Es gibt eine Zeit im Leben eines jungen Mannes, in der er sich die miesesten Billigfilme reinzieht, nur weil sie verboten sind oder allerlei Tabus brechen. Das habe ich als Über-Nerd natürlich auch gemacht und komme zu dem Ergebnis: Lasst es bleiben. Denn ich kann euch die Arbeit abnehmen und die besten Filme empfehlen, die der Independent-Underground zu bieten hat. Und euch somit die zahlreichen, schlechten Produktionen ersparen. Dieser Beitrag ist offiziell ab 18 Jahren.
Vorweg: Mögen die werten Mitglieder der BPJM, ohne die ich mir niemals unzählige Schrottfilme angesehen hätte, nur weil sie verboten sind, in eine Höllendimension teleportiert und dort von Dämonen als Sexsklaven missbraucht werden, bis sie dem Satan abschwören. Nur so als kleine Anmerkung.
Die Reihenfolge der Filme ist rein zufällig, ich kann sie alle empfehlen. Offiziell am besten ist Armee der Finsternis, inzwischen leider gar nicht mehr so underground.
1. Der blutige Pfad Gottes
Der Nerd-Tipp schlechtin. Inzwischen ist übrigens ein zweiter Teil abgedreht, aber noch nicht erhältlich. Es handelt sich um einen Action-Thriller rund um zwei irische Brüder, die im Auftrag Gottes Mafiosi töten. Wie bei praktisch allen Rachefilmen – ist es kein Rachefilm, sondern ein Selbstverteidigungs- und Bestrafungsfilm. Es wird fiktiv eine Situation geschaffen, in der die rechtsstaatliche Justiz nicht mehr funktioniert. Mafiosi kommen mit Tricks und Beziehungen immer wieder ungeschoren davon und der letzte Ausweg sind Bürger, die zur Selbstjustiz greifen. Die Gottes-Sache ist nur ein Aufhänger, die Brüder begründen ihre Taten am Ende auch säkular.
Der Film hat eine hohe Dichte an originellen Regieeinfällen, grandios inszenierter Action und unzähligen Variationen des Schimpfwortes “Fuck”. Intelligent und witzig. Ein echter Must-Have.
2. Dellamorte Dellamore
Ein über alle Maßen genialer Film, den außer mir fast niemand kennt. Die Hauptrolle
spielt kein geringerer als Rupert Everett, der seine Stimme “Prinz Charming” aus den Shrek-Animationsfilmen lieh und der auch in zwei Verfilmungen der Komödien von Oscar Wilde die Hauptrolle spielte. Dellamore ist ein satirisch-philosophischer Splatterfilm (ja, so etwas existiert tatsächlich). Es geht um den Friedhofsgärtner Francesco Dellamorte, der mit einem Problem konfrontiert ist: Die Toten wachen sieben Nächte nach ihrer Beerdigung wieder auf und Francesco muss sie noch einmal töten. Einige der besten Sprüche und romantischsten Kulissen der ganzen Filmgeschichte verbergen sich in diesem unscheinbaren italienischen Independent-Streifen.
Zum Beispiel: “Ich würde mein Leben geben, um tot zu sein”, “An einem bestimmten Punkt im Leben bemerkst du, dass du mehr tote Leute kennst als lebende”, “Nur, weil wir Neue haben, werfen wir nicht die Alten weg! Das sind Klassiker!” (über Telefonbücher), “Die lebenden Toten und die sterbenden Lebenden sind alle dasselbe. Aber tote Leute loszuwerden ist ein Dienst an der Gemeinschaft, während du Probleme bekommst, wenn du Leute tötest, die noch am Leben sind”, “Kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten, ich werde mich von jedem essen lassen, von dem ich mich essen lassen möchte!”, “Wenn du nicht willst, dass die Toten ins Leben zurückkehren, warum tötest du nicht einfach die Lebenden?”
