
Die Aussage des Filmklassikers Jurassic Park lautet, dass wir nicht in die natürliche Ordnung eingreifen sollten, weil uns „die Natur“ sonst dafür bestrafen würde. Erschaffen wir Dinosaurier, steht uns eine Katastrophe bevor, warnt Steven Spielberg.
Doch ist das wirklich so?
Jurassic Park ist, wie Spielbergs E.T., im Grunde ein „Morality Tale“, also eine Geschichte, die uns von einer religiös-moralischen Aussage überzeugen möchte. In beiden Filmen kommt die Wissenschaft sehr schlecht weg. In Jurassic Park führt sie zur Erschaffung von Urzeit-Monstern und in E.T. wollen die bösen Wissenschaftler den kleinen Außerirdischen mit dem leuchtenden Finger auf Krankheiten untersuchen, anstatt ihn sofort bedingungslos lieb zu haben und zu knuddeln. Sehen wir uns die Argumente aus Jurassic Park gegen die Erschaffung von Dinosauriern einmal näher an:












1. „Das Leben findet immer einen Weg“
Ian Malcolm ist kein Moralist, sondern ein schlichter Chaostheoretiker, der mit sener Grundtheorie, die sich in der Geschichte leider bewahrheitet, bis zum Schluß Recht behält. Außerdem zeigt er an seinen Aussagen im Film (im Buch kommt es noch ein wenig krasser rüber), das er ein absoluter Atheist ist, also nicht einmal an die Macht der Wissenschaft glaubt.
Weiteres Problem an der Sache: Es gibt nicht nur in Afrika frösche, die spontan ihr Geschlecht ändern können (aber dann auch Männchen bleiben), sondern auch in Südamerika. Deshalb ist diese Aussage im Film durchaus korrekt. Ach ja, im Buch gibt es dazu noch eine genauere Ausführung, die erklärt, wie so etwas wirklich von statten gehen kann. Interessanterweise hilft ein Lysin-Mangel den spontanen Geschlechtswechsel zu beschleunigen.
2. Wir müssen die Natur respektieren
Diese Aussage von Malcolm ist nicht falsch zu verstehen (was übrigens den meisten passiert). Die Natur zu respektieren, bedeutet nicht, absolut nicht in sie einzugreifen. Zudem ist Malcolm, auch im Buch, kein extremistischer Atheist, sondern nur ein klar und logisch denkender Chaostheoretiker. (Ich empfehle dir einmal nachzulesen, wen Chriton als Vorlage für Malcolm benutzt hat, dann verstehst du mehr.)
3. Kondore sind ok, Dinos nicht
Weder noch wäre ok. Aber hier vergißt du, das Hammonds Argumentation mehr als löchrig ist. Deshalb hat der schmierige Anwalt in der Szene ebenfalls Recht, weil er den Profit in diesem Fall vorzieht. Kondore nachzuklonen wäre wahrscheinlich noch fataler als eine Herde Dinos zu erschaffen.-
Der Verweis auf die Evolution an dieser Stelle ist übrigens falsch. Zwar sortierte jene die Dinos nach der Katastrophe zum Aussterben, dies heißt aber nicht, das dieser Planet besser dran wäre, würden heute noch Dinosaurier existieren. Immerhin hätten jene sich in den vergangenen 65 Mio Jahren entsprechend weiter entwickelt. Also machst du in dem Artikel dort einen ziemlich bösen Denkfehler. Kloning ausgestorbener Tiere ist grundlegend falsch.
4. Eine Vergewaltigung der Natur
Ist auch nicht ganz richtig, da Ian Malcolm diese Aussage nicht im religiös-moralischen Sinne macht, sondern im rein wissenschaftlichen.
Was diesen menschgemachten Klimawandel und die Rache der Natur angeht – der CO2-Gehalt in der Atmosphäre kühlt jene runter und heizt sie nicht auf. Wer etwas anderes glaubt, hat eindeutig eine religiöse Störung!
5. Dinos brechen aus und fressen uns
Wäre dann aber nur auf die Insel beschränkt – und wenn du Teil 2 (Vergessene Welt) gelesen hättest, wüßtest du, das aus beiden Anlagen jeweils alle Mitarbeiter lebend rauskamen.
In Teil 1 wurden übrigens nur 5 Personen von den Dinos gefressen als es zur Katastrophe kam. Und da war ein Großteil des Teams in Puerto Rico, so das ihnen dort nichts passieren konnte.
Übrigens, im Prolog des ersten Buches wird vom Auftauchen merkwürdiger Echsen auf dem Festland berichtet. Aber nur dort – und auch nur deshalb, weil diese Echsen an schlafende Babys gehen. Denke dir also deinen Teil.
Zu den abschließenden drei Fragen nur noch eines: Würde man Dinosaurier nachklonen, bestünde keine echte Gefahr für das Ökosystem, solange sie aus ihren festgelegten Gehegen nicht entlaufen können. Und ich bezweifle, das ein T-Rex mutwillig Menschen fressen würde. Auch hier wäre „Vergessene Welt“ sehr aufschlußreich für dich, wenn du es lesen würdest.
Ich empfehle dir folgendes: Der Film moralisiert kein bißchen, er weist eher darauf hin, wie groß die Gefahr ist, wenn zuviel leichtfertige Technikgläubigkeit auf einen Moralisten trifft. Das Ergebnis wäre dann der „Jurassic Park“! Und die Katastrophe würde in der Realität mehr Todesopfer als im Buch oder im Film fordern.
mfg
Ich habe alle Bücher gelesen und alle Filme gesehen. Aber ich sehe sie nicht als heilige Werke an. Und ich verstehe nicht einmal ansatzweise, wie sie jemand als wissenschaftliche Bücher lesen kann, die irgendwie verlässtlich wären. Das ist doch völlig abgedrehtes Zeug.
