Willensfreiheit 3: Das Marionettentheater

Ich, Persönlichkeit, Willensfreiheit – von der Aufklärung konstruierte Fantasiegebilde, die es „laut der modernen Hirnforschung“ gar nicht gibt. Dürfen wir den Mörder unserer Tochter überhaupt noch unsympathisch finden, wenn die Willensfreiheit nicht existiert?

Dürfen wir uns noch für eigene Fehler entschuldigen oder die Kinder für gute Noten loben? Können wir Entscheidungen bewusst treffen oder werden sie für uns getroffen?

Ich gehe in diesem Artikel den Fragen über die Willensfreiheit nach, die unser alltägliches Leben am meisten betreffen und räume mit falsch interpretierten Studien auf.

Und hier geht es zum finalen, dritten Teil der Reihe!

Hinweis: Michael Schmidt-Salomon wird auf diese Artikelreihe antworten.

Der dritte Teil könnte der beste Artikel sein, den ich jemals geschrieben habe. Man kann die einzelnen Teile unabhängig voneinander lesen (ich empfehle aber alle).

Veröffentlicht in: on 18. Dezember 2009 at 16:15  Kommentare (23)  

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23 Kommentare Einen Kommentar hinterlassen

  1. Mag sein, daß man nach Voltaire einen Großteil der Philosophie durch Gartenarbeit ersetzen könnte. Aber ich bezweifele, daß der Großteil der Philosophen für Gartenarbeit geeignet wäre…

    Filmtip dazu: „Being There“ (dt. Titel: „Willkommen, Mr. Chance“), mit Peter Sellers als Gärtner

  2. Meine Vorfreude auf Teil 3 war nicht unbegründet. Sehr verständlich und nachvollziehbar. Die Reaktionen werde ich mit Interesse verfolgen.

  3. „Sollten wir unseren Sohnemann für gute Noten loben? Ja, weil ihn das anspornen wird, sich weiterhin zu bemühen. Sollten wir unsere Kinder lieben? Ja, weil wir uns dann besser fühlen und weil sie sich dann besser fühlen. Mehr Glück für alle.“
    –> Nunja… ich habe mit Loben, Stolz & Co ein wenig meine Probleme. Denn es führt wie MSS in seinem neuen Buch auch irgendo sinngemäß schreibt doch auch dazu, dass Menschen sich etwas auf Sachen einbilden für deren Erringen zu einem guten Teil die Umweltzustände (Geburtsort, Elternhaus, Erziehung, Förderung, etc.) entscheidend sind. Und aus dieser Einbildung folgt dann auch nicht selten, dass sie andere, die diese Leistung nicht erreicht haben, abwerten, obwohl diese Personen eben bestimmte, für die Leistung relevante Voraussetzungen nicht mitbrachten.

    Deshalb würde ich auf das Loben von Kindern, die noch nicht über ein entsprechendes Denkvermögen verfügen, um dies zu erkennen, nicht verzichten. Einfach weil diese Motivation auch ein Teil der Umweltzustände sein kann.
    Aber sobald man dies mal erkannt hat, halte ich Lob, Stolz & Co doch für… naja… reichlich absurd.

    • Genau das kritisiere ich ja. Ich finde, es sollte darauf ankommen, was wir mit unseren Handlungen erreichen wollen und können. Absurd ist Lob aus dieser Perspektive keineswegs. Dass irgendwelche Ursachen dazu führen, dass einer besser in Mathe ist und einer schlechter – das hat nichts damit zu tun.

      • lob ist (vermeidbare) manipulation. lob untergräbt die authentizität von kindern und macht erwachsene abhängig von bestätigung. die pathologische form wird narzisstische persönlichkeitsstörung genannt (F 60.8, ICD-10).

      • Ein Kind, das niemals gelobt wird, das wäre ja noch ärmer dran als Anton Reiser.

      • @spiritueller_Atheist:

        ja genau, die pathologische Form heißt narzisstische Persönlichkeitsstörung und sie ist wie so viele pathologische Störungen – vereinfacht ausgedrückt – letztlich nur eine extreme, außer Kontrolle geratene Form von Charaktereigenschaften, die auch geistig gesunde Menschen besitzen und zur Bewältigung ihres Alltags dringend brauchen (in diesem Fall beispielsweise ein gesundes Selbstbewusstsein und der Wunsch, von Mitmenschen als nützliches Mitglied der Gesellschaft akzeptiert zu werden).