Und so weiter. Auch dieser Film fand, wie übrigens zahlreiche Klassiker des Independent-Films, seinen Weg in meine Bücher: In Terry Rotter und der Stein des Anstoßes besorgt sich Terry Kugeln mit eingeritzten Kerben. Die stammen aus Dellamorte. Auch meine frühe Horrorparodie Die Nacht der gruftigen Toten wurde teils durch Dellamorte inspiriert.
3. Mike Mendez “Killers”
Ein Film, der die Gemüter spaltet, den die meisten Rezensenten aber für unglaublich schlecht halten. Die Story: Zwei junge Mörder entkommen aus dem Gefängnis und finden Unterschlupf bei einer amerikanischen Vorstadt-Familie. Sie haben (auf freiwilliger Basis) Sex mit der Mutter und der ältesten Tochter, bis sie der Vater in den Keller sperrt. Bei dem Keller handelt es sich um ein Verließ voller Kannibalen. Am Ende kämpfen die zwei Killer gegen die Familie, die sich als christliche Fanatiker outen. Eine eingeschleußte Polizistin schließt sich den Killern an. Alle Familienmitglieder bekommen vom Vater Waffen, sogar die kleine Tochter. Fast alle gehen drauf, auch die Kleine wird in einem Duell erschossen. Der Rest wird von Kannibalen gefressen.
Die meiste Zeit über passiert nicht einmal viel, stattdessen philosophiert einer der Killer in ellenlangen Monologen über die amerikanische Konsumgesellschaft. Das ist der irrste, unzusammenhängenste Wahnsinn, der mir je untergekommen ist. Aus den Ausführungen der Macher geht hervor, dass sie das Drehbuch praktisch während des Drehs geschrieben haben und meist nicht wussten, was sie taten. Ganz zufällig ist dabei etwas entstanden, das m.E. durchaus einen Funken Genialität hat. In diesem Film kommt außerdem eine Parodie vor, welche die US-Werbefilme für Militärspielzeug auf die Schippe nimmt. Später haben die South-Park-Macher diese Tradition aufgegriffen und sehr ähnliche Parodien abgedreht.
4. In China essen sie Hunde
Ein Film, der aus relativistischer Perspektive sämtliche Moral negiert. So ähnlich wie die anderen Filme des dänischen
Regisseurs Lasse Spang Olsen und des Drehbuchautors Anders Thomas Jensen. Diese extrem zynische Haltung gefällt mir nicht, aber man kann dem Film eine gewisse Originalität und eine interessante Art von Humor nicht absprechen. Die Action-Szenen sind auch sehr nett. Und natürlich die Sprüche, zum Beispiel: “Ich habe das Geld an Brot für die Welt gespendet”, Antwort seiner Freundin: “Bist du verrückt? Ich wollte mir eine neue Hose davon kaufen”, oder, als Rechtfertigung für die Ermordung einer Metal-Band: “Es gibt sowieso viel zu viele davon”. Der Film steckt voller rassistischer Witze. Zugegeben fand ich die trotzdem witzig. Allerdings sollte sich wohl niemand diesen Film ansehen, dessen Ethik irgendwie labil ist. Sonst kommt er noch auf die Idee, dass es egal ist, was man tut. Purer Nihilismus, das Ding.
Vom selben Drehbuchautor stammt Dänische Delikatessen, der schlichtweg unmoralischste Film, den ich kenne. Ein Schlachtereibesitzer verarbeitet zahlreiche Menschen zu Fleischdelikatessen, die sehr erfolgreich sind. Das an sich ist noch nicht das Problem. Das Problem ist, dass er gegen Ende nur wegen seiner Freundin damit aufhört und die unzähligen Morde einfach vergessen werden, ohne dass irgendwer dafür bestraft würde, was als durchaus akzeptabel dargestellt wird. Hoffentlich orientiert sich niemand an diesen Filmen.