Dass die Filme irgendwie suggerieren würden, dass Dinos ungefährlich sind, weil nur ein paar Menschen draufgehen, kann ja wohl nicht dein Ernst sein. Offensichtlich geht es darum, dass wir nicht „Gott spielen“ sollen, wie es Alan Grant im dritten Film noch einmal sagt.
Man kann doch sein Wissen über Dinosaurier nicht ernsthaft aus „Jurassic Park“ beziehen! Das ist nach wie vor mein Lieblingsfilm, der mich wohl erst für die Wissenschaft begeistern konnte, aber aus heutiger Sicht muss ich feststellen, dass es inhaltlich ein konservatives, wissenschaftsfeindliches Morality Play ist. Wie viele von Spielbergs Filmen.
Ich habe nicht geschrieben, das alle Dinos ungefährlich wären, wenn man sie in der heutigen Zeit auf die heutige Menschheit losließe.
Ich bin da auch der Meinung, das ein paar Brontosaurier absolut ungefährlich sind, solange sie sich in einem begrenzten Gebiet aufhalten. Aber einen T-Rex klonen würde ich schon mal gar nicht, da diese Biester schon zu ihrer angestammten Lebensära brandgefährlich waren.
Mir geht es ums Prinzip. Sowohl in „Jurassic Park“ als auch in „ET“ geht es Spielberg weniger um die Moral als nur um die dumpfe Technikgläubigkeit – das Wissenschaft alles erklären könnte.
Ich kenne auch alle Bücher (und lese sie noch heute in regelmäßigen Abständen und ich bin leicht sauer auf Spielberg, weil er im ersten Teil eine wichtige Passage aus dem Buch wegließ), aber ich gehe mal nicht davon aus, das irgendwo in Amerika irgendein durchgeknallter Milliardär Kondore oder so was klont.
„Gott spielen“ wiederum beginnt schon beim Monsanto-Gengemüse. Und dies ist derzeit wohl gefährlicher als manch anderes – Dinos sind da im Vergleich zu wirklich harmlos.
Ich lese die Bücher auch nicht als wissenschaftliche Werke, sondern eher als fantastische Warnungen vor zuviel Technikgläubigkeit. In einigen Punkten in deinem Artikel hast du durchaus Recht, aber du präzisierst nicht genug. Und alles nur auf das Moralische zu simplizifieren, damit machst du es dir selbst zu einfach.
Man sollte zudem vorsichtig sein, wenn man sich überhaupt auf Kloning oder GenTech einläßt, die Nebenwirkungen, auch für ein bestehendes Ökosystem sind kaum auszumalen. Mit Genmais und -Soja fängt es an, die nächste Stufe wären lebende Tiere und danach der Mensch.
Ich bin der Forschung auf diesen Gebieten nur durch die Chrichton-Bücher mißtrauisch gegenüber geworden. Ich lehne jede Art von Gentechnologie ab, sofern Technologie im Spiel ist.
Aber über oben von mir angesprochene Punkte kann man ausgiebig diskutieren. Ok, es las sich so, als wären Dinos harmlos, nur weil in den Büchern und Filmen nur einige wenige starben. Diese Viecher jedoch auf einem Kontinent heimisch würden sehr schnell die menschliche Dominanz dort beenden. Harmlos sind sie nicht – und erst Recht kein Spielzeug für einen Freizeitpark.
mfg
Ich bin ein überzeugter Befürworter der Gentechnik. Wir spielen schon Gott, seit es die Landwirtschaft gibt. Das ist kein Argument.
Das Problem ist halt, dass viele Leute dieses „abgedrehte Zeug“ für „philosophischen Stoff“ halten, der ihnen gültige Wahrheiten vermitteln kann. Botschaften aus der Unterhaltungsindustrie. Peter Hahnes „Was wirklich wichtig ist“ auf Zelluloid. Na denn Prost.
Ich finde es ja immer wieder lustig, wenn man sich zu absoluten Aussagen hinreißen lässt.
„Kloning ausgestorbener Tiere ist grundlegend falsch.“
–> Angenommen man findet ein neues Fossil einer ausgestorbenen Tierart und sogar DNA in einer konservierten Form, die es mittels geeigneter technischer Hilfsmittel ermöglichen würde, das Tier zu klonen.
Diese Tier besitzt die grandiose Eigenschaft, dass es als Nebenprodukt (z.B. in Form von Milch oder etwas ähnlichen) oder durch ein Organ im Körper einen Stoff produziert, der uns Menschen bei der Heilung einer schweren Krankheit hilft. Wäre das Klonen dieses Tieres jetzt auch verboten?
(Sicher ist das Beispiel konstruiert, aber zur Veranschaulichung ethisch absurder Positionen muss ich leider zu diesem Mittel greifen.)
„Man sollte zudem vorsichtig sein, wenn man sich überhaupt auf Kloning oder GenTech einläßt, die Nebenwirkungen, auch für ein bestehendes Ökosystem sind kaum auszumalen. Mit Genmais und -Soja fängt es an, die nächste Stufe wären lebende Tiere und danach der Mensch.
Ich bin der Forschung auf diesen Gebieten nur durch die Chrichton-Bücher mißtrauisch gegenüber geworden. Ich lehne jede Art von Gentechnologie ab, sofern Technologie im Spiel ist.“
–> Hier gilt analog ähnliches. Wieso ein kategorischer Ausschluß? Insbesondere wenn du eine Anwendung und Erforschung kaum verhindern kannst, da es immer irgendwo auf der Welt Schlupfwinkel geben wird, wo findige Personen unkontrolliert forschen und ihre Erkenntnisse in die Tat umsetzen können.
Wäre es da nicht allein aus pragmatischen Erwägungen sinnvoller, diesen Wissenschaftsbereich offen zu fördern, aber gleichzeitig zu kontrollieren und nachvollziehbare, an ihren Folgen ausgerichtete ethische Grenzen zu setzen?