        Abhängig von (positiver) Bestätigung wird ein Mensch somit auch wohl kaum durch seine Erziehung. Vielmehr ist diese Abhängigkeit in moderater Form ein essenzieller Teil der menschlichen Psyche und ein wichtiger Antrieb, überhaupt an sozialen Prozessen teilzunehmen.

  4. Anton who? Denkanstoß: Wertschätzung statt Lob / Belohnung. Befriedigung elementarer Bedürfnisse der Kinder (z.B. Gesehenwerden) statt Manipulation über Lob / Belohnung.

    http://www.junfermann.de/details.php/p_id/253864366

    Analog gibt’s für Erwachsene das Konzept „Gewaltfreier Kommunikation“ nach Marshall B. Rosenberg. Siehe auch Carl Rogers.

    • „Anton Reiser“, der erste psychologische Roman, eines der bedeutensten Werke der deutschen Literatur, geschrieben von Karl Philipp Moritz.

      • Na gut. Dann will ich mich – im begründeten Einzelfall – nicht zurückhalten, nämlich den Autor des Blogs feuerbringer.com zu loben.

        Er regt mich zur eigenen intellektuellen Auseinandersetzung an. Mir hatte am Buch von MMS einiges aufgestoßen. Da war vor allem der „Vergebungs-Scheiß“, den er auch noch mit Forschungsarbeiten einer christlichen Institution (John Templeton Foundation) begründete. Ich bin reflektiert genug, um mich zu fragen, ob ich diese Vergebungs-Doktrin nur deswegen ablehne, weil es christliche Ideologie ist. Oder ob ich sie ablehne, weil sie meiner persönlichen Natur widerspricht, sprich: Völlig unnatürlich (nur bei mir?) ist. Ich habe mich verbogen, und das mit der Vergebung mal ausprobiert. Was ist bei mir emotional passiert: Ich kam mir vor, wie ein arrogantes Arschloch. Analog Jesus Christus habe ich gesprochen: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Was ja auch stimmt, es gibt tatsächlich Menschen, die denken nicht. Immerhin das war mir so nicht bewusst. MMS drückt das viel, viel feiner aus, wenn er in Interviews sagt, dass manche Menschen nunmal so beschränkt wären, dass…

        Vergebung ist, nach meiner persönlichen Erfahrung, die Höchstform von Arroganz. Rache ist authentisch und völlig natürlich.

        Das, die Vergebungs-Doktrin, und zweitens das Pscho-Gebabble um die Willensfreiheit haben mich noch Wochen nach der Lektüre des MMS-Buches beschäftigt. Ich habe Aggressoren die Schuld abgesprochen, aber die Verantwortung zugeschrieben.

        In der Praxis, meiner, ist das alles Wortklauberrei – meine ich. Und den „Lebensberatuns-Scheiß“ mit Flow und Positiver Psychologie hätte er sich sparen sollen. Das ist billige Ratgeber-Literatur. Der MMS, den ich trotz alledem sehr schätze.

  5. „Und das letzte Wort bekommt Christopher Hitchens:
    ‘Natürlich haben wir einen freien Willen. Wir haben keine andere Wahl.’“

    Dieser Satz ist von Isaac B. Singer geklaut:
    „We must believe in free will, we have no choice.“

  6. [...] Willensfreiheit 3: Das Marionettentheater – und bittet darum, die Diskussion dazu wieder in seinem Blog zu [...]

  7. Auf S. 1 des hpd-Textes – unten im vorletzten Absatz – heißt es: Zwischen Bereitschaftspotenzial und bewusstem Willensakt lagen 350 Millisekunden, also wurde den Versuchspersonen die Bewegung erst bewusst, nachdem sie diese ausgeführt hatten.

