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Wenn die Bibel wahr wäre…

27 Dez

Ja, diese Geschichte steht tatsächlich im Alten Testament: Ein alter Mann, ein Prophet Gottes, wird von ein paar kleinen Kindern “Kahlkopf” genannt, nur weil er eine Glatze hat, dann schickt Gott zwei weibliche Bären und die zerreißen zur Strafe 42 Kinder. Das müssen ein paar richtig unfreundliche alte Priester geschrieben haben. Hier die Geschichte im Original:

Und er ging hinauf gen Beth-El. Und als er auf dem Wege hinanging, kamen kleine Knaben zur Stadt heraus und spotteten sein und sprachen zu ihm: Kahlkopf, komm herauf! Kahlkopf, komm herauf! Und er wandte sich um; und da er sie sah, fluchte er ihnen im Namen des HERRN. Da kamen zwei Bären aus dem Walde und zerrissen der Kinder zweiundvierzig.

Für die Bibel sind solche Geschichten typisch. Dieser Irrsinn steht dort einfach überall drin. So ähnlich wie der Koran, der ist auch ein Haufen Scheiße.

Man nehme etwa diese eine von unzähligen Stellen gegen Atheisten (siehe hier für den “Kontext”):

33. Die Häupter seines Volks, die ungläubig waren und die Begegnung im Jenseits leugneten und denen Wir die guten Dinge des irdischen Lebens beschert hatten, sprachen: «Das ist nur ein Mensch wie ihr. Er ißt von dem, was ihr esset, und trinkt von dem, was ihr trinket.

34. Und wenn ihr einem Menschen euresgleichen gehorcht, dann werdet ihr gewiß Verlierende sein.

35. Verheißt er euch, daß ihr, wenn ihr tot seid und Staub und Gebeine geworden, wieder erstehen werdet?

36. Weit, weit gesucht ist das, was euch da verheißen wird!

37. Es gibt kein anderes Leben als unser Leben hienieden; wir sterben und wir leben, doch wir werden nicht wieder erweckt werden.

38. Er ist nur ein Mensch, der eine Lüge wider Allah erdichtet hat; und wir wollen ihm nicht glauben.»

39. Er sprach: «Mein Herr, hilf mir, denn sie haben mich einen Lügner genannt.»

40. (Gott) sprach: «In einer kleinen Weile werden sie sicherlich reuig werden.»

41. Da faßte sie der Wirbel nach Gebühr, und Wir machten sie zur Spreu. Verflucht denn sei das Volk, das Frevel begeht!

Super. Atheisten werden einfach zur Spreu gemacht. Das ist so richtig typisch für Gläubige.

 
17 Comments

Geschrieben von am 27. Dezember 2009 in Literaturwissenschaft, Religionskritik

 

17 Antworten zu Wenn die Bibel wahr wäre…

  1. Sigrid

    27. Dezember 2009 at 21:56

    Ich lese deinen Blog immer wieder mit Vergnügen, weil du bei deinen Formulierungen keine falsche Rücksicht auf irgendwelche “religiösen Gefühle” von wem auch immer nimmst: “Ein Haufen Scheiße”. Japp, genau. Wer bestreitet, dass in den alten Märchenbüchern vor allem vor Gewalt triefender Wahnsinn steht, hat sie nicht gelesen. Wie krank muss man sein, um sich solche Geschichten auszudenken!

     
  2. Martin Lohner

    27. Dezember 2009 at 22:37

    Das Bibelzitat ist korrekt:

    Lutherbibel 1912, 2. Könige 2,24

    http://www.bibel-online.net/

    Gibt es eine Sammlung von weiteren brutalen Bibelzitaten, besonders auch aus dem neuen Testament? Bibelgläubige sagen oft, dieses oder jenes (brutale) Zitat stamme halt aus dem alten Testament, also sei es gewissermasen entschuldigt.

     
  3. Epicurus

    28. Dezember 2009 at 09:46

    Aaahhh: AM hat zu Weihnachten die Bibel gelesen. Dies war wohl getan mein Sohn !

    Ich sehe, dass der Link zur Kahlkopf-Stelle auf die 1912er Lutherbibel verweist. Wem der alte Bibelkram nicht gefällt, findet da auch etwas Neueres:

    In modernen Bibelfassungen, z.B. der 1984er Lutherbibel, findet man folgende relativ harmlose Stelle, welche das Handeln des guten König David beschreibt, nachdem er die Ammoniter niedergeworfen hat: “Aber das Volk darin führte er heraus und stellte sie als Fronarbeiter an die Sägen, die eisernen Pickel und an die eisernen Äxte und ließ sie an den Ziegelöfen arbeiten.” (2. Samuel 12:31).