@Bebu
Dein Beispiel und die daraus folgende Befürwortung von Kloning jeder Art hinken – und das selbst mit Krückstock!
Man kann GenTech nicht dauerhaft kontrollieren. Deshalb auch der Verweis auf Genmais & -Soja. Wir wissen heute schon, das Gensoja bei Mensch und Tier Probleme verursacht. Und da vertraue ich dann auch mehr den Aussagen von Schweinezüchtern, die den Monsanto-Dreck ihren Schweinen gefüttert und danach eine anhaltende Unfruchtbarkeit festgestellt haben.
Natürliche Züchtung, ohne direkten Eingriff (also via Technik) in das Gengut, richtet keinen Schaden an – und man kann nicht speziesübergreifend Gene mixen. Bei Chimären kommt niemals etwas Gutes heraus, das wußten schon die alten Griechen, die in ihren Sagen immer wieder vor solchen Kreaturen warnten.
Was nun dein Beispiel genau angeht: Würde eine solche Kreatur existieren, würde ich gegen das Kloning aktiv etwas unternehmen. Da eine staatliche Kontrolle dieser Technologie unmöglich ist. Wird sie einmal gebraucht, wird sie automatisch auch mißbraucht. (Gibt einige gute SF-Filme zu dem Thema, die sich sehr realistisch damit auseinander setzen. „Jurassic Park“ ist da nur die Spitze eines sehr hohen Berges.)
Kloning sollte man in jedem Fall unterlassen. Und dies hat bei mir nichts mit meinem Glauben zu tun, sondern mit meinem Wissen um die schlechte Natur des Menschen – der solche Technologien immer mißbrauchen würde. Selbst dann, wenn 90% der Planetenbevölkerung gegen diese Technologien eingestellt ist. Da vertraue ich eher den Dinosauriern, muß wohl daran liegen, das die schon ausgestorben sind. Was der Mensch in wenigen Jahrzehnte wohl ebenfalls sein wird. Selbst ohne gentechnisch verseuchte Nahrung.
mfg
Was soll ich nur gegen die geballte Kompetenz von Sci-Fi-Filmen und antiken Mythen sagen…
Aber der Reihe nach:
„Dein Beispiel und die daraus folgende Befürwortung von Kloning jeder Art hinken – und das selbst mit Krückstock!“
–> Ich zitiere mich selbst:
„diesen Wissenschaftsbereich offen zu fördern, aber gleichzeitig zu kontrollieren und nachvollziehbare, an ihren Folgen ausgerichtete ethische Grenzen zu setzen?“
und
„(Sicher ist das Beispiel konstruiert, aber zur Veranschaulichung ethisch absurder Positionen muss ich leider zu diesem Mittel greifen.)“
Wie du sehen solltest, befürworte ich nicht blind „Kloning jeder Art“, sondern verlange ich ethische, an ihren Folgen orientiere Grenzen.
Auch ist das Beispiel bewusst konstruiert, da so eine extreme Version einen bestimmten Punkt veranschaulicht. Hätte ich ein realistisches genommen, wäre dieser untergegangen.
Mein Punkt war und ist, dass man nicht so einfach und per eine Technologie absolut verdammen sollte.
Wenn dir das im Beispiel nicht deutlich genug wird, erweiter es um den Fakt, dass diese Krankheit, die durch das geklonte Tier geheilt werden kann, eine 100%-tödliche Krankheit ist, mit der sich bereits (fast) die ganze Menschheit angesteckt hat. Wäre da Kloning immer noch komplett abzulehnen?
„Man kann GenTech nicht dauerhaft kontrollieren.“
–> Können wir das etwas mit den Produkten herkömmlicher Züchtung? Wer garantiert dir bei diesen Wegen? (Gab dazu hier ein von derautor verlinktes Video von Beda Stadler, das das u.a. sehr interessant veranschaulicht.)
„Und da vertraue ich dann auch mehr den Aussagen von Schweinezüchtern, die den Monsanto-Dreck ihren Schweinen gefüttert und danach eine anhaltende Unfruchtbarkeit festgestellt haben.“
–> Nun, woher weißt du, dass jegliche Genveränderungen solche oder ähnliche Folgen hat? Warum sollten normale Züchtungsmethoden, z.B. über radioakive Bestrahlung, nicht ähnliche Folgen haben?
„Was nun dein Beispiel genau angeht: Würde eine solche Kreatur existieren, würde ich gegen das Kloning aktiv etwas unternehmen. Da eine staatliche Kontrolle dieser Technologie unmöglich ist. Wird sie einmal gebraucht, wird sie automatisch auch mißbraucht.“
–> Um das jetzt richtig zu verstehen:
Du würdest gegen die Herstellung eines Medikamentes vorgehen, das eine (schwere/tödliche) Krankheit heilen könnte, nur weil es durch eine Technologie wie Kloning hergestellt würde, von der du ausgehtst, dass die zwingend missbraucht wird?
Mir fällt da nicht viel freundlich klingende Kritik ein, die jetzt hier äußern will…
Deshalb noch ein paar Fragen:
Was wird missbraucht? Nur die Herstellung des Medikamentes aus dem Beispieltier? Oder Kloning im Allgemeinen? Warum wird nur Kloning missbraucht und andere Züchtungsverfahren nicht? (Habe ich erstmal ein Zuchtprodukt erschaffen, ist die Verwendung und der Missbrauch desselben doch relativ unabhängig vom Weg zur Züchtung.)