5. Kaena
Einer meiner ersten Artikel für den Humanistischen Pressedienst (hpd) war eine Rezension von Kaena: Die Prophezeiung. Es handelt sich um einen antireligiösen Animationsfilm aus Frankreich, mit einem Moses-ähnlichen Charakter in der Rolle des Superschurken. Eine extrem komplexe Story und für die damalige Zeit herausragende Computeranimationen verbinden sich zu einem radikalaufklärerischen Machwerk nach meinem Geschmack. Übrigens gibt es eine ganze Reihe an antireligiösen Filmen aus Frankreich, zum Beispiel auch die empfehlenswerte Videospiel-Verfilmung Silent Hill.
6. Hot Fuzz
Dieser Film ist schon eine gute Stufe bekannter, aber noch nicht ganz Mainstream. Eine brilliante Satire, die
ihresgleichen sucht, von den Machern von Shawn of the Dead (auch sehr gut). Ein Elitepolizist aus London wird in die englische Provinz versetzt, weil er seine Kollegen schlecht aussehen lässt. Dort deckt er eine Verschwörung auf: Die engagiertesten Bürger ermorden jeden, der aus der Reihe fällt, nur um den Preis für die beste Stadt zu erhalten. Urkomisch, genial und mit toller Action. Und religionskritisch, die Verschwörer sind nämlich christliche Sektierer (was der Film nicht ganz so deutlich ausspricht, weil er zu mainstreamig dafür ist, aber ich erinnere an die Dialoge zwischen Nicholas Angel und dem Gemeindepfarrer!). Tolle Sprüche gibt es wieder zuhauf, zum Beispiel: “Ich bin vielleicht kein Mann Gottes, Reverend, aber ich weiß, was gut ist und was falsch ist und ich habe den Anstand, sie zu unterscheiden.”
Die Aufführung von Romeo und Julia im Gemeindetheater ist das Schrecklichste, was ich jemals gesehen habe. Mit Ausnahme einer Commedia dell’arte in Berlin, zu der mich der Chefredakteur des hpd geschleppt hat. Mögen ewige Höllenqualen über diese Commedia kommen.
7. Armee der Finsternis
Inzwischen ist Army of Darkness mit Bruce Campbell kein Underground-Streifen mehr, weil er zu oft auf RTL2 lief. Ich bin durch mein Interesse für Splatterfilme schon Jahre vorher darauf gestoßen, weil es nämlich der dritte Teil der Evil Dead (Tanz der Teufel) Filme ist. Der erste Teil zeichnete sich vor allem dadurch aus, in Deutschland von der Jugendzensurbehörde BPJM indiziert worden zu sein. Aber der war sowieso nicht gut (wenn auch sehr einflussreich auf das Horrorgenre). Überhaupt kann ich die BPJM nicht ausstehen, weil sie diese ganzen miesen Filme indiziert, die ich mir alleine deshalb ansehen musste, weil sie indiziert waren. Andernfalls hätte ich mir diesen Mist niemals reingezogen.
In Armee der Finsternis reist der Supermarktangestellte Ash unfreiwillig zurück ins Mittelalter. Dort soll er zuerst von einem Dämonen getötet werden, besiegt diesen jedoch mit seiner Kettensäge, die an seinem Arm montiert ist. Bald wird er zur Erlöserfigur für die Bewohner von König Arthurs Schloss. Nach dem ebenfalls sehr witzigen Evil Dead 2 hat mich der dritte Teil zum totalen Bruce-Campbell-Fan gemacht. Das Problem mit Campbell besteht darin, dass der überwiegende Teil seiner Filme objektiv betrachtet ein totaler Obermüll ist, also musste ich meine Wahrnehmung auf quasi-religiöse Weise verändern, um sie trotzdem toll finden zu können. Zuletzt habe ich das mit seinem neuesten Streifen, der Horrorparodie My Name is Bruce, in der er sich selbst veralbert, getan. Ein Kumpel von mir meinte, dass ich echt nicht mehr alle Tassen im Schrank hätte, diesen Film gut zu finden. Und wahrscheinlich stimmt das auch. Aber wenigstens ist Bruce Campbell der einzige Fall einer kultischen Verehrung meinerseits.