    In der 1912er-Version findet man eine Variante, die man nach den Judenverbrennungen in den Nazi-KZs wohl nicht mehr so angebracht fand: “Aber das Volk drinnen führte er heraus und legte sie unter eiserne Sägen und Zacken und eiserne Keile und verbrannte sie in Ziegelöfen.”.

    König David war ohnehin total klasse, auch wenn seine Methode um die Hand einer Frau anzuhalten, ein wenig – sagen wir mal – ungewöhnlich war: “Und die Zeit war noch nicht um, da machte sich David auf und zog mit seinen Männern und erschlug unter den Philistern zweihundert Mann. Und David brachte ihre Vorhäute dem König in voller Zahl, um des Königs Schwiegersohn zu werden”. (1. Samuel 18:27). Ein echter Romantiker!

    Zur Frage von Martin: Im neuen Testament findet sich Vergleichbares nicht; allerdings ist die Kombination von Gedankensünde und Höllenstrafe, die Jesus einführt, ein weitaus subtilerer Weg zum Wahnsinn.

    Einem Christen kann man allerdings sagen, dass sowohl Jesus wie auch der Vatikan das alte Testament weiterhin für gültig erklären:

    Vatikan: Der Katechismus der römisch-katholischen Kirche sagt dazu “die heilige Mutter Kirche hält aufgrund apostolischen Glaubens die Bücher sowohl des Alten wie des Neuen Testaments in ihrer Ganzheit mit allen ihren Teilen für heilig und kanonisch, weil sie, auf Eingebung des Heiligen Geistes geschrieben, Gott zum Urheber haben und als solche der Kirche übergeben sind” und “Das Alte Testament ist ein unaufgebbarer Teil der Heiligen Schrift. Seine Bücher sind von Gott inspiriert und behalten einen dauernden Wert, denn der Alte Bund ist nie widerrufen worden (…) Die Christen verehren das Alte Testament als wahres Wort Gottes.”

    Jesus sagt zum AT: “Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht.” (Matthäus 5: 17-18).

    Jesus sagt dies allerdings kurz bevor er mit den Antithesen der Bergpredigt dann eben doch alles auf den Kopf stellt. Dabei stellt er übrigens auch das vierte Gebot leicht um: Aus “Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren” wird dann “Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein.” (Lukas 14, 26, Lutherbibel 1984, abgemildert in der Einheitsübersetzung).

    Kombiniert man dies mit der Tötungsaufforderung für ungehorsame Söhne des alten Testaments, so müssten sich Christen eigentlich selbst ausrotten: “Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, (…) So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe,” (5. Mose 21:18-21).

     
    • pufaxx

      28. Dezember 2009 at 11:43

      “Kombiniert man dies mit der Tötungsaufforderung …” – Sehr schön!

       
  4. skydaddy

    28. Dezember 2009 at 14:45

    Tja – mit dieser Geschichte dürften sich die Verfasser der Bibel einen echten Bärendienst erwiesen haben…

    @Epicurus: Sehr gut, insbesondere der letzte Paragraf. Das mit dem Luthertext von 1912 ist mir auch schon aufgefallen. Da ist übrigens auch mehrfach von “Mohren” die Rede, z.B. Zephanja 2,12: “Auch sollt ihr Mohren durch mein Schwert erschlagen werden.”

    Heute fragt man sich, wie Antisemitismus und Rassismus jemals mit der Bibel begründet werden konnten. Den wenigsten Leuten dürfte klar sein, dass die Übersetzungen im Laufe der Zeit abgeschwächt worden sind. (Dabei kann es allerdings durchaus sein, dass die neuere Übersetzung “korrekter” ist – es ändert aber nichts daran, dass die Bibel früher ganz anders geklungen hat.)

    Muss blöd sein für die Kirchen, dass (meines Wissens) für die 1912er-Version das Urheberrecht abgelaufen ist. Daher wird diese Version gerne benutzt, um mit dem Verkauf von billigen Bibeln (z.B. als Geschenk) Geld zu verdienen. Dadurch bleibt der alte Text weiterhin im Umlauf.

     
  5. doryphoros84

    28. Dezember 2009 at 16:02

    Als ich die Bibel gelesen hab und bei 2. Kön 2,23-24 war mußte ich auch erst mal ne pause machen…

    Wer “The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy” von Douglas Adams kennt: da hat die Zahl 42 ja auch eine zentrale Bedeutung – vielleicht wollte uns der Atheist Adams damit auf diese Bibelstelle – die ja für das Wesen des biblischen Gottes charakteristisch ist – aufmerksam machen.