„Kloning sollte man in jedem Fall unterlassen. Und dies hat bei mir nichts mit meinem Glauben zu tun, sondern mit meinem Wissen um die schlechte Natur des Menschen – der solche Technologien immer mißbrauchen würde.“
–> Aus diesem Grund schrieb ich:
„Wäre es da nicht allein aus pragmatischen Erwägungen sinnvoller, diesen Wissenschaftsbereich offen zu fördern, aber gleichzeitig zu kontrollieren und nachvollziehbare, an ihren Folgen ausgerichtete ethische Grenzen zu setzen?“
Denn meines Erachtens kann man eine weitere Erforschung dieses Wissenschaftsbereiches nicht verhindern, da nicht alle Länder so denken wie du oder sich darum überhaupt Gedanken machen. Deshalb wird es immer irgendwo Forschungsmöglichkeiten für gewillte Wissenschaftler geben.
Anstatt sich also auf die eigene Position der Totalablehnung zurückzuziehen, die nicht umgesetzt werden wird, halte ich es, auch in deinem Fall, für ratsamer diesen Wissenschaftsbereich offen zu kontrollieren.
(Diese ethische Einstellung erinnert mich doch ein wenig an Totalablehnungen im Bereich des Schwangerschaftsabbruchs oder der Prostitution…)
Und jetzt etwas nicht chronologisch:
„Natürliche Züchtung, ohne direkten Eingriff (also via Technik) in das Gengut, richtet keinen Schaden an – und man kann nicht speziesübergreifend Gene mixen. Bei Chimären kommt niemals etwas Gutes heraus, das wußten schon die alten Griechen, die in ihren Sagen immer wieder vor solchen Kreaturen warnten.“
–> Was ist z.B. mit Verdrängung anderer Arten durch die auf „normalen“ Wege gezüchteten? Ist das kein Schaden? Was ist mit möglichen Allergien? Können die nicht auch bei „normal“ gezüchteten Arten auftreten?
Sicherlich gibt es da noch viele Folgen der
„normalen“ Züchtung, die man als Schaden interpretieren kann. Nur leider bin ich auf dem Gebiet kein Fachmann, um solche Beispiele mal eben aus dem Handgelenk zu schütteln. Weiß da noch jemand welche?
Und zum Schluß:
Könntest du deine Ablehnung von Chimären mal ein bischen nachvollziehbarer begründen anstatt auf alte Mythen zu verweisen?
Hallo, Bebu,
ich versuche jetzt erst einmal alles der Reihe nach entsprechend argumentativ zu lösen.
1. Controlling von Kloningtechnologie
Ein solches Controlling ist von staatlicher Seite schier unmöglich. Obwohl in Deutschland das Hantieren mit weiblichen Eizellen verboten ist, gibt es dennoch in Bonn einen Wissenschaftler, der damit arbeitet. Nur verwendet er eben keine deutschen Eizellen, sondern israelische. Macht dies seine Forschung besser, obwohl sie ja eigentlich in diesem Lande verboten ist? Ich finde nicht!
Und dieses kleine Beispiel sollte eigentlich ausreichen, um dir zu zeigen, das man bei Klontechnologie eben nicht kontrollieren kann. Weder in diesem Land, noch in einem anderem. Und da keine umfassende Kontrolle möglich ist – und die meisten Staaten sowieso Chimären erschaffen würden – wäre die Katastrophe schneller da, als du Kontrolle rufen kannst.
2. Chimärenerschaffung (Mythologie und Gegenwart)
Nun, die alten Griechen sind, was die Chimärenfrage angeht, diejenigen, die am meisten Ahnung von dem Problem und Thema hatten. Immerhin warnen sie immer davon, was passiert, wenn man Mensch und Tier oder Tier und Tier miteinander mischt.
Eine der bekannteste Chimären in der Gegenwart ist das sogenannte Schiege, die Mischung aus Schwein und Ziege. Zwar lebt noch eines der geklonten Exemplare, aber die Mehrheit erwies sich nicht einmal als fortpflanzungsfähig.
3. Natürliche Züchtung
Ich weiß zwar nicht, was du darunter verstehst, aber natürliche Züchtung ist eben Züchtung ohne aufwendige technische Genmanufaktor, in der ich Bakteriengene in Pflanzengene schießen kann.
Natürliche Züchtung ist die Art Züchtung, wie sie schon seit Jahrtausenden betrieben wird. Also Aussaat besonders effektiver Sorten nebeneinander, um so eine natürliche Kreuzung zu ermöglichen – oder gar die Anwendung des sogenannten „Pfropfens“ (steht in jedem Gartenhandbuch).
Natürliche Züchtung ist auch Esel und Pferd miteinander zu mischen. Aber wie ja bekannt ist, ist diese Mischung auch nur in einer Richtung vermehrungsfähig.
4.Medikament durch Kloning
Ja, ich würde hier gezielt gegen die Klonung dieser Kreatur vorgehen. Wir haben nicht das Recht, irgendetwas von ihr dazu zu benutzen, um unsere heiligen Ärsche zu retten. Eher im Gegenteil. Wenn dieses Virus/Krankheit/was auch immer, in der Lage ist, die Menschheit auszuradieren, besteht jedoch die schwache Möglichkeit, das ca. 2% der Menschheit eine natürliche Immunität entwickeln. Hier kann man dann aus dem Blutplasma den entsprechenden Wirkstoff herstellen. Es ist einfach unmöglich, das eine komplette Spezies keinerlei Antikörper gegen einen Krankheitserreger entwickelt. Es gibt immer ungefähr 2% natürlich Immune.
Und dein Beispiel zeigt noch eindeutig, wie Mißbrauch mit Kloning betrieben wird. Da ich dein Beispiel bereits als Mißbrauch dieser Technologie sehe.
mfg
„1. Controlling von Kloningtechnologie
Ein solches Controlling ist von staatlicher Seite schier unmöglich. Obwohl in Deutschland das Hantieren mit weiblichen Eizellen verboten ist, gibt es dennoch in Bonn einen Wissenschaftler, der damit arbeitet. Nur verwendet er eben keine deutschen Eizellen, sondern israelische. Macht dies seine Forschung besser, obwohl sie ja eigentlich in diesem Lande verboten ist? Ich finde nicht!“
–> Jetzt mal ganz davon abgesehen, ob ein Forschen mit weiblichen Eizellen erlaubt sein sollte oder nicht, scheint es sich dabei um eine Gesetzeslücke zu handeln oder wie im Bereich der Stammzellforschung um eine bewusst geschaffene Möglichkeit der Forschung.
