So das lautet Titelthema der brandneuen Ausgabe von bild der wissenschaft (01/2010). Und die drei Artikel zum Thema sind exorbitant. Ihr werdet die wichtigsten Studien wiederentdecken, über die ich hier und beim hpd schon berichtet habe – wobei die nur ein Teil des aufschlussreichen (und für Adaptionisten wie meinen Erznemesis Dr. Blume vernichtenden) Angebots sind. Sogar mein bescheidener Blog wird in diesem Wissenschaftsmagazin zum Thema empfohlen. Ihr findet ihn unter der Kategorie “Blogs, die so schlecht sind, dass Ihr Kopf anschwillt und nach Himbeere schmeckt, wenn Sie sie lesen”. Na gut, eigentlich heißt die Kategorie anders. Und auf S. 68 ist ein kleines Interview mit mir.
In diesem Interview enthülle ich Dinge, die noch nie zuvor enthüllt worden sind. Darunter die korrekte Schreibweise des Wortes “Faible” und meine geheimen Pläne zur Erringung der Weltherrschaft!
Oh, Mist! Ich wünschte, ich könnte das rückgängig machen. Niemand außer mir darf wissen, wie man “Faible” schreibt!
Und aus der Weltherrschaft wird wohl auch nichts. Nun aber zu den Hauptaussagen der Artikel über Religion:
1. Religiosität ist wahrscheinlich ein Nebenprodukt, keine Adaption. Es gibt also kein “Gottes-Gen”.
2. Religiosität hat nichts zu tun mit der höheren Kinderzahl von Anhängern bestimmter Religionen.
3. Es gibt kein Gott-Modul im Kopf, vielmehr ist Religiosität ein mögliches Resultat ganz normaler Hirnfunktionen.
4. Religion hat mit Vernunft nichts zu tun, eher im Gegenteil.
5. Wahnsinn und starke Religiosität haben viel gemeinsam.
6. Die Religiosität einer Gesellschaft hängt stark mit hoher Einkommensungerechtigkeit zusammen. Wahrscheinlich verstärkt Religiosität die Ungerechtigkeit und diese verstärkt wiederum die Religiosität.
7. Auf individueller Ebene führt eine höhere persönliche Unsicherheit und Autoritätsgläubigkeit zu mehr Glauben.
Essenziell steht in diesen Artikeln unter anderem genau das drin, was ich euch hier schon lange erzähle, ausführlicher in meiner religionswissenschaftlichen Artikelreihe. Jetzt wird man die Ergebnisse der neuesten Forschung endlich ernst nehmen müssen. Und die Rache wird mein sein!
Im Prinzip muss ich nur noch herausfinden, wofür ich mich rächen will.
Die in der Einleitung genannte Kategorie heißt: “Mehr zum Thema: Internet: Tagesaktuelle News und Diskussionen zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen über Religion und Glaube sowie gesellschaftliche und philosophische Aspekte” (S. 69). So viele Worte werden gemacht, nur um meinen Blog (und ein paar andere, unwichtige, wie die Website von Richard Dawkins) zu empfehlen!
Das Interview könnt ihr selbst lesen, das bleibt Top Secret für alle Nicht-bdw-Käufer. Wie meine Blogleser wahrscheinlich ahnen, habe ich es hinbekommen, selbst in diesem kurzen Gespräch noch Werbung für mein Buch unterzubringen. Auch auf die Gefahr hin, dass mich meine Stammleser dafür verkloppen werden, aber hier noch einmal der Link zur offiziellen Website (hey, ich möchte unbedingt einen zweiten Teil schreiben):
Rezensionen gibt es u.a. in Amazonien. Man kann es überall online bestellen und Bibliotheken wären bestimmt begeistert, es in ihr Sortiment aufzunehmen. Wenn ihr schon dabei seid, könnt ihr auch das Buch von Rüdiger Vaas, dem Autoren der bdw-Titelgeschichte, kaufen. Aber nur, wenn ihr es ertragen könnt, dass Dr. Blume der Co-Autor ist: Gott, Gene und Gehirn.
Ich hatte beim Lesen den Eindruck, als ob eine dämonische Stimme zu mir sprechen und versuchen würde, mich für die dunkle Seite der Macht zu gewinnen. Überall erblickte ich die Schreibe des (überraschenderweise evangelischen) Antichristen, des Religionswissenschaftlers Dr. Blume! Aber wenn ihr im Gegensatz zu mir nicht total spinnt und euch für religionswissenschaftliche Erkenntnisse interessiert, ist das euer Ding (aber erst die bdw lesen, nicht dass ihr die Studien darin falsch interpretiert).