    Diese Angabe entspricht nicht den Fakten, und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht. (Die angegebene Zeitdauer betrifft die Zeit zwischen Auftreten des BP und dem „Bewusstwerden“, wie es psychologisch unsinnig leider immer wieder heißt, praktisch also dem Verspüren oder Bemerken von „desire“ (Verlangen, Begehren, aber auch Wunsch) und „urge“ (Drang, Bedürfnis, Trieb), aber auch von „decision, and will“ (Entscheidung, auch Entschluss sowie Wille, Befehl, Anordnung), wie Libet 1993 psychologisch kunterbunt durcheinander schreibt; in seinem deutschen Buch „Mind Time“ heißt es 2005 einheitlicher, aber psychologisch immer noch nicht genau genug „Erschienen der bewussten Handlungsabsicht“.)

    Die psychologische Unsinnigkeit der Folgerung im zweiten Halbsatz, dass Vpn sich ihrer eigenen absichtlich ausgeführten Bewegung erst dann „bewusst“ geworden sein sollen, „nachdem sie diese ausgeführt hatten„, dürfte offenkundig sein. Sie kommt zustande, weil der „Impuls“ – wahrscheinlich der „schlussendliche“ Entschluss -, die für das Experiment verabredete Fingerbewegung auch tatsächlich auszuführen, mit deren dann realer Ausführung gleichgesetzt wurde. (NB: üblicherweise wird das BP nicht tautologisch „elektrisches“, sondern „motorisches Bereitschaftspotenzial„, kurz mBP genannt.)

    Bemerkenswert finde ich, dass sich auf S. 2 die Angabe „im Jahre 2008 wurde eine neue Studie veröffentlicht“ auf ein Experiment bezieht, über das hierzulande schon drei Jahre zuvor berichtet worden war. Der Hauptautor konnte es vor kurzem in G&G vorstellen…

    Ansonsten ist die Widerlegung der bisherigen Interpretation sämtlicher bisheriger Experimente vom Typ Libet m.W. seit 2005 noch in keinem einzigen der zahllosen deutschsprachigen Publikationsorgane oder in Funk und Fernsehen vermeldet worden, schon gar nicht dort, wo bislang selbst die windigsten Ergebnisse aus der Hirnforschung breit getreten wurden, wenn diese sich nur im Sinne der vermeintlichen Weltsensation vom „Hirngespinnst Willensfreiheit“ deuten ließen. Das ist allerdings auch gut zu versehen. Wer bringt schon gerne Meldungen, die den seit Jahre gepflegten tendenziösen Wissenschaftsjournalismus bloßstellt?

    • Jetzt müsste man nur den Link anklicken und würde erfahren:

      „International Journal of Psychophysiology 67 (2008) 151–157″

      Da steht „2008″. Schwarz auf weiß, in völliger Eindeutigkeit

      • Da steht ’2008′. Schwarz auf weiß, in völliger Eindeutigkeit

        In der Tat: das war und ist für jeden ganz deutlich zu lesen, der lesen kann; ich besitze die Arbeit sogar selbst seit einiger Zeit. Bloß sehe ich nicht, wo ich das irgendwo bestritten hätte! Noch habe ich eine auch nur vage Ahnung, warum ich das ggf. hätte tun sollen.

        Ich hatte vielmehr geschrieben, dass die Arbeit sich – wie oben leicht nachzulesen ist, ich aber gerne hier zitiere – „auf ein Experiment bezieht, über das hierzulande schon drei Jahre zuvor berichtet worden war.

        Wo also soll ein Dissens sein?!

        Auf Herrmanns Arbeit hatte ich bereits im Thread Die Frage nach der Willensfreiheit hingewiesen – sogar wiederholt!

        Ich wiederhole mich aber gerne noch einmal:

        die Erstpublikation findet sich auf den Seiten 120-134 des von Christoph Herrmann und anderen herausgegeben UTB-Band 2686 mit dem Titel „Bewusstsein“, erschienen 2005 im Fink-Verlag, Paderborn.

  8. „…Wir treffen Entscheidungen, die wir bewusst treffen, bewusst…“

    Dies ist falsch! Das Bewusstsein hat eben nicht die Macht Entscheidungen zu treffen, es hat lediglich „beratende Funktion“, die letzte Entscheidung wird immer in nicht-bewusstseinsfähigen, limbischen Hirnarealen getroffen.

