Es gibt immer weniger gläubige Menschen in den entwickelten Ländern, dafür werden die verbliebenen Gläubigen radikaler. Sie üben zunehmend mehr Einfluss auf die Regierung aus und sie bekämpfen die Trennung von Kirche und Staat. Warum ist das so?
Wie auf der Grafik oben zu sehen, ist gerade in denen Ländern der Anspruch der Religionen besonders groß, im öffentlichen Raum verankert zu werden, wo es wenige Gläubige gibt. Ebenso ist die Polarisierung zwischen den Ansichten von Christen und Nichtreligiösen über die öffentliche Rolle der Religion gerade in den Ländern am größten, wo es am wenigstens Gläubige gibt. So das Ergebnis einer Studie der niederländischen Erasmus Universität.
Quelle: Epiphenomenon
Besonders anschaulich ist dies gerade hier in Deutschland zu beobachten, das sich immer mehr zu einem religionsfreien Land entwickelt. Gläubige werden immer fanatischer, weil sie schlechte Verlierer sind. In seinem Beitrag Gotteswahn 2009 zeigt Matthias Krause auf, was sich Nichtreligiöse alleine im Jahre 2009 alles haben bieten lassen müssen. Der Grundsatz „Gleicheit für alle, außer für Atheisten“ schien dieses Jahr zur Staatsdoktrin erklärt worden zu sein, man denke nur an den erfolgreichen Widerstand gegen die säkulare Buskampagne, an das durchgehend ignorierte Kruzifix-Urteil des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, die politische Unterstützung für einen Gebetsraum in Schulen, die kirchliche Hetzkampagne namens „Pro Reli“, das Zwangs-Schulgebet, die Ausschreitungen von Kardinal Mixa und die gerichtliche Bestätigung, dass Priester und Bischöfe in Gottesdiensten lügen und hetzen dürfen, wie es ihnen gefällt und somit noch mehr Sonderrechte genießen als ohnehin.
Nun können sich Atheisten einerseits freuen, dass es immer weniger Gläubige gibt, aber gleichzeitig sollten wir auf Defcon 4 gehen. Es ist nämlich durchaus möglich, dass Gläubige den liberalen Rechtsstaat und vor allem die Trennung von Staat und Kirche aufheben werden, bevor wir auch nur die Partyhüte herausgeholt haben. Gerade unsere aktuellen politischen Führer sind nämlich fast durchgehend religiös, darunter sogar die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles. Und auch Guido Westerwelle ist ein bekennender Christ, obwohl er gleichzeitig schwul ist. Links und schwul halten die Menschen also nicht mehr davon ab, einer traditionell antilinken und antihomosexuellen Ideologie zu folgen.













Das ein Liberaler wie Westerwelle so pro Kirche ist, stimmt mich auch sehr nachdenklich.
Es ist in D offenbar einfacher sich als schwul zu outen, denn als Atheist. Gibt es unter den Politikern, z.B. MdBs, einen bekennenden Atheisten? Vor der letzen Wahl hatte ich auf den Internetseiten aller Kandidaten in meinem Wahlkreis recherchiert. Jeder von den Kandidaten ist Mitglied einer Kirche. Gewählt habe ich trotzdem, weil es ja auch noch andere Gesichtspunkte gibt, Politiker zu beurteilen. Dennoch, ich fände es gut und mutig, wenn es Politiker gäbe, die sich zum Atheismus öffentlich bekennen. Ich weiß, euch gibt es da draußen: Habt Mut und zeigt Charakter!
Aufklärung 2.0 ist eine tolle Website. Ich habe sie auf meiner eigenen auf der rechten Seite als RSS-Feed verlinkt.
Weiter so in dieser Art!!!!!!!!!!!!!
Mal was ganz anderes…Dieser Artikel hier erinnert mich spontan wieder an meine Schule, in vielen Klassenzimmern hängen noch Kreuze. Der stellvertretende Schulleiter sieht sich nicht genötigt ernsthaft über eine Entfernung nachzudenken. Eher war er recht gereizt als er mich zufällig beim schmücken eines widerrechtlich dort angebrachten Gegenstands mit Klopapier erblickte…
Aber im Ernst, für einen Anwalt fehlt mir das Geld!!!
Weiß hier vielleicht zufällig jemand wo ich vorbereitete Schreiben für solche Fälle finde?
Stöber mal auf http://www.IBKA.org . Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, aber ich meine vor einiger Zeit gab es dort ein solches Schreiben zum Selbstausdrucken. Kann aber auch sein, daß ich gerade Quatsch erzähle, ich weiß es halt nicht mehr genau. Ansonsten kannst du dich über diese Page aber u.a. an Rainer Ponitka wenden, der kann dir da auf jeden Fall weiterhelfen.