Da ich mit dem Fall nicht näher vertraut bin, handelt sich dabei also entweder um eine Gesetzeslücke, bei der der Gesetzgeber gepennt hat oder um eine bewusst geschaffene Forschungsmöglichkeit, die dann von deinen normativen Vorstellungen abweicht.
„Und dieses kleine Beispiel sollte eigentlich ausreichen, um dir zu zeigen, das man bei Klontechnologie eben nicht kontrollieren kann. Weder in diesem Land, noch in einem anderem. Und da keine umfassende Kontrolle möglich ist – und die meisten Staaten sowieso Chimären erschaffen würden – wäre die Katastrophe schneller da, als du Kontrolle rufen kannst.“
–> Hier will ich wieder auf den pragmatischen Umgang mit dem Problem hinweisen:
Auch wenn du gegen eine Forschung in dem Bereich bist, kannst du sie einfach nicht verhindern, da es genug Ausweichplätze auf diesem Planeten gibt, wo willige Forscher forschen können.
Wenn du also eine kategorische Ablehnung der Forschung vertrittst und z.B. in unserem Land umgesetzt sehen willst, zwingst du Forscher in unserem Land dazu an andere Orte auszuweichen. Forscher, die ggf. mit offenen, kontrollierten und geregelten Forschungsbedindungen kein Problem gehabt hätten.
D.h. deine Position sorgt ähnlich wie eine kategorische Ablehnung von Prostitution und Schwangerschaftsabbrüchen dazu, dass die Beteiligten in die Illegalität und damit auch in die grenzenlose Freiheit gedrängt werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du bei einer Wahl zwischen der Option einer pragmatischen Kontrolle mit möglicherweise auftretenden Gesetzeslücken oder der Option der vollkommen freien, unkontrollierten, weitestgehend im Verborgenen stafffinden Forschung, dich wirklich für die letztere Alternative entscheiden würdest, nur um deinen deontologische Position bis zum letzten durchzuhalten.
Wäre es da nicht wirklich sinnvoller ein durchdachtes Regelwerk für die Forschung zu erlassen, dass regelmäßig überprüft wird, um eben unerwünschtes Ausnutzen von Gesetzeslücken zu reduzieren, und gleichzeitig einen Anreiz an möglichst alle willigen Forscher in diesem Bereich zu richten, damit sie eher unter diesen Regeln forschen als in der „Anarchie“?
„2. Chimärenerschaffung (Mythologie und Gegenwart)
Nun, die alten Griechen sind, was die Chimärenfrage angeht, diejenigen, die am meisten Ahnung von dem Problem und Thema hatten. Immerhin warnen sie immer davon, was passiert, wenn man Mensch und Tier oder Tier und Tier miteinander mischt.“
–> Vielleicht bin ich da auf dem falschen Stand, aber haben sie auch jemals gemacht? Oder entsprangen diese Vorstellungen nicht nur ihrer Phantasie?
Wenn ja, was ich doch mal stark annehmen möchte: Warum sollte ich eine Ethik aus alten Mythen ableiten? Ich sehe diese nicht gerade als eine geeignete Normenquelle an.
„Eine der bekannteste Chimären in der Gegenwart ist das sogenannte Schiege, die Mischung aus Schwein und Ziege. Zwar lebt noch eines der geklonten Exemplare, aber die Mehrheit erwies sich nicht einmal als fortpflanzungsfähig.“
–>Hmmm… auch hier würde ich wieder auf eine Einzelfallprüfung verweisen und die Leidensfähigkeit des Tieres, sowie andere Faktoren (soweit absehbar) berücksichtigen.
Wie steht es dann darum, wenn man z.B. Mikroorganismen mischt, um nützliche Bakterien zur Rohstoffgewinnung zu produzieren? Auch verboten?
„3. Natürliche Züchtung
Ich weiß zwar nicht, was du darunter verstehst, aber natürliche Züchtung ist eben Züchtung ohne aufwendige technische Genmanufaktor, in der ich Bakteriengene in Pflanzengene schießen kann.
Natürliche Züchtung ist die Art Züchtung, wie sie schon seit Jahrtausenden betrieben wird. Also Aussaat besonders effektiver Sorten nebeneinander, um so eine natürliche Kreuzung zu ermöglichen – oder gar die Anwendung des sogenannten „Pfropfens“ (steht in jedem Gartenhandbuch).
Natürliche Züchtung ist auch Esel und Pferd miteinander zu mischen. Aber wie ja bekannt ist, ist diese Mischung auch nur in einer Richtung vermehrungsfähig.“
–> Hierzu möchte ich auf den Youtube-Vortrag von Beda Stadler verweisen, den derautor hier einmal verlinkt hat:
http://feuerbringer.com/2009/05/19/beda-stadler-macht-sie-platt/
Wenn ich mich recht erinner (habe es mir jetzt nicht nochmal angesehen), zeigt er da an einigen Beispielen, was doch so alles an Auswirkungen durch „natürliche“ Züchtung entstanden sind.
Vermutlich fallen viele der Züchtungsmethoden dort zwar nicht unter deine natürliche Züchtung…
Die Frage, die sich mir aber stellt, ist, warum du der einen Technik quasi einen Persilschein der Unbedenklichkeit ausstellst, die andere aber komplett verdammst.
Wenn du z.B. vorher schreibst:
„Natürliche Züchtung, ohne direkten Eingriff (also via Technik) in das Gengut, richtet keinen Schaden an – und man kann nicht speziesübergreifend Gene mixen.“
stimmt dies einfach nicht.
