Abschied von der Willensfreiheit?

Praktisch alle relevanten Studien aus der empirischen Psychologie kommen zu dem Ergebnis, dass sich Menschen, die nicht an die „Willensfreiheit“ glauben, antisozial und unproduktiv verhalten. Sollten wir also die Existenz des freien Willens nicht länger bestreiten, oder stimmt etwas nicht mit diesen Studien?

Außerdem hinterfrage ich den Zusammenhang zwischen der Willensfreiheit und dem Strafmaß, verschreibe ein Gegenmittel gegen den Fatalismus und zerlege philosophische Zombies. Endlich: Mein großes Meisterwerk nach Religion: Die neuesten Erkenntnisse ist beinahe fertig! Fehlt nur noch Teil 3.

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Veröffentlicht in: on 11. Dezember 2009 at 14:38  Kommentare (57)  

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57 Kommentare Einen Kommentar hinterlassen

  1. …jedenfalls gehörst Du zu den 10% (oder weniger) die verstanden haben worums bei der Willensfreiheit geht!

    …und Du hast völlig Recht, dass selbst viele Philosophen das nicht kapiert haben.

    „Michael Schmidt-Salomon widmet ein Kapitel seines Buches der Argumentation gegen den Fatalismus. Sein zentrales Argument lautet, dass wir keine Maschinen wären. Er ersetzt den Dualismus von Körper und Geist durch den Dualismus von Leben und Nicht-Leben (vgl. S. 174-177) und stellt fest:

    „Durch das Auftreten des Eigennutzprinzips hat sich auf diesem blauen Planeten alles geändert. Warum? Weil in einem System, in dem eigennützige Akteure zur Kreativität verurteilt sind, die Zukunft niemals en détail festgeschrieben ist, sondern von Sekunde zu Sekunde immer wieder neu geschaffen wird. Eben deshalb muss der Fatalismus scheitern. Ihm steht ein entscheidender Faktor entgegen: das Naturgesetz des Lebens“ (S. 177).

    Zunächst einmal existiert ein solches Naturgesetz nicht. Naturgesetze werden alternativ als „Physikalische Gesetze“ bezeichnet, aber Schmidt-Salomon behauptet ja gerade, dass sich dieses Eigennutz-Prinzip wohl nicht auf die Physik reduzieren lasse. Mit dem Fatalismus und der Willensfreiheit hat das alles mal wieder gar nichts zu tun. Auf S. 176 stellt er fest, die Kreativität sei prinzipiell unberechenbar. Aber inwiefern sollen wir uns nun weniger fatalistisch fühlen, nur weil die Kreativität unberechenbar ist und weil wir angeblich von einem Bonus-Naturgesetz gesteuert werden?“

    Völlig richtig! Dass ein solches Naturgesetz nicht existiert, hab ich ihm kürzlich in Mastershausen mündlich übermittelt. Man könnte es höchstens als ein Prinzip der Evolution bezeichnen, das dann aber nicht auf den Menschen beschränkt ist und es ist auch nicht prinzipiell auf Lebewesen beschränkt.

    Kreativität ist nicht prinzipiell unberechenbar, sondern sie ist bestenfalls teilweise unberechenbar, wie alles was der Mensch macht. Das muss übrigens nicht unbedingt in Widerspruch zum Determinismus stehen. Bei weitem nicht alles was deterministisch abläuft ist auch berechenbar (Stichwort Chaostheorie!).

    „Nun einmal angenommen, wir besäßen tatsächlich das technische Know-how, um einen Katzen-Roboter so zu programmieren, dass wir ihn von einer echten Katze nicht mehr unterscheiden könnten. Handelte es sich bei einer solchen High-Tech-Roboter-Katze nun um ein „echtes Lebewesen“ oder bloß um eine besonders raffinierte „Simulation eines Lebewesens“?

    Vielleicht sollte ich mal MSS meinen Roboterhund vorführen:
    http://transhumanismus.wordpress.com/20 … ma-haspro/

    • …jedenfalls gehörst Du zu den 10% (oder weniger) die verstanden haben worums bei der Willensfreiheit geht!

      Und WUMMMS – alle anderen sind dumm und nicht nur ahnungslos, schlicht doof also, erst recht nicht ernst zu nehmen. Da gibt’s dann nur noch eins: ‘Ignoranten ignorieren’!

      …und Du hast völlig Recht, dass selbst viele Philosophen das nicht kapiert haben.

      Also auch diese alle ignorieren? Selbst wenn sie noch so differenziert unterschiedliche Konzeptualisierungen der Vorstellungen von Willensfreiheit unterschieden, ihre jeweiligen Wurzeln aufgezeigt, historische und sachliche Gründe dafür angegeben, die Argumente für und wider nachgezeichnet und eine an expliziten Kriterien orientierte Beurteilung der verschiedenen Konzepte vorgelegt haben? – Wie einfach; erspart vor allem ein selbständiges Nachvollziehen und eine – wenn möglich… – ebenso gründliche Einschätzung der realen Leistungen dieser „vielen Philosophen“.

      Abgesehen davon, „Bruno“: kennen Sie persönlich denn so „viele“ Philosophen, dass Sie über die Größe der jeweiligen Gruppen von Kapierern und Nichtkapierern ein begründetes Urteil abgeben können? Mir ist nämlich noch nicht bekannt geworden, dass es dazu auch nur eine empirische Untersuchung gäbe – von Ergebnissen einer solchen Studie gar nicht zu reden; für Hinweise wäre ich ggf. sehr dankbar.

  2. „Unsere Erwartung ist, dass Menschen, die sich selbst als Träger der Fähigkeit zum freien Handeln sehen – Menschen, die glauben, dass ihre Gedanken, Haltungen und ihre Wünsche das Ergebnis beeinflussen – bessere Arbeit ableisten werden als jene mit deterministischen Überzeugungen.“

    Das ist allerdings genau das, was (deutsche) Psychologen als Selbstwirksamkeitserwartung (self-efficacy) bezeichnen. Und hat meiner Ansicht nach wenig mit Willensfreiheit zu tun.

    Da spielt es für mich vielmehr umgekehrt eine Rolle, wie groß eigentlich der Einfluß meiner Erfahrungen ist, die ich als Konsequenz meines Handels mache. Und zwar auf die genannten Gedanken, Haltungen und Wünsche.

  3. …tut mir Leid, der Link zum Hund war unvollständig. Hier noch mal:
    http://transhumanismus.wordpress.com/2009/07/19/der-roboterhund-buscuit-von-der-firma-haspro/

  4. „…jedenfalls gehörst Du zu den 10% (oder weniger)
    …und Du hast völlig Recht, dass selbst viele Philosophen das nicht kapiert haben.“

    Weiter so im Teil 3. Zur Entschuldigung von MSS muss man wohl sagen, dass er vorrangig den philosophisch ethischen Aspekt beleuchtet. Wenn das mal nicht memtechnisch die Denkweise vorgibt. Harcore Wissenschaftler wie Bruno haben es da einfacher. Siehe auch Prof. Ingo Rechenberg (Bionik und Evolutionsstrategie), die Natur (Beispiel rollende Spinne) hat das Rad (philosophisch: der Stein der Weisen) evolutioniert, lange vor Archimedes und anderen Ingenieuren. Von wegen Dualismus Theorie und Praxis, für mich genauso lästig ärgerlich wie Gut/Böse oder Himmel/Hölle.