    „…Dabei spielt das bewusste Abwägen eine beratende, aber nicht entscheidende Rolle. Am Ende gewinnt ein bestimmtes Motiv, und dies empfindet das Bewusstsein, als hätte es selbst entschieden (G. Roth)…“
    http://www.doc4pills.net/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=155&mode=thread&order=0&thold=0&POSTNUKESID=7009c51de37e08f9309598addd21bdd1

    „…Es gibt eine Tatsache, von Libet entdeckt, dass Handlungen schon von DEINEM GEHIRN determiniert wurden, bevor DU bewusst entscheidest, sie zu tun!…“

    Die Libet-Experimente sind nur für Libertarier spannend. Nur wenn man das Bewusstsein mit freiem Willen gleichsetzt, ist es wichtig, ob das Bewusste oder das Unbewusste das letzte Wort vor der Handlungsausführung hat. Da aber die unbewussten, wie die bewusstseinsfähigen Hirnareale, die gleiche neuronale Struktur besitzen und daher beide zu 100% durch die Naturgesetze determiniert sind, ist es für die Frage der Willensfreiheit unerheblich wer letztendlich entscheidet.

    Die meisten Kompatibilisten verwenden insgeheim drei Tricks, um ihre These zu retten:
    1) dem Bewusstsein wird die Fähigkeit zur Akausalität zugeschrieben
    2) der Vernunft wird das Potential zu „freiem Willen“ zugeschrieben
    3) die Handlungsfreiheit wird kurzerhand zur Willensfreiheit erklärt

    „…Wie kann unser Gehirn etwas entscheiden, von dem wir nichts wissen, wenn wir unser Gehirn sind?…“

    Man kann nur das wissen, was prinzipiell „bewusstseinsfähig“ ist. Die Höhe meines Blutzuckerspiegels ist beispielsweise nicht bewusstseinsfähig, von der Entscheidung „jetzt Insulin auszuschütten“ bekomme ich ebenfalls nichts mit, selbst dann nicht, wenn ich mein Gehirn sein sollte. In Wirklichkeit ist das Ich-Bewusstsein, welches man wahrnimmt und mit dem man sich identifiziert, nur ein kleiner Teil des Gehirns.

    „…Allerdings können wir uns jederzeit bewusst machen, dass wir unbewusst die Treppen hinaufgehen…“

    Hier wird wieder ein „bewusstes Ich“ suggeriert, welches jederzeit, frei und eigenmächtig entscheiden könnte, was es sich bewusst macht und was nicht. Gerade dieses Ich existiert eben nicht!

    „…Wir hätten uns in beinahe (!) identischen Situationen anders entscheiden können, als wir es taten, weil unsere Vernunft selbst eine Ursache ist, die eine alternative Wirkung auslösen kann!…“

    „…Beinahe (!) identisch…“ = nicht identisch = seltsame Formulierung. Die Vernunft ist auch nur ein Teil der Ursache-Wirkungskette, sie kann ebenso Alternativen auslösen wie Rückenschmerzen, Hass, Schweißfüße, Ekel, Sodbrennen oder „Schmetterlinge im Bauch“, mehr aber nicht!

    „…Wird unsere Vernunft nicht durch äußere oder innere Zwänge (Gewalt, Drogen, Nahrungsmangel, etc.) eingeschränkt, verfügen wir über einen freien Willen…“

    Hier wird der Ratio (=Vernunft) die Fähigkeit zu „freiem Willen“ zugesprochen, angeblich wird dieser manchmal durch Zwänge blockiert. Es wird nicht verstanden, dass die menschliche Vernunft auch ihre individuelle Entstehungsgeschichte (=Ursachen) hat, also keineswegs „frei“ ist.

    „…also einen Willen, der sich frei von störenden Fremdursachen formen kann…“

    Alle Ursachen in einem Gehirn kommen letztendlich aus fremder Quelle, MSS hat deutlich beschrieben, dass sich Subjekt und Objekt nicht so einfach trennen lassen, wie man das landläufig meint. Sog. Fremdursachen sind Ursachen, welche als fremd empfunden(!) werden, da sich das bewusste Ich nicht mit ihnen identifiziert. Folgt das Gehirn diesen Ursachen bei Entscheidungen, hat man kein Gefühl(!) der Freiheit, das ist alles.