Und hier ein Link zur letzten Auseinandersetzung zwischen mir und Monsignore Blumé, für alle, die nicht wissen, worum es geht, und mich daher für noch verrückter halten als andernfalls.









skydaddy
15. Dezember 2009 at 17:12
Klasse!
Bebu
15. Dezember 2009 at 17:22
Ich frag mal ganz dumm:
Was kostet die Zeitschrift?
derautor
15. Dezember 2009 at 18:45
7,30 Euro. Ich habe die Nöte des Prekariats nun hoffentlich ausreichend adressiert.
Bebu
15. Dezember 2009 at 19:44
Das ist aber ganz schön viel für drei Artikel…
Da muss ich erstmal einen Blick in die Zeitschrift werfen, um zu entscheiden, ob es sich wirklich lohnt.
derautor
15. Dezember 2009 at 19:59
Kannst du auch in der Bibliothek lesen. Immer diese Schotten überall.
blub
15. Dezember 2009 at 21:58
Wieso?
Das ist doch was für die hauseigene Bibliothek!
blub
15. Dezember 2009 at 18:31
Gibts die Grad im Zeitschriftenladen?
blub
15. Dezember 2009 at 18:34
Auf der Seite stehts ja: “Jetzt am Kiosk”.
Ist gekauft
waelti
15. Dezember 2009 at 21:25
Pampers in meiner Grösse gibts vermutlich nicht. Obwohl ich die hier beim Lesen ab und an benötige. Nebenher (neben dem Lesen!) schon nachgedacht, über was ich heute Nacht schreiben könnte.
Bis dann kurz vorm Ende: “Aber wenn ihr im Gegensatz zu mir nicht total spinnt…”
Das muss ich jetzt erst mal verdauen, hat mich doch nachdenklich gemacht…
Aber – Danke für den tollen Artikel!
H. Lektor
18. Dezember 2009 at 14:33
ist das auch so ne schöne zeitung mit vielen bunten BILDern? (sorry, aber ich kann mich nicht gegen ein gewissen Mißtrauen erwehren gegen alles mit “bild” im Titel, das kein Bilderbuch ist).
davon abgesehen:
“4. Religion hat mit Vernunft nichts zu tun, eher im Gegenteil.”
also hat Vernunft mit Religion zu tun?
(oder andere Lesart: Wie kann etwas “im Gegenteil” mit etwas zu tun haben?)
“5. Wahnsinn und starke Religiosität haben viel gemeinsam.”
gem. 4. hat starke Vernunft mit starker Religiosität zu tun und also haben starke Vernunft und Wahnsinn viel gemeinsam.
Jetzt nich nur, um Dich zu ärgern, mir gehts da meihr um ein gesamtlogishes Dilemma: Die Pferdwerdung Nietzsches durch seinen Tod:
1. Alle Pferde sind sterblich.
2. Nietzsche ist gestorben.
also:
3. Nietzsche ist ein Pferd.
(Warum gilt dieser Syllogismus so wenig wie der zuerst angeführte, hingegen aber der Schluß auf die Sterblichkeit des Sokrates aus seiner Menschheit?)
(Hatte schon immer ein Faible für Pseudo-Spämming)
kallisti!
Nanomyte
20. Dezember 2009 at 04:49
Was war denn das für ein unverständliches Gestammel?
“„4. Religion hat mit Vernunft nichts zu tun, eher im Gegenteil.“
also hat Vernunft mit Religion zu tun?
(oder andere Lesart: Wie kann etwas „im Gegenteil“ mit etwas zu tun haben?)”
Sie scheinen der deutschen Sprache nicht mächtig zu sein, sonst wüssten sie, dass wenn man schreibt:
“Religion hat mit Vernunft nichts zu tun, eher im Gegenteil – sie hat sehr viel mit der Unvernunft (dem Gegenteil der Vernunft) zu tun.”
hier gemeint war.
Textverständnis = Null, ihrerseits?
Bert
18. Dezember 2009 at 16:13
@Autor
Du hättest nie, nie die korr. Schreibweise des Wortes “Faible” veröffentlichen dürfen, das hast Du jetzt davon!
derautor
18. Dezember 2009 at 16:28
Du hast ja so recht!