Hier: http://www.humanist.de/religion/kruzifix.html
Genau das meinte ich, danke!
hier ist eine Zusammenstellung vom bfg:
http://www.bfg-muenchen.de/schule.htm
http://www.bfg-muenchen.de/kruzifix.htm
Leider wird hier Glaube und Religion in einen Topf geworfen. Ich kann an etwas glauben (an Gott, Allah, Buddha…) ohne mit Religion etwas am Hut zu haben. Wer sagt das ich als Christ eine Kirche brauche?
Und die alte Diskussion über die Kreuze in der Schule – ach wie schrecklich die doch sind. Böse Kreuze – wegen diesen dummen Holzdingern gibt es ernsthaften Streit – also ehrlich das ist doch….. Aber wer sonst keine Probleme hat streitet eben über irgendein Symbol das nur durch diese Diskussion seine Macht über uns ausüben kann.
Also ich weiß als alter Ösi nicht genau wie es mit den Feiertagen im schönen Deutschland aussieht (bei uns hat an kirchlichen Feiertagen jeder frei – bezahlt), aber bei einem sind sich Christen, Moslems, Atheisten und alle anderen einig – die kirchlichen Feiertage die wollen alle – frei und das bezahlt. Ich finde das seltsam und etwas verlogen.
Und eine grundsätzliche Frage stellt sich mir immer wieder – was ist an christlichen Werten (! nicht religiösen oder kirchlichen) so schlecht? Oja – man sollte auch teilen und wer will das schon? Obwohl, wenn man selber mal in der SChei… sitzt dann hält man schon gerne die Hand auf – ist ja klar macht doch jeder.
Und es ist ja auch nichts dabei mal die Frau vom Nachbarn flach zu legen aber wenn der dann an die eigene Frau, oh das nennt man ja jetzt Lebensabschnittspartner, rann will dann wird man sauer und kauft sich ne Knarre.
Es gibt natürlich noch viele provokante und sicher auch überzogene Vergleiche
Aber es scheint oft so als hätte Atheisten nur ein Problem – Christen.
Ich halte nichts von dem Grundsatz: Jedem das Seine und mir das Meiste – und zur Not hole ich mir halt nen Anwalt.
Ich finde jeder sollte die Freiheit haben zu glauben was er will, solange er durch sein Tun und Handeln niemandem schadet.
„Böse Kreuze – wegen diesen dummen Holzdingern gibt es ernsthaften Streit“
Na, dann hängt sie doch einfach ab!
„die kirchlichen Feiertage die wollen alle – frei und das bezahlt. Ich finde das seltsam und etwas verlogen.“
Ich will keine kirchlichen Feiertage, ich will neutrale, staatliche Feiertage.
„was ist an christlichen Werten (! nicht religiösen oder kirchlichen) so schlecht?“
Alles originär christliche ist schlecht. Dass man irgendetwas teilen soll, ist kein „Wert“. Was soll das überhaupt bedeuten? Was soll man teilen mit wem? Schokolade mit den Mitschülern, Atomwaffen mit Bin Laden?
„Und es ist ja auch nichts dabei mal die Frau vom Nachbarn flach zu legen aber wenn der dann an die eigene Frau“
Das geht nur die Betroffenen etwas an. Wenn sie eine offene Beziehung führen, ihre Sache.
„Aber es scheint oft so als hätte Atheisten nur ein Problem – Christen.“
Und alle anderen Religionen und Ideologien.
@derautor
Sehe ich ganz genauso.
Es wird immer so dargestellt als hätten Atheisten nur Probleme mit christlichen Religionen – in Europa.
Dabei arbeiten wir uns sogar an ganz exotischen Religionen, wie z.B. dem Buddhismus & dem pazifischen Kargo-Kult (z.B. Daniel Dennett) ab, nicht allein am Islam – wie es neuerdings „in“ ist.
Apropo:
Die sogenannten „Neuen Atheisten“ weisen eigentlich einen Weg, den wir, dank Michael Schmidt-Salomon, Deschner & anderen ReligionskritikerInnen bzw. Konfessionslosen, Atheisten und Agnostikern in Europa schon seit Jahren gehen, zumal in Deutschland.
Christen übrigens finde ich lachhaft, ich lese gerne Bücher, auch von gläubigen Christen, deswegen bin ich noch lange kein Atheist mehr.
Umgekehrt, wenn die ersten Zweifel an Religionen (bzw. dem Christentum) kommen, ist der Weg um einiges schwerer wieder ein stur gläubiger Christ zu werden.
Ich rede da aus einer Erfahrung, die ich immer wieder mache – als Atheist und Religion(en)kritiker, der auch mal gerne Bücher von der christlichen „Gegenseite“ liest.
Gruß
Bernie
Religion…
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