    Weitermachen, wir werden immer mehr. Ich erhöhe auf 10,000001%

    • „Zur Entschuldigung von MSS muss man wohl sagen, dass er vorrangig den philosophisch ethischen Aspekt beleuchtet.“
      –> Macht er das wirklich? Beim Lesen kamen mir seine Aussagen zur Ethik doch etwas kurz und sehr allgemein gehalten vor. Wenig konkretes, wenig dazu welche Ethikformen es gibt und welche er empfehlen würde oder wie er diese begründet.
      Aber vielleicht verlange ich da von dem Buch auch zu viel. Ethik ist ja nicht das alleinige Thema.

  5. „Dies wäre allenfalls dann nicht der Fall, wenn unser Gehirn nicht deterministisch funktionieren würde und „wir“ somit weder von Ursachen beeinflusst wären, noch selbst Ursachen sein könnten!“

    Obwohl ich weitestgehend Deine Position bzgl. des Freien Willens teile, leuchtet mir dieser Punkt nicht ein. Wenn ich akausal, d.h. ursachenlos zu der Überzeugung gelange, dass alle Grünäugigen Dämonen sind und diese deshalb beseitige, dann bin ich doch wohl Ursache und habe die Welt verändert. Oder argumentiere ich hier gegen einen Strohmann?

    • Wenn Ereignisse nicht von Ursachen abhängen, warum solltest du die Ursache für die Beseitigung grünäugiger Dämonen sein können? Für Libertarier ist die Kausalität einfach aufgehoben. Nicht mein Problem.

      • Kann es sein, dass Du Libertarianismus im freien Willen mit Akausalität in der gesamten Natur gleichsetzt?

      • Wie lautet das Argument der Libertarier, nur die Ursachen des freien Willens von der Kausalität auszuschließen, aber alles andere nicht? Außerdem: Lies die Stelle in dem Artikel noch einmal, die passt schon!

      • Aha. Du willst also auf ein special pleading hinaus. Vermutlich wird der Libertarier (sind hier irgendwelche?) mit Indeterminismus kontern.

      • „Dies wäre allenfalls dann nicht der Fall, wenn unser Gehirn nicht deterministisch funktionieren würde und „wir“ somit weder von Ursachen beeinflusst wären, noch selbst Ursachen sein könnten!“

        Das passt.

      • Danke für den Service, aber die Wiederholung macht es mir auch nicht unbedingt klarer. Vielleicht aber die Antwort auf die folgende Frage: Kann es sein, dass Du Indeterminismus mit Akausalität gleichsetzt?

      • Gut, klar sehen das Libertarier so, dass sie Ursachen wären, obwohl sie selbst nicht durch Ursachen beeinflusst sind. Insofern war mein obiger Kommentar etwas missverständlich. Nur sehe ich diese Haltung einfach nicht ein, die ergibt keinerlei Sinn.

      • Wenn ich einen Würfel werfe und die 3 fällt, dann ist der Würfelwurf eine notwendige Ursache für die 3. Der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung ist hier also kausal (ohne Ursache keine Wirkung) aber indeterministisch (Ursache legt Wirkung nicht fest). Deswegen sollte man meiner unbescheidenen Meinung nach genau zwischen Akausalität und Indeterminismus unterscheiden.

        Wenn man zeigen könnte, dass das Gehirn deterministisch arbeiten würde, dann fiele uns Willensfreiheit-Ungläubigen die Arbeit natürlich leicht. Der Libertarianismus fiele sofort in sich zusammen.

        Nach einem EMailaustausch mit einem befreundeten Neurobiologen muss ich allerdings bezeugen, dass die Frage nach der deterministischen Arbeitsweise des Gehirn alles andere als leicht und mit Sicherheit noch nicht geklärt ist.

        Ich denke aber, dass die Frage nach Determinismus oder Indeterminismus für den den freien Willen vollkommen irrelevant ist. So gibt es meinem aktuellen Verständnis nach weder im einen noch im anderen Fall einen freien Willen (im naiv aufgefassten Wortsinn).

  6. „Wenn wir das Verhalten von einem Katzen-Roboter nicht von dem Verhalten einer echten Katze unterscheiden könnten, dann gäbe es keinen relevanten Unterschied zwischen einem Katzen-Roboter und einer echten Katze! Der Katzen-Roboter hätte den Katzen-Turing-Test bestanden! Der Unterschied bestünde lediglich darin, dass Philosophen wie Schmidt-Salomon versucht wären, dem Katzenroboter seine an sich wohlbegründeten Tierrechte abzusprechen,“

    Habe ich da was nicht verstanden? Vielleicht komme ich da nicht ganz mit weil ihr euch den Katzenroboter anderst vorstellt.
    Aber ein Programm das sich geleich verhält wie ein Organismus, ist doch etwas ganz anderes. Diesen Programm fehlen eben die Empfindungen, welche es ethisch relevant machen.

    Ein Insekt ist sozusagen ein genetisches Programm eine echte Katze ist ein empfindsames leidensfägiges Wesen.

    Wenn man diesen Katzen-Roboter allerdings so programieren könnte das sich emergente Eigenschaften wie Bewusstsein und Empfindsamkeit ergeben dann wären sie gleich. Aber nicht auf Grund des Verhaltens

    • Ich sehe überhaupt nicht, warum einem Programm, das sich exakt so verhält wie ein Organismus, sich in irgendwelchen relevanten Eigenschaften von diesem Organismus unterscheiden sollte. Ein Katzen-Roboter hätte ein Bewusstsein und Empfindsamkeit. Es ist wie bei Tieren – oder bei anderen Menschen! Woher willst du eigentlich wissen, ob die emergente Eigenschaften haben? Das kann man prinzipiell nur am Verhalten beurteilen. Im Zweifel für den Angeklagten.

      • Ist das nicht ein Eigentor? Ein in allen Einzelheiten mit einem Organismus übereinstimmender „Roboter“ wäre bauidentisch mit diesem Organismus und kann dann per definitionem alles, was dieser auch leistet!

        Allerdings würde mich sehr interessieren, wie Aufbau und Stoffwechselprozesse auch nur einer einzigen Zelle einer Katze nachgebaut werden können soll, um von der Gesamtleistung einer Katze erst gar nicht zu reden. Für Aufklärung wäre ich ausgesprochen dankbar.

    • Stimmt erkenntnistheoretisch gibt es da einige Fragen, wie man nun erkennen will ob dieses Roboter-Tier diese Eigenschaften bestitzt.
      Deshalb kann man aber auch nciht behaupten :
      „Ein Katzen-Roboter hätte ein Bewusstsein und Empfindsamkeit“ denn nur das Verhalten könne auch ein Intelligentes Programm sein das die selben Leistungen erbringt, auf andere Weise wie der Prozess(g.Roth) Bewusstsein.

      Auf Grund dieser erkenntnistheoretischen Schwierigkeit kann ich dem Satz „Im Zweifel für den Angeklagten.“ nur zustimmen!