Genauso gut (ja, genauso gut!) wie Armee der Finsternis ist Campbells Serie “Jack of All Trades“. In diesem Fall spinne ich aber nicht, denn die hat es sogar bei IMDB auf 8,2 von 10 Sternen gebracht, was beinahe unmöglich ist. Es ist also wirklich eine urkomische, verdammt geniale Serie. Außerdem wird darin ein kleiner Napoleon rumgekickt.
Armee der Finsternis zitiere ich in meinem aktuellen Buch, Das Prometheus Trio: Die Invasion, in der Szene, als John, Clara und David vor den UFO-Kultisten flüchten, nachdem John scheinbar ihr Raumschiff mit einer Atombombe gesprengt hat. Die Szene ist zu eurem übergroßen Glück Bestandteil des kostenlosen Probekapitels, das es im Netz gibt. Darin sagt John mit Blick auf die Ufologen: „Wir können diese Barbaren schlagen, wir schlagen sie! Mit Wissenschaft“ Im Director’s Cut von Army of Darkness findet sich das Original, das sich hier auf Zombies bezieht: “We can take these Deadites, we can take ‘em! With science.”
Weitere Zitate will ich in möglichen Nachfolgern unterbringen (hängt von den Verkaufszahlen von Band 1 ab): “Don’t touch that please, your primitive intellect wouldn’t understand alloys and compositions and things with… molecular structures.” Außerdem: “Now I swear the next one of you primates even *touches* me…”, sowie “Ha ha. Manufactured parts. Ha…” und natürlich: “Alright you Primitive Screwheads, listen up!”
8. Equilibrium
Equilibrium ist der Film, der Christian Bale (aktueller Batman) bekannt machte. Es ist ein Actionthriller, der in einer dystopischen Gesellschaft spielt,
in der Gefühle mit einer Pille unterdrückt werden. Er hat eine deutlich antireligiöse (hat der Regisseur sogar zugegeben) und anti-ideologische Botschaft. Der Kampf am Ende, in dem der Hauptcharakter eigenhändig in einem atemberaubenden Feuergefecht (ohne Spezialeffekte gedreht!) um die 50 Soldaten killt, dürfte die coolste Actionszene der gesamten Filmgeschichte sein. Für den Shooter Max Payne 2 gab es eine sehr gelungene Equilibrium-Modification, die ich bis zum Erbrechen gespielt habe. Was ich hier weiterempfehlen möchte.
9. Buffy the Vampire Slayer
Momentan sind ja die scheußlichen Twilight-Filme überall im Gespräch. Offenbar gibt es keine jungen Mädchen, die sie nicht kennen. Vorher gab es die selbe Thematik – Vampir und Mädchen verlieben sich – bereits in Buffy zu sehen. Sogar zweimal hat sie sich in einen Vampir verliebt, erst in Angel, dann in Spike. Buffy zeichnet sich durch den selben überdrehten, selbstironischen Humor aus wie Armee der Finsternis. Gut, es ist eigentlich kein Underground, war es jedenfalls nicht. Aber jetzt, wo es niemand mehr ansieht, tue ich einfach so, als wäre es Underground. Und es sind Magie und Dämonen drin (als Materialist kann ich realistische Filme nicht ausstehen, es gibt bereits zu viel Realität in der Realität). Buffy lebt wie meine Bücher (und die meines Lieblings-Schriftstellers Charles Dickens) von skurrilen, typenhaften Charakteren und ihren amüsanten Interaktionen.