Zum einen kann man oder besser gesagt hat man bei der Getreidezüchtung neue Arten gezüchtet, indem man verschiedene alte Arten ineinanderkombiniert hat. Der Vorgang hat sicher länger gedauert, als es heute wohl nötig wäre, aber ist es deshalb ethisch akzeptabel und der andere Weg nicht?
Zum anderen richten auch Produkte der natürlichen Züchtung Schaden an. Von Verdrängung andere Arten mal abgesehen, gibt es doch genug Menschen, die gegen herkömmliche Zuchtprodukte allergisch reagieren. Wer weiß, ob da nicht schon einige Menschen an allergischen Schocks gestorben sind. Wer weiß, ob es in Zukunft nicht auch „natürlich gezüchtete“ Produkte geben könnte, die noch stärker allergisch wirken oder anderweitig Schaden anrichten.
Worum es mir dabei wieder nur geht, ist, dass man eine an den Konsequenzen orientierte „Einzelfall“prüfung durchführen sollte, anstatt pauschal die eine Technologie zu verteufeln und die andere zu erlauben.
„4.Medikament durch Kloning
Ja, ich würde hier gezielt gegen die Klonung dieser Kreatur vorgehen. Wir haben nicht das Recht, irgendetwas von ihr dazu zu benutzen, um unsere heiligen Ärsche zu retten. Eher im Gegenteil. Wenn dieses Virus/Krankheit/was auch immer, in der Lage ist, die Menschheit auszuradieren, besteht jedoch die schwache Möglichkeit, das ca. 2% der Menschheit eine natürliche Immunität entwickeln. Hier kann man dann aus dem Blutplasma den entsprechenden Wirkstoff herstellen. Es ist einfach unmöglich, das eine komplette Spezies keinerlei Antikörper gegen einen Krankheitserreger entwickelt. Es gibt immer ungefähr 2% natürlich Immune.
Und dein Beispiel zeigt noch eindeutig, wie Mißbrauch mit Kloning betrieben wird. Da ich dein Beispiel bereits als Mißbrauch dieser Technologie sehe.“
–> Wow… da muss ich erstmal kräftig schlucken…
1. Eine Aussage wie: „Wir haben nicht das Recht“ o.ä. ist kein Argument, sondern gerade mal eine Festellung deiner Position, die du mir hier als objektives Argument verkaufen willst.
Ohne einen Verweis auf eine allgemein anerkannte Normenquelle, die dieses Recht wenigstens schwach objektiv festlegt, läuft das aber nicht.
2. Inwiefern würde sich die Nutzung der Milch oder des Organs dieses Tieres nach seiner Schlachtung zur Herstellung eines Medikamentes von der früher gängigen Praxis bei der Herstellung von Insulin unterscheiden? Oder bei der Herstellung von Fleisch zum Verzehr?
3. Also abgesehen davon, dass das Beispiel jetzt fiktiv war, kann man sich die extremsten Formen von Ansteckungsgeschwindigkeit, Krankheitsverlauf, Mutationsfähigkeit des Virus, Zeit-, Resourcen- und Wissensknappheit bei der ggf. möglichen Herstellung eines Gegenmittel aus Blutplasma, etc. vorstellen, die deinen Vorschlag gänzlich zur Nichte machen würden oder immerhin dazu führen würden, dass ein Großteil der Menschheit sterben würde.
Ganz davon abgesehen, dass in der Realität auf ethische Einwände deiner Art, mal drastisch ausgedrückt, geschissen würde, kann ich diesen radikalen Deontoligismus nicht nachvollziehen. In dem Beispiel würde nur ein Tier „geschaffen“, dass früher einmal existierte, und mit ihm würde nicht anders verfahren als mit Kühen und Schweinen. Gleichzeitig wäre das Produkt, dass man von diesem Tier gewinnen würde, nicht zur Befrieidigung eines Luxusbedürfnis wie Fleischgenuß gedacht, sondern ganz simpel zum Überleben der Menschheit.
(Denn: Würden am Ende z.B. nur 2% überleben, wäre ein Zusammenbruch der kompletten Infrastruktur zu erwarten, der technische Wissensverlust zur Herstellung selbst simpelster Werkzeuge/Hilfsmittel/Medizin etc. wäre verloren und die verstreuten Überlebenden würden es wohl kaum noch schaffen weitere Generationen einer überlebensfähigen Menschenpopulation hervorzubringen.)
Bzw. abgesehen von einem Überleben der Menschheit, was nicht die Wertschätzung aller Teilen muss, würde durch dieses Mittel den erkrankten und zum Tode verurteilten Menschen ein Weiterleben und eine Vermeidung von Leid ermöglicht.
4. Zu guter Letzt noch zum „Mißbrauch der Technologie“: Wer legt fest, was ein Mißbrauch ist und was nur ein Gebrauch? Solange ich hierfür keinen nachvollziehbaren, im Idealfall allgemein akzeptierten Maßstab sehe, nachdem beides unterschieden wird, ist das auch kein Argument, sondern nur eine wertende Feststellung, die auf deinen Wertvorstellungen basiert, die nicht deckungsgleich mit meinen sind.
Ich fürchte, da bin ich anderer Meinung. Der Film ist zwar gute Unterhaltung, aber er moralisiert auch. Ist halt Hollwood.
Mal wieder ein guter Artikel von dir.
Es wäre tatsächlich äußerst interessant, was passieren würde, wenn man Dinosaurier auf die Menschheit loslassen würde. Wie weit sie kommen würden. Ob die Pflanzenfresser überleben und ihre Population explodieren würde, weil sie die Menschheit nicht direkt bedrohen und ihre natürlich Feinde aufgrund ihrer Bedrohung für die Menschheit weg wären?