      Aber wieder zur Realität zurück wir können jetzt schon vieles Beitragen damit die Welt besser, wird auch wenn es noch keine Katzen-Robter gibt. Täglich werden Kücken die zur Eierproduktion gezüchtet werden die schmerzempfindlichen Schnäben zur hälfte abgeschnitten, Ferkel werden die Zähne ohne Betäubung abgeschnitten/abrissen und ohne Schmerzmittel kastriert, Kälber sofort von der Mutter getrennt die im durchschnitt noch 5 Tage nach der Mutter rufen etc. Jetzt gutes tun und wenn es irgendwann noch empfindsame Robotter gibt sich auch für diese Einsetzen.

  7. Das Problem ist, dass man bei Lebewesen mit freiem Willen keine allgemeinen Aussagen treffen kann. Doch gerade die Psychologie und andere Forschungsrichtungen des menschlichen Verhaltens grenzen diesen doch sehr ein.
    Außerdem: Wovon soll denn der „freie Wille“ unabhängig sein?

    Ich denke, dass man wissenschaftlich nicht von „frei“ sprechen kann, es ist bloß eine praktische voraussetzung.

    • Das sehe ich differenzierter.

      Psychologische und neurobiologische Forschung hat manches klären können, zB. die bekannte Tatsache, dass auch unserem Handeln und Verhalten Reflexe angeborener und „konditionierter“ oder gelernter Art zugrunde liegen. Das kann heute weithin als Allgemeinwissen gelten. Man könnte deswegen auch wissen, dass Reflexe nur durch adäquate „Reize“ ausgelöst werden können und daher müssen.

      Sind die adäquaten „Reize“ bekannt, auf die ein Lebewesen reflexhaft reagiert, kann man es bekanntlich absichtlich zu Reaktionen veranlassen und in wenngleich unterschiedlichem Ausmaß auch dressieren; denn auch Tiere verfügen über mehr oder weniger großes Lernvermögen und können entsprechend „konditioniert werden“.

      Gleiches können wir in erheblich größerem Ausmaß: die Zahl unserer Gewohnheiten, die wir unwillkürlich ausbilden, beweist das hinlänglich, vor allem aber alle Fähigkeiten und Fertigkeiten, die zu „lernen“ wir nicht nur von anderen angeregt, bewegt, angetrieben, gedrängt oder sogar gezwungen werden können, sondern die wir irgendwann auch selbst absichtlich und gezielt einüben und eintrainieren können.

      Die Tatsache, dass wir von uns aus uns selbst etwas beibringen können, ist vielleicht der schlagendste Beweis für die Existenz dessen, was wir gewöhnlich mit Willensfreiheit meinen: dass wir selbst uns entscheiden können etwas einzustudieren – und nicht durch „Reize“ dazu veranlasst werden müssen wie dressierte Tiere.

      Mit Willensfreiheit ist nämlich umgangssprachlich gemeint, dass wir aus freien Stücken, von uns aus, aus eigenem Entschluss, aufgrund eigener und freier und ggf. sogar beliebiger Entscheidung selbst bestimmen können, was wir tun oder lassen. Mit der Formulierung, man wolle dies oder jenes tun, teilen wir anderen lediglich mit, dass wir uns dazu entschlossen haben.

      Mit dem versubstantivierten Ausdruck vom „eigenen Willen“ (nicht von „Eigenwilligkeit“…) ist daher, genau besehen, die zuvor getroffene „eigene Entscheidung“ gemeint, die jemand – mehr oder weniger unabhängig von momentanen Situationsgegebenheiten, mit oder ohne Berücksichtigung eigener Erfahrungen, der Meinungen anderer oder Informationen anderer Art, vielleicht allein aufgrund eigener Überlegungen, Einschätzungen, Gewichtungen und evtl. noch anderem, oder aber auch völlig „willkürlich“… – von sich aus und für sich getroffen hat.

      Mit Entscheidungen setzen wir selbst fest, wie wir handeln wollen (und halten in „Gesetzen“ fest, wie wir meinen alle handeln zu sollen). Mit den dazu nötigen Schritten, die hier aufzuführen zu weit führen würde, machen wir uns frei davon, nur reflexhaft auf Reize hin reagieren zu können und deswegen so reagieren zu müssen wie Tiere.

      Freiheit meint deswegen zuallererst eine gewisse Unabhängigkeit von äußeren Gegebenheiten (von den „Reizen“, die sie auf uns ausüben – wie auch gesagt werden kann). Dass eine gleichartige Unabhängigkeit von inneren Impulsen irgendwelcher Art sowie von den eigenen Gewohnheiten nicht so leicht zu erreichen ist, sondern es dazu eigener Bemühungen bedarf, bedeutet nicht, dass neben äußerer „Handlungsfreiheit“ nicht auch eine „innere Freiheit“ sogar ganz erheblichen Ausmaßes gewonnen werden kann. Wie dies bewerkstelligt werden kann, ist allerdings eine andere Frage.

      Jeder, der absichtlich inne und „stille hält“, vor allem wenn er dabei (in aller Konsequenz bis hin zum Nicht-Denken… ) bewusst und gezielt übt nicht zu reagieren, befreit sich mit jeder Übung dieser Art ein Stück weit von der „Macht“ natürlicher Reflexabläufe und übt damit faktisch „seinen Willen“ – …zuallererst gegen diese durchzusetzen.

      • Sehr geehrter Herr Ingo-Wolf Kittel – Augsburg,

        hier der logische Fehlschluss, den sie heute benutzt haben:

        Das zu Beweisende vorraussetzen

        und zwar genau hier:

        „sondern die wir irgendwann auch selbst absichtlich und gezielt einüben und eintrainieren können.“

        Dieser Service wurde Ihnen zur Verfügung gestellt von

        verquer.

  8. Mir drängt sich die Frage auf: Haben jene Theologen und religiöse Philosophen, die ständig das Konzept der Willensfreiheit bemühen, um Gott zu rechtfertigen, überhaupt durchschaut, worum es dabei geht?

    • Kein bisschen. Auf dem Gebiet könnte man sie leicht plattmachen, leider interessieren sich Hitchens und Dawkins nicht für die Willensfreiheit.

      • Was für eine Wortwahl: „plattmachen“… -

      • Argumentativ plattmachen, versteht sich. Respektive: Sie auf ihre natürliche Plätte zurückführen.

      • Musste erst in meinem Duden nachsehen, weil ich nur „plätten“ als Verb kenne neben Plätteisen, Plättbrett und Plättchen. Dadurch habe ich gelernt, dass in Bayern und Österreich ein flaches Schiff als „Plätte“, anderswo ein Bügeleisen so bezeichnet wird. Eine – noch dazu natürlichen – „Plätte“ anderer Art fand ich dagegen nicht verzeichnet. Meine Assoziationen dazu gingen nämlich in Richtung Plattheiten aller Art…

        Wenn ich recht sehe, bleibt’s dann also beim sprachlichen Plattmachen – mit welchen Argumenten auch immer.

