn. Aber werden wir diesen Irrsinn bekämpfen können, indem unseren Lebensstil ändern und auf Freiheiten verzichten, nur weil uns solche Spinner bedrohen? Machen wir damit nicht genau das, was sie wollen? Sollten wir nicht eher, wie schon vorher von mir geschrieben, so weiterleben wie sonst auch? Und stattdessen eine der Bedrohung angemessene (worüber man dann (im Detail) streiten kann) Strafverfolgung und Verbrechensprävention betreiben?
“Zu behaupten, daß es wichtiger sei, sichere Strassen und infektionsfreie Krankenhäuser zu schaffen ist hirnverbrannter Unsinn.”
–> Ich frage mich ja gerade, wie Sie/Du unter rationaler Folgenerwägung morgens das Haus verlässt aber gut. Ich will mal sachlich weiterfragen:
Ist im Umkehrschluß der Tod eines durch ein Verbrechen, das als Terrorismus bezeichnet wird, schlimmer als der Tod eines Menschen, der durch Personalknappheit im Krankenhaus und mangelhafter Hygienemaßnahmen an einer nicht heilbaren Infektion gestorben ist?
Wie kommt man zu dieser Leidbewertung?
Der Einfachheit nehme ich jetzt mal an, dass beide Personen vor ihrem Tod vergleichbar stark gelitten haben.
Gibt es dann im Fall des Terrorismustoten soviele Drittbetroffene, die mit ihrem erfahrenen Leid das Gesamtleid so stark in die Richtung des Terrorismustoten verschiebt, dass dieser Tod als schlimmer zu bewerten ist?
(Ja, ich weiß, es klingt nach absurden Irrsinn. Aber ich will verstehen, warum der eine Tote mehr zählt als ein anderer. Und ich will wissen, nach welcher Wertskala ich bestimmte Todesarten wie einstufen soll.)
“Ob man auf jeden hirnverbrannten Irrsinn eingehen muß, ist mit Henryk Broder eigentlich klar zu beantworten: nein. Dazu ist mir meine Zeit zu schade.”
–>Langsam frage ich mich, warum ich bei dieser zunehmenden Zahl an Argumentationsverweigerungen überhaupt noch etwas schreibe.
Ich habe nur eine simple Frage gestellt. Diese müßte doch wohl zu beantworten sein. Mir würde eine subjektive Begründung schon ausreichen.
skydaddy
1. Januar 2010 at 15:33
@Bebu, Bombe im Arsch:
Hatte doch neulich jemand.
skydaddy
30. Dezember 2009 at 07:10
Hitchens spricht ja gerne unbequeme Wahrheiten aus. Mir ist allerdings nicht bei allem klar, worauf er hinaus will.
Er scheint u.a. zu kritisieren, dass Leute über den “endlosen Krieg” heulen. Er schreibt aber selbst:
Dann wird der endlose Krieg auch nichts gegen diese Bedrohung ausrichten – er wird sie eher noch erhöhen.
Es hieß doch, Al-Kaida betreibe in Afghanistan Trainingslager für Terroristen. Dank Bush trainieren sie jetzt an echten West-Soldaten! Toller Fortschritt!
(Ich spreche auch gerne unbequeme Wahrheiten aus.)
skydaddy
30. Dezember 2009 at 07:16
Hehe – das Plakat ist gut. Osama bin Laden – sozusagen der Günther Jauch von “Pro Schari’a”.
Bruder Spaghettus
30. Dezember 2009 at 12:11
Das Plakat war unsere Antwort auf Pro Reli:
http://fsm-uckermark.blogspot.com/2009_04_01_archive.html
Für uns entworfen von einem nicht genannt werden wollenden Berliner Pastafari.
skydaddy
30. Dezember 2009 at 13:45
Klasse Plakate. Besonders das mit Meisner ist göttlich!
H. Lektor
30. Dezember 2009 at 13:40
Da ich als Berliner schonmal(indirekt) von einer Anschlagsdrohung betroffen war (“zwei Wochen nach der Bundestagswahl; wir erinnern uns (?) und überlegen, ob dies oder die GM/Opel-Aktion die größteVerarsche des Jahres war), erhebe ich einfach mal Anspruch auf Praxiserfahrung. Und es ist alles relativ einfach: man hat entweder das Pech, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, oder Glück und wird nicht getroffen. Wie in jedem Krieg, beim Völkerball, Verkehrsunfällen oder wenn ein AKW hochgeht. oder die Wahl des Geburtsortes. Wenn hier “Relativierung!” geschrieen wird, dann zeigt das einfach nur, für wie selbstverständlich ein insgesamt “friedlicher” Allgemeinzustand genommen wird, den wir (deutschen) (OBACHT: unangenehme Aussage!) letztlich den beiden Weltkriegen zu verdanken haben. Und seit dem über 50 Jahre Frieden: das ist reiner Luxus und reines Glück.
Seht es ein: Sicher ist nunmal nur der tod und Leben IST tötlich.
Zach
31. Dezember 2009 at 12:22
Mit dem “Ja, sollte ich mal tun. Das Problem ist, dass ich sie mir vorher genauer ansehen müsste.” ist ja eigentlich schon ausreichend viel über die Meinungsbildung in diesem Blog gesagt. Die Meinungen stehen ohnehin vorher fest und Informationen werden aufgenommen, solange sie keine kognitive Dissonanz mit dem bestehenden Weltbild erzeugen. Schade eigentlich.
derautor
31. Dezember 2009 at 13:25
Ich müsste sie mir vorher GENAUER ansehen! Ich kenne sie bereits hinreichend, um mir eine Meinung zu bilden. Um einen kritischen Beitrag zu schreiben, müsste ich sie mehrmals zitieren und ihre Shows genauer analysieren.