Die Überlebenswahrscheinlichkeit großer (geklonter) Saurier auf der heutigen Erde dürfte äußerst gering sein. Warum? Es gibt Menschen! In anbetracht der Tatsache, daß etliche Tierarten vor dem Aussterben stehen, bzw. mit hohem Aufwand geschützt werden müssen, wäre einfach kein Platz für Saurier da. Anders gesagt, welches Land wäre bereit, bzw. welchem wäre es überhaupt mgl. die Landmengen inkl. Vegetation für eine sich selbst erhaltende Herde Brontosaurier u.ä. zur Verfügung zu stellen?
Eher unwahrscheinlich, Pflanzenfresser stellen eine ähnliche hohe Bedrohung für die Menschheit dar wie die Carnivoren unter den Sauriern also…Pech gehabt Littlefoot^^
Die meisten Hollywood-Produktionen sind nun mal Morality-Tales, und damit auch direkt oder indirekt der Ausdruck eines moralistisch-religiôsen Mainstreams, was will man machen? Gesellschaftskomödien (vornehmlich angesiedelt in der gehobenen Mittelschicht: die Ehe siegt und damit auch die Family-Values), Science-Fiction-Epen wie Star Wars (möge die Macht mit Dir sein!), Actionfilme (da mag auch schon mal ein Knacki konvertiert werden und zu den echten Werten zurückfinden, während er die wirklich bösen Buben fertigmacht), und so weiter und so fort.
Also das ist offensichtlicher Unfug. Herkömmliche Züchtung ohne technischen Eingriff ins Erbgut hat Dinge erschaffen, wie Schäferhunde, deren Hüftgelenke auseinanderfallen, Oder um bei Hunden zu bleiben, Kampfhunde mit ihren auf agressives Verhalten optimierten Charakteristika haben Schäden, oder richten Schäden an. Genauso, wie gewöhnliche Hobbyzucht an Kürbisgewächsen immer wieder mal zu Vergiftungen führt. Mit Gentechnik (um zu prüfen, ob die Erbfaktoren für Giftigkeit drin sind) würde das nicht passieren. Es ließen sich sicher noch weitere Beispiele finden, in denen gentechnikfreie Zucht schaden anrichtet.
Also als Schiege wird üblicherweise ein Mischwesen aus Schaf und Ziege bezeichnet. Es gibt allerdings 2 Sorten Schiegen. Die künstlich hergestellten, bei denen man einen Schaf- und einen Ziegenembrio zum verschmelzen bringt. Das entstehende Tier hat hinterher Schafzellen und Ziegenzellen im selben Körper.
Die nicht so künstlichen, bei denen die Arten (bzw. in dem Fall auch Gattungen) sogar genetisch gemischt werden. Wenn man einem Schafbock in eine Herde weiblicher Ziegen lässt (oder einen Ziegenbock zu weiblichen Schafen), dann brauch tman ausser dem Transport keine weitere Technik. Die Tiere wissen schon wie das geht. Und die Begattungsversuche sind durchaus erfolgreich. Allerdings enden sie meistens (aber eben nicht immer) mit einem Spontanabort. In den seltenen Fällen kommend ann Schaf-Ziegen-Hybriden zur Welt. Und damit hat man mit den Mitteln der „natürlichen Züchtung ohne direkten Eingriff (also via Technik) in das Gengut“ zwei Arten (bzw. in dem Fall sogar Gattungen) gekreuzt. Was ist jetzt der Unterschied zwischen der ersten und der zweiten Sorte von Schiegen? die zweite Sorte ist steril. Die erste Sorte muss steril sein nicht. Aber warum wenige Tiere fortplanzungsfähig wie bei der künstlichen Sorte schlechter sein sollen, als alle Exemplare steril, wie bei denen, die die Schafe und Ziegen selber ohne Hilfe produzieren können, das verstehe ich nicht. Im Übrigen muss man für keine der beiden Sorten klonen um sie zu kriegen.
Also diese These hat in ihrer Bizarrheit schon etwas schönes. Was die These so bizarr macht ist, Leute als Experten heran zu ziehen, die nicht den Hauch einer Ahnung von dem hatten, was technisch geht und dem was technisch, oder prinzipiell nicht machbar ist, das ist reichlich abenteuerlich. Wir verweisen ja auch nicht auf die alten Römer, wenn es darum geht gute Computerprogramme zu schreiben, einfach weil die keine Ahnung von der zugrundeliegenden Technik hatten. Noch ulkiger ist allerdings die Begründung, warum die die Experten sein sollen, nämlich weil sie immer davor gewarnt haben. Das ist ein sehr merkwürdiger Gedanke. Es gab früher auch Leute, die haben immer vor Frauenwahlrecht gewarnt, oder vor Fahrzeugen mit Geschwindigkeiten von 20 km/h oder noch mehr. Nach dieser ulkigen Logik wären diese Leute Experten für diese Fragen,w eil sie immer davor gewarnt haben, aber beide Ideen haben sich durchaus bewährt.
Auch mit gewöhnlicher Züchtung sind die Auswirkungen auf Ökosysteme erheblich. Wenn man z. B. an Zuchtlachse denkt, die sich mit Wildexemplaren kreuzen und durch ihre schlechte Überlebensfähigkeit im Freiland die Wildpopulationen, in die sie sich einkreuzen zum zusammenbrechen bringen können.
Ähnliches gilt für den Wildapfel, der mehr und mehr durch gezüchtete Exemplare verdrängt wird (derzeit kurz vorm Aussterben).
Aber dass die nicht so wirklich vermehrungsfähig sind stimmt in diesem Beispiel, auch in einigen anderen, aber eben nicht immer. Alles, was aus der Gattung Xiphophorus stammt beispielsweise kann man hin und her hybridisieren, ohne dass die Nachkommen davon steril sind. Im allgemeinen sind die fruchtbar. Und dazu brauchts keine Gentechnik, das können die Tiere ganz allein.