        Mit dem Bügeleisen werfen ist ja jetzt ausgeschlossen…

      • Ah, dieses Wort existiert also auch nicht. In Windows 7 ist eine automatische Rechtschreibkorrektur eingebaut und seitdem ich sie verwende, fällt mir immer wieder auf, dass ich Wörter gebrauche, die gar nicht existieren. Tja…

      • Mich wundert es, dass ein Buch festlegen soll, welche Wörter es in einer sich entwickelnden Sprache geben soll und welche nicht. Aber ich lerne ja nie aus…

      • Nö, das kann ein Buch nicht festlegen. War nur interessant, festzustellen, wie oft ich mir neue Wörter ausdenke.

      • Kein Buch, auch der Duden legt doch nichts fest; orthographische und grammatikalische „Regeln“ werden von Experten formuliert und für die Zeit bis zu ihrer evtl. nötigen oder sinnvollen Änderung für verbindlich erklärt. Wörterbücher dienen lediglich dazu, derartige zeitweise Festlegungen zu vermitteln.

        Hier war davon auch gar nicht die Rede, sondern davon, dass des Autors Ausdrucksweise sich auf einen mir nicht bekannten Wortgebrauch bezog, und ich mich darüber in einer anderen „Quelle“ als er kundig zu machen versucht habe, um eigene Wissenslücken zu schließen.

    • Ich wüsste gern ein Beispiel für die Angabe, dass manche „Theologen und religiöse Philosophen“

      das Konzept der Willensfreiheit bemühen, um Gott zu rechtfertigen

      Besonders würde mich interessieren, um welches Konzept von WF es dabei des genaueren geht. Ich kenne nur durchweg anthropomorphe Gottesvorstellungen. Danach müsste „Gott“ mit dem „gerechtfertigt“(?) (ich meine ja, er könnte nur danach beschrieben) werden, was wir als WF erleben und als Willensbildung kennen.

      • Ich habe mit mehreren theologisch gebildeten Menschen aus meinem Bekanntenkreis geredet, die hier sonst freilich niemand kennt. Besonders wenn es um die Theodizee geht, heißt es meiner Erfahrung immer wieder sehr gern: Das Leid in der Welt ist ein geringer Preis für die Willensfreiheit. Natürlich hat niemand gründlich darüber nachgedacht, was Willensfreiheit eigentlich bedeuten soll.

      • Zumal die Willensfreiheit auch nur für durch Menschen verursachte Übel als Ausrede gelten könnte.

  9. „Plattmachen, Hitchens, Dawkins, interessieren (= sich geistig um etwas kummern wollen (nicht müssen)) und Willensfreiheit“

    Ja leider, dem steht das indoktrinierte Mem (zu 89,999999% verinnerlicht, % noch genauer ist was für Erbsenzähler und Krümelkacker, Hölländer sagen Ameisenficker dazu) „machet euch als Ebenbild Gottes die Erde untertan“ entgegen. Das ist ein Axiom und gleichzeitig wird Willensfreiheit als Tabu-Verstoß eingefordert. Widersprüchlicher gehts nimmer und Gott gehört auf die Anklagebank in Kopenhagen. Stattdessen unterhalten sich dort verantwortungslose und willenschwache Verdrängungskünstler. Die Natur ist nicht dumm, eher pragmatisch ohne Zielvorgaben durch einen außerirdischen Dämon und sehr willensstark. Vielleicht ist das Gehirn nur ein Zwischenoptimum und der Fußpilz (fit wie ein Turnschuh) besser angepasst. Spirituell = leicht zu verarschen und geistige Onanie führt durch gesteigerte Gedankenkomplexität nicht zwangsläufig zu Aufklärung. Nicht aus dem Auge verlieren, das Geniale ist immer auch das Einfache. Das wird verstanden und erhöht zwangsläufig den %-Anteil.

  10. Echt beeindruckend, wie viele Menschen nach dem Text und den bisherigen Kommentaren dazu – Wissenschaftler zumal – von Willensfreiheit (WF) keine Ahnung, ja überhaupt keine Ahnung haben sollen, nicht wissen, was mit diesem Begriff gemeint ist und selbstverständlich davon oder damit Zusammenhängendem nichts verstehen, gar nicht/s…

    Bei solch engem Horizont der Deklassierten steht zu befürchten, dass all diese ahnungs- und verständnislosen Menschen noch nicht einmal verstehen, dass und warum sie nicht/s verstehen…

    Des Rätsels Lösung, wir mir scheint, könnte in der schlichten Tatsache bestehen, dass niemand dieser vielen Menschen die – auch für mich – seltsame Vorstellung von einem „ursachenfreien Willen“ hat, eine Auffassung von WF, die nach MSS sogar klassisch sein soll.

    Was hier mit „Wille“ gemeint ist, scheint mir ebenso unklar wie der Begriff „Ursache“.

    Kausale Erklärungen in der Wissenschaft beziehen sich auf Bedingungen. Wissenschaftliche Forschung besteht in spezifischer Bedingungsanalyse. Dabei kennt man wissenschaftlich seit Langem Bedingungskonstellationen, bei denen notwendige und hinreichende Bedingungen unterschieden werden. Ob diese differenzierte Denkweise bekannt ist, wird mir aus mir bekannten Texten von MSS oder sich daran anlehnende Texte nicht ersichtlich.

    Noch schlimmer finde ich die begriffsrealistische Verwendung des umgangssprachlichen Substantivs „Wille“. In der mir bekannten Alltagssprache kenne ich keine Verwendungsweise, die auch nur entfernt an den Sinn des Ausdrucks „ursachenfreier Wille“ – und die dazu analogen Konstruktionen von einem bedingungslosen und unbedingten Willen – herankommt. Wer sich mit derartigen Ausdrücken gegen eine Ideologie wendet, in der Sprachkonstruktionen solcher Art tatsächlich vorkommen, sollte die der guten Ordnung halber nennen und die dort übliche Definition dafür genannt werden, damit informiert ist, wer davon nichts weiß. Solange nachvollziehbare Angaben – dazu fehlen (es genügt nicht, einfach von „klassisch“ zu reden, obwohl seit dem klassischen Altertum höchst differenzierte Auffassungen zur WF vertreten wurden, wie jedes gute Philosophielexikon schon aufzeigt!), stehen die genannten Ausdrücke unter Sinnlosigkeitsverdacht.

    Sprachlich stellt das Wort „Wille“ die versubstantivierte Form des Verbs „wollen“ dar. Anthropologisch relevante Verben dienen zur Bezeichnung von Taten, nicht von deren vermeintlichen oder tatsächlichen „Ursachen“. Zu meinen oder zu unterstellen, es gebe etwas, was dem Wort „Wille“‘ unabhängig von einem Wollenden real entspricht, nennt man Begriffsrealismus. Nach dieser Art von Wortfetischismus müsste es auch Spagettimonster oder Einhörner geben, weil Bezeichnungen „dafür“ existieren

    Entsprechend abwegig ist auch jede kausalistische Verwendung des Wortes „Wille“. Gewollte Handlungen, „das Wollen“ eines Menschen oder noch kürzer „Gewolltes“ nicht wie schon in der Umgangssprache und erst recht in der mir bekannten philosophischen und psychologischen Handlungstheorie als selbstbestimmt aufzufassen und auf eigene Entschlüsse zurückzuführen, sondern nach Art von Geistersehern durch den Einfluss eines Willens zu „erklären“, der auf ebenso ominöse Weise wie weiland Götter, Geister oder auch Dämonen uns „beeinflusst“, das zu wollen, was wir gewollt auch tun, wäre schon sprachlich kabarettreif: müsste dann doch behauptet werden, dass dieser Wille Ursache dafür ist, dass wir wollen, was er will…

    Ich würde wirklich gerne wissen, wer historisch solch offensichtlichen Unsinn jemals auch noch mit der Erklärung zu steigern versucht hat oder das gar heutzutage tut, dass dieser begriffsrealistisch aufgefasste und darüber hinaus auch noch zu einer kausalen Ursache schlicht „erklärte“ Wille sei seinerseits „ursachenlos“!