Obendrein gibt es, jedenfalls in manchen Episoden, sehr originelle und gut gemachte Storylines und frische Ideen. Momentan ziehe ich mir die siebte Staffel rein und bin ein wenig enttäuscht. Aber wenigstens auf einem hohen Niveau. Die beste Staffel war m.E die zweite, wo Buffy in einer unvergesslichen Folge einen Oberdämon mit einem Raketenwerfer bezwingt. Sehr gut war aber auch eine Folge aus der siebten Staffel, in der Anja mit einem Wikinger zusammen lebt oder eine Episode aus der vierten Staffel, wo Buffy glaubt, ihre Zimmerpartnerin auf der Uni wäre ein Dämon. Das sind wohl die besten Episoden, plus die, die ich vergessen habe zu erwähnen.
Gut, Buffy ist in hohem Maße eine Serie, die sich vor allem junge Mädchen angesehen haben. Na und? Lacht mich nur aus. Höre ich sowieso nicht.
Schlusswort
Ich denke, das genügt erst einmal mit Empfehlungen aus dem Untergrund. Die besten Filme müsste ich erwähnt haben (an die Nerds: Kommt mir bloß nicht mit “Auslassungen” wie Peter Jackson’s Braindead an, der Film ist zum Kotzen ekelhaft und die Filme von Lucio Fulci sind zum Kotzen schlecht – ja, redet euch nur was anderes ein!). Zum Schluss noch eine Episode aus der originalen Star Trek-Serie, welche die Zensoren von der BPJM lange verboten hatten. Inzwischen darf man sie sich ansehen (danke, oh große Führer, die ihr wisst, was gut für uns ist!). Die gibt es auf YouTube. Kirk, Spock und co. werden konfrontiert mit einem Planeten voller Nazis (juhu!):
Und noch mehr Schleichwerbung: Mir fällt gerade auf, das bei Amazon eine neue Rezension übers Trio aufgetaucht ist. Der Autor ist mir unbekannt. Klingt auf jeden Fall sehr gut:
Es war schwierig für micht dieses Buch fertig zu lesen…ich konnte kaum zwei Sätze hintereinander lesen ohne laut auflachen zu müssen! Dieser Humor, der Sie überrall bei fast jedem Satz überrascht, ohne sich vorher mit dem Schild anzumelden “Hallo, aufpassen! jetzt werde ich Ihnen etwas komisches erzählen!” ist selten. Das wird vielleicht manche überraschen und als einen Übertriebenen Lob erscheinen: ich denke an Thomas Bernhard. Ja, für mich ist Andreas Müller kein schreibender Kabaretist: er ist ein junger aber troztdem ein echter Schriftsteller, ein sehr begabter Schriftsteller.
Meine Eitelkeit kennt keine Grenzen mehr. Äh, meine Bescheidenheit kennt keine Grenzen mehr.









Ja geil, Star Trek mit Nazis XD
Nur komisch, dass die Nazis Englisch reden. Und der Führer kommt mir bekannt vor. Ist das nicht auch Hannibal aus A-Team?
Bin ja ein Fan von Horrofilmen. Ich könnte dir da eine endlose Liste nennen. Mein Underground-Tipp ist Monster Man, eine Horrorkomödie.
Tolle Liste – 1,6,7 & 8 kenn ich und einen Teil der anderen werd ich mir auch ansehen.
Hast Du die DVD von 1 – da sind echt gute Out-takes dabei: wo sie mit ihrer besoffenen Mutter in Irland telefonieren, und eine längere Version mit der Kampflesbe vom Anfang.
Wenn Du Braindead schon nicht in Deine Liste aufnimmst so hast Du ihn wenigstens erwähnt damit ihn sich andere Leute etwas von ihm erfahren, ihn sich besorgen und sich ein eigenes Urteil bilden können – ich stimme Deinem Urteil zu: echt ekelhaft – schade das es den nicht auf DVD gibt.