    „…Die Frage nach der Willensfreiheit hat keine hohe Priorität für die Aufklärung. Fehler bei der Vermittlung einer mangelnden Willensfreiheit lösen unter Umständen Fatalismus und somit unsoziales Verhalten aus…“

    Wissenschaftliche Erkenntnisse lassen sich nicht unterdrücken oder verheimlichen, wie die Nukleartechnologie unheilvoll zeigt. Gerade weil das Thema „Wille“ so viele Unwägbarkeiten aufweist, sollte es Priorität genießen. Zu zeigen, wie man auch ohne Willensfreiheit eine gesellschaftliche Kultur der Verantwortung und Eigeninitiative erhalten kann, wäre die Chance dieser Artikelserie gewesen. Sie wurde leider nicht genutzt.

    • > „…Wir treffen Entscheidungen, die wir bewusst treffen, bewusst…“ Dies ist falsch!

      Eine Tautologie soll falsch sein, ich werd nicht mehr! Und dass die Libet-Interpretation nicht stimmt, habe ich bereits aufgezeigt.

      > „…Beinahe (!) identisch…“ = nicht identisch seltsame Formulierung.

      Stammt von Daniel Dennett.

      > Zu zeigen, wie man auch ohne Willensfreiheit eine gesellschaftliche Kultur der Verantwortung und Eigeninitiative erhalten kann, wäre die Chance dieser Artikelserie gewesen.

      Ich lasse mir doch von dir nicht sagen, was Ziel meiner Artikelreihe sein soll!

      Und „aus guten Gründen Vorsicht walten lassen“ ist nicht dasselbe wie „unterdrücken“.

      Überhaupt ist diese Antwort ganz schön daneben, weil du es offensichtlich darauf anlegst, nur deine Meinung darzustellen, ohne überhaupt meine Position verstehen zu wollen. Ich habe auf deine Einwände bereits in der Reihe geantwortet.

    • „Die meisten Kompatibilisten verwenden insgeheim drei Tricks, um ihre These zu retten:
      1) dem Bewusstsein wird die Fähigkeit zur Akausalität zugeschrieben (…)“

      Nein, falsch, das tun eben nur die Dümmeren unter den Kompatibilisten. Clevere Kompatibilisten benutzen eine Definition von „freiem Willen“, für die Kausalität nicht nur kein Hindernis darstellt, sondern die Kausalität voraussetzt!

      Wie sowas geht, steht (u. a.) in dem von dir offenbar so wenig geschätzten Artikel…

      • So ist es! Wie sie das üblicherweise machen steht unter Punkt 3:

        „…Die meisten Kompatibilisten verwenden insgeheim drei Tricks, um ihre These zu retten: (..)
        3) die Handlungsfreiheit wird kurzerhand zur Willensfreiheit erklärt…“

  9. Ich bin kein Hirnforscher, habe mir bezüglich dem Thema aber auch schon oft den Kopf zerbrochen.
    Geht man davon aus, dass die Welt mit allem, was der Mensch kennt und vor allem dem, was er nicht kennt, vollständig dem Determinismus unterliegt, kann man sicher sein, dass ein freier Wille nur Illusion ist.
    Mir stellt sich allerdings oft die Frage, ob etwas rein materielles wie das Gehirn ein Bewusstsein erzeugen kann. Ist es nicht möglich, dass das Bewusstsein (man kann es auch als „Seele“ bezeichnen, was mir als Agnostiker und dir als Atheist sicherlich nicht zusagt) in einer Art anderen nicht deterministischen „Dimension“ außerhalb von Raum und Zeit liegt und nur an das Gehirn angeheftet ist? Ist das Bewusstsein (und damit verbunden der freie Wille) vielleicht das, was dem Gehirn mitteilt, bestimmte >bewusste< Gedanken/Handlungen/etc auszuführen?

  10. Danke dafür. Das musste alles mal wieder gesagt werden. Aber: Sollte es im fünftletzten Absatz auf Seite zwei nicht „Inkompatibilisten“ statt „Indeterministen“ heißen?


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