    Selbstverständlich hat auch weitestgehender Unsinn Ursachen. Sie unter dem Titel „sinnloser Sprachgebrauch“ zusammenzufassen dürfte passend sein. Es gibt aber auch Gründe, Unsinn auf schlechtes Sprachverständnis oder noch schlechtere Sprachkenntnisse zurückzuführen – von nötiger Sachkenntnis ganz zu schweigen.

  11. Ich möchte aber doch hinzufügen, dass ich nicht geschrieben habe, jeder außer mir hätte keine Ahnung von der Willensfreiheit! Ich beziehe mich ganz konkret auf psychologische Studien, die nicht mit den korrekten Begriffen gearbeitet haben. Gerade Philosophen, deren Arbeiten ja ebenfalls im Artikel zitiert werden, wussten oftmals sehr wohl, wovon die Rede ist.

    • Ich möchte aber doch hinzufügen, dass ich nicht geschrieben habe, jeder außer mir hätte keine Ahnung von der Willensfreiheit!

      Wer hat das denn behauptet? Die vorstehenden Zahlenspiele besagen nichts dergleichen. Und ich hatte nur staundend geschrieben: „Echt beeindruckend, wie viele Menschen…

      …nach dem Text und den bisherigen Kommentaren dazu von Willensfreiheit [aus dem Originaltext entnommen:] „keine Ahnung„, ja „überhaupt keine Ahnung“ haben sollen, „nicht wissen„, was mit diesem Begriff gemeint ist und selbstverständlich davon oder damit Zusammenhängendem „nicht[s] verstehen„, „gar nicht„s…

    • Mit der Explikation dessen, was „ursachenfreier Wille“ oder unbedingter bzw. bedingungsloser Wille sein soll, wird es wohl nix mehr, wenn ich recht sehe. Meine Frage danach bleibt dann also unbeantwortet – während eine nirgendwo aufgestellte Behauptung hier eine überflüssige Richtigstellung erfährt: beeindruckend!

      Allerdings wirft diese wiederum neue Fragen auf, beispielsweise die, was mit „korrekten Begriffen“ gemeint ist. Genauso wenig ist klar, um welche Begriffe es dabei überhaupt geht; denn nach dem Bericht wird in keiner der angeführten empirischen psychologischen Studien das jeweilige Verständnis von Willenfreiheit (WF) expliziert, während die einzige angebliche „Definition“ von WF durch den Psychologien Roy Baumeister real eine Wahrscheinlichkeitsaussage ist, die aber eher wie eine Vermutung von ihm aussieht, noch dazu eine solche, die mit einer unmotivierten Annahme einer eigenartigen „inneren Einrichtung“ verbunden ist, die Entscheidungen trifft – wohl an Stelle ihres Trägers.

      Das hat nichts mit Psychologie zu tun; das sieht nach purer Phantasie aus.

      Im Hinblick auf die angeblichen oder tatsächlichen „korrekten Begriffe“ muss ich sagen, dass ich aus der Sprachphilosophie nur unsinnige oder sinnvolle Definitionsvorschläge für Begriffe kenne und aus der Sprachlehre nur gängigen Wortgebrauch, der entweder sinnvoll rekonstruiert werden kann oder nicht (und dann einen neuen Definitionsvorschlag erforderlich machen würde).

      Korrektheit dagegen kann m.W. nur gegenüber einem – evtl. dogmatisch oder autoritativ – vorgegebenen Kriterium festgestellt werden. Wenn dieses vom ontologisch gedeuteten und damit metaphysischen statt wissenschaftsmethodisch aufgefassten Determinismus geliefert wird, steht nicht eigentlich das gewählte Thema – Willensfreiheit – zur Diskussion, sondern die Gründe für die Berechtigung der Annahme eines „der gesamten Welt“ unterstellten Komplettdeterminismus, der von vielen auch noch in Sinne durchgehender Prädetermination aufgefasst wird..

      Bloß kümmert „die Wirklichkeit“ nicht nur nicht, wie wir sie beschreiben, sondern genauso wenig, was wir ihr unterstellen oder von ihr annehmen. Noch irrelevanter für die Frage nach der Existenz von etwas sind Studien darüber, in welchem Zusammenhang das Handeln von Menschen mit ihrem Glauben steht – an was immer!.

      Wenn Willensfreiheit existiert, muss sie aufgewiesen werden können. Alles andere ist ein Jagen von Gespenstern!

      Bekanntlich lässt sich nämlich die Nicht-Existenz von etwas grundsätzlich nicht beweisen, schon gar nicht logisch. „Beweise“ im eigentlichen oder exakten Sinn sind nur relativ zu vorausgesetzten Prämissen möglich und stellen dann rein logische Deduktionen dar Empirische „Beweise“ erfolgen dagegen immer dadurch, dass etwas gezeigt, aufgewiesen oder indirekt nachgewiesen wird. Etwas real Vorhandenes bislang nicht gefunden zu haben, beweist dagegen höchstens, an falschem Ort mit unzureichenden Mitteln nicht richtig gesucht oder es dabei sogar übersehen zu haben.

      Dabei ist die Realität oder „Existenz“ dessen, was umgangssprachlich als Willensfreiheit bezeichnet und aus durchsichtigen Gründen gelegentlich zur Handlungsfreiheit deklariert und umbenannt wird, schon längst nachgewiesen worden und das mittlerweile sogar in allen prinzipiell wichtigen Details.

      Für den Fortschritt der Diskussion ist nicht förderlich, Schlachten von gestern oder sogar solche irrwitziger Art zu führen, sondern schlicht nötig, die umgangreiche, seit Mitte der 1960er Jahre zusammengekommene neurophysiologische und volitions- oder willenspsychologische Literatur schlicht zur Kenntnis zu nehmen und kritisch zu interpretieren. Ohne psychologischen und neurophysiologischen Sachverstand wird dies zwar nicht leicht sein; sich stattdessen auf fragwürdige Autoritäten zu stützen ist dagegen eine zwar billige, aber riskante Strategie.

  12. [...] dazu veröffentlicht. Den Artikel in ganzer Länge gibt es beim hpd; zur Diskussion ruft der Autor in seinem eigenen Blog [...]