Eine wahrhaft exquisite Liste, und darüber hinaus endlich ein Post, zu dem ich – nach langem stillschweigendem und wohlwollendem Mitlesen – als Filmhochschulklugscheißer ein paar relevante Haarspaltereien anbringen kann:
Der Film, der Christian Bales Starruhm begründete, war zwei Jahre vor “Equilibrium” die Romanverfilmung “American Psycho”. Auch ein durchaus sehenswerter Film, der aber weit hinter der meisterhaften Redundanz und Brutalität der Vorlage zurückbleibt.
Zudem könnte man eine Sequenz, in der “um die 50 Soldaten” gekillt werden, nur dann “ohne Spezialeffekte” drehen, wenn man bereit wäre, mindestens 50 Komparsen zu opfern. Richtig ist, dass auf gängige Hilfsmittel wie Drähte ebenso verzichtet wurde, wie auf digitale Effekte. All die späktakulären an Levitation grenzenden Sprünge sind also echte akrobatische Leistungen.
Subtilere digitale Manipulationen gibt es dennoch: Hier und da wurde das Mündungsfeuer aus Schusswaffen der Bösewichter in die Form des im Film auftauchenden “Tetragrammaton”-Symbols gebracht.
Im Übrigen schickt es sich – zumindest für ein Blog mit dem auf dieser Seite üblichen publizistischen Niveau – bei der Besprechung von Filmen die Namen der Regisseure zu nennen, wie man es mit Buchautoren ja auch tun würde.
Deine Affinität zu Buffy braucht dir übrigens nicht peinlich sein. Diese Serie wurde und wird in Feuilletons und Medienwissenschaften breit gewürdigt und diskutiert. Ein paar amerikanische Universitäten bieten Seminare in “Buffy Studies” an, und es kursiert sogar das Gerücht, “Buffy” sei die Serie, über die am meisten “Sekundär-”Literatur überhaupt existiere.
Soweit die Fakten. Geschmäcklerisch bleibt anzumerken, dass der erste “Evil Dead” Streifen u. a. gerade wegen seiner handwerklichen Schwächen eine faszinierende Sturm-und-Drang-Qualität besitzt, die ihn zum Besten Teil der – durchgängig respektablen – Filmreihe macht.
Darüber hinaus sei all jenen, welche die im Post genannten Werke zu schätzen wissen noch der belgische Film “Ex Drummer” (Belgien, 2007) von Koen Mortier wärmstens empfohlen.
Ich wusste, dass American Psycho früher kam, aber dass er Bale schon bekannt machte, und nicht erst Equilibrium, war mir nicht klar. Kommt vielleicht darauf an, was “bekannt” heißt.
Ich dachte, man unterscheidet “Effekte” und “Spezialeffekte”, womit ich mit “Spezialeffekte” dasselbe meine wie du mit “digitalen Effekten”?
Ja, und ich erkenne die filmhistorische Bedeutung von Evil Dead durchaus an, aber aus rein subjektiver Sicht gefällt mir der Film nicht (abgesehen von der originellen Baumvergewaltigungsszene).
Schön, dass du was schreibst.
Naja, würd mich wundern, wenn die meisten Equilibrium oder Hot Fuzz nicht kennen… Ein Stilbruch in deiner Liste ist aber definitv BUFFY
<< Ein über alle Maßen genialer Film, den außer mir fast niemand kennt. <<
Nicht doch – "Dellamorte Dellamore" war nicht nur der umjubelte Knaller beim Fantasy-Filmfest 1994, sondern darf sich auch im "Hölle auf Erden"-Lexikon über die höchste Bewertung freuen.
Ja, aber Indikatoren für den Mainstream-Geschmack sind das beides nun wirklich nicht…
Höchste interessanter Blog, schöne Filmliste, wird gleichmal gemerkt.
Achja, Boondock Saints 2 ist schon auf dem Weg:
http://www.fuenf-filmfreunde.de/2010/01/25/die-ersten-funf-minuten-von-boondock-saints-2-all-saints-day/
Also zumindest >Kaena< kenne ich nicht nur, sondern schau ich mir auch immer wieder an, hab die DVD von hier zu Hause.