Also die These wird hoffentlich nicht mehrheitsfähig die Resultate wären ausgesprochen unangenehm, oder zumindest ziemlich sinnentleert. Dazu müssen wir 2 Fälle entscheiden:
1. es wird lokal Mehrheitsmeinung sprich, es würde hierzulande jede Gentechnologie verboten (was soll eigentlich Gentechnologie sein, beid er keine Technologie im Spiel ist?). Das war hierzulande schonmal der Fall. Das hatte nur zur Folge, dass die Anlagen, in denen Leute menschliche Gene in Bakterien einschleusen, weil die Bakterien dann interessante Dinge tun, nicht hierzulande, sondern woanders stehen (damals waren vor allem Dänemark und Frankreich relevant) und die Produkte dieses Tuns dann importiert werden. Weil man damit keinerlei Technologienutzung verhindert und man die Resultate importiert statt produziert hat man diese Haltung aufgegeben, weil sie eben total sinnlos ist.
2. es wird global Mehrheitsmeinung, sprich überall wird jede Gentechnologie verboten. Dann werden die Resultate ausgesprochen scheußlich. Weil mit der von mir Beschriebenen Methode mit den Bakterien und den Menschlichen Genen stellt amn unter anderem Insulin her. Die alternative Produktionsmethode ist das Insulin aus den Bauchspeicheldrüsen von Tieren zu gewinnen, aber es gibt weltweit nicht genug Schlachtvieh um nur die Diabetiker der EU zu versorgen (es gibt in Deutschalnd etwa 5 Millionen Diabetiker) und außerdem verursacht tierisches Insulin imunologische Probleme und wirkt nicht so gut. Würde also jede Gentechnologie verboten werden, dann würde das bedeuten, man müsste die diabetiker in 2 Gruppen teilen: die die tierisches Insulin bekommen und dadurch mit verringerter Lebensqualität und geringerer Lebenserwartung leben können (ausser sie haben Pech, was imunologische Probleme betrifft daran kann man auch mal schnell sterben) und die Gruppe, die man einfach verrecken lässt. Die zweite Gruppe wäre wohl die Größere. Und ich bin ziemlich sicher, dass viele Diabetiker, da schließe ich mich ausdrücklich mit ein, vor die Aussicht gestellt, dass sie einfach so auf eine ziemlich schmerzhafte Weise sterben sollen, weil man Gentechnologie verboten hat udn sie nicht reich genug sind um an den minderwertigen Ersatz zu kommen, durchaus bereit wären sich irgendwie zu bewaffnen und zu versuchen gewaltsam die Gentechnologische Produktion aufrecht zu erhalten. Und da man ja als Alternative sowieso stirbt würde das vermutlich ein Konflikt mit allen denkbaren Hässlichkeiten, die in Konflikten vorkommen. Und da es eine ziemliche Menge an Diabetikern gibt könnte es auch ein sehr langwieriger Konflikt werden. Das endet entweder damit, dass irgendwann jeder Diabetiker tot ist und man neu diagnostizierte einfach sterben lässt, oder damit, dass die Diabetiker irgendwo (sagen wir mal in einem der kleineren Produktionsländer) zumindest einen hinreichenden militärischen Teilerfolg erzielen um eine eigene Staatliche Ordnung zu etablieren. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass Staatliche Ordnungen, die von Minderheiten unter Zeitdruck etabliert wurden, denen man ans Leben wollte und die deswegen noch akut sauer sind, nicht dazu neigen friedliche und stabile Staaten zu ergeben. Das wären die scheußlichen Konsequenzen aus der Idee gegen jede Gentechnologie zu sein, sofern Technologie im Spiel ist.
Noch mal zur eigentlichen Frage und dem Titel des Posts:
„Sollten wir Dinosaurier erschaffen?“
Lieber nicht, wir haben schon genug Probleme.
Mit humoristischen Grüssen,
Peter
Unter Punkt 5 (Dinos brechen aus und fressen uns) hast Du meines Erachtens eine etwas unglückliche Formulierung gewählt
> Man kann durchaus die Wahrscheinlichkeit für Unfälle signifikant reduzieren. Sonst wären Sicherheitsgurte überflüssig.
Die erste Aussage ist eindeutig richtig, aber die zweite eher nicht, denn die Eintrittswahrscheinlichkeit von Unfällen ist unabhängig von der Benutzung eines Sicherheitsgurtes. Der Gurt minimiert nur die die Folgen eines Unfalles.
Sie schreiben:
“ Aber wir müssen die Natur nicht respektieren. Die Natur respektiert uns ebensowenig, siehe Krankheitserreger und Naturkatastrophen.“
Es ist zwar richtig, dass die Natur uns nicht respektiert, daraus den Schluss zu ziehen, dass auch wir die Natur nicht respektieren müssen, ist aber völlig verfehlt!
Die „Natur“ – wie immer Sie diesen Begriff definieren wollen – hat schließlich keinen Anlass, uns besonderen Respekt entgegen zu bringen. Die Erde hat auch ohne uns Menschen Milliarden Jahre lang wunderbar existiert.
Wir sind allerdings auf die Natur angewiesen: Wir brauchen Luft zum Atmen, saubers Wasser, Nahrung etc.
Schon aus reinem Selbsterhaltungstrieb – ohne irgendwelche moralischen Erwägungen bemühen zu müssen – sollten wir daher bei all unseren Handlungen die möglichen Konsequenzen berücksichtigen.
„Respekt“ ist aber das falsche Wort. Man hat Respekt vor Personen, nicht vor abstrakten Begriffen wie „Natur“.
Ich denke, man sollte sich hier nicht auf dieses eine Wort versteifen, sondern sich überlegen, wie diese Aussage insgesamt gemeint ist.
„Jurassic Park“ ist schließlich ein Buch bzw Film und keine wissenschaftliche Abhandlung, da sollte man nicht jeden Ausdruck auf die Goldwaage legen.
Also ich würde die Sache jedenfalls im oben genannten Sinn interpretieren.