  13. „nix verstehen, geistige Onanie führt durch gesteigerte Gedankenkomplexität nicht zwangsläufig zu Aufklärung“

    Ja muss man denn alle verquasten Machwerke vom Anthroposophen Rudolf Steiner gelesen haben, um Esoterik beurteilen zu können? So wird das nix mit Bildung, Allgemeinverständlichkeit und damit der %-tualen Steigerung der Akzeptanz neuer Theorien. Das kann anhand der Evolutionstheorie, die noch immer gegen jahrtausendealten heutzutage unbegründbaren Humbugglauben ankämpfen muss, nachvollziehen. Einstein gings genauso, Energie=Masse statt Seele/Körper Dualismus. Den Zündstoff haben die Päpste und andere selbsternannte Autoritäten sofort begriffen, nun gings ans Relativieren und die Fachbereichsabschottung.

    Aktuell die Rezension JvGuB von Ulrich Leinhos-Heinke. Wo er recht hat hat er recht. Zitat MSS „Komplexität ist das Ziel der Evolution“. Natürlich hat die Evolution kein (vorgegebenes) Ziel, das hat sich unter den jeweiligen Umständen nur folgerichtig zur Replikation durch Einsparung von Energie als Ziel so ergeben. Beim Gehirntier Mensch, der im Überfluss lebt, spielt das keine Rolle mehr. Da wird ein 350-seitiges Buch, das explizit einfach verständlich gehalten wurde, als „verzichtbare Veröffentlichung“ diffamiert, während andererseits ausufernd über Willensfreiheit schwadroniert wird.

    Zu den Flow-Erlebnissen, ich hatte auch mehrere. Eines wortwörtlich, mich hat der Blitz beim Scheissen getroffen. Im nachhinein als Fulguration (nach Konrad Lorenz), Geistesblitz mit zufälliger Vorgeschichte, analysierbar. Ich wurde keativ, weil man mich geärgert hat. Mir ist aus der einfachen Überlegung heraus, dass die Natur keine (Bock)Sprünge macht, die Quadratur des Kreises gelungen. Die unsystemisch (antibanken) einfache Problemlösung war technisch-wissenschaftlicher, nicht philosophischer Natur. Der Eindruck, Philosophie sei selbsterfüllende Prophezeiung und je komplexer formuliert desto einleuchtender, sollte vermieden werden. Analog zur ausufernden Internetinformation ohne natürliche Müllentsorgung.

  14. Hallo Andreas,

    ich finde es sehr gut, dass du auf hpd eine Debatte über Willensfreiheit initiiert hast. Mit deinen Ausführungen stimme ich zu etwa 50 Prozent überein. Über die restlichen 50 Prozent werde ich mich nach Abschluss deiner Serie über Willensfreiheit äußern. (Man sollte ja schließlich erst einmal verstanden haben, was der andere meinen könnte, bevor man mit der Kritik ansetzt. Hier liegt m.E. auch ein Grundproblem deiner Kritik an meinem Denkansatz. Du greifst einzelne Aspekte heraus, ohne sie in Bezug zum Ganzen zu setzen…)

    Ansonsten muss ich sagen, dass es recht merkwürdig ist, zu lesen, was einem so mitunter unterstellt wird. Meint ihr wirklich, dass ich die Argumente, die hier vorgebracht werden, nicht auch schon bedacht habe?! Dass ich den Turing-Test und seine Problematik nicht kenne oder nicht wüsste, dass es Unterschiede gibt zwischen physikalischen Naturgesetzen und biologischen Prinzipien? Solche Unterstellungen, liebe Leute, sind doch nun wirklich einigermaßen grotesk!

    Noch seltsamer als dies ist es jedoch, wenn ich vermeintliche Zitate lesen muss, wie >Zitat MSS „Komplexität ist das Ziel der Evolution“< Hallo? Wo, bitteschön, soll ich denn so etwas gesagt haben?! Das widerspricht doch allem, was ich jemals geschrieben habe! Ich bin jahrelang hart dafür kritisiert worden, dass ich analog zu Gould und Wuketits davon ausgehe, dass der Evolution eben kein Fortschrittsautomatismus zugrunde liegt. Evolution ist nun mal, wie Wuketits so schön formuliert hat, ein "Zickzackweg auf dem schmalen Grad des Lebens". Es gibt da zwar Prozesse, die mit der Zunahme von Komplexität verbunden sind, aber eben auch Prozesse, die Komplexität reduzieren. Es ist mir wirklich ein Rätsel, wie jemand auf den seltsamen Gedanken kommen kann, ich habe plötzlich die Seiten gewechselt…

    • Bin sehr erfreut, hier eine MSS-Klarstellung gefunden zu haben. :)

      Vielen Dank, Michael!

      CU, Frank

      • Na, meine Kernkritik (rote Heringe) trifft das aber nicht.

    • Hallo Michael,

      also das Komplexitätsargument stammt aber nicht von mir.

      Ich habe dein ganzes Buch gelesen und meine schon, das richtig wiederzugeben. Wenn ich es natürlich falsch wiedergebe und nicht kapiert habe, kannst du das verbessern und ich nehme es ggf. gerne zurück. Aber dann hättest du dich schon undeutlich ausgedrückt. Absichtlich missverstehe ich das nicht.

      „Dass ich den Turing-Test und seine Problematik nicht kenne oder nicht wüsste, dass es Unterschiede gibt zwischen physikalischen Naturgesetzen und biologischen Prinzipien?“

      Ich habe dir aber nicht unterstellt, den Turing-Test nicht zu kennen oder diese Unterschiede. Ich habe dir gar nichts unterstellt, sondern deine Position kritisiert, laut der es ein Naturgesetz gäbe, das nicht physikalisch beschreibbar wäre, das „Naturgesetz des Lebens“. Das ist doch deine Position, oder nicht? Wobei ich gar nicht leugne, dass Eigennutz existiert und eine wichtige Rolle spielt in der Biologie. Nur dieses Nicht-physikalisch-Beschreibbare, das stört.

      Jedenfalls die Naturalisten aus englischsprachigen Ländern, mit denen ich mich überwiegend befasse, haben ein „mechanistisches“ Bild vom Gehirn. Das heißt, es wäre schon möglich, wie Bernd das sagt, theoretisch irgendwann einmal einen menschenähnlichen Roboter zu bauen (was ja nur eine Veranschaulichung dessen ist, worum es mir hier geht).

      Richard Dawkins hat sich dazu unmissverständlich geäußert: „As scientists, we believe that human brains, though they may not work in the same way as man-made computers, are as surely governed by the laws of physics.“
      http://www.edge.org/q2006/q06_9.html#dawkins

      Vielleicht hast du ja recht und wir nicht, aber feststeht, dass deine Position keine ist, die typischerweise von Naturalisten vertreten wird.

      • @Ingo-Wolf Kittel:

        …natürlich war das mit den 10% ironisch gemeint, aber wenns denn sein muss, hier sind als Beispiel ein paar, die es nicht kapiert haben:
        Hegel, Habermas, Rümelin, Thomas Buchheim, Eberhard Schokenhoff

        …bereits ganz früh begriffen (und ohne Ergebnisse der modernen Hirnforschung)hat es Schopenhauer.

        Was ein ursachenfreier Wille ist, hat I.Kant ausführlich beschrieben. Der umgangssprachliche Begriff der Willensfreiheit ist das was ich (wir) mit Handlungsfreiheit bezeichnen.