    Ein sehr treffendes Zitat zum Koran von Thomas Carlyle:
    «Ich muss sagen, es ist die mühseligste Lektüre, mit der ich mich je beschäftigt habe. Ein ermüdender Wirrwarr, plump und ungehobelt; endlose Wiederholungen, Langatmigkeit und Chaos … kurz gesagt, unerträgliche Dummheit! Nichts außer Pflichtgefühl könnte einen Europäer dazu bewegen, den Koran durchzulesen!»

     
  6. politbuerokrat

    29. Dezember 2009 at 01:35

    Hier zeigen juden- und christentum ihre widerlichen fratzen, wenn ihre heilige schrift einen mann lobt, der bären auf kleine kinder hetzt. Nur bitte noch den vers nachliefern, wo diese untat gelobt wird, das hast du wohl vergessen. Dann kriegst du auch lob von mir. ;)

     
    • derautor

      29. Dezember 2009 at 01:39

      Wieso gelobt wird? Es ist Gott selbst, der die Bären schickt!

       
      • politbuerokrat

        29. Dezember 2009 at 17:02

        Nur erfüllt die literarische person gott in der bibel auch wünsche, die sie selber schlecht findet. Man kann also nicht schließen: “Gott hat den willen erfüllt” => “Der wille war in den Augen der bibelschreiber gut”.
        Ich will hier nicht rummeckern, mir geht es nur darum, dass agitprop auch in den augen der rückständigen überzeugend sein muss.

         
      • derautor

        29. Dezember 2009 at 17:06

        Das ist total bescheuert. Überlassen wir solche bizarren und billigen Ausreden den Gläubigen.

         
      • Bebu

        29. Dezember 2009 at 18:21

        “Nur erfüllt die literarische person gott in der bibel auch wünsche, die sie selber schlecht findet.”
        –> Ernsthaft? Muss ich irgendwie überlesen haben.

         
  7. politbuerokrat

    1. Januar 2010 at 23:34

    Diese bescheuerte und bizarre Ausrede ist tatsächlich von einem Gläubigen. Ich habe, als er mir so dummdreist geantwortet hat, sogar noch lebhafter reagiert als Ihr. Ich wollte sein Auto verbrennen, aber er war Mönchspriester und hatte wegen seines Armutsgelübdes gar keins. Solche Leute kann man nur umerziehen, damit sie nicht ihre tumben, mittelalterlichen Ideen weiterverbreiten.
    Die Ausrede war, daß schon im Talmud (Sota 47a) ausgelegt werde, die Krankheit Elisas sei Strafe für die Aktion mit den Bären und die Verfluchung Gehasis gewesen. “Tüpisch jydische Sophistik, um den inhumanen Charakter der Bibel zu verdecken!” habe ich gezetert. Aber dann hat dieser impertinente Pfaffe noch eins draufgegeben: Als das Volk Israel einen König wollte, weil es sich nicht mit Gott als Herrscher begnügen wollte, hat Gott Staat und König schlechtgemacht und den Israeliten ihrem Wunsch gemäß einen König ausgesucht. Da wird so sehr der demokratische Volkswille schlechtgemacht, der doch die Grundlage jedes modernen, revolutionären Staates ist!

     
  8. skydaddy

    2. Januar 2010 at 04:59

    @politbuerokrat: Dein Nickname hört sich zwar dröge an, aber dafür verlinkst Du Deine Quellen bürokratisch-sauber!

    Die obige Ausrede ist tatsächlich schwachsinnig. Warum lässt Gott es denn überhaupt erst zu, dass die Bären die 42 Kinder zerreißen?

    Ausreden wie die obige verblüffen mich immer wieder. Da sind Menschen, die durchaus erkennen, dass der Gott des Alten Testaments ungerecht und grausam ist. Aber anstatt die Konsequenz zu ziehen, dass dieser Text entweder nicht von Gott stammt oder dass dieser Gott zumindest keine Anbetung verdient, erfinden sie haarsträubende Ausreden.

     
    • politbuerokrat

      2. Januar 2010 at 22:23

      Danke für das Lob!
      Ich wundere mich auch über diese gläubigen. Einerseits wissen wir ganz genau, dass sie an einen inhumanen gott glauben, und sie wissen, dass wir es wissen, andererseits wollen sie es nicht zugeben. Dabei ist doch völlig klar, dass man an einen gott, der nicht mit allen mitteln versucht, schlechtes zu verhindern, nicht freiwillig glauben kann. Eine Regierung, die genauso saumselig wäre und verbrechen nicht präventiv zu unterbinden sucht, würde ja auch kein vernünftiger Mensch wählen.
      Naja, so spinnt man seine Welt zurecht, wenn man auf freiheit keinen bock hat.

       
 
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