        …ansonsten, wer noch nicht genug von der Diskussion hat, kann hier meine Gedanken zur Willensfreiheit nachlesen:

        http://fowid.de/fileadmin/textarchiv/Willensfreiheit__Bernd_Vowinkel___TA-2008-10.pdf

      • Ich hatte mit dem „Naturgesetz des Lebens“ überhaupt keine Schwierigkeiten. Was wohl einfach daran liegt, dass ich nicht als Wissenschaftler und nicht mal als fachkundiger, sondern nur als einfacher Laie gelesen habe. So habe ich das mehr als poetische Beschreibung denn als Postulierung eines tatsächlichen Gesetzes gesehen.

        Da Michael das Buch ja gerade für Deppen wie mich geschrieben hat, bewusst populär, würde ich darin auch keinen Fehler sehen, auch wenn es wissenschaftlich nicht völlig o.k. ist.

  15. „also das Komplexitätsargument stammt aber nicht von mir“. „Aktuell die Rezension JvGuB von Ulrich Leinhos-Heinke. Wo er recht hat hat er recht. Zitat MSS „Komplexität ist das Ziel der Evolution““.

    Leinhos hat in seiner Rezension diese Aussage so als MSS-Zitat angegeben. Ich habe Leinhos zitiert und nicht nochmals das ganze MSS-Buch nach dem Zitat durchsucht, um die Aussage im Kontext zu überprüfen. Dachte Leinhos zitiert wenigstens korrekt. Untschuldigung, wenn ich den diesbezüglichen Unfrieden hier im Blog gestiftet haben sollte. Vielleicht wollte Leinhos nur ein vergiftetes Geschenk in Kritik verpacken?

    Gerächt ist nicht gerecht, aber eine kleine Wortspielerei kann ich mir nicht verkneifen: Leinhos = Leinenhose, wäre sie aus Sympathex würde sie ihm garnicht stehen.

    • @ Linus: Ich finde, die hohe Dichte an rhetorischen Stilmitteln, die du verwendest, verfehlt ihren Zweck. Eigentlich nervt dieser Stil sogar etwas, wenn man deine Kommentare zu lange liest. Könntest du den Anteil an Rhetorik zurückschrauben?

    • Zu: „Dachte Leinhos zitiert wenigstens korrekt.“

      Wer lesen kann ist – wie immer – klar im Vorteil:

      DAS habe ich in meiner Rezension geschrieben:

      „Im Zentrum der weiteren Ausführungen beschreibt Schmidt-Salomon zu diesem Zweck das sogenannte ‘Flow’-Phänomen nach Mihaly Csikszentmihalyi [...]. Csikszentmihalyi sieht ‘im Flow eine äußerst wichtige Antriebskraft für die Evolution der Komplexität’ und umgekehrt sei ‘Komplexität das Ziel [!] der Evolution’.

      Von mir zu letzterem Satz ebenfalls angegebene Quelle: Csikszentmihalyi, Mihaly: Flow mit Seele. Ein Interview mit Dr. Mihaly Csikszentmihalyi von Elizabeth Debold. In: „what is enlightenment“-Magazin, Ausgabe 9 [o.O.u.J.; ca. 2003]. http://www.wie.org/DE/j9/csiksz.asp?pf=1, 2009-10-24 14:40

      Ich zitiere also Csikszentmihalyi und nicht Schmidt-Salomon. (So viel Genauigkeit beim Lesen einschließlich der Fußnoten und anschließende Redlichkeit sollte also bitteschön schon sein …)

      Also: Ja, „Leinhos“ zitiert zu 100 % korrekt.

      Aber genau lesen können sollte man eben schon, bevor man sich zu fremden Texten äußert.

      Nichts für ungut. Zurück zum wissenschaftlichem Diskurs auf Niveau.

      ULH

  16. Ist angekommen, werde die Kritik als Geschenk verinnerlichen und mich mehr bescheiden.

  17. [...] Serie hingewiesen – und möchte das jetzt noch einmal tun; denn inzwischen gibt es dort fast 50 Kommentare – unter anderem hat sich auch Michael Schmidt-Salomon zu Wort gemeldet. [...]

  18. „…Was will und kann man mit einer Strafe erreichen?…“

    Verzichtet man auf die Willensfreiheit bleiben noch drei Punkte:
    1) Abschreckung
    2) Schutz der Gesellschaft vor Wiederholung
    3) Therapie des Täters

    „…Einer neuen, noch nicht veröffentlichten Studie zufolge, führt der Glaube an die Willensfreiheit zu besseren Leistungen im Beruf…“

    Das erinnert mich stark an die Argumentation des Religionsverstehers Dr. Blume. Dieser wird nicht müde zu argumentieren, dass gläubige Menschen sich besser fortpflanzen als Atheisten. Das stimmt zwar, nur sagt dies nichts über die Richtigkeit des Glaubens bzw. das Vorhandensein eines Gottes aus.
    AM argumentiert genauso, der Glaube(!) an die Willensfreiheit ist natürlich wirksam, diese durch Studien bewiesene Erkenntnis sagt aber nichts über die reale Existenz der Willensfreiheit aus. Hier wird die Wirksamkeit von Religion bewiesen, der Glaube kann ein evolutionärer Vorteil sein, völlig unabhängig davon, ob der Glaubensinhalt real existiert oder nicht. Das ist seit langem bekannt.

    „…Seltsam, schließlich bin ich in Gehirnsfragen Determinist und glaube trotzdem (oder gerade deshalb!), dass meine Gedanken, Haltungen und Wünsche das Ergebnis beeinflussen…“

    Das ist nicht seltsam, sondern logisch. Die Tatsache, dass Gedanken oder Wünsche das Ergebnis beeinflussen bestreitet auch niemand.

    „…Diese Studie misst also etwas ganz anderes, nämlich die Auswirkungen des Fatalismus, der Auffassung, die eigenen Handlungen wären bedeutungslos, da alles sowieso von anderen Kräften als einem selbst gesteuert wird…“

    Ein Fatalist glaubt nicht, dass seine Handlungen bedeutungslos sind, sondern, dass seine Handlungen UNVERMEIDBAR sind!

    Kant: „…dass die Freiheit eine notwendige praktische Voraussetzung dafür sei, dass der Mensch die Gebote der Vernunft als gültig ansehen könne…“

    Problem erkannt, aber nicht gebannt:
    1) Menschen, welche an die Willensfreiheit bzw. Selbstwirksamkeit glauben sind humaner und leistungsfähiger, als Menschen die zu einer fatalistischen Weltsicht neigen.
    2) Der freie Wille ist durch die Naturwissenschaft widerlegt.
    Wie man diese beiden Erkenntnisse zusammenbringen kann ist die entscheidende Frage. Was soll beispielsweise in den Schulen unterrichtet werden? In Physik der unfreie Wille, in Ethik der freie? Was bedeutet dies für das Selbstverständnis für den Menschen, für die Rechtsprechung, für Psychotherapien usw.? Es wird nicht lange dauern, und Anwälte werden die Nichtexistenz der Willensfreiheit standardmäßig als Argument vor Gericht einbringen, zwangsläufig wird sich dann auch die Politik des Themas annehmen müssen.

    „…Trotzdem werden sich die Popularisierer der Willens-Unfreiheit die Frage gefallen lassen müssen, wie gut sie Determinismus und Fatalismus wirklich voneinander unterscheiden…“

    Aus naturwissenschaftlicher Sicht, sind alle Handlungen bzw. Gedanken durch den neuronalen Gesamtzustand des Gehirns vorherbestimmt. Es existiert im Gehirn für jede Wirkung eine Ursache, alles läuft nach den Naturgesetzen ab, es gibt keinen Platz für ein freies Ich, ein freies Bewusstsein oder einen freien Willen. Die Erkenntnis der vollständigen Determinierung führt zwangsweise zu einer fatalistischen Weltsicht, auch wenn diese subjektiv nicht nachempfunden werden kann, die „gefühlte Willensfreiheit“ bleibt trotzdem bestehen.

    Der Kompatibilist müsste erklären, welche Handlungen bzw. Gedanken nicht(!) durch den Zustand des Gehirns vorherbestimmt sind, dann wäre der Fatalismus widerlegt. Vor allem sollte er darlegen, worin Determinismus und Fatalismus sich unterscheiden.

    Wikipedia: „…In einer unspezifischen oder alltagssprachlichen Wortverwendung können die Ausdrücke „Determinismus“ und „Fatalismus“ weitgehend gleichsinnig gebraucht werden…“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Determinismus

    „…Wir sind nicht einfach Ursachen ausgeliefert, wir sind selbst Ursachen! Dies wäre allenfalls dann nicht der Fall, wenn unser Gehirn nicht deterministisch funktionieren würde und „wir“ somit weder von Ursachen beeinflusst wären, noch selbst Ursachen sein könnten!…“

    Wir sind den Ursachen, die auf uns – und in uns – wirken total ausgeliefert, nur sie allein (kein freier Wille) bestimmen unser Handeln und Denken. Dass wir selbst Ursachen sind ist trivial, auch Bakterien sind selbst Ursachen, auch sie können die Welt verändern.

    • „AM argumentiert genauso, der Glaube(!) an die Willensfreiheit ist natürlich wirksam, diese durch Studien bewiesene Erkenntnis sagt aber nichts über die reale Existenz der Willensfreiheit aus.“

      Ich behaupte doch gar nicht, dass der libertarische freie Wille existiert! Und es ist eben nicht der Glaube an diesen freien Willen, der die positiven Effekte auslöst, sondern der Glaube an die Wirksamkeit eigener Handlungen.

      „Das ist nicht seltsam, sondern logisch“

      Das war – offensichtlich! – ironisch gemeint.

      „Ein Fatalist glaubt nicht, dass seine Handlungen bedeutungslos sind“

      Den von mir zitierten Studien zufolge ist es exakt das, was Fatalisten tatsächlich glauben. Was sie laut irgendwelchen Definitionen oder Vorurteilen nach glauben, interessiert mich nicht.

      „Der Kompatibilist müsste erklären, welche Handlungen bzw. Gedanken nicht(!) durch den Zustand des Gehirns vorherbestimmt sind, dann wäre der Fatalismus widerlegt.“

      Nein, eben nicht! Ein Kompatibilist ist laut Definition jemand, der Determinismus und „Willensfreiheit“ für vereinbar hält. Warum muss ein Kompatibilist den Determinismus widerlegen? Und der Fatalismus wäre eben nicht mit dem Determinismus widerlegt, sondern indem man aufzeigt, dass die Handlungen eines Individuums die Welt relevant beeinflussen.

      „Ursachen, die auf uns – und in uns – wirken“

      Wer ist „uns“?

  19. Wenn das kein Abschied vom „Abschied von der Willensfreiheit“ ist, den MSS in seinem Buch JvGuB sowie in seiner Replik „Wege aus dem Labyrinth“ mit der Einführung des „Begriffs der „internen Handlungsfreiheit“ einläutet!

    Explizit gibt er als Grund für diesen künstlichen Ausdruck an, „die realen, wertvollen Bestandteile der ansonsten irrealen und … sogar schädlichen Idee der Willensfreiheit … „retten““ zu wollen! Mit den „realen, wertvollen Bestandteilen“ meint er dabei unsere – für ihn gleich in der Mehrzahl vorhandenen – „beachtlichen Fähigkeiten zur autonomen Verhaltenssteuerung (vor allem das Abwägen von Gründen und die Antizipation der Folgen unterschiedlicher Handlungsoptionen).“ (Ob er sich dabei an die Ausführungen zu diesem Themenkomplex anlehnt, die 2006 von dem Dresdner Psychologen Thomas Goschke in dem von Roth und Grün hrsg. TB „ Das Gehirn und seine Freiheit“ in seinem Beitrag „Der bedingte Wille. Willensfreiheit uns Selbststeuerung aus der Sicht der kognitiven Neurowissenschaft“ vorgelegt wurden?)

    Damit kommt MSS dem Verständnis von Willensfreiheit bemerkenswert nahe, das in der neurophysiologisch vielfach untermauerten (s. Kornhuber und Deecke „Wille und Gehirn„) Motivations- oder Volitionspsychologie (s. S. 236ff hier), aber durchaus auch in der zeitgenössischen Philosophie vertreten wird und sogar in der philosophischen Tradition vielfach vorgetragen wurde – nach Ulrich Steinvorth sogar in der Scholastik! (s. „Was ist Vernunft? Eine philosophische Einführung“ Beck, München 2002, S. 225ff)

    Dieses Verständnis von Willensfreiheit beruht nicht auf unhaltbaren konstruierten Annahmen, sondern auf der umgangssprachlichen Verwendung des Verbs „wollen“ und seiner substantivierten Form „der Wille“. Mit diesen Begriffen wird alltagspsychologisch lediglich auf vorgängige Entscheidungen bzw. Entschlüsse Bezug genommen, aufgrund der sich jemand nach mehr oder weniger gründlichen Überlegungen oder rein willkürlich darauf festgelegt hat, das zu tun, was nötig ist, um zu erreichen, was er sich vorgenommen oder zum Ziel gesetzt hat und somit „verwirklichen“ will.

    Dass „Willensfreiheit“ in diesem Sinn eine „Tatsache“ ist oder „existiert“ und als empirisches Faktum daher nachweisbar ist, habe ich selbst vor Jahren hier und zuletzt nochmals hier gezeigt, wo ich auch darauf hingewiesen habe, wovon wir uns durch Willensbildung frei machen: nicht von der Welt, wie sie ist, sondern von reflexhaften Abläufen, von denen wir uns, wie nicht erst John Locke erkannte, „suspendieren“ oder distanzieren können.

    Eine Darstellung der traditionellen Diskussion aus philosophischer Perspektive hat neuerdings Geert Keil mehrfach gegeben, zuletzt in dem Reclam-Taschenbuch Nr. 20329 „Willensfreiheit und Determinismus„. (Stuttgart 2009; s.a. seine beiden Beiträge „Ich und mein Gehirn: Wer steuert wen?“ sowie „Muss Strafe sein, auch wenn der Wille unfrei ist?“ in dem von ihm u.a. 2009 hrsg. Rowohlt-TB re 55704 „Was können wir wissen, was sollen wir tun?„)


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